Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)

Kapitel 299: Vanaparvaṇaḥ Samāptiḥ Abschied von den Brahmanen und Aufbruch

Das dreizehnte, geheim zu verbringende Exiljahr steht bevor. Die Pāṇḍavas verabschieden sich von den sie begleitenden Brahmanen und Asketen und bitten sie um ihren Segen, wobei Yudhiṣṭhira in Erinnerung ruft, wie sie um ihr Reich betrogen wurden, und der Hoffnung auf eine dereinstige Rückkehr Ausdruck gibt; überwältigt von Kummer sinkt er in Ohnmacht. Dhaumya tröstet ihn mit einer Reihe mythologischer Präzedenzfälle verborgenen göttlichen Wirkens (Indra, Viṣṇu als Hayaśiras und als Vāmana bei Bali, Aurva, Hari/Viṣṇu bei Vṛtras Erschlagung, Agni in den Gewässern, Vivasvat, Viṣṇu/Rāma gegen Rāvaṇa) als Beweis, dass Verborgenheit kein Makel sei. Bhīmasena bekräftigt, trotz seines Zorns bislang nichts Unbesonnenes getan und seine jüngeren Brüder zurückgehalten zu haben, und verspricht Gehorsam gegenüber Yudhiṣṭhiras Anordnungen. Die Brahmanen ziehen mit Segenswünschen ab; die fünf Pāṇḍavas brechen mit Dhaumya und Draupadī auf, legen eine kurze Strecke zurück und setzen sich zur Beratung über die bevorstehende Verkleidung zusammen. Damit endet das Vanaparva (Kap.1-299); die konkreten, hier von der kritischen Ausgabe nicht in den Haupttext aufgenommenen Einzelankündigungen der Verkleidungen (Bhīma als Koch, Nakula als Pferdeknecht, Sahadeva als Kuhhirte, Arjuna als Tanzlehrer Bṛhannaḍā, Draupadī als Sairandhrī u.a.) folgen zu Beginn des nächsten Buches, des Virāṭaparva.

vaiśaṃpāyana uvāca dharmeṇa te 'bhyanujñātāḥ pāṇḍavāḥ satyavikramāḥ ajñātavāsaṃ vatsyantaś channā varṣaṃ trayodaśam upopaviśya vidvāṃsaḥ sahitāḥ saṃśitavratāḥ

Die Pāṇḍavas von wahrhafter Kraft, von Dharma selbst dazu ermächtigt, setzten sich, da sie das dreizehnte Jahr verborgen im unerkannten Aufenthalt verbringen wollten, die Weisen, vereint, mit verschärften Gelübden, zusammen nieder,

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca dharmeṇa te 'bhyanujñātāḥ pāṇḍavāḥ satyavikramāḥ ajñātavāsaṃ vatsyantaś channā varṣaṃ trayodaśam upopaviśya vidvāṃsaḥ sahitāḥ saṃśitavratāḥ
Die Pāṇḍavas von wahrhafter Kraft, von Dharma selbst dazu ermächtigt, setzten sich, da sie das dreizehnte Jahr verborgen im unerkannten Aufenthalt verbringen wollten, die Weisen, vereint, mit verschärften Gelübden, zusammen nieder,

ye tadbhaktā vasanti sma vanavāse tapasvinaḥ tān abruvan mahātmānaḥ śiṣṭāḥ prāñjalayas tadā abhyanujñāpayiṣyantas taṃ nivāsaṃ dhṛtavratāḥ

und jene ihnen ergebenen Asketen, die mit ihnen im Waldaufenthalt wohnten, sprachen sie, die Hochherzigen, Wohlerzogenen, Gelübdetreuen, damals mit gefalteten Händen an, um sich für das Ende jenes Aufenthalts die Erlaubnis geben zu lassen.

Wort für Wort
ye tadbhaktā vasanti sma vanavāse tapasvinaḥ tān abruvan mahātmānaḥ śiṣṭāḥ prāñjalayas tadā abhyanujñāpayiṣyantas taṃ nivāsaṃ dhṛtavratāḥ
und jene ihnen ergebenen Asketen, die mit ihnen im Waldaufenthalt wohnten, sprachen sie, die Hochherzigen, Wohlerzogenen, Gelübdetreuen, damals mit gefalteten Händen an, um sich für das Ende jenes Aufenthalts die Erlaubnis geben zu lassen.

viditaṃ bhavatāṃ sarvaṃ dhārtarāṣṭrair yathā vayam chadmanā hṛtarājyāś ca niḥsvāś ca bahuśaḥ kṛtāḥ

‚Euch ist alles bekannt, wie wir von den Söhnen Dhṛtarāṣṭras durch Betrug um unser Reich gebracht und auf vielerlei Weise mittellos gemacht wurden.

