Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)

Kapitel 213: Kārttikeyopākhyānārambhaḥ Der Beginn der Erzählung von Kārttikeyas Geburt

Mārkaṇḍeya beginnt die berühmte Erzählung von der Geburt Kārttikeyas (Skanda). Im Krieg zwischen Göttern und Dānavas sucht Indra einen Feldherrn; am Mānasa-See rettet er die Prajāpati-Tochter Devasenā vor dem Dämon Keśin und verspricht ihr einen unbesiegbaren Gatten. Da er unter den Göttern keinen findet, der ihren Vorstellungen entspricht, erblickt er ein kosmisches Zeichen – die Vereinigung von Mond und Sonne im Feuer beim Opfer der Sieben Ṛṣis – und schließt daraus, dass Agni selbst, oder ein von ihm gezeugter Sohn, der rechte Gatte sein werde. Brahmā bestätigt dies. Beim anschließenden Opfer der Ṛṣis erblickt Agni deren badende Gattinnen, verfällt in leidenschaftliches Begehren, ringt mit sich selbst um Rechtschaffenheit und zieht sich schließlich, entschlossen eher zu sterben als sein Begehren zu erfüllen oder zu verraten, in den Wald zurück. Dort erkennt Svāhā, die Tochter Dakṣas, die selbst seit langem in Agni verliebt ist, seine Lage und ersinnt einen Plan, sich in die Gestalt der sieben Ṛṣi-Gattinnen zu verwandeln, um ihn zu verführen. Das Kapitel endet an diesem Wendepunkt.

mārkaṇḍeya uvāca agnīnāṃ vividho vaṃśaḥ kīrtitas te mayānagha śṛṇu janma tu kauravya kārttikeyasya dhīmataḥ

Mārkaṇḍeya sprach: „Die mannigfaltige Abstammungslinie der Feuer ist dir von mir verkündet worden, du Makelloser; höre nun, o Kaurava, von der Geburt des weisen Kārttikeya.

Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca agnīnāṃ vividho vaṃśaḥ kīrtitas te mayānagha śṛṇu janma tu kauravya kārttikeyasya dhīmataḥ
Mārkaṇḍeya sprach: „Die mannigfaltige Abstammungslinie der Feuer ist dir von mir verkündet worden, du Makelloser; höre nun, o Kaurava, von der Geburt des weisen Kārttikeya.

adbhutasyādbhutaṃ putraṃ pravakṣyāmy amitaujasam jātaṃ saptarṣibhāryābhir brahmaṇyaṃ kīrtivardhanam

Ich will dir von dem wunderbaren Sohn des Adbhuta erzählen, dem an Kraft Unermesslichen, geboren durch die Gattinnen der sieben Ṛṣis, dem Brahmanenfreund, dem Ruhmesmehrer.

Wort für Wort
adbhutasyādbhutaṃ putraṃ pravakṣyāmy amitaujasam jātaṃ saptarṣibhāryābhir brahmaṇyaṃ kīrtivardhanam
Ich will dir von dem wunderbaren Sohn des Adbhuta erzählen, dem an Kraft Unermesslichen, geboren durch die Gattinnen der sieben Ṛṣis, dem Brahmanenfreund, dem Ruhmesmehrer.

devāsurāḥ purā yattā vinighnantaḥ parasparam tatrājayan sadā devān dānavā ghorarūpiṇaḥ

Einst kämpften Götter und Asuras eifrig gegeneinander und schlugen sich gegenseitig; dabei besiegten die furchtgestaltigen Dānavas stets die Götter.

Wort für Wort
devāsurāḥ purā yattā vinighnantaḥ parasparam tatrājayan sadā devān dānavā ghorarūpiṇaḥ
Einst kämpften Götter und Asuras eifrig gegeneinander und schlugen sich gegenseitig; dabei besiegten die furchtgestaltigen Dānavas stets die Götter.

vadhyamānaṃ balaṃ dṛṣṭvā bahuśas taiḥ puraṃdaraḥ svasainyanāyakārthāya cintām āpa bhṛśaṃ tadā

Als Puraṃdara sah, wie sein Heer vielfach von ihnen niedergemacht wurde, verfiel er in tiefe Sorge um einen Führer für sein eigenes Heer.

Wort für Wort
vadhyamānaṃ balaṃ dṛṣṭvā bahuśas taiḥ puraṃdaraḥ svasainyanāyakārthāya cintām āpa bhṛśaṃ tadā
Als Puraṃdara sah, wie sein Heer vielfach von ihnen niedergemacht wurde, verfiel er in tiefe Sorge um einen Führer für sein eigenes Heer.

devasenāṃ dānavair yo bhagnāṃ dṛṣṭvā mahābalaḥ pālayed vīryam āśritya sa jñeyaḥ puruṣo mayā

‚Wer, wenn er das von den Dānavas geschlagene Götterheer sieht, es, gestützt auf seine Kraft, der Mächtige, beschützen kann – den sollte ich als den rechten Mann erkennen.‘

