Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)

Kapitel 298: Dharmasya Sākṣātkāraḥ Dharma offenbart sich

Die vier Brüder erwachen wohlbehalten. Yudhiṣṭhira fragt den unbesiegbaren Wesen am Teich, welcher Gott er sei - da offenbart sich dieser als Dharma selbst, Yudhiṣṭhiras göttlicher Erzeuger, der gekommen ist, um seinen Sohn zu prüfen, und durch dessen Mitgefühl (ānṛśaṃsya) zutiefst zufrieden ist. Er gewährt drei Wünsche: dass das Feuer des Brahmanen nicht erlischt (das geraubte Reibholz war Dharmas eigene, Hirschgestalt annehmende Prüfung), dass die Pāṇḍavas im entscheidenden dreizehnten Jahr ihres Exils in Virāṭas Stadt - in Gestalten ihrer eigenen Wahl - unerkannt bleiben mögen (die Vorausdeutung auf das Virāṭaparva), und schließlich, dass Yudhiṣṭhira Gier, Verblendung und Zorn stets überwinden möge. Dharma bestätigt, dass Yudhiṣṭhira von Natur aus mit allen Tugenden ausgestattet ist und selbst Dharma gleichen wird, und verschwindet. Die Brüder kehren zum Āśrama zurück und geben dem Brahmanen sein Reibholz zurück. Ein abschließender Phalaśruti-Vers preist den Nutzen, diese Geschichte von Vater und Sohn zu kennen. Damit schließt die gesamte Āraṇeyaparva-Episode (Kap.295-298).

vaiśaṃpāyana uvāca tatas te yakṣavacanād udatiṣṭhanta pāṇḍavāḥ kṣutpipāse ca sarveṣāṃ kṣaṇe tasmin vyagacchatām

Da erhoben sich die Pāṇḍavas auf das Wort des Yakṣa hin, und Hunger und Durst wichen in jenem Augenblick von ihnen allen.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca tatas te yakṣavacanād udatiṣṭhanta pāṇḍavāḥ kṣutpipāse ca sarveṣāṃ kṣaṇe tasmin vyagacchatām
Da erhoben sich die Pāṇḍavas auf das Wort des Yakṣa hin, und Hunger und Durst wichen in jenem Augenblick von ihnen allen.

yudhiṣṭhira uvāca sarasy ekena pādena tiṣṭhantam aparājitam pṛcchāmi ko bhavān devo na me yakṣo mato bhavān

‚Dich, der du auf einem Fuß im Teich stehst, unbesiegt, frage ich: Welcher Gott bist du? Ein Yakṣa scheinst du mir nicht zu sein.

Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca sarasy ekena pādena tiṣṭhantam aparājitam pṛcchāmi ko bhavān devo na me yakṣo mato bhavān
‚Dich, der du auf einem Fuß im Teich stehst, unbesiegt, frage ich: Welcher Gott bist du? Ein Yakṣa scheinst du mir nicht zu sein.

vasūnāṃ vā bhavān eko rudrāṇām atha vā bhavān atha vā marutāṃ śreṣṭho vajrī vā tridaśeśvaraḥ

Bist du einer der Vasus, oder bist du einer der Rudras, oder bist du der Beste der Maruts, oder der Blitzträger, der Herr der Dreißig Götter?

Wort für Wort
vasūnāṃ vā bhavān eko rudrāṇām atha vā bhavān atha vā marutāṃ śreṣṭho vajrī vā tridaśeśvaraḥ
Bist du einer der Vasus, oder bist du einer der Rudras, oder bist du der Beste der Maruts, oder der Blitzträger, der Herr der Dreißig Götter?

'Der Blitzträger, der Herr der Dreißig Götter' bezeichnet Indra.

mama hi bhrātara ime sahasraśatayodhinaḥ na taṃ yogaṃ prapaśyāmi yena syur vinipātitāḥ

Denn diese meine Brüder kämpfen je gegen hunderttausend Gegner; ich sehe keine Möglichkeit, wodurch sie hätten gefällt werden können.

