Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)

Kapitel 11: Maitreyaśāpaḥ Der Seher Maitreya, seine Mahnung an Duryodhana und sein Fluch

Der wandernde Seher Maitreya, der die Pāṇḍavas im Kāmyaka-Wald besucht hat, kommt zu Dhṛtarāṣṭra und ermahnt anschließend Duryodhana eindringlich zur Versöhnung, wobei er beiläufig von Bhīmas früheren Siegen über die Rākṣasas Hiḍimba, Baka und Kirmīra sowie über Jarāsandha berichtet. Als Duryodhana die Warnung höhnisch missachtet, verflucht ihn der zornige Maitreya: Bhīma werde ihm dereinst im Krieg mit der Keule den Schenkel zerschmettern - ein Fluch, der nur durch Versöhnung abgewendet werden könne. Auf Dhṛtarāṣṭras Nachfrage zu Kirmīras Tod verweist Maitreya auf Vidura und geht.

dhṛtarāṣṭra uvāca evam etan mahāprājña yathā vadasi no mune ahaṃ caiva vijānāmi sarve ceme narādhipāḥ

Dhṛtarāṣṭra sprach: „So ist es, Hochweiser, wie du zu uns sprichst, o Weiser; das erkenne auch ich, und ebenso alle diese Herrscher der Menschen hier.

Wort für Wort
dhṛtarāṣṭra uvāca evam etan mahāprājña yathā vadasi no mune ahaṃ caiva vijānāmi sarve ceme narādhipāḥ
Dhṛtarāṣṭra sprach: „So ist es, Hochweiser, wie du zu uns sprichst, o Weiser; das erkenne auch ich, und ebenso alle diese Herrscher der Menschen hier.

bhavāṃs tu manyate sādhu yat kurūṇāṃ sukhodayam tad eva viduro 'py āha bhīṣmo droṇaś ca māṃ mune

Du aber hältst für gut, was den Kurus zum Wohlergehen gereicht; dasselbe sagen mir auch Vidura, Bhīṣma und Droṇa, o Weiser.

Wort für Wort
bhavāṃs tu manyate sādhu yat kurūṇāṃ sukhodayam tad eva viduro 'py āha bhīṣmo droṇaś ca māṃ mune
Du aber hältst für gut, was den Kurus zum Wohlergehen gereicht; dasselbe sagen mir auch Vidura, Bhīṣma und Droṇa, o Weiser.

yadi tv aham anugrāhyaḥ kauraveṣu dayā yadi anuśādhi durātmānaṃ putraṃ duryodhanaṃ mama

Wenn ich aber der Gnade würdig bin, wenn du Mitleid mit den Kauravas hast, so belehre meinen bösgesinnten Sohn Duryodhana.“

Wort für Wort
yadi tv aham anugrāhyaḥ kauraveṣu dayā yadi anuśādhi durātmānaṃ putraṃ duryodhanaṃ mama
Wenn ich aber der Gnade würdig bin, wenn du Mitleid mit den Kauravas hast, so belehre meinen bösgesinnten Sohn Duryodhana.“

vyāsa uvāca ayam āyāti vai rājan maitreyo bhagavān ṛṣiḥ anvīya pāṇḍavān bhrātṝn ihaivāsmad didṛkṣayā

Vyāsa sprach: „Da kommt eben, o König, der erhabene Seher Maitreya, der die Brüder Pāṇḍavas besucht hat, hierher, weil er uns sehen möchte.

Wort für Wort
vyāsa uvāca ayam āyāti vai rājan maitreyo bhagavān ṛṣiḥ anvīya pāṇḍavān bhrātṝn ihaivāsmad didṛkṣayā
Vyāsa sprach: „Da kommt eben, o König, der erhabene Seher Maitreya, der die Brüder Pāṇḍavas besucht hat, hierher, weil er uns sehen möchte.

eṣa duryodhanaṃ putraṃ tava rājan mahān ṛṣiḥ anuśāstā yathānyāyaṃ śamāyāsya kulasya te

Dieser große Seher wird deinen Sohn Duryodhana, o König, dem Recht gemäß belehren, zum Frieden für ihn und dein Geschlecht.

