Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)

Kapitel 275: Rāmopākhyānam (17, Schlusskapitel) Sītās Rechtfertigung, Rāmas Krönung und Vollendung

Nach Rāvaṇas Tod huldigen die Götter Rāma; Vibhīṣaṇa erhält Laṅkā. Rāma verstößt Sītā zunächst öffentlich aus Sorge um ihren Ruf - in dieser Mahābhārata-Fassung ohne die aus Vālmīkis Rāmāyaṇa bekannte Feuerprobe, stattdessen bezeugen die Götter Vāyu, Agni und Varuṇa sowie Brahmā selbst unmittelbar Sītās Unschuld, während Daśaratha aus dem Jenseits erscheint und seinen Segen gibt. Rāma kehrt mit Sītā, Lakṣmaṇa, Sugrīva und Vibhīṣaṇa über die Nala-Brücke zurück, weiht Aṅgada zum Kronprinzen von Kiṣkindhā, wird von Bharata in Nandigrāma empfangen und erhält das Reich zurück; Vasiṣṭha und Vāmadeva krönen ihn zum König von Ayodhyā. Er entlässt seine Verbündeten mit Ehrengaben, gibt den Himmelswagen Puṣpaka an Kubera zurück und vollzieht zehn Aśvamedha-Opfer am Gomatī-Fluss. Damit endet die gesamte, von Mārkaṇḍeya an Yudhiṣṭhira erzählte Rāma-Geschichte (Rāmopākhyānam, Kap.257-275).

mārkaṇḍeya uvāca sa hatvā rāvaṇaṃ kṣudraṃ rākṣasendraṃ suradviṣam babhūva hṛṣṭaḥ sasuhṛd rāmaḥ saumitriṇā saha

Mārkaṇḍeya sprach: „Nachdem er den nichtswürdigen Rāvaṇa erschlagen hatte, den Herrscher der Rākṣasas, den Feind der Götter, war Rāma, zusammen mit seinen Freunden und dem Sohn der Sumitrā, hocherfreut.

Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca sa hatvā rāvaṇaṃ kṣudraṃ rākṣasendraṃ suradviṣam babhūva hṛṣṭaḥ sasuhṛd rāmaḥ saumitriṇā saha
Mārkaṇḍeya sprach: „Nachdem er den nichtswürdigen Rāvaṇa erschlagen hatte, den Herrscher der Rākṣasas, den Feind der Götter, war Rāma, zusammen mit seinen Freunden und dem Sohn der Sumitrā, hocherfreut.

tato hate daśagrīve devāḥ sarṣipurogamāḥ āśīrbhir jayayuktābhir ānarcus taṃ mahābhujam

Als darauf der Zehnhalsige gefallen war, huldigten die Götter, angeführt von den Ṛṣis, jenem Starkarmigen mit siegverkündenden Segenssprüchen.

Wort für Wort
tato hate daśagrīve devāḥ sarṣipurogamāḥ āśīrbhir jayayuktābhir ānarcus taṃ mahābhujam
Als darauf der Zehnhalsige gefallen war, huldigten die Götter, angeführt von den Ṛṣis, jenem Starkarmigen mit siegverkündenden Segenssprüchen.

rāmaṃ kamalapatrākṣaṃ tuṣṭuvuḥ sarvadevatāḥ gandharvāḥ puṣpavarṣaiś ca vāgbhiś ca tridaśālayāḥ

Alle Gottheiten priesen Rāma mit den lotosblattgleichen Augen; die Gandharvas und die Bewohner des Götterhimmels mit Blütenregen und Lobesworten.

Wort für Wort
rāmaṃ kamalapatrākṣaṃ tuṣṭuvuḥ sarvadevatāḥ gandharvāḥ puṣpavarṣaiś ca vāgbhiś ca tridaśālayāḥ
Alle Gottheiten priesen Rāma mit den lotosblattgleichen Augen; die Gandharvas und die Bewohner des Götterhimmels mit Blütenregen und Lobesworten.

pūjayitvā yathā rāmaṃ pratijagmur yathāgatam tan mahotsavasaṃkāśam āsīd ākāśam acyuta

Nachdem sie Rāma so verehrt hatten, kehrten sie zurück, wie sie gekommen waren; der Himmelsraum glich einem großen Freudenfest, Unfehlbarer.

Wort für Wort
pūjayitvā yathā rāmaṃ pratijagmur yathāgatam tan mahotsavasaṃkāśam āsīd ākāśam acyuta
Nachdem sie Rāma so verehrt hatten, kehrten sie zurück, wie sie gekommen waren; der Himmelsraum glich einem großen Freudenfest, Unfehlbarer.

tato hatvā daśagrīvaṃ laṅkāṃ rāmo mahāyaśāḥ vibhīṣaṇāya pradadau prabhuḥ parapuraṃjayaḥ

Nachdem er den Zehnhalsigen erschlagen hatte, übergab der ruhmreiche Rāma, der Herr, der Bezwinger fremder Städte, Laṅkā an Vibhīṣaṇa.

Wort für Wort
tato hatvā daśagrīvaṃ laṅkāṃ rāmo mahāyaśāḥ vibhīṣaṇāya pradadau prabhuḥ parapuraṃjayaḥ
Nachdem er den Zehnhalsigen erschlagen hatte, übergab der ruhmreiche Rāma, der Herr, der Bezwinger fremder Städte, Laṅkā an Vibhīṣaṇa.

tataḥ sītāṃ puraskṛtya vibhīṣaṇapuraskṛtām avindhyo nāma suprajño vṛddhāmātyo viniryayau

Darauf zog, Sītā voranführend, die von Vibhīṣaṇa geleitet wurde, ein kluger, alter Minister namens Avindhya heraus.

Wort für Wort
tataḥ sītāṃ puraskṛtya vibhīṣaṇapuraskṛtām avindhyo nāma suprajño vṛddhāmātyo viniryayau
Darauf zog, Sītā voranführend, die von Vibhīṣaṇa geleitet wurde, ein kluger, alter Minister namens Avindhya heraus.

uvāca ca mahātmānaṃ kākutsthaṃ dainyam āsthitam pratīccha devīṃ sadvṛttāṃ mahātmañ jānakīm iti

Und er sprach zu dem großherzigen Kākutstha, der in Kleinmut verfallen war: ‚Nimm die Fürstin von gutem Wandel an, Jānakī, Großherziger!‘

Wort für Wort
uvāca ca mahātmānaṃ kākutsthaṃ dainyam āsthitam pratīccha devīṃ sadvṛttāṃ mahātmañ jānakīm iti
Und er sprach zu dem großherzigen Kākutstha, der in Kleinmut verfallen war: ‚Nimm die Fürstin von gutem Wandel an, Jānakī, Großherziger!‘

etac chrutvā vacas tasmād avatīrya rathottamāt bāṣpeṇāpihitāṃ sītāṃ dadarśekṣvākunandanaḥ

Als er dieses Wort gehört hatte, stieg der Freude der Ikṣvākus von seinem vorzüglichen Wagen herab und erblickte Sītā, deren Blick von Tränen verschleiert war.

