Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)

Kapitel 247: Devadūtavākyam Die Rede des Götterboten und Mudgalas Verzicht auf den Himmel

Der Götterbote beschreibt Mudgala eingehend die Herrlichkeit der Himmelswelten - von den Welten der Sādhyas, Viśvedevas und anderer Götterscharen bis hinauf zu den Welten Śakras, Brahmans und den noch höheren Ṛbhus - und benennt zugleich ihren entscheidenden Mangel: Im Himmel wird nur die Frucht früherer Taten verzehrt, ohne dass neues Verdienst erworben wird, sodass am Ende unweigerlich der Sturz zurück in niedrigere Daseinsformen droht. Mudgala erkennt darin die grundsätzliche Unzulänglichkeit auch des höchsten vergänglichen Glücks und lehnt den Himmel ab; er strebt stattdessen nach jenem endgültigen Zustand, von dem es keine Rückkehr gibt. Durch Aufgabe seiner Ährenlese-Lebensweise und beständige, gleichmütige Meditation erlangt er schließlich die dem Nirvāṇa gleichende höchste Vollendung. Vyāsa schließt seine Erzählung mit einer tröstenden, direkt an Yudhiṣṭhira gerichteten Anwendung: Auch er werde, wie das Rad des Glücks und Leids sich dreht, nach den dreizehn Jahren sein Königreich zurückgewinnen.

devadūta uvāca aprājñatā mahāprājña matir eṣā tavānagha yat tvaṃ vaimānikaṃ prāpya sukhaṃ paramavallabham vicikitsasi mūḍha iva

Der Götterbote sprach: „Großer Weiser, unweise ist dein Denken, o Makelloser, dass du, der du das höchste, hoch zu schätzende Glück der Himmelswagen erlangt hast, wie ein Unwissender zögerst.

Wort für Wort
devadūta uvāca aprājñatā mahāprājña matir eṣā tavānagha yat tvaṃ vaimānikaṃ prāpya sukhaṃ paramavallabham vicikitsasi mūḍha iva
Der Götterbote sprach: „Großer Weiser, unweise ist dein Denken, o Makelloser, dass du, der du das höchste, hoch zu schätzende Glück der Himmelswagen erlangt hast, wie ein Unwissender zögerst.

ūrdhvaṃ lokas tv ayaṃ vipra svarnāmāsty ūrdhvagāminaḥ satāṃ panthāḥ sanātanaḥ suraiḥ sevita eva ca

Oberhalb liegt jene Welt, o Brahmane, die 'Svar' [Himmel] genannt wird, nach oben führend, der ewige Pfad der Guten, von den Göttern durchwandelt.

Wort für Wort
ūrdhvaṃ lokas tv ayaṃ vipra svarnāmāsty ūrdhvagāminaḥ satāṃ panthāḥ sanātanaḥ suraiḥ sevita eva ca
Oberhalb liegt jene Welt, o Brahmane, die 'Svar' [Himmel] genannt wird, nach oben führend, der ewige Pfad der Guten, von den Göttern durchwandelt.

nātaptatapaso martyā nāyajvāno na vai mṛṣā yānti tatra na naikāgryā mudgala tvaviśaṅkitāḥ

Weder Menschen, die keine Askese geübt haben, gelangen dorthin, noch solche, die keine Opfer dargebracht haben, noch Lügner, noch Unstete, noch Zweifelbehaftete, Mudgala. [?]

Wort für Wort
nātaptatapaso martyā nāyajvāno na vai mṛṣā yānti tatra na naikāgryā mudgala tvaviśaṅkitāḥ
Weder Menschen, die keine Askese geübt haben, gelangen dorthin, noch solche, die keine Opfer dargebracht haben, noch Lügner, noch Unstete, noch Zweifelbehaftete, Mudgala. [?]

Der genaue Sinn der Aufzählung ausschließender Eigenschaften ist im Detail unsicher überliefert; sinngemäß werden hier jene ausgeschlossen, die ohne Askese, Opfer, Wahrhaftigkeit und Standhaftigkeit sind.

dhārmikāḥ saṃyatātmānaḥ śāntā dāntā vigarhitāḥ dānadharmaratāḥ śūrā akṣatavratalakṣaṇāḥ

Rechtschaffene, sich selbst Bezwingende, Friedvolle, Selbstbeherrschte, [von Tadel] Unberührte, dem Gebe-Dharma Zugetane, tapfere Männer von unversehrten Gelübde-Merkmalen -

Wort für Wort
dhārmikāḥ saṃyatātmānaḥ śāntā dāntā vigarhitāḥ dānadharmaratāḥ śūrā akṣatavratalakṣaṇāḥ
Rechtschaffene, sich selbst Bezwingende, Friedvolle, Selbstbeherrschte, [von Tadel] Unberührte, dem Gebe-Dharma Zugetane, tapfere Männer von unversehrten Gelübde-Merkmalen -

vratam uttamam āsthāya śamadamamayaṃ tathā yānti tatra naravyāghra sādhūnāṃ lokam uttamam

sie gelangen dorthin, nachdem sie das höchste Gelübde befolgt haben, bestehend aus innerem Frieden und Selbstbeherrschung - zur höchsten Welt der Rechtschaffenen, Tiger unter den Männern.

