Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Śāntiparva

Kapitel 250: mṛtyūtpattiḥ vyādhyutpattiś ca Mṛtyus Askese, Brahmās Zusage und der Ursprung der Krankheiten aus den Tränen

Nārada erzählt dem König die Geschichte von Mṛtyu, dem Tod als Göttin: Sie sträubt sich gegen die Aufgabe, die Geschöpfe zu vernichten, übt lange Askese und erhält von Brahmā die Zusage, dass ihr kein Unrecht zufällt; ihre Tränen werden zu Krankheiten. Daraus wird der Trost abgeleitet, um Verstorbene nicht zu trauern.

nārada uvāca; vinīya duḥkham abalā sā tv atīvāyatekṣaṇā; uvāca prāñjalir bhūtvā latevāvarjitā tadā

Nārada sprach: Nachdem sie ihren Kummer abgelegt hatte, sprach die Schwache mit den sehr langen Augen da mit gefalteten Händen, gleich einer herabgebeugten Liane.

Wort für Wort
nārada uvāca
Nārada sprach (Perf. 3.Sg.)
vinīya duḥkham
den Kummer abgelegt habend (Abs.) / Kummer (Akk.)
abalā sā tv atīvāyatekṣaṇā
die Schwache, sie aber, mit überaus langen Augen (Nom.Sg.f.)
uvāca prāñjalir bhūtvā
sprach, mit gefalteten Händen geworden (Perf.; Abs.)
latevāvarjitā tadā
wie eine Liane herabgebeugt, da (Nom.Sg.f./Adv.)

tvayā sṛṣṭā kathaṃ nārī mādṛśī vadatāṃ vara; raudrakarmābhijāyeta sarvaprāṇibhayaṃkarī

„Wie kann von dir, du Bester der Redenden, ein Weib wie ich geschaffen sein, [das] zu schrecklichem Tun geboren wird und allen Wesen Furcht einflößt?“

Wort für Wort
tvayā sṛṣṭā kathaṃ nārī
von dir geschaffen, wie [ist] ein Weib (Instr.; Nom.Sg.f.)
mādṛśī vadatāṃ vara
eine wie ich, Bester der Redenden (Nom.; Vok.)
raudrakarmābhijāyeta
zu schrecklichem Tun geboren würde/könnte (Opt.Med.)
sarvaprāṇibhayaṃkarī
allen Wesen Furcht machend (Nom.Sg.f.)

abhijāyeta als Optativ (Potentialis) gefasst.

bibhemy aham adharmasya dharmyam ādiśa karma me; tvaṃ māṃ bhītām avekṣasva śiveneśvara cakṣuṣā

„Ich fürchte das Unrecht; weise mir ein rechtmäßiges Tun an. Sieh mich Erschrockene an, Herr, mit gütigem Auge.“

Wort für Wort
bibhemy aham adharmasya
ich fürchte mich vor dem Unrecht (1.Sg.Präs.; Abl./Gen.)
dharmyam ādiśa karma me
rechtmäßiges Tun weise an mir (Imp.; Akk.; Dat./Gen.)
tvaṃ māṃ bhītām avekṣasva
du sieh mich Erschrockene an (Imp.Med.)
śiveneśvara cakṣuṣā
mit gütigem Auge, Herr (Instr.; Vok.)

bālān vṛddhān vayaḥsthāṃś ca na hareyam anāgasaḥ; prāṇinaḥ prāṇinām īśa namas te 'bhiprasīda me

„Kinder, Greise und [Menschen] mittleren Alters, die schuldlos sind, möchte ich nicht rauben. Herr der Lebewesen, Verehrung dir; sei mir gnädig.“

Wort für Wort
bālān vṛddhān vayaḥsthāṃś ca
Kinder, Greise und im besten Alter Stehende (Akk.Pl.)
na hareyam anāgasaḥ
möchte ich nicht rauben, Schuldlose (Opt.1.Sg.; Akk.Pl.)
prāṇinaḥ prāṇinām īśa
Herr der Lebewesen (Gen.Pl.; Vok.)
namas te 'bhiprasīda me
Verehrung dir, sei gnädig mir (Dat.; Imp.)

priyān putrān vayasyāṃś ca bhrātṝn mātṝḥ pitṝn api; apadhyāsyanti yad deva mṛtāṃs teṣāṃ bibhemy aham

„Geliebte Söhne, Freunde, Brüder, Mütter und auch Väter werden [mir] Übles wünschen, o Gott, wenn ihre [Angehörigen] gestorben sind; davor fürchte ich mich.“

Wort für Wort
priyān putrān vayasyāṃś ca
geliebte Söhne und Freunde (Akk.Pl.)
bhrātṝn mātṝḥ pitṝn api
Brüder, Mütter, auch Väter (Akk.Pl.)
apadhyāsyanti yad deva
werden Übles wünschen, weil/dass, o Gott (3.Pl.Fut.; Vok.)
mṛtāṃs teṣāṃ bibhemy aham
[wegen] der Gestorbenen von ihnen fürchte ich mich (Akk.Pl.; Gen.Pl.; 1.Sg.)