Wort für Wort
mama hi bhrātara ime sahasraśatayodhinaḥ na taṃ yogaṃ prapaśyāmi yena syur vinipātitāḥ
Denn diese meine Brüder kämpfen je gegen hunderttausend Gegner; ich sehe keine Möglichkeit, wodurch sie hätten gefällt werden können.

sukhaṃ prativibuddhānām indriyāṇy upalakṣaye sa bhavān suhṛd asmākam atha vā naḥ pitā bhavān

Ich bemerke, dass ihre Sinne wie bei glücklich Erwachten sind; bist du unser Freund, oder bist du unser Vater?‘

Wort für Wort
sukhaṃ prativibuddhānām indriyāṇy upalakṣaye sa bhavān suhṛd asmākam atha vā naḥ pitā bhavān
Ich bemerke, dass ihre Sinne wie bei glücklich Erwachten sind; bist du unser Freund, oder bist du unser Vater?‘

yakṣa uvāca ahaṃ te janakas tāta dharmo mṛduparākrama tvāṃ didṛkṣur anuprāpto viddhi māṃ bharatarṣabha

‚Ich bin dein Erzeuger, mein Lieber - Dharma, du von sanfter Kraft. Wisse, dass ich gekommen bin, weil ich dich sehen wollte, Stier der Bharatas.

Wort für Wort
yakṣa uvāca ahaṃ te janakas tāta dharmo mṛduparākrama tvāṃ didṛkṣur anuprāpto viddhi māṃ bharatarṣabha
‚Ich bin dein Erzeuger, mein Lieber - Dharma, du von sanfter Kraft. Wisse, dass ich gekommen bin, weil ich dich sehen wollte, Stier der Bharatas.

yaśaḥ satyaṃ damaḥ śaucam ārjavaṃ hrīr acāpalam dānaṃ tapo brahmacaryam ity etās tanavo mama

Ruhm, Wahrheit, Selbstbeherrschung, Reinheit, Aufrichtigkeit, Scham, Unbeirrbarkeit, Freigebigkeit, Askese, Keuschheit - dies sind meine Erscheinungsformen.

Wort für Wort
yaśaḥ satyaṃ damaḥ śaucam ārjavaṃ hrīr acāpalam dānaṃ tapo brahmacaryam ity etās tanavo mama
Ruhm, Wahrheit, Selbstbeherrschung, Reinheit, Aufrichtigkeit, Scham, Unbeirrbarkeit, Freigebigkeit, Askese, Keuschheit - dies sind meine Erscheinungsformen.

ahiṃsā samatā śāntis tapaḥ śaucam amatsaraḥ dvārāṇy etāni me viddhi priyo hy asi sadā mama

Gewaltlosigkeit, Gleichmut, Friedfertigkeit, Askese, Reinheit, Neidlosigkeit - wisse, dies sind meine Zugangstore; denn du bist mir stets lieb.

Wort für Wort
ahiṃsā samatā śāntis tapaḥ śaucam amatsaraḥ dvārāṇy etāni me viddhi priyo hy asi sadā mama
Gewaltlosigkeit, Gleichmut, Friedfertigkeit, Askese, Reinheit, Neidlosigkeit - wisse, dies sind meine Zugangstore; denn du bist mir stets lieb.

diṣṭyā pañcasu rakto 'si diṣṭyā te ṣaṭpadī jitā dve pūrve madhyame dve ca dve cānte sāṃparāyike

Zum Glück bist du den fünf [zuvor genannten Toren] zugetan [?]; zum Glück hast du die sechsfache, für das Jenseits entscheidende Reihe gemeistert - zwei zuerst, zwei in der Mitte, zwei am Ende [?].

Wort für Wort
diṣṭyā pañcasu rakto 'si diṣṭyā te ṣaṭpadī jitā dve pūrve madhyame dve ca dve cānte sāṃparāyike
Zum Glück bist du den fünf [zuvor genannten Toren] zugetan [?]; zum Glück hast du die sechsfache, für das Jenseits entscheidende Reihe gemeistert - zwei zuerst, zwei in der Mitte, zwei am Ende [?].

Dieser Vers ist im Sanskrit auffällig knapp und kryptisch formuliert (worauf sich 'die Fünf' und 'die sechsfache Reihe' genau beziehen, wird nicht ausdrücklich gesagt) und daher mit [?] gekennzeichnet; sinngemäß dürfte er sich auf die in V.007-008 aufgezählten Tugendreihen beziehen.

dharmo 'ham asmi bhadraṃ te jijñāsus tvām ihāgataḥ ānṛśaṃsyena tuṣṭo 'smi varaṃ dāsyāmi te 'nagha

Dharma bin ich, Segen sei mit dir; um dich zu prüfen, bin ich hierher gekommen. Durch dein Mitgefühl bin ich zufrieden - ich werde dir einen Wunsch gewähren, du Makelloser.