Wort für Wort
vratam uttamam āsthāya śamadamamayaṃ tathā yānti tatra naravyāghra sādhūnāṃ lokam uttamam
sie gelangen dorthin, nachdem sie das höchste Gelübde befolgt haben, bestehend aus innerem Frieden und Selbstbeherrschung - zur höchsten Welt der Rechtschaffenen, Tiger unter den Männern.

devāḥ sādhyās tathā viśve maruto brahmarṣayaḥ yāmā dhāmās tathā caiva gandharvāpsarasas tathā

Die Götter, die Sādhyas, ebenso die Viśvedevas, die Maruts mit den Brahmanenweisen, die Yāmas und Dhāmas, ebenso die Gandharvas und Apsaras -

Wort für Wort
devāḥ sādhyās tathā viśve maruto brahmarṣayaḥ yāmā dhāmās tathā caiva gandharvāpsarasas tathā
Die Götter, die Sādhyas, ebenso die Viśvedevas, die Maruts mit den Brahmanenweisen, die Yāmas und Dhāmas, ebenso die Gandharvas und Apsaras -

eteṣāṃ pṛthag evātra lokāḥ santi mahādyutāḥ kāmagāḥ kāmarūpāś ca ramyāḥ paramaśobhanāḥ

für jede dieser Scharen einzeln gibt es hier überaus glanzvolle, nach Belieben bewegliche, nach Belieben gestaltbare, liebliche, höchst herrliche Welten.

Wort für Wort
eteṣāṃ pṛthag evātra lokāḥ santi mahādyutāḥ kāmagāḥ kāmarūpāś ca ramyāḥ paramaśobhanāḥ
für jede dieser Scharen einzeln gibt es hier überaus glanzvolle, nach Belieben bewegliche, nach Belieben gestaltbare, liebliche, höchst herrliche Welten.

trayastriṃśat sahasrāṇi yojanānāṃ giriḥ suvarṇaḥ merur nāma yato divyā udyānāny asya mudgala

Dreiunddreißigtausend Yojanas [hoch] ist der goldene Berg, Meru genannt, wo sich die himmlischen Gärten befinden, Mudgala,

Wort für Wort
trayastriṃśat sahasrāṇi yojanānāṃ giriḥ suvarṇaḥ merur nāma yato divyā udyānāny asya mudgala
Dreiunddreißigtausend Yojanas [hoch] ist der goldene Berg, Meru genannt, wo sich die himmlischen Gärten befinden, Mudgala,

nandanaṃ nāma vipulaṃ puṇyāny anyāni cānagha kṛtapuṇyajanākīrṇaṃ na kṣutpipāsākulaṃ na ca śramabhayaṃ tatra na śītoṣṇakṛtaṃ bhayam

der ausgedehnte Nandana-Garten und andere heilige [Stätten], o Makelloser, bevölkert von Menschen guter Taten; dort gibt es weder Hunger noch Durst, keine Furcht vor Erschöpfung, keine Furcht vor Kälte oder Hitze,

Wort für Wort
nandanaṃ nāma vipulaṃ puṇyāny anyāni cānagha kṛtapuṇyajanākīrṇaṃ na kṣutpipāsākulaṃ na ca śramabhayaṃ tatra na śītoṣṇakṛtaṃ bhayam
der ausgedehnte Nandana-Garten und andere heilige [Stätten], o Makelloser, bevölkert von Menschen guter Taten; dort gibt es weder Hunger noch Durst, keine Furcht vor Erschöpfung, keine Furcht vor Kälte oder Hitze,

na cāpriyaṃ vāsukhadaṃ na ca vyādhibhayaṃ tathā gandhāḥ priyāḥ sarvatas tatra sparśāś cānukūlāḥ sadā

nichts Unliebsames oder Freudloses, ebenso keine Furcht vor Krankheit; angenehme Düfte allenthalben dort, und stets wohltuende Berührungen.