apadhyāsyanti: ‚Übles wünschen/verwünschen‘; Konstruktion von yad ... mṛtān teṣām locker.

kṛpaṇāśruparikledo dahen māṃ śāśvatīḥ samāḥ; tebhyo 'haṃ balavad bhītā śaraṇaṃ tvām upāgatā

„Die Nässe der Tränen der Jammernden würde mich ewige Jahre verbrennen; davor bin ich sehr erschrocken und zu dir als Zuflucht gekommen.“

Wort für Wort
kṛpaṇāśruparikledo
die Nässe der Tränen der Elenden/Jammernden (Nom.Sg.; Kompositum)
dahen māṃ śāśvatīḥ samāḥ
würde mich verbrennen, ewige Jahre (Opt.; Akk.Pl.)
tebhyo 'haṃ balavad bhītā
vor diesen ich stark erschrocken (Abl.; Nom.Sg.f.)
śaraṇaṃ tvām upāgatā
als Zuflucht zu dir gekommen (Akk.; Part.Pf.Pass.)

yamasya bhavane deva yāty ante pāpakarmiṇaḥ; prasādaye tvā varada prasādaṃ kuru me prabho

„Im Haus des Yama, o Gott, geht am Ende [der Zeit?] [der] Übeltäter [?]. Ich besänftige dich, Gabenspender; gewähre mir Gnade, Herr.“

Wort für Wort
yamasya bhavane deva
im Haus des Yama, o Gott (Gen.; Lok.; Vok.)
yāty ante pāpakarmiṇaḥ
geht am Ende, der Übeltäter [?] (3.Sg.Präs.; Lok.; Gen.Sg./Nom.Pl.)
prasādaye tvā varada
ich besänftige dich, Gabenspender (1.Sg.Kaus.; Vok.)
prasādaṃ kuru me prabho
Gnade tu mir, Herr (Imp.; Vok.)

Der erste Halbvers ist syntaktisch unklar (yāty singular, pāpakarmiṇaḥ Gen.Sg./Nom.Pl.); Wiedergabe unsicher.

etam icchāmy ahaṃ kāmaṃ tvatto lokapitāmaha; iccheyaṃ tvatprasādāc ca tapas taptuṃ sureśvara

„Diesen Wunsch begehre ich von dir, Großvater der Welten; und durch deine Gnade möchte ich Askese üben, Herr der Götter.“

Wort für Wort
etam icchāmy ahaṃ kāmaṃ
diesen Wunsch begehre ich (1.Sg.Präs.; Akk.)
tvatto lokapitāmaha
von dir, Großvater der Welten (Abl.; Vok.)
iccheyaṃ tvatprasādāc ca
und ich möchte durch deine Gnade (Opt.1.Sg.; Abl.)
tapas taptuṃ sureśvara
Askese zu üben, Herr der Götter (Inf.; Vok.)

pitāmaha uvāca; mṛtyo saṃkalpitā me tvaṃ prajāsaṃhārahetunā

Der Großvater sprach: „Mṛtyu, du bist von mir um der Vernichtung der Geschöpfe willen erdacht worden.

Wort für Wort
pitāmaha uvāca
der Großvater sprach
mṛtyo saṃkalpitā me tvaṃ
Mṛtyu, erdacht von mir du (Vok.; Part.Pass.f.; Instr.)
prajāsaṃhārahetunā
um der Vernichtung der Geschöpfe willen (Instr. des Grundes)

tvaṃ hi saṃhārabuddhyā me cintitā ruṣitena ca

Denn du bist von mir mit dem Sinn auf Vernichtung und im Zorn gedacht worden.

Wort für Wort
tvaṃ hi saṃhārabuddhyā me
denn du, mit dem Gedanken an Vernichtung, von mir (Instr.)
cintitā ruṣitena ca
erdacht und im Zorn (Part.Pass.f.; Instr.Part.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers der kritischen Ausgabe (Stern).

gaccha saṃhara sarvās tvaṃ prajā mā ca vicāraya

Geh, raffe alle Geschöpfe dahin und überlege nicht [weiter].

Wort für Wort
gaccha saṃhara
geh, rafft dahin (Imp.)
sarvās tvaṃ prajā
alle du, die Geschöpfe (Akk.Pl.f.)
mā ca vicāraya
und nicht überlege (Imp. mit mā)

etad evam avaśyaṃ hi bhavitā naitad anyathā; kriyatām anavadyāṅgi yathoktaṃ madvaco 'naghe

Dies wird so unbedingt geschehen, nicht anders; darum werde mein Wort wie gesagt getan, du Makellosgliedrige, Schuldlose.

