Kapitel 126: Māndhātropākhyānam
Die Erzählung von Māndhātā
Auf Yudhiṣṭhiras Bitte erzählt Lomaśa die wunderbare Geburt des Königs Māndhātā: Der kinderlose König Yuvanāśva trinkt versehentlich das für seine Gattin bestimmte, durch Bhṛgus Sohn geweihte Zauberwasser und wird dadurch selbst schwanger - nach hundert Jahren entspringt ihm, seine linke Seite durchbrechend, ein Sohn, ohne dass ihm dies schadet. Indra reicht dem Kind seinen Finger zum Saugen, wovon es den Namen 'Māndhātā' erhält, und wächst binnen kurzem zu übermenschlicher Größe und Macht heran, erobert die drei Welten, vollbringt zahllose Opfer und erhält schließlich die Hälfte von Indras Thron.
Yudhiṣṭhira sprach: „Māndhātā, der Tiger unter den Königen, in den drei Welten berühmt - wie wurde er geboren, o großer Brahmane, der Sohn des Yuvanāśva, der Beste der Könige? Und wie erlangte er, von unermesslichem Glanz, diesen höchsten Gipfel des Ruhms?
Yudhiṣṭhira sprach: „Māndhātā, der Tiger unter den Königen, in den drei Welten berühmt - wie wurde er geboren, o großer Brahmane, der Sohn des Yuvanāśva, der Beste der Könige? Und wie erlangte er, von unermesslichem Glanz, diesen höchsten Gipfel des Ruhms?
yathā māndhātṛśabdaś ca tasya śakrasamadyuteḥ janma cāprativīryasya kuśalo hy asi bhāṣitum
Wie es auch zu dem Namen 'Māndhātā' für ihn kam, der an Glanz Śakra gleich war, und die Geburt dessen von unvergleichlicher Tatkraft - denn du bist kundig im Erzählen.“
Wort für Wort
yathā māndhātṛśabdaś ca tasya śakrasamadyuteḥ janma cāprativīryasya kuśalo hy asi bhāṣitum
Wie es auch zu dem Namen 'Māndhātā' für ihn kam, der an Glanz Śakra gleich war, und die Geburt dessen von unvergleichlicher Tatkraft - denn du bist kundig im Erzählen.“
Lomaśa sprach: „Höre aufmerksam, o König, wie es sich mit jenem hochgesinnten König verhält, wie nämlich der Name 'Māndhātā' in den Welten besungen wird.
Lomaśa sprach: „Höre aufmerksam, o König, wie es sich mit jenem hochgesinnten König verhält, wie nämlich der Name 'Māndhātā' in den Welten besungen wird.
anapatyas tu rājarṣiḥ sa mahātmā dṛḍhavrataḥ mantriṣv ādhāya tad rājyaṃ vananityo babhūva ha
blieb der königliche Weise, jener Hochgesinnte, von festen Gelübden, dennoch kinderlos, und wurde, nachdem er das Königreich seinen Ministern anvertraut hatte, zum ständigen Waldbewohner.
Wort für Wort
anapatyas tu rājarṣiḥ sa mahātmā dṛḍhavrataḥ mantriṣv ādhāya tad rājyaṃ vananityo babhūva ha
blieb der königliche Weise, jener Hochgesinnte, von festen Gelübden, dennoch kinderlos, und wurde, nachdem er das Königreich seinen Ministern anvertraut hatte, zum ständigen Waldbewohner.
Nachdem er sich selbst nach der in den Schriften vorgeschriebenen Regel mit sich selbst vereinigt hatte, betrat er, das Herz von Durst ausgedörrt, die Einsiedelei Bhṛgus.
Nachdem er sich selbst nach der in den Schriften vorgeschriebenen Regel mit sich selbst vereinigt hatte, betrat er, das Herz von Durst ausgedörrt, die Einsiedelei Bhṛgus.
tām eva rātriṃ rājendra mahātmā bhṛgunandanaḥ iṣṭiṃ cakāra saudyumner maharṣiḥ putrakāraṇāt
In eben jener Nacht, o Herrscher der Könige, vollzog der hochgesinnte Sohn des Bhṛgu, der große Weise, für den Sohn des Sudyumna ein Opferritual, um eines Sohnes willen.