Wort für Wort
na cāpriyaṃ vāsukhadaṃ na ca vyādhibhayaṃ tathā gandhāḥ priyāḥ sarvatas tatra sparśāś cānukūlāḥ sadā
nichts Unliebsames oder Freudloses, ebenso keine Furcht vor Krankheit; angenehme Düfte allenthalben dort, und stets wohltuende Berührungen.

śabdāś ca manaso 'nukūlāḥ śravaṇasya ca sarvato mune na śokaṃ na jarāṃ tatra na glāniṃ na ca vikriyām

Klänge, die Geist und Ohr allenthalben erfreuen, o Weiser; kein Kummer, kein Altern dort, keine Mattigkeit und keine Veränderung [zum Schlechten].

Wort für Wort
śabdāś ca manaso 'nukūlāḥ śravaṇasya ca sarvato mune na śokaṃ na jarāṃ tatra na glāniṃ na ca vikriyām
Klänge, die Geist und Ohr allenthalben erfreuen, o Weiser; kein Kummer, kein Altern dort, keine Mattigkeit und keine Veränderung [zum Schlechten].

evaṃrūpas tu sa lokaḥ svakarmaphalanirmitaḥ svaiḥ svaiḥ karmabhir āyānti tatra martyāḥ śubhais tathā

So beschaffen ist jene Welt, durch die Frucht der eigenen Taten geschaffen; durch ihre je eigenen guten Taten gelangen die Sterblichen dorthin.

Wort für Wort
evaṃrūpas tu sa lokaḥ svakarmaphalanirmitaḥ svaiḥ svaiḥ karmabhir āyānti tatra martyāḥ śubhais tathā
So beschaffen ist jene Welt, durch die Frucht der eigenen Taten geschaffen; durch ihre je eigenen guten Taten gelangen die Sterblichen dorthin.

tejomayāni gātrāṇi teṣāṃ tatropajāyate karmajāny eva mudgala na mātāpitṛsaṃbhavāt

Leuchtende, aus Glanz bestehende Körper entstehen dort für sie, aus den Taten selbst erzeugt, Mudgala, nicht aus Vater und Mutter geboren.

Wort für Wort
tejomayāni gātrāṇi teṣāṃ tatropajāyate karmajāny eva mudgala na mātāpitṛsaṃbhavāt
Leuchtende, aus Glanz bestehende Körper entstehen dort für sie, aus den Taten selbst erzeugt, Mudgala, nicht aus Vater und Mutter geboren.

na svedo nāpi durgandho na malaṃ na ca mūtrakam teṣāṃ bhavati vipraiṣa na rajo vastragaṃ tathā

Weder Schweiß noch übler Geruch, noch Kot noch Urin gibt es bei ihnen, o Brahmane, ebenso wenig Staub, der das Gewand befällt.

Wort für Wort
na svedo nāpi durgandho na malaṃ na ca mūtrakam teṣāṃ bhavati vipraiṣa na rajo vastragaṃ tathā
Weder Schweiß noch übler Geruch, noch Kot noch Urin gibt es bei ihnen, o Brahmane, ebenso wenig Staub, der das Gewand befällt.

srajaś cāmlānasaugandhyā divyā hṛdayakāntidāḥ vimānayānayuktāś ca tathaiva dvija bhānti te

Ihre Blumengirlanden, unverwelklichen himmlischen Duftes, herzerfreuend, [tragen sie], und ebenso mit himmlischen Flugwagen versehen erglänzen sie, Zweifachgeborener.

Wort für Wort
srajaś cāmlānasaugandhyā divyā hṛdayakāntidāḥ vimānayānayuktāś ca tathaiva dvija bhānti te
Ihre Blumengirlanden, unverwelklichen himmlischen Duftes, herzerfreuend, [tragen sie], und ebenso mit himmlischen Flugwagen versehen erglänzen sie, Zweifachgeborener.

nirīrṣyā vigatāyāsā vimohā vigatasparhāḥ ramante svargasaṃpannāḥ kālaṃ nayanti coktamam

Frei von Eifersucht, Mühsal, Verblendung und Begehrlichkeit vergnügen sich die Himmelserwerber und verbringen ihre Zeit auf höchste Weise.

Wort für Wort
nirīrṣyā vigatāyāsā vimohā vigatasparhāḥ ramante svargasaṃpannāḥ kālaṃ nayanti coktamam
Frei von Eifersucht, Mühsal, Verblendung und Begehrlichkeit vergnügen sich die Himmelserwerber und verbringen ihre Zeit auf höchste Weise.

