Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)

Kapitel 60: Damayantyāḥ Vipadaḥ Damayantīs Nöte im Wald

Damayantī erwacht allein und klagt verzweifelt um Nala. Ein Riesenpython ergreift sie, doch ein vorbeikommender Jäger rettet sie. Als der Jäger sie begehrt und sich ihr zu nähern versucht, verflucht ihn Damayantī kraft ihrer ehelichen Treue, und er fällt tot zu Boden.

bṛhadaśva uvāca apakrānte nale rājan damayantī gataklamā abudhyata varārohā saṃtrastā vijane vane

Bṛhadaśva sprach: Als Nala fortgegangen war, o König, erwachte Damayantī, die Schönhüftige, von ihrer Erschöpfung befreit, erschrocken, in der menschenleeren Wildnis.

Wort für Wort
bṛhadaśva uvāca apakrānte nale rājan damayantī gataklamā abudhyata varārohā saṃtrastā vijane vane
Bṛhadaśva sprach: Als Nala fortgegangen war, o König, erwachte Damayantī, die Schönhüftige, von ihrer Erschöpfung befreit, erschrocken, in der menschenleeren Wildnis.

sāpaśyamānā bhartāraṃ duḥkhaśokasamanvitā prākrośad uccaiḥ saṃtrastā mahārājeti naiṣadham

Sie, ihren Gemahl nicht sehend, von Schmerz und Kummer erfüllt, schrie laut, erschrocken, „Großkönig!“ nach dem Naiṣadha.

Wort für Wort
sāpaśyamānā bhartāraṃ duḥkhaśokasamanvitā prākrośad uccaiḥ saṃtrastā mahārājeti naiṣadham
Sie, ihren Gemahl nicht sehend, von Schmerz und Kummer erfüllt, schrie laut, erschrocken, „Großkönig!“ nach dem Naiṣadha.

hā nātha hā mahārāja hā svāmin kiṃ jahāsi mām hā hatāsmi vinaṣṭāsmi bhītāsmi vijane vane

„Ach Herr, ach Großkönig, ach Gebieter, warum verlässt du mich? Ach, ich bin verloren, ich bin zugrunde gerichtet, ich habe Angst in der menschenleeren Wildnis.

Wort für Wort
hā nātha hā mahārāja hā svāmin kiṃ jahāsi mām hā hatāsmi vinaṣṭāsmi bhītāsmi vijane vane
„Ach Herr, ach Großkönig, ach Gebieter, warum verlässt du mich? Ach, ich bin verloren, ich bin zugrunde gerichtet, ich habe Angst in der menschenleeren Wildnis.

nanu nāma mahārāja dharmajñaḥ satyavāg asi katham uktvā tathāsatyaṃ suptām utsṛjya māṃ gataḥ

Bist du nicht, o Großkönig, dem Dharma kundig, wahrhaftig redend? Wie konntest du, nachdem du dies gesagt hattest, so treulos handeln und mich schlafend verlassen und gehen?

Wort für Wort
nanu nāma mahārāja dharmajñaḥ satyavāg asi katham uktvā tathāsatyaṃ suptām utsṛjya māṃ gataḥ
Bist du nicht, o Großkönig, dem Dharma kundig, wahrhaftig redend? Wie konntest du, nachdem du dies gesagt hattest, so treulos handeln und mich schlafend verlassen und gehen?

katham utsṛjya gantāsi vaśyāṃ bhāryām anuvratām viśeṣato 'napakṛte pareṇāpakṛte sati

Wie konntest du deine dir ergebene, treue Gattin verlassen und gehen, zumal ich dir nichts zuleide getan habe, während nur ein anderer Unrecht getan hat?

Wort für Wort
katham utsṛjya gantāsi vaśyāṃ bhāryām anuvratām viśeṣato 'napakṛte pareṇāpakṛte sati
Wie konntest du deine dir ergebene, treue Gattin verlassen und gehen, zumal ich dir nichts zuleide getan habe, während nur ein anderer Unrecht getan hat?

śakṣyase tā giraḥ satyāḥ kartuṃ mayi nareśvara yās tvayā lokapālānāṃ saṃnidhau kathitāḥ purā

Wirst du jene Worte mir gegenüber wahr machen können, o Herrscher der Menschen, die du einst in Gegenwart der Weltenhüter gesprochen hast?

