Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)

Kapitel 18: Pradyumnamohaḥ Pradyumnas Zweikampf mit Śālva und seine Betäubung im Kampf

Pradyumna greift Śālva persönlich an; in einem gewaltigen Zweikampf verwundet er ihn schwer und schlägt ihn zeitweise bewusstlos, doch der wiedererwachte Śālva trifft Pradyumna am Schlüsselbein und betäubt ihn schließlich mit einem weiteren Pfeilhagel, sodass dieser regungslos auf dem Schlachtfeld liegt.

vāsudeva uvāca evam uktvā raukmiṇeyo yādavān bharatarṣabha daṃśitair haribhir yuktaṃ ratham āsthāya kāñcanam

Vāsudeva sprach: „So zu den Yādavas gesprochen habend, o Stier der Bharatas, bestieg der Sohn der Rukmiṇī [Pradyumna] einen goldenen Wagen, bespannt mit gepanzerten falben Rossen,

Wort für Wort
vāsudeva uvāca evam uktvā raukmiṇeyo yādavān bharatarṣabha daṃśitair haribhir yuktaṃ ratham āsthāya kāñcanam
Vāsudeva sprach: „So zu den Yādavas gesprochen habend, o Stier der Bharatas, bestieg der Sohn der Rukmiṇī [Pradyumna] einen goldenen Wagen, bespannt mit gepanzerten falben Rossen,

ucchritya makaraṃ ketuṃ vyāttānanam alaṃkṛtam utpatadbhir ivākāśaṃ tair hayair anvayāt parān

und, das Banner mit dem geschmückten, mit geöffnetem Rachen versehenen Krokodilzeichen aufgerichtet, verfolgte er die Feinde mit jenen Rossen, die den Luftraum zu durchmessen schienen.

Wort für Wort
ucchritya makaraṃ ketuṃ vyāttānanam alaṃkṛtam utpatadbhir ivākāśaṃ tair hayair anvayāt parān
und, das Banner mit dem geschmückten, mit geöffnetem Rachen versehenen Krokodilzeichen aufgerichtet, verfolgte er die Feinde mit jenen Rossen, die den Luftraum zu durchmessen schienen.

vikṣipan nādayaṃś cāpi dhanuḥśreṣṭhaṃ mahābalaḥ tūṇakhaḍgadharaḥ śūro baddhagodhāṅgulitravān

Den besten Bogen schwingend und erdröhnen lassend, der Gewaltige, Köcher und Schwert tragend, der Held, mit angelegtem Fingerschutz aus Eidechsenleder,

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vikṣipan nādayaṃś cāpi dhanuḥśreṣṭhaṃ mahābalaḥ tūṇakhaḍgadharaḥ śūro baddhagodhāṅgulitravān
Den besten Bogen schwingend und erdröhnen lassend, der Gewaltige, Köcher und Schwert tragend, der Held, mit angelegtem Fingerschutz aus Eidechsenleder,

sa vidyuccalitaṃ cāpaṃ viharan vai talāt talam mohayām āsa daiteyān sarvān saubhanivāsinaḥ

während er seinen wie ein Blitz zuckenden Bogen von einer Handfläche zur anderen bewegte, verwirrte er alle Daityas, die Saubha bewohnten.

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sa vidyuccalitaṃ cāpaṃ viharan vai talāt talam mohayām āsa daiteyān sarvān saubhanivāsinaḥ
während er seinen wie ein Blitz zuckenden Bogen von einer Handfläche zur anderen bewegte, verwirrte er alle Daityas, die Saubha bewohnten.

nāsya vikṣipataś cāpaṃ saṃdadhānasya cāsakṛt antaraṃ dadṛśe kaś cin nighnataḥ śātravān raṇe

Niemand konnte eine Lücke bei ihm erkennen, wie er den Bogen schwang und immer wieder Pfeile auflegte, während er im Kampf die Feinde niederstreckte.

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nāsya vikṣipataś cāpaṃ saṃdadhānasya cāsakṛt antaraṃ dadṛśe kaś cin nighnataḥ śātravān raṇe
Niemand konnte eine Lücke bei ihm erkennen, wie er den Bogen schwang und immer wieder Pfeile auflegte, während er im Kampf die Feinde niederstreckte.

mukhasya varṇo na vikalpate 'sya; celuś ca gātrāṇi na cāpi tasya siṃhonnataṃ cāpy abhigarjato 'sya; śuśrāva loko 'dbhutarūpam agryam

Die Farbe seines Gesichts veränderte sich nicht, und seine Glieder zitterten nicht; und die Welt hörte sein löwenhaft erhabenes, wunderbares, vortreffliches Gebrüll, während er brüllte.

