Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)

Kapitel 12: Kirmīravadhaḥ Viduras Erzählung von der Tötung des Rākṣasa Kirmīra durch Bhīma

Vidura berichtet Dhṛtarāṣṭra ausführlich, wie der menschenfressende Rākṣasa Kirmīra - Bruder des von Bhīma einst in Ekacakrā getöteten Baka und Freund des von Bhīma getöteten Hiḍimba - den Pāṇḍavas beim nächtlichen Eintritt in den Kāmyaka-Wald den Weg versperrt und Rache für seine Verwandten sucht. In einem gewaltigen Zweikampf, zunächst mit entwurzelten Bäumen, dann mit bloßen Armen, überwältigt und tötet Bhīma den Rākṣasa und befreit den Wald von seiner Bedrohung; die Pāṇḍavas ziehen danach weiter zum Dvaitavana-Wald.

dhṛtarāṣṭra uvāca kirmīrasya vadhaṃ kṣattaḥ śrotum icchāmi kathyatām rakṣasā bhīmasenasya katham āsīt samāgamaḥ

Dhṛtarāṣṭra sprach: „Von Kirmīras Tötung, o Kṣattṛ, möchte ich hören; erzähle, wie die Begegnung Bhīmasenas mit dem Rākṣasa vor sich ging.

Wort für Wort
dhṛtarāṣṭra uvāca kirmīrasya vadhaṃ kṣattaḥ śrotum icchāmi kathyatām rakṣasā bhīmasenasya katham āsīt samāgamaḥ
Dhṛtarāṣṭra sprach: „Von Kirmīras Tötung, o Kṣattṛ, möchte ich hören; erzähle, wie die Begegnung Bhīmasenas mit dem Rākṣasa vor sich ging.

vidura uvāca śṛṇu bhīmasya karmedam atimānuṣakarmaṇaḥ śrutapūrvaṃ mayā teṣāṃ kathānteṣu punaḥ punaḥ

Vidura sprach: „Höre diese Tat Bhīmas, des über-menschliche Taten Vollbringenden, die ich früher schon von ihnen selbst wiederholt in ihren Erzählungen gehört habe.

Wort für Wort
vidura uvāca śṛṇu bhīmasya karmedam atimānuṣakarmaṇaḥ śrutapūrvaṃ mayā teṣāṃ kathānteṣu punaḥ punaḥ
Vidura sprach: „Höre diese Tat Bhīmas, des über-menschliche Taten Vollbringenden, die ich früher schon von ihnen selbst wiederholt in ihren Erzählungen gehört habe.

itaḥ prayātā rājendra pāṇḍavā dyūtanirjitāḥ jagmus tribhir ahorātraiḥ kāmyakaṃ nāma tad vanam

Von hier fortgezogen, o Herrscher der Könige, gelangten die im Würfelspiel besiegten Pāṇḍavas in drei Tag- und Nachtperioden zu jenem Wald namens Kāmyaka.

Wort für Wort
itaḥ prayātā rājendra pāṇḍavā dyūtanirjitāḥ jagmus tribhir ahorātraiḥ kāmyakaṃ nāma tad vanam
Von hier fortgezogen, o Herrscher der Könige, gelangten die im Würfelspiel besiegten Pāṇḍavas in drei Tag- und Nachtperioden zu jenem Wald namens Kāmyaka.

rātrau niśīthe svābhīle gate 'rdhasamaye nṛpa pracāre puruṣādānāṃ rakṣasāṃ bhīmakarmaṇām

In der Nacht, zur Mitternachtszeit, als die Hälfte der Nacht verstrichen war, o König, zur Streifzeit der menschenfressenden Rākṣasas von furchtbarem Tun,

Wort für Wort
rātrau niśīthe svābhīle gate 'rdhasamaye nṛpa pracāre puruṣādānāṃ rakṣasāṃ bhīmakarmaṇām
In der Nacht, zur Mitternachtszeit, als die Hälfte der Nacht verstrichen war, o König, zur Streifzeit der menschenfressenden Rākṣasas von furchtbarem Tun,

tad vanaṃ tāpasā nityaṃ śeṣāś ca vanacāriṇaḥ dūrāt pariharanti sma puruṣādabhayāt kila

jenen Wald mieden die Büßer stets, und auch die übrigen Waldwanderer, von weitem, aus Furcht vor den Menschenfressern, wie es heißt.

Wort für Wort
tad vanaṃ tāpasā nityaṃ śeṣāś ca vanacāriṇaḥ dūrāt pariharanti sma puruṣādabhayāt kila
jenen Wald mieden die Büßer stets, und auch die übrigen Waldwanderer, von weitem, aus Furcht vor den Menschenfressern, wie es heißt.

teṣāṃ praviśatāṃ tatra mārgam āvṛtya bhārata dīptākṣaṃ bhīṣaṇaṃ rakṣaḥ solmukaṃ pratyadṛśyata

Als sie dort eintraten, o Bhārata, erschien, ihnen den Weg versperrend, ein furchtbarer Rākṣasa mit lodernden Augen, eine Feuerfackel tragend.

Wort für Wort
teṣāṃ praviśatāṃ tatra mārgam āvṛtya bhārata dīptākṣaṃ bhīṣaṇaṃ rakṣaḥ solmukaṃ pratyadṛśyata
Als sie dort eintraten, o Bhārata, erschien, ihnen den Weg versperrend, ein furchtbarer Rākṣasa mit lodernden Augen, eine Feuerfackel tragend.

bāhū mahāntau kṛtvā tu tathāsyaṃ ca bhayānakam sthitam āvṛtya panthānaṃ yena yānti kurūdvahāḥ

Er stand da, mit gewaltigen Armen und einem furchterregenden Maul, und versperrte den Pfad, auf dem die Erhabenen der Kurus [die Pāṇḍavas] gingen.

Wort für Wort
bāhū mahāntau kṛtvā tu tathāsyaṃ ca bhayānakam sthitam āvṛtya panthānaṃ yena yānti kurūdvahāḥ
Er stand da, mit gewaltigen Armen und einem furchterregenden Maul, und versperrte den Pfad, auf dem die Erhabenen der Kurus [die Pāṇḍavas] gingen.

daṣṭoṣṭhadaṃṣṭraṃ tāmrākṣaṃ pradīptordhvaśiroruham sārkaraśmitaḍiccakraṃ sabalākam ivāmbudam

Mit auf die Lippen gebissenen Zähnen, kupferroten Augen, emporlodernden Haaren - wie eine Gewitterwolke mit Sonnenstrahlen, Blitzkranz und Kranichen darin.