Wort für Wort
śakṣyase tā giraḥ satyāḥ kartuṃ mayi nareśvara yās tvayā lokapālānāṃ saṃnidhau kathitāḥ purā
Wirst du jene Worte mir gegenüber wahr machen können, o Herrscher der Menschen, die du einst in Gegenwart der Weltenhüter gesprochen hast?

paryāptaḥ parihāso 'yam etāvān puruṣarṣabha bhītāham asmi durdharṣa darśayātmānam īśvara

Genug ist nun dieser Scherz, o Stier unter den Männern; ich habe Angst, o Unbezwingbarer - zeige dich mir, o Herr.

Wort für Wort
paryāptaḥ parihāso 'yam etāvān puruṣarṣabha bhītāham asmi durdharṣa darśayātmānam īśvara
Genug ist nun dieser Scherz, o Stier unter den Männern; ich habe Angst, o Unbezwingbarer - zeige dich mir, o Herr.

dṛśyase dṛśyase rājann eṣa tiṣṭhasi naiṣadha āvārya gulmair ātmānaṃ kiṃ māṃ na pratibhāṣase

Ich sehe dich, ich sehe dich, o König; du stehst dort, o Naiṣadha, dich hinter Gebüschen verbergend - warum antwortest du mir nicht?

Wort für Wort
dṛśyase dṛśyase rājann eṣa tiṣṭhasi naiṣadha āvārya gulmair ātmānaṃ kiṃ māṃ na pratibhāṣase
Ich sehe dich, ich sehe dich, o König; du stehst dort, o Naiṣadha, dich hinter Gebüschen verbergend - warum antwortest du mir nicht?

nṛśaṃsaṃ bata rājendra yan mām evaṃgatām iha vilapantīṃ samāliṅgya nāśvāsayasi pārthiva

Wie grausam ist es doch, o Herrscher der Könige, dass du mich, die ich hier so klage, nicht in die Arme nimmst und tröstest, o Erdenherrscher.

Wort für Wort
nṛśaṃsaṃ bata rājendra yan mām evaṃgatām iha vilapantīṃ samāliṅgya nāśvāsayasi pārthiva
Wie grausam ist es doch, o Herrscher der Könige, dass du mich, die ich hier so klage, nicht in die Arme nimmst und tröstest, o Erdenherrscher.

na śocāmy aham ātmānaṃ na cānyad api kiṃ cana kathaṃ nu bhavitāsy eka iti tvāṃ nṛpa śocimi

Nicht um mich selbst trauere ich, noch um irgendetwas anderes; nur darüber trauere ich, o König: wie wirst du wohl allein sein können?

Wort für Wort
na śocāmy aham ātmānaṃ na cānyad api kiṃ cana kathaṃ nu bhavitāsy eka iti tvāṃ nṛpa śocimi
Nicht um mich selbst trauere ich, noch um irgendetwas anderes; nur darüber trauere ich, o König: wie wirst du wohl allein sein können?

kathaṃ nu rājaṃs tṛṣitaḥ kṣudhitaḥ śramakarśitaḥ sāyāhne vṛkṣamūleṣu mām apaśyan bhaviṣyasi

Wie wirst du wohl, o König, durstig, hungrig, von Erschöpfung abgezehrt, am Abend unter den Wurzeln der Bäume sein, ohne mich zu sehen?“

Wort für Wort
kathaṃ nu rājaṃs tṛṣitaḥ kṣudhitaḥ śramakarśitaḥ sāyāhne vṛkṣamūleṣu mām apaśyan bhaviṣyasi
Wie wirst du wohl, o König, durstig, hungrig, von Erschöpfung abgezehrt, am Abend unter den Wurzeln der Bäume sein, ohne mich zu sehen?“

tataḥ sā tīvraśokārtā pradīpteva ca manyunā itaś cetaś ca rudatī paryadhāvata duḥkhitā

Dann lief sie, von heftigem Kummer gequält, wie von Zorn entflammt, weinend, hierhin und dorthin, betrübt, umher.

Wort für Wort
tataḥ sā tīvraśokārtā pradīpteva ca manyunā itaś cetaś ca rudatī paryadhāvata duḥkhitā
Dann lief sie, von heftigem Kummer gequält, wie von Zorn entflammt, weinend, hierhin und dorthin, betrübt, umher.

muhur utpatate bālā muhuḥ patati vihvalā muhur ālīyate bhītā muhuḥ krośati roditi

Immer wieder sprang das Mädchen auf, immer wieder fiel sie, verwirrt, zu Boden; immer wieder verbarg sie sich, verängstigt; immer wieder schrie sie und weinte.