Wort für Wort
devasenāṃ dānavair yo bhagnāṃ dṛṣṭvā mahābalaḥ pālayed vīryam āśritya sa jñeyaḥ puruṣo mayā
‚Wer, wenn er das von den Dānavas geschlagene Götterheer sieht, es, gestützt auf seine Kraft, der Mächtige, beschützen kann – den sollte ich als den rechten Mann erkennen.‘

sa śailaṃ mānasaṃ gatvā dhyāyann artham imaṃ bhṛśam śuśrāvārtasvaraṃ ghoram atha muktaṃ striyā tadā

Er ging zum Berg Mānasa und sann eifrig über diese Angelegenheit nach; da vernahm er plötzlich einen furchtbaren Notschrei, von einer Frau ausgestoßen:

Wort für Wort
sa śailaṃ mānasaṃ gatvā dhyāyann artham imaṃ bhṛśam śuśrāvārtasvaraṃ ghoram atha muktaṃ striyā tadā
Er ging zum Berg Mānasa und sann eifrig über diese Angelegenheit nach; da vernahm er plötzlich einen furchtbaren Notschrei, von einer Frau ausgestoßen:

abhidhāvatu mā kaś cit puruṣas trātu caiva ha patiṃ ca me pradiśatu svayaṃ vā patir astu me

‚Möge doch irgendein Mann zu mir herbeieilen und mich retten! Und möge er mir auch einen Gatten bestimmen, oder selbst mein Gatte sein!‘

Wort für Wort
abhidhāvatu mā kaś cit puruṣas trātu caiva ha patiṃ ca me pradiśatu svayaṃ vā patir astu me
‚Möge doch irgendein Mann zu mir herbeieilen und mich retten! Und möge er mir auch einen Gatten bestimmen, oder selbst mein Gatte sein!‘

puraṃdaras tu tām āha mā bhair nāsti bhayaṃ tava evam uktvā tato 'paśyat keśinaṃ sthitam agrataḥ

Puraṃdara aber sprach zu ihr: ‚Fürchte dich nicht, du hast nichts zu befürchten.‘ Nachdem er dies gesagt hatte, erblickte er darauf Keśin vor sich stehen,

Wort für Wort
puraṃdaras tu tām āha mā bhair nāsti bhayaṃ tava evam uktvā tato 'paśyat keśinaṃ sthitam agrataḥ
Puraṃdara aber sprach zu ihr: ‚Fürchte dich nicht, du hast nichts zu befürchten.‘ Nachdem er dies gesagt hatte, erblickte er darauf Keśin vor sich stehen,

kirīṭinaṃ gadāpāṇiṃ dhātumantam ivācalam haste gṛhītvā tāṃ kanyām athainaṃ vāsavo 'bravīt

diademgeschmückt, die Keule in der Hand, wie ein Berg voller Mineralien; er hielt jenes Mädchen an der Hand. Da sprach Vāsava zu ihm:

Wort für Wort
kirīṭinaṃ gadāpāṇiṃ dhātumantam ivācalam haste gṛhītvā tāṃ kanyām athainaṃ vāsavo 'bravīt
diademgeschmückt, die Keule in der Hand, wie ein Berg voller Mineralien; er hielt jenes Mädchen an der Hand. Da sprach Vāsava zu ihm:

anāryakarman kasmāt tvam imāṃ kanyāṃ jihīrṣasi vajriṇaṃ māṃ vijānīhi viramāsyāḥ prabādhanāt

‚Du Übeltäter, warum willst du dieses Mädchen entführen? Erkenne mich, den Träger des Vajra, und lass ab davon, sie zu bedrängen!‘

Wort für Wort
anāryakarman kasmāt tvam imāṃ kanyāṃ jihīrṣasi vajriṇaṃ māṃ vijānīhi viramāsyāḥ prabādhanāt
‚Du Übeltäter, warum willst du dieses Mädchen entführen? Erkenne mich, den Träger des Vajra, und lass ab davon, sie zu bedrängen!‘

keśy uvāca visṛjasva tvam evaināṃ śakraiṣā prārthitā mayā kṣamaṃ te jīvato gantuṃ svapuraṃ pākaśāsana

Keśin sprach: ‚Lass du selbst von ihr ab, Śakra; sie ist von mir begehrt worden. Es ziemt sich für dich, lebend in deine eigene Stadt zurückzukehren, Pākaśāsana.‘

Wort für Wort
keśy uvāca visṛjasva tvam evaināṃ śakraiṣā prārthitā mayā kṣamaṃ te jīvato gantuṃ svapuraṃ pākaśāsana
Keśin sprach: ‚Lass du selbst von ihr ab, Śakra; sie ist von mir begehrt worden. Es ziemt sich für dich, lebend in deine eigene Stadt zurückzukehren, Pākaśāsana.‘

mārkaṇḍeya uvāca evam uktvā gadāṃ keśī cikṣependravadhāya vai tām āpatantīṃ ciccheda madhye vajreṇa vāsavaḥ

Nachdem er dies gesagt hatte, schleuderte Keśin seine Keule, um Indra zu töten; die heranfliegende Keule zerschmetterte Vāsava mit seinem Vajra in der Mitte.

Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca evam uktvā gadāṃ keśī cikṣependravadhāya vai tām āpatantīṃ ciccheda madhye vajreṇa vāsavaḥ
Nachdem er dies gesagt hatte, schleuderte Keśin seine Keule, um Indra zu töten; die heranfliegende Keule zerschmetterte Vāsava mit seinem Vajra in der Mitte.

athāsya śailaśikharaṃ keśī kruddho vyavāsṛjat tad āpatantaṃ saṃprekṣya śailaśṛṅgaṃ śatakratuḥ bibheda rājan vajreṇa bhuvi tan nipapāta ha

Da schleuderte Keśin, erzürnt, einen Berggipfel gegen ihn; als Śatakratu den heranfliegenden Berggipfel erblickte, spaltete er ihn mit seinem Vajra, o König; er stürzte zu Boden.

Wort für Wort
athāsya śailaśikharaṃ keśī kruddho vyavāsṛjat tad āpatantaṃ saṃprekṣya śailaśṛṅgaṃ śatakratuḥ bibheda rājan vajreṇa bhuvi tan nipapāta ha
Da schleuderte Keśin, erzürnt, einen Berggipfel gegen ihn; als Śatakratu den heranfliegenden Berggipfel erblickte, spaltete er ihn mit seinem Vajra, o König; er stürzte zu Boden.

patatā tu tadā keśī tena śṛṅgeṇa tāḍitaḥ hitvā kanyāṃ mahābhāgāṃ prādravad bhṛśapīḍitaḥ

Keśin aber wurde von jenem fallenden Gipfel getroffen; er ließ das hochbeglückte Mädchen zurück und floh, schwer verletzt.

Wort für Wort
patatā tu tadā keśī tena śṛṅgeṇa tāḍitaḥ hitvā kanyāṃ mahābhāgāṃ prādravad bhṛśapīḍitaḥ
Keśin aber wurde von jenem fallenden Gipfel getroffen; er ließ das hochbeglückte Mädchen zurück und floh, schwer verletzt.

apayāte 'sure tasmiṃs tāṃ kanyāṃ vāsavo 'bravīt kāsi kasyāsi kiṃ ceha kuruṣe tvaṃ śubhānane

Als jener Asura entflohen war, sprach Vāsava zu dem Mädchen: ‚Wer bist du, wessen Tochter bist du, und was tust du hier, du Schönantlitzige?‘

Wort für Wort
apayāte 'sure tasmiṃs tāṃ kanyāṃ vāsavo 'bravīt kāsi kasyāsi kiṃ ceha kuruṣe tvaṃ śubhānane
Als jener Asura entflohen war, sprach Vāsava zu dem Mädchen: ‚Wer bist du, wessen Tochter bist du, und was tust du hier, du Schönantlitzige?‘

kanyovāca ahaṃ prajāpateḥ kanyā devaseneti viśrutā bhaginī daityasenā me sā pūrvaṃ keśinā hṛtā

Das Mädchen sprach: ‚Ich bin die Tochter des Prajāpati, als Devasenā bekannt; meine Schwester Daityasenā wurde zuvor von Keśin entführt.

Wort für Wort
kanyovāca ahaṃ prajāpateḥ kanyā devaseneti viśrutā bhaginī daityasenā me sā pūrvaṃ keśinā hṛtā
Das Mädchen sprach: ‚Ich bin die Tochter des Prajāpati, als Devasenā bekannt; meine Schwester Daityasenā wurde zuvor von Keśin entführt.

sahaivāvāṃ bhaginyau tu sakhībhiḥ saha mānasam āgacchāveha ratyartham anujñāpya prajāpatim

Wir beide, die Schwestern, kamen zusammen mit unseren Freundinnen hierher zum See Mānasa, um uns zu vergnügen, nachdem wir Prajāpati um Erlaubnis gebeten hatten.

Wort für Wort
sahaivāvāṃ bhaginyau tu sakhībhiḥ saha mānasam āgacchāveha ratyartham anujñāpya prajāpatim
Wir beide, die Schwestern, kamen zusammen mit unseren Freundinnen hierher zum See Mānasa, um uns zu vergnügen, nachdem wir Prajāpati um Erlaubnis gebeten hatten.

nityaṃ cāvāṃ prārthayate hartuṃ keśī mahāsuraḥ icchaty enaṃ daityasenā na tv ahaṃ pākaśāsana

Und beständig begehrt uns der große Asura Keśin zu entführen; Daityasenā begehrt ihn, ich aber nicht, Pākaśāsana.

Wort für Wort
nityaṃ cāvāṃ prārthayate hartuṃ keśī mahāsuraḥ icchaty enaṃ daityasenā na tv ahaṃ pākaśāsana
Und beständig begehrt uns der große Asura Keśin zu entführen; Daityasenā begehrt ihn, ich aber nicht, Pākaśāsana.

sā hṛtā tena bhagavan muktāhaṃ tvadbalena tu tvayā devendra nirdiṣṭaṃ patim icchāmi durjayam

Sie wurde von ihm entführt, Erhabener; ich aber wurde durch deine Kraft befreit. Von dir, o Götterfürst, möchte ich einen unbezwingbaren Gatten bestimmt bekommen.‘

Wort für Wort
sā hṛtā tena bhagavan muktāhaṃ tvadbalena tu tvayā devendra nirdiṣṭaṃ patim icchāmi durjayam
Sie wurde von ihm entführt, Erhabener; ich aber wurde durch deine Kraft befreit. Von dir, o Götterfürst, möchte ich einen unbezwingbaren Gatten bestimmt bekommen.‘

indra uvāca mama mātṛṣvaseyā tvaṃ mātā dākṣāyaṇī mama ākhyātaṃ tv aham icchāmi svayam ātmabalaṃ tvayā

