Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Śāntiparva

Kapitel 113: uṣṭropākhyānam Die Geschichte vom Kamel, das aus Trägheit umkam, und die Lehre für den König

Bhīṣma beantwortet Yudhiṣṭhiras Frage nach dem rechten Verhalten des Königs mit der Fabel vom Kamel mit dem übermäßig langen Hals, das durch Trägheit sein Ende findet, und leitet daraus die Mahnung zu Klugheit, Selbstbeherrschung und Beratung durch gute Gefährten ab.

yudhiṣṭhira uvāca; kiṃ pārthivena kartavyaṃ kiṃ ca kṛtvā sukhī bhavet; tan mamācakṣva tattvena sarvaṃ dharmabhṛtāṃ vara

Yudhiṣṭhira sprach: „Was muss ein Herrscher tun, und was hat er getan, um glücklich zu sein? Das sage mir der Wahrheit gemäß in allem, du Bester unter den Stützen des Dharma.“

Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca
Yudhiṣṭhira sprach (3.Sg.Perf.)
kiṃ pārthivena kartavyaṃ
was ist vom Herrscher zu tun (Instr./Gerundiv)
kiṃ ca kṛtvā sukhī bhavet
und was getan habend möge er glücklich sein (Abs./3.Sg.Opt.)
tan mamācakṣva tattvena
das erkläre mir der Wahrheit gemäß (Imp. Med./Instr.)
sarvaṃ dharmabhṛtāṃ vara
alles, du Bester der Dharma-Träger (Akk./Vok.)

bhīṣma uvāca; hanta te 'haṃ pravakṣyāmi śṛṇu kāryaikaniścayam; yathā rājñeha kartavyaṃ yac ca kṛtvā sukhī bhavet

Bhīṣma sprach: „Wohlan, ich will es dir verkünden; höre, was sich auf ein einziges festes Ziel gründet: wie hier ein König handeln muss und was er getan haben muss, um glücklich zu sein.“

Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach (3.Sg.Perf.)
hanta te 'haṃ pravakṣyāmi
wohlan, dir werde ich verkünden (Part./Dat./1.Sg.Fut.)
śṛṇu kāryaikaniścayam
höre [das], dessen einziges Ziel das zu Tuende ist (Imp./Akk., Kompositum)
yathā rājñeha kartavyaṃ
wie vom König hier zu handeln ist (Instr./Gerundiv)
yac ca kṛtvā sukhī bhavet
und was getan habend er glücklich sein möge (Abs./Opt.)

kāryaikaniścayam: Komposita-Deutung unsicher; wörtlich etwa „einen einzigen Entschluss zum Tun betreffend“.

na tv evaṃ vartitavyaṃ sma yathedam anuśuśrumaḥ; uṣṭrasya sumahad vṛttaṃ tan nibodha yudhiṣṭhira

Doch man soll nicht so handeln, wie wir es hier überliefert gehört haben. Vernimm die sehr große Geschichte vom Kamel, Yudhiṣṭhira.

Wort für Wort
na tv evaṃ vartitavyaṃ sma
doch nicht so ist zu verfahren (Gerundiv/Partikel)
yathedam anuśuśrumaḥ
wie dies wir überliefert gehört haben (1.Pl.Perf.)
uṣṭrasya sumahad vṛttaṃ
des Kamels sehr große Begebenheit (Gen.Sg./Nom.-Akk.Sg.n.)
tan nibodha yudhiṣṭhira
diese vernimm, Yudhiṣṭhira (Imp./Vok.)

jātismaro mahān uṣṭraḥ prājāpatyayugodbhavaḥ; tapaḥ sumahad ātiṣṭhad araṇye saṃśitavrataḥ

Ein großes Kamel, das sich früherer Geburten erinnerte, entstanden im Zeitalter des Prajāpati, übte in der Wildnis sehr große Askese und hielt streng seine Gelübde.