ūrdhvaṃ tv eteṣu lokeṣu śakralokāḥ paraṃtapa uttarottarato divyair guṇair upapāditāḥ

Oberhalb aber dieser Welten liegen, Bezwinger der Feinde, die Welten Śakras, je höher mit göttlichen Eigenschaften ausgestattet.

Wort für Wort
ūrdhvaṃ tv eteṣu lokeṣu śakralokāḥ paraṃtapa uttarottarato divyair guṇair upapāditāḥ
Oberhalb aber dieser Welten liegen, Bezwinger der Feinde, die Welten Śakras, je höher mit göttlichen Eigenschaften ausgestattet.

brahmalokāt pare lokā divyā mune manoramāḥ ṛṣayo yatra gacchanti svaiḥ svaiḥ karmabhiḥ śubhaiḥ

Vor der Brahman-Welt liegen [andere] himmlische, herzerfreuende Welten, o Weiser, wohin die Seher gelangen durch ihre je eigenen guten Taten.

Wort für Wort
brahmalokāt pare lokā divyā mune manoramāḥ ṛṣayo yatra gacchanti svaiḥ svaiḥ karmabhiḥ śubhaiḥ
Vor der Brahman-Welt liegen [andere] himmlische, herzerfreuende Welten, o Weiser, wohin die Seher gelangen durch ihre je eigenen guten Taten.

ṛbhavo nāma tatrānye devānām api devatāḥ teṣāṃ lokāḥ pare hy ete pūjyante 'pi surair api

Andere dort, Ṛbhus genannt, sind selbst Götter der Götter; ihre Welten liegen noch weiter jenseits; sie werden sogar von den [gewöhnlichen] Göttern verehrt.

Wort für Wort
ṛbhavo nāma tatrānye devānām api devatāḥ teṣāṃ lokāḥ pare hy ete pūjyante 'pi surair api
Andere dort, Ṛbhus genannt, sind selbst Götter der Götter; ihre Welten liegen noch weiter jenseits; sie werden sogar von den [gewöhnlichen] Göttern verehrt.

svayaṃprabhās tu te lokāḥ kāmagāḥ paramarddhimān na strīkṛtaṃ teṣu duḥkhaṃ lokaiśvaryakṛtaṃ na ca

Von eigenem Licht erstrahlend sind jene nach Belieben beweglichen, höchst gedeihlichen Welten; bei ihnen gibt es weder durch Frauen verursachtes Leid noch durch Weltherrschaft verursachtes.

Wort für Wort
svayaṃprabhās tu te lokāḥ kāmagāḥ paramarddhimān na strīkṛtaṃ teṣu duḥkhaṃ lokaiśvaryakṛtaṃ na ca
Von eigenem Licht erstrahlend sind jene nach Belieben beweglichen, höchst gedeihlichen Welten; bei ihnen gibt es weder durch Frauen verursachtes Leid noch durch Weltherrschaft verursachtes.

na cānnaiḥ kāryam eteṣāṃ nāmṛtena ca jīvanam divyāni caiva rūpāṇi na sthūlāny amareṣv atha

Und keine Speise brauchen sie, noch leben sie vom Amṛta; himmlisch sind ihre Gestalten, nicht grob-stofflich, bei diesen Unsterblichen.

Wort für Wort
na cānnaiḥ kāryam eteṣāṃ nāmṛtena ca jīvanam divyāni caiva rūpāṇi na sthūlāny amareṣv atha
Und keine Speise brauchen sie, noch leben sie vom Amṛta; himmlisch sind ihre Gestalten, nicht grob-stofflich, bei diesen Unsterblichen.

nityāś ca devadevās te na kāmāt kāmam ṛcchati na caiṣāṃ yugasaṃsthānair vikāro 'sti kathaṃ cana

Und ewig sind jene Götter der Götter; nicht [wandelt sich] bei ihnen Begehren zu [neuem] Begehren, noch gibt es bei ihnen irgendeinen Wandel durch die Ordnungen der Weltzeitalter.

Wort für Wort
nityāś ca devadevās te na kāmāt kāmam ṛcchati na caiṣāṃ yugasaṃsthānair vikāro 'sti kathaṃ cana
Und ewig sind jene Götter der Götter; nicht [wandelt sich] bei ihnen Begehren zu [neuem] Begehren, noch gibt es bei ihnen irgendeinen Wandel durch die Ordnungen der Weltzeitalter.

kuto jarā kuto mṛtyuḥ kuto harṣaḥ kuto 'nayaḥ kutaḥ sukhaṃ vā duḥkhaṃ vā kuto rāgaḥ kuto dviṣaḥ

Woher käme bei ihnen Alter, woher Tod, woher Freude, woher Unglück, woher Glück oder Leid, woher Begierde oder Hass?