Indra sprach: ‚Du bist die Tochter der Schwester meiner Mutter, denn meine Mutter ist eine Tochter Dakṣas; ich möchte, dass du mir selbst von deiner eigenen Kraft erzählst.‘

Wort für Wort
indra uvāca mama mātṛṣvaseyā tvaṃ mātā dākṣāyaṇī mama ākhyātaṃ tv aham icchāmi svayam ātmabalaṃ tvayā
Indra sprach: ‚Du bist die Tochter der Schwester meiner Mutter, denn meine Mutter ist eine Tochter Dakṣas; ich möchte, dass du mir selbst von deiner eigenen Kraft erzählst.‘

kanyovāca abalāhaṃ mahābāho patis tu balavān mama varadānāt pitur bhāvī surāsuranamaskṛtaḥ

Das Mädchen sprach: ‚Ich selbst bin kraftlos, o Starkarmiger; doch mein Gatte wird, durch die Gunstgewährung meines Vaters, kraftvoll sein, von Göttern und Asuras verehrt.‘

Wort für Wort
kanyovāca abalāhaṃ mahābāho patis tu balavān mama varadānāt pitur bhāvī surāsuranamaskṛtaḥ
Das Mädchen sprach: ‚Ich selbst bin kraftlos, o Starkarmiger; doch mein Gatte wird, durch die Gunstgewährung meines Vaters, kraftvoll sein, von Göttern und Asuras verehrt.‘

indra uvāca kīdṛśaṃ vai balaṃ devi patyus tava bhaviṣyati etad icchāmy ahaṃ śrotuṃ tava vākyam anindite

Indra sprach: ‚Von welcher Art wird wohl die Kraft deines künftigen Gatten sein, Göttliche? Dies möchte ich von dir hören, du Makellose.‘

Wort für Wort
indra uvāca kīdṛśaṃ vai balaṃ devi patyus tava bhaviṣyati etad icchāmy ahaṃ śrotuṃ tava vākyam anindite
Indra sprach: ‚Von welcher Art wird wohl die Kraft deines künftigen Gatten sein, Göttliche? Dies möchte ich von dir hören, du Makellose.‘

kanyovāca devadānavayakṣāṇāṃ kiṃnaroragarakṣasām jetā sa dṛṣṭo duṣṭānāṃ mahāvīryo mahābalaḥ

Das Mädchen sprach: ‚Er wird ersichtlich der Bezwinger der bösen Götter, Dānavas, Yakṣas, Kiṃnaras, Schlangenwesen und Rakṣasas sein, von großer Kraft und großer Macht.

Wort für Wort
kanyovāca devadānavayakṣāṇāṃ kiṃnaroragarakṣasām jetā sa dṛṣṭo duṣṭānāṃ mahāvīryo mahābalaḥ
Das Mädchen sprach: ‚Er wird ersichtlich der Bezwinger der bösen Götter, Dānavas, Yakṣas, Kiṃnaras, Schlangenwesen und Rakṣasas sein, von großer Kraft und großer Macht.

yas tu sarvāṇi bhūtāni tvayā saha vijeṣyati sa hi me bhavitā bhartā brahmaṇyaḥ kīrtivardhanaḥ

Wer auch immer, zusammen mit dir, alle Wesen besiegen wird – er wird mein Gatte sein, ein Brahmanenfreund, ein Ruhmesmehrer.‘

Wort für Wort
yas tu sarvāṇi bhūtāni tvayā saha vijeṣyati sa hi me bhavitā bhartā brahmaṇyaḥ kīrtivardhanaḥ
Wer auch immer, zusammen mit dir, alle Wesen besiegen wird – er wird mein Gatte sein, ein Brahmanenfreund, ein Ruhmesmehrer.‘

mārkaṇḍeya uvāca indras tasyā vacaḥ śrutvā duḥkhito 'cintayad bhṛśam asyā devyāḥ patir nāsti yādṛśaṃ saṃprabhāṣate

Als Indra ihre Worte gehört hatte, wurde er bekümmert und dachte heftig nach: ‚Es gibt keinen Gatten für diese Göttliche von der Art, wie sie ihn beschreibt.‘

Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca indras tasyā vacaḥ śrutvā duḥkhito 'cintayad bhṛśam asyā devyāḥ patir nāsti yādṛśaṃ saṃprabhāṣate
Als Indra ihre Worte gehört hatte, wurde er bekümmert und dachte heftig nach: ‚Es gibt keinen Gatten für diese Göttliche von der Art, wie sie ihn beschreibt.‘

athāpaśyat sa udaye bhāskaraṃ bhāskaradyutiḥ somaṃ caiva mahābhāgaṃ viśamānaṃ divākaram

Da erblickte er, der selbst von sonnengleichem Glanz war, im Osten die Sonne, und ebenso den hochbeglückten Mond, wie er in die Sonne einging.