Wort für Wort
muhur utpatate bālā muhuḥ patati vihvalā muhur ālīyate bhītā muhuḥ krośati roditi
Immer wieder sprang das Mädchen auf, immer wieder fiel sie, verwirrt, zu Boden; immer wieder verbarg sie sich, verängstigt; immer wieder schrie sie und weinte.

sā tīvraśokasaṃtaptā muhur niḥśvasya vihvalā uvāca bhaimī niṣkramya rodamānā pativratā

Von heftigem Kummer verbrannt, immer wieder aufseufzend, verwirrt, sprach die Tochter Bhīmas, die ihrem Gatten Treue haltende, hervortretend, weinend:

Wort für Wort
sā tīvraśokasaṃtaptā muhur niḥśvasya vihvalā uvāca bhaimī niṣkramya rodamānā pativratā
Von heftigem Kummer verbrannt, immer wieder aufseufzend, verwirrt, sprach die Tochter Bhīmas, die ihrem Gatten Treue haltende, hervortretend, weinend:

yasyābhiśāpād duḥkhārto duḥkhaṃ vindati naiṣadhaḥ tasya bhūtasya tad duḥkhād duḥkham abhyadhikaṃ bhavet

„Wer auch immer es ist, durch dessen Fluch der leidgeplagte Naiṣadha dieses Leid erfährt - möge dieses Wesen ein noch größeres Leid als dieses erleiden.

Wort für Wort
yasyābhiśāpād duḥkhārto duḥkhaṃ vindati naiṣadhaḥ tasya bhūtasya tad duḥkhād duḥkham abhyadhikaṃ bhavet
„Wer auch immer es ist, durch dessen Fluch der leidgeplagte Naiṣadha dieses Leid erfährt - möge dieses Wesen ein noch größeres Leid als dieses erleiden.

apāpacetasaṃ pāpo ya evaṃ kṛtavān nalam tasmād duḥkhataraṃ prāpya jīvatv asukhajīvikām

Der Sündige, der dem sündlosen Nala dies angetan hat - möge er, ein noch größeres Leid als dieses erlangend, ein freudloses Leben führen.“

Wort für Wort
apāpacetasaṃ pāpo ya evaṃ kṛtavān nalam tasmād duḥkhataraṃ prāpya jīvatv asukhajīvikām
Der Sündige, der dem sündlosen Nala dies angetan hat - möge er, ein noch größeres Leid als dieses erlangend, ein freudloses Leben führen.“

evaṃ tu vilapantī sā rājño bhāryā mahātmanaḥ anveṣati sma bhartāraṃ vane śvāpadasevite

So klagend, suchte die Gattin des hochherzigen Königs ihren Gemahl in dem von Raubtieren bewohnten Wald.

Wort für Wort
evaṃ tu vilapantī sā rājño bhāryā mahātmanaḥ anveṣati sma bhartāraṃ vane śvāpadasevite
So klagend, suchte die Gattin des hochherzigen Königs ihren Gemahl in dem von Raubtieren bewohnten Wald.

unmattavad bhīmasutā vilapantī tatas tataḥ hā hā rājann iti muhur itaś cetaś ca dhāvati

Wie von Sinnen lief die Tochter Bhīmas, klagend, immer wieder hierhin und dorthin, „Ach, ach, o König“ rufend.

Wort für Wort
unmattavad bhīmasutā vilapantī tatas tataḥ hā hā rājann iti muhur itaś cetaś ca dhāvati
Wie von Sinnen lief die Tochter Bhīmas, klagend, immer wieder hierhin und dorthin, „Ach, ach, o König“ rufend.

tāṃ śuṣyamāṇām atyarthaṃ kurarīm iva vāśatīm karuṇaṃ bahu śocantīṃ vilapantīṃ muhur muhuḥ

Sie, die übermäßig Abmagernde, klagend wie ein Kurarī-Vogel, viel und mitleiderregend trauernd, immer wieder klagend -

Wort für Wort
tāṃ śuṣyamāṇām atyarthaṃ kurarīm iva vāśatīm karuṇaṃ bahu śocantīṃ vilapantīṃ muhur muhuḥ
Sie, die übermäßig Abmagernde, klagend wie ein Kurarī-Vogel, viel und mitleiderregend trauernd, immer wieder klagend -

sahasābhyāgatāṃ bhaimīm abhyāśaparivartinīm jagrāhājagaro grāho mahākāyaḥ kṣudhānvitaḥ

sie, die Tochter Bhīmas, die plötzlich herangekommen war und sich in der Nähe aufhielt, ergriff ein gewaltiger, hungriger Riesenpython, ein Ungeheuer.

