Kapitel 110: satyānṛtavicāraḥ
Wahrheit und Unwahrheit: Wann man lügen darf oder muss und wie man Sündern begegnet
Yudhiṣṭhira fragt, wie Wahrheit und Unwahrheit im Dharma abzuwägen sind; Bhīṣma erläutert Dharma als Gewaltlosigkeit und Tragendes und nennt Fälle, in denen Unwahrheit erlaubt ist (Schutz vor Räubern, Lebensgefahr). Das Kapitel enthält mehrere Zusatzpassagen, teils in verderbtem Text.
Yudhiṣṭhira sprach: „Wie soll ein Mensch sich verhalten, der im Dharma verharren will, o Bhārata? Sag es mir, du Wissender, o Stier unter den Bharatas, dem Wissbegierigen.“
Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca
Yudhiṣṭhira sprach (Perf.)
kathaṃ dharme sthātum icchan
wie im Dharma zu stehen wünschend (Inf./Part.Präs.)
naro varteta bhārata
der Mensch soll sich verhalten (3.Sg.Opt.), o Bhārata (Vok.)
bhīṣma uvāca; satyasya vacanaṃ sādhu na satyād vidyate param; yad bhūloke sudurjñātaṃ tat te vakṣyāmi bhārata
Bhīṣma sprach: „Das Sprechen der Wahrheit ist gut; nichts Höheres als die Wahrheit gibt es. Was auf Erden sehr schwer zu erkennen ist, das will ich dir sagen, o Bhārata.“
Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach (Perf.)
satyasya vacanaṃ sādhu
das Sprechen der Wahrheit ist gut (Nom.)
na satyād vidyate param
nichts Höheres als die Wahrheit ist vorhanden (Abl./3.Sg.Pass.)
yad bhūloke sudurjñātam
was auf Erden sehr schwer zu erkennen ist (Lok./Part.Pass.)
tat te vakṣyāmi bhārata
das werde ich dir sagen (1.Sg.Fut.), o Bhārata (Vok.)
„Es kann sein, dass man Wahrheit nicht sagen darf und Unwahrheit sagen muss; dort, wo Unwahrheit zur Wahrheit würde oder auch Wahrheit zur Unwahrheit.“
Wort für Wort
bhavet satyaṃ na vaktavyam
es kann sein, dass Wahrheit nicht zu sagen ist (3.Sg.Opt./Gerundiv)
„In einem solchen Fall, wo die Wahrheit nicht feststeht, verwirrt sich der Tor; wer Wahrheit und Unwahrheit sicher unterschieden hat, wird danach ein Kenner des Dharma.“
Wort für Wort
tādṛśe muhyate bālaḥ
in einem solchen (Fall) wird der Tor verwirrt (Lok./3.Sg.Präs.)
yatra satyam aniṣṭhitam
wo die Wahrheit nicht feststeht (Nom./Part.Pass.)
satyānṛte viniścitya
Wahrheit und Unwahrheit sicher unterschieden habend (Abs.)
„Von solcher Art ist diese Nachfrage, bei der das Dharma sehr schwer zu sagen ist; es ist schwer, es genau zu bestimmen; hier entscheidet man durch Überlegung.“
Wort für Wort
tādṛśo 'yam anupraśnaḥ
von solcher Art ist diese Nachfrage (Nom.)
yatra dharmaḥ sudurvacaḥ
wo das Dharma sehr schwer zu sagen ist (Nom.)
duṣkaraḥ pratisaṃkhyātum
schwer zu bestimmen/aufzuzählen (Inf.)
tarkeṇātra vyavasyati
hier entscheidet man durch Überlegung (Instr./3.Sg.Präs.)