Wort für Wort
daṣṭoṣṭhadaṃṣṭraṃ tāmrākṣaṃ pradīptordhvaśiroruham sārkaraśmitaḍiccakraṃ sabalākam ivāmbudam
Mit auf die Lippen gebissenen Zähnen, kupferroten Augen, emporlodernden Haaren - wie eine Gewitterwolke mit Sonnenstrahlen, Blitzkranz und Kranichen darin.

sṛjantaṃ rākṣasīṃ māyāṃ mahārāvavirāviṇam muñcantaṃ vipulaṃ nādaṃ satoyam iva toyadam

Er entfaltete Rākṣasa-Zauber, stieß gewaltiges Gebrüll aus und ließ einen mächtigen Schall ertönen, wie eine wasserschwangere Wolke.

Wort für Wort
sṛjantaṃ rākṣasīṃ māyāṃ mahārāvavirāviṇam muñcantaṃ vipulaṃ nādaṃ satoyam iva toyadam
Er entfaltete Rākṣasa-Zauber, stieß gewaltiges Gebrüll aus und ließ einen mächtigen Schall ertönen, wie eine wasserschwangere Wolke.

tasya nādena saṃtrastāḥ pakṣiṇaḥ sarvatodiśam vimuktanādāḥ saṃpetuḥ sthalajā jalajaiḥ saha

Von seinem Gebrüll erschreckt, stürzten die Vögel nach allen Richtungen davon, ihre eigenen Schreie ausstoßend, die Landvögel zusammen mit den Wasservögeln.

Wort für Wort
tasya nādena saṃtrastāḥ pakṣiṇaḥ sarvatodiśam vimuktanādāḥ saṃpetuḥ sthalajā jalajaiḥ saha
Von seinem Gebrüll erschreckt, stürzten die Vögel nach allen Richtungen davon, ihre eigenen Schreie ausstoßend, die Landvögel zusammen mit den Wasservögeln.

saṃpradrutamṛgadvīpimahiṣarkṣasamākulam tad vanaṃ tasya nādena saṃprasthitam ivābhavat

Der Wald, erfüllt von fliehenden Rehen, Panthern, Büffeln und Bären, schien durch seinen Schall selbst in Aufbruch zu geraten.

Wort für Wort
saṃpradrutamṛgadvīpimahiṣarkṣasamākulam tad vanaṃ tasya nādena saṃprasthitam ivābhavat
Der Wald, erfüllt von fliehenden Rehen, Panthern, Büffeln und Bären, schien durch seinen Schall selbst in Aufbruch zu geraten.

tasyoruvātābhihatā tāmrapallavabāhavaḥ vidūrajātāś ca latāḥ samāśliṣyanta pādapān

Von dem starken Windstoß seines Gebrülls getroffen, umschlangen die Schlingpflanzen mit ihren kupferfarbenen Blattarmen, selbst die von fern gewachsenen, die Bäume.

Wort für Wort
tasyoruvātābhihatā tāmrapallavabāhavaḥ vidūrajātāś ca latāḥ samāśliṣyanta pādapān
Von dem starken Windstoß seines Gebrülls getroffen, umschlangen die Schlingpflanzen mit ihren kupferfarbenen Blattarmen, selbst die von fern gewachsenen, die Bäume.

tasmin kṣaṇe 'tha pravavau māruto bhṛśadāruṇaḥ rajasā saṃvṛtaṃ tena naṣṭarṣkam abhavan nabhaḥ

In diesem Augenblick erhob sich ein überaus schrecklicher Wind; von Staub verhüllt wurde durch ihn der Himmel, sodass die Sterne verschwanden.

Wort für Wort
tasmin kṣaṇe 'tha pravavau māruto bhṛśadāruṇaḥ rajasā saṃvṛtaṃ tena naṣṭarṣkam abhavan nabhaḥ
In diesem Augenblick erhob sich ein überaus schrecklicher Wind; von Staub verhüllt wurde durch ihn der Himmel, sodass die Sterne verschwanden.

pañcānāṃ pāṇḍuputrāṇām avijñāto mahāripuḥ pañcānām indriyāṇāṃ tu śokavega ivātulaḥ

Den fünf Söhnen des Pāṇḍu unbekannt, war dieser große Feind wie der unvergleichliche Ansturm des Kummers, der über die fünf Sinne hereinbricht.

Wort für Wort
pañcānāṃ pāṇḍuputrāṇām avijñāto mahāripuḥ pañcānām indriyāṇāṃ tu śokavega ivātulaḥ
Den fünf Söhnen des Pāṇḍu unbekannt, war dieser große Feind wie der unvergleichliche Ansturm des Kummers, der über die fünf Sinne hereinbricht.

sa dṛṣṭvā pāṇḍavān dūrāt kṛṣṇājinasamāvṛtān āvṛṇot tad vanadvāraṃ maināka iva parvataḥ

Als er die Pāṇḍavas von fern erblickte, in schwarze Fellgewänder gehüllt, versperrte er jenes Waldtor wie der Berg Maināka.

Wort für Wort
sa dṛṣṭvā pāṇḍavān dūrāt kṛṣṇājinasamāvṛtān āvṛṇot tad vanadvāraṃ maināka iva parvataḥ
Als er die Pāṇḍavas von fern erblickte, in schwarze Fellgewänder gehüllt, versperrte er jenes Waldtor wie der Berg Maināka.

taṃ samāsādya vitrastā kṛṣṇā kamalalocanā adṛṣṭapūrvaṃ saṃtrāsān nyamīlayata locane

Als sie ihm begegnete, erschrak die lotusäugige Kṛṣṇā [Draupadī]; vor Furcht vor dem nie zuvor Gesehenen schloss sie die Augen.

Wort für Wort
taṃ samāsādya vitrastā kṛṣṇā kamalalocanā adṛṣṭapūrvaṃ saṃtrāsān nyamīlayata locane
Als sie ihm begegnete, erschrak die lotusäugige Kṛṣṇā [Draupadī]; vor Furcht vor dem nie zuvor Gesehenen schloss sie die Augen.

duḥśāsanakarotsṛṣṭaviprakīrṇaśiroruhā pañcaparvatamadhyasthā nadīvākulatāṃ gatā

Mit vom Griff Duḥśāsanas noch zerzaustem Haar, inmitten ihrer fünf [Gatten, gleich] Bergen stehend, geriet sie in Verwirrung wie ein Fluss, der sich staut.

Wort für Wort
duḥśāsanakarotsṛṣṭaviprakīrṇaśiroruhā pañcaparvatamadhyasthā nadīvākulatāṃ gatā
Mit vom Griff Duḥśāsanas noch zerzaustem Haar, inmitten ihrer fünf [Gatten, gleich] Bergen stehend, geriet sie in Verwirrung wie ein Fluss, der sich staut.

[Anm.: „pañcaparvatamadhyasthā“, wörtlich „inmitten der fünf Berge stehend“ - ein Bild für die sie umringenden fünf Pāṇḍava-Gatten.]

momuhyamānāṃ tāṃ tatra jagṛhuḥ pañca pāṇḍavāḥ indriyāṇi prasaktāni viṣayeṣu yathā ratim

Als sie dort in Ohnmacht zu fallen drohte, stützten sie die fünf Pāṇḍavas, wie die an den Sinnesobjekten haftenden [fünf] Sinne die Freude stützen.