Wort für Wort
tām eva rātriṃ rājendra mahātmā bhṛgunandanaḥ iṣṭiṃ cakāra saudyumner maharṣiḥ putrakāraṇāt
In eben jener Nacht, o Herrscher der Könige, vollzog der hochgesinnte Sohn des Bhṛgu, der große Weise, für den Sohn des Sudyumna ein Opferritual, um eines Sohnes willen.
Ein großer, mit durch Zaubersprüche geweihtem Wasser gefüllter Krug stand dort, o Herrscher der Könige, schon zuvor bereitgestellt - wovon, wenn getrunken, seine Gattin einen Śakra ebenbürtigen Sohn gebären würde.
Ein großer, mit durch Zaubersprüche geweihtem Wasser gefüllter Krug stand dort, o Herrscher der Könige, schon zuvor bereitgestellt - wovon, wenn getrunken, seine Gattin einen Śakra ebenbürtigen Sohn gebären würde.
Nachdem sie jenen Krug auf dem Altar niedergesetzt hatten, schliefen jene großen Weisen, erschöpft von der nächtlichen Wache, ein; und der Sohn des Sudyumna, an ihnen vorbeigehend -
Nachdem sie jenen Krug auf dem Altar niedergesetzt hatten, schliefen jene großen Weisen, erschöpft von der nächtlichen Wache, ein; und der Sohn des Sudyumna, an ihnen vorbeigehend -
Da, als er jenen wassergefüllten Krug erblickte, eilte jener König rasch zu ihm hin, und nachdem er das Wasser getrunken hatte, setzte er ihn wieder ab.
Da, als er jenen wassergefüllten Krug erblickte, eilte jener König rasch zu ihm hin, und nachdem er das Wasser getrunken hatte, setzte er ihn wieder ab.
na yuktam iti taṃ prāha bhagavān bhārgavas tadā sutārthaṃ sthāpitā hy āpas tapasā caiva saṃbhṛtāḥ
'Dies war nicht recht,' sprach der erhabene Bhārgava daraufhin zu ihm; 'denn das Wasser war um eines Sohnes willen bereitgestellt und durch Buße gesammelt worden.'
Wort für Wort
na yuktam iti taṃ prāha bhagavān bhārgavas tadā sutārthaṃ sthāpitā hy āpas tapasā caiva saṃbhṛtāḥ
'Dies war nicht recht,' sprach der erhabene Bhārgava daraufhin zu ihm; 'denn das Wasser war um eines Sohnes willen bereitgestellt und durch Buße gesammelt worden.'
mayā hy atrāhitaṃ brahma tapa āsthāya dāruṇam putrārthaṃ tava rājarṣe mahābalaparākrama
'Denn von mir wurde hier, nachdem ich strenge Buße auf mich genommen hatte, heilige Kraft hineingelegt, um eines Sohnes für dich willen, o königlicher Weiser von großer Stärke und Tatkraft -'
Wort für Wort
mayā hy atrāhitaṃ brahma tapa āsthāya dāruṇam putrārthaṃ tava rājarṣe mahābalaparākrama
'Denn von mir wurde hier, nachdem ich strenge Buße auf mich genommen hatte, heilige Kraft hineingelegt, um eines Sohnes für dich willen, o königlicher Weiser von großer Stärke und Tatkraft -'
mahābalo mahāvīryas tapobalasamanvitaḥ yaḥ śakram api vīryeṇa gamayed yamasādanam
'- von großer Stärke, großer Tatkraft, mit der Macht der Buße ausgestattet, einer, der durch Tatkraft sogar Śakra selbst in die Behausung des Yama schicken könnte.'
Wort für Wort
mahābalo mahāvīryas tapobalasamanvitaḥ yaḥ śakram api vīryeṇa gamayed yamasādanam
'- von großer Stärke, großer Tatkraft, mit der Macht der Buße ausgestattet, einer, der durch Tatkraft sogar Śakra selbst in die Behausung des Yama schicken könnte.'
'Aus den Wassern, die du, durstig, getrunken hast, nach Ritus und Zauberspruch geweiht, o Großkönig, durch die Kraft meiner Buße gesammelt - aus ihnen wirst du selbst einen Sohn von solcher Tatkraft erzeugen.'
