Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)

Kapitel 32: Yudhiṣṭhiravākyam Yudhiṣṭhiras Verteidigung des Dharma gegen Draupadīs Zweifel

Yudhiṣṭhira entgegnet Draupadī: Er übt den Dharma nicht wegen seiner Frucht, sondern aus eigenem Wesen und im Einklang mit den Überlieferungen; wer den Dharma allzu sehr bezweifelt, verfehlt gerade dadurch dessen Frucht. Als Beweis für die Wirksamkeit des Dharma führt er die selbst gesehenen, durch Askese unsterblich gewordenen Seher an (Mārkaṇḍeya, Vyāsa, Vasiṣṭha, Maitreya, Nārada, Lomaśa, Śuka) sowie Draupadīs und Dhṛṣṭadyumnas eigene wundersame Geburt aus dem Opferfeuer. Die letzten Gründe für Lohn und Strafe blieben zwar ein Geheimnis der Götter, doch mahnt er sie eindringlich, den Schöpfer nicht zu schmähen, sondern ihm zu vertrauen.

yudhiṣṭhira uvāca valgu citrapadaṃ ślakṣṇaṃ yājñaseni tvayā vacaḥ uktaṃ tac chrutam asmābhir nāstikyaṃ tu prabhāṣase

Yudhiṣṭhira sprach: „Schön, kunstvoll in den Worten, wohlklingend war die Rede, die du, Tochter Yajñasenas, gesprochen hast; wir haben sie gehört; doch du verkündest darin Gottlosigkeit.

Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca valgu citrapadaṃ ślakṣṇaṃ yājñaseni tvayā vacaḥ uktaṃ tac chrutam asmābhir nāstikyaṃ tu prabhāṣase
Yudhiṣṭhira sprach: „Schön, kunstvoll in den Worten, wohlklingend war die Rede, die du, Tochter Yajñasenas, gesprochen hast; wir haben sie gehört; doch du verkündest darin Gottlosigkeit.

nāhaṃ dharmaphalānveṣī rājaputri carāmy uta dadāmi deyam ity eva yaje yaṣṭavyam ity uta

Nicht auf der Suche nach der Frucht des Dharma wandle ich, o Königstochter, im Dharma; ich gebe, weil zu geben ist, und opfere, weil zu opfern ist.

Wort für Wort
nāhaṃ dharmaphalānveṣī rājaputri carāmy uta dadāmi deyam ity eva yaje yaṣṭavyam ity uta
Nicht auf der Suche nach der Frucht des Dharma wandle ich, o Königstochter, im Dharma; ich gebe, weil zu geben ist, und opfere, weil zu opfern ist.

astu vātra phalaṃ mā vā kartavyaṃ puruṣeṇa yat gṛhān āvasatā kṛṣṇe yathāśakti karomi tat

Möge es hierbei Frucht geben oder nicht - was der Mensch tun muss, das tue ich, solange ich im Hause wohne, Kṛṣṇā, nach meinem Vermögen.

Wort für Wort
astu vātra phalaṃ mā vā kartavyaṃ puruṣeṇa yat gṛhān āvasatā kṛṣṇe yathāśakti karomi tat
Möge es hierbei Frucht geben oder nicht - was der Mensch tun muss, das tue ich, solange ich im Hause wohne, Kṛṣṇā, nach meinem Vermögen.

dharmaṃ carāmi suśroṇi na dharmaphalakāraṇāt āgamān anatikramya satāṃ vṛttam avekṣya ca dharma eva manaḥ kṛṣṇe svabhāvāc caiva me dhṛtam

Ich übe den Dharma, du Schöngestaltete, nicht um der Frucht des Dharma willen, sondern ohne die Überlieferungen zu übertreten und im Hinblick auf das Verhalten der Rechtschaffenen; mein Sinn ist, Kṛṣṇā, aus eigenem Wesen heraus, ganz auf den Dharma gerichtet.