Wort für Wort
eṣa duryodhanaṃ putraṃ tava rājan mahān ṛṣiḥ anuśāstā yathānyāyaṃ śamāyāsya kulasya te
Dieser große Seher wird deinen Sohn Duryodhana, o König, dem Recht gemäß belehren, zum Frieden für ihn und dein Geschlecht.

brūyād yad eṣa rājendra tat kāryam aviśaṅkayā akriyāyāṃ hi kāryasya putraṃ te śapsyate ruṣā

Was auch immer dieser sagen wird, o Herrscher der Könige, das soll ohne Zögern getan werden; denn wird das Gesagte nicht befolgt, so wird er deinen Sohn im Zorn verfluchen.“

Wort für Wort
brūyād yad eṣa rājendra tat kāryam aviśaṅkayā akriyāyāṃ hi kāryasya putraṃ te śapsyate ruṣā
Was auch immer dieser sagen wird, o Herrscher der Könige, das soll ohne Zögern getan werden; denn wird das Gesagte nicht befolgt, so wird er deinen Sohn im Zorn verfluchen.“

vaiśaṃpāyana uvāca evam uktvā yayau vyāso maitreyaḥ pratyadṛśyata pūjayā pratijagrāha saputras taṃ narādhipaḥ

Vaiśaṃpāyana sprach: Nachdem er so gesprochen hatte, ging Vyāsa fort; da erschien Maitreya; der Herrscher der Menschen empfing ihn mitsamt seinem Sohn mit gebührender Ehrung.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca evam uktvā yayau vyāso maitreyaḥ pratyadṛśyata pūjayā pratijagrāha saputras taṃ narādhipaḥ
Vaiśaṃpāyana sprach: Nachdem er so gesprochen hatte, ging Vyāsa fort; da erschien Maitreya; der Herrscher der Menschen empfing ihn mitsamt seinem Sohn mit gebührender Ehrung.

dattvārghyādyāḥ kriyāḥ sarvā viśrāntaṃ munipuṃgavam praśrayeṇābravīd rājā dhṛtarāṣṭro 'mbikāsutaḥ

Nachdem er ihm die Ehrengabe des Wassers und alle weiteren Riten dargebracht hatte, sprach König Dhṛtarāṣṭra, der Sohn der Ambikā, ehrerbietig zu dem ausgeruhten Stier unter den Weisen:

Wort für Wort
dattvārghyādyāḥ kriyāḥ sarvā viśrāntaṃ munipuṃgavam praśrayeṇābravīd rājā dhṛtarāṣṭro 'mbikāsutaḥ
Nachdem er ihm die Ehrengabe des Wassers und alle weiteren Riten dargebracht hatte, sprach König Dhṛtarāṣṭra, der Sohn der Ambikā, ehrerbietig zu dem ausgeruhten Stier unter den Weisen:

sukhenāgamanaṃ kaccid bhagavan kurujāṅgale kaccit kuśalino vīrā bhrātaraḥ pañca pāṇḍavāḥ

„War deine Ankunft im Kuru-Land, o Erhabener, angenehm? Geht es den fünf heldenhaften Pāṇḍava-Brüdern wohl?

Wort für Wort
sukhenāgamanaṃ kaccid bhagavan kurujāṅgale kaccit kuśalino vīrā bhrātaraḥ pañca pāṇḍavāḥ
„War deine Ankunft im Kuru-Land, o Erhabener, angenehm? Geht es den fünf heldenhaften Pāṇḍava-Brüdern wohl?

samaye sthātum icchanti kaccic ca puruṣarṣabhāḥ kaccit kurūṇāṃ saubhrātram avyucchinnaṃ bhaviṣyati

Wollen jene Stiere unter den Männern an der Vereinbarung festhalten? Wird die brüderliche Eintracht der Kurus ungebrochen bleiben?“

Wort für Wort
samaye sthātum icchanti kaccic ca puruṣarṣabhāḥ kaccit kurūṇāṃ saubhrātram avyucchinnaṃ bhaviṣyati
Wollen jene Stiere unter den Männern an der Vereinbarung festhalten? Wird die brüderliche Eintracht der Kurus ungebrochen bleiben?“

maitreya uvāca tīrthayātrām anukrāman prāpto 'smi kurujāṅgalam yadṛcchayā dharmarājaṃ dṛṣṭavān kāmyake vane

Maitreya sprach: „Auf meiner Pilgerfahrt zu den heiligen Stätten bin ich in das Kuru-Land gelangt; durch Zufall habe ich den Dharmarāja im Kāmyaka-Wald gesehen.