Wort für Wort
kuto jarā kuto mṛtyuḥ kuto harṣaḥ kuto 'nayaḥ kutaḥ sukhaṃ vā duḥkhaṃ vā kuto rāgaḥ kuto dviṣaḥ
Woher käme bei ihnen Alter, woher Tod, woher Freude, woher Unglück, woher Glück oder Leid, woher Begierde oder Hass?

sā gatiḥ paramā vipra devair api sudurlabhā mudgala prārthyate nityaṃ durāpā kāmakāmibhiḥ

Jener höchste Zustand, o Brahmane, ist selbst für die Götter überaus schwer erreichbar; er wird, Mudgala, stets ersehnt, unerreichbar für die vom Begehren Beherrschten.

Wort für Wort
sā gatiḥ paramā vipra devair api sudurlabhā mudgala prārthyate nityaṃ durāpā kāmakāmibhiḥ
Jener höchste Zustand, o Brahmane, ist selbst für die Götter überaus schwer erreichbar; er wird, Mudgala, stets ersehnt, unerreichbar für die vom Begehren Beherrschten.

traistriṃśatā ete lokāḥ śeṣā vipra tapoviśiṣṭair vratair āpnuvanti dhīrā vidhiyuktais tathā dvijāḥ

Dies sind die Welten der Dreiunddreißig; die übrigen erreichen die Standhaften, o Brahmane, durch besondere Askese-Gelübde sowie durch die vorschriftsmäßigen Zweifachgeborenen.

Wort für Wort
traistriṃśatā ete lokāḥ śeṣā vipra tapoviśiṣṭair vratair āpnuvanti dhīrā vidhiyuktais tathā dvijāḥ
Dies sind die Welten der Dreiunddreißig; die übrigen erreichen die Standhaften, o Brahmane, durch besondere Askese-Gelübde sowie durch die vorschriftsmäßigen Zweifachgeborenen.

eṣā te dānajā lakṣmīḥ prāptedānīṃ manoramā bhuṅkṣva tāvat tapoyoge samupārjitasadguṇa

Diese durch Geben erwirkte, herzerfreuende Herrlichkeit ist nun von dir erlangt worden; genieße sie also, durch Askese-Übung erworbener guter Eigenschaften.

Wort für Wort
eṣā te dānajā lakṣmīḥ prāptedānīṃ manoramā bhuṅkṣva tāvat tapoyoge samupārjitasadguṇa
Diese durch Geben erwirkte, herzerfreuende Herrlichkeit ist nun von dir erlangt worden; genieße sie also, durch Askese-Übung erworbener guter Eigenschaften.

svarge sukham idaṃ vipra tathā lokā anekaśaḥ svargasyānantaraṃ doṣāṃs tān api tvaṃ nibodha me

Dies ist das Glück des Himmels, o Brahmane, ebenso die vielfachen Welten; die dem Himmel unmittelbar [folgenden] Mängel vernimm nun ebenfalls von mir.

Wort für Wort
svarge sukham idaṃ vipra tathā lokā anekaśaḥ svargasyānantaraṃ doṣāṃs tān api tvaṃ nibodha me
Dies ist das Glück des Himmels, o Brahmane, ebenso die vielfachen Welten; die dem Himmel unmittelbar [folgenden] Mängel vernimm nun ebenfalls von mir.

kṛtasyaiva phalaṃ svarge bhujyate nātra saṃśayaḥ na cāpi kriyate karma bhuktvā mūlaṃ nikṛntati

Nur die Frucht der [bereits] vollbrachten Tat wird im Himmel genossen, daran ist kein Zweifel; keine neue Tat wird [dort] vollbracht - genossen habend, verzehrt man die Wurzel selbst.

Wort für Wort
kṛtasyaiva phalaṃ svarge bhujyate nātra saṃśayaḥ na cāpi kriyate karma bhuktvā mūlaṃ nikṛntati
Nur die Frucht der [bereits] vollbrachten Tat wird im Himmel genossen, daran ist kein Zweifel; keine neue Tat wird [dort] vollbracht - genossen habend, verzehrt man die Wurzel selbst.

eṣa doṣo mato mahyaṃ tataś cyāvo bhaved yataḥ patanti hi tato martyāḥ kṣīṇapuṇyā manasvinaḥ

Dies gilt mir als Mangel: dass daraus der Sturz erfolgt; denn die Sterblichen, deren Verdienst erschöpft ist, stürzen von dort, so sinnvoll [ihr Streben auch war].