Wort für Wort
athāpaśyat sa udaye bhāskaraṃ bhāskaradyutiḥ somaṃ caiva mahābhāgaṃ viśamānaṃ divākaram
Da erblickte er, der selbst von sonnengleichem Glanz war, im Osten die Sonne, und ebenso den hochbeglückten Mond, wie er in die Sonne einging.

amāvāsyāṃ saṃpravṛttaṃ muhūrtaṃ raudram eva ca devāsuraṃ ca saṃgrāmaṃ so 'paśyad udaye girau

Er sah auch die zur Neumondzeit eintretende furchtbare Stunde, sowie den Kampf zwischen Göttern und Asuras, am östlichen Berg.

Wort für Wort
amāvāsyāṃ saṃpravṛttaṃ muhūrtaṃ raudram eva ca devāsuraṃ ca saṃgrāmaṃ so 'paśyad udaye girau
Er sah auch die zur Neumondzeit eintretende furchtbare Stunde, sowie den Kampf zwischen Göttern und Asuras, am östlichen Berg.

lohitaiś ca ghanair yuktāṃ pūrvāṃ saṃdhyāṃ śatakratuḥ apaśyal lohitodaṃ ca bhagavān varuṇālayam

Śatakratu sah die östliche Dämmerung, von blutroten Wolken durchzogen, und den erhabenen, blutrot-wässrigen Wohnsitz Varuṇas.

Wort für Wort
lohitaiś ca ghanair yuktāṃ pūrvāṃ saṃdhyāṃ śatakratuḥ apaśyal lohitodaṃ ca bhagavān varuṇālayam
Śatakratu sah die östliche Dämmerung, von blutroten Wolken durchzogen, und den erhabenen, blutrot-wässrigen Wohnsitz Varuṇas.

bhṛgubhiś cāṅgirobhiś ca hutaṃ mantraiḥ pṛthagvidhaiḥ havyaṃ gṛhītvā vahniṃ ca praviśantaṃ divākaram

Und er sah, wie Agni die von Bhṛgus und Aṅgirasas mit mannigfaltigen Mantras dargebrachte Opfergabe empfing und in die Sonne einging.

Wort für Wort
bhṛgubhiś cāṅgirobhiś ca hutaṃ mantraiḥ pṛthagvidhaiḥ havyaṃ gṛhītvā vahniṃ ca praviśantaṃ divākaram
Und er sah, wie Agni die von Bhṛgus und Aṅgirasas mit mannigfaltigen Mantras dargebrachte Opfergabe empfing und in die Sonne einging.

parva caiva caturviṃśaṃ tadā sūryam upasthitam tathā dharmagataṃ raudraṃ somaṃ sūryagataṃ ca tam

Er sah auch die vierundzwanzigste Phase, die da bei der Sonne eingetreten war, sowie den furchtbaren, dem Dharma zugewandten Mond, der nun in die Sonne eingegangen war.

Wort für Wort
parva caiva caturviṃśaṃ tadā sūryam upasthitam tathā dharmagataṃ raudraṃ somaṃ sūryagataṃ ca tam
Er sah auch die vierundzwanzigste Phase, die da bei der Sonne eingetreten war, sowie den furchtbaren, dem Dharma zugewandten Mond, der nun in die Sonne eingegangen war.

samālokyaikatām eva śaśino bhāskarasya ca samavāyaṃ tu taṃ raudraṃ dṛṣṭvā śakro vyacintayat

Als er so die Vereinigung des Mondes mit der Sonne wahrnahm und dieses furchtbare Zusammentreffen sah, dachte Śakra nach:

Wort für Wort
samālokyaikatām eva śaśino bhāskarasya ca samavāyaṃ tu taṃ raudraṃ dṛṣṭvā śakro vyacintayat
Als er so die Vereinigung des Mondes mit der Sonne wahrnahm und dieses furchtbare Zusammentreffen sah, dachte Śakra nach:

eṣa raudraś ca saṃghāto mahān yuktaś ca tejasā somasya vahnisūryābhyām adbhuto 'yaṃ samāgamaḥ janayed yaṃ sutaṃ somaḥ so 'syā devyāḥ patir bhavet

‚Dies ist ein furchtbares, großes Zusammentreffen, verbunden mit Glutkraft; eine wunderbare Begegnung ist dies, des Mondes mit Feuer und Sonne. Den Sohn, den der Mond aus dieser Vereinigung zeugen möge, der werde der Gatte dieser Göttlichen!

Wort für Wort
eṣa raudraś ca saṃghāto mahān yuktaś ca tejasā somasya vahnisūryābhyām adbhuto 'yaṃ samāgamaḥ janayed yaṃ sutaṃ somaḥ so 'syā devyāḥ patir bhavet
‚Dies ist ein furchtbares, großes Zusammentreffen, verbunden mit Glutkraft; eine wunderbare Begegnung ist dies, des Mondes mit Feuer und Sonne. Den Sohn, den der Mond aus dieser Vereinigung zeugen möge, der werde der Gatte dieser Göttlichen!

agniś caitair guṇair yuktaḥ sarvair agniś ca devatā eṣa cej janayed garbhaṃ so 'syā devyāḥ patir bhavet

Agni aber ist mit all diesen Eigenschaften ausgestattet, und Agni ist selbst eine Gottheit; sollte er die Leibesfrucht zeugen, so werde er der Gatte dieser Göttlichen!‘