Wort für Wort
viditaṃ bhavatāṃ sarvaṃ dhārtarāṣṭrair yathā vayam chadmanā hṛtarājyāś ca niḥsvāś ca bahuśaḥ kṛtāḥ
‚Euch ist alles bekannt, wie wir von den Söhnen Dhṛtarāṣṭras durch Betrug um unser Reich gebracht und auf vielerlei Weise mittellos gemacht wurden.

uṣitāś ca vane kṛcchraṃ yatra dvādaśa vatsarān ajñātavāsasamayaṃ śeṣaṃ varṣaṃ trayodaśam tad vatsyāmo vayaṃ channās tad anujñātum arhatha

Zwölf Jahre haben wir Mühsal im Wald ausgestanden; nun bleibt uns noch das dreizehnte Jahr der Zeit des unerkannten Aufenthalts. Dieses werden wir verborgen verbringen - dazu möget ihr uns die Erlaubnis geben.

Wort für Wort
uṣitāś ca vane kṛcchraṃ yatra dvādaśa vatsarān ajñātavāsasamayaṃ śeṣaṃ varṣaṃ trayodaśam tad vatsyāmo vayaṃ channās tad anujñātum arhatha
Zwölf Jahre haben wir Mühsal im Wald ausgestanden; nun bleibt uns noch das dreizehnte Jahr der Zeit des unerkannten Aufenthalts. Dieses werden wir verborgen verbringen - dazu möget ihr uns die Erlaubnis geben.

suyodhanaś ca duṣṭātmā karṇaś ca sahasaubalaḥ jānanto viṣamaṃ kuryur asmāsv atyantavairiṇaḥ yuktācārāś ca yuktāś ca paurasya svajanasya ca

Suyodhana, der Bösartige, und Karṇa mit Śakuni zusammen, unsere Todfeinde, könnten, wenn sie es wüssten, uns Unheil zufügen - so seid denn umsichtig und maßvoll im Umgang mit den Bürgern wie mit den eigenen Leuten.

Wort für Wort
suyodhanaś ca duṣṭātmā karṇaś ca sahasaubalaḥ jānanto viṣamaṃ kuryur asmāsv atyantavairiṇaḥ yuktācārāś ca yuktāś ca paurasya svajanasya ca
Suyodhana, der Bösartige, und Karṇa mit Śakuni zusammen, unsere Todfeinde, könnten, wenn sie es wüssten, uns Unheil zufügen - so seid denn umsichtig und maßvoll im Umgang mit den Bürgern wie mit den eigenen Leuten.

'Suyodhana' ('der gut Kämpfende') ist eine im Epos gelegentlich verwendete, ironisch klingende Alternativbezeichnung für Duryodhana.

api nas tad bhaved bhūyo yad vayaṃ brāhmaṇaiḥ saha samastāḥ sveṣu rāṣṭreṣu svarājyasthā bhavemahi

Möge es uns doch wieder vergönnt sein, dass wir, zusammen mit euch Brahmanen, allesamt in unseren eigenen Reichen wieder auf unserem eigenen Thron sitzen.‘

Wort für Wort
api nas tad bhaved bhūyo yad vayaṃ brāhmaṇaiḥ saha samastāḥ sveṣu rāṣṭreṣu svarājyasthā bhavemahi
Möge es uns doch wieder vergönnt sein, dass wir, zusammen mit euch Brahmanen, allesamt in unseren eigenen Reichen wieder auf unserem eigenen Thron sitzen.‘

ity uktvā duḥkhaśokārtaḥ śucir dharmasutas tadā saṃmūrchito 'bhavad rājā sāśrukaṇṭho yudhiṣṭhiraḥ

Nach diesen Worten sank der von Kummer und Schmerz gequälte, reine König Yudhiṣṭhira, der Sohn Dharmas, mit tränenerstickter Stimme in Ohnmacht.

