Kapitel 47: bhīṣmastavarāja
Bhīṣmas Lobpreis auf Viṣṇu-Kṛṣṇa und der Aufbruch der Pāṇḍavas zu ihm
Bhīṣma gibt in der Uttarāyaṇa-Zeit seinen Körper auf, preist in einem langen Hymnus Kṛṣṇa als höchstes Wesen; darauf brechen Kṛṣṇa und die Pāṇḍavas zu ihm auf. Einleitung zur Bhīṣma-Lehrrede.
śuklapakṣasya cāṣṭamyāṃ māghamāsasya pārthiva; prājāpatye ca nakṣatre madhyaṃ prāpte divākare
Am achten [Tag] der hellen Monatshälfte des Monats Māgha, o Fürst, im Mondhaus Prājāpatya [Rohiṇī], als die Sonne die Mitte erreicht hatte.
Wort für Wort
śuklapakṣasya ca aṣṭamyām
und am achten [Tag] der hellen Monatshälfte (Gen./Lok.)
māghamāsasya pārthiva
des Monats Māgha, o Fürst (Gen./Vok.)
prājāpatye ca nakṣatre
und im Mondhaus Prājāpatya (Lok.)
madhyaṃ prāpte divākare
als die Sonne die Mitte erreicht hatte (Lok.abs.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Prājāpatya = Rohiṇī. „Mitte“ (madhya) der Sonne: wohl Mittag/Zenit; unsicher.
asitena vasiṣṭhena kauśikena mahātmanā; hārītalomaśābhyāṃ ca tathātreyeṇa dhīmatā; bṛhaspatiś ca śukraś ca cyavanaś ca mahāmuniḥ; sanatkumāraḥ kapilo vālmīkis tumburuḥ kuruḥ; maudgalyo bhārgavo rāmas tṛṇabindur mahāmuniḥ; pippalādaś ca vāyuś ca saṃvartaḥ pulahaḥ kacaḥ; kāśyapaś ca pulastyaś ca kratur dakṣaḥ parāśaraḥ; marīcir aṅgirāḥ kāśyo gautamo gālavo muniḥ; dhaumyo vibhāṇḍo māṇḍavyo dhaumraḥ kṛṣṇānubhautikaḥ; ulūkaḥ paramo vipro mārkaṇḍeyo mahāmuniḥ; bhāskariḥ pūraṇaḥ kṛṣṇaḥ sūtaḥ paramadhārmikaḥ
[Umgeben] von Asita, von Vasiṣṭha, von dem hochgesinnten Kauśika, von Hārīta und Lomaśa, von dem weisen Ātreya; von Bṛhaspati, Śukra und dem großen Weisen Cyavana; von Sanatkumāra, Kapila, Vālmīki, Tumburu, Kuru; von Maudgalya, Bhārgava Rāma, dem großen Weisen Tṛṇabindu; von Pippalāda, Vāyu, Saṃvarta, Pulaha, Kaca; von Kāśyapa, Pulastya, Kratu, Dakṣa, Parāśara; von Marīci, Aṅgiras, Kāśya, Gautama, dem Weisen Gālava; von Dhaumya, Vibhāṇḍa, Māṇḍavya, Dhaumra, Kṛṣṇānubhautika [?]; von Ulūka, dem höchsten Brahmanen, dem großen Weisen Mārkaṇḍeya; von Bhāskari, Pūraṇa, Kṛṣṇa, Sūta, dem höchst Rechtschaffenen.
Wort für Wort
asitena vasiṣṭhena
von Asita, von Vasiṣṭha (Instr.)
kauśikena mahātmanā
von Kauśika, dem Hochgesinnten (Instr.)
hārītalomaśābhyām ca
und von Hārīta und Lomaśa (Instr.Du.)
atreyeṇa dhīmatā
von dem weisen Ātreya (Instr.)
bṛhaspatiḥ ca śukraḥ ca cyavanaḥ ca mahāmuniḥ
Bṛhaspati, Śukra, Cyavana, der große Weise (Nom. statt Instr.)
sanatkumāraḥ kapilaḥ vālmīkiḥ tumburuḥ kuruḥ
Sanatkumāra, Kapila, Vālmīki, Tumburu, Kuru (Nom.)
maudgalyaḥ bhārgavaḥ rāmaḥ tṛṇabinduḥ mahāmuniḥ
Maudgalya, Bhārgava Rāma, Tṛṇabindu, der große Weise (Nom.)
pippalādaḥ ca vāyuḥ ca saṃvartaḥ pulahaḥ kacaḥ
Pippalāda, Vāyu, Saṃvarta, Pulaha, Kaca (Nom.)
kāśyapaḥ ca pulastyaḥ ca kratuḥ dakṣaḥ parāśaraḥ
Kāśyapa, Pulastya, Kratu, Dakṣa, Parāśara (Nom.)
marīciḥ aṅgirāḥ kāśyaḥ gautamaḥ gālavaḥ muniḥ
Marīci, Aṅgiras, Kāśya, Gautama, der Weise Gālava (Nom.)
Ulūka, der höchste Brahmane, Mārkaṇḍeya, der große Weise (Nom.)
bhāskariḥ pūraṇaḥ kṛṣṇaḥ sūtaḥ paramadhārmikaḥ
Bhāskari, Pūraṇa, Kṛṣṇa, Sūta, der höchst Rechtschaffene (Nom.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Grammatisch wechselt die Liste vom Instrumental in den Nominativ; Namensformen z. T. unsicher (Kṛṣṇānubhautika).
Von diesen und anderen Scharen von Weisen, hochbegnadeten Hochgesinnten, die Glauben und Selbstbezähmung an die erste Stelle gesetzt haben, war er umgeben wie der Mond von den Planeten.
Wort für Wort
etaiḥ ca anyaiḥ munigaṇaiḥ
von diesen und anderen Weisenscharen (Instr.Pl.)
mahābhāgaiḥ mahātmabhiḥ
hochbegnadeten, hochgesinnten (Instr.Pl.)
śraddhādamapuraskāraiḥ
die Glauben und Selbstbezähmung vorangestellt haben (Instr.Pl., Kompositum)
vṛtaḥ candraḥ iva grahaiḥ
umgeben wie der Mond von den Planeten (Part./Nom./Instr.Pl.)
Bhīṣma aber, der Tiger unter den Männern, versenkte sich, auf dem Pfeilbett liegend, mit Tat, Gedanken und Wort in Kṛṣṇa und verharrte mit gefalteten Händen.
Wort für Wort
bhīṣmaḥ tu puruṣavyāghraḥ
Bhīṣma aber, der Tiger unter den Männern (Nom.)
karmaṇā manasā girā
mit Tat, Sinn und Wort (Instr.)
śaratalpagataḥ
auf dem Pfeilbett liegend (Nom., Kompositum/Part.)
Kṛṣṇa gnädig stimmen wollend – die Rede, die ich anstimmen will: Durch sie, die Ausführlichkeit und Knappheit zugleich hat, möge der Höchste Puruṣa erfreut werden.
Wort für Wort
ārirādhayiṣuḥ kṛṣṇam
Kṛṣṇa zufriedenstellen wollend (Nom.Desid./Akk.)
vācaṃ jigamiṣāmi yām
die Rede, zu der ich ansetzen will, welche (Akk./1.Sg.Desid.)
tayā vyāsasamāsinyā
durch diese, die Ausführung und Zusammenfassung verbindet (Instr.Fem.)
prīyatām puruṣottamaḥ
erfreut werde der Höchste Puruṣa (Imp.Pass./Nom.)
vyāsasamāsinī: „Ausführlichkeit und Knappheit“ (auch Anspielung auf Vyāsa möglich); jigamiṣāmi (Desiderativ von gam) sinngemäß wiedergegeben.
Rein, ihm ganz ergeben, nehme ich, mein Selbst vollständig mit dem Selbst gesammelt, Zuflucht zu ihm, dem im Reinen wohnenden Schwan, dem Parameṣṭhin, dem Prajāpati.
Wort für Wort
śuciḥ tatparaḥ
rein, ihm ergeben (Nom.)
śuciṣadaṃ haṃsam
den im Reinen Wohnenden, den Schwan (Akk.)
parameṣṭhinam
den Parameṣṭhin (Akk.)
yuktvā sarvātmanā ātmānam
das Selbst mit ganzem Wesen gesammelt habend (Abs./Instr./Akk.)
tam prapadye prajāpatim
zu ihm, dem Prajāpati, nehme ich Zuflucht (Akk./1.Sg.Med.)
anādyantaṃ paraṃ brahma na devā narṣayo viduḥ; eko 'yaṃ veda bhagavān dhātā nārāyaṇo hariḥ; nārāyaṇād ṛṣigaṇās tathā siddhamahoragāḥ; devā devarṣayaś caiva yaṃ viduḥ param avyayam; devadānavagandharvā yakṣarākṣasapannagāḥ; yaṃ na jānanti ko hy eṣa kuto vā bhagavān iti
Den Anfangs- und Endlosen, das höchste Brahman, kennen weder Götter noch Seher; dieser eine allein weiß [von ihm], der Erhabene, der Erschaffer Nārāyaṇa Hari. Von Nārāyaṇa her [sind] die Scharen der Seher, ebenso Siddhas und Mahoragas, Götter und Götterseher – ihn, den sie als das Höchste, Unvergängliche kennen; Götter, Dānavas, Gandharvas, Yakṣas, Rākṣasas und Schlangen: den sie nicht kennen [und fragen]: „Wer ist dieser, oder woher [kommt] der Erhabene?“ [?]
Wort für Wort
anādyantam param brahma
das anfangs- und endlose höchste Brahman (Akk./Nom.)
na devāḥ na ṛṣayaḥ viduḥ
nicht Götter, nicht Seher kennen (3.Pl.Perf.)
ekaḥ ayam veda bhagavān
dieser eine weiß, der Erhabene (Nom./3.Sg.Perf.)
dhātā nārāyaṇaḥ hariḥ
der Erschaffer Nārāyaṇa Hari (Nom.)
nārāyaṇāt ṛṣigaṇāḥ siddhamahoragāḥ
von Nārāyaṇa her die Seherscharen, Siddhas und Mahoragas (Abl./Nom.Pl.)
devāḥ devarṣayaḥ ca yam viduḥ param avyayam
Götter und Götterseher, den sie als Höchstes, Unvergängliches kennen (Nom.Pl./Akk.)
„wer ist dieser, oder woher [ist] der Erhabene?“ (Interrog./Nom./Abl.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Syntax der zweiten Hälfte unklar, evtl. verderbt; Wiedergabe unsicher.
In dem – wie eine Girlande an einem ewigen, gespannten, festen Faden – das Weltall besteht, aus Seiendem und Nichtseiendem verknüpft, in dem Weltleibigen, dem Weltenschöpfer.
Wort für Wort
yasmin nitye tate tantau
in dem [wie] am ewigen, gespannten Faden (Lok.)
dṛḍhe srak iva tiṣṭhati
am festen, wie eine Girlande besteht es (Lok./Nom./3.Sg.Präs.)
sadasadgrathitam viśvam
das aus Seiendem und Nichtseiendem verknüpfte All (Nom.)
Den Vierwesenhaften mit Vieren, den im Sattva Weilenden, den Herrn der Sātvatas; den [Menschen] mit göttlichen, geheimen, höchsten Namen als Gott verehren.