Wort für Wort
momuhyamānāṃ tāṃ tatra jagṛhuḥ pañca pāṇḍavāḥ indriyāṇi prasaktāni viṣayeṣu yathā ratim
Als sie dort in Ohnmacht zu fallen drohte, stützten sie die fünf Pāṇḍavas, wie die an den Sinnesobjekten haftenden [fünf] Sinne die Freude stützen.

[Anm.: Ein gelehrtes Gleichnis, das die fünf Brüder mit den fünf Sinnen vergleicht, die gemeinsam das Empfinden von Freude (bzw. hier: Draupadīs Halt) tragen.]

atha tāṃ rākṣasīṃ māyām utthitāṃ ghoradarśanām rakṣoghnair vividhair mantrair dhaumyaḥ samyakprayojitaiḥ paśyatāṃ pāṇḍuputrāṇāṃ nāśayām āsa vīryavān

Da vernichtete Dhaumya, der Kraftvolle, jenen furchtbar anzuschauenden, aufgestiegenen Rākṣasa-Zauber mit mancherlei Rākṣasa-vertreibenden, richtig angewandten Zaubersprüchen, vor den Augen der Söhne des Pāṇḍu.

Wort für Wort
atha tāṃ rākṣasīṃ māyām utthitāṃ ghoradarśanām rakṣoghnair vividhair mantrair dhaumyaḥ samyakprayojitaiḥ paśyatāṃ pāṇḍuputrāṇāṃ nāśayām āsa vīryavān
Da vernichtete Dhaumya, der Kraftvolle, jenen furchtbar anzuschauenden, aufgestiegenen Rākṣasa-Zauber mit mancherlei Rākṣasa-vertreibenden, richtig angewandten Zaubersprüchen, vor den Augen der Söhne des Pāṇḍu.

sa naṣṭamāyo 'tibalaḥ krodhavisphāritekṣaṇaḥ kāmamūrtidharaḥ kṣudraḥ kālakalpo vyadṛśyata

Er, dessen Zauber vernichtet war, überaus stark, mit vor Zorn aufgerissenen Augen, seine wahre, nach Belieben wandelbare Gestalt tragend, niederträchtig, dem Tod gleich, wurde nun sichtbar.

Wort für Wort
sa naṣṭamāyo 'tibalaḥ krodhavisphāritekṣaṇaḥ kāmamūrtidharaḥ kṣudraḥ kālakalpo vyadṛśyata
Er, dessen Zauber vernichtet war, überaus stark, mit vor Zorn aufgerissenen Augen, seine wahre, nach Belieben wandelbare Gestalt tragend, niederträchtig, dem Tod gleich, wurde nun sichtbar.

tam uvāca tato rājā dīrghaprajño yudhiṣṭhiraḥ ko bhavān kasya vā kiṃ te kriyatāṃ kāryam ucyatām

Da sprach zu ihm der weitblickende König Yudhiṣṭhira: „Wer bist du, wessen Sohn, und was willst du? Sag, was für dich getan werden soll.“

Wort für Wort
tam uvāca tato rājā dīrghaprajño yudhiṣṭhiraḥ ko bhavān kasya vā kiṃ te kriyatāṃ kāryam ucyatām
Da sprach zu ihm der weitblickende König Yudhiṣṭhira: „Wer bist du, wessen Sohn, und was willst du? Sag, was für dich getan werden soll.“

pratyuvācātha tad rakṣo dharmarājaṃ yudhiṣṭhiram ahaṃ bakasya vai bhrātā kirmīra iti viśrutaḥ

Da erwiderte jener Rākṣasa dem Dharmarāja Yudhiṣṭhira: „Ich bin der Bruder Bakas, als Kirmīra bekannt.

Wort für Wort
pratyuvācātha tad rakṣo dharmarājaṃ yudhiṣṭhiram ahaṃ bakasya vai bhrātā kirmīra iti viśrutaḥ
Da erwiderte jener Rākṣasa dem Dharmarāja Yudhiṣṭhira: „Ich bin der Bruder Bakas, als Kirmīra bekannt.

vane 'smin kāmyake śūnye nivasāmi gatajvaraḥ yudhi nirjitya puruṣān āhāraṃ nityam ācaran

In diesem einsamen Kāmyaka-Wald wohne ich, sorglos, indem ich stets, nachdem ich Menschen im Kampf besiegt habe, meine Nahrung aus ihnen gewinne.

Wort für Wort
vane 'smin kāmyake śūnye nivasāmi gatajvaraḥ yudhi nirjitya puruṣān āhāraṃ nityam ācaran
In diesem einsamen Kāmyaka-Wald wohne ich, sorglos, indem ich stets, nachdem ich Menschen im Kampf besiegt habe, meine Nahrung aus ihnen gewinne.

ke yūyam iha saṃprāptā bhakṣyabhūtā mamāntikam yudhi nirjitya vaḥ sarvān bhakṣayiṣye gatajvaraḥ

Wer seid ihr, die ihr hierher, zu meiner Speise geworden, gelangt seid? Nachdem ich euch alle im Kampf besiegt habe, werde ich euch sorglos verzehren.“

Wort für Wort
ke yūyam iha saṃprāptā bhakṣyabhūtā mamāntikam yudhi nirjitya vaḥ sarvān bhakṣayiṣye gatajvaraḥ
Wer seid ihr, die ihr hierher, zu meiner Speise geworden, gelangt seid? Nachdem ich euch alle im Kampf besiegt habe, werde ich euch sorglos verzehren.“

yudhiṣṭhiras tu tac chrutvā vacas tasya durātmanaḥ ācacakṣe tataḥ sarvaṃ gotranāmādi bhārata

Yudhiṣṭhira aber, nachdem er dieses Wort des Bösgesinnten gehört hatte, verkündete ihm darauf alles: Geschlecht, Namen und so weiter, o Bhārata.

Wort für Wort
yudhiṣṭhiras tu tac chrutvā vacas tasya durātmanaḥ ācacakṣe tataḥ sarvaṃ gotranāmādi bhārata
Yudhiṣṭhira aber, nachdem er dieses Wort des Bösgesinnten gehört hatte, verkündete ihm darauf alles: Geschlecht, Namen und so weiter, o Bhārata.

pāṇḍavo dharmarājo 'haṃ yadi te śrotram āgataḥ sahito bhrātṛbhiḥ sarvair bhīmasenārjunādibhiḥ

„Ich bin der Pāṇḍava Dharmarāja, wenn dir das zu Ohren gekommen ist, zusammen mit all meinen Brüdern, Bhīmasena, Arjuna und den übrigen,

Wort für Wort
pāṇḍavo dharmarājo 'haṃ yadi te śrotram āgataḥ sahito bhrātṛbhiḥ sarvair bhīmasenārjunādibhiḥ
„Ich bin der Pāṇḍava Dharmarāja, wenn dir das zu Ohren gekommen ist, zusammen mit all meinen Brüdern, Bhīmasena, Arjuna und den übrigen,

hṛtarājyo vane vāsaṃ vastuṃ kṛtamatis tataḥ vanam abhyāgato ghoram idaṃ tava parigraham

meines Königreichs beraubt, entschlossen, im Wald zu wohnen, bin ich in diesen furchtbaren Wald gekommen, deinen Besitz.“

Wort für Wort
hṛtarājyo vane vāsaṃ vastuṃ kṛtamatis tataḥ vanam abhyāgato ghoram idaṃ tava parigraham
meines Königreichs beraubt, entschlossen, im Wald zu wohnen, bin ich in diesen furchtbaren Wald gekommen, deinen Besitz.“

kirmīras tv abravīd enaṃ diṣṭyā devair idaṃ mama upapāditam adyeha cirakālān manogatam

Kirmīra aber sprach zu ihm: „Zum Glück ist mir dies heute hier von den Göttern beschert worden, was ich seit langer Zeit im Sinn trug.