Wort für Wort
sahasābhyāgatāṃ bhaimīm abhyāśaparivartinīm jagrāhājagaro grāho mahākāyaḥ kṣudhānvitaḥ
sie, die Tochter Bhīmas, die plötzlich herangekommen war und sich in der Nähe aufhielt, ergriff ein gewaltiger, hungriger Riesenpython, ein Ungeheuer.

sā grasyamānā grāheṇa śokena ca parājitā nātmānaṃ śocati tathā yathā śocati naiṣadham

Sie, von dem Ungeheuer verschlungen werdend und vom Kummer überwältigt, trauerte nicht so sehr um sich selbst, wie sie um den Naiṣadha trauerte.

Wort für Wort
sā grasyamānā grāheṇa śokena ca parājitā nātmānaṃ śocati tathā yathā śocati naiṣadham
Sie, von dem Ungeheuer verschlungen werdend und vom Kummer überwältigt, trauerte nicht so sehr um sich selbst, wie sie um den Naiṣadha trauerte.

hā nātha mām iha vane grasyamānām anāthavat grāheṇānena vipine kimarthaṃ nābhidhāvasi

„Ach, Herr, warum eilst du nicht herbei zu mir, die ich hier im Wald, wie eine Herrenlose, von diesem Ungeheuer in der Wildnis verschlungen werde?

Wort für Wort
hā nātha mām iha vane grasyamānām anāthavat grāheṇānena vipine kimarthaṃ nābhidhāvasi
„Ach, Herr, warum eilst du nicht herbei zu mir, die ich hier im Wald, wie eine Herrenlose, von diesem Ungeheuer in der Wildnis verschlungen werde?

kathaṃ bhaviṣyasi punar mām anusmṛtya naiṣadha pāpān muktaḥ punar labdhvā buddhiṃ ceto dhanāni ca

Wie wirst du wohl sein, o Naiṣadha, wenn du dich später an mich erinnerst, nachdem du von der Sünde befreit bist und wieder Verstand, Sinn und Reichtum erlangt hast?

Wort für Wort
kathaṃ bhaviṣyasi punar mām anusmṛtya naiṣadha pāpān muktaḥ punar labdhvā buddhiṃ ceto dhanāni ca
Wie wirst du wohl sein, o Naiṣadha, wenn du dich später an mich erinnerst, nachdem du von der Sünde befreit bist und wieder Verstand, Sinn und Reichtum erlangt hast?

śrāntasya te kṣudhārtasya pariglānasya naiṣadha kaḥ śramaṃ rājaśārdūla nāśayiṣyati mānada

Wer wird wohl deine Mühsal vertreiben, wenn du erschöpft, vom Hunger geplagt, ganz erschöpft bist, o Naiṣadha, o Tiger unter den Königen, o Ehrenwerter?“

Wort für Wort
śrāntasya te kṣudhārtasya pariglānasya naiṣadha kaḥ śramaṃ rājaśārdūla nāśayiṣyati mānada
Wer wird wohl deine Mühsal vertreiben, wenn du erschöpft, vom Hunger geplagt, ganz erschöpft bist, o Naiṣadha, o Tiger unter den Königen, o Ehrenwerter?“

tām akasmān mṛgavyādho vicaran gahane vane ākrandatīm upaśrutya javenābhisasāra ha

Ein Jäger, der im dichten Wald umherstreifte, hörte plötzlich ihr Schreien und eilte schnell herbei.

Wort für Wort
tām akasmān mṛgavyādho vicaran gahane vane ākrandatīm upaśrutya javenābhisasāra ha
Ein Jäger, der im dichten Wald umherstreifte, hörte plötzlich ihr Schreien und eilte schnell herbei.

tāṃ sa dṛṣṭvā tathā grastām urageṇāyatekṣaṇām tvaramāṇo mṛgavyādhaḥ samabhikramya vegitaḥ

Als er sie so von der Schlange ergriffen sah, die Weitäugige, eilte der Jäger rasch herbei und näherte sich ihr geschwind.