Wort für Wort
dharmo 'ham asmi bhadraṃ te jijñāsus tvām ihāgataḥ ānṛśaṃsyena tuṣṭo 'smi varaṃ dāsyāmi te 'nagha
Dharma bin ich, Segen sei mit dir; um dich zu prüfen, bin ich hierher gekommen. Durch dein Mitgefühl bin ich zufrieden - ich werde dir einen Wunsch gewähren, du Makelloser.

varaṃ vṛṇīṣva rājendra dātā hy asmi tavānagha ye hi me puruṣā bhaktā na teṣām asti durgatiḥ

Wähle einen Wunsch, Herrscher der Könige - ich bin bereit, ihn dir zu gewähren, du Makelloser; denn die Menschen, die mir ergeben sind, erleiden kein Unheil.‘

Wort für Wort
varaṃ vṛṇīṣva rājendra dātā hy asmi tavānagha ye hi me puruṣā bhaktā na teṣām asti durgatiḥ
Wähle einen Wunsch, Herrscher der Könige - ich bin bereit, ihn dir zu gewähren, du Makelloser; denn die Menschen, die mir ergeben sind, erleiden kein Unheil.‘

yudhiṣṭhira uvāca araṇīsahitaṃ yasya mṛga ādāya gacchati tasyāgnayo na lupyeran prathamo 'stu varo mama

‚Dessen Feuer nicht erlöschen mögen, dessen Reibholz der Hirsch mit sich davongetragen hat - dies sei mein erster Wunsch.‘

Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca araṇīsahitaṃ yasya mṛga ādāya gacchati tasyāgnayo na lupyeran prathamo 'stu varo mama
‚Dessen Feuer nicht erlöschen mögen, dessen Reibholz der Hirsch mit sich davongetragen hat - dies sei mein erster Wunsch.‘

dharma uvāca araṇīsahitaṃ tasya brāhmaṇasya hṛtaṃ mayā mṛgaveṣeṇa kaunteya jijñāsārthaṃ tava prabho

‚Das Reibholz jenes Brahmanen wurde von mir selbst, in der Gestalt eines Hirsches, geraubt, Sohn Kuntīs, um dich, Herr, zu prüfen.‘

Wort für Wort
dharma uvāca araṇīsahitaṃ tasya brāhmaṇasya hṛtaṃ mayā mṛgaveṣeṇa kaunteya jijñāsārthaṃ tava prabho
‚Das Reibholz jenes Brahmanen wurde von mir selbst, in der Gestalt eines Hirsches, geraubt, Sohn Kuntīs, um dich, Herr, zu prüfen.‘

vaiśaṃpāyana uvāca dadānīty eva bhagavān uttaraṃ pratyapadyata anyaṃ varaya bhadraṃ te varaṃ tvam amaropama

Der Erhabene erwiderte nur, er gewähre es: ‚Wähle einen weiteren Wunsch, Segen sei mit dir, du den Unsterblichen Gleicher.‘

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca dadānīty eva bhagavān uttaraṃ pratyapadyata anyaṃ varaya bhadraṃ te varaṃ tvam amaropama
Der Erhabene erwiderte nur, er gewähre es: ‚Wähle einen weiteren Wunsch, Segen sei mit dir, du den Unsterblichen Gleicher.‘

yudhiṣṭhira uvāca varṣāṇi dvādaśāraṇye trayodaśam upasthitam tatra no nābhijānīyur vasato manujāḥ kva cit

‚Zwölf Jahre im Wald, und das dreizehnte steht bevor; dort, wo wir dann weilen werden, mögen die Menschen uns nirgends erkennen.‘

Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca varṣāṇi dvādaśāraṇye trayodaśam upasthitam tatra no nābhijānīyur vasato manujāḥ kva cit
‚Zwölf Jahre im Wald, und das dreizehnte steht bevor; dort, wo wir dann weilen werden, mögen die Menschen uns nirgends erkennen.‘

vaiśaṃpāyana uvāca dadānīty eva bhagavān uttaraṃ pratyapadyata bhūyaś cāśvāsayām āsa kaunteyaṃ satyavikramam

Der Erhabene erwiderte abermals nur, er gewähre es; und weiter ermutigte er den Sohn Kuntīs von wahrhafter Kraft, indem er sprach:

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca dadānīty eva bhagavān uttaraṃ pratyapadyata bhūyaś cāśvāsayām āsa kaunteyaṃ satyavikramam
Der Erhabene erwiderte abermals nur, er gewähre es; und weiter ermutigte er den Sohn Kuntīs von wahrhafter Kraft, indem er sprach:

yady api svena rūpeṇa cariṣyatha mahīm imām na vo vijñāsyate kaś cit triṣu lokeṣu bhārata

‚Selbst wenn ihr in eurer eigenen Gestalt über diese Erde wandelt, wird euch niemand in den drei Welten erkennen, Bhārata.