Wort für Wort
kirmīras tv abravīd enaṃ diṣṭyā devair idaṃ mama upapāditam adyeha cirakālān manogatam
Kirmīra aber sprach zu ihm: „Zum Glück ist mir dies heute hier von den Göttern beschert worden, was ich seit langer Zeit im Sinn trug.

bhīmasenavadhārthaṃ hi nityam abhyudyatāyudhaḥ carāmi pṛthivīṃ kṛtsnāṃ nainam āsādayāmy aham

Denn um Bhīmasena zu töten, durchstreife ich stets, die Waffe erhoben, die ganze Erde, doch ich habe ihn nicht erreicht.

Wort für Wort
bhīmasenavadhārthaṃ hi nityam abhyudyatāyudhaḥ carāmi pṛthivīṃ kṛtsnāṃ nainam āsādayāmy aham
Denn um Bhīmasena zu töten, durchstreife ich stets, die Waffe erhoben, die ganze Erde, doch ich habe ihn nicht erreicht.

so 'yam āsādito diṣṭyā bhrātṛhā kāṅkṣitaś ciram anena hi mama bhrātā bako vinihataḥ priyaḥ

Nun ist er, zum Glück, erreicht, der Brudermörder, lange ersehnt; denn durch ihn wurde mein lieber Bruder Baka getötet -

Wort für Wort
so 'yam āsādito diṣṭyā bhrātṛhā kāṅkṣitaś ciram anena hi mama bhrātā bako vinihataḥ priyaḥ
Nun ist er, zum Glück, erreicht, der Brudermörder, lange ersehnt; denn durch ihn wurde mein lieber Bruder Baka getötet -

vetrakīyagṛhe rājan brāhmaṇacchadmarūpiṇā vidyābalam upāśritya na hy asty asyaurasaṃ balam

im Lande der Vetrakīyas, o König, unter der Verkleidung eines Brahmanen, gestützt auf die Kraft von Zauberkunst - denn eigene, natürliche Körperkraft hat er nicht.

Wort für Wort
vetrakīyagṛhe rājan brāhmaṇacchadmarūpiṇā vidyābalam upāśritya na hy asty asyaurasaṃ balam
im Lande der Vetrakīyas, o König, unter der Verkleidung eines Brahmanen, gestützt auf die Kraft von Zauberkunst - denn eigene, natürliche Körperkraft hat er nicht.

[Anm.: Dies bezieht sich auf die bereits im Ādiparva erzählte Episode von Bakas Tötung durch Bhīma in der Stadt Ekacakrā.]

hiḍimbaś ca sakhā mahyaṃ dayito vanagocaraḥ hato durātmanānena svasā cāsya hṛtā purā

Und Hiḍimba, mein lieber Freund, ein Waldbewohner, wurde von diesem Bösgesinnten getötet, und seine Schwester wurde ihm einst weggenommen [d.h. sie schloss sich Bhīma an].

Wort für Wort
hiḍimbaś ca sakhā mahyaṃ dayito vanagocaraḥ hato durātmanānena svasā cāsya hṛtā purā
Und Hiḍimba, mein lieber Freund, ein Waldbewohner, wurde von diesem Bösgesinnten getötet, und seine Schwester wurde ihm einst weggenommen [d.h. sie schloss sich Bhīma an].

so 'yam abhyāgato mūḍho mamedaṃ gahanaṃ vanam pracārasamaye 'smākam ardharātre samāsthite

Nun ist dieser Törichte in diesen meinen dichten Wald gekommen, zur Zeit unseres Streifens, als die Mitternacht angebrochen ist.

Wort für Wort
so 'yam abhyāgato mūḍho mamedaṃ gahanaṃ vanam pracārasamaye 'smākam ardharātre samāsthite
Nun ist dieser Törichte in diesen meinen dichten Wald gekommen, zur Zeit unseres Streifens, als die Mitternacht angebrochen ist.

adyāsya yātayiṣyāmi tad vairaṃ cirasaṃbhṛtam tarpayiṣyāmi ca bakaṃ rudhireṇāsya bhūriṇā

Heute werde ich diese lange gehegte Feindschaft an ihm rächen und Baka mit seinem reichlich fließenden Blut Genugtuung verschaffen.

Wort für Wort
adyāsya yātayiṣyāmi tad vairaṃ cirasaṃbhṛtam tarpayiṣyāmi ca bakaṃ rudhireṇāsya bhūriṇā
Heute werde ich diese lange gehegte Feindschaft an ihm rächen und Baka mit seinem reichlich fließenden Blut Genugtuung verschaffen.

adyāham anṛṇo bhūtvā bhrātuḥ sakhyus tathaiva ca śāntiṃ labdhāsmi paramāṃ hatva rākṣasakaṇṭakam

Heute werde ich, meinem Bruder und ebenso meinem Freund die Schuld abgetragen habend, höchste Ruhe finden, wenn ich diesen Dorn im Fleisch der Rākṣasas [Bhīma] getötet habe.

Wort für Wort
adyāham anṛṇo bhūtvā bhrātuḥ sakhyus tathaiva ca śāntiṃ labdhāsmi paramāṃ hatva rākṣasakaṇṭakam
Heute werde ich, meinem Bruder und ebenso meinem Freund die Schuld abgetragen habend, höchste Ruhe finden, wenn ich diesen Dorn im Fleisch der Rākṣasas [Bhīma] getötet habe.

yadi tena purā mukto bhīmaseno bakena vai adyainaṃ bhakṣayiṣyāmi paśyatas te yudhiṣṭhira

Wenn Bhīmasena einst von Baka verschont wurde, so werde ich ihn heute verzehren, vor deinen Augen, Yudhiṣṭhira.“

Wort für Wort
yadi tena purā mukto bhīmaseno bakena vai adyainaṃ bhakṣayiṣyāmi paśyatas te yudhiṣṭhira
Wenn Bhīmasena einst von Baka verschont wurde, so werde ich ihn heute verzehren, vor deinen Augen, Yudhiṣṭhira.“

enaṃ hi vipulaprāṇam adya hatvā vṛkodaram saṃbhakṣya jarayiṣyāmi yathāgastyo mahāsuram

Denn nachdem ich diesen Vṛkodara [Bhīma] von gewaltiger Lebenskraft heute getötet habe, werde ich ihn verzehren und verdauen, wie einst Agastya den großen Asura.