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mukhasya varṇo na vikalpate 'sya; celuś ca gātrāṇi na cāpi tasya siṃhonnataṃ cāpy abhigarjato 'sya; śuśrāva loko 'dbhutarūpam agryam
Die Farbe seines Gesichts veränderte sich nicht, und seine Glieder zitterten nicht; und die Welt hörte sein löwenhaft erhabenes, wunderbares, vortreffliches Gebrüll, während er brüllte.

jalecaraḥ kāñcanayaṣṭisaṃstho; vyāttānanaḥ sarvatimipramāthī vitrāsayan rājati vāhamukhye; śālvasya senāpramukhe dhvajāgryaḥ

Das im Wasser lebende Ungeheuer seines Banners, auf goldener Stange stehend, mit geöffnetem Rachen, alle Fische gleichsam zermalmend, Schrecken verbreitend, erstrahlte, an der Spitze seines Wagens, vor dem Heer Śālvas, als das vornehmste Banner.

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jalecaraḥ kāñcanayaṣṭisaṃstho; vyāttānanaḥ sarvatimipramāthī vitrāsayan rājati vāhamukhye; śālvasya senāpramukhe dhvajāgryaḥ
Das im Wasser lebende Ungeheuer seines Banners, auf goldener Stange stehend, mit geöffnetem Rachen, alle Fische gleichsam zermalmend, Schrecken verbreitend, erstrahlte, an der Spitze seines Wagens, vor dem Heer Śālvas, als das vornehmste Banner.

tataḥ sa tūrṇaṃ niṣpatya pradyumnaḥ śatrukarśanaḥ śālvam evābhidudrāva vidhāsyan kalahaṃ nṛpa

Darauf, rasch hervorstürmend, griff Pradyumna, der Feindebezwinger, Śālva selbst an, um den Kampf zu entscheiden, o König.

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tataḥ sa tūrṇaṃ niṣpatya pradyumnaḥ śatrukarśanaḥ śālvam evābhidudrāva vidhāsyan kalahaṃ nṛpa
Darauf, rasch hervorstürmend, griff Pradyumna, der Feindebezwinger, Śālva selbst an, um den Kampf zu entscheiden, o König.

abhiyānaṃ tu vīreṇa pradyumnena mahāhave nāmarṣayata saṃkruddhaḥ śālvaḥ kurukulodvaha

Den Angriff des Helden Pradyumna in der großen Schlacht ertrug der zornentbrannte Śālva nicht, o Erhalter des Kuru-Geschlechts.

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abhiyānaṃ tu vīreṇa pradyumnena mahāhave nāmarṣayata saṃkruddhaḥ śālvaḥ kurukulodvaha
Den Angriff des Helden Pradyumna in der großen Schlacht ertrug der zornentbrannte Śālva nicht, o Erhalter des Kuru-Geschlechts.

sa roṣamadamatto vai kāmagād avaruhya ca pradyumnaṃ yodhayām āsa śālvaḥ parapuraṃjayaḥ

Von Zornesrausch trunken, stieg Śālva, der Städteeroberer, von seinem nach Belieben fliegenden Schiff herab und bekämpfte Pradyumna.

Wort für Wort
sa roṣamadamatto vai kāmagād avaruhya ca pradyumnaṃ yodhayām āsa śālvaḥ parapuraṃjayaḥ
Von Zornesrausch trunken, stieg Śālva, der Städteeroberer, von seinem nach Belieben fliegenden Schiff herab und bekämpfte Pradyumna.

tayoḥ sutumulaṃ yuddhaṃ śālvavṛṣṇipravīrayoḥ sametā dadṛśur lokā balivāsavayor iva

Den überaus tosenden Kampf zwischen Śālva und dem Helden der Vṛṣṇis sahen die versammelten Menschen wie den Kampf zwischen Bali und Vāsava.