Wort für Wort
agniś caitair guṇair yuktaḥ sarvair agniś ca devatā eṣa cej janayed garbhaṃ so 'syā devyāḥ patir bhavet
Agni aber ist mit all diesen Eigenschaften ausgestattet, und Agni ist selbst eine Gottheit; sollte er die Leibesfrucht zeugen, so werde er der Gatte dieser Göttlichen!‘

evaṃ saṃcintya bhagavān brahmalokaṃ tadā gataḥ gṛhītvā devasenāṃ tām avandat sa pitāmaham uvāca cāsyā devyās tvaṃ sādhu śūraṃ patiṃ diśa

So nachdenkend, begab sich der Erhabene darauf in die Brahma-Welt; er nahm jene Devasenā mit sich, verneigte sich vor dem Großvater und sprach: ‚Bestimme du recht einen tapferen Gatten für diese Göttliche.‘

Wort für Wort
evaṃ saṃcintya bhagavān brahmalokaṃ tadā gataḥ gṛhītvā devasenāṃ tām avandat sa pitāmaham uvāca cāsyā devyās tvaṃ sādhu śūraṃ patiṃ diśa
So nachdenkend, begab sich der Erhabene darauf in die Brahma-Welt; er nahm jene Devasenā mit sich, verneigte sich vor dem Großvater und sprach: ‚Bestimme du recht einen tapferen Gatten für diese Göttliche.‘

brahmovāca yathaitac cintitaṃ kāryaṃ tvayā dānavasūdana tathā sa bhavitā garbho balavān uruvikramaḥ

Brahmā sprach: ‚So wie du diese Sache erwogen hast, o Dānava-Vernichter, so wird diese Leibesfrucht sein: kraftvoll, von gewaltiger Schrittweite.

Wort für Wort
brahmovāca yathaitac cintitaṃ kāryaṃ tvayā dānavasūdana tathā sa bhavitā garbho balavān uruvikramaḥ
Brahmā sprach: ‚So wie du diese Sache erwogen hast, o Dānava-Vernichter, so wird diese Leibesfrucht sein: kraftvoll, von gewaltiger Schrittweite.

sa bhaviṣyati senānīs tvayā saha śatakrato asyā devyāḥ patiś caiva sa bhaviṣyati vīryavān

Er wird dein Heerführer sein, zusammen mit dir, Śatakratu, und er wird der kraftvolle Gatte dieser Göttlichen sein.‘

Wort für Wort
sa bhaviṣyati senānīs tvayā saha śatakrato asyā devyāḥ patiś caiva sa bhaviṣyati vīryavān
Er wird dein Heerführer sein, zusammen mit dir, Śatakratu, und er wird der kraftvolle Gatte dieser Göttlichen sein.‘

mārkaṇḍeya uvāca etac chrutvā namas tasmai kṛtvāsau saha kanyayā tatrābhyagacchad devendro yatra devarṣayo 'bhavan vasiṣṭhapramukhā mukhyā viprendrāḥ sumahāvratāḥ

Als er dies gehört hatte, verneigte sich jener vor ihm; und zusammen mit dem Mädchen begab sich der Götterfürst dorthin, wo sich die göttlichen Seher befanden – die vornehmsten Brahmanenfürsten, angeführt von Vasiṣṭha, von überaus strengen Gelübden.

Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca etac chrutvā namas tasmai kṛtvāsau saha kanyayā tatrābhyagacchad devendro yatra devarṣayo 'bhavan vasiṣṭhapramukhā mukhyā viprendrāḥ sumahāvratāḥ
Als er dies gehört hatte, verneigte sich jener vor ihm; und zusammen mit dem Mädchen begab sich der Götterfürst dorthin, wo sich die göttlichen Seher befanden – die vornehmsten Brahmanenfürsten, angeführt von Vasiṣṭha, von überaus strengen Gelübden.

bhāgārthaṃ tapasopāttaṃ teṣāṃ somaṃ tathādhvare pipāsavo yayur devāḥ śatakratupurogamāḥ

Um ihren Anteil an dem durch Askese gewonnenen Soma bei jenem Opfer zu erhalten, zogen die durstigen Götter, angeführt von Śatakratu, dorthin.

Wort für Wort
bhāgārthaṃ tapasopāttaṃ teṣāṃ somaṃ tathādhvare pipāsavo yayur devāḥ śatakratupurogamāḥ
Um ihren Anteil an dem durch Askese gewonnenen Soma bei jenem Opfer zu erhalten, zogen die durstigen Götter, angeführt von Śatakratu, dorthin.

iṣṭiṃ kṛtvā yathānyāyaṃ susamiddhe hutāśane juhuvus te mahātmāno havyaṃ sarvadivaukasām

Nachdem sie das Opfer ordnungsgemäß am gut entfachten Feuer vollzogen hatten, opferten jene Hochherzigen die Opfergabe für alle Himmelsbewohner.