Wort für Wort
dharmaṃ carāmi suśroṇi na dharmaphalakāraṇāt āgamān anatikramya satāṃ vṛttam avekṣya ca dharma eva manaḥ kṛṣṇe svabhāvāc caiva me dhṛtam
Ich übe den Dharma, du Schöngestaltete, nicht um der Frucht des Dharma willen, sondern ohne die Überlieferungen zu übertreten und im Hinblick auf das Verhalten der Rechtschaffenen; mein Sinn ist, Kṛṣṇā, aus eigenem Wesen heraus, ganz auf den Dharma gerichtet.

na dharmaphalam āpnoti yo dharmaṃ dogdhum icchati yaś cainaṃ śaṅkate kṛtvā nāstikyāt pāpacetanaḥ

Wer den Dharma wie eine Kuh ausmelken will, erlangt nicht die Frucht des Dharma, und ebenso wenig, wer ihn, aus Gottlosigkeit, mit bösem Sinn in Zweifel zieht.

Wort für Wort
na dharmaphalam āpnoti yo dharmaṃ dogdhum icchati yaś cainaṃ śaṅkate kṛtvā nāstikyāt pāpacetanaḥ
Wer den Dharma wie eine Kuh ausmelken will, erlangt nicht die Frucht des Dharma, und ebenso wenig, wer ihn, aus Gottlosigkeit, mit bösem Sinn in Zweifel zieht.

ativādān madāc caiva mā dharmam atiśaṅkithāḥ dharmātiśaṅkī puruṣas tiryaggatiparāyaṇaḥ

Zieh nicht aus überheblicher Rede und Hochmut den Dharma allzu sehr in Zweifel; ein Mensch, der den Dharma allzu sehr bezweifelt, ist zur Wiedergeburt in Tiergestalt bestimmt.

Wort für Wort
ativādān madāc caiva mā dharmam atiśaṅkithāḥ dharmātiśaṅkī puruṣas tiryaggatiparāyaṇaḥ
Zieh nicht aus überheblicher Rede und Hochmut den Dharma allzu sehr in Zweifel; ein Mensch, der den Dharma allzu sehr bezweifelt, ist zur Wiedergeburt in Tiergestalt bestimmt.

dharmo yasyātiśaṅkyaḥ syād ārṣaṃ vā durbalātmanaḥ vedāc chūdra ivāpeyāt sa lokād ajarāmarāt

Wer den Dharma oder die Weisheit der Ṛṣis allzu sehr in Zweifel zieht, aus schwachem Gemüt, der wird von jener alterslosen, unsterblichen Welt ausgeschlossen, wie ein Śūdra vom Veda.

Wort für Wort
dharmo yasyātiśaṅkyaḥ syād ārṣaṃ vā durbalātmanaḥ vedāc chūdra ivāpeyāt sa lokād ajarāmarāt
Wer den Dharma oder die Weisheit der Ṛṣis allzu sehr in Zweifel zieht, aus schwachem Gemüt, der wird von jener alterslosen, unsterblichen Welt ausgeschlossen, wie ein Śūdra vom Veda.

vedādhyāyī dharmaparaḥ kule jāto yaśasvini sthavireṣu sa yoktavyo rājabhir dharmacāribhiḥ

Ein Vedenstudent, dem Dharma ergeben, in einer ruhmreichen Familie geboren - er soll von dharmatreuen Königen unter die Ältesten gerechnet werden.

Wort für Wort
vedādhyāyī dharmaparaḥ kule jāto yaśasvini sthavireṣu sa yoktavyo rājabhir dharmacāribhiḥ
Ein Vedenstudent, dem Dharma ergeben, in einer ruhmreichen Familie geboren - er soll von dharmatreuen Königen unter die Ältesten gerechnet werden.

pāpīyān hi sa śūdrebhyas taskarebhyo viśeṣataḥ śāstrātigo mandabuddhir yo dharmam atiśaṅkate

Denn schlimmer noch als Śūdras, insbesondere als Diebe, ist der, der, die Lehrschriften übertretend, von schwachem Verstand, den Dharma allzu sehr bezweifelt.