Wort für Wort
etad evam avaśyaṃ hi
dies so, unbedingt, ja (Adv.)
bhavitā naitad anyathā
wird sein, nicht dies anders (Fut.3.Sg.)
kriyatām anavadyāṅgi
es werde getan, Makellosgliedrige (Imp.Pass.; Vok.)
yathoktaṃ madvaco 'naghe
wie gesagt mein Wort, Schuldlose (Part.; Nom.; Vok.)

nārada uvāca; evam uktā mahābāho mṛtyuḥ parapuraṃjaya; na vyājahāra tasthau ca prahvā bhagavadunmukhī

Nārada sprach: So angesprochen, Starkarmiger, Bezwinger fremder Städte, sprach Mṛtyu nicht, sondern stand gebeugt da, dem Erhabenen zugewandt.

Wort für Wort
nārada uvāca
Nārada sprach
evam uktā mahābāho
so angesprochen, Starkarmiger (Part.Pass.f.; Vok.)
mṛtyuḥ parapuraṃjaya
Mṛtyu, Bezwinger fremder Städte (Nom.; Vok.)
na vyājahāra tasthau ca
sprach nicht und stand (Perf.3.Sg.)
prahvā bhagavadunmukhī
gebeugt, dem Erhabenen zugewandt (Nom.Sg.f.)

punaḥ punar athoktā sā gatasattveva bhāminī; tūṣṇīm āsīt tato devo devānām īśvareśvaraḥ

Wieder und wieder [so] angesprochen, schwieg die Schöne wie ohne Lebenskraft; da [schwieg auch] der Gott, der Herr über die Herren der Götter.

Wort für Wort
punaḥ punar athoktā sā
wieder und wieder angesprochen sie (Adv.; Part.Pass.)
gatasattveva bhāminī
gleichsam der Lebenskraft entbehrend, die Schöne (Nom.Sg.f.)
tūṣṇīm āsīt tato devo
schweigend war [sie]; darauf der Gott (Impf.3.Sg.)
devānām īśvareśvaraḥ
Herr der Herren der Götter (Nom.Sg.m.)

Ergänzung ‚schwieg auch‘ nach dem Sinn; devo ... īśvareśvaraḥ ist Brahmā.

prasasāda kila brahmā svayam evātmanātmavān; smayamānaś ca lokeśo lokān sarvān avaikṣata

Brahmā wurde, wie es heißt, gnädig, er selbst, der durch sich selbst Selbstbeherrschte; und lächelnd blickte der Herr der Welten auf alle Welten.

Wort für Wort
prasasāda kila brahmā
wurde gnädig, so heißt es, Brahmā (Perf.3.Sg.)
svayam evātmanātmavān
er selbst, durch sich selbst selbstbeherrscht (Nom.)
smayamānaś ca lokeśo
und lächelnd, der Herr der Welten (Part.Med.; Nom.)
lokān sarvān avaikṣata
die Welten alle sah er an (Akk.Pl.; Impf.Med.)

nivṛttaroṣe tasmiṃs tu bhagavaty aparājite; sā kanyāpajagāmāsya samīpād iti naḥ śrutam

Als der Erhabene, der Unbesiegte, seinen Zorn gelegt hatte, ging jenes Mädchen von seiner Seite fort, so haben wir gehört.

Wort für Wort
nivṛttaroṣe tasmiṃs tu
als bei diesem der Zorn aufgehört hatte (Lok. absolutus)
bhagavaty aparājite
beim Erhabenen, Unbesiegten (Lok.)
sā kanyāpajagāmāsya
jenes Mädchen ging fort von ihm (Perf.3.Sg.)
samīpād iti naḥ śrutam
aus der Nähe, so von uns gehört (Abl.; Part.Pass.)

apasṛtyāpratiśrutya prajāsaṃharaṇaṃ tadā; tvaramāṇeva rājendra mṛtyur dhenukam abhyayāt

Nachdem sie sich entfernt und die Vernichtung der Geschöpfe nicht zugesagt hatte, eilte Mṛtyu damals, o Herr der Könige, wie hastig nach Dhenuka.

Wort für Wort
apasṛtyāpratiśrutya
sich entfernt habend, nicht zugesagt habend (Abs.)
prajāsaṃharaṇaṃ tadā
die Vernichtung der Geschöpfe, damals (Akk.; Adv.)
tvaramāṇeva rājendra
gleichsam eilend, Herr der Könige (Part.Med.; Vok.)
mṛtyur dhenukam abhyayāt
Mṛtyu ging nach Dhenuka (Nom.; Akk.; Impf.)

sā tatra paramaṃ devī tapo 'carata duścaram; samā hy ekapade tasthau daśa padmāni pañca ca

Dort übte die Göttin höchste, schwer zu übende Askese; Jahre lang stand sie auf einem Bein, zehn Padmas und fünf.