Wort für Wort
caturbhiḥ caturātmānam
den Vierwesenhaften mit Vieren (Instr./Akk.)
sattvastham
den im Sattva Weilenden (Akk.)
sātvatām patim
den Herrn der Sātvatas (Gen.Pl./Akk.)
yam divyaiḥ devam arcanti
den sie mit göttlichen als Gott verehren (Instr./Akk./3.Pl.)
guhyaiḥ paramanāmabhiḥ
mit geheimen, höchsten Namen (Instr.Pl.)
caturbhiḥ (mit Vieren) nicht sicher aufzulösen (Vyūhas, Veden, Arme?).
Wer, auf keinen anderen gerichtet und frei von Wünschen, [ihn] um der Unendlichkeit willen verehrt hat, der sieht Govinda, das makellose Selbst, im Selbst weilend. [?]
Wort für Wort
yam ananyaḥ vyapetāśīḥ
den, [wer] auf keinen anderen gerichtet, ohne Wünsche (Akk./Nom.)
ātmānam vītakalmaṣam
das Selbst, makellos (Akk.)
iṣṭvā ānantyāya
nach dem Verehren um der Unendlichkeit willen (Abs./Dat.)
Im Purāṇa wird er Puruṣa genannt, zu Beginn der Weltalter Brahmā genannt, beim Untergang Saṃkarṣaṇa genannt: Ihn, den Verehrungswürdigen, verehren wir.
Wort für Wort
purāṇe puruṣaḥ proktaḥ
im Purāṇa wird [er] Puruṣa genannt (Lok./Nom./Part.Pass.)
brahmā proktaḥ yugādiṣu
Brahmā genannt zu Anfang der Weltalter (Nom./Lok.Pl.)
kṣaye saṃkarṣaṇaḥ proktaḥ
beim Untergang Saṃkarṣaṇa genannt (Lok./Nom.)
tam upāsyam upāsmahe
ihn, den Verehrungswürdigen, verehren wir (Akk./Gerundiv/1.Pl.Med.)
Den Einen, der als vielfältiges Selbst erschienen ist, den Adhokṣaja; den die keinem anderen Ergebenen, Tatkräftigen als Erfüller aller Wünsche verehren; den sie die Schatzkammer der Welt nennen, in dem die Geschöpfe geborgen sind; in dem diese Welten flimmern wie Vögel im Wasser; das Wahre, die eine Silbe, das Brahman, das jenseits von Seiend und Nichtseiend ist; ohne Anfang, Mitte und Ende, den weder Götter noch Seher kennen; den Suras, Asuras und Gandharvas samt Siddhas, Sehern und Mahoragas, geläutert, beständig verehren, das höchste Heilmittel gegen das Leid; den anfangs- und endlosen Gott, den Selbstentstandenen, Ewigen; den nicht zu Erschließenden, Unerkennbaren, Hari Nārāyaṇa, den Herrn.
Wort für Wort
yam ekam bahudhā ātmānam
den Einen, vielfach als Selbst (Akk./Adv.)
prādurbhūtam adhokṣajam
erschienen, den Adhokṣaja (Part./Akk.)
na anyabhaktāḥ kriyāvantaḥ
nicht anderen Ergebene, Tatkräftige (Nom.Pl.)
yajante sarvakāmadam
verehren den Erfüller aller Wünsche (3.Pl.Med./Akk.)
yam āhuḥ jagataḥ kośam
den sie Schatzkammer der Welt nennen (3.Pl.Perf./Gen./Akk.)
yasmin saṃnihitāḥ prajāḥ
in dem die Geschöpfe geborgen sind (Lok./Part./Nom.Pl.)
yasmin lokāḥ sphuranti ime
in dem diese Welten flimmern (Lok./Nom.Pl./3.Pl.)
jale śakunayaḥ yathā
wie Vögel im Wasser (Lok./Nom.Pl.)
ṛtam ekākṣaram brahma
das Wahre, die Eine Silbe, das Brahman (Nom.)
yat tat sadasataḥ param
das jenseits von Seiend und Nichtseiend ist (Nom./Abl.)
anādimadhyaparyantam na devāḥ na ṛṣayaḥ viduḥ
ohne Anfang, Mitte, Ende; nicht kennen ihn Götter, Seher (Akk./3.Pl.)
yam surāsuragandharvāḥ sasiddharṣimahoragāḥ
den Suras, Asuras, Gandharvas mit Siddhas, Sehern, Mahoragas (Akk./Nom.Pl.)
prayatāḥ nityam arcanti
geläutert verehren sie beständig (Nom.Pl./3.Pl.)
paramam duḥkhabheṣajam
das höchste Heilmittel gegen Leid (Akk.)
anādinidhanam devam ātmayoniṃ sanātanam
den anfangs- und endlosen Gott, Selbstentstandenen, Ewigen (Akk.)
apratarkyam avijñeyam
den nicht Erschließbaren, Unerkennbaren (Akk.)
harim nārāyaṇam prabhum
Hari Nārāyaṇa, den Herrn (Akk.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Reihung von Akkusativ-Attributen ohne Hauptverb; Bezug des Verses von yam ekam an die Schlusszeile.
Ihn, dessen Taten die von Vāyu und Indra übertreffen, dessen Glut Sonne und Feuer übertrifft, der Verstand, Sinne und Selbst übersteigt – zu ihm, dem Prajāpati, nehme ich Zuflucht.
Wort für Wort
ativāyvindrakarmāṇam
dessen Taten die Vāyus und Indras übertreffen (Akk.)
atisūryāgnitejasam
dessen Glut die von Sonne und Feuer übertrifft (Akk.)
atibuddhīndriyātmānam
der Verstand, Sinne und Selbst übersteigt (Akk.)
tam prapadye prajāpatim
zu ihm, dem Prajāpati, nehme ich Zuflucht (Akk./1.Sg.Med.)
Von den Göttern, deren Mund Agni ist, wird das ganze All [ihm] zugedacht [?]; der als Erster die Opfergabe genießt – ihm, der Opfer-Selbst ist, Verneigung.
Wort für Wort
hutāśanamukhaiḥ devaiḥ
von den Göttern mit Agni als Mund (Instr.Pl.)
dhyāyate sakalam jagat
wird bedacht das ganze All (3.Sg.Pass./Nom.)
haviḥ prathamabhoktā ca
und der erste Genießer der Opfergabe (Akk./Nom.)
tasmai hotrātmane namaḥ
ihm, der Opferwesen ist, Verneigung (Dat.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). dhyāyate im Sinn unsicher.
Jenseits der großen Finsternis [ist] der Puruṣa, feuerglänzend; wen man erkannt hat, überwindet den Tod – ihm, der das zu Erkennende selbst ist, Verneigung.
Wort für Wort
mahataḥ tamasaḥ pāre
jenseits der großen Finsternis (Gen./Abl.)
puruṣam jvalanadyutim
den Puruṣa, feuerglänzend (Akk.)
yam jñātvā mṛtyum atyeti
den erkennend überwindet man den Tod (Abs./Akk./3.Sg.)
Der Ṛg-, Yajus- und Sāman-[Verse] als Sitz hat, dessen Gestalt die zehn halben [d. h. fünf] Opferspenden sind, den man als den siebenfädigen [Opfer] ausspannt – Verehrung ihm, dem Selbst des Opfers!
Wort für Wort
ṛgyajuḥsāmadhāmānam
der Ṛg-, Yajus- und Sāman-[Verse] zum Sitz hat (Bahuvrīhi; Akk.Sg.)
daśārdhahavirākṛtim
dessen Gestalt/Form die zehn halben [= fünf] Opferspenden sind (Bahuvrīhi; Akk.Sg.)
yaṃ saptatantuṃ tanvanti
den siebenfädigen [Opfer] sie ausspannen (Rel.Akk.; 3.Pl.Präs.)
tasmai yajñātmane namaḥ
ihm, dem Selbst des Opfers, Verehrung (Dat.Sg.; Nom.)
caturbhiś ca caturbhiś ca dvābhyāṃ pañcabhir eva ca; hūyate ca punar dvābhyāṃ tasmai homātmane namaḥ
Mit vier und mit vier, mit zwei und mit fünf wird [ihm] geopfert, und wiederum mit zwei – Verehrung ihm, dem Selbst des Opfergusses!
Wort für Wort
caturbhiś ca caturbhiś ca
mit vier und mit vier (Instr.Pl.)
dvābhyāṃ pañcabhir eva ca
mit zwei und mit fünf (Instr.Du./Pl.)
hūyate ca punar dvābhyām
und wird geopfert, wiederum mit zwei (3.Sg.Pass.; Instr.Du.)
tasmai homātmane namaḥ
ihm, dem Selbst des Opfergusses, Verehrung (Dat.Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zahlenformel der Opferrufe (Vaṣaṭ-/Āśrāvaṇa-Formeln); die Bezugnahme auf die Zahlensumme (4+4+2+5+2) ist nicht eindeutig [?].
Der als Vogel [Garuḍa] den Namen Yajus trägt, dessen Glieder die Metren sind, dessen Haupt der Dreifach-Stoma [trivṛt] ist, dessen Augen Rathaṃtara und Bṛhat sind – Verehrung ihm, dem Selbst des Lobgesangs!
Wort für Wort
yaḥ suparṇaḥ yajuḥ nāma
der Vogel [Suparṇa], Yajus mit Namen (Nom.Sg.; Adv.)
chandogātraḥ trivṛcchirāḥ
dessen Glieder die Metren sind, dessen Haupt der trivṛt[-Stoma] ist (Bahuvrīhi; Nom.Sg.)
rathaṃtarabṛhatyakṣaḥ
dessen Augen Rathaṃtara und Bṛhat sind (Bahuvrīhi; Nom.Sg.)
tasmai stotrātmane namaḥ
ihm, dem Selbst des Lobgesangs, Verehrung (Dat.Sg.)
Der beim tausendfachen Somaopfer, beim Opferfest, als Seher der Weltschöpfer geboren wurde, der goldfarbene Vogel [Śakuni] – Verehrung ihm, dem Selbst des Schwans!
Wort für Wort
yaḥ sahasrasave satre
der beim tausendfachen Soma-Pressen, beim Opferfest (Lok.Sg.)
jajñe viśvasṛjām ṛṣiḥ
wurde geboren, der Seher der Weltschöpfer (3.Sg.Perf.Med.; Gen.Pl.; Nom.)
hiraṇyavarṇaḥ śakuniḥ
goldfarben, der Vogel (Nom.Sg.)
tasmai haṃsātmane namaḥ
ihm, dem Selbst des Schwans, Verehrung (Dat.Sg.)
„viśvasṛj“ = Weltschöpfer; die Deutung von śakuni (Vogel) und haṃsa (Schwan) als Gestalt des Höchsten ist nicht näher erläutert.
Den, dessen Glieder Wort und Wortteil, dessen Gelenke die Sandhis, dessen Kennzeichen Vokale und Konsonanten sind, den sie die unvergängliche Silbe [das Unvergängliche] nennen, ewig – Verehrung ihm, dem Selbst der Rede!
Wort für Wort
padāṅgaṃ saṃdhiparvāṇam
dessen Glieder die Wörter [Padas] sind, dessen Gelenke die Sandhis sind (Bahuvrīhi; Akk.Sg.)
svaravyañjanalakṣaṇam
dessen Kennzeichen Vokale und Konsonanten sind (Bahuvrīhi; Akk.Sg.)
yam āhur akṣaraṃ nityam
den sie nennen das Unvergängliche/die Silbe, ewig (3.Pl.Perf.; Akk.Sg.)