Wort für Wort
maitreya uvāca tīrthayātrām anukrāman prāpto 'smi kurujāṅgalam yadṛcchayā dharmarājaṃ dṛṣṭavān kāmyake vane
Maitreya sprach: „Auf meiner Pilgerfahrt zu den heiligen Stätten bin ich in das Kuru-Land gelangt; durch Zufall habe ich den Dharmarāja im Kāmyaka-Wald gesehen.

taṃ jaṭājinasaṃvītaṃ tapovananivāsinam samājagmur mahātmānaṃ draṣṭuṃ munigaṇāḥ prabho

Ihn, gehüllt in Fell und Zopfhaar, im Büßerwald wohnend, kamen Scharen von Weisen zusammen, um den Hochherzigen zu sehen, o Herr.

Wort für Wort
taṃ jaṭājinasaṃvītaṃ tapovananivāsinam samājagmur mahātmānaṃ draṣṭuṃ munigaṇāḥ prabho
Ihn, gehüllt in Fell und Zopfhaar, im Büßerwald wohnend, kamen Scharen von Weisen zusammen, um den Hochherzigen zu sehen, o Herr.

tatrāśrauṣaṃ mahārāja putrāṇāṃ tava vibhramam anayaṃ dyūtarūpeṇa mahāpāyam upasthitam

Dort hörte ich, o Großkönig, von der Verirrung deiner Söhne, von dem Unheil, das in Gestalt des Würfelspiels als großes Verderben hereingebrochen ist.

Wort für Wort
tatrāśrauṣaṃ mahārāja putrāṇāṃ tava vibhramam anayaṃ dyūtarūpeṇa mahāpāyam upasthitam
Dort hörte ich, o Großkönig, von der Verirrung deiner Söhne, von dem Unheil, das in Gestalt des Würfelspiels als großes Verderben hereingebrochen ist.

tato 'haṃ tvām anuprāptaḥ kauravāṇām avekṣayā sadā hy abhyadhikaḥ snehaḥ prītiś ca tvayi me prabho

Darauf bin ich, mit Rücksicht auf die Kauravas, zu dir gekommen; denn stets ist meine Zuneigung und Liebe zu dir besonders groß, o Herr.

Wort für Wort
tato 'haṃ tvām anuprāptaḥ kauravāṇām avekṣayā sadā hy abhyadhikaḥ snehaḥ prītiś ca tvayi me prabho
Darauf bin ich, mit Rücksicht auf die Kauravas, zu dir gekommen; denn stets ist meine Zuneigung und Liebe zu dir besonders groß, o Herr.

naitad aupayikaṃ rājaṃs tvayi bhīṣme ca jīvati yad anyonyena te putrā virudhyante narādhipa

Es ziemt sich nicht, o König, solange du und Bhīṣma noch leben, o Herrscher der Menschen, dass sich deine Söhne gegenseitig entzweien.

Wort für Wort
naitad aupayikaṃ rājaṃs tvayi bhīṣme ca jīvati yad anyonyena te putrā virudhyante narādhipa
Es ziemt sich nicht, o König, solange du und Bhīṣma noch leben, o Herrscher der Menschen, dass sich deine Söhne gegenseitig entzweien.

meḍhībhūtaḥ svayaṃ rājan nigrahe pragrahe bhavān kimartham anayaṃ ghoram utpatantam upekṣase

Du selbst bist doch, o König, der Angelpunkt für Zurückhalten und Gewähren - warum siehst du diesem furchtbaren, aufkeimenden Unheil untätig zu?