Wort für Wort
ity uktvā duḥkhaśokārtaḥ śucir dharmasutas tadā saṃmūrchito 'bhavad rājā sāśrukaṇṭho yudhiṣṭhiraḥ
Nach diesen Worten sank der von Kummer und Schmerz gequälte, reine König Yudhiṣṭhira, der Sohn Dharmas, mit tränenerstickter Stimme in Ohnmacht.

tam athāśvāsayan sarve brāhmaṇā bhrātṛbhiḥ saha atha dhaumyo 'bravīd vākyaṃ mahārthaṃ nṛpatiṃ tadā

Da suchten ihn alle Brahmanen zusammen mit seinen Brüdern zu trösten; darauf sprach Dhaumya ein bedeutungsvolles Wort zu dem König:

Wort für Wort
tam athāśvāsayan sarve brāhmaṇā bhrātṛbhiḥ saha atha dhaumyo 'bravīd vākyaṃ mahārthaṃ nṛpatiṃ tadā
Da suchten ihn alle Brahmanen zusammen mit seinen Brüdern zu trösten; darauf sprach Dhaumya ein bedeutungsvolles Wort zu dem König:

rājan vidvān bhavān dāntaḥ satyasaṃdho jitendriyaḥ naivaṃvidhāḥ pramuhyanti narāḥ kasyāṃ cid āpadi

‚König, du bist weise, beherrscht, wahrhaftig in deinem Versprechen, deine Sinne bezwingend; Männer von solcher Art verlieren in keiner Notlage die Fassung.

Wort für Wort
rājan vidvān bhavān dāntaḥ satyasaṃdho jitendriyaḥ naivaṃvidhāḥ pramuhyanti narāḥ kasyāṃ cid āpadi
‚König, du bist weise, beherrscht, wahrhaftig in deinem Versprechen, deine Sinne bezwingend; Männer von solcher Art verlieren in keiner Notlage die Fassung.

devair apy āpadaḥ prāptāś channaiś ca bahuśas tathā tatra tatra sapatnānāṃ nigrahārthaṃ mahātmabhiḥ

Auch Götter haben Notlagen erfahren, und oft haben Hochherzige, verborgen, hier und dort zur Bezwingung ihrer Widersacher gehandelt.

Wort für Wort
devair apy āpadaḥ prāptāś channaiś ca bahuśas tathā tatra tatra sapatnānāṃ nigrahārthaṃ mahātmabhiḥ
Auch Götter haben Notlagen erfahren, und oft haben Hochherzige, verborgen, hier und dort zur Bezwingung ihrer Widersacher gehandelt.

indreṇa niṣadhān prāpya giriprasthāśrame tadā channenoṣya kṛtaṃ karma dviṣatāṃ balanigrahe

Von Indra wurde, nachdem er zu den Niṣadhas gelangt war, im Āśrama von Giriprastha, verborgen weilend, das Werk zur Bezwingung seiner Feinde vollbracht. [?]

Wort für Wort
indreṇa niṣadhān prāpya giriprasthāśrame tadā channenoṣya kṛtaṃ karma dviṣatāṃ balanigrahe
Von Indra wurde, nachdem er zu den Niṣadhas gelangt war, im Āśrama von Giriprastha, verborgen weilend, das Werk zur Bezwingung seiner Feinde vollbracht. [?]

Diese Anspielung auf einen verborgenen Aufenthalt Indras bei den Niṣadhas im Āśrama von Giriprastha ist andernorts im Epos nicht näher ausgeführt und bleibt daher unklar; mit [?] gekennzeichnet.

viṣṇunāśvaśiraḥ prāpya tathādityāṃ nivatsyatā garbhe vadhārthaṃ daityānām ajñātenoṣitaṃ ciram

Von Viṣṇu, der die Gestalt eines Pferdehauptes annahm und im Mutterleib der Aditi weilen sollte, wurde, um die Daityas zu töten, lange Zeit unerkannt gelebt.

Wort für Wort
viṣṇunāśvaśiraḥ prāpya tathādityāṃ nivatsyatā garbhe vadhārthaṃ daityānām ajñātenoṣitaṃ ciram
Von Viṣṇu, der die Gestalt eines Pferdehauptes annahm und im Mutterleib der Aditi weilen sollte, wurde, um die Daityas zu töten, lange Zeit unerkannt gelebt.

Anspielung auf die Hayaśiras-('Pferdehaupt'-)Gestalt Viṣṇus, in der er verborgen wirkte, um die Dämonensöhne der Aditi zu bezwingen.

prāpya vāmanarūpeṇa pracchannaṃ brahmarūpiṇā baler yathā hṛtaṃ rājyaṃ vikramais tac ca te śrutam

Und wie, verborgen in Zwerggestalt, als Brahmane getarnt, Balis Reich mit drei Schritten geraubt wurde, das hast du ebenfalls gehört.