Wort für Wort
yady api svena rūpeṇa cariṣyatha mahīm imām na vo vijñāsyate kaś cit triṣu lokeṣu bhārata
‚Selbst wenn ihr in eurer eigenen Gestalt über diese Erde wandelt, wird euch niemand in den drei Welten erkennen, Bhārata.

varṣaṃ trayodaśaṃ cedaṃ matprasādāt kurūdvahāḥ virāṭanagare gūḍhā avijñātāś cariṣyatha

Und in diesem dreizehnten Jahr werdet ihr, ihr Erhalter der Kurus, durch meine Gnade in der Stadt Virāṭas verborgen und unerkannt umherwandeln.

Wort für Wort
varṣaṃ trayodaśaṃ cedaṃ matprasādāt kurūdvahāḥ virāṭanagare gūḍhā avijñātāś cariṣyatha
Und in diesem dreizehnten Jahr werdet ihr, ihr Erhalter der Kurus, durch meine Gnade in der Stadt Virāṭas verborgen und unerkannt umherwandeln.

yad vaḥ saṃkalpitaṃ rūpaṃ manasā yasya yādṛśam tādṛśaṃ tādṛśaṃ sarve chandato dhārayiṣyatha

Welche Gestalt sich ein jeder von euch im Geiste wünscht, eine solche werdet ihr alle nach Belieben annehmen.

Wort für Wort
yad vaḥ saṃkalpitaṃ rūpaṃ manasā yasya yādṛśam tādṛśaṃ tādṛśaṃ sarve chandato dhārayiṣyatha
Welche Gestalt sich ein jeder von euch im Geiste wünscht, eine solche werdet ihr alle nach Belieben annehmen.

araṇīsahitaṃ cedaṃ brāhmaṇāya prayacchata jijñāsārthaṃ mayā hy etad āhṛtaṃ mṛgarūpiṇā

Und gebt dieses Reibholz dem Brahmanen zurück; denn ich selbst habe es, in Hirschgestalt, geraubt, um euch zu prüfen.

Wort für Wort
araṇīsahitaṃ cedaṃ brāhmaṇāya prayacchata jijñāsārthaṃ mayā hy etad āhṛtaṃ mṛgarūpiṇā
Und gebt dieses Reibholz dem Brahmanen zurück; denn ich selbst habe es, in Hirschgestalt, geraubt, um euch zu prüfen.

tṛtīyaṃ gṛhyatāṃ putra varam apratimaṃ mahat tvaṃ hi matprabhavo rājan viduraś ca mamāṃśabhāk

Empfange, mein Sohn, einen dritten, unvergleichlichen, großen Wunsch; denn du entstammst mir, o König, und auch Vidura hat Anteil an meinem Wesen.‘

Wort für Wort
tṛtīyaṃ gṛhyatāṃ putra varam apratimaṃ mahat tvaṃ hi matprabhavo rājan viduraś ca mamāṃśabhāk
Empfange, mein Sohn, einen dritten, unvergleichlichen, großen Wunsch; denn du entstammst mir, o König, und auch Vidura hat Anteil an meinem Wesen.‘

yudhiṣṭhira uvāca devadevo mayā dṛṣṭo bhavān sākṣāt sanātanaḥ yaṃ dadāsi varaṃ tuṣṭas taṃ grahīṣyāmy ahaṃ pitaḥ

‚Den Gott der Götter habe ich in dir gesehen, den Ewigen, leibhaftig; welchen Wunsch du mir zufrieden gewährst, den werde ich annehmen, Vater.

Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca devadevo mayā dṛṣṭo bhavān sākṣāt sanātanaḥ yaṃ dadāsi varaṃ tuṣṭas taṃ grahīṣyāmy ahaṃ pitaḥ
‚Den Gott der Götter habe ich in dir gesehen, den Ewigen, leibhaftig; welchen Wunsch du mir zufrieden gewährst, den werde ich annehmen, Vater.

jayeyaṃ lobhamohau ca krodhaṃ cāhaṃ sadā vibho dāne tapasi satye ca mano me satataṃ bhavet

Möge ich Gier, Verblendung und Zorn stets überwinden, Gebieter; und mein Sinn möge stets auf Freigebigkeit, Askese und Wahrheit gerichtet sein.‘

Wort für Wort
jayeyaṃ lobhamohau ca krodhaṃ cāhaṃ sadā vibho dāne tapasi satye ca mano me satataṃ bhavet
Möge ich Gier, Verblendung und Zorn stets überwinden, Gebieter; und mein Sinn möge stets auf Freigebigkeit, Askese und Wahrheit gerichtet sein.‘

dharma uvāca upapanno guṇaiḥ sarvaiḥ svabhāvenāsi pāṇḍava bhavān dharmaḥ punaś caiva yathoktaṃ te bhaviṣyati

