Kapitel 158: Kuberasamāgamaḥ
Die Begegnung mit Kubera
Die Pāṇḍavas finden Bhīma inmitten der erschlagenen Rākṣasas und Yudhiṣṭhira tadelt ihn zunächst mild für seine Verwegenheit. Die überlebenden Wächter berichten Kubera von ihrer Niederlage; voll Zorn zieht dieser selbst mit seinem Gefolge auf dem Wagen Puṣpaka heran, erweist sich aber, statt Rache zu üben, als erfreut, da Bhīmas Tat ihn von einem alten Fluch des Weisen Agastya befreit hat. Auf Yudhiṣṭhiras Bitte erzählt Kubera die Geschichte: sein Freund Maṇimān hatte einst aus Hochmut den meditierenden Agastya bespuckt, worauf dieser Kubera und sein Heer verfluchte, durch einen Menschen vernichtet zu werden — ein Fluch, der nun durch Bhīma erfüllt und damit gelöst worden ist.
Vaiśaṃpāyana sprach: Als er die vielfältigen Laute hörte, mit denen die Höhlen des Berges widerhallten, wurde beunruhigt Ajātaśatru, der Sohn Kuntīs, ebenso wie beide Söhne der Mādrī,
Vaiśaṃpāyana sprach: Als er die vielfältigen Laute hörte, mit denen die Höhlen des Berges widerhallten, wurde beunruhigt Ajātaśatru, der Sohn Kuntīs, ebenso wie beide Söhne der Mādrī,
śuśubhe sa mahābāhur gadākhaḍgadhanurdharaḥ nihatya samare sarvān dānavān maghavān iva
Es glänzte der Starkarmige, Keule, Schwert und Bogen tragend, nachdem er im Kampf alle erschlagen hatte, wie Maghavān nach der Erschlagung der Dānavas.
Wort für Wort
śuśubhe sa mahābāhur gadākhaḍgadhanurdharaḥ nihatya samare sarvān dānavān maghavān iva
Es glänzte der Starkarmige, Keule, Schwert und Bogen tragend, nachdem er im Kampf alle erschlagen hatte, wie Maghavān nach der Erschlagung der Dānavas.
„Sei es aus Verwegenheit oder aus Verblendung, Bhīma, diese böse Tat wurde begangen; dies ziemt sich nicht für dich, Held, wie eine Lüge sich nicht für einen Weisen ziemt.
„Sei es aus Verwegenheit oder aus Verblendung, Bhīma, diese böse Tat wurde begangen; dies ziemt sich nicht für dich, Held, wie eine Lüge sich nicht für einen Weisen ziemt.
Was dem König missfällt, soll man nicht tun — dies wissen die Kenner der Pflicht; dies aber, was den Dreißig Göttern missfällt, hast du getan, Bhīmasena.
Was dem König missfällt, soll man nicht tun — dies wissen die Kenner der Pflicht; dies aber, was den Dreißig Göttern missfällt, hast du getan, Bhīmasena.
arthadharmāv anādṛtya yaḥ pāpe kurute manaḥ karmaṇāṃ pārtha pāpānāṃ sa phalaṃ vindate dhruvam punar evaṃ na kartavyaṃ mama ced icchasi priyam
Wer Nutzen und Pflicht missachtend seinen Sinn auf Böses richtet, der erntet gewiss die Frucht böser Taten, o Pārtha; so etwas sollst du nicht wieder tun, wenn du mir zu Gefallen handeln willst.“
Wort für Wort
arthadharmāv anādṛtya yaḥ pāpe kurute manaḥ karmaṇāṃ pārtha pāpānāṃ sa phalaṃ vindate dhruvam punar evaṃ na kartavyaṃ mama ced icchasi priyam
Wer Nutzen und Pflicht missachtend seinen Sinn auf Böses richtet, der erntet gewiss die Frucht böser Taten, o Pārtha; so etwas sollst du nicht wieder tun, wenn du mir zu Gefallen handeln willst.“
evam uktvā sa dharmātmā bhrātā bhrātaram acyutam arthatattvavibhāgajñaḥ kuntīputro yudhiṣṭhiraḥ virarāma mahātejās tam evārthaṃ vicintayan
So sprach der rechtschaffene Bruder zum unerschütterlichen Bruder — der Sohn Kuntīs, Yudhiṣṭhira, kundig der Unterscheidung von Nutzen und Wahrheit — und verstummte dann, der Hochglanzvolle, eben diese Sache bedenkend.
Wort für Wort
evam uktvā sa dharmātmā bhrātā bhrātaram acyutam arthatattvavibhāgajñaḥ kuntīputro yudhiṣṭhiraḥ virarāma mahātejās tam evārthaṃ vicintayan
So sprach der rechtschaffene Bruder zum unerschütterlichen Bruder — der Sohn Kuntīs, Yudhiṣṭhira, kundig der Unterscheidung von Nutzen und Wahrheit — und verstummte dann, der Hochglanzvolle, eben diese Sache bedenkend.
te javena mahāvegāḥ prāpya vaiśravaṇālayam bhīmam ārtasvaraṃ cakrur bhīmasenabhayārditāḥ
Sie, mit großer Geschwindigkeit eilend, erreichten Vaiśravaṇas Wohnstatt und stießen, von Furcht vor Bhīmasena gequält, furchtbare Schmerzensschreie aus.