Wort für Wort
meḍhībhūtaḥ svayaṃ rājan nigrahe pragrahe bhavān kimartham anayaṃ ghoram utpatantam upekṣase
Du selbst bist doch, o König, der Angelpunkt für Zurückhalten und Gewähren - warum siehst du diesem furchtbaren, aufkeimenden Unheil untätig zu?

dasyūnām iva yadvṛttaṃ sabhāyāṃ kurunandana tena na bhrājase rājaṃs tāpasānāṃ samāgame

Wegen dessen, was wie das Treiben von Räubern in der Versammlungshalle geschah, o Freude der Kurus, strahlst du, o König, nicht mehr in der Versammlung der Büßer.“

Wort für Wort
dasyūnām iva yadvṛttaṃ sabhāyāṃ kurunandana tena na bhrājase rājaṃs tāpasānāṃ samāgame
Wegen dessen, was wie das Treiben von Räubern in der Versammlungshalle geschah, o Freude der Kurus, strahlst du, o König, nicht mehr in der Versammlung der Büßer.“

vaiśaṃpāyana uvāca tato vyāvṛtya rājānaṃ duryodhanam amarṣaṇam uvāca ślakṣṇayā vācā maitreyo bhagavān ṛṣiḥ

Vaiśaṃpāyana sprach: Darauf wandte sich der erhabene Seher Maitreya dem unduldsamen König Duryodhana zu und sprach mit sanfter Stimme:

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca tato vyāvṛtya rājānaṃ duryodhanam amarṣaṇam uvāca ślakṣṇayā vācā maitreyo bhagavān ṛṣiḥ
Vaiśaṃpāyana sprach: Darauf wandte sich der erhabene Seher Maitreya dem unduldsamen König Duryodhana zu und sprach mit sanfter Stimme:

duryodhana mahābāho nibodha vadatāṃ vara vacanaṃ me mahāprājña bruvato yad dhitaṃ tava

„Duryodhana, Starkarmiger, vernimm, du Bester der Redner, mein Wort, das ich, Hochweiser, dir zu deinem Heil spreche.

Wort für Wort
duryodhana mahābāho nibodha vadatāṃ vara vacanaṃ me mahāprājña bruvato yad dhitaṃ tava
„Duryodhana, Starkarmiger, vernimm, du Bester der Redner, mein Wort, das ich, Hochweiser, dir zu deinem Heil spreche.

mā druhaḥ pāṇḍavān rājan kuruṣva hitam ātmanaḥ pāṇḍavānāṃ kurūṇāṃ ca lokasya ca nararṣabha

Feinde nicht den Pāṇḍavas, o König; tu, was dir selbst, den Pāṇḍavas, den Kurus und der Welt zuträglich ist, o Stier unter den Männern.

Wort für Wort
mā druhaḥ pāṇḍavān rājan kuruṣva hitam ātmanaḥ pāṇḍavānāṃ kurūṇāṃ ca lokasya ca nararṣabha
Feinde nicht den Pāṇḍavas, o König; tu, was dir selbst, den Pāṇḍavas, den Kurus und der Welt zuträglich ist, o Stier unter den Männern.

te hi sarve naravyāghrāḥ śūrā vikrāntayodhinaḥ sarve nāgāyutaprāṇā vajrasaṃhananā dṛḍhāḥ

Denn sie alle sind Tiger unter den Männern, tapfer, von kühner Kampfesart, alle mit der Lebenskraft von zehntausend Elefanten, hart wie der Donnerkeil gefügt, unerschütterlich.

Wort für Wort
te hi sarve naravyāghrāḥ śūrā vikrāntayodhinaḥ sarve nāgāyutaprāṇā vajrasaṃhananā dṛḍhāḥ
Denn sie alle sind Tiger unter den Männern, tapfer, von kühner Kampfesart, alle mit der Lebenskraft von zehntausend Elefanten, hart wie der Donnerkeil gefügt, unerschütterlich.

satyavrataparāḥ sarve sarve puruṣamāninaḥ hantāro devaśatrūṇāṃ rakṣasāṃ kāmarūpiṇām hiḍimbabakamukhyānāṃ kirmīrasya ca rakṣasaḥ

Alle der Wahrheit als Gelübde treu, alle voll Selbstachtung, Töter der Götterfeinde, der nach Belieben gestaltwandelnden Rākṣasas, allen voran Hiḍimba und Baka, und des Rākṣasa Kirmīra.