Wort für Wort
pāpīyān hi sa śūdrebhyas taskarebhyo viśeṣataḥ śāstrātigo mandabuddhir yo dharmam atiśaṅkate
Denn schlimmer noch als Śūdras, insbesondere als Diebe, ist der, der, die Lehrschriften übertretend, von schwachem Verstand, den Dharma allzu sehr bezweifelt.

pratyakṣaṃ hi tvayā dṛṣṭa ṛṣir gacchan mahātapāḥ mārkaṇḍeyo 'prameyātmā dharmeṇa cirajīvitām

Denn mit eigenen Augen hast du den umherwandelnden großen Asketen, den Seher Mārkaṇḍeya, von unermesslichem Selbst, gesehen, der durch den Dharma langes Leben erlangt hat.

Wort für Wort
pratyakṣaṃ hi tvayā dṛṣṭa ṛṣir gacchan mahātapāḥ mārkaṇḍeyo 'prameyātmā dharmeṇa cirajīvitām
Denn mit eigenen Augen hast du den umherwandelnden großen Asketen, den Seher Mārkaṇḍeya, von unermesslichem Selbst, gesehen, der durch den Dharma langes Leben erlangt hat.

vyāso vasiṣṭho maitreyo nārado lomaśaḥ śukaḥ anye ca ṛṣayaḥ siddhā dharmeṇaiva sucetasaḥ

Vyāsa, Vasiṣṭha, Maitreya, Nārada, Lomaśa, Śuka und andere Ṛṣis, vollkommen, wohlgesinnt, sind es eben durch den Dharma.

Wort für Wort
vyāso vasiṣṭho maitreyo nārado lomaśaḥ śukaḥ anye ca ṛṣayaḥ siddhā dharmeṇaiva sucetasaḥ
Vyāsa, Vasiṣṭha, Maitreya, Nārada, Lomaśa, Śuka und andere Ṛṣis, vollkommen, wohlgesinnt, sind es eben durch den Dharma.

pratyakṣaṃ paśyasi hy etān divyayogasamanvitān śāpānugrahaṇe śaktān devair api garīyasaḥ

Mit eigenen Augen siehst du sie ja, ausgestattet mit göttlicher Yoga-Kraft, fähig zu Fluch und Segen, bedeutender selbst als die Götter.

Wort für Wort
pratyakṣaṃ paśyasi hy etān divyayogasamanvitān śāpānugrahaṇe śaktān devair api garīyasaḥ
Mit eigenen Augen siehst du sie ja, ausgestattet mit göttlicher Yoga-Kraft, fähig zu Fluch und Segen, bedeutender selbst als die Götter.

ete hi dharmam evādau varṇayanti sadā mama kartavyam amaraprakhyāḥ pratyakṣāgamabuddhayaḥ

Denn diese, den Unsterblichen gleichenden, deren Erkenntnis auf eigener Anschauung und der Überlieferung beruht, preisen von Anfang an stets den Dharma als das für mich zu Tuende.

Wort für Wort
ete hi dharmam evādau varṇayanti sadā mama kartavyam amaraprakhyāḥ pratyakṣāgamabuddhayaḥ
Denn diese, den Unsterblichen gleichenden, deren Erkenntnis auf eigener Anschauung und der Überlieferung beruht, preisen von Anfang an stets den Dharma als das für mich zu Tuende.

ato nārhasi kalyāṇi dhātāraṃ dharmam eva ca rajomūḍhena manasā kṣeptuṃ śaṅkitum eva ca

Deshalb geziemt es sich nicht für dich, du Holde, den Schöpfer und ebenso den Dharma mit von Leidenschaft verblendetem Sinn zu schmähen und in Zweifel zu ziehen.

