Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)

Kapitel 216: Viśākhotpattiḥ Der Kampf gegen die Götter und die Entstehung Viśākhas

Indra, unsicher über den Ausgang des Machtkampfs, zieht mit dem gesamten Götterheer auf Airāvata gegen Skanda; dessen bloßer Kriegsschrei versetzt das Heer in Panik, und aus seinem Mund entfesseltes Feuer verbrennt die fliehenden Götter. Als auch Indra allein zurückbleibt, schleudert er seinen Vajra gegen Skandas rechte Seite; aus der Wunde entsteht ein zweiter göttlicher Jüngling, Viśākha (‚der Astgetrennte‘). Von diesem neuen, feuergleichen Wesen erschreckt, ergibt sich Indra Skanda, der ihm und seinem Heer Sicherheit gewährt, worauf die Götter erleichtert jubeln.

mārkaṇḍeya uvāca grahāḥ sopagrahāś caiva ṛṣayo mātaras tathā hutāśanamukhāś cāpi dīptāḥ pāriṣadāṃ gaṇāḥ

Mārkaṇḍeya sprach: „Die Planeten samt ihren Nebenplaneten, die Seher, ebenso die Mütter, sowie auch die glutvollen Scharen der Gefolgsleute, angeführt vom Opferverzehrer –

Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca grahāḥ sopagrahāś caiva ṛṣayo mātaras tathā hutāśanamukhāś cāpi dīptāḥ pāriṣadāṃ gaṇāḥ
Mārkaṇḍeya sprach: „Die Planeten samt ihren Nebenplaneten, die Seher, ebenso die Mütter, sowie auch die glutvollen Scharen der Gefolgsleute, angeführt vom Opferverzehrer –

ete cānye ca bahavo ghorās tridivavāsinaḥ parivārya mahāsenaṃ sthitā mātṛgaṇaiḥ saha

diese und viele andere furchtbare Bewohner des dritten Himmels standen, Mahāsena umringend, zusammen mit den Mütterscharen.

Wort für Wort
ete cānye ca bahavo ghorās tridivavāsinaḥ parivārya mahāsenaṃ sthitā mātṛgaṇaiḥ saha
diese und viele andere furchtbare Bewohner des dritten Himmels standen, Mahāsena umringend, zusammen mit den Mütterscharen.

saṃdigdhaṃ vijayaṃ dṛṣṭvā vijayepsuḥ sureśvaraḥ āruhyairāvataskandhaṃ prayayau daivataiḥ saha vijighāṃsur mahāsenam indras tūrṇataraṃ yayau

Als der Götterherr sah, dass der Sieg ungewiss war, zog er, siegbegierig, auf der Schulter Airāvatas reitend, zusammen mit den Göttern aus; Indra, Mahāsena zu töten begierig, zog überaus rasch dahin.

Wort für Wort
saṃdigdhaṃ vijayaṃ dṛṣṭvā vijayepsuḥ sureśvaraḥ āruhyairāvataskandhaṃ prayayau daivataiḥ saha vijighāṃsur mahāsenam indras tūrṇataraṃ yayau
Als der Götterherr sah, dass der Sieg ungewiss war, zog er, siegbegierig, auf der Schulter Airāvatas reitend, zusammen mit den Göttern aus; Indra, Mahāsena zu töten begierig, zog überaus rasch dahin.

ugraṃ tac ca mahāvegaṃ devānīkaṃ mahāprabham vicitradhvajasaṃnāhaṃ nānāvāhanakārmukam pravarāmbarasaṃvītaṃ śriyā juṣṭam alaṃkṛtam

Und jenes furchtbare, überaus schnelle, glanzvolle Götterheer, mit bunten Bannern und Rüstungen, mit mannigfaltigen Reittieren und Bögen, in prächtige Gewänder gehüllt, von Pracht erfüllt und geschmückt –

Wort für Wort
ugraṃ tac ca mahāvegaṃ devānīkaṃ mahāprabham vicitradhvajasaṃnāhaṃ nānāvāhanakārmukam pravarāmbarasaṃvītaṃ śriyā juṣṭam alaṃkṛtam
Und jenes furchtbare, überaus schnelle, glanzvolle Götterheer, mit bunten Bannern und Rüstungen, mit mannigfaltigen Reittieren und Bögen, in prächtige Gewänder gehüllt, von Pracht erfüllt und geschmückt –

vijighāṃsuṃ tadāyāntaṃ kumāraḥ śakram abhyayāt vinadan pathi śakras tu drutaṃ yāti mahābalaḥ saṃharṣayan devasenāṃ jighāṃsuḥ pāvakātmajam

diesem heranziehenden, ihn zu töten begierigen Heer trat der Knabe brüllend entgegen; Śakra aber, der Mächtige, zog rasch auf dem Weg, das Götterheer anfeuernd, begierig, den Sohn Agnis zu töten.