„Gewaltlosigkeit, Wahrheit, Zornlosigkeit, Askese, Gabe, Selbstbezwingung, Einsicht, Nichttadeln, Nichtmissgunst, Nichteifersucht und Sittlichkeit: Dies ist das Dharma, o Bester der Kurus, verkündet vom Parameṣṭhin, von Brahmā, dem Gott der Götter, und dieses ist ewig. Wer in diesem Dharma steht, o König, sieht Heilvolles. Das vedische [śrauta] Dharma hat das Töten zum Wesen; die Gewaltlosigkeit [dagegen] ist das im höchsten Sinn [Gültige].“
Wort für Wort
ahiṃsā satyam akrodhaḥ
Gewaltlosigkeit, Wahrheit, Zornlosigkeit (Nom.)
tapo dānaṃ damo matiḥ
Askese, Gabe, Selbstbezwingung, Einsicht (Nom.)
anasūyāpy amātsaryam anīrṣyā śīlam eva ca
Nichttadeln, Nichtmissgunst, Nichteifersucht und Sittlichkeit (Nom.)
eṣa dharmaḥ kuruśreṣṭha kathitaḥ parameṣṭhinā
dies ist das Dharma, o Bester der Kurus (Vok.), verkündet vom Parameṣṭhin (Instr.)
brahmaṇā devadevena ayaṃ caiva sanātanaḥ
von Brahmā, dem Gott der Götter (Instr.), und dieses ist ewig (Nom.)
asmin dharme sthito rājan naro bhadrāṇi paśyati
in diesem Dharma stehend, o König, sieht der Mensch Heilvolles (Part./3.Sg.Präs.)
śrauto vadhātmako dharma ahiṃsā paramārthikaḥ
das vedische Dharma ist tötend-wesenhaft; Gewaltlosigkeit ist die höchste Sache (Nom.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; der letzte Halbvers ist knapp und syntaktisch elliptisch; die Ergänzung „dagegen“ ist erschlossen.
„Vom Tragen [dhāraṇa] her nennt man es Dharma; durch Dharma werden die Geschöpfe getragen; was mit dem Tragen verbunden ist, das ist Dharma – so lautet die Gewissheit.“
Wort für Wort
dhāraṇād dharma ity āhuḥ
vom Tragen her, ‚Dharma‘ sagt man (Abl./3.Pl.Perf.)
dharmeṇa vidhṛtāḥ prajāḥ
durch Dharma sind die Geschöpfe getragen (Instr./Part.Pass.)
„[Dharma ist,] was den Wesen nützt, die in äußerste Bedrängnis geraten sind.“
Wort für Wort
hitaṃ syād yatra bhūtānām
Nützliches mag sein, wo es den Wesen [gilt] (Nom./3.Sg.Opt./Gen.Pl.)
patitānāṃ susaṃkaṭe
den Gefallenen, in großer Bedrängnis (Gen.Pl./Lok.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile; sie ist nur ein Halbvers, das Subjekt „Dharma“ ist aus dem Kontext ergänzt.
ye 'nyāyena jihīrṣanto dhanam icchanti karhi cit; tebhyas tan na tad ākhyeyaṃ sa dharma iti niścayaḥ
„Denen, die auf unrechte Weise Besitz rauben wollen und irgendwann Reichtum begehren, darf man das nicht mitteilen; das ist Dharma – so lautet die Gewissheit.“
„Wenn Befreiung durch Schweigen möglich ist, soll man hier keinesfalls sich äußern; oder man muss sich unbedingt äußern, oder man würde wegen des Schweigens verdächtigt.“
Wort für Wort
akūjanena cen mokṣaḥ
wenn Befreiung durch Nicht-Laut-Geben (Instr.)
nātra kūjet kathaṃ cana
hier soll man keinesfalls Laut geben (3.Sg.Opt.)
avaśyaṃ kūjitavyaṃ vā
oder man muss unbedingt Laut geben (Gerundiv)
śaṅkeran vāpy akūjanāt
oder man würde verdächtigt wegen des Schweigens (3.Pl.Opt./Abl.)