Wort für Wort
prāpya vāmanarūpeṇa pracchannaṃ brahmarūpiṇā baler yathā hṛtaṃ rājyaṃ vikramais tac ca te śrutam
Und wie, verborgen in Zwerggestalt, als Brahmane getarnt, Balis Reich mit drei Schritten geraubt wurde, das hast du ebenfalls gehört.

Die Vāmana-('Zwerg'-)Inkarnation Viṣṇus, die dem Dämonenkönig Bali mit drei Schritten die drei Welten abgewann.

aurveṇa vasatā channam ūrau brahmarṣiṇā tadā yatkṛtaṃ tāta lokeṣu tac ca sarvaṃ śrutaṃ tvayā

Und was von Aurva, dem Brahmarṣi, der verborgen im Schenkel [seiner Mutter] weilte, in den Welten vollbracht wurde, mein Lieber, das hast du ebenfalls ganz gehört.

Wort für Wort
aurveṇa vasatā channam ūrau brahmarṣiṇā tadā yatkṛtaṃ tāta lokeṣu tac ca sarvaṃ śrutaṃ tvayā
Und was von Aurva, dem Brahmarṣi, der verborgen im Schenkel [seiner Mutter] weilte, in den Welten vollbracht wurde, mein Lieber, das hast du ebenfalls ganz gehört.

pracchannaṃ cāpi dharmajña hariṇā vṛtranigrahe vajraṃ praviśya śakrasya yatkṛtaṃ tac ca te śrutam

Auch was Hari, o Kenner des Rechts, verborgen vollbrachte, als er beim Erschlagen Vṛtras in Śakras Donnerkeil einging, das hast du gehört.

Wort für Wort
pracchannaṃ cāpi dharmajña hariṇā vṛtranigrahe vajraṃ praviśya śakrasya yatkṛtaṃ tac ca te śrutam
Auch was Hari, o Kenner des Rechts, verborgen vollbrachte, als er beim Erschlagen Vṛtras in Śakras Donnerkeil einging, das hast du gehört.

'Hari' bezeichnet hier Viṣṇu, der sich der Überlieferung nach in Indras (Śakras) Donnerkeil (vajra) verbarg, um dessen Kraft beim Vṛtra-Kampf zu verstärken.

hutāśanena yac cāpaḥ praviśya channam āsatā vibudhānāṃ kṛtaṃ karma tac ca sarvaṃ śrutaṃ tvayā

Und was Agni, der verborgen in die Gewässer eingedrungen war und dort weilte, für die Götter an Werk vollbrachte, das hast du ebenfalls ganz gehört.

Wort für Wort
hutāśanena yac cāpaḥ praviśya channam āsatā vibudhānāṃ kṛtaṃ karma tac ca sarvaṃ śrutaṃ tvayā
Und was Agni, der verborgen in die Gewässer eingedrungen war und dort weilte, für die Götter an Werk vollbrachte, das hast du ebenfalls ganz gehört.

evaṃ vivasvatā tāta channenottamatejasā nirdagdhāḥ śatravaḥ sarve vasatā bhuvi sarvaśaḥ

Ebenso wurden, mein Lieber, durch den auf der Erde verborgen weilenden Vivasvat von höchster Glut überall alle Feinde gänzlich verbrannt.

Wort für Wort
evaṃ vivasvatā tāta channenottamatejasā nirdagdhāḥ śatravaḥ sarve vasatā bhuvi sarvaśaḥ
Ebenso wurden, mein Lieber, durch den auf der Erde verborgen weilenden Vivasvat von höchster Glut überall alle Feinde gänzlich verbrannt.

viṣṇunā vasatā cāpi gṛhe daśarathasya vai daśagrīvo hataś channaṃ saṃyuge bhīmakarmaṇā

Und auch durch Viṣṇu, der verborgen im Hause des Daśaratha weilte, wurde der Zehnhalsige durch furchtbare Taten im Kampf getötet.

Wort für Wort
viṣṇunā vasatā cāpi gṛhe daśarathasya vai daśagrīvo hataś channaṃ saṃyuge bhīmakarmaṇā
Und auch durch Viṣṇu, der verborgen im Hause des Daśaratha weilte, wurde der Zehnhalsige durch furchtbare Taten im Kampf getötet.

