Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)
Kapitel 179: Kāmyakavanapraveśaḥ
Der Wechsel der Jahreszeiten und der Aufbruch nach Kāmyaka
Eine reine Naturschilderung: Der Regenzeit mit ihren dröhnenden Wolken und überfluteten Landschaften folgt der klare, sternenreiche Herbst. An der heiligen Sarasvatī verbringen die Pāṇḍavas die heiligste Nacht des Jahres, die herbstliche Kārttikī-Nacht, bevor sie mit Dhaumya und ihrem Gefolge in den Wald Kāmyaka aufbrechen.
vaiśaṃpāyana uvāca nidāghāntakaraḥ kālaḥ sarvabhūtasukhāvahaḥ tatraiva vasatāṃ teṣāṃ prāvṛṭ samabhipadyata
Vaiśaṃpāyana sprach: Während sie eben dort weilten, brach die Regenzeit an, die Zeit, die der Sommerhitze ein Ende macht und allen Wesen Wohlbehagen bringt.
Wort für Wort vaiśaṃpāyana uvāca nidāghāntakaraḥ kālaḥ sarvabhūtasukhāvahaḥ tatraiva vasatāṃ teṣāṃ prāvṛṭ samabhipadyata Vaiśaṃpāyana sprach: Während sie eben dort weilten, brach die Regenzeit an, die Zeit, die der Sommerhitze ein Ende macht und allen Wesen Wohlbehagen bringt. chādayanto mahāghoṣāḥ khaṃ diśaś ca balāhakāḥ pravavarṣur divārātram asitāḥ satataṃ tadā
Gewaltig dröhnende, schwarze Wolken, die den Himmel und die Himmelsrichtungen verhüllten, regneten damals unablässig bei Tag und Nacht.
Wort für Wort chādayanto mahāghoṣāḥ khaṃ diśaś ca balāhakāḥ pravavarṣur divārātram asitāḥ satataṃ tadā Gewaltig dröhnende, schwarze Wolken, die den Himmel und die Himmelsrichtungen verhüllten, regneten damals unablässig bei Tag und Nacht. tapātyayaniketāś ca śataśo 'tha sahasraśaḥ apetārkaprabhājālāḥ savidyudvimalaprabhāḥ
Zu Hunderten und Tausenden erschienen sie am Ende der Hitzezeit, des Sonnenglanzes Netz entrückt, mit reinem Blitzesglanz erstrahlend.
Wort für Wort tapātyayaniketāś ca śataśo 'tha sahasraśaḥ apetārkaprabhājālāḥ savidyudvimalaprabhāḥ Zu Hunderten und Tausenden erschienen sie am Ende der Hitzezeit, des Sonnenglanzes Netz entrückt, mit reinem Blitzesglanz erstrahlend. virūḍhaśaṣpā pṛthivī mattadaṃśasarīsṛpā babhūva payasā siktā śāntadhūmarajo 'ruṇā
Die Erde, mit sprossendem jungem Gras bedeckt, von trunkenen Insekten und kriechendem Getier belebt, wurde vom Regenwasser durchtränkt, ihr Rauch und Staub gestillt, rötlich schimmernd.
Wort für Wort virūḍhaśaṣpā pṛthivī mattadaṃśasarīsṛpā babhūva payasā siktā śāntadhūmarajo 'ruṇā Die Erde, mit sprossendem jungem Gras bedeckt, von trunkenen Insekten und kriechendem Getier belebt, wurde vom Regenwasser durchtränkt, ihr Rauch und Staub gestillt, rötlich schimmernd. na sma prajñāyate kiṃ cid ambhasā samavastṛte samaṃ vā viṣamaṃ vāpi nadyo vā sthāvarāṇi vā
Nichts mehr war zu erkennen, so vom Wasser überall bedeckt – weder Ebenes noch Unebenes, weder die Flüsse noch das feste Land.
Wort für Wort na sma prajñāyate kiṃ cid ambhasā samavastṛte samaṃ vā viṣamaṃ vāpi nadyo vā sthāvarāṇi vā Nichts mehr war zu erkennen, so vom Wasser überall bedeckt – weder Ebenes noch Unebenes, weder die Flüsse noch das feste Land. kṣubdhatoyā mahāghoṣāḥ śvasamānā ivāśugāḥ sindhavaḥ śobhayāṃ cakruḥ kānanāni tapātyaye
Mit aufgewühlten Fluten, gewaltig tosend, wie schnaubend dahineilend, schmückten die Ströme die Wälder am Ende der Hitzezeit.