Wort für Wort
tāṃ sa dṛṣṭvā tathā grastām urageṇāyatekṣaṇām tvaramāṇo mṛgavyādhaḥ samabhikramya vegitaḥ
Als er sie so von der Schlange ergriffen sah, die Weitäugige, eilte der Jäger rasch herbei und näherte sich ihr geschwind.

mukhataḥ pātayām āsa śastreṇa niśitena ha nirviceṣṭaṃ bhujaṃgaṃ taṃ viśasya mṛgajīvanaḥ

Er, der vom Wild Lebende, zerschnitt mit einer scharfen Waffe das Maul jener Schlange und ließ sie, regungslos gemacht, zu Boden fallen.

Wort für Wort
mukhataḥ pātayām āsa śastreṇa niśitena ha nirviceṣṭaṃ bhujaṃgaṃ taṃ viśasya mṛgajīvanaḥ
Er, der vom Wild Lebende, zerschnitt mit einer scharfen Waffe das Maul jener Schlange und ließ sie, regungslos gemacht, zu Boden fallen.

mokṣayitvā ca tāṃ vyādhaḥ prakṣālya salilena ca samāśvāsya kṛtāhārām atha papraccha bhārata

Nachdem der Jäger sie befreit, mit Wasser gewaschen, sie getröstet und ihr zu essen gegeben hatte, fragte er sie dann, o Bhārata:

Wort für Wort
mokṣayitvā ca tāṃ vyādhaḥ prakṣālya salilena ca samāśvāsya kṛtāhārām atha papraccha bhārata
Nachdem der Jäger sie befreit, mit Wasser gewaschen, sie getröstet und ihr zu essen gegeben hatte, fragte er sie dann, o Bhārata:

kasya tvaṃ mṛgaśāvākṣi kathaṃ cābhyāgatā vanam kathaṃ cedaṃ mahat kṛcchraṃ prāptavaty asi bhāmini

„Wessen bist du, du mit den Augen eines jungen Rehs, und wie bist du in den Wald gekommen, und wie bist du in diese große Bedrängnis geraten, o Schöne?“

Wort für Wort
kasya tvaṃ mṛgaśāvākṣi kathaṃ cābhyāgatā vanam kathaṃ cedaṃ mahat kṛcchraṃ prāptavaty asi bhāmini
„Wessen bist du, du mit den Augen eines jungen Rehs, und wie bist du in den Wald gekommen, und wie bist du in diese große Bedrängnis geraten, o Schöne?“

damayantī tathā tena pṛcchyamānā viśāṃ pate sarvam etad yathāvṛttam ācacakṣe 'sya bhārata

So von ihm befragt, o Herr der Völker, erzählte Damayantī ihm alles, wie es sich zugetragen hatte, o Bhārata.

Wort für Wort
damayantī tathā tena pṛcchyamānā viśāṃ pate sarvam etad yathāvṛttam ācacakṣe 'sya bhārata
So von ihm befragt, o Herr der Völker, erzählte Damayantī ihm alles, wie es sich zugetragen hatte, o Bhārata.

tām ardhavastrasaṃvītāṃ pīnaśroṇipayodharām sukumārānavadyāṅgīṃ pūrṇacandranibhānanām

Sie, mit einem halben Gewand bekleidet, mit vollen Hüften und Brüsten, mit zartem, makellosem Körperbau, mit einem dem Vollmond gleichenden Gesicht,

Wort für Wort
tām ardhavastrasaṃvītāṃ pīnaśroṇipayodharām sukumārānavadyāṅgīṃ pūrṇacandranibhānanām
Sie, mit einem halben Gewand bekleidet, mit vollen Hüften und Brüsten, mit zartem, makellosem Körperbau, mit einem dem Vollmond gleichenden Gesicht,

arālapakṣmanayanāṃ tathā madhurabhāṣiṇīm lakṣayitvā mṛgavyādhaḥ kāmasya vaśam eyivān

mit geschwungenen Wimpern, süß redend - als der Jäger sie so erblickte, verfiel er der Macht des Verlangens.