Wort für Wort
etac chrutvā vacas tasmād avatīrya rathottamāt bāṣpeṇāpihitāṃ sītāṃ dadarśekṣvākunandanaḥ
Als er dieses Wort gehört hatte, stieg der Freude der Ikṣvākus von seinem vorzüglichen Wagen herab und erblickte Sītā, deren Blick von Tränen verschleiert war.

tāṃ dṛṣṭvā cārusarvāṅgīṃ yānasthāṃ śokakarśitām malopacitasarvāṅgīṃ jaṭilāṃ kṛṣṇavāsasam

Als er sie sah, an allen Gliedern schön, doch von Kummer abgezehrt, auf der Sänfte sitzend, an allen Gliedern von Schmutz bedeckt, mit verfilztem Haar, in dunklem Gewand,

Wort für Wort
tāṃ dṛṣṭvā cārusarvāṅgīṃ yānasthāṃ śokakarśitām malopacitasarvāṅgīṃ jaṭilāṃ kṛṣṇavāsasam
Als er sie sah, an allen Gliedern schön, doch von Kummer abgezehrt, auf der Sänfte sitzend, an allen Gliedern von Schmutz bedeckt, mit verfilztem Haar, in dunklem Gewand,

uvāca rāmo vaidehīṃ parāmarśaviśaṅkitaḥ gaccha vaidehi muktā tvaṃ yat kāryaṃ tan mayā kṛtam

sprach Rāma, besorgt um das Gerede der Leute, zu der Tochter Videhas: ‚Geh, Tochter Videhas, du bist frei; was zu tun war, habe ich getan.

Wort für Wort
uvāca rāmo vaidehīṃ parāmarśaviśaṅkitaḥ gaccha vaidehi muktā tvaṃ yat kāryaṃ tan mayā kṛtam
sprach Rāma, besorgt um das Gerede der Leute, zu der Tochter Videhas: ‚Geh, Tochter Videhas, du bist frei; was zu tun war, habe ich getan.

mām āsādya patiṃ bhadre na tvaṃ rākṣasaveśmani jarāṃ vrajethā iti me nihato 'sau niśācaraḥ

Damit du, Gütige, die mich zum Gatten hast, nicht in der Behausung eines Rākṣasa alterst, darum wurde jener Nachtwandler von mir erschlagen.

Wort für Wort
mām āsādya patiṃ bhadre na tvaṃ rākṣasaveśmani jarāṃ vrajethā iti me nihato 'sau niśācaraḥ
Damit du, Gütige, die mich zum Gatten hast, nicht in der Behausung eines Rākṣasa alterst, darum wurde jener Nachtwandler von mir erschlagen.

kathaṃ hy asmadvidho jātu jānan dharmaviniścayam parahastagatāṃ nārīṃ muhūrtam api dhārayet

Denn wie könnte einer wie ich, der die Grundsätze des Dharma kennt, jemals eine Frau, die in fremde Hände geraten ist, auch nur für einen Augenblick behalten?

Wort für Wort
kathaṃ hy asmadvidho jātu jānan dharmaviniścayam parahastagatāṃ nārīṃ muhūrtam api dhārayet
Denn wie könnte einer wie ich, der die Grundsätze des Dharma kennt, jemals eine Frau, die in fremde Hände geraten ist, auch nur für einen Augenblick behalten?

suvṛttām asuvṛttāṃ vāpy ahaṃ tvām adya maithili notsahe paribhogāya śvāvalīḍhaṃ havir yathā

Ob von gutem oder schlechtem Wandel - ich vermag dich heute nicht mehr zu genießen, Tochter Mithilas, wie ein von einem Hund beslecktes Opfer.‘

Wort für Wort
suvṛttām asuvṛttāṃ vāpy ahaṃ tvām adya maithili notsahe paribhogāya śvāvalīḍhaṃ havir yathā
Ob von gutem oder schlechtem Wandel - ich vermag dich heute nicht mehr zu genießen, Tochter Mithilas, wie ein von einem Hund beslecktes Opfer.‘

Diese harte Verstoßungsrede Rāmas entspricht der bekannten Episode aus Vālmīkis Yuddhakāṇḍa; in dieser Mahābhārata-Fassung des Rāmopākhyāna fehlt jedoch die dortige Feuerprobe (Agni-parīkṣā) - stattdessen bezeugen im Folgenden die Elementargötter (Vāyu, Agni, Varuṇa) und Brahmā selbst unmittelbar Sītās Unschuld.

tataḥ sā sahasā bālā tac chrutvā dāruṇaṃ vacaḥ papāta devī vyathitā nikṛttā kadalī yathā

Darauf sank die junge Fürstin, sogleich, als sie dieses grausame Wort gehört hatte, bestürzt zu Boden, wie eine gefällte Bananenstaude.

Wort für Wort
tataḥ sā sahasā bālā tac chrutvā dāruṇaṃ vacaḥ papāta devī vyathitā nikṛttā kadalī yathā
Darauf sank die junge Fürstin, sogleich, als sie dieses grausame Wort gehört hatte, bestürzt zu Boden, wie eine gefällte Bananenstaude.

yo hy asyā harṣasaṃbhūto mukharāgas tadābhavat kṣaṇena sa punar bhraṣṭo niḥśvāsād iva darpaṇe

Denn jener Glanz der Freude, der zuvor auf ihrem Gesicht erschienen war, schwand im selben Augenblick wieder, wie der Glanz eines Spiegels durch einen Hauch.