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tayoḥ sutumulaṃ yuddhaṃ śālvavṛṣṇipravīrayoḥ sametā dadṛśur lokā balivāsavayor iva
Den überaus tosenden Kampf zwischen Śālva und dem Helden der Vṛṣṇis sahen die versammelten Menschen wie den Kampf zwischen Bali und Vāsava.

tasya māyāmayo vīra ratho hemapariṣkṛtaḥ sadhvajaḥ sapatākaś ca sānukarṣaḥ satūṇavān

Sein Wagen, durch Zauberkunst erschaffen, war mit Gold verziert, mit Banner und Standarte, mit Deichsel und Köcher versehen, o Held.

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tasya māyāmayo vīra ratho hemapariṣkṛtaḥ sadhvajaḥ sapatākaś ca sānukarṣaḥ satūṇavān
Sein Wagen, durch Zauberkunst erschaffen, war mit Gold verziert, mit Banner und Standarte, mit Deichsel und Köcher versehen, o Held.

sa taṃ rathavaraṃ śrīmān samāruhya kila prabho mumoca bāṇān kauravya pradyumnāya mahābalaḥ

Diesen vortrefflichen Wagen bestieg der glanzvolle, gewaltige Śālva, o Herr, o Kaurava, und schoss Pfeile auf Pradyumna ab.

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sa taṃ rathavaraṃ śrīmān samāruhya kila prabho mumoca bāṇān kauravya pradyumnāya mahābalaḥ
Diesen vortrefflichen Wagen bestieg der glanzvolle, gewaltige Śālva, o Herr, o Kaurava, und schoss Pfeile auf Pradyumna ab.

tato bāṇamayaṃ varṣaṃ vyasṛjat tarasā raṇe pradyumno bhujavegena śālvaṃ saṃmohayann iva

Darauf entließ Pradyumna mit der Wucht seiner Arme rasch im Kampf einen Pfeilregen, Śālva gleichsam betäubend.

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tato bāṇamayaṃ varṣaṃ vyasṛjat tarasā raṇe pradyumno bhujavegena śālvaṃ saṃmohayann iva
Darauf entließ Pradyumna mit der Wucht seiner Arme rasch im Kampf einen Pfeilregen, Śālva gleichsam betäubend.

sa tair abhihataḥ saṃkhye nāmarṣayata saubharāṭ śarān dīptāgnisaṃkāśān mumoca tanaye mama

Von diesen im Kampf getroffen, ertrug es der Herrscher von Saubha nicht, und er schoss auf meinen Sohn Pfeile, die lodernden Flammen glichen.

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sa tair abhihataḥ saṃkhye nāmarṣayata saubharāṭ śarān dīptāgnisaṃkāśān mumoca tanaye mama
Von diesen im Kampf getroffen, ertrug es der Herrscher von Saubha nicht, und er schoss auf meinen Sohn Pfeile, die lodernden Flammen glichen.

sa śālvabāṇai rājendra viddho rukmiṇinandanaḥ mumoca bāṇaṃ tvarito marmabhedinam āhave

Von Śālvas Pfeilen getroffen, o Herrscher der Könige, schoss der Sohn der Rukmiṇī eilends im Kampf einen Pfeil ab, der die lebenswichtigen Stellen durchbohrt.

Wort für Wort
sa śālvabāṇai rājendra viddho rukmiṇinandanaḥ mumoca bāṇaṃ tvarito marmabhedinam āhave
Von Śālvas Pfeilen getroffen, o Herrscher der Könige, schoss der Sohn der Rukmiṇī eilends im Kampf einen Pfeil ab, der die lebenswichtigen Stellen durchbohrt.

tasya varma vibhidyāśu sa bāṇo matsuteritaḥ bibheda hṛdayaṃ patrī sa papāta mumoha ca

Dessen Rüstung durchbohrend, drang jener von meinem Sohn geschossene, gefiederte Pfeil rasch in dessen Herz; er fiel nieder und wurde ohnmächtig.

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tasya varma vibhidyāśu sa bāṇo matsuteritaḥ bibheda hṛdayaṃ patrī sa papāta mumoha ca
Dessen Rüstung durchbohrend, drang jener von meinem Sohn geschossene, gefiederte Pfeil rasch in dessen Herz; er fiel nieder und wurde ohnmächtig.

tasmin nipatite vīre śālvarāje vicetasi saṃprādravan dānavendrā dārayanto vasuṃdharām

Als jener Held, der König Śālva, besinnungslos gefallen war, stürmten die Herren der Dānavas davon, die Erde erzittern lassend.