Wort für Wort
te javena mahāvegāḥ prāpya vaiśravaṇālayam bhīmam ārtasvaraṃ cakrur bhīmasenabhayārditāḥ
Sie, mit großer Geschwindigkeit eilend, erreichten Vaiśravaṇas Wohnstatt und stießen, von Furcht vor Bhīmasena gequält, furchtbare Schmerzensschreie aus.
labdhaḥ śailo vayaṃ muktā maṇimāṃs te sakhā hataḥ mānuṣeṇa kṛtaṃ karma vidhatsva yad anantaram
Der Berg ist eingenommen, wir sind entkommen, dein Freund Maṇimān ist erschlagen — dies ist die Tat eines Menschen; verfüge du, was als nächstes zu tun ist.“
Wort für Wort
labdhaḥ śailo vayaṃ muktā maṇimāṃs te sakhā hataḥ mānuṣeṇa kṛtaṃ karma vidhatsva yad anantaram
Der Berg ist eingenommen, wir sind entkommen, dein Freund Maṇimān ist erschlagen — dies ist die Tat eines Menschen; verfüge du, was als nächstes zu tun ist.“
Für ihn waren die besten Pferde, mit allen Vorzügen ausgestattet, klaräugig, von Glanz, Kraft und Geschwindigkeit erfüllt, mit mancherlei Edelsteinen geschmückt,
Für ihn waren die besten Pferde, mit allen Vorzügen ausgestattet, klaräugig, von Glanz, Kraft und Geschwindigkeit erfüllt, mit mancherlei Edelsteinen geschmückt,
Ihn, den Gewaltigen, wie er herannahte, den Herrn der Schätze, in der Nähe, erblickten die Pāṇḍavas, ihr Haar sich vor Freude sträubend, den lieblich Anzuschauenden.
Ihn, den Gewaltigen, wie er herannahte, den Herrn der Schätze, in der Nähe, erblickten die Pāṇḍavas, ihr Haar sich vor Freude sträubend, den lieblich Anzuschauenden.
na ca manyus tvayā kāryo bhīmasenasya pāṇḍava kālenaite hatāḥ pūrvaṃ nimittam anujas tava
Und nicht sollst du, Pāṇḍava, Zorn gegen Bhīmasena hegen; durch das Schicksal sind diese schon zuvor erschlagen gewesen, dein jüngerer Bruder war nur der Anlass.
Wort für Wort
na ca manyus tvayā kāryo bhīmasenasya pāṇḍava kālenaite hatāḥ pūrvaṃ nimittam anujas tava
Und nicht sollst du, Pāṇḍava, Zorn gegen Bhīmasena hegen; durch das Schicksal sind diese schon zuvor erschlagen gewesen, dein jüngerer Bruder war nur der Anlass.
vrīḍā cātra na kartavyā sāhasaṃ yad idaṃ kṛtam dṛṣṭaś cāpi suraiḥ pūrvaṃ vināśo yakṣarakṣasām
Und Scham soll hierüber nicht empfunden werden, dass diese Verwegenheit begangen wurde; auch von den Göttern ist der Untergang dieser Yakṣas und Rākṣasas schon zuvor vorhergesehen worden.
Wort für Wort
vrīḍā cātra na kartavyā sāhasaṃ yad idaṃ kṛtam dṛṣṭaś cāpi suraiḥ pūrvaṃ vināśo yakṣarakṣasām
Und Scham soll hierüber nicht empfunden werden, dass diese Verwegenheit begangen wurde; auch von den Göttern ist der Untergang dieser Yakṣas und Rākṣasas schon zuvor vorhergesehen worden.
evam uktvā tu rājānaṃ bhīmasenam abhāṣata naitan manasi me tāta vartate kurusattama yad idaṃ sāhasaṃ bhīma kṛṣṇārthe kṛtavān asi
So zum König gesprochen habend, sprach er zu Bhīmasena: „Nicht liegt mir dies im Sinn, mein Sohn, Bester der Kurus, dass du diese Verwegenheit, Bhīma, um Kṛṣṇās willen begangen hast.
Wort für Wort
evam uktvā tu rājānaṃ bhīmasenam abhāṣata naitan manasi me tāta vartate kurusattama yad idaṃ sāhasaṃ bhīma kṛṣṇārthe kṛtavān asi
So zum König gesprochen habend, sprach er zu Bhīmasena: „Nicht liegt mir dies im Sinn, mein Sohn, Bester der Kurus, dass du diese Verwegenheit, Bhīma, um Kṛṣṇās willen begangen hast.
Dass du, mich und die Götter missachtend, gestützt auf die Kraft deiner eigenen Arme, den Untergang der Yakṣas und Rākṣasas herbeigeführt hast — darüber bin ich dir wohlgesinnt, denn durch diese Tat bin ich heute von einem furchtbaren Fluch befreit, Vṛkodara.