Wort für Wort
enaṃ hi vipulaprāṇam adya hatvā vṛkodaram saṃbhakṣya jarayiṣyāmi yathāgastyo mahāsuram
Denn nachdem ich diesen Vṛkodara [Bhīma] von gewaltiger Lebenskraft heute getötet habe, werde ich ihn verzehren und verdauen, wie einst Agastya den großen Asura.

evam uktas tu dharmātmā satyasaṃdho yudhiṣṭhiraḥ naitad astīti sakrodho bhartsayām āsa rākṣasam

So angesprochen, schalt der rechtschaffene, seinem Wort treue Yudhiṣṭhira zornig den Rākṣasa: „Das wird nicht geschehen!“

Wort für Wort
evam uktas tu dharmātmā satyasaṃdho yudhiṣṭhiraḥ naitad astīti sakrodho bhartsayām āsa rākṣasam
So angesprochen, schalt der rechtschaffene, seinem Wort treue Yudhiṣṭhira zornig den Rākṣasa: „Das wird nicht geschehen!“

tato bhīmo mahābāhur ārujya tarasā druma daśavyāmam ivodviddhaṃ niṣpatram akarot tadā

Darauf riss der starkarmige Bhīma rasch einen Baum aus, gleichsam zehn Klafter hoch aufragend, und entblätterte ihn.

Wort für Wort
tato bhīmo mahābāhur ārujya tarasā druma daśavyāmam ivodviddhaṃ niṣpatram akarot tadā
Darauf riss der starkarmige Bhīma rasch einen Baum aus, gleichsam zehn Klafter hoch aufragend, und entblätterte ihn.

cakāra sajyaṃ gāṇḍīvaṃ vajraniṣpeṣagauravam nimeṣāntaramātreṇa tathaiva vijayo 'rjunaḥ

Und Vijaya [Arjuna] spannte in nur einem Augenblick ebenso den Gāṇḍīva, der an Schwere dem Zermalmen des Donnerkeils gleicht.

Wort für Wort
cakāra sajyaṃ gāṇḍīvaṃ vajraniṣpeṣagauravam nimeṣāntaramātreṇa tathaiva vijayo 'rjunaḥ
Und Vijaya [Arjuna] spannte in nur einem Augenblick ebenso den Gāṇḍīva, der an Schwere dem Zermalmen des Donnerkeils gleicht.

nivārya bhīmo jiṣṇuṃ tu tad rakṣo ghoradarśanam abhidrutyābravīd vākyaṃ tiṣṭha tiṣṭheti bhārata

Bhīma aber hielt Jiṣṇu [Arjuna] zurück, lief auf den furchtbar anzusehenden Rākṣasa zu und sprach: „Bleib stehen, bleib stehen!“, o Bhārata.

Wort für Wort
nivārya bhīmo jiṣṇuṃ tu tad rakṣo ghoradarśanam abhidrutyābravīd vākyaṃ tiṣṭha tiṣṭheti bhārata
Bhīma aber hielt Jiṣṇu [Arjuna] zurück, lief auf den furchtbar anzusehenden Rākṣasa zu und sprach: „Bleib stehen, bleib stehen!“, o Bhārata.

ity uktvainam abhikruddhaḥ kakṣyām utpīḍya pāṇḍavaḥ niṣpiṣya pāṇinā pāṇiṃ saṃdaṣṭoṣṭhapuṭo balī tam abhyadhāvad vegena bhīmo vṛkṣāyudhas tadā

So sprechend, zornentbrannt, den Gürtel straffend, mit der Hand die Hand zermalmend, die Lippen aufeinandergepresst, stürmte der starke Pāṇḍava Bhīma mit dem Baum als Waffe mit Wucht auf ihn zu.

Wort für Wort
ity uktvainam abhikruddhaḥ kakṣyām utpīḍya pāṇḍavaḥ niṣpiṣya pāṇinā pāṇiṃ saṃdaṣṭoṣṭhapuṭo balī tam abhyadhāvad vegena bhīmo vṛkṣāyudhas tadā
So sprechend, zornentbrannt, den Gürtel straffend, mit der Hand die Hand zermalmend, die Lippen aufeinandergepresst, stürmte der starke Pāṇḍava Bhīma mit dem Baum als Waffe mit Wucht auf ihn zu.

yamadaṇḍapratīkāśaṃ tatas taṃ tasya mūrdhani pātayām āsa vegena kuliśaṃ maghavān iva

Dann ließ er ihn, dem Stab des Yama gleich, mit Wucht auf dessen Haupt niederfahren, wie Maghavan [Indra] den Donnerkeil.

Wort für Wort
yamadaṇḍapratīkāśaṃ tatas taṃ tasya mūrdhani pātayām āsa vegena kuliśaṃ maghavān iva
Dann ließ er ihn, dem Stab des Yama gleich, mit Wucht auf dessen Haupt niederfahren, wie Maghavan [Indra] den Donnerkeil.

asaṃbhrāntaṃ tu tad rakṣaḥ samare pratyadṛśyata cikṣepa colmukaṃ dīptam aśaniṃ jvalitām iva

Doch unerschüttert zeigte sich jener Rākṣasa im Kampf, und er schleuderte eine lodernde Feuerfackel wie einen brennenden Blitzstrahl.

Wort für Wort
asaṃbhrāntaṃ tu tad rakṣaḥ samare pratyadṛśyata cikṣepa colmukaṃ dīptam aśaniṃ jvalitām iva
Doch unerschüttert zeigte sich jener Rākṣasa im Kampf, und er schleuderte eine lodernde Feuerfackel wie einen brennenden Blitzstrahl.

tad udastam alātaṃ tu bhīmaḥ praharatāṃ varaḥ padā savyena cikṣepa tad rakṣaḥ punar āvrajat

Diese geschleuderte Feuerscheibe schlug Bhīma, der Beste der Kämpfer, mit dem linken Fuß fort; da griff der Rākṣasa erneut an.

Wort für Wort
tad udastam alātaṃ tu bhīmaḥ praharatāṃ varaḥ padā savyena cikṣepa tad rakṣaḥ punar āvrajat
Diese geschleuderte Feuerscheibe schlug Bhīma, der Beste der Kämpfer, mit dem linken Fuß fort; da griff der Rākṣasa erneut an.

kirmīraś cāpi sahasā vṛkṣam utpāṭya pāṇḍavam daṇḍapāṇir iva kruddhaḥ samare pratyayudhyata

Und Kirmīra, plötzlich einen Baum ausreißend, kämpfte zornig gegen den Pāṇḍava, wie der Stabträger [Yama].