kūj wörtlich ‚Laut geben, rufen‘; hier ‚sich äußern, reden‘. Der Satz ist knapp; Subjekt der letzten Zeile (‚man‘/‚andere‘) unsicher.
akṣayebhyo vadhaṃ rājan kuryād evāvicārayan; abuddhānuśaye doṣaṃ śreyas tatrānṛtaṃ bhavet; na stenaiḥ saha saṃbandhān mucyate śapathād api; śreyas tatrānṛtaṃ vaktuṃ satyād iti hi dhāraṇā
„Gegenüber [den ?] Unvergänglichen [?] möge man, o König, Tötung ohne Zögern vollziehen; bei einer Schuld ohne Einsicht [?] wäre dort Unwahrheit besser. Von der Verbindung mit Dieben wird man nicht einmal durch einen Eid frei; besser ist es dort, Unwahres zu sagen als Wahres – so ist die Überzeugung.“
Wort für Wort
akṣayebhyo vadhaṃ rājan
gegenüber [den] Unvergänglichen [?] die Tötung, o König (Abl./Dat.?/Akk./Vok.)
kuryād evāvicārayan
man möge ohne Zögern tun (3.Sg.Opt./Part.)
abuddhānuśaye doṣaṃ śreyas tatrānṛtaṃ bhavet
bei einer Schuld ohne Einsicht [?] wäre dort Unwahres besser (Lok./Nom./3.Sg.Opt.)
na stenaiḥ saha saṃbandhān mucyate śapathād api
von der Verbindung mit Dieben wird man auch durch Eid nicht frei (Instr./Abl./3.Sg.Pass.)
śreyas tatrānṛtaṃ vaktuṃ satyād iti hi dhāraṇā
besser ist dort, Unwahres zu sagen als Wahres, so ist ja die Überzeugung (Nom.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage mit vermutlich verderbtem Text (bes. „akṣayebhyaḥ“ und „abuddhānuśaye“); Wiedergabe tentativ.
svaśarīroparodhena varam ādātum icchataḥ; satyasaṃpratipattyarthaṃ ye brūyuḥ sākṣiṇaḥ kva cit; anuktvā tatra tad vācyaṃ sarve te 'nṛtavādinaḥ
„Wenn jemand unter Beeinträchtigung des eigenen Leibes eine Wahl [Gabe?] treffen will: Zeugen, die irgendwo zur Feststellung der Wahrheit aussagen [und] dabei das dort Auszusprechende nicht aussprechen, sind alle Lügner.“
Wort für Wort
svaśarīroparodhena
unter Beeinträchtigung des eigenen Körpers (Instr.)
varam ādātum icchataḥ
eine Wahl [?] zu treffen/nehmen wünschend (Akk./Inf./Gen.)
satyasaṃpratipattyarthaṃ
zum Zweck der Feststellung der Wahrheit (Akk.)
ye brūyuḥ sākṣiṇaḥ kva cit
die als Zeugen irgendwo aussagen würden (3.Pl.Opt./Nom.)
anuktvā tatra tad vācyam
ohne das dort Auszusprechende auszusprechen (Abs./Gerundiv)
sarve te 'nṛtavādinaḥ
alle diese sind Lügner (Nom.)
Syntax und Bezug von „varam ādātum icchataḥ“ unsicher; Wiedergabe tentativ.
„Bei Lebensgefahr und bei der Heirat darf man Unwahres sagen; zum Schutz von Besitz, um anderer willen, aus Dharma-Gründen [?]. Wer das Dharma anderer begehrt, wäre ein Niedriger, ein Dharma-Bettler.“
Wort für Wort
prāṇātyaye vivāhe ca
bei Lebensgefahr und bei Heirat (Lok.)
vaktavyam anṛtaṃ bhavet
Unwahres ist zu sagen (Gerundiv/3.Sg.Opt.)
arthasya rakṣaṇārthāya
zum Schutz des Besitzes (Gen./Dat.)
pareṣāṃ dharmakāraṇāt
um anderer willen, aus Dharma-Grund [?] (Gen.Pl./Abl.)
pareṣāṃ dharmam ākāṅkṣan
das Dharma anderer begehrend (Gen.Pl./Part.)
nīcaḥ syād dharmabhikṣukaḥ
ein Niedriger wäre er, ein Dharma-Bettler (3.Sg.Opt.)