Wort für Wort
yo hy asyā harṣasaṃbhūto mukharāgas tadābhavat kṣaṇena sa punar bhraṣṭo niḥśvāsād iva darpaṇe
Denn jener Glanz der Freude, der zuvor auf ihrem Gesicht erschienen war, schwand im selben Augenblick wieder, wie der Glanz eines Spiegels durch einen Hauch.

tatas te harayaḥ sarve tac chrutvā rāmabhāṣitam gatāsukalpā niśceṣṭā babhūvuḥ sahalakṣmaṇāḥ

Darauf wurden alle jene Affen, als sie Rāmas Rede gehört hatten, zusammen mit Lakṣmaṇa wie leblos und bewegungslos.

Wort für Wort
tatas te harayaḥ sarve tac chrutvā rāmabhāṣitam gatāsukalpā niśceṣṭā babhūvuḥ sahalakṣmaṇāḥ
Darauf wurden alle jene Affen, als sie Rāmas Rede gehört hatten, zusammen mit Lakṣmaṇa wie leblos und bewegungslos.

tato devo viśuddhātmā vimānena caturmukhaḥ pitāmaho jagatsraṣṭā darśayām āsa rāghavam

Da erschien dem Rāghava der reingesinnte Gott mit den vier Gesichtern, der Großvater, der Schöpfer der Welt, in einem Himmelswagen.

Wort für Wort
tato devo viśuddhātmā vimānena caturmukhaḥ pitāmaho jagatsraṣṭā darśayām āsa rāghavam
Da erschien dem Rāghava der reingesinnte Gott mit den vier Gesichtern, der Großvater, der Schöpfer der Welt, in einem Himmelswagen.

śakraś cāgniś ca vāyuś ca yamo varuṇa eva ca yakṣādhipaś ca bhagavāṃs tathā saptarṣayo 'malāḥ

Śakra, Agni, Vāyu, Yama, Varuṇa, sowie der erhabene Herrscher der Yakṣas und die sieben makellosen Ṛṣis,

Wort für Wort
śakraś cāgniś ca vāyuś ca yamo varuṇa eva ca yakṣādhipaś ca bhagavāṃs tathā saptarṣayo 'malāḥ
Śakra, Agni, Vāyu, Yama, Varuṇa, sowie der erhabene Herrscher der Yakṣas und die sieben makellosen Ṛṣis,

rājā daśarathaś caiva divyabhāsvaramūrtimān vimānena mahārheṇa haṃsayuktena bhāsvatā

und König Daśaratha selbst, von göttlich strahlender Gestalt, in einem kostbaren, glänzenden, von Schwänen gezogenen Himmelswagen -

Wort für Wort
rājā daśarathaś caiva divyabhāsvaramūrtimān vimānena mahārheṇa haṃsayuktena bhāsvatā
und König Daśaratha selbst, von göttlich strahlender Gestalt, in einem kostbaren, glänzenden, von Schwänen gezogenen Himmelswagen -

tato 'ntarikṣaṃ tat sarvaṃ devagandharvasaṃkulam śuśubhe tārakācitraṃ śaradīva nabhastalam

jener ganze Luftraum, gefüllt mit Göttern und Gandharvas, erstrahlte da, mit Sternen übersät, wie das herbstliche Himmelsgewölbe.

Wort für Wort
tato 'ntarikṣaṃ tat sarvaṃ devagandharvasaṃkulam śuśubhe tārakācitraṃ śaradīva nabhastalam
jener ganze Luftraum, gefüllt mit Göttern und Gandharvas, erstrahlte da, mit Sternen übersät, wie das herbstliche Himmelsgewölbe.

tata utthāya vaidehi teṣāṃ madhye yaśasvinī uvāca vākyaṃ kalyāṇī rāmaṃ pṛthulavakṣasam

Darauf erhob sich die ruhmreiche, holdselige Tochter Videhas in ihrer Mitte und sprach dieses Wort zu Rāma, dem Breitbrüstigen:

Wort für Wort
tata utthāya vaidehi teṣāṃ madhye yaśasvinī uvāca vākyaṃ kalyāṇī rāmaṃ pṛthulavakṣasam
Darauf erhob sich die ruhmreiche, holdselige Tochter Videhas in ihrer Mitte und sprach dieses Wort zu Rāma, dem Breitbrüstigen:

rājaputra na te kopaṃ karomi viditā hi me gatiḥ strīṇāṃ narāṇāṃ ca śṛṇu cedaṃ vaco mama

‚Königssohn, ich zürne dir nicht, denn bekannt ist mir das Los der Frauen im Verhältnis zu den Männern; höre nun dieses mein Wort:

Wort für Wort
rājaputra na te kopaṃ karomi viditā hi me gatiḥ strīṇāṃ narāṇāṃ ca śṛṇu cedaṃ vaco mama
‚Königssohn, ich zürne dir nicht, denn bekannt ist mir das Los der Frauen im Verhältnis zu den Männern; höre nun dieses mein Wort:

antaś carati bhūtānāṃ mātariśvā sadāgatiḥ sa me vimuñcatu prāṇān yadi pāpaṃ carāmy aham

Der Wind, der immer Wehende, der im Inneren der Wesen wandelt, er möge mir das Leben nehmen, wenn ich Böses getan habe.

Wort für Wort
antaś carati bhūtānāṃ mātariśvā sadāgatiḥ sa me vimuñcatu prāṇān yadi pāpaṃ carāmy aham
Der Wind, der immer Wehende, der im Inneren der Wesen wandelt, er möge mir das Leben nehmen, wenn ich Böses getan habe.

agnir āpas tathākāśaṃ pṛthivī vāyur eva ca vimuñcantu mama prāṇān yadi pāpaṃ carāmy aham

Feuer, Wasser, Äther, Erde und Wind - sie mögen mir das Leben nehmen, wenn ich Böses getan habe.‘

Wort für Wort
agnir āpas tathākāśaṃ pṛthivī vāyur eva ca vimuñcantu mama prāṇān yadi pāpaṃ carāmy aham
Feuer, Wasser, Äther, Erde und Wind - sie mögen mir das Leben nehmen, wenn ich Böses getan habe.‘

tato 'ntarikṣe vāg āsīt sarvā viśrāvayan diśaḥ puṇyā saṃharṣaṇī teṣāṃ vānarāṇāṃ mahātmanām

Darauf erklang im Luftraum eine Stimme, die alle Richtungen erfüllte, heilvoll und jene hochherzigen Affen mit Freude erfüllend.

