Janamejaya bittet Vaiśaṃpāyana, den beschämten Einzug Duryodhanas ausführlich zu schildern. Vaiśaṃpāyana berichtet, wie Duryodhana, von Scham gebeugt, mit seinem Heer lagert; Karṇa tritt zu ihm und hält eine schmeichelhafte, jedoch mit der Wirklichkeit auffällig kontrastierende Rede, in der er Duryodhanas angeblichen Sieg über die Gandharvas preist, während er selbst seine eigene Flucht schildert. Das Kapitel endet damit, dass Duryodhana, unter Tränen und mit gesenktem Haupt, zu einer Erwiderung ansetzt - der Auftakt zu seiner großen Verzweiflungsrede.
Janamejaya sprach: „Von den Feinden besiegt und gefesselt, dann von den hochherzigen Pāṇḍavas im Kampf wieder befreit, doch danach immer noch stolzgeschwellt, dieses Bösgesinnten,
Janamejaya sprach: „Von den Feinden besiegt und gefesselt, dann von den hochherzigen Pāṇḍavas im Kampf wieder befreit, doch danach immer noch stolzgeschwellt, dieses Bösgesinnten,
vaiśaṃpāyana uvāca dharmarājanisṛṣṭas tu dhārtarāṣṭraḥ suyodhanaḥ lajjayādhomukhaḥ sīdann upāsarpat suduḥkhitaḥ
Von dem Rechtskönig entlassen, näherte sich der Sohn Dhṛtarāṣṭras, Suyodhana, das Gesicht vor Scham gesenkt, verzagend und überaus bekümmert, [seiner Stadt].
Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca dharmarājanisṛṣṭas tu dhārtarāṣṭraḥ suyodhanaḥ lajjayādhomukhaḥ sīdann upāsarpat suduḥkhitaḥ
Von dem Rechtskönig entlassen, näherte sich der Sohn Dhṛtarāṣṭras, Suyodhana, das Gesicht vor Scham gesenkt, verzagend und überaus bekümmert, [seiner Stadt].
Nachdem er unterwegs die Fahrzeuge abgespannt hatte und sich an einem Ort mit gutem Weideland und Wasser niedergelassen hatte, an einem schönen, lieblichen Landstrich, wie es ihm beliebte, ließ er Elefanten, Pferde, Wagen und Fußvolk an ihren jeweiligen Plätzen lagern.
Nachdem er unterwegs die Fahrzeuge abgespannt hatte und sich an einem Ort mit gutem Weideland und Wasser niedergelassen hatte, an einem schönen, lieblichen Landstrich, wie es ihm beliebte, ließ er Elefanten, Pferde, Wagen und Fußvolk an ihren jeweiligen Plätzen lagern.
Da trat Karṇa zu dem auf einem feuerglänzenden Lager sitzenden König, der wie der von Rāhu bei nächtlicher Verfinsterung verschlungene Mond aussah, heran und sprach zu Duryodhana dieses Wort:
Da trat Karṇa zu dem auf einem feuerglänzenden Lager sitzenden König, der wie der von Rāhu bei nächtlicher Verfinsterung verschlungene Mond aussah, heran und sprach zu Duryodhana dieses Wort:
‚Zum Glück lebst du noch, Sohn der Gāndhārī, zum Glück ist uns ein Wiedersehen vergönnt, und zum Glück wurden von dir die nach Belieben die Gestalt wechselnden Gandharvas besiegt.
‚Zum Glück lebst du noch, Sohn der Gāndhārī, zum Glück ist uns ein Wiedersehen vergönnt, und zum Glück wurden von dir die nach Belieben die Gestalt wechselnden Gandharvas besiegt.
Karṇas Worte stehen in auffälligem, wohl bewusst ironischem Gegensatz zu den tatsächlichen Ereignissen: Duryodhana wurde von den Gandharvas gefangen genommen und erst durch die Pāṇḍavas befreit, keineswegs von ihm selbst besiegt. Die schmeichelhafte Umdeutung dient offenbar dazu, Duryodhanas Gesicht zu wahren.