Wort für Wort
ato nārhasi kalyāṇi dhātāraṃ dharmam eva ca rajomūḍhena manasā kṣeptuṃ śaṅkitum eva ca
Deshalb geziemt es sich nicht für dich, du Holde, den Schöpfer und ebenso den Dharma mit von Leidenschaft verblendetem Sinn zu schmähen und in Zweifel zu ziehen.

dharmātiśaṅkī nānyasmin pramāṇam adhigacchati ātmapramāṇa unnaddhaḥ śreyaso hy avamanyakaḥ

Wer den Dharma allzu sehr bezweifelt, erkennt in nichts anderem eine Autorität an; sich selbst zum Maßstab erhebend, verachtet er das eigentliche Heil.

Wort für Wort
dharmātiśaṅkī nānyasmin pramāṇam adhigacchati ātmapramāṇa unnaddhaḥ śreyaso hy avamanyakaḥ
Wer den Dharma allzu sehr bezweifelt, erkennt in nichts anderem eine Autorität an; sich selbst zum Maßstab erhebend, verachtet er das eigentliche Heil.

indriyaprītisaṃbaddhaṃ yad idaṃ lokasākṣikam etāvān manyate bālo moham anyatra gacchati

Nur das, was mit dem Vergnügen der Sinne verbunden und der Welt sichtbar ist, hält der Törichte für allein wirklich; in allem anderen gerät er in Verblendung.

Wort für Wort
indriyaprītisaṃbaddhaṃ yad idaṃ lokasākṣikam etāvān manyate bālo moham anyatra gacchati
Nur das, was mit dem Vergnügen der Sinne verbunden und der Welt sichtbar ist, hält der Törichte für allein wirklich; in allem anderen gerät er in Verblendung.

prāyaścittaṃ na tasyāsti yo dharmam atiśaṅkate dhyāyan sa kṛpaṇaḥ pāpo na lokān pratipadyate

Für den, der den Dharma allzu sehr bezweifelt, gibt es keine Sühne; ein solcher Elender, ein Sünder, der ständig in Zweifeln sinnt, erlangt keine guten Welten.

Wort für Wort
prāyaścittaṃ na tasyāsti yo dharmam atiśaṅkate dhyāyan sa kṛpaṇaḥ pāpo na lokān pratipadyate
Für den, der den Dharma allzu sehr bezweifelt, gibt es keine Sühne; ein solcher Elender, ein Sünder, der ständig in Zweifeln sinnt, erlangt keine guten Welten.

pramāṇāny ativṛtto hi vedaśāstrārthanindakaḥ kāmalobhānugo mūḍho narakaṃ pratipadyate

Wer die Autoritäten übertritt, die Bedeutung der Veden und Lehrschriften schmäht, von Begierde und Gier getrieben, der Törichte, gelangt in die Hölle.

Wort für Wort
pramāṇāny ativṛtto hi vedaśāstrārthanindakaḥ kāmalobhānugo mūḍho narakaṃ pratipadyate
Wer die Autoritäten übertritt, die Bedeutung der Veden und Lehrschriften schmäht, von Begierde und Gier getrieben, der Törichte, gelangt in die Hölle.

yas tu nityaṃ kṛtamatir dharmam evābhipadyate aśaṅkamānaḥ kalyāṇi so 'mutrānantyam aśnute

Wer aber, stets festen Sinnes, sich dem Dharma zuwendet, ohne zu zweifeln, du Holde, der erlangt dort im Jenseits Unendlichkeit.

Wort für Wort
yas tu nityaṃ kṛtamatir dharmam evābhipadyate aśaṅkamānaḥ kalyāṇi so 'mutrānantyam aśnute
Wer aber, stets festen Sinnes, sich dem Dharma zuwendet, ohne zu zweifeln, du Holde, der erlangt dort im Jenseits Unendlichkeit.