Der als Opfer-Glied, als Eber [Varāha] geworden, die Erde emporhob – zum Wohl der drei Welten: Verehrung ihm, dem Selbst der Heldenkraft! Der im Yoga verharrend auf dem schlangengeschmückten Lager ruht, das aus tausend Kapuzen gebildet ist – Verehrung ihm, dem Selbst des Schlafes!
Wort für Wort
yajñāṅgaḥ yaḥ varāhaḥ vai
der, dessen Glied das Opfer ist, der Eber (Bahuvrīhi; Nom.Sg.; Part.)
bhūtvā gām ujjahāra ha
geworden, die Erde emporhob (Abs.; 3.Sg.Perf.)
lokatrayahitārthāya
zum Wohl der drei Welten (Dat.Sg.)
tasmai vīryātmane namaḥ
ihm, dem Selbst der Heldenkraft, Verehrung (Dat.Sg.)
yaḥ śete yogam āsthāya
der ruht, den Yoga angenommen habend (3.Sg.Präs.Med.; Abs.)
paryaṅke nāgabhūṣite phaṇāsahasraracite
auf dem Lager, schlangengeschmückt, aus tausend Kapuzen gebildet (Lok.Sg.)
tasmai nidrātmane namaḥ
ihm, dem Selbst des Schlafes, Verehrung (Dat.Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).
Das Unentfaltete [Avyakta], die Erkenntniskraft [Buddhi], das Ichbewusstsein, der Geist [Manas], die Erkenntnissinne und die Ur-Elemente [Tanmātras] und die Sonderformen – Verehrung ihm, dem Selbst der Prinzipien! Das Gewesene, das Künftige und das, was sein wird; der, aus dem der Ursprung und die Auflösung der Elemente [des Ursprungs der Wesen] kommt, der Erstgeborene aller Wesen – Verehrung ihm, dem Selbst der Wesen! Die dem Eber Viṣṇu von unermesslicher Glut bei seinem Opfer Huldigung darbringen, auch ihnen Verehrung, Verehrung! Den, den die Kenner des Feinen als das Feine, das Höchste suchen, und das Brahman, das feiner als fein ist – Verehrung ihm, dem Selbst des Feinen! Als Fisch geworden, brachte er dem Viriñca [Brahmā] die Veden, die in die Unterwelt gegangen waren, rasch zurück – Verehrung ihm, dem Selbst des Fisches! Der Berg Mandara wurde von ihm getragen, als das Quirlen des Unsterblichen [Amṛta] eintrat, er, der einen überaus harten Leib hatte – Verehrung ihm, dem Selbst der Schildkröte! Die Gestalt des Ebers angenommen, hebt er mit einem einzigen Hauer die Erde samt Wäldern und Bergen empor – Verehrung ihm, dem Selbst des Ebers [Kroḍa]! Die Gestalt eines Mannlöwen angenommen, die allen Welten Furcht bringt, erschlug er Hiraṇyakaśipu – Verehrung ihm, dem Selbst des Löwen! Dessen Gestalt rötlich-gelbe Augen und Mähne hat, mit Hauern und Krallen versehen, die den Herrn der Dānavas vernichtete – Verehrung ihm, dem Selbst des Stolzen! In Zwergengestalt band er Bali durch Zauber und durchschritt die drei Welten – Verehrung ihm, dem Selbst des Schreitenden! Als Sohn des Jamadagni geboren, Rāma, der Beste unter den Waffenträgern, machte er die Erde frei von Kṣatriyas – Verehrung ihm, dem Selbst Rāmas! Der eine, der einundzwanzigmal aus Achtung vor dem Übertreten des Dharma die Kṣatriyas in der Schlacht erschlug – Verehrung ihm, dem Selbst des Zorns! Als Rāma, Sohn des Daśaratha, geboren, erschlug er den Rāvaṇa, die Freude des Pulastya-Geschlechts, im Kampf – Verehrung ihm, dem Selbst der Kriegerschaft! Der Pflugträger, Keulenträger, Glückliche, im dunkelblauen Gewand Stehende, Rāma, der Sohn der Rohiṇī – Verehrung ihm, dem Selbst des Genusses [oder: der Schlange (bhoga)] [?]! Dem Muschel-, Diskus- und Śārṅga-Bogen-Träger, stets im gelben Gewand, dem Träger der Waldblumenkette – Verehrung ihm, dem Selbst Kṛṣṇas! Der glückliche Sohn des Vasudeva, der in Nandas Kuhstall spielte, um Kaṃsa zu töten – Verehrung ihm, dem Selbst des Spiels! In der Gestalt Vasudevas, im Geschlecht des Yadu entstanden, nahm er die Last der Erde ab – Verehrung ihm, dem Selbst Kṛṣṇas! Als Wagenlenker des Arjuna in der Schlacht schenkte er das Unsterblichkeitstrank-Lied [Gītā] – zum Nutzen der drei Welten: Verehrung ihm, dem Selbst des Brahman! Die Dānavas unterwerfend, kam er wieder in Buddha-Gestalt – zum Schutz der Schöpfung: Verehrung ihm, dem reinen Selbst! Wenn das Kali[-Zeitalter] eingetreten ist, wird er, auf einem Ross fahrend, die Mlecchas erschlagen; der den Dharma wieder aufrichtet – Verehrung ihm, dem Selbst Kalkis! Der Tausende, Zehntausende und Hunderte Millionen von Kṣatriyas im Bhārata-Krieg erschlug – Verehrung ihm, dem Selbst des Spiels [oder: der Grausamkeit] [?]! Im Geschlecht der Tārā [d. h. im Tārakā-Krieg] erschlug er Kālanemi, den Stier unter den Dānavas, und gab dem Mahendra die Herrschaft – Verehrung ihm, dem Selbst des Vornehmsten! Der in den Körpern aller Lebewesen als Zeuge steht, [er] der Unvergängliche unter den Vergehenden [?] – Verehrung ihm, dem Selbst des Zeugen! Verehrung sei dir, Mahādeva, Verehrung dir, Freund der Verehrer; Subrahmaṇya, Verehrung sei dir, sei gnädig, höchster Herr! Vom Unentfalteten und Entfalteten her ist alles von dir durchdrungen, Allmächtiger; Nārāyaṇa, Tausendäugiger, höchster Herr aller Welten, Goldnabeliger, dessen Glied das Opfer ist, Unsterblicher, nach allen Seiten Gewandter [mit Gesichtern allseits]. Zu jeder Zeit, in allen Verrichtungen, ist für die kein Unheil, in deren Herzen der Herr der Götter weilt, Hari, die Wohnstatt des Heils. Heil ist der Erhabene Viṣṇu, Heil ist Madhusūdana, Heil ist der Lotosäugige, Heil ist der mit dem Garuḍa-Banner.
Wort für Wort
avyaktaṃ buddhyahaṃkāraḥ manaḥ buddhīndriyāṇi ca tanmātrāṇi viśeṣāḥ ca tasmai tattvātmane namaḥ
das Unentfaltete, Buddhi und Ichbewusstsein, der Geist (Nom.Sg.); die Erkenntnissinne, die Ur-Elemente, die Sonderelemente (Nom.Pl.); ihm, dem Selbst der Prinzipien, Verehrung (Dat.Sg.)
bhūtaṃ bhavyaṃ bhaviṣyat ca bhūtādiprabhavāpyayaḥ yaḥ agrajaḥ sarvabhūtānām
das Gewesene, das zu Seiende, das Künftige (Part.Pass.; Gerundiv; Part.Fut.); Ursprung und Auflösung, dessen Ursprung die Elemente/Wesen sind [?] (Nom.Sg.); der Erstgeborene aller Wesen (Nom.Sg.; Gen.Pl.)
ihm, dem Selbst der Wesen, Verehrung (Dat.Sg.); dessen, des Ebers Viṣṇu, von unermesslicher Glut, beim Opfer (Gen.Sg.; Lok.Sg.); Huldigung die darbringen (Akk.; 3.Pl.Präs.)
teṣām api namaḥ namaḥ yaṃ hi sūkṣmaṃ vicinvanti paraṃ sūkṣmavidaḥ janāḥ
auch ihnen Verehrung, Verehrung (Gen.Pl.; Nom.); den fürwahr als Feines suchen (3.Pl.Präs.); als Höchsten die Kenner des Feinen, die Leute (Nom.Pl.)
sūkṣmāsūkṣmaṃ ca yat brahma tasmai sūkṣmātmane namaḥ matsyaḥ bhūtvā viriñcāya
und was das Feine-und-Nichtfeine Brahman ist (Nom.Sg.n.); ihm, dem Selbst des Feinen, Verehrung (Dat.Sg.); als Fisch geworden, dem Viriñca [Brahmā] (Abs.; Dat.Sg.)
durch den die Veden zurückgeholt wurden, in die Unterwelt gegangen, rasch (Instr.; Part.Pass.); ihm, dem Selbst des Fisches, Verehrung (Dat.Sg.); der Berg Mandara wurde getragen von dem (Nom.Sg.; Part.Pass.; Instr.)
prāpte hi amṛtamanthane atikarkaśadehāya tasmai kūrmātmane namaḥ
als eingetreten war das Quirlen des Amṛta (Lok.abs.); dem mit überaus hartem Leib (Dat.Sg.); ihm, dem Selbst der Schildkröte, Verehrung (Dat.Sg.)
die Ebergestalt angenommen habend (Abs.); die Erde samt Wäldern und Bergen hebt empor mit einem Hauer (Akk.Sg.; 3.Sg.Präs.; Instr.); ihm, dem Selbst des Ebers, Verehrung (Dat.Sg.)
den Mannlöwenleib gemacht habend, der allen Welten Furcht macht (Abs.; Akk.Sg.); Hiraṇyakaśipu erschlug er (3.Sg.Perf.); ihm, dem Selbst des Löwen, Verehrung (Dat.Sg.)
dessen Gestalt rötlich-gelbe Augen und Mähne hat, mit Hauern und Krallen versehen (Nom.Sg.; Instr.Pl.); die den Herrn der Dānavas vernichtete (Nom.Sg.); ihm, dem Selbst des Stolzen, Verehrung (Dat.Sg.)
Zwergengestalt angenommen, Bali gebunden durch Zauber (Abs.; Akk.; Instr.); der die drei Welten durchschritt (Part.Perf.Akt.); ihm, dem Selbst des Schreitenden, Verehrung (Dat.Sg.)