Wort für Wort
tato 'ntarikṣe vāg āsīt sarvā viśrāvayan diśaḥ puṇyā saṃharṣaṇī teṣāṃ vānarāṇāṃ mahātmanām
Darauf erklang im Luftraum eine Stimme, die alle Richtungen erfüllte, heilvoll und jene hochherzigen Affen mit Freude erfüllend.

vāyur uvāca bho bho rāghava satyaṃ vai vāyur asmi sadāgatiḥ apāpā maithilī rājan saṃgaccha saha bhāryayā

Vāyu sprach: ‚He, he, Rāghava! Wahrhaftig, ich bin der immer wehende Wind: schuldlos ist die Tochter Mithilas, o König; vereine dich mit deiner Gattin!‘

Wort für Wort
vāyur uvāca bho bho rāghava satyaṃ vai vāyur asmi sadāgatiḥ apāpā maithilī rājan saṃgaccha saha bhāryayā
Vāyu sprach: ‚He, he, Rāghava! Wahrhaftig, ich bin der immer wehende Wind: schuldlos ist die Tochter Mithilas, o König; vereine dich mit deiner Gattin!‘

agnir uvāca aham antaḥśarīrastho bhūtānāṃ raghunandana susūkṣmam api kākutstha maithilī nāparādhyati

Agni sprach: ‚Ich, der im Inneren des Leibes der Wesen weile, o Freude der Raghus - auch nicht im Geringsten hat sich die Tochter Mithilas verfehlt, Kākutstha.‘

Wort für Wort
agnir uvāca aham antaḥśarīrastho bhūtānāṃ raghunandana susūkṣmam api kākutstha maithilī nāparādhyati
Agni sprach: ‚Ich, der im Inneren des Leibes der Wesen weile, o Freude der Raghus - auch nicht im Geringsten hat sich die Tochter Mithilas verfehlt, Kākutstha.‘

varuṇa uvāca rasā vai matprasūtā hi bhūtadeheṣu rāghava ahaṃ vai tvāṃ prabravīmi maithilī pratigṛhyatām

Varuṇa sprach: ‚Die Säfte in den Leibern der Wesen, Rāghava, sind wahrlich von mir hervorgebracht; ich selbst sage es dir: die Tochter Mithilas soll angenommen werden!‘

Wort für Wort
varuṇa uvāca rasā vai matprasūtā hi bhūtadeheṣu rāghava ahaṃ vai tvāṃ prabravīmi maithilī pratigṛhyatām
Varuṇa sprach: ‚Die Säfte in den Leibern der Wesen, Rāghava, sind wahrlich von mir hervorgebracht; ich selbst sage es dir: die Tochter Mithilas soll angenommen werden!‘

brahmovāca putra naitad ihāścaryaṃ tvayi rājarṣidharmiṇi sādho sadvṛttamārgasthe śṛṇu cedaṃ vaco mama

Brahmā sprach: ‚Mein Sohn, dies ist nichts Erstaunliches bei dir, der du dem Dharma eines Königsweisen folgst, Tugendhafter, der du auf dem Pfad guten Wandels stehst; höre nun dieses mein Wort:

Wort für Wort
brahmovāca putra naitad ihāścaryaṃ tvayi rājarṣidharmiṇi sādho sadvṛttamārgasthe śṛṇu cedaṃ vaco mama
Brahmā sprach: ‚Mein Sohn, dies ist nichts Erstaunliches bei dir, der du dem Dharma eines Königsweisen folgst, Tugendhafter, der du auf dem Pfad guten Wandels stehst; höre nun dieses mein Wort:

śatrur eṣa tvayā vīra devagandharvabhoginām yakṣāṇāṃ dānavānāṃ ca maharṣīṇāṃ ca pātitaḥ

Dieser Feind der Götter, Gandharvas, Schlangen, Yakṣas, Dānavas und großen Ṛṣis wurde von dir, Held, zu Fall gebracht.

Wort für Wort
śatrur eṣa tvayā vīra devagandharvabhoginām yakṣāṇāṃ dānavānāṃ ca maharṣīṇāṃ ca pātitaḥ
Dieser Feind der Götter, Gandharvas, Schlangen, Yakṣas, Dānavas und großen Ṛṣis wurde von dir, Held, zu Fall gebracht.

avadhyaḥ sarvabhūtānāṃ matprasādāt purābhavat kasmāc cit kāraṇāt pāpaḥ kaṃ cit kālam upekṣitaḥ

Unverwundbar durch alle Wesen war er einst durch meine Gnade; aus einem bestimmten Grund wurde der Böse eine gewisse Zeit lang übersehen.

Wort für Wort
avadhyaḥ sarvabhūtānāṃ matprasādāt purābhavat kasmāc cit kāraṇāt pāpaḥ kaṃ cit kālam upekṣitaḥ
Unverwundbar durch alle Wesen war er einst durch meine Gnade; aus einem bestimmten Grund wurde der Böse eine gewisse Zeit lang übersehen.

vadhārtham ātmanas tena hṛtā sītā durātmanā nalakūbaraśāpena rakṣā cāsyāḥ kṛtā mayā

Zu seinem eigenen Verderben wurde von jenem Bösgesinnten Sītā entführt, doch ihr Schutz wurde durch Nalakūbaras Fluch von mir gewährleistet.

Wort für Wort
vadhārtham ātmanas tena hṛtā sītā durātmanā nalakūbaraśāpena rakṣā cāsyāḥ kṛtā mayā
Zu seinem eigenen Verderben wurde von jenem Bösgesinnten Sītā entführt, doch ihr Schutz wurde durch Nalakūbaras Fluch von mir gewährleistet.

yadi hy akāmām āsevet striyam anyām api dhruvam śatadhāsya phaled deha ity uktaḥ so 'bhavat purā

Denn: sollte er je eine unwillige Frau, auch eine andere, bedrängen, so werde sein Leib gewiss in hundert Stücke bersten - so war er einst von Nalakūbara verflucht worden.

Wort für Wort
yadi hy akāmām āsevet striyam anyām api dhruvam śatadhāsya phaled deha ity uktaḥ so 'bhavat purā
Denn: sollte er je eine unwillige Frau, auch eine andere, bedrängen, so werde sein Leib gewiss in hundert Stücke bersten - so war er einst von Nalakūbara verflucht worden.