'Der Zehnhalsige' ist Rāvaṇa; gemeint ist Viṣṇus Inkarnation als Rāma.

evam ete mahātmānaḥ pracchannās tatra tatra ha ajayañ śātravān yuddhe tathā tvam api jeṣyasi

So haben diese Hochherzigen, an verschiedenen Orten verborgen, ihre Feinde im Kampf besiegt; ebenso wirst auch du siegen.‘

Wort für Wort
evam ete mahātmānaḥ pracchannās tatra tatra ha ajayañ śātravān yuddhe tathā tvam api jeṣyasi
So haben diese Hochherzigen, an verschiedenen Orten verborgen, ihre Feinde im Kampf besiegt; ebenso wirst auch du siegen.‘

tathā dhaumyena dharmajño vākyaiḥ saṃparitoṣitaḥ śāstrabuddhyā svabuddhyā ca na cacāla yudhiṣṭhiraḥ

So durch Dhaumyas Worte getröstet, wankte der rechtskundige Yudhiṣṭhira - gestützt auf die Weisheit der Schriften wie auf seine eigene Einsicht - nicht.

Wort für Wort
tathā dhaumyena dharmajño vākyaiḥ saṃparitoṣitaḥ śāstrabuddhyā svabuddhyā ca na cacāla yudhiṣṭhiraḥ
So durch Dhaumyas Worte getröstet, wankte der rechtskundige Yudhiṣṭhira - gestützt auf die Weisheit der Schriften wie auf seine eigene Einsicht - nicht.

athābravīn mahābāhur bhīmaseno mahābalaḥ rājānaṃ balināṃ śreṣṭho girā saṃpariharṣayan

Da sprach der starkarmige, überaus mächtige Bhīmasena, der Beste der Starken, zum König, ihn mit Worten aufmunternd:

Wort für Wort
athābravīn mahābāhur bhīmaseno mahābalaḥ rājānaṃ balināṃ śreṣṭho girā saṃpariharṣayan
Da sprach der starkarmige, überaus mächtige Bhīmasena, der Beste der Starken, zum König, ihn mit Worten aufmunternd:

avekṣayā mahārāja tava gāṇḍīvadhanvanā dharmānugatayā buddhyā na kiṃ cit sāhasaṃ kṛtam

‚Aus Rücksicht auf dich, großer König, und auf den Gāṇḍīva-Bogenträger, mit einem dem Recht folgenden Sinn, habe ich nichts Unbesonnenes getan.

Wort für Wort
avekṣayā mahārāja tava gāṇḍīvadhanvanā dharmānugatayā buddhyā na kiṃ cit sāhasaṃ kṛtam
‚Aus Rücksicht auf dich, großer König, und auf den Gāṇḍīva-Bogenträger, mit einem dem Recht folgenden Sinn, habe ich nichts Unbesonnenes getan.

'Der Gāṇḍīva-Bogenträger' ist Arjuna.

sahadevo mayā nityaṃ nakulaś ca nivāritau śaktau vidhvaṃsane teṣāṃ śatrughnau bhīmavikramau

Sahadeva und Nakula, beide fähig, jene zu vernichten, die Feindevertilger von furchtbarer Kraft, wurden von mir stets zurückgehalten.

Wort für Wort
sahadevo mayā nityaṃ nakulaś ca nivāritau śaktau vidhvaṃsane teṣāṃ śatrughnau bhīmavikramau
Sahadeva und Nakula, beide fähig, jene zu vernichten, die Feindevertilger von furchtbarer Kraft, wurden von mir stets zurückgehalten.

na vayaṃ tat prahāsyāmo yasmin yokṣyati no bhavān bhavān vidhattāṃ tat sarvaṃ kṣipraṃ jeṣyāmahe parān

Wir werden das nicht aufgeben, wozu du uns bestimmen wirst; ordne du dies alles an - rasch werden wir die Feinde besiegen.‘

Wort für Wort
na vayaṃ tat prahāsyāmo yasmin yokṣyati no bhavān bhavān vidhattāṃ tat sarvaṃ kṣipraṃ jeṣyāmahe parān
Wir werden das nicht aufgeben, wozu du uns bestimmen wirst; ordne du dies alles an - rasch werden wir die Feinde besiegen.‘

ity ukte bhīmasenena brāhmaṇāḥ paramāśiṣaḥ prayujyāpṛcchya bharatān yathāsvān svān yayur gṛhān

Nachdem Bhīmasena so gesprochen hatte, sprachen die Brahmanen die höchsten Segenswünsche aus, verabschiedeten sich von den Bharatas und gingen, ein jeder, zu seinem eigenen Haus.