Wort für Wort
sā tatra paramaṃ devī
sie dort, die Göttin, höchste (Nom.; Akk.)
tapo 'carata duścaram
Askese übte sie, schwer auszuführen (Impf.Med.; Akk.)
samā hy ekapade tasthau
Jahre, ja, auf einem Bein stand sie (Akk.Pl.; Lok.; Perf.)
daśa padmāni pañca ca
zehn Padmas und fünf (Akk.Pl.)

padma bezeichnet eine sehr große Zahl.

tāṃ tathā kurvatīṃ tatra tapaḥ paramaduścaram; punar eva mahātejā brahmā vacanam abravīt

Als sie dort so eine höchst schwer zu übende Askese übte, sprach der hochglänzende Brahmā wieder ein Wort:

Wort für Wort
tāṃ tathā kurvatīṃ tatra
sie, so tuend, dort (Akk.Sg.f.; Part.Präs.)
tapaḥ paramaduścaram
Askese höchst schwer auszuführen (Akk.)
punar eva mahātejā
wiederum der sehr Glänzende (Adv.; Nom.)
brahmā vacanam abravīt
Brahmā sprach ein Wort (Impf.)

kuruṣva me vaco mṛtyo tad anādṛtya satvarā; tathaivaikapade tāta punar anyāni sapta sā

„Tu mein Wort, Mṛtyu!“ Doch sie, das missachtend, [stand] eilig, mein Lieber, ebenso auf einem Bein wieder weitere sieben [Padmas].

Wort für Wort
kuruṣva me vaco mṛtyo
tu mein Wort, Mṛtyu (Imp.Med.; Vok.)
tad anādṛtya satvarā
das missachtet habend, eilig (Abs.; Nom.Sg.f.)
tathaivaikapade tāta
ebenso auf einem Bein, mein Lieber (Lok.; Vok.)
punar anyāni sapta sā
wieder andere sieben, sie (Akk.Pl.n.)

Konstruktion mit tasthau in der folgenden Einheit.

tasthau padmāni ṣaṭ caiva pañca dve caiva mānada; bhūyaḥ padmāyutaṃ tāta mṛgaiḥ saha cacāra sā

[Sie] stand sechs [Padmas] und fünf und zwei, Ehrenspender; ferner streifte sie ein Ayuta [Jahre] mit den Gazellen umher.

Wort für Wort
tasthau padmāni ṣaṭ caiva
stand Padmas, sechs und (Perf.; Akk.)
pañca dve caiva mānada
fünf und zwei, Ehrenspender (Vok.)
bhūyaḥ padmāyutaṃ tāta
weiter ein Padma-Ayuta [?], mein Lieber (Akk.)
mṛgaiḥ saha cacāra sā
mit den Gazellen zog sie umher (Instr.; Perf.)

dve cāyute naraśreṣṭha vāyvāhārā mahāmate

Und zwei Ayutas [lang], Bester der Männer, lebte sie von Luft, du Großgesinnter.

Wort für Wort
dve cāyute naraśreṣṭha
und zwei Ayutas, Bester der Männer (Akk.Du.; Vok.)
vāyvāhārā mahāmate
von Luft sich nährend, Großgesinnter (Nom.Sg.f.; Vok.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers der kritischen Ausgabe (Stern).

punar gatvā tato rājan maunam ātiṣṭhad uttamam; apsu varṣasahasrāṇi sapta caikaṃ ca pārthiva

Wieder ging sie dann, o König, und hielt das höchste Schweigen ein: sieben Tausend Jahre und eins im Wasser, Fürst.

Wort für Wort
punar gatvā tato rājan
wieder gegangen, dann, König (Abs.; Vok.)
maunam ātiṣṭhad uttamam
Schweigen hielt sie ein, das höchste (Impf.; Akk.)
apsu varṣasahasrāṇi
im Wasser, Tausende von Jahren (Lok.Pl.; Akk.Pl.)
sapta caikaṃ ca pārthiva
sieben und eins, Fürst (Akk.; Vok.)

tato jagāma sā kanyā kauśikīṃ bharatarṣabha; tatra vāyujalāhārā cacāra niyamaṃ punaḥ

Dann ging jenes Mädchen zur Kauśikī, Stier der Bharata; dort lebte sie von Luft und Wasser und übte wieder Gelübde.

Wort für Wort
tato jagāma sā kanyā
dann ging sie, das Mädchen (Perf.)
kauśikīṃ bharatarṣabha
zur Kauśikī, Stier der Bharata (Akk.; Vok.)
tatra vāyujalāhārā
dort von Luft und Wasser sich nährend (Nom.Sg.f.)
cacāra niyamaṃ punaḥ
übte sie Gelübde wieder (Perf.; Akk.)

tato yayau mahābhāgā gaṅgāṃ meruṃ ca kevalam; tasthau dārv iva niśceṣṭā bhūtānāṃ hitakāmyayā

Dann zog die Hochbeglückte zur Gaṅgā und zum Meru allein; sie stand regungslos wie ein Holzklotz, aus dem Wunsch nach dem Wohl der Wesen.

Wort für Wort
tato yayau mahābhāgā
dann ging die Hochbeglückte (Perf.; Nom.Sg.f.)
gaṅgāṃ meruṃ ca kevalam
zur Gaṅgā und zum Meru, allein/nur [?] (Akk.; Adv.)
tasthau dārv iva niśceṣṭā
stand wie Holz regungslos (Perf.; Nom.Sg.f.)
bhūtānāṃ hitakāmyayā
aus Wunsch nach dem Wohl der Wesen (Gen.Pl.; Instr.)

kevalam: ‚allein/nur‘, Bezug unsicher.

tato himavato mūrdhni yatra devāḥ samījire; tatrāṅguṣṭhena rājendra nikharvam aparaṃ tataḥ; tasthau pitāmahaṃ caiva toṣayām āsa yatnataḥ

Dann, auf dem Gipfel des Himavat, wo die Götter geopfert haben, stand sie dort, Herr der Könige, auf der Zehe ein weiteres Nikharva [Jahre] und stellte den Großvater eifrig zufrieden.