Wort für Wort
jātismaro mahān uṣṭraḥ
ein großes Kamel, das sich früherer Geburten erinnerte (Nom.Sg.m.)
prājāpatyayugodbhavaḥ
im Zeitalter des Prajāpati entstanden (Nom.Sg.m., Kompositum)
tapaḥ sumahad ātiṣṭhad
sehr große Askese übte es aus (Akk./3.Sg.Impf.)
araṇye saṃśitavrataḥ
in der Wildnis, streng im Gelübde (Lok./Nom.)

tapasas tasya cānte vai prītimān abhavat prabhuḥ; vareṇa chandayām āsa tataś cainaṃ pitāmahaḥ

Am Ende seiner Askese wurde der Herr erfreut und der Großvater [Brahmā] wollte es daraufhin mit einer Gnadengabe beschenken.

Wort für Wort
tapasas tasya cānte vai
und am Ende seiner Askese fürwahr (Gen./Lok.)
prītimān abhavat prabhuḥ
wurde der Herr erfreut (Nom.Sg.m./3.Sg.Impf.)
vareṇa chandayām āsa
er lockte/beschenkte mit einer Gabe (Instr./Perf. periphr.)
tataś cainaṃ pitāmahaḥ
und darauf ihn der Großvater (Abl.adv./Akk./Nom.)

uṣṭra uvāca; bhagavaṃs tvatprasādān me dīrghā grīvā bhaved iyam; yojanānāṃ śataṃ sāgraṃ yā gacchec carituṃ vibho

Das Kamel sprach: „Herr, durch deine Gnade möge mir dieser Hals lang werden, sodass er hundert Yojanas und mehr weit reichen kann, um zu weiden, o Allmächtiger.“

Wort für Wort
uṣṭra uvāca
das Kamel sprach (3.Sg.Perf.)
bhagavaṃs tvatprasādān me
Erhabener, durch deine Gnade mir (Vok./Abl./Dat.-Gen.)
dīrghā grīvā bhaved iyam
lang möge dieser Hals werden (Nom.Sg.f./Opt.)
yojanānāṃ śataṃ sāgraṃ
hundert Yojanas samt einem Überschuss (Gen.Pl./Akk.)
yā gacchec carituṃ vibho
der [Hals], der reichen möge, um zu weiden, o Allmächtiger (Opt./Inf./Vok.)

carituṃ: „um zu weiden/umherzustreifen“; Lesart „weiden“ nach dem Zusammenhang.

bhīṣma uvāca; evam astv iti coktaḥ sa varadena mahātmanā; pratilabhya varaṃ śreṣṭhaṃ yayāv uṣṭraḥ svakaṃ vanam

Bhīṣma sprach: „So sei es!“, so vom hochherzigen Gabenspender angesprochen, empfing es die vortreffliche Gabe und ging in seinen eigenen Wald.

Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach (3.Sg.Perf.)
evam astv iti coktaḥ
„so sei es“, so angesprochen (Imp./Ptz.Pass.)
sa varadena mahātmanā
er vom gabenspendenden Hochherzigen (Nom./Instr.)
pratilabhya varaṃ śreṣṭhaṃ
empfangen habend die beste Gabe (Abs./Akk.)
yayāv uṣṭraḥ svakaṃ vanam
ging das Kamel in seinen eigenen Wald (3.Sg.Perf./Nom./Akk.)

sa cakāra tad ālasyaṃ varadānāt sa durmatiḥ; na caicchac carituṃ gantuṃ durātmā kālamohitaḥ

Doch aufgrund der Gabe verfiel er in Trägheit, der Törichte; der Böswillige, von der Zeit [dem Schicksal] Verblendete, wollte nicht umhergehen, um zu weiden.

Wort für Wort
sa cakāra tad ālasyaṃ
er tat diese Trägheit (Nom./3.Sg.Perf./Akk.)
varadānāt sa durmatiḥ
wegen der Gabenverleihung, er der Törichte (Abl./Nom.)
na caicchac carituṃ gantuṃ
und er wollte nicht umherziehen, gehen (3.Sg.Impf./Inf.)
durātmā kālamohitaḥ
der Böswillige, von der Zeit Verblendete (Nom.Sg.m.)

sa kadā cit prasāryaivaṃ tāṃ grīvāṃ śatayojanām; cacārāśrāntahṛdayo vātaś cāgāt tato mahān

Als es einmal so diesen hundert Yojanas langen Hals ausgestreckt hatte, streifte es mit unermüdetem Herzen umher; da kam ein gewaltiger Sturm auf.