ārṣaṃ pramāṇam utkramya dharmān aparipālayan sarvaśāstrātigo mūḍhaḥ śaṃ janmasu na vindati

Wer die Autorität der Seher übertritt, die Dharma-Gebote nicht befolgt, alle Lehrschriften überschreitet, der Törichte, findet in seinen künftigen Geburten kein Heil.

Wort für Wort
ārṣaṃ pramāṇam utkramya dharmān aparipālayan sarvaśāstrātigo mūḍhaḥ śaṃ janmasu na vindati
Wer die Autorität der Seher übertritt, die Dharma-Gebote nicht befolgt, alle Lehrschriften überschreitet, der Törichte, findet in seinen künftigen Geburten kein Heil.

śiṣṭair ācaritaṃ dharmaṃ kṛṣṇe mā smātiśaṅkithāḥ purāṇam ṛṣibhiḥ proktaṃ sarvajñaiḥ sarvadarśibhiḥ

Bezweifle nicht allzu sehr, Kṛṣṇā, den von den Rechtschaffenen geübten, uralten Dharma, der von den allwissenden, alles sehenden Ṛṣis verkündet wurde.

Wort für Wort
śiṣṭair ācaritaṃ dharmaṃ kṛṣṇe mā smātiśaṅkithāḥ purāṇam ṛṣibhiḥ proktaṃ sarvajñaiḥ sarvadarśibhiḥ
Bezweifle nicht allzu sehr, Kṛṣṇā, den von den Rechtschaffenen geübten, uralten Dharma, der von den allwissenden, alles sehenden Ṛṣis verkündet wurde.

dharma eva plavo nānyaḥ svargaṃ draupadi gacchatām saiva nauḥ sāgarasyeva vaṇijaḥ pāram ṛcchataḥ

Der Dharma allein ist das Floß, kein anderes, für jene, die zum Himmel gelangen wollen, Draupadī; er ist das Schiff, wie für den Kaufmann, der das andere Ufer des Meeres erreichen will.

Wort für Wort
dharma eva plavo nānyaḥ svargaṃ draupadi gacchatām saiva nauḥ sāgarasyeva vaṇijaḥ pāram ṛcchataḥ
Der Dharma allein ist das Floß, kein anderes, für jene, die zum Himmel gelangen wollen, Draupadī; er ist das Schiff, wie für den Kaufmann, der das andere Ufer des Meeres erreichen will.

aphālo yadi dharmaḥ syāc carito dharmacāribhiḥ apratiṣṭhe tamasy etaj jagan majjed anindite

Wäre der von den Dharma-Übenden geübte Dharma ohne Frucht, so würde diese Welt, du Tadellose, in grundlosem Dunkel versinken.

Wort für Wort
aphālo yadi dharmaḥ syāc carito dharmacāribhiḥ apratiṣṭhe tamasy etaj jagan majjed anindite
Wäre der von den Dharma-Übenden geübte Dharma ohne Frucht, so würde diese Welt, du Tadellose, in grundlosem Dunkel versinken.

nirvāṇaṃ nādhigaccheyur jīveyuḥ paśujīvikām vighātenaiva yujyeyur na cārthaṃ kiṃ cid āpnuyuḥ

Sie würden kein Erlöschen des Leids erlangen, würden ein Leben wie das Vieh führen, würden nur mit Untergang behaftet sein und keinerlei Ziel erreichen.