Wort für Wort
tato himavato mūrdhni
dann auf dem Haupt des Himavat (Gen.; Lok.)
yatra devāḥ samījire
wo die Götter geopfert haben (Perf.Med.)
tatrāṅguṣṭhena rājendra
dort auf der Zehe, Herr der Könige (Instr.; Vok.)
nikharvam aparaṃ tataḥ
ein Nikharva, ein weiteres, darauf (Akk.)
tasthau pitāmahaṃ caiva
stand und den Großvater (Perf.; Akk.)
toṣayām āsa yatnataḥ
stellte sie zufrieden, mit Eifer (Perf.Kaus.; Adv.)

nikharva ist eine sehr große Zahl.

tatas tām abravīt tatra lokānāṃ prabhavāpyayaḥ; kim idaṃ vartate putri kriyatāṃ tad vaco mama

Da sprach dort der Ursprung und Untergang der Welten zu ihr: „Was geschieht hier, Tochter? Mein Wort werde getan.“

Wort für Wort
tatas tām abravīt tatra
darauf zu ihr sprach dort (Impf.)
lokānāṃ prabhavāpyayaḥ
der Welten Ursprung und Vergehen (Gen.Pl.; Nom.)
kim idaṃ vartate putri
was ist dies, das geschieht, Tochter (Vok.)
kriyatāṃ tad vaco mama
getan werde jenes Wort von mir (Imp.Pass.)

tato 'bravīt punar mṛtyur bhagavantaṃ pitāmaham; na hareyaṃ prajā deva punas tvāhaṃ prasādaye

Da sprach Mṛtyu wieder zum erhabenen Großvater: „Ich möchte die Geschöpfe nicht rauben, o Gott; abermals aber bitte ich dich um Gnade.“

Wort für Wort
tato 'bravīt punar mṛtyur
da sprach wieder Mṛtyu (Impf.)
bhagavantaṃ pitāmaham
zum Erhabenen, dem Großvater (Akk.)
na hareyaṃ prajā deva
nicht möchte ich rauben die Geschöpfe, o Gott (Opt.; Akk.Pl.)
punas tvāhaṃ prasādaye
abermals aber ich dich um Gnade bitte (1.Sg.Kaus.)

tām adharmabhayatrastāṃ punar eva ca yācatīm; tadābravīd devadevo nigṛhyedaṃ vacas tataḥ

Zu ihr, die vor dem Unrecht erschrocken war und wieder flehte, sprach da der Gott der Götter dieses Wort, nachdem er [sich] bezwungen hatte [?].

Wort für Wort
tām adharmabhayatrastām
zu ihr, vor Furcht vor Unrecht erschrocken (Akk.Sg.f.)
punar eva ca yācatīm
und wieder flehend (Part.Präs.Akk.f.)
tadābravīd devadevo
da sprach der Gott der Götter (Impf.)
nigṛhyedaṃ vacas tataḥ
sich bezwungen habend [?], dieses Wort dann (Abs.; Akk.)

nigṛhya: ‚sich beherrschend/zurückhaltend‘; Objekt nicht ausdrücklich genannt.

adharmo nāsti te mṛtyo saṃyacchemāḥ prajāḥ śubhe; mayā hy uktaṃ mṛṣā bhadre bhavitā neha kiṃ cana

„Kein Unrecht ist für dich, Mṛtyu; bändige diese Geschöpfe, du Glückliche; denn was von mir gesagt ist, Gute, wird hier in keiner Weise falsch sein.“

Wort für Wort
adharmo nāsti te mṛtyo
Unrecht ist nicht dir, Mṛtyu (Nom.; Dat./Gen.; Vok.)
saṃyacchemāḥ prajāḥ śubhe
bändige diese Geschöpfe, Glückliche (Imp.; Akk.Pl.; Vok.)
mayā hy uktaṃ mṛṣā bhadre
denn von mir Gesagtes falsch, Gute (Instr.; Part.; Adv.)
bhavitā neha kiṃ cana
wird sein, nicht hier irgendwie (Fut.)

dharmaḥ sanātanaś ca tvām ihaivānupravekṣyate; ahaṃ ca vibudhāś caiva tvaddhite niratāḥ sadā

„Und das ewige Dharma wird hier in dich eingehen; und ich und die Götter sind stets auf dein Wohl bedacht.“

Wort für Wort
dharmaḥ sanātanaś ca
das Dharma, das ewige, und (Nom.)
tvām ihaivānupravekṣyate
dich, gerade hier, wird eingehen [in] (Akk.; Fut.Med.)
ahaṃ ca vibudhāś caiva
und ich und die Götter (Nom.Pl.)
tvaddhite niratāḥ sadā
auf dein Wohl bedacht, stets (Lok.; Nom.Pl.)