Wort für Wort
arālapakṣmanayanāṃ tathā madhurabhāṣiṇīm lakṣayitvā mṛgavyādhaḥ kāmasya vaśam eyivān
mit geschwungenen Wimpern, süß redend - als der Jäger sie so erblickte, verfiel er der Macht des Verlangens.

tām atha ślakṣṇayā vācā lubdhako mṛdupurvayā sāntvayām āsa kāmārtas tad abudhyata bhāminī

Da versuchte der Jäger, von Verlangen gequält, sie mit sanfter, zunächst milder Stimme zu besänftigen; doch die Schöne bemerkte dies.

Wort für Wort
tām atha ślakṣṇayā vācā lubdhako mṛdupurvayā sāntvayām āsa kāmārtas tad abudhyata bhāminī
Da versuchte der Jäger, von Verlangen gequält, sie mit sanfter, zunächst milder Stimme zu besänftigen; doch die Schöne bemerkte dies.

damayantī tu taṃ duṣṭam upalabhya pativratā tīvraroṣasamāviṣṭā prajajvāleva manyunā

Damayantī aber, die ihrem Gatten Treue haltende, erkannte seine böse Absicht und entflammte, von heftigem Zorn erfüllt, gleichsam vor Wut.

Wort für Wort
damayantī tu taṃ duṣṭam upalabhya pativratā tīvraroṣasamāviṣṭā prajajvāleva manyunā
Damayantī aber, die ihrem Gatten Treue haltende, erkannte seine böse Absicht und entflammte, von heftigem Zorn erfüllt, gleichsam vor Wut.

sa tu pāpamatiḥ kṣudraḥ pradharṣayitum āturaḥ durdharṣāṃ tarkayām āsa dīptām agniśikhām iva

Er aber, von sündigem Sinn, niederträchtig, von Begierde getrieben, sie zu vergewaltigen, wagte sich an sie heran, die Unbezwingbare, einer lodernden Feuerflamme gleich.

Wort für Wort
sa tu pāpamatiḥ kṣudraḥ pradharṣayitum āturaḥ durdharṣāṃ tarkayām āsa dīptām agniśikhām iva
Er aber, von sündigem Sinn, niederträchtig, von Begierde getrieben, sie zu vergewaltigen, wagte sich an sie heran, die Unbezwingbare, einer lodernden Feuerflamme gleich.

damayantī tu duḥkhārtā patirājyavinākṛtā atītavākpathe kāle śaśāpainaṃ ruṣā kila

Damayantī aber, vom Leid gequält, ihres Gatten und Königreichs beraubt, verfluchte ihn, als die Zeit für Worte vorüber war, im Zorn, wie es heißt:

Wort für Wort
damayantī tu duḥkhārtā patirājyavinākṛtā atītavākpathe kāle śaśāpainaṃ ruṣā kila
Damayantī aber, vom Leid gequält, ihres Gatten und Königreichs beraubt, verfluchte ihn, als die Zeit für Worte vorüber war, im Zorn, wie es heißt:

yathāhaṃ naiṣadhād anyaṃ manasāpi na cintaye tathāyaṃ patatāṃ kṣudraḥ parāsur mṛgajīvanaḥ

„So wahr ich außer an den Naiṣadha an keinen anderen auch nur in Gedanken denke - so wahr falle dieser Niederträchtige, der vom Wild Lebende, seines Lebens beraubt, zu Boden.“

Wort für Wort
yathāhaṃ naiṣadhād anyaṃ manasāpi na cintaye tathāyaṃ patatāṃ kṣudraḥ parāsur mṛgajīvanaḥ
„So wahr ich außer an den Naiṣadha an keinen anderen auch nur in Gedanken denke - so wahr falle dieser Niederträchtige, der vom Wild Lebende, seines Lebens beraubt, zu Boden.“

uktamātre tu vacane tayā sa mṛgajīvanaḥ vyasuḥ papāta medinyām agnidagdha iva drumaḥ

Kaum war das Wort von ihr gesprochen, da fiel jener vom Wild Lebende, seines Lebens beraubt, zu Boden, wie ein vom Feuer verbrannter Baum.

Wort für Wort
uktamātre tu vacane tayā sa mṛgajīvanaḥ vyasuḥ papāta medinyām agnidagdha iva drumaḥ
Kaum war das Wort von ihr gesprochen, da fiel jener vom Wild Lebende, seines Lebens beraubt, zu Boden, wie ein vom Feuer verbrannter Baum.

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