Wort für Wort
sa kadā cit prasāryaivaṃ
er einmal, nachdem er ausgestreckt hatte so (Abs.)
tāṃ grīvāṃ śatayojanām
diesen hundert Yojanas langen Hals (Akk.Sg.f.)
cacārāśrāntahṛdayo
streifte umher, mit unermüdetem Herzen (3.Sg.Perf./Nom.)
vātaś cāgāt tato mahān
und ein Wind kam darauf, ein großer (Nom./3.Sg.Aor.)

aśrāntahṛdayaḥ: „unermüdet“ nach der Lesart aśrānta-; Zusammenhang mit dem Folgenden (Sturm) etwas abrupt.

sa guhāyāṃ śirogrīvaṃ nidhāya paśur ātmanaḥ; āstātha varṣam abhyāgāt sumahat plāvayaj jagat

Das Tier legte Kopf und Hals in eine Höhle [in Sicherheit] und blieb liegen; da brach ein sehr großer Regen herein, der die Welt überflutete.

Wort für Wort
sa guhāyāṃ śirogrīvaṃ
er in einer Höhle Kopf und Hals (Lok./Akk.)
nidhāya paśur ātmanaḥ
hineingelegt habend, das Tier, seinen eigenen (Abs./Nom./Gen.)
āstātha varṣam abhyāgāt
er blieb; da kam Regen herbei (3.Sg.Impf./Nom./3.Sg.Aor.)
sumahat plāvayaj jagat
sehr groß, die Welt überflutend (Nom.n./Ptz.Kaus.)

āstātha als āsta atha („blieb sitzen/liegen; da“) aufgefasst [?].

atha śītaparītāṅgo jambukaḥ kṣucchramānvitaḥ; sadāras tāṃ guhām āśu praviveśa jalārditaḥ

Da drang ein Schakal, dessen Glieder von der Kälte ergriffen waren und den Hunger und Erschöpfung plagten, mit seiner Gefährtin, vom Wasser bedrängt, rasch in jene Höhle ein.

Wort für Wort
atha śītaparītāṅgo jambukaḥ
da der Schakal, dessen Glieder von Kälte umfangen waren (Nom.)
kṣucchramānvitaḥ
von Hunger und Erschöpfung geplagt (Nom.)
sadāras tāṃ guhām āśu
mit seiner Gefährtin, jene Höhle rasch (Nom./Akk./Adv.)
praviveśa jalārditaḥ
trat ein, vom Wasser bedrängt (3.Sg.Perf./Nom.)

sa dṛṣṭvā māṃsajīvī tu subhṛśaṃ kṣucchramānvitaḥ; abhakṣayat tato grīvām uṣṭrasya bharatarṣabha

Der Fleischfresser, der [das Kamel] erblickte und über die Maßen von Hunger und Erschöpfung geplagt war, fraß darauf den Hals des Kamels, du Stier unter den Bharatas.

Wort für Wort
sa dṛṣṭvā māṃsajīvī tu
er, gesehen habend, vom Fleisch lebend aber (Abs./Nom.)
subhṛśaṃ kṣucchramānvitaḥ
über die Maßen von Hunger und Erschöpfung geplagt (Adv./Nom.)
abhakṣayat tato grīvām
er fraß darauf den Hals (3.Sg.Impf./Akk.)
uṣṭrasya bharatarṣabha
des Kamels, Stier der Bharatas (Gen./Vok.)

yadā tv abudhyatātmānaṃ bhakṣyamāṇaṃ sa vai paśuḥ; tadā saṃkocane yatnam akarod bhṛśaduḥkhitaḥ

Als aber das Tier merkte, dass es selbst gefressen wurde, bemühte es sich, tief bekümmert, den Hals zusammenzuziehen.