Wort für Wort
kirmīraś cāpi sahasā vṛkṣam utpāṭya pāṇḍavam daṇḍapāṇir iva kruddhaḥ samare pratyayudhyata
Und Kirmīra, plötzlich einen Baum ausreißend, kämpfte zornig gegen den Pāṇḍava, wie der Stabträger [Yama].

tad vṛkṣayuddham abhavan mahīruhavināśanam vālisugrīvayor bhrātror yathā śrīkāṅkṣiṇoḥ purā

So entstand ein Baumkampf, bei dem die Bäume zerstört wurden, wie einst zwischen den Brüdern Vālin und Sugrīva, die beide nach der Herrschaft trachteten.

Wort für Wort
tad vṛkṣayuddham abhavan mahīruhavināśanam vālisugrīvayor bhrātror yathā śrīkāṅkṣiṇoḥ purā
So entstand ein Baumkampf, bei dem die Bäume zerstört wurden, wie einst zwischen den Brüdern Vālin und Sugrīva, die beide nach der Herrschaft trachteten.

śīrṣayoḥ patitā vṛkṣā bibhidur naikadhā tayoḥ yathaivotpalapadmāni mattayor dvipayos tathā

Auf ihre Köpfe fallende Bäume zerbrachen bei beiden auf vielfache Weise, gerade wie Lotos- und Seerosenblüten bei zwei brünstigen Elefanten zerbrechen.

Wort für Wort
śīrṣayoḥ patitā vṛkṣā bibhidur naikadhā tayoḥ yathaivotpalapadmāni mattayor dvipayos tathā
Auf ihre Köpfe fallende Bäume zerbrachen bei beiden auf vielfache Weise, gerade wie Lotos- und Seerosenblüten bei zwei brünstigen Elefanten zerbrechen.

muñjavaj jarjarībhūtā bahavas tatra pādapāḥ cīrāṇīva vyudastāni rejus tatra mahāvane

Viele Bäume dort, zu Splittern zerschmettert wie Schilfrohr, lagen wie weggeworfene Lumpen in jenem großen Wald umher.

Wort für Wort
muñjavaj jarjarībhūtā bahavas tatra pādapāḥ cīrāṇīva vyudastāni rejus tatra mahāvane
Viele Bäume dort, zu Splittern zerschmettert wie Schilfrohr, lagen wie weggeworfene Lumpen in jenem großen Wald umher.

tad vṛkṣayuddham abhavat sumuhūrtaṃ viśāṃ pate rākṣasānāṃ ca mukhyasya narāṇām uttamasya ca

Dieser Baumkampf zwischen dem Vornehmsten der Rākṣasas und dem Besten der Menschen dauerte, o Herr der Untertanen, eine gute Weile.

Wort für Wort
tad vṛkṣayuddham abhavat sumuhūrtaṃ viśāṃ pate rākṣasānāṃ ca mukhyasya narāṇām uttamasya ca
Dieser Baumkampf zwischen dem Vornehmsten der Rākṣasas und dem Besten der Menschen dauerte, o Herr der Untertanen, eine gute Weile.

tataḥ śilāṃ samutkṣipya bhīmasya yudhi tiṣṭhataḥ prāhiṇod rākṣasaḥ kruddho bhīmasenaś cacāla ha

Darauf hob der zornige Rākṣasa einen Felsblock auf und schleuderte ihn auf den im Kampf stehenden Bhīma; Bhīmasena wankte.

Wort für Wort
tataḥ śilāṃ samutkṣipya bhīmasya yudhi tiṣṭhataḥ prāhiṇod rākṣasaḥ kruddho bhīmasenaś cacāla ha
Darauf hob der zornige Rākṣasa einen Felsblock auf und schleuderte ihn auf den im Kampf stehenden Bhīma; Bhīmasena wankte.

taṃ śilātāḍanajaḍaṃ paryadhāvat sa rākṣasaḥ bāhuvikṣiptakiraṇaḥ svarbhānur iva bhāskaram

Ihn, betäubt vom Steinwurf, umkreiste der Rākṣasa, wie Svarbhānu [Rāhu] mit ausgestreckten Armen die Sonne umkreist.

Wort für Wort
taṃ śilātāḍanajaḍaṃ paryadhāvat sa rākṣasaḥ bāhuvikṣiptakiraṇaḥ svarbhānur iva bhāskaram
Ihn, betäubt vom Steinwurf, umkreiste der Rākṣasa, wie Svarbhānu [Rāhu] mit ausgestreckten Armen die Sonne umkreist.

tāv anyonyaṃ samāśliṣya prakarṣantau parasparam ubhāv api cakāśete prayuddhau vṛṣabhāv iva

Die beiden, sich gegenseitig umklammernd und einander hin und her zerrend, erglänzten beide, wie zwei kämpfende Stiere.

Wort für Wort
tāv anyonyaṃ samāśliṣya prakarṣantau parasparam ubhāv api cakāśete prayuddhau vṛṣabhāv iva
Die beiden, sich gegenseitig umklammernd und einander hin und her zerrend, erglänzten beide, wie zwei kämpfende Stiere.

tayor āsīt sutumulaḥ saṃprahāraḥ sudāruṇaḥ nakhadaṃṣṭrāyudhavator vyāghrayor iva dṛptayoḥ

Zwischen ihnen entbrannte ein überaus tosender, gewaltiger Schlagabtausch, wie zwischen zwei stolzen Tigern, deren Waffen Klauen und Zähne sind.

Wort für Wort
tayor āsīt sutumulaḥ saṃprahāraḥ sudāruṇaḥ nakhadaṃṣṭrāyudhavator vyāghrayor iva dṛptayoḥ
Zwischen ihnen entbrannte ein überaus tosender, gewaltiger Schlagabtausch, wie zwischen zwei stolzen Tigern, deren Waffen Klauen und Zähne sind.

duryodhananikārāc ca bāhuvīryāc ca darpitaḥ kṛṣṇānayanadṛṣṭaś ca vyavardhata vṛkodaraḥ

Wegen der Kränkung durch Duryodhana, von der Kraft seiner Arme erfüllt, und von Kṛṣṇā [Draupadī] mit den Augen betrachtet, wuchs Vṛkodaras Kraft.

Wort für Wort
duryodhananikārāc ca bāhuvīryāc ca darpitaḥ kṛṣṇānayanadṛṣṭaś ca vyavardhata vṛkodaraḥ
Wegen der Kränkung durch Duryodhana, von der Kraft seiner Arme erfüllt, und von Kṛṣṇā [Draupadī] mit den Augen betrachtet, wuchs Vṛkodaras Kraft.

abhipatyātha bāhubhyāṃ pratyagṛhṇād amarṣitaḥ mātaṅga iva mātaṅgaṃ prabhinnakaraṭāmukhaḥ

Er stürzte vor und packte ihn mit beiden Armen, unduldsam, wie ein Elefant mit brünstig fließenden Schläfendrüsen einen anderen Elefanten packt.