‚Von Natur aus bist du, Pāṇḍava, mit all diesen Tugenden ausgestattet; auch wirst du selbst Dharma sein, und es wird geschehen, wie du gesagt hast.‘

Wort für Wort
dharma uvāca upapanno guṇaiḥ sarvaiḥ svabhāvenāsi pāṇḍava bhavān dharmaḥ punaś caiva yathoktaṃ te bhaviṣyati
‚Von Natur aus bist du, Pāṇḍava, mit all diesen Tugenden ausgestattet; auch wirst du selbst Dharma sein, und es wird geschehen, wie du gesagt hast.‘

vaiśaṃpāyana uvāca ity uktvāntardadhe dharmo bhagavāṃl lokabhāvanaḥ sametāḥ pāṇḍavāś caiva sukhasuptā manasvinaḥ

Nach diesen Worten verschwand Dharma, der Erhabene, der Erschaffer der Welt; und die Pāṇḍavas, die Hochgesinnten, fanden sich wieder zusammen, wie aus glücklichem Schlaf erwacht.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca ity uktvāntardadhe dharmo bhagavāṃl lokabhāvanaḥ sametāḥ pāṇḍavāś caiva sukhasuptā manasvinaḥ
Nach diesen Worten verschwand Dharma, der Erhabene, der Erschaffer der Welt; und die Pāṇḍavas, die Hochgesinnten, fanden sich wieder zusammen, wie aus glücklichem Schlaf erwacht.

abhyetya cāśramaṃ vīrāḥ sarva eva gataklamāḥ āraṇeyaṃ dadus tasmai brāhmaṇāya tapasvine

Und die Helden, allesamt von ihrer Erschöpfung befreit, kehrten zum Āśrama zurück und übergaben jenem asketischen Brahmanen das Reibholz.

Wort für Wort
abhyetya cāśramaṃ vīrāḥ sarva eva gataklamāḥ āraṇeyaṃ dadus tasmai brāhmaṇāya tapasvine
Und die Helden, allesamt von ihrer Erschöpfung befreit, kehrten zum Āśrama zurück und übergaben jenem asketischen Brahmanen das Reibholz.

idaṃ samutthānasamāgamaṃ mahat; pituś ca putrasya ca kīrtivardhanam paṭhan naraḥ syād vijitendriyo vaśī; saputrapautraḥ śatavarṣabhāg bhavet

Wer diese große Geschichte vom Wiederaufstehen und Wiederzusammenfinden liest, die den Ruhm des Vaters und des Sohnes mehrt, der wird seine Sinne beherrschen und sich selbst gebieten; mit Söhnen und Enkeln wird er hundert Jahre erlangen.

Wort für Wort
idaṃ samutthānasamāgamaṃ mahat; pituś ca putrasya ca kīrtivardhanam paṭhan naraḥ syād vijitendriyo vaśī; saputrapautraḥ śatavarṣabhāg bhavet
Wer diese große Geschichte vom Wiederaufstehen und Wiederzusammenfinden liest, die den Ruhm des Vaters und des Sohnes mehrt, der wird seine Sinne beherrschen und sich selbst gebieten; mit Söhnen und Enkeln wird er hundert Jahre erlangen.

Ein formelhafter Phalaśruti-Vers (Verheißung der Frucht des Rezitierens/Lesens), wie er die großen Einzelepisoden des Epos häufig abschließt.

na cāpy adharme na suhṛdvibhedane; parasvahāre paradāramarśane kadaryabhāve na ramen manaḥ sadā; nṛṇāṃ sadākhyānam idaṃ vijānatām

Nicht an Unrecht, nicht am Entzweien von Freunden, nicht am Rauben fremden Guts, nicht am Antasten fremder Frauen, nicht an Geiz wird der Sinn dessen, der diese Erzählung stets kennt, jemals Gefallen finden.

Wort für Wort
na cāpy adharme na suhṛdvibhedane; parasvahāre paradāramarśane kadaryabhāve na ramen manaḥ sadā; nṛṇāṃ sadākhyānam idaṃ vijānatām
Nicht an Unrecht, nicht am Entzweien von Freunden, nicht am Rauben fremden Guts, nicht am Antasten fremder Frauen, nicht an Geiz wird der Sinn dessen, der diese Erzählung stets kennt, jemals Gefallen finden.

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