Sohn Jamadagnis geworden, Rāma, der Beste der Waffenträger (Nom.Sg.; Gen.Pl.); die Erde frei von Kṣatriyas machte er (3.Sg.Perf.Med.); ihm, dem Selbst Rāmas, Verehrung (Dat.Sg.)
triḥsaptakṛtvaḥ yaḥ ca ekaḥ dharmavyutkrāntigauravāt jaghāna kṣatriyān saṃghe
einundzwanzigmal, der und allein (Adv.; Nom.Sg.); wegen der Achtung [Schwere] des Übertretens des Dharma (Abl.Sg.); erschlug die Kṣatriyas in der Schar [Schlacht] (3.Sg.Perf.; Lok.)
ihm, dem Selbst des Zorns, Verehrung (Dat.Sg.); Rāma, Daśarathas Sohn geworden, [den] Freude des Pulastya-Geschlechts (Nom.Sg.; Akk.Sg.); erschlug Rāvaṇa im Kampf (3.Sg.Perf.; Lok.Sg.)
ihm, dem Selbst der Kriegerschaft, Verehrung (Dat.Sg.); der Pflugträger, Keulenträger, Glückliche (Nom.Sg.); im dunkelblauen Gewand stehend (Nom.Sg.; Part.Pass.)
dem Rāma, dem Sohn der Rohiṇī (Dat.Sg.); ihm, dem Selbst des Genusses [bhoga auch: Schlange], Verehrung (Dat.Sg.); dem Muschelträger, Diskusträger, stets, dem Bogenträger, im gelben Gewand (Dat.Sg.)
vanamālādharāya eva tasmai kṛṣṇātmane namaḥ vasudevasutaḥ śrīmān krīḍitaḥ nandagokule
dem Träger der Waldblumenkette (Dat.Sg.); ihm, dem Selbst Kṛṣṇas, Verehrung (Dat.Sg.); Vasudevas Sohn, der glückliche, spielte in Nandas Kuhstall (Nom.Sg.; Part.Pass.; Lok.)
zum Tode des Kaṃsa (Dat.Sg.); ihm, dem Selbst des Spiels, Verehrung (Dat.Sg.); die Vasudeva-Natur angenommen, entstanden im Geschlecht des Yadu (Abs.; Gen.; Nom.)
das Abnehmen der Erdlast tat er (3.Sg.Perf.Med.); ihm, dem Selbst Kṛṣṇas, Verehrung (Dat.Sg.); das Wagenlenkeramt des Arjuna im Kampf ausübend (Part.Präs.; Lok.)
gītāmṛtaṃ dadau lokatrayopakārāya tasmai brahmātmane namaḥ dānavān tu vaśe kṛtvā
das Lied-Unsterblichkeit schenkte er, zum Nutzen der drei Welten (3.Sg.Perf.; Dat.); ihm, dem Selbst des Brahman, Verehrung (Dat.Sg.); die Dānavas in Gewalt gebracht habend (Abs.)
wieder Buddha-Natur erlangt habend (Part.Pass.); zum Schutz der Schöpfung – ihm, dem reinen Selbst, Verehrung (Dat.); wird erschlagen, wenn Kali eingetreten ist, Mlecchas, auf Ross fahrend (3.Sg.Fut.; Lok.abs.; Akk.Pl.)
dharmasaṃsthāpakaḥ yaḥ tu tasmai kalkyātmane namaḥ kṣatriyāṇāṃ sahasrāṇi prayutāni arbudāni ca yaḥ avadhīt bhārate yuddhe
der den Dharma aufrichtet – ihm, dem Selbst Kalkis, Verehrung (Nom.; Dat.); der Kṣatriyas Tausende, Hunderttausende und Hundertmillionen (Gen.Pl.; Akk.Pl.); der erschlug im Bhārata-Krieg (Aor.; Lok.)
ihm, dem Selbst des Spiels [?], Verehrung (Dat.Sg.); im Geschlecht der Tārā [?] Kālanemi erschlagen habend, den Dānava-Stier (Lok.; Abs.; Akk.); gab die Herrschaft dem Mahendra (3.Sg.Perf.; Dat.)
ihm, dem Selbst des Vornehmsten, Verehrung (Dat.Sg.); der im Körper aller Lebewesen als Zeuge steht (Lok.; Part.Pass.); [verderbt] „der Unvergängliche unter den Vergehenden“ [?] (Gen.Pl.)
tasmai sākṣyātmane namaḥ namaḥ astu te mahādeva namaḥ te bhaktavatsala subrahmaṇya namaḥ te astu prasīda parameśvara
ihm, dem Selbst des Zeugen, Verehrung (Dat.Sg.); Verehrung sei dir, Mahādeva, Verehrung dir, Verehrerfreund (Vok.); Subrahmaṇya, Verehrung sei dir, sei gnädig, höchster Herr (Vok.; Imp.)
in unentfalteter und entfalteter Gestalt ist alles von dir durchdrungen, Allmächtiger (Instr.; Part.Pass.; Vok.); Nārāyaṇa, den Tausendäugigen, den großen Herrn aller Welten (Akk.Sg.); den Goldnabeligen, dessen Glied das Opfer ist, den Unsterblichen, den allseits Gewandten (Akk.Sg.)
sarvadā sarvakāryeṣu na asti teṣām amaṅgalam yeṣāṃ hṛdisthaḥ deveśaḥ maṅgalāyatanaṃ hariḥ maṅgalaṃ bhagavān viṣṇuḥ maṅgalaṃ madhusūdanaḥ
allezeit, in allen Verrichtungen ist nicht für sie Unheil (Lok.; Gen.); in deren Herzen weilt der Herr der Götter, Hari, Wohnstatt des Heils (Gen.; Nom.); Heil ist der Erhabene Viṣṇu, Heil Madhusūdana (Nom.)
maṅgalaṃ puṇḍarīkākṣaḥ maṅgalaṃ garuḍadhvajaḥ
Heil der Lotosäugige, Heil der Garuḍa-Bannerträger (Nom.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage (Version der Handschriften, Vishnu-Namensstrophen); der Vers ‚akṣarakṣamāṇānām‘ ist verderbt, die Wiedergabe unsicher. Die Strophen ab „namo ’stu te mahādeva“ sind vermutlich Schlussverse aus fremdem Zusammenhang (Anrufungsstrophen).
Der den Damm der Guten aufschichtet [baut], durch die Wahrheit [ṛta], die Quelle der Unsterblichkeit, mit den Gliedern des Dharma-, Nutzen- und Rechtsverkehrs – Verehrung ihm, dem Selbst der Wahrheit!
Wort für Wort
yaḥ cinoti satāṃ setum
der aufschichtet den Damm der Guten (3.Sg.Präs.; Gen.Pl.; Akk.)
ṛtena amṛtayoninā
durch die Wahrheit, die Unsterblichkeit zum Schoß hat (Instr.Sg.)
dharmārthavyavahārāṅgaiḥ
mit den Gliedern [Teilen] von Dharma, Nutzen und Rechtsverkehr (Instr.Pl.)
tasmai satyātmane namaḥ
ihm, dem Selbst der Wahrheit, Verehrung (Dat.Sg.)
„ṛta“ hier als Ordnung/Wahrheit; „setu“ Damm im Sinne von Schranke/Brücke der Guten.
Den, der von denen, die verschiedene Pflichten üben und verschiedene Pflichtfrüchte erstreben, durch verschiedene Pflichtwerke verehrt wird – Verehrung ihm, dem Selbst des Dharma!
Wort für Wort
yaṃ pṛthagdharmacaraṇāḥ
den, die verschiedene Pflichten ausüben (Bahuvrīhi; Nom.Pl.)
pṛthagdharmaphalaiṣiṇaḥ
die verschiedene Pflichtfrüchte erstreben (Nom.Pl.)
pṛthagdharmaiḥ samarcanti
durch verschiedene Pflichtwerke verehren sie (Instr.Pl.; 3.Pl.Präs.)
yataḥ sarve prasūyante hy anaṅgātmāṅgadehinaḥ; unmādaḥ sarvabhūtānāṃ tasmai kāmātmane namaḥ
Von dem her alle [Wesen] hervorgebracht werden – die Körperlosen und die mit Körpern Versehenen [?], die Verblendung aller Wesen – Verehrung ihm, dem Selbst der Begierde!
Wort für Wort
yataḥ sarve prasūyante
von dem alle hervorgebracht werden (Abl.; 3.Pl.Pass.)
hi anaṅgātmāṅgadehinaḥ
fürwahr [die] mit körperlosem Selbst [und] mit Gliedern Leib Tragenden [?] (Nom.Pl.)
unmādaḥ sarvabhūtānām
die Verblendung aller Wesen (Nom.Sg.; Gen.Pl.)
tasmai kāmātmane namaḥ
ihm, dem Selbst der Begierde, Verehrung (Dat.Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). „anaṅgātmāṅgadehinaḥ“ ist unsicher: vielleicht „anaṅga-ātma-aṅgadehinaḥ“, wörtlich „mit dem Selbst des Körperlosen [Kāma] und gliedertragend [?]“.
Den, den die großen Seher im Entfalteten [Vyakta] wohnend, aber Unentfaltet suchen, den Kṣetrajña [Feldkenner], der im Feld [Körper] sitzt – Verehrung ihm, dem Selbst des Feldes!
Wort für Wort
yaṃ taṃ vyaktastham avyaktam
den, ihn, im Entfalteten stehend, [doch] unentfaltet (Akk.Sg.)
vicinvanti maharṣayaḥ
suchen die großen Seher (3.Pl.Präs.; Nom.Pl.)
kṣetre kṣetrajñam āsīnam
im Feld den Feldkenner, sitzend (Lok.; Akk.; Part.Präs.Med.)
Den, dessen Selbst das Sehen ist, der im Selbst [Körper] wohnt, umhüllt von sechzehn Eigenschaften [Guṇas], den nennen die Sāṃkhyas den Siebzehnten – Verehrung ihm, dem Selbst des Sāṃkhya!
Wort für Wort
yaṃ dṛgātmānam ātmastham
den, dessen Selbst das Sehen ist, im Selbst weilend (Akk.Sg.)
vṛtaṃ ṣoḍaśabhiḥ guṇaiḥ
umhüllt von sechzehn Eigenschaften (Part.Pass.; Instr.Pl.)
prāhuḥ saptadaśaṃ sāṃkhyāḥ
nennen den Siebzehnten die Sāṃkhyas (3.Pl.Perf.; Akk.; Nom.)
Den, den die Schlaflosen, den Atem Bezwungenen, im Sattva Gegründeten, die Sinne Bändigenden als Licht erblicken, wenn sie sich versenken – Verehrung ihm, dem Selbst des Yoga!
Wort für Wort
yaṃ vinidrā jitaśvāsāḥ
den, die Schlaflosen, die den Atem besiegt haben (Nom.Pl.)
sattvasthāḥ saṃyatendriyāḥ
im Sattva stehend, die Sinne gezügelt (Nom.Pl.)
jyotiḥ paśyanti yuñjānāḥ
als Licht sehen sie, sich versenkend (3.Pl.Präs.; Part.Präs.Med.)
Zu dem, wenn Verdienst und Nicht-Verdienst zur Ruhe gekommen sind, die vor der Wiedergeburt Furchtlosen, die Friedlichen, Entsagenden hingelangen – Verehrung ihm, dem Selbst der Erlösung!
Wort für Wort
apuṇyapuṇyoparame
beim Aufhören von Nicht-Verdienst und Verdienst (Lok.Sg.)
yaṃ punarbhavanirbhayāḥ
zu dem, die vor der Wiedergeburt furchtlos sind (Nom.Pl.)
śāntāḥ saṃnyāsinaḥ yānti
die Friedlichen, die Entsagenden gehen [zu ihm] (Nom.Pl.; 3.Pl.Präs.)
yo 'sau yugasahasrānte pradīptārcir vibhāvasuḥ; saṃbhakṣayati bhūtāni tasmai ghorātmane namaḥ
Der am Ende von tausend Weltzeitaltern als Glanzreicher [Vibhāvasu, Feuer] mit lodernden Strahlen die Wesen verschlingt – Verehrung ihm, dem Selbst des Schrecklichen!