Wort für Wort
eṣa doṣo mato mahyaṃ tataś cyāvo bhaved yataḥ patanti hi tato martyāḥ kṣīṇapuṇyā manasvinaḥ
Dies gilt mir als Mangel: dass daraus der Sturz erfolgt; denn die Sterblichen, deren Verdienst erschöpft ist, stürzen von dort, so sinnvoll [ihr Streben auch war].

asaṃtoṣaś ca duḥkhaṃ ca dṛṣṭvā dīptataraṃ dyutim adhaḥsthānagatānāṃ ca kṛcchraṃ bhavati cetasi

Unzufriedenheit und Schmerz entstehen, wenn man noch strahlenderen Glanz erblickt; und für die an einem niedrigeren Ort weilenden entsteht Bedrängnis im Gemüt.

Wort für Wort
asaṃtoṣaś ca duḥkhaṃ ca dṛṣṭvā dīptataraṃ dyutim adhaḥsthānagatānāṃ ca kṛcchraṃ bhavati cetasi
Unzufriedenheit und Schmerz entstehen, wenn man noch strahlenderen Glanz erblickt; und für die an einem niedrigeren Ort weilenden entsteht Bedrängnis im Gemüt.

cyavamānān pramuhyanti rajasā cāpi bādhitāḥ srajaś ca glāyamānānāṃ bhayaṃ cyāvibhavaty ataḥ

Die Fallenden geraten in Verwirrung, auch von [aufsteigendem] Staub bedrängt; und wenn ihre Blumengirlanden zu welken beginnen, entsteht daraus Furcht vor dem Sturz.

Wort für Wort
cyavamānān pramuhyanti rajasā cāpi bādhitāḥ srajaś ca glāyamānānāṃ bhayaṃ cyāvibhavaty ataḥ
Die Fallenden geraten in Verwirrung, auch von [aufsteigendem] Staub bedrängt; und wenn ihre Blumengirlanden zu welken beginnen, entsteht daraus Furcht vor dem Sturz.

ā brahmalokāt saṃsāre doṣā hy ete sudāruṇāḥ mudgala śreyasāṃ loke guṇāś cātra sahasraśaḥ

Bis hinauf zur Brahman-Welt gibt es im Weltenkreislauf diese überaus schrecklichen Mängel, Mudgala; und ebenso [finden sich] in der Welt der Guten Vorzüge zu Tausenden.

Wort für Wort
ā brahmalokāt saṃsāre doṣā hy ete sudāruṇāḥ mudgala śreyasāṃ loke guṇāś cātra sahasraśaḥ
Bis hinauf zur Brahman-Welt gibt es im Weltenkreislauf diese überaus schrecklichen Mängel, Mudgala; und ebenso [finden sich] in der Welt der Guten Vorzüge zu Tausenden.

ayaṃ tv anyo guṇo vipra cyutānāṃ syād yathā punaḥ mānuṣyaṃ karmaśeṣeṇa punyayogena jāyate

Dies aber ist ein weiterer Vorzug, o Brahmane: dass die Gefallenen wiederum, durch den Rest ihrer Tat, in Verbindung mit ihrem Verdienst, als Menschen geboren werden.

Wort für Wort
ayaṃ tv anyo guṇo vipra cyutānāṃ syād yathā punaḥ mānuṣyaṃ karmaśeṣeṇa punyayogena jāyate
Dies aber ist ein weiterer Vorzug, o Brahmane: dass die Gefallenen wiederum, durch den Rest ihrer Tat, in Verbindung mit ihrem Verdienst, als Menschen geboren werden.

sa tatraiva mahābhāgyaḥ subhagatvena jāyate na cet tatra prabudhyeta punar nīcatvam ṛcchati

Er wird dort dann als überaus glückbegabt, mit Glückseligkeit begabt, geboren; erwacht er dort aber nicht [zur Einsicht], gerät er wiederum in Niedrigkeit.

Wort für Wort
sa tatraiva mahābhāgyaḥ subhagatvena jāyate na cet tatra prabudhyeta punar nīcatvam ṛcchati
Er wird dort dann als überaus glückbegabt, mit Glückseligkeit begabt, geboren; erwacht er dort aber nicht [zur Einsicht], gerät er wiederum in Niedrigkeit.

iha yat kriyate karma tat paratropabhujyate karmabhūmir iyaṃ brahman phalabhūmis tv asau matā

Was hier vollbracht wird, das wird im Jenseits genossen; diese [Erde] gilt als Handlungs-Feld, o Brahmane, jene aber als Frucht-Feld.