Dass du, mich und die Götter missachtend, gestützt auf die Kraft deiner eigenen Arme, den Untergang der Yakṣas und Rākṣasas herbeigeführt hast — darüber bin ich dir wohlgesinnt, denn durch diese Tat bin ich heute von einem furchtbaren Fluch befreit, Vṛkodara.
Vaiśravaṇa sprach: „Eine Ratsversammlung der Götter fand in Kuśavatī statt, o Herrscher der Menschen; dorthin zog ich, umgeben von dreihundert Mahāpadmas an furchtgestaltigen, mancherlei Waffen tragenden Yakṣas.
Vaiśravaṇa sprach: „Eine Ratsversammlung der Götter fand in Kuśavatī statt, o Herrscher der Menschen; dorthin zog ich, umgeben von dreihundert Mahāpadmas an furchtgestaltigen, mancherlei Waffen tragenden Yakṣas.
[Anm.: Ein Mahāpadma bezeichnet eine sehr große Zahl (in manchen Zählweisen 10^9); gemeint ist ein gewaltiges Heer.]
Auf dem Weg dorthin erblickte ich Agastya, den besten der Weisen, wie er strenge Askese übte, am Ufer der Yamunā weilend, an einem Ort von mancherlei Vogelscharen belebt, von blühenden Bäumen geschmückt.
Auf dem Weg dorthin erblickte ich Agastya, den besten der Weisen, wie er strenge Askese übte, am Ufer der Yamunā weilend, an einem Ort von mancherlei Vogelscharen belebt, von blühenden Bäumen geschmückt.
rākṣasādhipatiḥ śrīmān maṇimān nāma me sakhā maurkhyād ajñānabhāvāc ca darpān mohāc ca bhārata nyaṣṭhīvad ākāśagato maharṣes tasya mūrdhani
Der glanzvolle Rākṣasa-Fürst, mein Freund namens Maṇimān, spuckte aus Torheit, aus Unwissenheit, aus Hochmut und Verblendung, o Bhārata, durch die Luft fliegend, auf das Haupt jenes großen Weisen.
Wort für Wort
rākṣasādhipatiḥ śrīmān maṇimān nāma me sakhā maurkhyād ajñānabhāvāc ca darpān mohāc ca bhārata nyaṣṭhīvad ākāśagato maharṣes tasya mūrdhani
Der glanzvolle Rākṣasa-Fürst, mein Freund namens Maṇimān, spuckte aus Torheit, aus Unwissenheit, aus Hochmut und Verblendung, o Bhārata, durch die Luft fliegend, auf das Haupt jenes großen Weisen.
dharṣaṇāṃ kṛtavān etāṃ paśyatas te dhaneśvara tasmāt sahaibhiḥ sainyais te vadhaṃ prāpsyati mānuṣāt
diese Kränkung begangen hat, vor deinen Augen, o Herr der Schätze, deshalb wird er, samt diesen deinen Heerscharen, den Tod durch einen Menschen erleiden.
Wort für Wort
dharṣaṇāṃ kṛtavān etāṃ paśyatas te dhaneśvara tasmāt sahaibhiḥ sainyais te vadhaṃ prāpsyati mānuṣāt
diese Kränkung begangen hat, vor deinen Augen, o Herr der Schätze, deshalb wird er, samt diesen deinen Heerscharen, den Tod durch einen Menschen erleiden.
tvaṃ cāpy ebhir hataiḥ sainyaiḥ kleśaṃ prāpsyasi durmate tam eva mānuṣaṃ dṛṣṭvā kilbiṣād vipramokṣyase
Und auch du wirst, wenn diese deine Heerscharen erschlagen sind, Leid erfahren, Übelgesinnter; doch beim Anblick eben jenes Menschen wirst du von der Schuld erlöst werden.
Wort für Wort
tvaṃ cāpy ebhir hataiḥ sainyaiḥ kleśaṃ prāpsyasi durmate tam eva mānuṣaṃ dṛṣṭvā kilbiṣād vipramokṣyase
Und auch du wirst, wenn diese deine Heerscharen erschlagen sind, Leid erfahren, Übelgesinnter; doch beim Anblick eben jenes Menschen wirst du von der Schuld erlöst werden.
sainyānāṃ tu tavaiteṣāṃ putrapautrabalānvitam na śāpaṃ prāpsyate ghoraṃ gaccha te ''jñāṃ kariṣyati
Doch von diesen deinen Heerscharen wird der, der mit Söhnen und Enkeln als Streitmacht versehen ist, den furchtbaren Fluch nicht treffen; geh — er wird deinen Befehl ausführen.‘
Wort für Wort
sainyānāṃ tu tavaiteṣāṃ putrapautrabalānvitam na śāpaṃ prāpsyate ghoraṃ gaccha te ''jñāṃ kariṣyati
Doch von diesen deinen Heerscharen wird der, der mit Söhnen und Enkeln als Streitmacht versehen ist, den furchtbaren Fluch nicht treffen; geh — er wird deinen Befehl ausführen.‘