Wort für Wort
tasmin nipatite vīre śālvarāje vicetasi saṃprādravan dānavendrā dārayanto vasuṃdharām
Als jener Held, der König Śālva, besinnungslos gefallen war, stürmten die Herren der Dānavas davon, die Erde erzittern lassend.

hāhākṛtam abhūt sainyaṃ śālvasya pṛthivīpate naṣṭasaṃjñe nipatite tadā saubhapatau nṛpa

Wehklagend wurde das Heer Śālvas, o Herrscher der Erde, als der Herr von Saubha bewusstlos daniederlag, o König.

Wort für Wort
hāhākṛtam abhūt sainyaṃ śālvasya pṛthivīpate naṣṭasaṃjñe nipatite tadā saubhapatau nṛpa
Wehklagend wurde das Heer Śālvas, o Herrscher der Erde, als der Herr von Saubha bewusstlos daniederlag, o König.

tata utthāya kauravya pratilabhya ca cetanām mumoca bāṇaṃ tarasā pradyumnāya mahābalaḥ

Darauf, sich erhebend, o Kaurava, und sein Bewusstsein wiedererlangend, schoss der Gewaltige rasch einen Pfeil auf Pradyumna ab.

Wort für Wort
tata utthāya kauravya pratilabhya ca cetanām mumoca bāṇaṃ tarasā pradyumnāya mahābalaḥ
Darauf, sich erhebend, o Kaurava, und sein Bewusstsein wiedererlangend, schoss der Gewaltige rasch einen Pfeil auf Pradyumna ab.

tena viddho mahābāhuḥ pradyumnaḥ samare sthitaḥ jatrudeśe bhṛśaṃ vīro vyavāsīdad rathe tadā

Von diesem getroffen, sank der starkarmige Pradyumna, der im Kampf stehende Held, heftig am Schlüsselbein verwundet, damals auf seinem Wagen zusammen.

Wort für Wort
tena viddho mahābāhuḥ pradyumnaḥ samare sthitaḥ jatrudeśe bhṛśaṃ vīro vyavāsīdad rathe tadā
Von diesem getroffen, sank der starkarmige Pradyumna, der im Kampf stehende Held, heftig am Schlüsselbein verwundet, damals auf seinem Wagen zusammen.

taṃ sa viddhvā mahārāja śālvo rukmiṇinandanam nanāda siṃhanādaṃ vai nādenāpūrayan mahīm

Nachdem er ihn, den Sohn der Rukmiṇī, getroffen hatte, o Großkönig, stieß Śālva ein Löwengebrüll aus und erfüllte die Erde mit seinem Schall.

Wort für Wort
taṃ sa viddhvā mahārāja śālvo rukmiṇinandanam nanāda siṃhanādaṃ vai nādenāpūrayan mahīm
Nachdem er ihn, den Sohn der Rukmiṇī, getroffen hatte, o Großkönig, stieß Śālva ein Löwengebrüll aus und erfüllte die Erde mit seinem Schall.

tato mohaṃ samāpanne tanaye mama bhārata mumoca bāṇāṃs tvaritaḥ punar anyān durāsadān

Als darauf mein Sohn in Ohnmacht gefallen war, o Bhārata, schoss Śālva eilends erneut andere, unnahbare Pfeile ab.

Wort für Wort
tato mohaṃ samāpanne tanaye mama bhārata mumoca bāṇāṃs tvaritaḥ punar anyān durāsadān
Als darauf mein Sohn in Ohnmacht gefallen war, o Bhārata, schoss Śālva eilends erneut andere, unnahbare Pfeile ab.

sa tair abhihato bāṇair bahubhis tena mohitaḥ niśceṣṭaḥ kauravaśreṣṭha pradyumno 'bhūd raṇājire

Von diesen vielen Pfeilen getroffen, von ihm betäubt, wurde Pradyumna, o Bester der Kauravas, regungslos auf dem Schlachtfeld.

Wort für Wort
sa tair abhihato bāṇair bahubhis tena mohitaḥ niśceṣṭaḥ kauravaśreṣṭha pradyumno 'bhūd raṇājire
Von diesen vielen Pfeilen getroffen, von ihm betäubt, wurde Pradyumna, o Bester der Kauravas, regungslos auf dem Schlachtfeld.

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