imam anyaṃ ca te kāmaṃ dadāmi manasepsitam; na tvā doṣeṇa yāsyanti vyādhisaṃpīḍitāḥ prajāḥ

„Diesen und einen weiteren Wunsch gebe ich dir, im Geist erwünscht: Die von Krankheiten gequälten Geschöpfe werden dich nicht mit Vorwurf angehen.“

Wort für Wort
imam anyaṃ ca te kāmaṃ
diesen und einen anderen dir Wunsch (Akk.)
dadāmi manasepsitam
gebe ich, im Geist erwünscht (1.Sg.; Part.Pass.)
na tvā doṣeṇa yāsyanti
nicht dich mit Vorwurf werden angehen (Instr.; Fut.3.Pl.)
vyādhisaṃpīḍitāḥ prajāḥ
von Krankheit bedrängte Geschöpfe (Nom.Pl.)

puruṣeṣu ca rūpeṇa puruṣas tvaṃ bhaviṣyasi; strīṣu strīrūpiṇī caiva tṛtīyeṣu napuṃsakam

„Und unter den Männern wirst du dem Aussehen nach ein Mann sein, unter den Frauen eine Frau in Frauengestalt, unter den Dritten [dem dritten Geschlecht] ein Neutrum.“

Wort für Wort
puruṣeṣu ca rūpeṇa
und unter den Männern, der Gestalt nach (Lok.Pl.; Instr.)
puruṣas tvaṃ bhaviṣyasi
ein Mann du wirst sein (Fut.2.Sg.)
strīṣu strīrūpiṇī caiva
unter den Frauen von Frauengestalt (Lok.Pl.; Nom.f.)
tṛtīyeṣu napuṃsakam
unter den Dritten ein Neutrum (Lok.Pl.; Nom.)

saivam uktā mahārāja kṛtāñjalir uvāca ha; punar eva mahātmānaṃ neti deveśam avyayam

So angesprochen, Großkönig, sprach sie mit gefalteten Händen wiederum zu dem hochgesinnten, unvergänglichen Herrn der Götter: „Nein.“

Wort für Wort
saivam uktā mahārāja
sie, so angesprochen, Großkönig (Part.; Vok.)
kṛtāñjalir uvāca ha
mit gefalteten Händen sprach (Perf.)
punar eva mahātmānaṃ
wiederum zum Hochgesinnten (Akk.)
neti deveśam avyayam
„nein“, zum Herrn der Götter, Unvergänglichen (Akk.)

tām abravīt tadā devo mṛtyo saṃhara mānavān; adharmas te na bhavitā tathā dhyāsyāmy ahaṃ śubhe

Zu ihr sprach da der Gott: „Mṛtyu, raffe die Menschen dahin; Unrecht wird dir nicht sein, und ich werde es so [für dich] bedenken, Glückliche.“

Wort für Wort
tām abravīt tadā devo
zu ihr sprach da der Gott (Impf.)
mṛtyo saṃhara mānavān
Mṛtyu, raffe dahin die Menschen (Vok.; Imp.; Akk.Pl.)
adharmas te na bhavitā
Unrecht dir nicht wird sein (Fut.)
tathā dhyāsyāmy ahaṃ śubhe
so werde ich sinnen [?], ich, Glückliche (Fut.1.Sg.; Vok.)

dhyāsyāmi: ‚ich werde sinnen/sorgen‘, Sinn unsicher.

tvaṃ hi yattā ca yuktā ca pūrvotpannā ca bhāminī; anuśiṣṭā ca nirdoṣā tasmāt tvaṃ kuru me matam

„Denn du bist beherrscht und [zu diesem Werk] gefügt und früher entstanden, Schöne; unterwiesen und schuldlos: darum tu meinen Willen.“

Wort für Wort
tvaṃ hi yattā ca yuktā ca
denn du bist zurückgehalten und gefügt (Part.Pass.f.)
pūrvotpannā ca bhāminī
und früher entstanden, Schöne (Nom.f.)
anuśiṣṭā ca nirdoṣā
und unterwiesen, schuldlos (Nom.f.)
tasmāt tvaṃ kuru me matam
darum du tu meinen Willen (Imp.; Akk.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers der kritischen Ausgabe (Stern).

yān aśrubindūn patitān apaśyaṃ; ye pāṇibhyāṃ dhāritās te purastāt; te vyādhayo mānavān ghorarūpāḥ; prāpte kāle pīḍayiṣyanti mṛtyo

„Die Tränentropfen, die ich fallen sah, die von dir zuvor mit den Händen aufgefangen wurden, diese werden als Krankheiten von schrecklicher Gestalt die Menschen quälen, wenn die Zeit gekommen ist, Mṛtyu.“