Wort für Wort
ity ukte bhīmasenena brāhmaṇāḥ paramāśiṣaḥ prayujyāpṛcchya bharatān yathāsvān svān yayur gṛhān
Nachdem Bhīmasena so gesprochen hatte, sprachen die Brahmanen die höchsten Segenswünsche aus, verabschiedeten sich von den Bharatas und gingen, ein jeder, zu seinem eigenen Haus.

sarve vedavido mukhyā yatayo munayas tathā āśīr uktvā yathānyāyaṃ punar darśanakāṅkṣiṇaḥ

Alle, die vornehmsten Vedakenner, die Asketen und ebenso die Weisen sprachen, wie es sich gebührt, ihren Segen aus, im Verlangen nach einem Wiedersehen.

Wort für Wort
sarve vedavido mukhyā yatayo munayas tathā āśīr uktvā yathānyāyaṃ punar darśanakāṅkṣiṇaḥ
Alle, die vornehmsten Vedakenner, die Asketen und ebenso die Weisen sprachen, wie es sich gebührt, ihren Segen aus, im Verlangen nach einem Wiedersehen.

saha dhaumyena vidvāṃsas tathā te pañca pāṇḍavāḥ utthāya prayayur vīrāḥ kṛṣṇām ādāya bhārata

Und die fünf Pāṇḍavas, die Weisen, die Helden, erhoben sich zusammen mit Dhaumya und zogen fort, Kṛṣṇā mit sich nehmend, o Bhārata.

Wort für Wort
saha dhaumyena vidvāṃsas tathā te pañca pāṇḍavāḥ utthāya prayayur vīrāḥ kṛṣṇām ādāya bhārata
Und die fünf Pāṇḍavas, die Weisen, die Helden, erhoben sich zusammen mit Dhaumya und zogen fort, Kṛṣṇā mit sich nehmend, o Bhārata.

krośamātram atikramya tasmād deśān nimittataḥ śvobhūte manujavyāghrāś channavāsārtham udyatāḥ

Nachdem sie von jenem Ort aus, aus gutem Grund, nur eine Krośa-Strecke zurückgelegt hatten, machten sich am folgenden Tag die tigergleichen Männer bereit, den verborgenen Aufenthalt anzutreten.

Wort für Wort
krośamātram atikramya tasmād deśān nimittataḥ śvobhūte manujavyāghrāś channavāsārtham udyatāḥ
Nachdem sie von jenem Ort aus, aus gutem Grund, nur eine Krośa-Strecke zurückgelegt hatten, machten sich am folgenden Tag die tigergleichen Männer bereit, den verborgenen Aufenthalt anzutreten.

Eine Krośa entspricht etwa drei Kilometern.

pṛthakśāstravidaḥ sarve sarve mantraviśāradāḥ saṃdhivigrahakālajñā mantrāya samupāviśan

Allesamt kundig in den verschiedenen Lehren, allesamt erfahren im Ratschlagen, kundig der rechten Zeit für Frieden und Krieg, setzten sie sich zur Beratung zusammen.“

Wort für Wort
pṛthakśāstravidaḥ sarve sarve mantraviśāradāḥ saṃdhivigrahakālajñā mantrāya samupāviśan
Allesamt kundig in den verschiedenen Lehren, allesamt erfahren im Ratschlagen, kundig der rechten Zeit für Frieden und Krieg, setzten sie sich zur Beratung zusammen.“

Mit dieser Beratung über die anzunehmenden Verkleidungen endet das Vanaparva; die Fortsetzung (die einzelnen, hier nicht in den konstituierten Text der kritischen Ausgabe aufgenommenen Verkleidungs-Ankündigungen jedes Bruders und Draupadīs) folgt zu Beginn des Virāṭaparva. Die seit Kap.295 (Vaiśampāyanas Antwort auf Janamejayas Frage nach dem Hirsch-Vorfall) durchlaufend offene „-Erzählklammer schließt hier am Ende des Vanaparva; Kap.1 des Virāṭaparva bestätigt dies durch eine völlig neue Frage Janamejayas mit neuem Rahmen.

Dieses Kapitel in der Leseansicht