Wort für Wort
iha yat kriyate karma tat paratropabhujyate karmabhūmir iyaṃ brahman phalabhūmis tv asau matā
Was hier vollbracht wird, das wird im Jenseits genossen; diese [Erde] gilt als Handlungs-Feld, o Brahmane, jene aber als Frucht-Feld.

etat te sarvam ākhyātaṃ yan māṃ tvaṃ paripṛcchasi mudgalānukrośāt tava dharmajña gamyatāṃ śīghram avilambitam

All dies ist dir nun vollständig erklärt, was du mich gefragt hast, Mudgala; aus Mitgefühl für dich, Rechtskundiger - lass uns nun rasch, ohne Verzug, aufbrechen.“

Wort für Wort
etat te sarvam ākhyātaṃ yan māṃ tvaṃ paripṛcchasi mudgalānukrośāt tava dharmajña gamyatāṃ śīghram avilambitam
All dies ist dir nun vollständig erklärt, was du mich gefragt hast, Mudgala; aus Mitgefühl für dich, Rechtskundiger - lass uns nun rasch, ohne Verzug, aufbrechen.“

vyāsa uvāca tac chrutvā vacanaṃ tasya mudgalaḥ pratyacintayat manasaiva mahābuddhir bruvāṇaś ca munīśvaram

Nachdem er dieses Wort vernommen hatte, überlegte Mudgala, der Hochgesinnte, bei sich im Geiste, und sprach zu dem Herrscher der Weisen:

Wort für Wort
vyāsa uvāca tac chrutvā vacanaṃ tasya mudgalaḥ pratyacintayat manasaiva mahābuddhir bruvāṇaś ca munīśvaram
Nachdem er dieses Wort vernommen hatte, überlegte Mudgala, der Hochgesinnte, bei sich im Geiste, und sprach zu dem Herrscher der Weisen:

devadūta namas te 'stu gaccha saumya yathāsukham etāvatā tu doṣeṇa nārthaḥ svargeṇa me kva cit

‚Götterbote, Verehrung sei dir; geh, mein Lieber, wie es dir beliebt; mit einem so großen Mangel behaftet, brauche ich den Himmel keinesfalls.

Wort für Wort
devadūta namas te 'stu gaccha saumya yathāsukham etāvatā tu doṣeṇa nārthaḥ svargeṇa me kva cit
‚Götterbote, Verehrung sei dir; geh, mein Lieber, wie es dir beliebt; mit einem so großen Mangel behaftet, brauche ich den Himmel keinesfalls.

cyāvo hi paramaṃ duḥkham atidāruṇakṛn matam patanti svargabhāginy atra tasmān necche 'ham amaralokatām

Der Sturz nämlich gilt als das größte Leid, als überaus schrecklich verursachend; die Himmelsteilhaber fallen hier [wieder herab] - darum begehre ich nicht die Unsterblichenwelt.

Wort für Wort
cyāvo hi paramaṃ duḥkham atidāruṇakṛn matam patanti svargabhāginy atra tasmān necche 'ham amaralokatām
Der Sturz nämlich gilt als das größte Leid, als überaus schrecklich verursachend; die Himmelsteilhaber fallen hier [wieder herab] - darum begehre ich nicht die Unsterblichenwelt.

yatra gatvā na śocanti na vyathanti na cāsate taṃ deśam eva gaveṣiṣye yasmān nāvartate punaḥ

Nur jenen Ort werde ich suchen, wohin gelangt man weder trauert noch leidet noch [wieder] fortgeht - von wo aus man nicht wieder zurückkehrt.‘

Wort für Wort
yatra gatvā na śocanti na vyathanti na cāsate taṃ deśam eva gaveṣiṣye yasmān nāvartate punaḥ
Nur jenen Ort werde ich suchen, wohin gelangt man weder trauert noch leidet noch [wieder] fortgeht - von wo aus man nicht wieder zurückkehrt.‘

ity uktvā munisārdūlo dūtaṃ visṛjya sasvanam tyaktvā śilocchavṛttiṃ ca samatām agamat param

So gesprochen habend, entließ der Tiger unter den Weisen, mit lautem Tönen, den Boten; er gab seine Ährenlese-Lebensweise auf und erlangte höchste Gelassenheit.