'Aus den Wassern, die du, durstig, getrunken hast, nach Ritus und Zauberspruch geweiht, o Großkönig, durch die Kraft meiner Buße gesammelt - aus ihnen wirst du selbst einen Sohn von solcher Tatkraft erzeugen.'
citacaityo mahātejā dharmaṃ prāpya ca puṣkalam śakrasyārdhāsanaṃ rājaṃl labdhavān amitadyutiḥ
Er, von großer Glut, nachdem er Heiligtümer errichtet und reichliches Verdienst erlangt hatte, erhielt, o König, die Hälfte von Śakras Thron, er, von unermesslichem Glanz.
Wort für Wort
citacaityo mahātejā dharmaṃ prāpya ca puṣkalam śakrasyārdhāsanaṃ rājaṃl labdhavān amitadyutiḥ
Er, von großer Glut, nachdem er Heiligtümer errichtet und reichliches Verdienst erlangt hatte, erhielt, o König, die Hälfte von Śakras Thron, er, von unermesslichem Glanz.
ekāhnā pṛthivī tena dharmanityena dhīmatā nirjitā śāsanād eva saratnākarapattanā
An einem einzigen Tag wurde die Erde, samt ihren Juwelenminen und Städten, von ihm, dem Weisen, dem Recht stets Ergebenen, durch bloßen Befehl bezwungen.
Wort für Wort
ekāhnā pṛthivī tena dharmanityena dhīmatā nirjitā śāsanād eva saratnākarapattanā
An einem einzigen Tag wurde die Erde, samt ihren Juwelenminen und Städten, von ihm, dem Weisen, dem Recht stets Ergebenen, durch bloßen Befehl bezwungen.
tena padmasahasrāṇi gavāṃ daśa mahātmanā brāhmaṇebhyo mahārāja dattānīti pracakṣate
Von ihm, dem Hochgesinnten, wurden den Brahmanen zehn Padma an Kühen gegeben, o Großkönig - so wird berichtet.
Wort für Wort
tena padmasahasrāṇi gavāṃ daśa mahātmanā brāhmaṇebhyo mahārāja dattānīti pracakṣate
Von ihm, dem Hochgesinnten, wurden den Brahmanen zehn Padma an Kühen gegeben, o Großkönig - so wird berichtet.
[Anm.: 'Padma' bezeichnet eine traditionelle, sehr große Zahleneinheit; die Angabe ist als Ausdruck unermesslicher Freigebigkeit zu verstehen, nicht wörtlich.]
tena dvādaśavārṣikyām anāvṛṣṭyāṃ mahātmanā vṛṣṭaṃ sasyavivṛddhyarthaṃ miṣato vajrapāṇinaḥ
Von ihm, dem Hochgesinnten, wurde während einer zwölfjährigen Dürre Regen herbeigeführt, zum Wachstum der Feldfrüchte, vor den Augen des Keulenträgers selbst.
Wort für Wort
tena dvādaśavārṣikyām anāvṛṣṭyāṃ mahātmanā vṛṣṭaṃ sasyavivṛddhyarthaṃ miṣato vajrapāṇinaḥ
Von ihm, dem Hochgesinnten, wurde während einer zwölfjährigen Dürre Regen herbeigeführt, zum Wachstum der Feldfrüchte, vor den Augen des Keulenträgers selbst.
tena somakulotpanno gāndhārādhipatir mahān garjann iva mahāmeghaḥ pramathya nihataḥ śaraiḥ
Von ihm wurde der große, aus dem Geschlecht des Soma entsprossene Herrscher von Gāndhāra, der wie eine gewaltige Wolke donnerte, zermalmt und mit Pfeilen erschlagen.
Wort für Wort
tena somakulotpanno gāndhārādhipatir mahān garjann iva mahāmeghaḥ pramathya nihataḥ śaraiḥ
Von ihm wurde der große, aus dem Geschlecht des Soma entsprossene Herrscher von Gāndhāra, der wie eine gewaltige Wolke donnerte, zermalmt und mit Pfeilen erschlagen.
Die vier Arten von Geschöpfen wurden von ihm, dem hochgesinnten König, bezwungen; und durch seine eigene Buße und Glut wurden auch die Welten aufrechterhalten.
Die vier Arten von Geschöpfen wurden von ihm, dem hochgesinnten König, bezwungen; und durch seine eigene Buße und Glut wurden auch die Welten aufrechterhalten.