Wort für Wort kṣubdhatoyā mahāghoṣāḥ śvasamānā ivāśugāḥ sindhavaḥ śobhayāṃ cakruḥ kānanāni tapātyaye Mit aufgewühlten Fluten, gewaltig tosend, wie schnaubend dahineilend, schmückten die Ströme die Wälder am Ende der Hitzezeit. nadatāṃ kānanānteṣu śrūyante vividhāḥ svanāḥ vṛṣṭibhis tāḍyamānānāṃ varāhamṛgapakṣiṇām
An den Waldrändern waren die mannigfachen Laute der vom Regen getroffenen Eber, Hirsche und Vögel zu hören, die sie rufend von sich gaben.
Wort für Wort nadatāṃ kānanānteṣu śrūyante vividhāḥ svanāḥ vṛṣṭibhis tāḍyamānānāṃ varāhamṛgapakṣiṇām An den Waldrändern waren die mannigfachen Laute der vom Regen getroffenen Eber, Hirsche und Vögel zu hören, die sie rufend von sich gaben. stokakāḥ śikhinaś caiva puṃskokilagaṇaiḥ saha mattāḥ paripatanti sma dardurāś caiva darpitāḥ
Regenpfeifer und Pfauen, zusammen mit Scharen männlicher Kuckucke, flogen trunken umher, und übermütig waren auch die Frösche.
Wort für Wort stokakāḥ śikhinaś caiva puṃskokilagaṇaiḥ saha mattāḥ paripatanti sma dardurāś caiva darpitāḥ Regenpfeifer und Pfauen, zusammen mit Scharen männlicher Kuckucke, flogen trunken umher, und übermütig waren auch die Frösche. tathā bahuvidhākārā prāvṛṇ meghānunāditā abhyatītā śivā teṣāṃ caratāṃ marudhanvasu
So verging ihnen, während sie durch die Wüstensteppen wanderten, die vielgestaltige, von Wolken widerhallende Regenzeit, ihnen wohlgesinnt.
Wort für Wort tathā bahuvidhākārā prāvṛṇ meghānunāditā abhyatītā śivā teṣāṃ caratāṃ marudhanvasu So verging ihnen, während sie durch die Wüstensteppen wanderten, die vielgestaltige, von Wolken widerhallende Regenzeit, ihnen wohlgesinnt. krauñcahaṃsagaṇākīrṇā śarat praṇihitābhavat rūḍhakakṣavanaprasthā prasannajalanimnagā
Der Herbst kam heran, von Scharen der Krauñca-Kraniche und Gänse erfüllt, mit dicht bewachsenen Waldlichtungen und Flüssen von klarem Wasser.
Wort für Wort krauñcahaṃsagaṇākīrṇā śarat praṇihitābhavat rūḍhakakṣavanaprasthā prasannajalanimnagā Der Herbst kam heran, von Scharen der Krauñca-Kraniche und Gänse erfüllt, mit dicht bewachsenen Waldlichtungen und Flüssen von klarem Wasser. vimalākāśanakṣatrā śarat teṣāṃ śivābhavat mṛgadvijasamākīrṇā pāṇḍavānāṃ mahātmanām
Mit reinem Himmel und klaren Sternen, von Wild und Vögeln belebt, wurde der Herbst den hochgesinnten Pāṇḍavas zum Segen.
Wort für Wort vimalākāśanakṣatrā śarat teṣāṃ śivābhavat mṛgadvijasamākīrṇā pāṇḍavānāṃ mahātmanām Mit reinem Himmel und klaren Sternen, von Wild und Vögeln belebt, wurde der Herbst den hochgesinnten Pāṇḍavas zum Segen. paśyantaḥ śāntarajasaḥ kṣapā jaladaśītalāḥ grahanakṣatrasaṃghaiś ca somena ca virājitāḥ
Sie sahen die Nächte, von Staub gereinigt, kühl vom Wasser, erstrahlend durch die Scharen der Planeten und Sterne und durch den Mond.