Wort für Wort
satyavrataparāḥ sarve sarve puruṣamāninaḥ hantāro devaśatrūṇāṃ rakṣasāṃ kāmarūpiṇām hiḍimbabakamukhyānāṃ kirmīrasya ca rakṣasaḥ
Alle der Wahrheit als Gelübde treu, alle voll Selbstachtung, Töter der Götterfeinde, der nach Belieben gestaltwandelnden Rākṣasas, allen voran Hiḍimba und Baka, und des Rākṣasa Kirmīra.

itaḥ pracyavatāṃ rātrau yaḥ sa teṣāṃ mahātmanām āvṛtya mārgaṃ raudrātmā tasthau girir ivācalaḥ

Als jene Hochherzigen einst bei Nacht von hier aufbrachen, versperrte einer von grimmigem Wesen, unbeweglich wie ein Berg, ihren Weg.

Wort für Wort
itaḥ pracyavatāṃ rātrau yaḥ sa teṣāṃ mahātmanām āvṛtya mārgaṃ raudrātmā tasthau girir ivācalaḥ
Als jene Hochherzigen einst bei Nacht von hier aufbrachen, versperrte einer von grimmigem Wesen, unbeweglich wie ein Berg, ihren Weg.

taṃ bhīmaḥ samaraślāghī balena balināṃ varaḥ jaghāna paśumāreṇa vyāghraḥ kṣudramṛgaṃ yathā

Diesen erschlug Bhīma, der Kampfesruhm liebt, an Kraft der Erste unter den Starken, wie man Vieh tötet, wie ein Tiger ein kleines Wild erlegt.

Wort für Wort
taṃ bhīmaḥ samaraślāghī balena balināṃ varaḥ jaghāna paśumāreṇa vyāghraḥ kṣudramṛgaṃ yathā
Diesen erschlug Bhīma, der Kampfesruhm liebt, an Kraft der Erste unter den Starken, wie man Vieh tötet, wie ein Tiger ein kleines Wild erlegt.

paśya digvijaye rājan yathā bhīmena pātitaḥ jarāsaṃdho maheṣvāso nāgāyutabalo yudhi

Sieh, o König, wie bei der Eroberung der Weltgegenden von Bhīma im Kampf Jarāsandha gefällt wurde, der große Bogenschütze mit der Kraft von zehntausend Elefanten,

Wort für Wort
paśya digvijaye rājan yathā bhīmena pātitaḥ jarāsaṃdho maheṣvāso nāgāyutabalo yudhi
Sieh, o König, wie bei der Eroberung der Weltgegenden von Bhīma im Kampf Jarāsandha gefällt wurde, der große Bogenschütze mit der Kraft von zehntausend Elefanten,

saṃbandhī vāsudevaś ca yeṣāṃ śyālaś ca pārṣataḥ kas tān yudhi samāsīta jarāmaraṇavān naraḥ

er, dessen Verwandter durch Heirat Vāsudeva [Kṛṣṇa] und dessen Schwager der Sohn des Pṛṣata [Dhṛṣṭadyumna] ist - welcher sterbliche, dem Alter und Tod unterworfene Mensch könnte es im Kampf mit ihnen aufnehmen?

Wort für Wort
saṃbandhī vāsudevaś ca yeṣāṃ śyālaś ca pārṣataḥ kas tān yudhi samāsīta jarāmaraṇavān naraḥ
er, dessen Verwandter durch Heirat Vāsudeva [Kṛṣṇa] und dessen Schwager der Sohn des Pṛṣata [Dhṛṣṭadyumna] ist - welcher sterbliche, dem Alter und Tod unterworfene Mensch könnte es im Kampf mit ihnen aufnehmen?

tasya te śama evāstu pāṇḍavair bharatarṣabha kuru me vacanaṃ rājan mā mṛtyuvaśam anvagāḥ

Möge dein Friede mit den Pāṇḍavas bestehen, o Stier der Bharatas; folge meinem Wort, o König, gerate nicht in die Gewalt des Todes.“

Wort für Wort
tasya te śama evāstu pāṇḍavair bharatarṣabha kuru me vacanaṃ rājan mā mṛtyuvaśam anvagāḥ
Möge dein Friede mit den Pāṇḍavas bestehen, o Stier der Bharatas; folge meinem Wort, o König, gerate nicht in die Gewalt des Todes.“

evaṃ tu bruvatas tasya maitreyasya viśāṃ pate ūruṃ gajakarākāraṃ kareṇābhijaghāna saḥ

Während Maitreya so sprach, o Herr der Untertanen, schlug jener [Duryodhana] mit der Hand auf seinen Schenkel, der die Form eines Elefantenohrs hatte.