Der Fluchwortlaut selbst wird hier als indirekte Rede wiedergegeben, um innerhalb von Brahmās bereits laufender direkter Rede keine dritte Zitatebene zu eröffnen.

nātra śaṅkā tvayā kāryā pratīcchemāṃ mahādyute kṛtaṃ tvayā mahat kāryaṃ devānām amaraprabha

Hierbei sollst du keinen Zweifel hegen, nimm sie an, Glanzvoller; ein großes Werk hast du für die Götter vollbracht, du den Unsterblichen Gleichender.‘

Wort für Wort
nātra śaṅkā tvayā kāryā pratīcchemāṃ mahādyute kṛtaṃ tvayā mahat kāryaṃ devānām amaraprabha
Hierbei sollst du keinen Zweifel hegen, nimm sie an, Glanzvoller; ein großes Werk hast du für die Götter vollbracht, du den Unsterblichen Gleichender.‘

daśaratha uvāca prīto 'smi vatsa bhadraṃ te pitā daśaratho 'smi te anujānāmi rājyaṃ ca praśādhi puruṣottama

Daśaratha sprach: ‚Erfreut bin ich, mein Kind, Heil dir! Ich bin dein Vater Daśaratha; ich gebe dir meine Zustimmung - herrsche über das Reich, du Vortrefflichster der Männer!‘

Wort für Wort
daśaratha uvāca prīto 'smi vatsa bhadraṃ te pitā daśaratho 'smi te anujānāmi rājyaṃ ca praśādhi puruṣottama
Daśaratha sprach: ‚Erfreut bin ich, mein Kind, Heil dir! Ich bin dein Vater Daśaratha; ich gebe dir meine Zustimmung - herrsche über das Reich, du Vortrefflichster der Männer!‘

rāma uvāca abhivādaye tvāṃ rājendra yadi tvaṃ janako mama gamiṣyāmi purīṃ ramyām ayodhyāṃ śāsanāt tava

Rāma sprach: ‚Ich erweise dir Verehrung, Fürst der Könige, wenn du mein Vater bist; ich werde auf dein Geheiß in die liebliche Stadt Ayodhyā zurückkehren.‘

Wort für Wort
rāma uvāca abhivādaye tvāṃ rājendra yadi tvaṃ janako mama gamiṣyāmi purīṃ ramyām ayodhyāṃ śāsanāt tava
Rāma sprach: ‚Ich erweise dir Verehrung, Fürst der Könige, wenn du mein Vater bist; ich werde auf dein Geheiß in die liebliche Stadt Ayodhyā zurückkehren.‘

mārkaṇḍeya uvāca tam uvāca pitā bhūyaḥ prahṛṣṭo manujādhipa gacchāyodhyāṃ praśādhi tvaṃ rāma raktāntalocana

Der Vater sprach abermals zu ihm, hocherfreut, o Herrscher der Menschen: ‚Gehe nach Ayodhyā und herrsche, Rāma mit den rotgesäumten Augen.‘

Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca tam uvāca pitā bhūyaḥ prahṛṣṭo manujādhipa gacchāyodhyāṃ praśādhi tvaṃ rāma raktāntalocana
Der Vater sprach abermals zu ihm, hocherfreut, o Herrscher der Menschen: ‚Gehe nach Ayodhyā und herrsche, Rāma mit den rotgesäumten Augen.‘

Der Quelltext markiert diesen Vers erneut mit 'mārkaṇḍeya uvāca'; dies ist lediglich eine Wiederaufnahme-Markierung der schon laufenden Rahmenerzählung (Mārkaṇḍeya berichtet weiterhin Yudhiṣṭhira, hier als 'manujādhipa', Herrscher der Menschen, angesprochen) und eröffnet keine neue Zitatebene.

tato devān namaskṛtya suhṛdbhir abhinanditaḥ mahendra iva paulomyā bhāryayā sa sameyivān

Darauf, nachdem er die Götter verehrt hatte, von seinen Freunden beglückwünscht, vereinte er sich mit seiner Gattin, wie Mahendra mit Paulomī.

Wort für Wort
tato devān namaskṛtya suhṛdbhir abhinanditaḥ mahendra iva paulomyā bhāryayā sa sameyivān
Darauf, nachdem er die Götter verehrt hatte, von seinen Freunden beglückwünscht, vereinte er sich mit seiner Gattin, wie Mahendra mit Paulomī.

tato varaṃ dadau tasmai avindhyāya paraṃtapaḥ trijaṭāṃ cārthamānābhyāṃ yojayām āsa rākṣasīm

Darauf gewährte der Feindebezwinger jenem Avindhya eine Gabe und stattete die Rākṣasī Trijaṭā mit Reichtum und Ehre aus.

Wort für Wort
tato varaṃ dadau tasmai avindhyāya paraṃtapaḥ trijaṭāṃ cārthamānābhyāṃ yojayām āsa rākṣasīm
Darauf gewährte der Feindebezwinger jenem Avindhya eine Gabe und stattete die Rākṣasī Trijaṭā mit Reichtum und Ehre aus.

tam uvāca tato brahmā devaiḥ śakramukhair vṛtaḥ kausalyāmātar iṣṭāṃs te varān adya dadāni kān

Darauf sprach Brahmā, umgeben von den Göttern mit Śakra an der Spitze, zu ihm: ‚Sohn der Kausalyā, welche gewünschten Gaben soll ich dir heute gewähren?‘

Wort für Wort
tam uvāca tato brahmā devaiḥ śakramukhair vṛtaḥ kausalyāmātar iṣṭāṃs te varān adya dadāni kān
Darauf sprach Brahmā, umgeben von den Göttern mit Śakra an der Spitze, zu ihm: ‚Sohn der Kausalyā, welche gewünschten Gaben soll ich dir heute gewähren?‘

vavre rāmaḥ sthitiṃ dharme śatrubhiś cāparājayam rākṣasair nihatānāṃ ca vānarāṇāṃ samudbhavam

Rāma erbat sich: Beständigkeit im Dharma, Unbesiegbarkeit durch Feinde, und die Wiedererweckung der von den Rākṣasas erschlagenen Affen.

Wort für Wort
vavre rāmaḥ sthitiṃ dharme śatrubhiś cāparājayam rākṣasair nihatānāṃ ca vānarāṇāṃ samudbhavam
Rāma erbat sich: Beständigkeit im Dharma, Unbesiegbarkeit durch Feinde, und die Wiedererweckung der von den Rākṣasas erschlagenen Affen.

tatas te brahmaṇā prokte tatheti vacane tadā samuttasthur mahārāja vānarā labdhacetasaḥ

Als Brahmā daraufhin zustimmend gesprochen hatte, erhoben sich die Affen, wieder zu Bewusstsein gekommen, o großer König.