Der Sinn der beiden letzten Halbverse (pareṣāṃ dharma…) ist unsicher.
pratiśrutya tu dātavyaṃ śvaḥkāryas tu balātkṛtaḥ; yaḥ kaś cid dharmasamayāt pracyuto 'dharmam āsthitaḥ
„Was man versprochen hat, muss man geben; wer aber [alles auf] morgen [verschiebt], wird durch Gewalt gezwungen. Wer auch immer von der Dharma-Übereinkunft abgefallen ist und dem Adharma anhängt –“
Wort für Wort
pratiśrutya tu dātavyam
was versprochen wurde, ist zu geben (Abs./Gerundiv)
śvaḥkāryas tu balātkṛtaḥ
der aber, der auf morgen verschiebt, wird durch Gewalt gezwungen [?] (Nom./Part.Pass.)
yaḥ kaś cid dharmasamayāt pracyutaḥ
wer auch immer von der Dharma-Übereinkunft abgefallen ist (Abl./Part.Pass.)
adharmam āsthitaḥ
dem Adharma anhängend (Part.Pass.)
[Anm.: Satz setzt sich in Einheit 26 fort.] Verständnis von „śvaḥkāryas tu balātkṛtaḥ“ unsicher.
„der ist nur durch Trug zu töten, er, der jenen Pfad eingeschlagen hat; der allezeit von den Dharmas Abgefallene, der einem nicht-menschlichen Dharma anhängt.“
Wort für Wort
dambhenaiva sa hantavyaḥ
allein durch Trug ist er zu töten (Instr./Gerundiv)
taṃ panthānaṃ samāśritaḥ
jenen Pfad eingeschlagen habend (Akk./Part.Pass.)
cyutaḥ sadaiva dharmebhyaḥ
stets von den Dharmas abgefallen (Part.Pass./Abl.)
amānavaṃ dharmam āsthitaḥ
dem unmenschlichen Dharma anhängend (Akk./Part.Pass.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; Fortsetzung von Einheit 25.
śaṭhaḥ svadharmam utsṛjya tam icched upajīvitum; sarvopāyair nihantavyaḥ pāpo nikṛtijīvanaḥ
„Der Schurke, der sein eigenes Dharma aufgegeben hat, mag ihn [tam ?] ausbeuten wollen; der Sünder, der von Betrug lebt, ist mit allen Mitteln zu erschlagen.“
Wort für Wort
śaṭhaḥ svadharmam utsṛjya
der Schurke, das eigene Dharma aufgegeben habend (Nom./Abs.)
tam icched upajīvitum
ihn [?] mag er von ihm leben/ausbeuten wollen (Akk./3.Sg.Opt./Inf.)
sarvopāyair nihantavyaḥ
mit allen Mitteln ist er zu erschlagen (Instr.Pl./Gerundiv)
dhanam ity eva pāpānāṃ sarveṣām iha niścayaḥ; ye 'viṣahyā hy asaṃbhojyā nikṛtyā patanaṃ gatāḥ
„Reichtum – dies allein, so lautet hier die Gewissheit, [ist das Ziel] aller Sünder; sie, die nicht zu ertragen und nicht als Tischgenossen zu dulden sind, sind durch Betrug zu Fall gekommen.“
Wort für Wort
dhanam ity eva pāpānām
‚Reichtum‘ – dies allein, der Sünder (Nom./Gen.Pl.)
sarveṣām iha niścayaḥ
aller, hier die Gewissheit (Gen.Pl./Nom.)