Wort für Wort
nirvāṇaṃ nādhigaccheyur jīveyuḥ paśujīvikām vighātenaiva yujyeyur na cārthaṃ kiṃ cid āpnuyuḥ
Sie würden kein Erlöschen des Leids erlangen, würden ein Leben wie das Vieh führen, würden nur mit Untergang behaftet sein und keinerlei Ziel erreichen.

tapaś ca brahmacaryaṃ ca yajñaḥ svādhyāya eva ca dānam ārjavam etāni yadi syur aphalāni vai

Askese, Keuschheit, Opfer, Vedenstudium, Freigebigkeit, Aufrichtigkeit - wären diese alle wahrhaft fruchtlos,

Wort für Wort
tapaś ca brahmacaryaṃ ca yajñaḥ svādhyāya eva ca dānam ārjavam etāni yadi syur aphalāni vai
Askese, Keuschheit, Opfer, Vedenstudium, Freigebigkeit, Aufrichtigkeit - wären diese alle wahrhaft fruchtlos,

nācariṣyan pare dharmaṃ pare paratare ca ye vipralambho 'yam atyantaṃ yadi syur aphalāḥ kriyāḥ

so würden weder die Höheren noch jene, die noch höher sind, den Dharma üben; ein völliger Betrug wäre dies, wenn die Handlungen fruchtlos wären.

Wort für Wort
nācariṣyan pare dharmaṃ pare paratare ca ye vipralambho 'yam atyantaṃ yadi syur aphalāḥ kriyāḥ
so würden weder die Höheren noch jene, die noch höher sind, den Dharma üben; ein völliger Betrug wäre dies, wenn die Handlungen fruchtlos wären.

ṛṣayaś caiva devāś ca gandharvāsurarākṣasāḥ īśvarāḥ kasya hetos te careyur dharmam ādṛtāḥ

Weshalb sollten die Ṛṣis und die Götter, die Gandharvas, Asuras und Rākṣasas, die Herrschenden, den Dharma mit Ehrerbietung üben, wenn er fruchtlos wäre?

Wort für Wort
ṛṣayaś caiva devāś ca gandharvāsurarākṣasāḥ īśvarāḥ kasya hetos te careyur dharmam ādṛtāḥ
Weshalb sollten die Ṛṣis und die Götter, die Gandharvas, Asuras und Rākṣasas, die Herrschenden, den Dharma mit Ehrerbietung üben, wenn er fruchtlos wäre?

phaladaṃ tv iha vijñāya dhātāraṃ śreyasi dhruve dharmaṃ te hy ācaran kṛṣṇe tad dhi dharmasanātanam

Vielmehr, weil sie den Schöpfer als fruchtspendend für das feste Heil erkennen, üben sie, Kṛṣṇā, eben deshalb den Dharma; das ist der ewige Dharma.

Wort für Wort
phaladaṃ tv iha vijñāya dhātāraṃ śreyasi dhruve dharmaṃ te hy ācaran kṛṣṇe tad dhi dharmasanātanam
Vielmehr, weil sie den Schöpfer als fruchtspendend für das feste Heil erkennen, üben sie, Kṛṣṇā, eben deshalb den Dharma; das ist der ewige Dharma.

sa cāyaṃ saphalo dharmo na dharmo 'phala ucyate dṛśyante 'pi hi vidyānāṃ phalāni tapasāṃ tathā

Und so ist dieser Dharma fruchtbringend; nicht wird der Dharma als fruchtlos bezeichnet; denn man sieht ja auch die Früchte des Wissens und ebenso der Askese.

Wort für Wort
sa cāyaṃ saphalo dharmo na dharmo 'phala ucyate dṛśyante 'pi hi vidyānāṃ phalāni tapasāṃ tathā
Und so ist dieser Dharma fruchtbringend; nicht wird der Dharma als fruchtlos bezeichnet; denn man sieht ja auch die Früchte des Wissens und ebenso der Askese.

tvayy etad vai vijānīhi janma kṛṣṇe yathā śrutam vettha cāpi yathā jāto dhṛṣṭadyumnaḥ pratāpavān

Erkenne dies eben an deiner eigenen Geburt, Kṛṣṇā, wie sie überliefert ist, und du weißt auch, wie der glanzvolle Dhṛṣṭadyumna geboren wurde.