Wort für Wort
tatas te brahmaṇā prokte tatheti vacane tadā samuttasthur mahārāja vānarā labdhacetasaḥ
Als Brahmā daraufhin zustimmend gesprochen hatte, erhoben sich die Affen, wieder zu Bewusstsein gekommen, o großer König.

sītā cāpi mahābhāgā varaṃ hanumate dadau rāmakīrtyā samaṃ putra jīvitaṃ te bhaviṣyati

Auch Sītā, die Hochgesegnete, gewährte Hanumant eine Gabe: ‚Solange Rāmas Ruhm währt, mein Sohn, so lange wird auch dein Leben währen.

Wort für Wort
sītā cāpi mahābhāgā varaṃ hanumate dadau rāmakīrtyā samaṃ putra jīvitaṃ te bhaviṣyati
Auch Sītā, die Hochgesegnete, gewährte Hanumant eine Gabe: ‚Solange Rāmas Ruhm währt, mein Sohn, so lange wird auch dein Leben währen.

divyās tvām upabhogāś ca matprasādakṛtāḥ sadā upasthāsyanti hanumann iti sma harilocana

Göttliche Genüsse, durch meine Gnade bewirkt, werden dir, Hanumant, immer zur Verfügung stehen.‘ So sprach sie, o Lotosäugiger.

Wort für Wort
divyās tvām upabhogāś ca matprasādakṛtāḥ sadā upasthāsyanti hanumann iti sma harilocana
Göttliche Genüsse, durch meine Gnade bewirkt, werden dir, Hanumant, immer zur Verfügung stehen.‘ So sprach sie, o Lotosäugiger.

tatas te prekṣamāṇānāṃ teṣām akliṣṭakarmaṇām antardhānaṃ yayur devāḥ sarve śakrapurogamāḥ

Darauf verschwanden vor den Augen jener, deren Werk niemals scheitert, alle Götter, angeführt von Śakra.

Wort für Wort
tatas te prekṣamāṇānāṃ teṣām akliṣṭakarmaṇām antardhānaṃ yayur devāḥ sarve śakrapurogamāḥ
Darauf verschwanden vor den Augen jener, deren Werk niemals scheitert, alle Götter, angeführt von Śakra.

dṛṣṭvā tu rāmaṃ jānakyā sametaṃ śakrasārathiḥ uvāca paramaprītaḥ suhṛnmadhya idaṃ vacaḥ

Als aber Indras Wagenlenker Mātali Rāma mit Jānakī vereint sah, sprach er, überaus erfreut, inmitten der Freunde dieses Wort:

Wort für Wort
dṛṣṭvā tu rāmaṃ jānakyā sametaṃ śakrasārathiḥ uvāca paramaprītaḥ suhṛnmadhya idaṃ vacaḥ
Als aber Indras Wagenlenker Mātali Rāma mit Jānakī vereint sah, sprach er, überaus erfreut, inmitten der Freunde dieses Wort:

devagandharvayakṣāṇāṃ mānuṣāsurabhoginām apanītaṃ tvayā duḥkham idaṃ satyaparākrama

‚Der Götter, Gandharvas, Yakṣas, Menschen, Asuras und Schlangen Leid hast du hinweggenommen, du von wahrhaftiger Kraft.

Wort für Wort
devagandharvayakṣāṇāṃ mānuṣāsurabhoginām apanītaṃ tvayā duḥkham idaṃ satyaparākrama
‚Der Götter, Gandharvas, Yakṣas, Menschen, Asuras und Schlangen Leid hast du hinweggenommen, du von wahrhaftiger Kraft.

sadevāsuragandharvā yakṣarākṣasapannagāḥ kathayiṣyanti lokās tvāṃ yāvad bhūmir dhariṣyati

Die Welten - Götter, Asuras, Gandharvas, Yakṣas, Rākṣasas und Schlangen - werden von dir erzählen, solange die Erde besteht.‘

Wort für Wort
sadevāsuragandharvā yakṣarākṣasapannagāḥ kathayiṣyanti lokās tvāṃ yāvad bhūmir dhariṣyati
Die Welten - Götter, Asuras, Gandharvas, Yakṣas, Rākṣasas und Schlangen - werden von dir erzählen, solange die Erde besteht.‘

ity evam uktvānujñāpya rāmaṃ śastrabhṛtāṃ varam saṃpūjyāpākramat tena rathenādityavarcasā

Nachdem er so gesprochen und sich von Rāma, dem Besten der Waffenträger, verabschiedet hatte, zog er, nachdem er ihn geehrt hatte, mit jenem sonnengleich strahlenden Wagen davon.

Wort für Wort
ity evam uktvānujñāpya rāmaṃ śastrabhṛtāṃ varam saṃpūjyāpākramat tena rathenādityavarcasā
Nachdem er so gesprochen und sich von Rāma, dem Besten der Waffenträger, verabschiedet hatte, zog er, nachdem er ihn geehrt hatte, mit jenem sonnengleich strahlenden Wagen davon.

tataḥ sītāṃ puraskṛtya rāmaḥ saumitriṇā saha sugrīvapramukhaiś caiva sahitaḥ sarvavānaraiḥ

Darauf, Sītā voranführend, zusammen mit dem Sohn der Sumitrā und begleitet von allen Affen mit Sugrīva an der Spitze,

Wort für Wort
tataḥ sītāṃ puraskṛtya rāmaḥ saumitriṇā saha sugrīvapramukhaiś caiva sahitaḥ sarvavānaraiḥ
Darauf, Sītā voranführend, zusammen mit dem Sohn der Sumitrā und begleitet von allen Affen mit Sugrīva an der Spitze,

vidhāya rakṣāṃ laṅkāyāṃ vibhīṣaṇapuraskṛtaḥ saṃtatāra punas tena setunā makarālayam

überquerte Rāma, nachdem er für den Schutz Laṅkās gesorgt hatte, von Vibhīṣaṇa geleitet, abermals über jene Brücke die Behausung der Meerungeheuer.

Wort für Wort
vidhāya rakṣāṃ laṅkāyāṃ vibhīṣaṇapuraskṛtaḥ saṃtatāra punas tena setunā makarālayam
überquerte Rāma, nachdem er für den Schutz Laṅkās gesorgt hatte, von Vibhīṣaṇa geleitet, abermals über jene Brücke die Behausung der Meerungeheuer.

puṣpakeṇa vimānena khecareṇa virājatā kāmagena yathā mukhyair amātyaiḥ saṃvṛto vaśī

Mit dem Himmelswagen Puṣpaka, der durch die Luft fuhr, strahlend, nach Belieben fliegend, umgeben wie ein Herrscher von seinen vornehmsten Ministern.