Wort für Wort
iṣṭiṃ kṛtvā yathānyāyaṃ susamiddhe hutāśane juhuvus te mahātmāno havyaṃ sarvadivaukasām
Nachdem sie das Opfer ordnungsgemäß am gut entfachten Feuer vollzogen hatten, opferten jene Hochherzigen die Opfergabe für alle Himmelsbewohner.

samāhūto hutavahaḥ so 'dbhutaḥ sūryamaṇḍalāt viniḥsṛtyāyayau vahnir vāgyato vidhivat prabhuḥ āgamyāhavanīyaṃ vai tair dvijair mantrato hutam

Herbeigerufen, kam jener wunderbare Opferträger, das Feuer, aus der Sonnenscheibe hervorgetreten, herbei – der Mächtige, schweigend, wie es die Regel vorschreibt; er kam zu dem Āhavanīya-Feuer, dem von jenen Zweifachgeborenen mit Mantras dargebrachten Opfer.

Wort für Wort
samāhūto hutavahaḥ so 'dbhutaḥ sūryamaṇḍalāt viniḥsṛtyāyayau vahnir vāgyato vidhivat prabhuḥ āgamyāhavanīyaṃ vai tair dvijair mantrato hutam
Herbeigerufen, kam jener wunderbare Opferträger, das Feuer, aus der Sonnenscheibe hervorgetreten, herbei – der Mächtige, schweigend, wie es die Regel vorschreibt; er kam zu dem Āhavanīya-Feuer, dem von jenen Zweifachgeborenen mit Mantras dargebrachten Opfer.

sa tatra vividhaṃ havyaṃ pratigṛhya hutāśanaḥ ṛṣibhyo bharataśreṣṭha prāyacchata divaukasām

Dort empfing der Opferverzehrer die mannigfaltige Opfergabe und überreichte sie den Sehern für die Himmelsbewohner, o Bester der Bharatas.

Wort für Wort
sa tatra vividhaṃ havyaṃ pratigṛhya hutāśanaḥ ṛṣibhyo bharataśreṣṭha prāyacchata divaukasām
Dort empfing der Opferverzehrer die mannigfaltige Opfergabe und überreichte sie den Sehern für die Himmelsbewohner, o Bester der Bharatas.

niṣkrāmaṃś cāpy apaśyat sa patnīs teṣāṃ mahātmanām sveṣv āśrameṣūpaviṣṭāḥ snāyantīś ca yathāsukham

Als er von dort hinausging, erblickte er die Gattinnen jener hochherzigen Seher, wie sie in ihren eigenen Einsiedeleien saßen und sich nach Belieben badeten.

Wort für Wort
niṣkrāmaṃś cāpy apaśyat sa patnīs teṣāṃ mahātmanām sveṣv āśrameṣūpaviṣṭāḥ snāyantīś ca yathāsukham
Als er von dort hinausging, erblickte er die Gattinnen jener hochherzigen Seher, wie sie in ihren eigenen Einsiedeleien saßen und sich nach Belieben badeten.

rukmavedinibhās tās tu candralekhā ivāmalāḥ hutāśanārcipratimāḥ sarvās tārā ivādbhutāḥ

Sie glichen goldenen Opferaltären, makellos wie Mondsicheln, den Flammen des Opferfeuers gleich, alle wunderbar wie Sterne.

Wort für Wort
rukmavedinibhās tās tu candralekhā ivāmalāḥ hutāśanārcipratimāḥ sarvās tārā ivādbhutāḥ
Sie glichen goldenen Opferaltären, makellos wie Mondsicheln, den Flammen des Opferfeuers gleich, alle wunderbar wie Sterne.

sa tadgatena manasā babhūva kṣubhitendriyaḥ patnīr dṛṣṭvā dvijendrāṇāṃ vahniḥ kāmavaśaṃ yayau

Mit auf sie gerichtetem Sinn wurden seine Sinne aufgewühlt; als er die Gattinnen jener Brahmanenfürsten erblickte, geriet Agni in die Gewalt des Begehrens.

Wort für Wort
sa tadgatena manasā babhūva kṣubhitendriyaḥ patnīr dṛṣṭvā dvijendrāṇāṃ vahniḥ kāmavaśaṃ yayau
Mit auf sie gerichtetem Sinn wurden seine Sinne aufgewühlt; als er die Gattinnen jener Brahmanenfürsten erblickte, geriet Agni in die Gewalt des Begehrens.

sa bhūyaś cintayām āsa na nyāyyaṃ kṣubhito 'smi yat sādhvīḥ patnīr dvijendrāṇām akāmāḥ kāmayāmy aham

Da dachte er abermals nach: ‚Es ist nicht recht, dass ich in Aufruhr geraten bin, da ich die tugendhaften, unwilligen Gattinnen der Brahmanenfürsten begehre.