Wort für Wort
evaṃ tu bruvatas tasya maitreyasya viśāṃ pate ūruṃ gajakarākāraṃ kareṇābhijaghāna saḥ
Während Maitreya so sprach, o Herr der Untertanen, schlug jener [Duryodhana] mit der Hand auf seinen Schenkel, der die Form eines Elefantenohrs hatte.

duryodhanaḥ smitaṃ kṛtvā caraṇenālikhan mahīm na kiṃ cid uktvā durmedhās tasthau kiṃ cid avāṅmukhaḥ

Duryodhana, ein Lächeln zeigend, die Erde mit dem Fuß ritzend, ohne etwas zu sagen, verharrte, der Unkluge, mit leicht gesenktem Blick.

Wort für Wort
duryodhanaḥ smitaṃ kṛtvā caraṇenālikhan mahīm na kiṃ cid uktvā durmedhās tasthau kiṃ cid avāṅmukhaḥ
Duryodhana, ein Lächeln zeigend, die Erde mit dem Fuß ritzend, ohne etwas zu sagen, verharrte, der Unkluge, mit leicht gesenktem Blick.

tam aśuśrūṣamāṇaṃ tu vilikhantaṃ vasuṃdharām dṛṣṭvā duryodhanaṃ rājan maitreyaṃ kopa āviśat

Als er sah, wie Duryodhana, ohne zuzuhören, die Erde ritzte, o König, ergriff den Maitreya Zorn.

Wort für Wort
tam aśuśrūṣamāṇaṃ tu vilikhantaṃ vasuṃdharām dṛṣṭvā duryodhanaṃ rājan maitreyaṃ kopa āviśat
Als er sah, wie Duryodhana, ohne zuzuhören, die Erde ritzte, o König, ergriff den Maitreya Zorn.

sa kopavaśam āpanno maitreyo munisattamaḥ vidhinā saṃprayuktaś ca śāpāyāsya mano dadhe

Der Beste der Weisen, Maitreya, geriet in die Gewalt des Zorns, und, vom Schicksal dazu bewogen, richtete er seinen Sinn auf einen Fluch gegen ihn.

Wort für Wort
sa kopavaśam āpanno maitreyo munisattamaḥ vidhinā saṃprayuktaś ca śāpāyāsya mano dadhe
Der Beste der Weisen, Maitreya, geriet in die Gewalt des Zorns, und, vom Schicksal dazu bewogen, richtete er seinen Sinn auf einen Fluch gegen ihn.

tataḥ sa vāry upaspṛśya kopasaṃraktalocanaḥ maitreyo dhārtarāṣṭraṃ tam aśapad duṣṭacetasam

Darauf berührte er Wasser, mit vor Zorn geröteten Augen, und Maitreya verfluchte jenen bösgesinnten Sohn Dhṛtarāṣṭras:

Wort für Wort
tataḥ sa vāry upaspṛśya kopasaṃraktalocanaḥ maitreyo dhārtarāṣṭraṃ tam aśapad duṣṭacetasam
Darauf berührte er Wasser, mit vor Zorn geröteten Augen, und Maitreya verfluchte jenen bösgesinnten Sohn Dhṛtarāṣṭras:

yasmāt tvaṃ mām anādṛtya nemāṃ vācaṃ cikīrṣasi tasmād asyābhimānasya sadyaḥ phalam avāpnuhi

„Weil du mich missachtest und dieses Wort nicht befolgen willst, sollst du sogleich die Frucht dieses Hochmuts ernten.

Wort für Wort
yasmāt tvaṃ mām anādṛtya nemāṃ vācaṃ cikīrṣasi tasmād asyābhimānasya sadyaḥ phalam avāpnuhi
„Weil du mich missachtest und dieses Wort nicht befolgen willst, sollst du sogleich die Frucht dieses Hochmuts ernten.

tvadabhidrohasaṃyuktaṃ yuddham utpatsyate mahat yatra bhīmo gadāpātais tavoruṃ bhetsyate balī

Aus deiner Feindseligkeit wird ein großer Krieg entstehen, in dem der starke Bhīma mit Keulenschlägen deinen Schenkel zerschmettern wird.“