Wort für Wort
yān aśrubindūn patitān apaśyam
welche Tränentropfen gefallen ich sah (Akk.Pl.; Impf.1.Sg.)
ye pāṇibhyāṃ dhāritās te purastāt
welche mit den Händen gehalten wurden, sie zuvor (Instr.Du.; Adv.)
te vyādhayo mānavān ghorarūpāḥ
diese, die Krankheiten, die Menschen, schrecklich gestaltet (Nom.Pl.; Akk.Pl.)
prāpte kāle pīḍayiṣyanti mṛtyo
wenn die Zeit gekommen ist, werden quälen, Mṛtyu (Lok. abs.; Fut.; Vok.)

sarveṣāṃ tvaṃ prāṇinām antakāle; kāmakrodhau sahitau yojayethāḥ; evaṃ dharmas tvām upaiṣyaty ameyo; na cādharmaṃ lapsyase tulyavṛttiḥ

„Bei allen Wesen sollst du zur Zeit des Endes Begierde und Zorn vereint einsetzen; so wird dir das unermessliche Dharma zuteilwerden, und du wirst kein Unrecht erlangen, da du gleichmäßig handelst.“

Wort für Wort
sarveṣāṃ tvaṃ prāṇinām antakāle
bei allen Wesen du, zur Zeit des Endes (Gen.Pl.; Lok.)
kāmakrodhau sahitau yojayethāḥ
Begierde und Zorn, vereint, sollst einsetzen (Nom.Du.; Opt.Med.)
evaṃ dharmas tvām upaiṣyaty ameyo
so wird das Dharma dich erreichen, unermesslich (Fut.; Nom.)
na cādharmaṃ lapsyase tulyavṛttiḥ
und nicht Unrecht wirst du erlangen, gleichmäßig handelnd (Fut.Med.; Nom.f.)

evaṃ dharmaṃ pālayiṣyasy athoktaṃ; na cātmānaṃ majjayiṣyasy adharme; tasmāt kāmaṃ rocayābhyāgataṃ tvaṃ; saṃyojyātho saṃharasveha jantūn

„So wirst du das genannte Dharma wahren und dich nicht ins Unrecht versenken; darum lass dir den [dir] zugekommenen Wunsch gefallen, verbinde [sie damit] und raffe hier die Wesen dahin.“

Wort für Wort
evaṃ dharmaṃ pālayiṣyasy athoktaṃ
so wirst du das Dharma wahren, wie gesagt (Fut.2.Sg.; Part.)
na cātmānaṃ majjayiṣyasy adharme
und dich nicht wirst versenken ins Unrecht (Kaus.Fut.; Lok.)
tasmāt kāmaṃ rocayābhyāgataṃ tvaṃ
darum den Wunsch, gekommenen, lass gefallen du (Imp.Kaus.; Akk.)
saṃyojyātho saṃharasveha jantūn
verbunden habend, dann raffe dahin hier die Wesen (Abs.; Imp.Med.; Akk.Pl.)

kāmam abhyāgatam: ‚den zugekommenen Wunsch/Begierde‘; Bezug unsicher.

sā vai tadā mṛtyusaṃjñāpadeśāc; chāpād bhītā bāḍham ity abravīt tam; atho prāṇān prāṇinām antakāle; kāmakrodhau prāpya nirmohya hanti

Da sagte sie, aus Furcht vor dem Fluch wegen der Bezeichnung ‚Mṛtyu‘, zu ihm: „Gut.“ Dann nimmt sie zur Todeszeit den Wesen die Lebenshauche, indem sie Begierde und Zorn erlangt, [sie] betört und tötet.

Wort für Wort
sā vai tadā mṛtyusaṃjñāpadeśāc
sie, ja, da, wegen der Benennung ‚Mṛtyu‘ (Abl.)
chāpād bhītā bāḍham ity abravīt tam
vor dem Fluch erschrocken, „gut“ sprach zu ihm (Abl.; Impf.)
atho prāṇān prāṇinām antakāle
dann die Lebenshauche der Wesen zur Todeszeit (Akk.Pl.; Gen.; Lok.)
kāmakrodhau prāpya nirmohya hanti
Begierde und Zorn erlangt, betört, tötet sie (Abs.; Abs.; 3.Sg.)

mṛtyor ye te vyādhayaś cāśrupātā; manuṣyāṇāṃ rujyate yaiḥ śarīram; sarveṣāṃ vai prāṇināṃ prāṇanānte; tasmāc chokaṃ mā kṛthā budhya buddhyā

„Die Krankheiten des Mṛtyu und die Tränenfälle, durch die der Körper der Menschen schmerzt, [sind bei] allen Wesen am Ende des Atmens [da]; darum grame dich nicht, begreife mit Einsicht.“

Wort für Wort
mṛtyor ye te vyādhayaś cāśrupātā
des Mṛtyu, welche Krankheiten und Tränenfälle (Gen.; Nom.Pl.)
manuṣyāṇāṃ rujyate yaiḥ śarīram
der Menschen es schmerzt durch welche der Körper (Gen.Pl.; Pass.; Instr.)
sarveṣāṃ vai prāṇināṃ prāṇanānte
aller Wesen am Ende des Atmens (Gen.Pl.; Lok.)
tasmāc chokaṃ mā kṛthā budhya buddhyā
darum Kummer nicht mache, begreife mit Einsicht (Aor.Inj. mit mā; Imp.; Instr.)