ye 'viṣahyā hy asaṃbhojyāḥ
die ja nicht zu ertragen, nicht als Tischgenossen zulässig sind (Nom.Pl.)
nikṛtyā patanaṃ gatāḥ
durch Betrug in den Fall gegangen (Instr./Akk./Part.Pass.)
tathāgataṃ ca yo hanyān nāsau pāpena lipyate; svakarmaṇā hataṃ hanti hata eva sa hanyate; teṣu yaḥ samayaṃ kaś cit kurvīta hatabuddhiṣu
„Und wer einen, der so beschaffen ist, tötet, der wird von der Sünde nicht befleckt; wer durch eigenes Handeln [schon] Erschlagenen erschlägt – der Erschlagene wird [nur noch] erschlagen; wer mit diesen Verstandesgetöteten irgendeine Übereinkunft treffen würde –“
Wort für Wort
tathāgataṃ ca yo hanyāt
und wer einen so Beschaffenen töten würde (Akk./3.Sg.Opt.)
nāsau pāpena lipyate
der wird von der Sünde nicht befleckt (Instr./3.Sg.Pass.)
svakarmaṇā hataṃ hanti
den durch eigenes Handeln Erschlagenen erschlägt er (Instr./Part.Pass./3.Sg.Präs.)
hata eva sa hanyate
der schon Erschlagene wird erschlagen (Part./3.Sg.Pass.)
teṣu yaḥ samayaṃ kaś cit kurvīta
wer unter diesen irgendeine Übereinkunft schlösse (Lok./3.Sg.Opt.)
hatabuddhiṣu
unter den Verstandesgetöteten (Lok.Pl.)
[Anm.: Satz bricht ab; Fortsetzung wohl in Einheit 34.] Deutung von „svakarmaṇā hataṃ hanti“ tentativ.
yathā kākaś ca gṛdhraś ca tathaivopadhijīvinaḥ; ūrdhvaṃ dehavimokṣānte bhavanty etāsu yoniṣu
„[der ist] wie Krähe und Geier, ebenso die von Trug Lebenden; nach dem Ablösen vom Körper [im Jenseits] werden sie in diesen Mutterschößen [wiedergeboren].“
Wort für Wort
yathā kākaś ca gṛdhraś ca
wie Krähe und Geier (Nom.)
tathaivopadhijīvinaḥ
ebenso die von Trug Lebenden (Nom.Pl.)
ūrdhvaṃ dehavimokṣānte
danach, am Ende der Körperablösung (Adv./Lok.)
bhavanty etāsu yoniṣu
werden sie in diesen Mutterschößen (3.Pl.Präs./Lok.Pl.)
yasmin yathā vartate yo manuṣyas; tasmiṃs tathā vartitavyaṃ sa dharmaḥ; māyācāro māyayā vartitavyaḥ; sādhvācāraḥ sādhunā pratyudeyaḥ
„Wie ein Mensch sich gegenüber jemandem verhält, so ist ihm gegenüber zu verfahren: das ist Dharma. Wer sich mit Täuschung benimmt, dem ist mit Täuschung zu begegnen; wer guten Wandels ist, dem ist mit Gutem zu entgegnen.“
Wort für Wort
yasmin yathā vartate yo manuṣyaḥ
wie ein Mensch gegenüber wem sich verhält (Lok./3.Sg.Präs./Nom.)
tasmiṃs tathā vartitavyaṃ sa dharmaḥ
ihm gegenüber ist ebenso zu verfahren, das ist Dharma (Lok./Gerundiv/Nom.)
māyācāro māyayā vartitavyaḥ
wer mit Täuschung wandelt, dem ist mit Täuschung zu begegnen (Nom./Instr./Gerundiv)
sādhvācāraḥ sādhunā pratyudeyaḥ
wer guten Wandels ist, dem ist mit Gutem zu entgegnen (Nom./Instr./Gerundiv)