Wort für Wort
yaḥ asau yugasahasrānte
der jene am Ende der tausend Yugas (Lok.Sg.)
pradīptārciḥ vibhāvasuḥ
mit lodernden Strahlen, der Glanzreiche [Feuer] (Nom.Sg.)
saṃbhakṣayati bhūtāni
verschlingt die Wesen (3.Sg.Präs.Kaus.; Akk.Pl.)
tasmai ghorātmane namaḥ
ihm, dem Selbst des Schrecklichen, Verehrung (Dat.Sg.)
Im Nabel des Ungeborenen [Aja], der Lotos des lotosäugigen [Herrn], in dem die Welt gegründet ist, [ist] einzigartig – Verehrung ihm, dem Selbst des Lotos!
Wort für Wort
ajasya nābhau
im Nabel des Ungeborenen (Gen.; Lok.)
adhi ekam
oben/darüber, einzig [?] (Adv.; Num.)
yasmin viśvaṃ pratiṣṭhitam
in dem die Welt gegründet ist (Lok.; Part.Pass.)
puṣkaraṃ puṣkarākṣasya
der Lotos des Lotosäugigen (Nom.; Gen.)
tasmai padmātmane namaḥ
ihm, dem Selbst des Lotos, Verehrung (Dat.Sg.)
„ajasya nābhau“ kann auch „im Nabel des Ungeborenen“ als Lokativ gelesen werden; adhyekam ist unklar [?].
Von dem alle Vorgänge der Schöpfung und Auflösung ausgehen und in dem sie sich wieder auflösen – Verehrung ihm, dem Selbst der Ursache! Der, wenn er sich niedergelassen hat, [es] Nacht wird, und wenn er aufgestanden ist, Tag, der Zeuge des Gewünschten und Ungewünschten – Verehrung ihm, dem Selbst des Zeugen! Unabgestumpft in allen Verrichtungen, bereit zum Zweck des Dharma – das ist ja die Gestalt Vaikuṇṭhas – Verehrung ihm, dem Selbst des Werks! Der einundzwanzigmal die Kriegerschaft, die die Achtung vor dem Dharma verletzt hatte, im Zorn in der Schlacht erschlug – Verehrung ihm, dem Selbst der Grausamkeit! Sich als Wind in fünf Teile zerteilend, in den Körper eingehend, der die Wesen in Bewegung setzt – Verehrung ihm, dem Selbst des Windes!
Wort für Wort
yasmāt sarvāḥ prasūyante
von dem alle hervorgebracht werden (Abl.; 3.Pl.Pass.)
sargapralayavikriyāḥ
die Vorgänge/Wandlungen von Schöpfung und Auflösung (Nom.Pl.)
yasmin ca eva pralīyante
und in dem sie sich auflösen (Lok.; 3.Pl.Pass.)
tasmai hetvātmane namaḥ
ihm, dem Selbst der Ursache, Verehrung (Dat.Sg.)
yaḥ niṣaṇṇaḥ bhavet rātrau
der, wenn er sitzt, dass es Nacht sei (Part.Pass.; Opt.; Lok.)
divā bhavati viṣṭhitaḥ
am Tag wird [es], wenn er steht (3.Sg.Präs.; Part.Pass.)
iṣṭāniṣṭasya ca draṣṭā
und Zeuge des Gewünschten und Ungewünschten (Gen.; Nom.)
tasmai draṣṭātmane namaḥ
ihm, dem Selbst des Schauenden, Verehrung (Dat.Sg.)
akuṇṭhaṃ sarvakāryeṣu
unabgestumpft in allen Verrichtungen (Nom./Akk.Sg.n.; Lok.Pl.)
dharmakāryārtham udyatam
zum Zweck der Dharma-Werke bereit (Part.Pass.)
vaikuṇṭhasya hi tat rūpam
Vaikuṇṭhas fürwahr das ist die Gestalt (Gen.)
tasmai kāryātmane namaḥ
ihm, dem Selbst des Werks, Verehrung (Dat.Sg.)
triḥsaptakṛtvaḥ yaḥ kṣatraṃ
einundzwanzigmal der die Kriegerschaft (Adv.; Akk.)
dharmavyutkrāntagauravam
die die Achtung vor dem Dharma verletzt hat [?] (Akk.Sg.)
kruddhaḥ nijaghne samare
zornig erschlug im Kampf (Part.Pass.; 3.Sg.Perf.Med.; Lok.)
tasmai krauryātmane namaḥ
ihm, dem Selbst der Grausamkeit, Verehrung (Dat.Sg.)
vibhajya pañcadhā ātmānam
geteilt habend sich selbst in fünf Teile (Abs.; Akk.)
vāyuḥ bhūtvā śarīragaḥ
Wind geworden, in den Körper gehend (Nom.Sg.)
yaḥ ceṣṭayati bhūtāni
der in Bewegung setzt die Wesen (3.Sg.Präs.Kaus.)
tasmai vāyvātmane namaḥ
ihm, dem Selbst des Windes, Verehrung (Dat.Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; „yo niṣaṇṇo bhaved rātrau divā bhavati viṣṭhitaḥ“: Sinn unsicher, wörtlich nach der Lesung „niṣaṇṇaḥ“ (sitzend) – „viṣṭhitaḥ“ (aufgestanden).
yugeṣv āvartate yo 'ṃśair dinartvanayahāyanaiḥ; sargapralayayoḥ kartā tasmai kālātmane namaḥ
Der in den Weltzeitaltern mit [seinen] Teilen umläuft, mit Tagen, Jahreszeiten, Halbjahren [Ayana] und Jahren, der Macher von Schöpfung und Auflösung – Verehrung ihm, dem Selbst der Zeit!
Wort für Wort
yugeṣu āvartate yaḥ aṃśaiḥ
der in den Yugas umläuft mit Teilen (Lok.Pl.; 3.Sg.Präs.Med.; Instr.Pl.)
dinartvanayahāyanaiḥ
mit Tagen, Jahreszeiten, Sonnenläufen, Jahren (Instr.Pl.)
sargapralayayoḥ kartā
der Macher von Schöpfung und Auflösung (Gen.Du.; Nom.)
Der Brahmane ist [sein] Mund, die Arme die Kriegerschaft, das ganze Vaiśya-Volk [sein] Schenkel und Bauch, auf dessen Füße die Śūdras angewiesen sind – Verehrung ihm, dem Selbst der Stände!
Wort für Wort
brahma vaktram
der Brahmane [ist] Mund (Nom.)
bhujau kṣatram
die Arme [sind] die Kriegerschaft (Nom.Du.; Nom.)
kṛtsnam ūrūdaraṃ viśaḥ
die Vaiśyas insgesamt [sind] Schenkel und Bauch (Nom.Pl.)
pādau yasya āśritāḥ śūdrāḥ
auf dessen Füße angewiesen [sind] die Śūdras (Nom.Du.; Part.Pass.)
Dessen Mund das Feuer ist, dessen Haupt der Himmel, der Raum sein Nabel, die Erde [seine] Füße, die Sonne [sein] Auge, die Himmelsrichtungen [seine] Ohren – Verehrung ihm, dem Selbst der Welt!
Wort für Wort
yasya agniḥ āsyam dyauḥ mūrdhā
dessen Mund das Feuer, Haupt der Himmel (Nom.)
kham nābhiḥ caraṇau kṣitiḥ
der Raum [Nabel], die Erde [Füße] (Nom.)
sūryaḥ cakṣuḥ diśaḥ śrotre
die Sonne [Auge], die Himmelsrichtungen [Ohren] (Nom.; Nom.Du.)
Den, der bei denen, die im Sinnenbereich weilen, durch die besonderen [sinnlichen] Eigenschaften, den Hüter der Sinnesobjekte nennen sie – Verehrung ihm, dem Selbst des Hüters!
Wort für Wort
viṣaye vartamānānām
bei denen, die im Bereich [der Sinne] weilen (Lok.; Part.Präs.Med.; Gen.Pl.)
yaṃ taṃ vaiśeṣikaiḥ guṇaiḥ
den, ihn, durch die besonderen Eigenschaften (Instr.Pl.)
prāhuḥ viṣayagoptāram
sie nennen den Hüter der Sinnesobjekte (3.Pl.Perf.; Akk.Sg.)
tasmai goptrātmane namaḥ
ihm, dem Selbst des Hüters, Verehrung (Dat.Sg.)
„vaiśeṣikair guṇaiḥ“: unsicher, ob „durch die spezifischen Eigenschaften“ oder Bezug auf die Vaiśeṣika-Lehre [?].
Der, um die Lebenshauche zu erhalten, die vierfache Speise isst, und im Inneren als Feuer verdaut – Verehrung ihm, dem Selbst der Verdauung! Dessen Gestalt rötlich-gelbe Augen und Mähne hat, mit Hauern, Krallen und Waffen, die den Herrn der Dānavas vernichtete – Verehrung ihm, dem Selbst des Stolzen! Der in die Unterwelt gegangen, der glückliche, erhabene Ananta, der Allmächtige, die ganze Welt trägt – Verehrung ihm, dem Selbst der Heldenkraft!
Wort für Wort
prāṇānāṃ dhāraṇārthāya
um die Lebenshauche zu erhalten (Gen.Pl.; Dat.)
yaḥ annaṃ bhuṅkte caturvidham
der Speise isst, vierfache (3.Sg.Präs.Med.; Akk.)
antarbhūtaḥ pacati agniḥ
im Inneren seiend, verdaut, als Feuer (Part.Pass.; 3.Sg.Präs.; Nom.)
tasmai pākātmane namaḥ
ihm, dem Selbst des Verdauens, Verehrung (Dat.Sg.)
piṅgekṣaṇasaṭaṃ yasya rūpaṃ daṃṣṭrānakhāyudham
dessen Gestalt rötlich-gelbe Augen und Mähne hat, mit Hauern, Krallen als Waffe (Nom.Sg.)
dānavendrāntakaraṇam tasmai dṛptātmane namaḥ
die den Dānava-Herrn vernichtete; ihm, dem Selbst des Stolzen, Verehrung
rasātalagataḥ śrīmān anantaḥ bhagavān vibhuḥ
in die Unterwelt gegangen, der glückliche Ananta, der Erhabene, Allmächtige (Nom.Sg.)
jagat dhārayate kṛtsnam
die Welt trägt er, ganz (3.Sg.Präs.Med.)
tasmai vīryātmane namaḥ
ihm, dem Selbst der Heldenkraft, Verehrung (Dat.Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).
Der Herr über die Sinne, die im Sinnenbereich weilen, [über] Gehör und die übrigen, der alle Sinnesobjekte wahrnimmt – Verehrung ihm, dem Selbst des Vielfältigen!
Wort für Wort
viṣaye vartamānānām
bei denen, die im Bereich weilen (Lok.; Part.Präs.; Gen.Pl.)
śrotrādīnāṃ ca yaḥ prabhuḥ
und der Gehör usw. Herr ist (Gen.Pl.; Nom.)
vedate sarvaviṣayān
nimmt wahr alle Sinnesobjekte (3.Sg.Präs.Med.; Akk.Pl.)
tasmai citrātmane namaḥ
ihm, dem Selbst des Bunten/Vielfältigen, Verehrung (Dat.Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).