Wort für Wort
tvadabhidrohasaṃyuktaṃ yuddham utpatsyate mahat yatra bhīmo gadāpātais tavoruṃ bhetsyate balī
Aus deiner Feindseligkeit wird ein großer Krieg entstehen, in dem der starke Bhīma mit Keulenschlägen deinen Schenkel zerschmettern wird.“

ity evam ukte vacane dhṛtarāṣṭro mahīpatiḥ prasādayām āsa muniṃ naitad evaṃ bhaved iti

Als dieses Wort so gesprochen war, versuchte der Herrscher der Erde, Dhṛtarāṣṭra, den Weisen zu besänftigen: „Möge dies nicht so geschehen!“

Wort für Wort
ity evam ukte vacane dhṛtarāṣṭro mahīpatiḥ prasādayām āsa muniṃ naitad evaṃ bhaved iti
Als dieses Wort so gesprochen war, versuchte der Herrscher der Erde, Dhṛtarāṣṭra, den Weisen zu besänftigen: „Möge dies nicht so geschehen!“

maitreya uvāca śamaṃ yāsyati cet putras tava rājan yathā tathā śāpo na bhavitā tāta viparīte bhaviṣyati

Maitreya sprach: „Wenn dein Sohn, o König, sich zum Frieden mit den Pāṇḍavas wendet, wie ich es geraten habe, dann wird der Fluch nicht eintreten, mein Lieber; im umgekehrten Fall aber wird er sich erfüllen.“

Wort für Wort
maitreya uvāca śamaṃ yāsyati cet putras tava rājan yathā tathā śāpo na bhavitā tāta viparīte bhaviṣyati
Maitreya sprach: „Wenn dein Sohn, o König, sich zum Frieden mit den Pāṇḍavas wendet, wie ich es geraten habe, dann wird der Fluch nicht eintreten, mein Lieber; im umgekehrten Fall aber wird er sich erfüllen.“

vaiśaṃpāyana uvāca sa vilakṣas tu rājendra duryodhanapitā tadā maitreyaṃ prāha kirmīraḥ kathaṃ bhīmena pātitaḥ

Vaiśaṃpāyana sprach: Da fragte, verwirrt, o Herrscher der Könige, der Vater Duryodhanas [Dhṛtarāṣṭra] den Maitreya: „Wie wurde Kirmīra von Bhīma gefällt?“

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca sa vilakṣas tu rājendra duryodhanapitā tadā maitreyaṃ prāha kirmīraḥ kathaṃ bhīmena pātitaḥ
Vaiśaṃpāyana sprach: Da fragte, verwirrt, o Herrscher der Könige, der Vater Duryodhanas [Dhṛtarāṣṭra] den Maitreya: „Wie wurde Kirmīra von Bhīma gefällt?“

maitreya uvāca nāhaṃ vakṣyāmy asūyā te na te śuśrūṣate sutaḥ eṣa te viduraḥ sarvam ākhyāsyati gate mayi

Maitreya sprach: „Ich werde es nicht erzählen, da dein Sohn neidisch ist und nicht zuhören mag; dieser dein Vidura wird dir alles berichten, wenn ich gegangen bin.“

Wort für Wort
maitreya uvāca nāhaṃ vakṣyāmy asūyā te na te śuśrūṣate sutaḥ eṣa te viduraḥ sarvam ākhyāsyati gate mayi
Maitreya sprach: „Ich werde es nicht erzählen, da dein Sohn neidisch ist und nicht zuhören mag; dieser dein Vidura wird dir alles berichten, wenn ich gegangen bin.“

vaiśaṃpāyana uvāca ity evam uktvā maitreyaḥ prātiṣṭhata yathāgatam kirmīravadhasaṃvigno bahir duryodhano 'gamat

Vaiśaṃpāyana sprach: Nachdem er so gesprochen hatte, ging Maitreya, wie er gekommen war; Duryodhana aber, erschüttert über die Erwähnung der Tötung Kirmīras, ging hinaus.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca ity evam uktvā maitreyaḥ prātiṣṭhata yathāgatam kirmīravadhasaṃvigno bahir duryodhano 'gamat
Vaiśaṃpāyana sprach: Nachdem er so gesprochen hatte, ging Maitreya, wie er gekommen war; Duryodhana aber, erschüttert über die Erwähnung der Tötung Kirmīras, ging hinaus.

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