Wort für Wort
tvayy etad vai vijānīhi janma kṛṣṇe yathā śrutam vettha cāpi yathā jāto dhṛṣṭadyumnaḥ pratāpavān
Erkenne dies eben an deiner eigenen Geburt, Kṛṣṇā, wie sie überliefert ist, und du weißt auch, wie der glanzvolle Dhṛṣṭadyumna geboren wurde.

etāvad eva paryāptam upamānaṃ śucismite karmaṇāṃ phalam astīti dhīro 'lpenāpi tuṣyati

Eben dies allein genügt als Beleg, du Lächelnde: dass die Taten Frucht tragen; der Weise gibt sich schon mit Wenigem zufrieden.

Wort für Wort
etāvad eva paryāptam upamānaṃ śucismite karmaṇāṃ phalam astīti dhīro 'lpenāpi tuṣyati
Eben dies allein genügt als Beleg, du Lächelnde: dass die Taten Frucht tragen; der Weise gibt sich schon mit Wenigem zufrieden.

bahunāpi hy avidvāṃso naiva tuṣyanty abuddhayaḥ teṣāṃ na dharmajaṃ kiṃ cit pretya śarmāsti karma vā

Die Unwissenden, Unverständigen aber geben sich selbst mit Vielem nicht zufrieden; für sie gibt es weder ein aus Dharma erwachsenes Glück nach dem Tod noch fruchtbares Handeln.

Wort für Wort
bahunāpi hy avidvāṃso naiva tuṣyanty abuddhayaḥ teṣāṃ na dharmajaṃ kiṃ cit pretya śarmāsti karma vā
Die Unwissenden, Unverständigen aber geben sich selbst mit Vielem nicht zufrieden; für sie gibt es weder ein aus Dharma erwachsenes Glück nach dem Tod noch fruchtbares Handeln.

karmaṇām uta puṇyānāṃ pāpānāṃ ca phalodayaḥ prabhavaś cāpyayaś caiva devaguhyāni bhāmini

Das Entstehen der Frucht der guten und bösen Taten sowie ihr Ursprung und ihr Vergehen sind Geheimnisse der Götter, du Zürnende.

Wort für Wort
karmaṇām uta puṇyānāṃ pāpānāṃ ca phalodayaḥ prabhavaś cāpyayaś caiva devaguhyāni bhāmini
Das Entstehen der Frucht der guten und bösen Taten sowie ihr Ursprung und ihr Vergehen sind Geheimnisse der Götter, du Zürnende.

naitāni veda yaḥ kaś cin muhyanty atra prajā imāḥ rakṣyāṇy etāni devānāṃ gūḍhamāyā hi devatāḥ

Niemand kennt diese; die Geschöpfe hier geraten darüber in Verwirrung; diese Geheimnisse sind von den Göttern zu bewahren, denn verborgen ist die Zaubermacht der Götter.

Wort für Wort
naitāni veda yaḥ kaś cin muhyanty atra prajā imāḥ rakṣyāṇy etāni devānāṃ gūḍhamāyā hi devatāḥ
Niemand kennt diese; die Geschöpfe hier geraten darüber in Verwirrung; diese Geheimnisse sind von den Göttern zu bewahren, denn verborgen ist die Zaubermacht der Götter.

kṛśāṅgāḥ suvratāś caiva tapasā dagdhakilbiṣāḥ prasannair mānasair yuktāḥ paśyanty etāni vai dvijāḥ

Nur die Zweifachgeborenen, mit abgemagerten Gliedern, von guten Gelübden, deren Verfehlungen durch Askese verbrannt sind, mit klarem Geist ausgestattet, sehen diese Dinge wahrhaftig.