Der der Feuer, der Sonne, des Mondes und der Sterne, der Lichter von göttlicher Gestalt [?], die Glanzkräfte zum Leuchten bringt – Verehrung ihm, dem Selbst des Glanzes!
Wort für Wort
jvalanārkendutārāṇām
der Feuer, Sonne, Mond und Sterne (Gen.Pl.)
jyotiṣāṃ divyamūrtinām
der Lichter von göttlicher Gestalt [?] (Gen.Pl.)
yaḥ tejayati tejāṃsi
der zum Leuchten bringt die Glanzkräfte (3.Sg.Präs.Kaus.; Akk.Pl.)
tasmai tejātmane namaḥ
ihm, dem Selbst des Glanzes, Verehrung (Dat.Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). „divyamūrtinām“ ist ungewöhnlich (wohl „divyamūrtīnām“); Lesart unsicher [?].
Der höher ist als die Zeit, höher als das Opfer, höher als Seiendes und Nichtseiendes, ohne Anfang und [doch] Anfang der Welt – Verehrung ihm, dem Selbst des Alls!
Wort für Wort
paraḥ kālāt paraḥ yajñāt
höher als die Zeit, höher als das Opfer (Nom.; Abl.)
paraḥ sadasatoḥ ca yaḥ
und höher als Seiendes und Nichtseiendes, der (Gen.Du.)
Der in der Unterwelt in der Mitte der Tiefe steht, nachdem er Madhu und Kaiṭabha erschlagen hat, von dem die Veden heraufgeholt wurden – Verehrung ihm, dem Selbst des Fisches! Der die Erde mit Meeren und Bergen, die siebeninselige, auf dem Rücken trägt – Verehrung ihm, dem Selbst der Schildkröte! Im Einen Meer, als die Erde versunken war, nahm er die Ebergestalt an; der die Erde emporhob – Verehrung ihm, dem Selbst des Ebers! Dann machte er sich zum Mannlöwen, der den drei Welten Furcht bringt, und erschlug Hiraṇyakaśipu – Verehrung ihm, dem Selbst des Löwen! In Zwergengestalt band er Bali durch Zauber; von ihm wurden diese drei Welten durchschritten – Verehrung ihm, dem Selbst des Schreitenden! Als Sohn des Jamadagni geboren, Rāma, der Herr mit der Axt, der Töter des Sahasrārjuna – Verehrung ihm, dem grimmigen Selbst! Als Rāma, Sohn des Daśaratha, geboren, erschlug er den Rāvaṇa, die Freude des Pulastya-Geschlechts, im Kampf – Verehrung ihm, dem Selbst der Kriegerschaft! Der glückliche Sohn des Vasudeva, Vāsudeva, der Herr der Welt, nahm die Last der Erde ab – Verehrung ihm, dem Selbst Kṛṣṇas! In Buddha-Gestalt, ganz dem gesamten Dharma hingegeben, alle Wesen verwirrend – Verehrung ihm, dem Selbst der Verwirrung! Am Ende des Kali[-Zeitalters] wird er, auf einem Ross fahrend, die Mlecchas erschlagen, um den Dharma aufzurichten – Verehrung ihm, dem Selbst der Zeit! Ohne Anfang, Anfang des Alls – Verehrung ihm, dem Selbst des Alls!
Wort für Wort
sutale talamadhyasthaḥ hatvā tu madhukaiṭabhau
im Sutala in der Tiefe Mitte stehend, erschlagen habend Madhu und Kaiṭabha (Lok.; Abs.; Akk.Du.)
uddhṛtāḥ yena vai vedāḥ
heraufgeholt wurden von dem fürwahr die Veden (Part.Pass.; Instr.; Nom.Pl.)
tasmai matsyātmane namaḥ
ihm, dem Selbst des Fisches, Verehrung (Dat.Sg.)
sasāgaranagāṃ bibhrat saptadvīpāṃ vasuṃdharām
die mit Meeren und Bergen, tragend, die siebeninselige Erde (Part.Präs.; Akk.Sg.)
yaḥ dhārayati pṛṣṭhena
der trägt auf dem Rücken (3.Sg.Präs.; Instr.)
tasmai kūrmātmane namaḥ
ihm, dem Selbst der Schildkröte, Verehrung (Dat.Sg.)
ekārṇave mahīṃ magnām
im Einen Meer die Erde, versunken (Lok.; Part.Pass.)
vārāhaṃ rūpam āsthitaḥ uddadhāra mahīṃ yaḥ asau
die Ebergestalt angenommen habend, hob empor die Erde, der jener (Part.Pass.; 3.Sg.Perf.)
tasmai kroḍātmane namaḥ
ihm, dem Selbst des Ebers, Verehrung (Dat.Sg.)
nārasiṃhaṃ tataḥ kṛtvā yaḥ trailokyabhayaṃkaram
die Mannlöwengestalt dann angenommen, die den drei Welten Furcht macht (Abs.; Akk.)
hiraṇyakaśipuṃ jaghne tasmai siṃhātmane namaḥ
Hiraṇyakaśipu erschlug er; ihm, dem Selbst des Löwen, Verehrung
vāmanaṃ rūpam āsthāya baliṃ saṃyamya māyayā
Zwergengestalt angenommen, Bali durch Zauber gebunden (Abs.)
ime krāntāḥ trayaḥ lokāḥ
diese wurden durchschritten, die drei Welten (Part.Pass.; Nom.Pl.)
tasmai krāntātmane namaḥ
ihm, dem Selbst des Schreitenden, Verehrung (Dat.Sg.)
jamadagnisutaḥ bhūtvā rāmaḥ paraśudhṛk prabhuḥ
Sohn Jamadagnis geworden, Rāma, axttragend, der Herr (Nom.Sg.)
sahasrārjunahantā yaḥ tasmai ugrātmane namaḥ
der Töter Sahasrārjunas; ihm, dem grimmigen Selbst, Verehrung (Nom.; Dat.)
rāmaḥ dāśarathiḥ bhūtvā paulastyakulanandanam
Rāma, Sohn Daśarathas geworden, [den] Freude des Pulastya-Geschlechts (Nom.; Akk.Sg.)
jaghāna rāvaṇaṃ saṃkhye tasmai kṣatrātmane namaḥ
erschlug Rāvaṇa im Kampf; ihm, dem Selbst der Kriegerschaft, Verehrung
vasudevasutaḥ śrīmān vāsudevaḥ jagatpatiḥ
Vasudevas Sohn, der glückliche Vāsudeva, Herr der Welt (Nom.Sg.)
jahāra vasudhābhāraṃ tasmai kṛṣṇātmane namaḥ
nahm ab die Erdlast; ihm, dem Selbst Kṛṣṇas, Verehrung (3.Sg.Perf.)
buddharūpaṃ samāsthāya sarvadharmaparāyaṇaḥ
die Buddha-Gestalt angenommen, ganz dem Dharma hingegeben [?] (Abs.; Nom.Sg.)
mohayan sarvabhūtāni tasmai mohātmane namaḥ
verwirrend alle Wesen; ihm, dem Selbst der Verwirrung, Verehrung (Part.Präs.Kaus.)
haniṣyati kaleḥ ante mlecchān turagavāhanaḥ
wird erschlagen am Ende des Kali die Mlecchas, auf Ross fahrend (3.Sg.Fut.; Gen.; Lok.)
dharmasaṃsthāpanārthāya tasmai kālātmane namaḥ
zur Aufrichtung des Dharma; ihm, dem Selbst der Zeit, Verehrung (Dat.)
anādiḥ ādiḥ viśvasya tasmai viśvātmane namaḥ
ohne Anfang, Anfang des Alls; ihm, dem Selbst des Alls, Verehrung (Nom.; Gen.; Dat.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage (@007). Die Aufzählung der Avatāras entspricht in Teilen der Passage in 047.030@006; die Wendung „sarvadharmaparāyaṇaḥ“ zu Buddha ist im Zusammenhang unsicher [?].
Das Bewusstsein, überall und ewig, im Herzen aller Lebewesen stehend, feiner als alles Jenseitige, das Feine – Verehrung ihm, dem Selbst des Feinen!
Wort für Wort
caitanyaṃ sarvataḥ nityam
das Bewusstsein, überall, ewig (Nom./Akk.Sg.n.; Adv.)
sarvaprāṇihṛdi sthitam
im Herzen aller Lebewesen stehend (Lok.; Part.Pass.)
sarvātītataraṃ sūkṣmam
weiter jenseits von allem, fein (Nom.n.)
tasmai sūkṣmātmane namaḥ
ihm, dem Selbst des Feinen, Verehrung (Dat.Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). „sarvātītataram“: über alles hinaus, jenseits von allem, komparativisch.
Diese Selbsterkenntnis, die Erkenntnis, die in den Fünf gegründet ist, erkannt habend, erreichen die Erkennenden ihn – Verehrung ihm, dem Selbst der Erkenntnis!
Wort für Wort
ātmajñānam idaṃ jñānam
diese Selbsterkenntnis, Erkenntnis (Nom./Akk.Sg.n.)
jñātvā pañcasu avasthitam
erkannt habend, in den Fünf gegründet (Abs.; Lok.Pl.; Part.Pass.)
yaṃ jñāninaḥ adhigacchanti
den die Erkennenden erlangen (Nom.Pl.; 3.Pl.Präs.)
tasmai jñānātmane namaḥ
ihm, dem Selbst der Erkenntnis, Verehrung (Dat.Sg.)
„pañcasv avasthitam“: „in den fünf [Elementen/Sinnen?] gegründet“ – Bezug unsicher [?].
sāṃkhyair yogair viniścitya sādhyaiś ca paramarṣibhiḥ; yasya na jñāyate tattvaṃ tasmai guhyātmane namaḥ
Den man durch Sāṃkhya und Yoga, durch die Sādhyas und höchsten Seher ergründet hat, dessen Wesen dennoch nicht erkannt wird – Verehrung ihm, dem verborgenen Selbst!
Wort für Wort
sāṃkhyaiḥ yogaiḥ viniścitya
durch Sāṃkhyas und Yogas ergründet habend (Instr.Pl.; Abs.)
sādhyaiḥ ca paramarṣibhiḥ
und durch Sādhyas und höchste Seher (Instr.Pl.)
yasya na jñāyate tattvam
dessen nicht erkannt wird das Wesen (Gen.; 3.Sg.Pass.)
tasmai guhyātmane namaḥ
ihm, dem verborgenen Selbst, Verehrung (Dat.Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).
Verneigung vor ihm, dem Träger der Flechtenlocke und des Stabes, allezeit dem Bauchigen mit dem Wassertopf und dem Köcher [?] – vor ihm, dessen Selbst Brahman ist!
Wort für Wort
jaṭine daṇḍine nityam
dem Flechtenträger, dem Stabträger, stets (Dat.Sg.m./Adv.)
lambodaraśarīriṇe
dem mit hängendem Bauch am Körper (Dat.Sg.m.)
kamaṇḍaluniṣaṅgāya
dem mit Wassertopf und Köcher/Behältnis (Dat.Sg.m.)
tasmai brahmātmane namaḥ
ihm, dessen Selbst Brahman ist, Verneigung (Dat.Sg.m./Nom.)
yo jāto vasudevena devakyāṃ yadunandanaḥ; śaṅkhacakragadāpāṇir vāsudevātmane namaḥ
Der von Vasudeva in Devakī geboren wurde, der Freudenspender der Yadus, die Muschel, das Rad und die Keule in der Hand – vor ihm, dessen Selbst Vāsudeva ist, Verneigung!