Wort für Wort
vijighāṃsuṃ tadāyāntaṃ kumāraḥ śakram abhyayāt vinadan pathi śakras tu drutaṃ yāti mahābalaḥ saṃharṣayan devasenāṃ jighāṃsuḥ pāvakātmajam
diesem heranziehenden, ihn zu töten begierigen Heer trat der Knabe brüllend entgegen; Śakra aber, der Mächtige, zog rasch auf dem Weg, das Götterheer anfeuernd, begierig, den Sohn Agnis zu töten.

saṃpūjyamānas tridaśais tathaiva paramarṣibhiḥ samīpam upasaṃprāptaḥ kārttikeyasya vāsavaḥ

Geehrt von den Göttern, ebenso von den höchsten Sehern, näherte sich Vāsava dem Kārttikeya.

Wort für Wort
saṃpūjyamānas tridaśais tathaiva paramarṣibhiḥ samīpam upasaṃprāptaḥ kārttikeyasya vāsavaḥ
Geehrt von den Göttern, ebenso von den höchsten Sehern, näherte sich Vāsava dem Kārttikeya.

siṃhanādaṃ tataś cakre deveśaḥ sahitaḥ suraiḥ guho 'pi śabdaṃ taṃ śrutvā vyanadat sāgaro yathā

Da stieß der Götterherr, zusammen mit den Göttern, einen Löwenschrei aus; auch Guha, als er jenen Laut hörte, brüllte wie das Meer.

Wort für Wort
siṃhanādaṃ tataś cakre deveśaḥ sahitaḥ suraiḥ guho 'pi śabdaṃ taṃ śrutvā vyanadat sāgaro yathā
Da stieß der Götterherr, zusammen mit den Göttern, einen Löwenschrei aus; auch Guha, als er jenen Laut hörte, brüllte wie das Meer.

tasya śabdena mahatā samuddhūtodadhiprabham babhrāma tatra tatraiva devasainyam acetanam

Durch dessen gewaltigen Laut, dem Aufwallen des Ozeans gleich, geriet das Götterheer dort und da, besinnungslos, ins Taumeln.

Wort für Wort
tasya śabdena mahatā samuddhūtodadhiprabham babhrāma tatra tatraiva devasainyam acetanam
Durch dessen gewaltigen Laut, dem Aufwallen des Ozeans gleich, geriet das Götterheer dort und da, besinnungslos, ins Taumeln.

jighāṃsūn upasaṃprāptān devān dṛṣṭvā sa pāvakiḥ visasarja mukhāt kruddhaḥ pravṛddhāḥ pāvakārciṣaḥ tā devasainyāny adahan veṣṭamānāni bhūtale

Als er die herannahenden, ihn zu töten begierigen Götter sah, entließ der Sohn Agnis, erzürnt, aus seinem Mund gewaltig angewachsene Feuerflammen; diese verbrannten die Götterheere, die sich auf dem Erdboden wälzten.

Wort für Wort
jighāṃsūn upasaṃprāptān devān dṛṣṭvā sa pāvakiḥ visasarja mukhāt kruddhaḥ pravṛddhāḥ pāvakārciṣaḥ tā devasainyāny adahan veṣṭamānāni bhūtale
Als er die herannahenden, ihn zu töten begierigen Götter sah, entließ der Sohn Agnis, erzürnt, aus seinem Mund gewaltig angewachsene Feuerflammen; diese verbrannten die Götterheere, die sich auf dem Erdboden wälzten.

te pradīptaśirodehāḥ pradīptāyudhavāhanāḥ pracyutāḥ sahasā bhānti citrās tārāgaṇā iva

Sie, mit lodernden Köpfen und Körpern, mit lodernden Waffen und Reittieren, plötzlich fortgerissen, erstrahlten wie bunte Sternenscharen.