Wort für Wort
abhipatyātha bāhubhyāṃ pratyagṛhṇād amarṣitaḥ mātaṅga iva mātaṅgaṃ prabhinnakaraṭāmukhaḥ
Er stürzte vor und packte ihn mit beiden Armen, unduldsam, wie ein Elefant mit brünstig fließenden Schläfendrüsen einen anderen Elefanten packt.

taṃ cāpy ātha tato rakṣaḥ pratijagrāha vīryavān tam ākṣipad bhīmaseno balena balināṃ varaḥ

Und auch jener kraftvolle Rākṣasa ergriff ihn seinerseits; Bhīmasena aber, der Stärkste der Starken, riss ihn mit Kraft zu Boden.

Wort für Wort
taṃ cāpy ātha tato rakṣaḥ pratijagrāha vīryavān tam ākṣipad bhīmaseno balena balināṃ varaḥ
Und auch jener kraftvolle Rākṣasa ergriff ihn seinerseits; Bhīmasena aber, der Stärkste der Starken, riss ihn mit Kraft zu Boden.

tayor bhujaviniṣpeṣād ubhayor balinos tadā śabdaḥ samabhavad ghoro veṇusphoṭasamo yudhi

Vom Zusammenpressen der Arme der beiden Starken entstand im Kampf ein furchtbares Geräusch, gleich dem Bersten von Bambusrohr.

Wort für Wort
tayor bhujaviniṣpeṣād ubhayor balinos tadā śabdaḥ samabhavad ghoro veṇusphoṭasamo yudhi
Vom Zusammenpressen der Arme der beiden Starken entstand im Kampf ein furchtbares Geräusch, gleich dem Bersten von Bambusrohr.

athainam ākṣipya balād gṛhya madhye vṛkodaraḥ dhūnayām āsa vegena vāyuś caṇḍa iva drumam

Da riss ihn Vṛkodara mit Gewalt fort, packte ihn in der Mitte und schüttelte ihn mit Wucht, wie ein heftiger Wind einen Baum.

Wort für Wort
athainam ākṣipya balād gṛhya madhye vṛkodaraḥ dhūnayām āsa vegena vāyuś caṇḍa iva drumam
Da riss ihn Vṛkodara mit Gewalt fort, packte ihn in der Mitte und schüttelte ihn mit Wucht, wie ein heftiger Wind einen Baum.

sa bhīmena parāmṛṣṭo durbalo balinā raṇe vyaspandata yathāprāṇaṃ vicakarṣa ca pāṇḍavam

Er, von dem starken Bhīma gepackt, nun geschwächt im Kampf, zappelte, so gut es seine Kraft erlaubte, und zerrte an dem Pāṇḍava.

Wort für Wort
sa bhīmena parāmṛṣṭo durbalo balinā raṇe vyaspandata yathāprāṇaṃ vicakarṣa ca pāṇḍavam
Er, von dem starken Bhīma gepackt, nun geschwächt im Kampf, zappelte, so gut es seine Kraft erlaubte, und zerrte an dem Pāṇḍava.

tata enaṃ pariśrāntam upalabhya vṛkodaraḥ yoktrayām āsa bāhubhyāṃ paśuṃ raśanayā yathā

Als Vṛkodara ihn dann erschöpft bemerkte, band er ihn mit seinen Armen fest, wie man ein Opfertier mit einem Strick fesselt.

Wort für Wort
tata enaṃ pariśrāntam upalabhya vṛkodaraḥ yoktrayām āsa bāhubhyāṃ paśuṃ raśanayā yathā
Als Vṛkodara ihn dann erschöpft bemerkte, band er ihn mit seinen Armen fest, wie man ein Opfertier mit einem Strick fesselt.

vinadantaṃ mahānādaṃ bhinnabherīsamasvanam bhrāmayām āsa suciraṃ visphurantam acetasam

Ihn, der laut brüllte, mit einem Klang wie eine zerschlagene Pauke, schwang er lange herum, während er sich zuckend wand, besinnungslos.

Wort für Wort
vinadantaṃ mahānādaṃ bhinnabherīsamasvanam bhrāmayām āsa suciraṃ visphurantam acetasam
Ihn, der laut brüllte, mit einem Klang wie eine zerschlagene Pauke, schwang er lange herum, während er sich zuckend wand, besinnungslos.

taṃ viṣīdantam ājñāya rākṣasaṃ pāṇḍunandanaḥ pragṛhya tarasā dorbhyāṃ paśumāram amārayat

Als er erkannte, dass der Rākṣasa erschlaffte, packte ihn der Sohn des Pāṇḍu rasch mit beiden Armen und tötete ihn mit dem gewaltsamen Tod eines Opfertieres.

Wort für Wort
taṃ viṣīdantam ājñāya rākṣasaṃ pāṇḍunandanaḥ pragṛhya tarasā dorbhyāṃ paśumāram amārayat
Als er erkannte, dass der Rākṣasa erschlaffte, packte ihn der Sohn des Pāṇḍu rasch mit beiden Armen und tötete ihn mit dem gewaltsamen Tod eines Opfertieres.

ākramya sa kaṭīdeśe jānunā rākṣasādhamam apīḍayata bāhubhyāṃ kaṇṭhaṃ tasya vṛkodaraḥ

Mit dem Knie trat er auf die Hüftgegend des niedrigsten der Rākṣasas, und mit beiden Armen drückte Vṛkodara dessen Kehle zusammen.

Wort für Wort
ākramya sa kaṭīdeśe jānunā rākṣasādhamam apīḍayata bāhubhyāṃ kaṇṭhaṃ tasya vṛkodaraḥ
Mit dem Knie trat er auf die Hüftgegend des niedrigsten der Rākṣasas, und mit beiden Armen drückte Vṛkodara dessen Kehle zusammen.

atha taṃ jaḍasarvāṅgaṃ vyāvṛttanayanolbaṇam bhūtale pātayām āsa vākyaṃ cedam uvāca ha

Dann warf er ihn, an allen Gliedern erstarrt, mit verdrehten, hervortretenden Augen, zu Boden und sprach dieses Wort:

Wort für Wort
atha taṃ jaḍasarvāṅgaṃ vyāvṛttanayanolbaṇam bhūtale pātayām āsa vākyaṃ cedam uvāca ha
Dann warf er ihn, an allen Gliedern erstarrt, mit verdrehten, hervortretenden Augen, zu Boden und sprach dieses Wort:

hiḍimbabakayoḥ pāpa na tvam aśrupramārjanam kariṣyasi gataś cāsi yamasya sadanaṃ prati

„Du Übeltäter, für Hiḍimba und Baka wirst du keine Tränen mehr trocknen; du bist nun zur Wohnstatt des Yama gegangen.“

Wort für Wort
hiḍimbabakayoḥ pāpa na tvam aśrupramārjanam kariṣyasi gataś cāsi yamasya sadanaṃ prati
„Du Übeltäter, für Hiḍimba und Baka wirst du keine Tränen mehr trocknen; du bist nun zur Wohnstatt des Yama gegangen.“

ity evam uktvā puruṣapravīras; taṃ rākṣasaṃ krodhavivṛttanetraḥ prasrastavastrābharaṇaṃ sphurantam; udbhrāntacittaṃ vyasum utsasarja

So sprechend, mit vor Zorn verdrehten Augen, ließ der Beste unter den Männern jenen Rākṣasa, dessen Kleider und Schmuck sich gelöst hatten, der noch zuckte, geistesverwirrt, leblos zurück.