Wort für Wort
sa bhūyaś cintayām āsa na nyāyyaṃ kṣubhito 'smi yat sādhvīḥ patnīr dvijendrāṇām akāmāḥ kāmayāmy aham
Da dachte er abermals nach: ‚Es ist nicht recht, dass ich in Aufruhr geraten bin, da ich die tugendhaften, unwilligen Gattinnen der Brahmanenfürsten begehre.

naitāḥ śakyā mayā draṣṭuṃ spraṣṭuṃ vāpy animittataḥ gārhapatyaṃ samāviśya tasmāt paśyāmy abhīkṣṇaśaḥ

Ich kann sie nicht ohne einen rechtmäßigen Anlass anschauen oder berühren; deshalb betrachte ich sie beständig, indem ich in das Gārhapatya-Feuer eingehe.‘

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naitāḥ śakyā mayā draṣṭuṃ spraṣṭuṃ vāpy animittataḥ gārhapatyaṃ samāviśya tasmāt paśyāmy abhīkṣṇaśaḥ
Ich kann sie nicht ohne einen rechtmäßigen Anlass anschauen oder berühren; deshalb betrachte ich sie beständig, indem ich in das Gārhapatya-Feuer eingehe.‘

saṃspṛśann iva sarvās tāḥ śikhābhiḥ kāñcanaprabhāḥ paśyamānaś ca mumude gārhapatyaṃ samāśritaḥ

Gleichsam alle mit seinen goldglänzenden Flammenspitzen berührend, betrachtete er sie und freute sich, im Gārhapatya-Feuer weilend.

Wort für Wort
saṃspṛśann iva sarvās tāḥ śikhābhiḥ kāñcanaprabhāḥ paśyamānaś ca mumude gārhapatyaṃ samāśritaḥ
Gleichsam alle mit seinen goldglänzenden Flammenspitzen berührend, betrachtete er sie und freute sich, im Gārhapatya-Feuer weilend.

niruṣya tatra suciram evaṃ vahnir vaśaṃ gataḥ manas tāsu vinikṣipya kāmayāno varāṅganāḥ

Lange dort verweilend, so in seine Gewalt geraten, richtete Agni, die schönen Frauen begehrend, seinen Sinn auf sie.

Wort für Wort
niruṣya tatra suciram evaṃ vahnir vaśaṃ gataḥ manas tāsu vinikṣipya kāmayāno varāṅganāḥ
Lange dort verweilend, so in seine Gewalt geraten, richtete Agni, die schönen Frauen begehrend, seinen Sinn auf sie.

kāmasaṃtaptahṛdayo dehatyāge suniścitaḥ alābhe brāhmaṇastrīṇām agnir vanam upāgataḥ

Mit vor Begehren brennendem Herzen, fest entschlossen, seinen Körper aufzugeben, falls er die Brahmanenfrauen nicht erlangen könne, begab sich Agni in den Wald.

Wort für Wort
kāmasaṃtaptahṛdayo dehatyāge suniścitaḥ alābhe brāhmaṇastrīṇām agnir vanam upāgataḥ
Mit vor Begehren brennendem Herzen, fest entschlossen, seinen Körper aufzugeben, falls er die Brahmanenfrauen nicht erlangen könne, begab sich Agni in den Wald.

svāhā taṃ dakṣaduhitā prathamaṃ kāmayat tadā sā tasya chidram anvaicchac cirāt prabhṛti bhāminī apramattasya devasya na cāpaśyad aninditā

Svāhā, die Tochter Dakṣas, hatte ihn schon lange zuvor begehrt; sie, die Schöne, suchte seit langem nach einer Schwachstelle bei ihm, fand aber bei dem stets wachsamen Gott keine, die Makellose.

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svāhā taṃ dakṣaduhitā prathamaṃ kāmayat tadā sā tasya chidram anvaicchac cirāt prabhṛti bhāminī apramattasya devasya na cāpaśyad aninditā
Svāhā, die Tochter Dakṣas, hatte ihn schon lange zuvor begehrt; sie, die Schöne, suchte seit langem nach einer Schwachstelle bei ihm, fand aber bei dem stets wachsamen Gott keine, die Makellose.

sā taṃ jñātvā yathāvat tu vahniṃ vanam upāgatam tattvataḥ kāmasaṃtaptaṃ cintayām āsa bhāminī

Als sie nun erkannte, dass Agni, wie er wirklich war, von Begehren verzehrt in den Wald gegangen war, dachte die Schöne bei sich:

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sā taṃ jñātvā yathāvat tu vahniṃ vanam upāgatam tattvataḥ kāmasaṃtaptaṃ cintayām āsa bhāminī
Als sie nun erkannte, dass Agni, wie er wirklich war, von Begehren verzehrt in den Wald gegangen war, dachte die Schöne bei sich:

ahaṃ saptarṣipatnīnāṃ kṛtvā rūpāṇi pāvakam kāmayiṣyāmi kāmārtaṃ tāsāṃ rūpeṇa mohitam evaṃ kṛte prītir asya kāmāvāptiś ca me bhavet

‚Ich werde die Gestalten der Gattinnen der sieben Ṛṣis annehmen und den von Begehren geplagten, durch ihre Gestalt betörten Agni verführen. Tut sie dies, wird ihm Freude zuteilwerden, und mir die Erfüllung meines Begehrens.‘“

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ahaṃ saptarṣipatnīnāṃ kṛtvā rūpāṇi pāvakam kāmayiṣyāmi kāmārtaṃ tāsāṃ rūpeṇa mohitam evaṃ kṛte prītir asya kāmāvāptiś ca me bhavet
‚Ich werde die Gestalten der Gattinnen der sieben Ṛṣis annehmen und den von Begehren geplagten, durch ihre Gestalt betörten Agni verführen. Tut sie dies, wird ihm Freude zuteilwerden, und mir die Erfüllung meines Begehrens.‘“

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