Wort für Wort
te pradīptaśirodehāḥ pradīptāyudhavāhanāḥ pracyutāḥ sahasā bhānti citrās tārāgaṇā iva
Sie, mit lodernden Köpfen und Körpern, mit lodernden Waffen und Reittieren, plötzlich fortgerissen, erstrahlten wie bunte Sternenscharen.

dahyamānāḥ prapannās te śaraṇaṃ pāvakātmajam devā vajradharaṃ tyaktvā tataḥ śāntim upāgatāḥ

Verbrennend, suchten die Götter Zuflucht bei eben dem Sohn Agnis; den Vajra-Träger verlassend, erlangten sie da Frieden.

Wort für Wort
dahyamānāḥ prapannās te śaraṇaṃ pāvakātmajam devā vajradharaṃ tyaktvā tataḥ śāntim upāgatāḥ
Verbrennend, suchten die Götter Zuflucht bei eben dem Sohn Agnis; den Vajra-Träger verlassend, erlangten sie da Frieden.

tyakto devais tataḥ skande vajraṃ śakro 'bhyavāsṛjat tad visṛṣṭaṃ jaghānāśu pārśvaṃ skandasya dakṣiṇam bibheda ca mahārāja pārśvaṃ tasya mahātmanaḥ

Von den Göttern verlassen, schleuderte Śakra da seinen Vajra gegen Skanda; jener geschleuderte Blitz traf rasch die rechte Seite Skandas und durchbohrte, o Großkönig, die Seite jenes Hochherzigen.

Wort für Wort
tyakto devais tataḥ skande vajraṃ śakro 'bhyavāsṛjat tad visṛṣṭaṃ jaghānāśu pārśvaṃ skandasya dakṣiṇam bibheda ca mahārāja pārśvaṃ tasya mahātmanaḥ
Von den Göttern verlassen, schleuderte Śakra da seinen Vajra gegen Skanda; jener geschleuderte Blitz traf rasch die rechte Seite Skandas und durchbohrte, o Großkönig, die Seite jenes Hochherzigen.

vajraprahārāt skandasya saṃjātaḥ puruṣo 'paraḥ yuvā kāñcanasaṃnāhaḥ śaktidhṛg divyakuṇḍalaḥ yad vajraviśanāj jāto viśākhas tena so 'bhavat

Durch den Vajra-Schlag entstand aus Skanda ein weiterer Mann, jugendlich, mit goldener Rüstung, den Speer tragend, mit göttlichen Ohrringen; da er aus dem Eindringen des Vajra geboren wurde, wurde er dadurch zu Viśākha, dem ‚Astgetrennten‘.

Wort für Wort
vajraprahārāt skandasya saṃjātaḥ puruṣo 'paraḥ yuvā kāñcanasaṃnāhaḥ śaktidhṛg divyakuṇḍalaḥ yad vajraviśanāj jāto viśākhas tena so 'bhavat
Durch den Vajra-Schlag entstand aus Skanda ein weiterer Mann, jugendlich, mit goldener Rüstung, den Speer tragend, mit göttlichen Ohrringen; da er aus dem Eindringen des Vajra geboren wurde, wurde er dadurch zu Viśākha, dem ‚Astgetrennten‘.

taṃ jātam aparaṃ dṛṣṭvā kālānalasamadyutim bhayād indras tataḥ skandaṃ prāñjaliḥ śaraṇaṃ gataḥ

Als er diesen neu geborenen, dem Weltenfeuer an Glanz gleichen sah, suchte Indra da, aus Furcht, mit gefalteten Händen bei Skanda Zuflucht.

Wort für Wort
taṃ jātam aparaṃ dṛṣṭvā kālānalasamadyutim bhayād indras tataḥ skandaṃ prāñjaliḥ śaraṇaṃ gataḥ
Als er diesen neu geborenen, dem Weltenfeuer an Glanz gleichen sah, suchte Indra da, aus Furcht, mit gefalteten Händen bei Skanda Zuflucht.

tasyābhayaṃ dadau skandaḥ sahasainyasya sattama tataḥ prahṛṣṭās tridaśā vāditrāṇy abhyavādayan

Skanda gewährte ihm samt seinem Heer Sicherheit, o Bester; da ließen die hocherfreuten Götter ihre Musikinstrumente erklingen.“

Wort für Wort
tasyābhayaṃ dadau skandaḥ sahasainyasya sattama tataḥ prahṛṣṭās tridaśā vāditrāṇy abhyavādayan
Skanda gewährte ihm samt seinem Heer Sicherheit, o Bester; da ließen die hocherfreuten Götter ihre Musikinstrumente erklingen.“

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