Wort für Wort
yo jāto vasudevena devakyām
der von Vasudeva in Devakī gezeugt/geboren wurde (Nom.Sg.m. Part.Perf.Pass./Instr./Lok.)
yadunandanaḥ
Freude der Yadus (Nom.Sg.m.)
śaṅkhacakragadāpāṇiḥ
Muschel, Rad, Keule in der Hand habend (Nom.Sg.m.)
vāsudevātmane namaḥ
dem, dessen Selbst Vāsudeva ist, Verneigung (Dat.Sg.m./Nom.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).
Dem Speerträger, dem Herrn der Dreißig [Götter], dem Dreiäugigen, dem Hochgesinnten, dem mit Asche Bestrichenen, dessen Zeichen aufwärts gerichtet ist – vor ihm, dessen Selbst Rudra ist, Verneigung!
Wort für Wort
śūline tridaśeśāya
dem Speerträger, dem Herrn der Dreißig (Dat.Sg.m.)
tryambakāya mahātmane
dem Dreiäugigen, dem Hochgesinnten (Dat.Sg.m.)
bhasmadigdhordhvaliṅgāya
dem aschebeschmierten, dessen Zeichen aufwärts gerichtet ist (Dat.Sg.m., Kompositum)
tasmai rudrātmane namaḥ
ihm, dessen Selbst Rudra ist, Verneigung (Dat.Sg.m./Nom.)
Dem mit der Kette aus Schädeln [Kopfschalen], dem in ein Tigerfell Gekleideten, dem mit aschebeschmiertem Körper – vor ihm, dessen Selbst Rudra ist, Verneigung!
Wort für Wort
śiraḥkapālamālāya
dem mit einer Kette aus Schädeln/Schädelschalen (Dat.Sg.m.)
vyāghracarmanivāsine
dem in ein Tigerfell Gekleideten (Dat.Sg.m.)
bhasmadigdhaśarīrāya
dem mit aschebeschmiertem Körper (Dat.Sg.m.)
tasmai rudrātmane namaḥ
ihm, dessen Selbst Rudra ist, Verneigung
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).
Dem, dessen Haupt vom Halbmond geschmückt ist, dem mit einer Schlange als Opferschnur, dem Pināka und Speer in der Hand – vor ihm, dessen Selbst furchtbar ist, Verneigung!
Wort für Wort
candrārdhakṛtaśīrṣāya
dem mit dem Halbmond am Haupt gemacht (Dat.Sg.m.)
vyālayajñopavītine
dem mit einer Schlange als Opferschnur (Dat.Sg.m.)
pinākaśūlahastāya
dem mit Pināka[-Bogen] und Speer in der Hand (Dat.Sg.m.)
tasmā ugrātmane namaḥ
ihm, dessen Selbst furchtbar ist, Verneigung (Dat.Sg.m./Nom.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).
Dem, der das Selbst der fünf Elemente geworden ist, dessen Wesen Ursprung und Untergang der Wesen ist, dem ohne Zorn, ohne Feindseligkeit und ohne Verblendung – vor ihm, dessen Selbst Frieden ist, Verneigung!
Wort für Wort
pañcabhūtātmabhūtāya
dem, der zum Selbst der fünf Elemente geworden ist (Dat.Sg.m.)
bhūtādinidhanātmane
dem, dessen Selbst Anfang und Ende der Wesen ist (Dat.Sg.m.)
yasmin sarvaṃ yataḥ sarvaṃ yaḥ sarvaṃ sarvataś ca yaḥ; yaś ca sarvamayo nityaṃ tasmai sarvātmane namaḥ
In dem alles ist, von dem alles [stammt], der alles ist und von allen Seiten [alles], der stets aus allem besteht – vor ihm, dessen Selbst alles ist, Verneigung!
Wort für Wort
yasmin sarvaṃ yataḥ sarvam
in dem alles [ist], woher alles [kommt] (Lok./Abl.-Adv.)
yaḥ sarvaṃ sarvataś ca yaḥ
der alles [ist] und der überall [ist] (Nom.Sg.m.)
yaś ca sarvamayo nityam
und der stets aus allem bestehend (Nom.Sg.m./Adv.)
namas te triṣu lokeṣu namas te paratastriṣu; namas te dikṣu sarvāsu tvaṃ hi sarvaparāyaṇam
Verneigung vor dir in den drei Welten, Verneigung vor dir jenseits der drei, Verneigung vor dir in allen Himmelsrichtungen; denn du bist die Zuflucht von allem.
Wort für Wort
namas te triṣu lokeṣu
Verneigung dir in den drei Welten (Lok.Pl.)
namas te paratas triṣu
Verneigung dir jenseits der drei (Abl.-Adv./Lok.Pl.)
namas te dikṣu sarvāsu
Verneigung dir in allen Himmelsrichtungen (Lok.Pl.f.)
tvaṃ hi sarvaparāyaṇam
denn du bist die höchste Zuflucht von allem (Nom.Sg./Nom.Sg.n.)
Den Himmel hast du mit dem Haupt durchdrungen, die göttliche Erde mit den Füßen; durch deinen Schritt [sind] die drei Welten [umspannt]; du bist der ewige Puruṣa.
Wort für Wort
divaṃ te śirasā vyāptam
den Himmel [hast du] mit dem Haupt erfüllt (Akk./Instr./Part.Pass.)
padbhyāṃ devī vasuṃdharā
mit den Füßen die göttliche Erde (Instr.Du./Nom.Sg.f.)
vikrameṇa trayo lokāḥ
durch den Schritt [sind] die drei Welten [durchmessen] (Instr./Nom.Pl.)
Die Himmelsrichtungen [sind deine] Arme, die Sonne [dein] Auge, [dein] Kraft-Same [sind] Śukra und Prajāpati; die sieben Bahnen des Windes, du von unermesslichem Glanz, sind von dir gehemmt [?].
Wort für Wort
diśo bhujā raviś cakṣuḥ
die Himmelsrichtungen [sind] Arme, die Sonne das Auge (Nom.Pl./Nom.Sg.)
vīryaṃ śukraprajāpatī
Kraft/Same: Śukra und Prajāpati (Nom.Sg.n./Nom.Du.m.)
sapta mārgā niruddhās te
sieben Bahnen [sind] von dir gehemmt (Nom.Pl.m./Part.Pass./Gen.-Instr.)
vāyor amitatejasaḥ
des Windes, [du] von unermesslichem Glanz (Gen.Sg./Vok./Nom.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zweiter Halbvers syntaktisch unklar (te/amitatejasaḥ); Wiedergabe unsicher.
Das Unmanifeste ist in manifester Gestalt von dir, Herr, durchdrungen, das All; das Manifeste und Unmanifeste [ist] von dir, Herr, als [deine] Wesensform durchdrungen, das All. Das Unmanifeste ist die Gestalt Brahmans, dies Manifeste [ist] das Bewegliche und Unbewegliche.
Wort für Wort
avyaktaṃ vyaktarūpeṇa
das Unmanifeste in manifester Gestalt (Nom.Sg.n./Instr.)
vyāptaṃ sarvaṃ tvayā vibho
durchdrungen [ist] das All von dir, Herr (Part.Pass./Instr./Vok.)
vyaktāvyaktasvarūpeṇa
als Wesensform des Manifesten und Unmanifesten (Instr.Sg.n.)
vyāptaṃ sarvaṃ tvayā vibho
durchdrungen das All von dir, Herr (wie oben)
avyaktaṃ brahmaṇo rūpam
das Unmanifeste [ist] Brahmans Gestalt (Nom./Gen.Sg./Nom.)
vyaktam etac carācaram
dies Manifeste [ist] Bewegliches und Unbewegliches (Nom.Sg.n.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Ein Pāda wiederholt sich fast wörtlich (Zusatzpassage).
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Verderbt oder schwer deutbar: anumimītas (3.Du.) hat kein erkennbares Subjekt; Wiedergabe unsicher.
namo narakasaṃtrāsarakṣāmaṇḍalakāriṇe; saṃsāranimnagāvartatarakāṣṭhāya viṣṇave; namo brahmaṇyadevāya gobrāhmaṇahitāya ca; jagaddhitāya kṛṣṇāya govindāya namo namaḥ; prāṇakāntārapātheyaṃ saṃsāracchedabheṣajam; duḥkhaśokaparitrāṇaṃ harir ity akṣaradvayam
Verneigung dem Viṣṇu, der den Schutzkreis gegen die Schrecken der Hölle schafft, dem Balken/Floß im Strudel des Saṃsāra-Stroms; Verneigung dem Gott, der die Brahmanen ehrt, der Kühen und Brahmanen wohltut, und dem Wohl der Welt [dienenden] Kṛṣṇa, Govinda, Verneigung, Verneigung! Die zwei Silben „Hari“ sind Wegzehrung auf dem Pfad durch die Wildnis der Lebenshauche [?], Heilmittel, das den Saṃsāra durchschneidet, Schutz vor Leid und Kummer.
Wort für Wort
namo narakasaṃtrāsarakṣāmaṇḍalakāriṇe
Verneigung dem, der den Schutzkreis gegen Höllenschrecken macht (Dat.Sg.m.)
saṃsāranimnagāvartatarakāṣṭhāya viṣṇave
dem Holz/Floß zum Übersetzen über den Strudel des Saṃsāra-Stroms, Viṣṇu (Dat.Sg.m.)
namo brahmaṇyadevāya gobrāhmaṇahitāya ca
Verneigung dem brahmanenfreundlichen Gott, dem Kuh- und Brahmanen-Wohltäter (Dat.Sg.m.)
jagaddhitāya kṛṣṇāya govindāya namo namaḥ
dem Weltwohl-Wirkenden, Kṛṣṇa, Govinda, Verneigung, Verneigung (Dat.Sg.m.)
prāṇakāntārapātheyam
Wegzehrung in der Wildnis der Lebenshauche (Nom.Sg.n.)
saṃsāracchedabheṣajam
Heilmittel zum Abschneiden des Saṃsāra (Nom.Sg.n.)
duḥkhaśokaparitrāṇam
Schutz vor Leid und Kummer (Nom.Sg.n.)
harir ity akṣaradvayam
„Hari“ – die zwei Silben (Nom.Sg.m./Part./Nom.Sg.n.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; einzelne Komposita (rakṣāmaṇḍala, tarakāṣṭha, prāṇakāntāra) sind unsicher gedeutet.
eko 'pi kṛṣṇasya kṛtaḥ praṇāmo; daśāśvamedhāvabhṛthena tulyaḥ; daśāśvamedhī punar eti janma; kṛṣṇapraṇāmī na punarbhavāya; kṛṣṇavratāḥ kṛṣṇam anusmaranto; rātrau ca kṛṣṇaṃ punar utthitā ye; te kṛṣṇadehāḥ praviśanti kṛṣṇam; ājyaṃ yathā mantrahutaṃ hutāśe
Schon eine einzige Verneigung vor Kṛṣṇa ist gleich dem Abschlussbad [Avabhṛtha] von zehn Rossopfern; wer zehn Rossopfer dargebracht hat, kehrt wieder zur Geburt zurück, wer sich vor Kṛṣṇa verneigt, nicht zur Wiedergeburt. Die Kṛṣṇa-Gelobenden, die sich an Kṛṣṇa erinnern und in der Nacht wieder [zu ihm] aufgestanden sind – diese, mit Kṛṣṇa-Leibern, gehen in Kṛṣṇa ein, wie mit Mantra geopferte Schmelzbutter ins Feuer.