sarve devāḥ prāṇināṃ prāṇanānte; gatvā vṛttāḥ saṃnivṛttās tathaiva; evaṃ sarve mānavāḥ prāṇanānte; gatvāvṛttā devavad rājasiṃha

„Alle Götter gehen am Ende des Atmens der Wesen hin und kehren ebenso wieder zurück; so gehen alle Menschen am Ende des Atmens hin und kehren wieder, gleich den Göttern, Löwe unter den Königen.“

Wort für Wort
sarve devāḥ prāṇināṃ prāṇanānte
alle Götter am Ende des Atmens der Wesen (Nom.Pl.; Gen.Pl.; Lok.)
gatvā vṛttāḥ saṃnivṛttās tathaiva
gegangen, verfahren, zurückgekehrt ebenso (Abs.; Part.Pass.)
evaṃ sarve mānavāḥ prāṇanānte
so alle Menschen am Ende des Atmens (Nom.Pl.)
gatvāvṛttā devavad rājasiṃha
gegangen, zurückgekehrt, wie Götter, Löwe der Könige (Abs.; Part.; Vok.)

vāyur bhīmo bhīmanādo mahaujāḥ; sarveṣāṃ ca prāṇināṃ prāṇabhūtaḥ; nānāvṛttir dehināṃ dehabhede; tasmād vāyur devadevo viśiṣṭaḥ

„Vāyu, der furchtbare mit furchtbarem Laut, von großer Kraft, ist bei allen Wesen der Lebenshauch geworden; er wirkt mannigfach beim Zerfall der Verkörperten; darum ist Vāyu, der Gott der Götter, der Vorzüglichste.“

Wort für Wort
vāyur bhīmo bhīmanādo mahaujāḥ
Vāyu, furchtbar, mit furchtbarem Laut, gewaltig (Nom.)
sarveṣāṃ ca prāṇināṃ prāṇabhūtaḥ
und aller Wesen zum Lebenshauch geworden (Gen.Pl.; Nom.)
nānāvṛttir dehināṃ dehabhede
mannigfach wirkend, der Verkörperten beim Zerfall des Körpers (Nom.; Gen.Pl.; Lok.)
tasmād vāyur devadevo viśiṣṭaḥ
darum Vāyu, Gott der Götter, vorzüglich (Nom.)

sarve devā martyasaṃjñāviśiṣṭāḥ; sarve martyā devasaṃjñāviśiṣṭāḥ; tasmāt putraṃ mā śuco rājasiṃha; putraḥ svargaṃ prāpya te modate ha

„Alle Götter sind durch die Bezeichnung ‚Sterbliche‘ ausgezeichnet, alle Sterblichen durch die Bezeichnung ‚Götter‘; darum betrauere den Sohn nicht, Löwe unter den Königen; dein Sohn erfreut sich, nachdem er den Himmel erreicht hat.“

Wort für Wort
sarve devā martyasaṃjñāviśiṣṭāḥ
alle Götter, durch den Namen ‚Sterbliche‘ ausgezeichnet (Nom.Pl.)
sarve martyā devasaṃjñāviśiṣṭāḥ
alle Sterblichen, durch den Namen ‚Götter‘ ausgezeichnet (Nom.Pl.)
tasmāt putraṃ mā śuco rājasiṃha
darum den Sohn nicht betrauere, Löwe der Könige (Akk.; Imp. mit mā; Vok.)
putraḥ svargaṃ prāpya te modate ha
der Sohn, den Himmel erreicht, dein, freut sich (Abs.; Präs.Med.)

Wiedergabe von saṃjñāviśiṣṭāḥ (‚durch den Namen ausgezeichnet‘) wortnah; der Sinn ist der Wechsel der Bezeichnung.

evaṃ mṛtyur devasṛṣṭā prajānāṃ; prāpte kāle saṃharantī yathāvat; tasyāś caiva vyādhayas te 'śrupātāḥ; prāpte kāle saṃharantīha jantūn

So nimmt Mṛtyu, von Gott geschaffen, zur gekommenen Zeit die Geschöpfe gebührend hinweg; und ihre Krankheiten, jene Tränenfälle, raffen hier zur gekommenen Zeit die Wesen dahin.

Wort für Wort
evaṃ mṛtyur devasṛṣṭā prajānāṃ
so Mṛtyu, von Gott geschaffen, der Geschöpfe (Nom.f.; Gen.Pl.)
prāpte kāle saṃharantī yathāvat
zur gekommenen Zeit hinwegraffend, gebührend (Lok. abs.; Part.f.; Adv.)
tasyāś caiva vyādhayas te 'śrupātāḥ
und ihre Krankheiten, jene Tränenfälle (Gen.Sg.f.; Nom.Pl.)
prāpte kāle saṃharantīha jantūn
zur gekommenen Zeit raffen hier dahin die Wesen (Part.Nom.Pl.; Akk.Pl.)

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