Wort für Wort
puṣpakeṇa vimānena khecareṇa virājatā kāmagena yathā mukhyair amātyaiḥ saṃvṛto vaśī
Mit dem Himmelswagen Puṣpaka, der durch die Luft fuhr, strahlend, nach Belieben fliegend, umgeben wie ein Herrscher von seinen vornehmsten Ministern.

tatas tīre samudrasya yatra śiśye sa pārthivaḥ tatraivovāsa dharmātmā sahitaḥ sarvavānaraiḥ

Darauf verweilte der Fürst mit gerechter Seele eben dort am Meeresufer, wo er zuvor gelagert hatte, zusammen mit allen Affen.

Wort für Wort
tatas tīre samudrasya yatra śiśye sa pārthivaḥ tatraivovāsa dharmātmā sahitaḥ sarvavānaraiḥ
Darauf verweilte der Fürst mit gerechter Seele eben dort am Meeresufer, wo er zuvor gelagert hatte, zusammen mit allen Affen.

athainān rāghavaḥ kāle samānīyābhipūjya ca visarjayām āsa tadā ratnaiḥ saṃtoṣya sarvaśaḥ

Dann, zur rechten Zeit, versammelte der Rāghava sie, ehrte sie und entließ sie darauf, nachdem er sie alle mit Juwelen erfreut hatte.

Wort für Wort
athainān rāghavaḥ kāle samānīyābhipūjya ca visarjayām āsa tadā ratnaiḥ saṃtoṣya sarvaśaḥ
Dann, zur rechten Zeit, versammelte der Rāghava sie, ehrte sie und entließ sie darauf, nachdem er sie alle mit Juwelen erfreut hatte.

gateṣu vānarendreṣu gopuccharkṣeṣu teṣu ca sugrīvasahito rāmaḥ kiṣkindhāṃ punar āgamat

Nachdem die Affenfürsten und jene Bären mit den Büschelschwänzen gegangen waren, kehrte Rāma, zusammen mit Sugrīva, wieder nach Kiṣkindhā zurück.

Wort für Wort
gateṣu vānarendreṣu gopuccharkṣeṣu teṣu ca sugrīvasahito rāmaḥ kiṣkindhāṃ punar āgamat
Nachdem die Affenfürsten und jene Bären mit den Büschelschwänzen gegangen waren, kehrte Rāma, zusammen mit Sugrīva, wieder nach Kiṣkindhā zurück.

vibhīṣaṇenānugataḥ sugrīvasahitas tadā puṣpakeṇa vimānena vaidehyā darśayan vanam

Von Vibhīṣaṇa begleitet, zusammen mit Sugrīva, zeigte er da mit dem Himmelswagen Puṣpaka der Tochter Videhas den Wald.

Wort für Wort
vibhīṣaṇenānugataḥ sugrīvasahitas tadā puṣpakeṇa vimānena vaidehyā darśayan vanam
Von Vibhīṣaṇa begleitet, zusammen mit Sugrīva, zeigte er da mit dem Himmelswagen Puṣpaka der Tochter Videhas den Wald.

kiṣkindhāṃ tu samāsādya rāmaḥ praharatāṃ varaḥ aṅgadaṃ kṛtakarmāṇaṃ yauvarājye 'bhyaṣecayat

Als er Kiṣkindhā erreicht hatte, weihte Rāma, der Beste der Kämpfer, den bewährten Aṅgada zum Amt des Kronprinzen.

Wort für Wort
kiṣkindhāṃ tu samāsādya rāmaḥ praharatāṃ varaḥ aṅgadaṃ kṛtakarmāṇaṃ yauvarājye 'bhyaṣecayat
Als er Kiṣkindhā erreicht hatte, weihte Rāma, der Beste der Kämpfer, den bewährten Aṅgada zum Amt des Kronprinzen.

tatas tair eva sahito rāmaḥ saumitriṇā saha yathāgatena mārgeṇa prayayau svapuraṃ prati

Darauf zog Rāma, mit ebendiesen und mit dem Sohn der Sumitrā, auf demselben Weg, auf dem er gekommen war, zu seiner eigenen Stadt.

Wort für Wort
tatas tair eva sahito rāmaḥ saumitriṇā saha yathāgatena mārgeṇa prayayau svapuraṃ prati
Darauf zog Rāma, mit ebendiesen und mit dem Sohn der Sumitrā, auf demselben Weg, auf dem er gekommen war, zu seiner eigenen Stadt.

ayodhyāṃ sa samāsādya purīṃ rāṣṭrapatis tataḥ bharatāya hanūmantaṃ dūtaṃ prasthāpayat tadā

Als er sich der Stadt Ayodhyā näherte, sandte der Herr des Reiches darauf Hanumant als Boten zu Bharata.

Wort für Wort
ayodhyāṃ sa samāsādya purīṃ rāṣṭrapatis tataḥ bharatāya hanūmantaṃ dūtaṃ prasthāpayat tadā
Als er sich der Stadt Ayodhyā näherte, sandte der Herr des Reiches darauf Hanumant als Boten zu Bharata.

lakṣayitveṅgitaṃ sarvaṃ priyaṃ tasmai nivedya ca vāyuputre punaḥ prāpte nandigrāmam upāgamat

Nachdem der Sohn des Windes dessen ganze Gesinnung erkundet und ihm die frohe Botschaft überbracht hatte und wieder zurückgekehrt war, begab sich Rāma nach Nandigrāma.

Wort für Wort
lakṣayitveṅgitaṃ sarvaṃ priyaṃ tasmai nivedya ca vāyuputre punaḥ prāpte nandigrāmam upāgamat
Nachdem der Sohn des Windes dessen ganze Gesinnung erkundet und ihm die frohe Botschaft überbracht hatte und wieder zurückgekehrt war, begab sich Rāma nach Nandigrāma.

sa tatra maladigdhāṅgaṃ bharataṃ cīravāsasam agrataḥ pāduke kṛtvā dadarśāsīnam āsane

Dort sah er Bharata, dessen Glieder von Schmutz bedeckt waren, in Rindenkleidung, der, die Sandalen vor sich gestellt, auf einem Sitz saß.