Wort für Wort
eko 'pi kṛṣṇasya kṛtaḥ praṇāmaḥ
auch nur eine einzige Verneigung, vor Kṛṣṇa vollzogen (Nom.Sg.m./Gen./Part.Pass.)
daśāśvamedhāvabhṛthena tulyaḥ
gleich dem Abschlussbad von zehn Rossopfern (Instr.Sg.m./Nom.Sg.m.)
daśāśvamedhī punar eti janma
der Zehnfach-Rossopferer kommt wieder zur Geburt (Nom./3.Sg.Präs./Akk.)
kṛṣṇapraṇāmī na punarbhavāya
der Kṛṣṇa-Verneiger nicht zur Wiedergeburt (Nom.Sg.m./Dat.Sg.m.)
kṛṣṇavratāḥ kṛṣṇam anusmarantaḥ
Kṛṣṇa-Gelobende, an Kṛṣṇa denkend (Nom.Pl.m./Part.Präs.)
rātrau ca kṛṣṇaṃ punar utthitāḥ ye
und die in der Nacht wieder [auf Kṛṣṇa hin] aufgestanden sind (Lok./Nom.Pl.m.)
te kṛṣṇadehāḥ praviśanti kṛṣṇam
diese, mit Kṛṣṇa-Leibern, gehen in Kṛṣṇa ein (Nom.Pl.m./3.Pl.Präs.)
ājyaṃ yathā mantrahutaṃ hutāśe
wie mit Mantra geopferte Schmelzbutter im Feuer (Nom.Sg.n./Part.Pass./Lok.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). rātrau ca kṛṣṇaṃ punar utthitāḥ: Sinn unsicher [?].
Nārāyaṇa, den Tausendäugigen, von allen Welten Verehrten, den Goldnabeligen, das Glied des Opfers, den Unsterblichen, den nach allen Seiten Gewandten.
Wort für Wort
nārāyaṇaṃ sahasrākṣam
Nārāyaṇa, den Tausendäugigen (Akk.Sg.m.)
sarvalokanamaskṛtam
von allen Welten verehrt (Akk.Sg.m.)
hiraṇyanābhaṃ yajñāṅgam
goldnabelig, Glied des Opfers (Akk.Sg.m.)
amṛtaṃ viśvatomukham
unsterblich, allseits das Antlitz habend (Akk.Sg.m.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). [Anm.: Halbvers/Satz ohne Verb; vermutlich Objekt zu einem ausgefallenen Verb der Verehrung.]
Für mich, der zu dir Zuflucht genommen hat, [dir] ergeben ist und das ersehnte Ziel zu gewinnen wünscht: was das Beste ist, Lotosäugiger, das bedenke [für mich], Bester der Götter.
Wort für Wort
tvāṃ prapannāya bhaktāya
[mir], der zu dir Zuflucht genommen, dem Ergebenen (Akk./Dat.Sg.m.)
gatim iṣṭāṃ jigīṣave
das ersehnte Ziel gewinnen wollend (Akk.Sg.f./Dat.Sg.m.)
yac chreyaḥ puṇḍarīkākṣa
was das Heilsamste ist, Lotosäugiger (Nom.Sg.n./Vok.)
tad dhyāyasva surottama
das erwäge/sinne [für mich], Bester der Götter (2.Sg.Imp.Med./Vok.)
Der Dativ „mir“ ist aus dem Zusammenhang ergänzt (Bhīṣma spricht).
iti vidyātapoyonir ayonir viṣṇur īḍitaḥ; vāgyajñenārcito devaḥ prīyatāṃ me janārdanaḥ
So wurde Viṣṇu, der Ursprung des Wissens und der Askese, der selbst ursprungslos ist, gepriesen; der Gott, mit dem Opfer der Rede verehrt, möge mir gnädig sein, Janārdana.
Wort für Wort
iti vidyātapoyoniḥ
so, Ursprung von Wissen und Askese (Part./Nom.Sg.m.)
ayonir viṣṇur īḍitaḥ
der Ursprungslose, Viṣṇu, gepriesen (Nom.Sg.m./Part.Pass.)
vāgyajñenārcito devaḥ
der Gott, mit dem Rede-Opfer verehrt (Instr.Sg.m./Part.Pass.)
prīyatāṃ me janārdanaḥ
möge er mir gnädig sein, Janārdana (3.Sg.Imp.Pass./Gen.-Dat./Nom.)
Wer Viṣṇu, den Anfangs- und Endlosen, den großen Herrn aller Welten, den Aufseher der Welten, beständig preist, wird von allen Sünden befreit. Dies ist der Königs-Lobpreis auf Viṣṇu von wunderbarem Wirken, vollendet; vor Zeiten von Gāṅgeya gesungen, tilgt er die großen Sünden.
Wort für Wort
anādinidhanaṃ viṣṇum
den ohne Anfang und Ende, Viṣṇu (Akk.Sg.m.)
sarvalokamaheśvaram lokādhyakṣam
den großen Herrn aller Welten, den Aufseher der Welten (Akk.Sg.m.)
stuvan nityaṃ sarvapāpaiḥ pramucyate
wer stets preist, wird von allen Sünden befreit (Part.Präs./Instr.Pl./3.Sg.Pass.)
stavarājaḥ samāpto 'yam
dieser Lobpreis-König ist vollendet (Nom.Sg.m./Part.Pass.)
viṣṇor adbhutakarmaṇaḥ
des Viṣṇu von wunderbarem Wirken (Gen.Sg.m.)
gāṅgeyena purā gītaḥ mahāpātakanāśanaḥ
von Gāṅgeya einst gesungen, die Hauptsünden tilgend (Instr./Part.Pass./Nom.Sg.m.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Kolophon-artige Zusatzstrophe; „gītaḥ mahā-“ metrisch/textlich auffällig.
tasminn uparate śabde tatas te brahmavādinaḥ; bhīṣmaṃ vāgbhir bāṣpakaṇṭhās tam ānarcur mahāmatim
Als dieser Laut verklungen war, ehrten darauf die Brahmavādin [Brahman-Kundigen] mit erstickter, tränenerfüllter Stimme Bhīṣma, den hochweisen, mit Worten.
Wort für Wort
tasminn uparate śabde
als dieser Laut aufgehört hatte (Lok.abs.)
tatas te brahmavādinaḥ
dann jene Brahman-Redner (Nom.Pl.m.)
bhīṣmaṃ vāgbhir
Bhīṣma mit Worten (Akk./Instr.Pl.)
bāṣpakaṇṭhās tam ānarcur mahāmatim
mit tränenerstickter Kehle ehrten sie ihn, den Hochweisen (Nom.Pl./3.Pl.Perf./Akk.)
Bhīmasena und die beiden Zwillinge bestiegen zusammen einen [weiteren] Wagen; Kṛpa, Yuyutsu, der Wagenlenker und Saṃjaya [fuhren] auf einem anderen Wagen.
Wort für Wort
bhīmaseno yamau cobhau
Bhīmasena und beide Zwillinge (Nom.Sg./Nom.Du.m.)
ratham ekaṃ samāsthitau
einen Wagen bestiegen habend (Akk./Part.Perf.Du.)
kṛpo yuyutsuḥ sūtaś ca
Kṛpa, Yuyutsu und der Wagenlenker (Nom.Sg.m.)
saṃjayaś cāparaṃ ratham
und Saṃjaya [auf] einem anderen Wagen (Nom./Akk.)
Verb im zweiten Halbvers zu ergänzen (samāsthitāḥ).
tato giraḥ puruṣavaras tavānvitā; dvijeritāḥ pathi sumanāḥ sa śuśruve; kṛtāñjaliṃ praṇatam athāparaṃ janaṃ; sa keśihā muditamanābhyanandata
Da hörte er, der Beste der Männer, auf dem Weg wohlgesinnt die von den Zweimalgeborenen gesprochenen, auf dich [oder: dir Zugehörige?] bezogenen Worte [?]; und Keśis Töter [Keśava] erfreute sich, freudigen Sinnes, an dem anderen Volk, das mit gefalteten Händen dastand und sich verneigte.
Wort für Wort
tato giraḥ puruṣavaraḥ
dann [hörte] der beste Mann die Worte (Adv./Akk.Pl.f./Nom.Sg.m.)
tavānvitāḥ dvijeritāḥ
auf dich bezogene, von Zweimalgeborenen gesprochene (Gen./Part.Pass.)
pathi sumanāḥ sa śuśruve
auf dem Weg wohlgesinnt hörte er (Lok./Nom./3.Sg.Perf.Pass.)
kṛtāñjaliṃ praṇatam athāparaṃ janam
das andere Volk, mit gefalteten Händen, sich verneigend (Akk.Sg.m.)
sa keśihā muditamanābhyanandata
Keśis Töter begrüßte/erfreute sich freudigen Sinnes (Nom./3.Sg.Impf.Med.)
tava anvitāḥ ist im Kontext nicht sicher (Anrede an Dhṛtarāṣṭra durch den Erzähler?); Vers metrisch/textlich auffällig [?]. śuśruve als „wurde gehört“ oder „er hörte“ mehrdeutig.
So gedenkend und rezitierend, oder wer diesen Lobpreis des Freudenspenders der Yadu-Sippe des Śārṅga-Bogenträgers hört, dessen Sünden alle vom Diskusträger abgewehrt sind, der geht in Janārdana ein bei der Auflösung des Leibes. Den die Yogins zur Zeit des Scheidens der Lebenshauche mit Mühe im Geist verankern – ihn, Hari, vor sich sehend, gab Bhīṣma, am Ziel angelangt, die Lebenshauche auf. Vollendet ist dieser Königs-Lobpreis auf Viṣṇu von wunderbarem Wirken; einst von Gāṅgeya gesungen, tilgt er die großen Sünden. Wer diesen Königs-Lobpreis, nach Erlösung strebend, rein rezitiert, [wird] von Befleckung und Makel [befreit]; er durchschreitet die großen versammelten Welten und erreicht den unsterblichen Stand des Hochgesinnten.
Wort für Wort
iti smaran paṭhati ca
so gedenkend und rezitierend (Part.Präs./3.Sg.Präs.)
śārṅgadhanvanaḥ śṛṇoti vā yadukulanandanastavam
oder hört den Lobpreis des Freudenspenders der Yadu-Sippe, des Śārṅga-Bogenträgers (Gen./3.Sg.Präs.)
sa cakrabhṛtpratihatasarvakilbiṣaḥ
der, dessen Sünden alle vom Diskusträger abgewehrt sind (Nom.Sg.m.)
janārdanaṃ praviśati dehasaṃkṣaye
geht in Janārdana ein bei Leibesauflösung (Akk./3.Sg./Lok.)
Befleckung und Makel tilgend; durchschreitet die großen versammelten Welten (Abs./Akk.Pl.m.)
padaṃ saṃgacchaty amṛtaṃ mahātmanaḥ
erreicht den unsterblichen Stand des Hochgesinnten (Akk./3.Sg.Präs./Gen.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Lange Zusatzpassage mit Phalaśruti; Konstruktion des Anfangs (iti smaran … vā śṛṇoti … sa …) elliptisch; kaluṣitakalmaṣāpaham verderbt/unklar [?].