Wort für Wort
ity uktvā munisārdūlo dūtaṃ visṛjya sasvanam tyaktvā śilocchavṛttiṃ ca samatām agamat param
So gesprochen habend, entließ der Tiger unter den Weisen, mit lautem Tönen, den Boten; er gab seine Ährenlese-Lebensweise auf und erlangte höchste Gelassenheit.

nindāstutī same kṛtvā loṣṭakāñcanam eva ca dṛṣṭijñānaparo bhūtvā samāhitatapā abhūt

Tadel und Lob gleich behandelnd, Erdklumpen und Gold gleichsetzend, wurde er, der reinen Erkenntnis-Anschauung ergeben, beständig in seiner Askese.

Wort für Wort
nindāstutī same kṛtvā loṣṭakāñcanam eva ca dṛṣṭijñānaparo bhūtvā samāhitatapā abhūt
Tadel und Lob gleich behandelnd, Erdklumpen und Gold gleichsetzend, wurde er, der reinen Erkenntnis-Anschauung ergeben, beständig in seiner Askese.

yogabalam āsthāya siddhim atyantikīṃ gataḥ nirvāṇalakṣaṇāṃ divyāṃ gatiṃ prāpa ca vai muniḥ

Kraft aus der Übung des Yoga gewinnend, gelangte er zu endgültiger Vollkommenheit; und der Weise erlangte den himmlischen Zustand, der das Merkmal des Nirvāṇa trägt.

Wort für Wort
yogabalam āsthāya siddhim atyantikīṃ gataḥ nirvāṇalakṣaṇāṃ divyāṃ gatiṃ prāpa ca vai muniḥ
Kraft aus der Übung des Yoga gewinnend, gelangte er zu endgültiger Vollkommenheit; und der Weise erlangte den himmlischen Zustand, der das Merkmal des Nirvāṇa trägt.

tasmāt tvam api kaunteya na śoke vaśam anvagāḥ svargāt praṣṭho 'pi rājyāc ca punar āpsyasi tapasā

‚Darum solltest auch du, Sohn Kuntīs, dich nicht der Trauer unterwerfen; obwohl du von deinem Königreich gefallen bist, wirst du es durch Askese wiedererlangen.

Wort für Wort
tasmāt tvam api kaunteya na śoke vaśam anvagāḥ svargāt praṣṭho 'pi rājyāc ca punar āpsyasi tapasā
‚Darum solltest auch du, Sohn Kuntīs, dich nicht der Trauer unterwerfen; obwohl du von deinem Königreich gefallen bist, wirst du es durch Askese wiedererlangen.

sukhād duḥkham athotpannaṃ duḥkhāc ca sukham āyāti paryāyeṇāgatas tv eṣa naraṃ cakram ivārpitam

Aus Glück entsteht Leid, und aus Leid kommt Glück; abwechselnd kommen sie über den Menschen, wie eine Felge, [die sich fügt].

Wort für Wort
sukhād duḥkham athotpannaṃ duḥkhāc ca sukham āyāti paryāyeṇāgatas tv eṣa naraṃ cakram ivārpitam
Aus Glück entsteht Leid, und aus Leid kommt Glück; abwechselnd kommen sie über den Menschen, wie eine Felge, [die sich fügt].

pitāmahasya rājyaṃ ca prāpsyase 'mitavikrama pitṛpaitāmahaṃ caiva trayodaśyāṃ tathātyaye jvaraṃ mucyasva tāta te

Das Königreich deines Großvaters wirst du wiedererlangen, du von unermesslicher Kraft, sowie das deines Vaters und Großvaters; nach Ablauf des dreizehnten [Jahres] möge dein seelisches Fieber von dir weichen, mein Lieber.‘

Wort für Wort
pitāmahasya rājyaṃ ca prāpsyase 'mitavikrama pitṛpaitāmahaṃ caiva trayodaśyāṃ tathātyaye jvaraṃ mucyasva tāta te
Das Königreich deines Großvaters wirst du wiedererlangen, du von unermesslicher Kraft, sowie das deines Vaters und Großvaters; nach Ablauf des dreizehnten [Jahres] möge dein seelisches Fieber von dir weichen, mein Lieber.‘

vaiśaṃpāyana uvāca ity evam uktvā bhagavān vyāso vai pāṇḍunandanam āśramaṃ svaṃ punar gatvā tapas tepe mahātapāḥ

So gesprochen habend, zog sich der erhabene, weise Vyāsa vom Sproß der Pāṇḍus wieder zu seinem Āśrama zurück, um Askese zu üben.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca ity evam uktvā bhagavān vyāso vai pāṇḍunandanam āśramaṃ svaṃ punar gatvā tapas tepe mahātapāḥ
So gesprochen habend, zog sich der erhabene, weise Vyāsa vom Sproß der Pāṇḍus wieder zu seinem Āśrama zurück, um Askese zu üben.

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