Wort für Wort paśyantaḥ śāntarajasaḥ kṣapā jaladaśītalāḥ grahanakṣatrasaṃghaiś ca somena ca virājitāḥ Sie sahen die Nächte, von Staub gereinigt, kühl vom Wasser, erstrahlend durch die Scharen der Planeten und Sterne und durch den Mond. kumudaiḥ puṇḍarīkaiś ca śītavāridharāḥ śivāḥ nadīḥ puṣkariṇīś caiva dadṛśuḥ samalaṃkṛtāḥ
Mit Lotosblumen und weißen Lotosblüten geschmückt, mit kühlem Wasser, sahen sie die verheißungsvollen Flüsse und Lotosteiche.
Wort für Wort kumudaiḥ puṇḍarīkaiś ca śītavāridharāḥ śivāḥ nadīḥ puṣkariṇīś caiva dadṛśuḥ samalaṃkṛtāḥ Mit Lotosblumen und weißen Lotosblüten geschmückt, mit kühlem Wasser, sahen sie die verheißungsvollen Flüsse und Lotosteiche. ākāśanīkāśataṭāṃ nīpanīvārasaṃkulām babhūva caratāṃ harṣaḥ puṇyatīrthāṃ sarasvatīm
Freude erwuchs ihnen, während sie wanderten, beim Anblick der heiligen Sarasvatī, deren Ufer dem Himmel gleich, dicht bewachsen mit Nīpa-Bäumen und wildem Reis.
Wort für Wort ākāśanīkāśataṭāṃ nīpanīvārasaṃkulām babhūva caratāṃ harṣaḥ puṇyatīrthāṃ sarasvatīm Freude erwuchs ihnen, während sie wanderten, beim Anblick der heiligen Sarasvatī, deren Ufer dem Himmel gleich, dicht bewachsen mit Nīpa-Bäumen und wildem Reis. te vai mumudire vīrāḥ prasannasalilāṃ śivām paśyanto dṛḍhadhanvānaḥ paripūrṇāṃ sarasvatīm
Die Helden, kräftige Bogenschützen, freuten sich, als sie die klarwassrige, verheißungsvolle, randvolle Sarasvatī erblickten.
Wort für Wort te vai mumudire vīrāḥ prasannasalilāṃ śivām paśyanto dṛḍhadhanvānaḥ paripūrṇāṃ sarasvatīm Die Helden, kräftige Bogenschützen, freuten sich, als sie die klarwassrige, verheißungsvolle, randvolle Sarasvatī erblickten. teṣāṃ puṇyatamā rātriḥ parvasaṃdhau sma śāradī tatraiva vasatām āsīt kārttikī janamejaya
Ihre heiligste Nacht, o Janamejaya, war, während sie eben dort weilten, die herbstliche Kārttikī-Nacht an der Verbindungsstelle der Mondphasen.
Wort für Wort teṣāṃ puṇyatamā rātriḥ parvasaṃdhau sma śāradī tatraiva vasatām āsīt kārttikī janamejaya Ihre heiligste Nacht, o Janamejaya, war, während sie eben dort weilten, die herbstliche Kārttikī-Nacht an der Verbindungsstelle der Mondphasen. puṇyakṛdbhir mahāsattvais tāpasaiḥ saha pāṇḍavāḥ tat sarvaṃ bharataśreṣṭhāḥ samūhur yogam uttamam
Zusammen mit den verdienstvollen, hochherzigen Asketen vollzogen die Pāṇḍavas, die Besten der Bharatas, all dies als höchste fromme Übung.
Wort für Wort puṇyakṛdbhir mahāsattvais tāpasaiḥ saha pāṇḍavāḥ tat sarvaṃ bharataśreṣṭhāḥ samūhur yogam uttamam Zusammen mit den verdienstvollen, hochherzigen Asketen vollzogen die Pāṇḍavas, die Besten der Bharatas, all dies als höchste fromme Übung. tamisrābhyudaye tasmin dhaumyena saha pāṇḍavāḥ sūtaiḥ paurogavaiś caiva kāmyakaṃ prayayur vanam
Beim Anbruch jener dunklen Nacht zogen die Pāṇḍavas, zusammen mit Dhaumya, mit den Wagenlenkern und Vorausgehenden, in den Wald Kāmyaka.
Wort für Wort tamisrābhyudaye tasmin dhaumyena saha pāṇḍavāḥ sūtaiḥ paurogavaiś caiva kāmyakaṃ prayayur vanam Beim Anbruch jener dunklen Nacht zogen die Pāṇḍavas, zusammen mit Dhaumya, mit den Wagenlenkern und Vorausgehenden, in den Wald Kāmyaka.
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