Wort für Wort
sa tatra maladigdhāṅgaṃ bharataṃ cīravāsasam agrataḥ pāduke kṛtvā dadarśāsīnam āsane
Dort sah er Bharata, dessen Glieder von Schmutz bedeckt waren, in Rindenkleidung, der, die Sandalen vor sich gestellt, auf einem Sitz saß.

sametya bharatenātha śatrughnena ca vīryavān rāghavaḥ sahasaumitrir mumude bharatarṣabha

Nachdem er sich mit Bharata und Śatrughna vereinigt hatte, freute sich der tapfere Rāghava, zusammen mit dem Sohn der Sumitrā, o Stier unter den Bharatas.

Wort für Wort
sametya bharatenātha śatrughnena ca vīryavān rāghavaḥ sahasaumitrir mumude bharatarṣabha
Nachdem er sich mit Bharata und Śatrughna vereinigt hatte, freute sich der tapfere Rāghava, zusammen mit dem Sohn der Sumitrā, o Stier unter den Bharatas.

tathā bharataśatrughnau sametau guruṇā tadā vaidehyā darśanenobhau praharṣaṃ samavāpatuḥ

Ebenso gelangten Bharata und Śatrughna, mit dem Älteren vereint, beide durch den Anblick der Tochter Videhas zu großer Freude.

Wort für Wort
tathā bharataśatrughnau sametau guruṇā tadā vaidehyā darśanenobhau praharṣaṃ samavāpatuḥ
Ebenso gelangten Bharata und Śatrughna, mit dem Älteren vereint, beide durch den Anblick der Tochter Videhas zu großer Freude.

tasmai tad bharato rājyam āgatāyābhisatkṛtam nyāsaṃ niryātayām āsa yuktaḥ paramayā mudā

Bharata, von höchster Freude erfüllt, gab ihm, dem Zurückgekehrten, gebührend geehrt, das Reich zurück, das er treuhänderisch verwaltet hatte.

Wort für Wort
tasmai tad bharato rājyam āgatāyābhisatkṛtam nyāsaṃ niryātayām āsa yuktaḥ paramayā mudā
Bharata, von höchster Freude erfüllt, gab ihm, dem Zurückgekehrten, gebührend geehrt, das Reich zurück, das er treuhänderisch verwaltet hatte.

tatas taṃ vaiṣṇave śūraṃ nakṣatre 'bhimate 'hani vasiṣṭho vāmadevaś ca sahitāv abhyaṣiñcatām

Darauf weihten Vasiṣṭha und Vāmadeva gemeinsam jenen Helden an einem günstigen Tag, unter dem Sternbild Viṣṇus, zum König.

Wort für Wort
tatas taṃ vaiṣṇave śūraṃ nakṣatre 'bhimate 'hani vasiṣṭho vāmadevaś ca sahitāv abhyaṣiñcatām
Darauf weihten Vasiṣṭha und Vāmadeva gemeinsam jenen Helden an einem günstigen Tag, unter dem Sternbild Viṣṇus, zum König.

so 'bhiṣiktaḥ kapiśreṣṭhaṃ sugrīvaṃ sasuhṛjjanam vibhīṣaṇaṃ ca paulastyam anvajānād gṛhān prati

Nachdem er geweiht worden war, entließ er den Besten der Affen, Sugrīva, samt seinen Gefolgsleuten, und den Nachkommen des Pulastya, Vibhīṣaṇa, zur Heimkehr.

Wort für Wort
so 'bhiṣiktaḥ kapiśreṣṭhaṃ sugrīvaṃ sasuhṛjjanam vibhīṣaṇaṃ ca paulastyam anvajānād gṛhān prati
Nachdem er geweiht worden war, entließ er den Besten der Affen, Sugrīva, samt seinen Gefolgsleuten, und den Nachkommen des Pulastya, Vibhīṣaṇa, zur Heimkehr.

abhyarcya vividhai ratnaiḥ prītiyuktau mudā yutau samādhāyetikartavyaṃ duḥkhena visasarja ha

Nachdem er sie, die von Zuneigung und Freude erfüllt waren, mit mancherlei Juwelen geehrt und ihnen ihre künftigen Aufgaben aufgetragen hatte, entließ er sie unter Schmerz.

Wort für Wort
abhyarcya vividhai ratnaiḥ prītiyuktau mudā yutau samādhāyetikartavyaṃ duḥkhena visasarja ha
Nachdem er sie, die von Zuneigung und Freude erfüllt waren, mit mancherlei Juwelen geehrt und ihnen ihre künftigen Aufgaben aufgetragen hatte, entließ er sie unter Schmerz.

puṣpakaṃ ca vimānaṃ tat pūjayitvā sa rāghavaḥ prādād vaiśravaṇāyaiva prītyā sa raghunandanaḥ

Und den Himmelswagen Puṣpaka gab jener Rāghava, die Freude der Raghus, nachdem er ihn geehrt hatte, aus Zuneigung eben dem Vaiśravaṇa zurück.

Wort für Wort
puṣpakaṃ ca vimānaṃ tat pūjayitvā sa rāghavaḥ prādād vaiśravaṇāyaiva prītyā sa raghunandanaḥ
Und den Himmelswagen Puṣpaka gab jener Rāghava, die Freude der Raghus, nachdem er ihn geehrt hatte, aus Zuneigung eben dem Vaiśravaṇa zurück.

tato devarṣisahitaḥ saritaṃ gomatīm anu daśāśvamedhān ājahre jārūthyān sa nirargalān

Darauf vollzog er, begleitet von Göttern und Ṛṣis, am Fluss Gomatī zehn uneingeschränkte, überaus reiche [?] Aśvamedha-Opfer.“

Wort für Wort
tato devarṣisahitaḥ saritaṃ gomatīm anu daśāśvamedhān ājahre jārūthyān sa nirargalān
Darauf vollzog er, begleitet von Göttern und Ṛṣis, am Fluss Gomatī zehn uneingeschränkte, überaus reiche [?] Aśvamedha-Opfer.“

Das Wort 'jārūthyān' ist selten und lexikalisch unsicher (etwa: 'überaus groß/kostbar ausgestattet'); die Übersetzung folgt der wahrscheinlichsten Bedeutung, ist aber mit [?] gekennzeichnet. Mit diesem Vers endet die vollständige Rāmopākhyāna-Erzählung Mārkaṇḍeyas.

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