Wort für Wort
kṛśāṅgāḥ suvratāś caiva tapasā dagdhakilbiṣāḥ prasannair mānasair yuktāḥ paśyanty etāni vai dvijāḥ
Nur die Zweifachgeborenen, mit abgemagerten Gliedern, von guten Gelübden, deren Verfehlungen durch Askese verbrannt sind, mit klarem Geist ausgestattet, sehen diese Dinge wahrhaftig.

na phalādarśanād dharmaḥ śaṅkitavyo na devatāḥ yaṣṭavyaṃ cāpramattena dātavyaṃ cānasūyatā

Nicht soll man wegen des Nicht-Sichtbarwerdens der Frucht den Dharma bezweifeln, noch die Götter; opfern soll man unbeirrt, und geben, ohne zu missgönnen.

Wort für Wort
na phalādarśanād dharmaḥ śaṅkitavyo na devatāḥ yaṣṭavyaṃ cāpramattena dātavyaṃ cānasūyatā
Nicht soll man wegen des Nicht-Sichtbarwerdens der Frucht den Dharma bezweifeln, noch die Götter; opfern soll man unbeirrt, und geben, ohne zu missgönnen.

karmaṇāṃ phalam astīti tathaitad dharma śāśvatam brahmā provāca putrāṇāṃ yad ṛṣir veda kaśyapaḥ

„Die Taten haben Frucht“ - so lehrte Brahmā seinen Söhnen diesen ewigen Dharma, den auch der Seher Kaśyapa kennt.

Wort für Wort
karmaṇāṃ phalam astīti tathaitad dharma śāśvatam brahmā provāca putrāṇāṃ yad ṛṣir veda kaśyapaḥ
„Die Taten haben Frucht“ - so lehrte Brahmā seinen Söhnen diesen ewigen Dharma, den auch der Seher Kaśyapa kennt.

tasmāt te saṃśayaḥ kṛṣṇe nīhāra iva naśyatu vyavasya sarvam astīti nāstikyaṃ bhāvam utsṛja

Deshalb möge dein Zweifel, Kṛṣṇā, wie Nebel vergehen; sei überzeugt, dass alles wie gelehrt ist, und gib die gottlose Gesinnung auf.

Wort für Wort
tasmāt te saṃśayaḥ kṛṣṇe nīhāra iva naśyatu vyavasya sarvam astīti nāstikyaṃ bhāvam utsṛja
Deshalb möge dein Zweifel, Kṛṣṇā, wie Nebel vergehen; sei überzeugt, dass alles wie gelehrt ist, und gib die gottlose Gesinnung auf.

īśvaraṃ cāpi bhūtānāṃ dhātāraṃ mā vicikṣipaḥ śikṣasvainaṃ namasvainaṃ mā te bhūd buddhir īdṛśī

Und schmähe nicht den Herrn der Wesen, den Schöpfer; lerne von ihm, verneige dich vor ihm; möge dir nicht solch eine zweifelnde Gesinnung zuteilwerden.

Wort für Wort
īśvaraṃ cāpi bhūtānāṃ dhātāraṃ mā vicikṣipaḥ śikṣasvainaṃ namasvainaṃ mā te bhūd buddhir īdṛśī
Und schmähe nicht den Herrn der Wesen, den Schöpfer; lerne von ihm, verneige dich vor ihm; möge dir nicht solch eine zweifelnde Gesinnung zuteilwerden.

yasya prasādāt tadbhakto martyo gacchaty amartyatām uttamaṃ daivataṃ kṛṣṇe mātivocaḥ kathaṃ cana

Durch dessen Gnade der ihm ergebene Sterbliche zur Unsterblichkeit gelangt - diese höchste Gottheit, Kṛṣṇā, schmähe niemals.“

Wort für Wort
yasya prasādāt tadbhakto martyo gacchaty amartyatām uttamaṃ daivataṃ kṛṣṇe mātivocaḥ kathaṃ cana
Durch dessen Gnade der ihm ergebene Sterbliche zur Unsterblichkeit gelangt - diese höchste Gottheit, Kṛṣṇā, schmähe niemals.“

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