Wort für Wort
ity evam uktvā puruṣapravīras; taṃ rākṣasaṃ krodhavivṛttanetraḥ prasrastavastrābharaṇaṃ sphurantam; udbhrāntacittaṃ vyasum utsasarja
So sprechend, mit vor Zorn verdrehten Augen, ließ der Beste unter den Männern jenen Rākṣasa, dessen Kleider und Schmuck sich gelöst hatten, der noch zuckte, geistesverwirrt, leblos zurück.

tasmin hate toyadatulyarūpe; kṛṣṇāṃ puraskṛtya narendraputrāḥ bhīmaṃ praśasyātha guṇair anekair; hṛṣṭās tato dvaitavanāya jagmuḥ

Nachdem dieser, an Gestalt einer Gewitterwolke gleich, getötet war, zogen die Söhne des Fürsten, Kṛṣṇā [Draupadī] voranstellend, Bhīma mit mancherlei Lobpreisungen ehrend, freudig zum Dvaitavana-Wald weiter.

Wort für Wort
tasmin hate toyadatulyarūpe; kṛṣṇāṃ puraskṛtya narendraputrāḥ bhīmaṃ praśasyātha guṇair anekair; hṛṣṭās tato dvaitavanāya jagmuḥ
Nachdem dieser, an Gestalt einer Gewitterwolke gleich, getötet war, zogen die Söhne des Fürsten, Kṛṣṇā [Draupadī] voranstellend, Bhīma mit mancherlei Lobpreisungen ehrend, freudig zum Dvaitavana-Wald weiter.

evaṃ vinihataḥ saṃkhye kirmīro manujādhipa bhīmena vacanāt tasya dharmarājasya kaurava

So wurde Kirmīra im Kampf erschlagen, o Herrscher der Menschen, durch Bhīma, auf das Wort jenes Dharmarāja hin, o Kaurava.

Wort für Wort
evaṃ vinihataḥ saṃkhye kirmīro manujādhipa bhīmena vacanāt tasya dharmarājasya kaurava
So wurde Kirmīra im Kampf erschlagen, o Herrscher der Menschen, durch Bhīma, auf das Wort jenes Dharmarāja hin, o Kaurava.

tato niṣkaṇṭakaṃ kṛtvā vanaṃ tad aparājitaḥ draupadyā saha dharmajño vasatiṃ tām uvāsa ha

Darauf, nachdem er jenen Wald von seinem Dorn befreit hatte, wohnte der unbesiegte, im Recht Kundige mit Draupadī an jenem Ort.

Wort für Wort
tato niṣkaṇṭakaṃ kṛtvā vanaṃ tad aparājitaḥ draupadyā saha dharmajño vasatiṃ tām uvāsa ha
Darauf, nachdem er jenen Wald von seinem Dorn befreit hatte, wohnte der unbesiegte, im Recht Kundige mit Draupadī an jenem Ort.

samāśvāsya ca te sarve draupadīṃ bharatarṣabhāḥ prahṛṣṭamanasaḥ prītyā praśaśaṃsur vṛkodaram

Und nachdem sie alle, die Stiere der Bharatas, Draupadī getröstet hatten, priesen sie freudigen Herzens mit Liebe den Vṛkodara.

Wort für Wort
samāśvāsya ca te sarve draupadīṃ bharatarṣabhāḥ prahṛṣṭamanasaḥ prītyā praśaśaṃsur vṛkodaram
Und nachdem sie alle, die Stiere der Bharatas, Draupadī getröstet hatten, priesen sie freudigen Herzens mit Liebe den Vṛkodara.

bhīmabāhubalotpiṣṭe vinaṣṭe rākṣase tataḥ viviśus tad vanaṃ vīrāḥ kṣemaṃ nihatakaṇṭakam

Nachdem der Rākṣasa, von Bhīmas Armkraft zermalmt, vernichtet war, betraten die Helden jenen Wald, sicher, nun von seinem Dorn befreit.

Wort für Wort
bhīmabāhubalotpiṣṭe vinaṣṭe rākṣase tataḥ viviśus tad vanaṃ vīrāḥ kṣemaṃ nihatakaṇṭakam
Nachdem der Rākṣasa, von Bhīmas Armkraft zermalmt, vernichtet war, betraten die Helden jenen Wald, sicher, nun von seinem Dorn befreit.

sa mayā gacchatā mārge vinikīrṇo bhayāvahaḥ vane mahati duṣṭātmā dṛṣṭo bhīmabalād dhataḥ

Ihn, den Furcht erregenden Bösgesinnten, sah ich, als ich des Weges zog, im großen Wald ausgestreckt liegen, von Bhīmas Kraft getötet.

Wort für Wort
sa mayā gacchatā mārge vinikīrṇo bhayāvahaḥ vane mahati duṣṭātmā dṛṣṭo bhīmabalād dhataḥ
Ihn, den Furcht erregenden Bösgesinnten, sah ich, als ich des Weges zog, im großen Wald ausgestreckt liegen, von Bhīmas Kraft getötet.

tatrāśrauṣam ahaṃ caitat karma bhīmasya bhārata brāhmaṇānāṃ kathayatāṃ ye tatrāsan samāgatāḥ

Dort hörte ich diese Tat Bhīmas, o Bhārata, von den Brahmanen erzählen, die dort versammelt waren.“

Wort für Wort
tatrāśrauṣam ahaṃ caitat karma bhīmasya bhārata brāhmaṇānāṃ kathayatāṃ ye tatrāsan samāgatāḥ
Dort hörte ich diese Tat Bhīmas, o Bhārata, von den Brahmanen erzählen, die dort versammelt waren.“

vaiśaṃpāyana uvāca evaṃ vinihataṃ saṃkhye kirmīraṃ rākṣasottamam śrutvā dhyānaparo rājā niśaśvāsārtavat tadā

Vaiśaṃpāyana sprach: Als er so hörte, wie Kirmīra, der Vornehmste der Rākṣasas, im Kampf erschlagen worden war, seufzte der König, in Nachdenken versunken, kummervoll auf.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca evaṃ vinihataṃ saṃkhye kirmīraṃ rākṣasottamam śrutvā dhyānaparo rājā niśaśvāsārtavat tadā
Vaiśaṃpāyana sprach: Als er so hörte, wie Kirmīra, der Vornehmste der Rākṣasas, im Kampf erschlagen worden war, seufzte der König, in Nachdenken versunken, kummervoll auf.

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