Wort für Wort
yadā tv abudhyatātmānaṃ
als aber es merkte sich selbst (Impf. Med./Akk.)
bhakṣyamāṇaṃ sa vai paśuḥ
gefressen werdend, das Tier fürwahr (Ptz.Pass./Nom.)
tadā saṃkocane yatnam
da im Zusammenziehen Mühe (Lok./Akk.)
akarod bhṛśaduḥkhitaḥ
machte es, sehr betrübt (3.Sg.Impf./Nom.)

yāvad ūrdhvam adhaś caiva grīvāṃ saṃkṣipate paśuḥ; tāvat tena sadāreṇa jambukena sa bhakṣitaḥ

Sooft das Tier den Hals nach oben und nach unten einzog, so oft wurde es von jenem Schakal samt dessen Gefährtin [weiter] gefressen.

Wort für Wort
yāvad ūrdhvam adhaś caiva
so weit nach oben und nach unten (Adv.)
grīvāṃ saṃkṣipate paśuḥ
den Hals zieht zusammen das Tier (3.Sg.Präs. Med./Nom.)
tāvat tena sadāreṇa
so weit von jenem mit Gefährtin (Instr.)
jambukena sa bhakṣitaḥ
vom Schakal wurde es gefressen (Instr./Ptz.Pass.)

sa hatvā bhakṣayitvā ca jambukoṣṭraṃ tatas tadā; vigate vātavarṣe ca niścakrāma guhāmukhāt

Der Schakal, der das Kamel getötet und verzehrt hatte, kam darauf hervor, als Wind und Regen vergangen waren, aus dem Höhleneingang hervor.

Wort für Wort
sa hatvā bhakṣayitvā ca
er, getötet und gefressen habend (Abs.)
jambuko ’ṣṭraṃ tatas tadā
der Schakal, das Kamel, darauf, damals (Nom./Akk./Adv.)
vigate vātavarṣe ca
und als Wind und Regen vergangen waren (Lok.abs.)
niścakrāma guhāmukhāt
trat hervor aus dem Höhleneingang (3.Sg.Perf./Abl.)

Überlieferte Form jambukoṣṭraṃ als jambuko ’ṣṭraṃ (Schakal, Kamel) aufgefasst [?].

evaṃ durbuddhinā prāptam uṣṭreṇa nidhanaṃ tadā; ālasyasya kramāt paśya mahad doṣam upāgatam

So fand das Kamel damals mit törichtem Verstand den Tod; sieh, welch großes Übel aus der Trägheit folgerichtig erwuchs.

Wort für Wort
evaṃ durbuddhinā prāptam
so von dem mit schlechtem Verstand erreicht (Ptz.Pass./Instr.)
uṣṭreṇa nidhanaṃ tadā
vom Kamel der Tod damals (Instr./Nom.n.)
ālasyasya kramāt paśya
aus der Trägheit der Reihe nach, sieh (Gen./Abl./Imp.)
mahad doṣam upāgatam
großes Übel eingetreten (Nom.n./Ptz.)

tvam apy etaṃ vidhiṃ tyaktvā yogena niyatendriyaḥ; vartasva buddhimūlaṃ hi vijayaṃ manur abravīt

Auch du: Lass diese Verfahrensweise fahren, sei durch Yoga [Sammlung] beherrscht in den Sinnen und handle so; denn Klugheit als Wurzel des Sieges, so hat Manu es gesagt.

Wort für Wort
tvam apy etaṃ vidhiṃ tyaktvā
auch du diese Weise aufgegeben habend (Abs.)
yogena niyatendriyaḥ
durch Yoga [mit] gezügelten Sinnen (Instr./Nom.)
vartasva buddhimūlaṃ hi
verhalte dich; auf Klugheit als Wurzel gegründet fürwahr (Imp. Med./Akk.)
vijayaṃ manur abravīt
den Sieg, Manu sagte (Akk./Nom./3.Sg.Impf.)

buddhiśreṣṭhāni karmāṇi bāhumadhyāni bhārata; tāni jaṅghājaghanyāni bhārapratyavarāṇi ca

Am besten sind die vom Verstand bestimmten Werke, o Bhārata; die vom Arm [Kraft] getragenen stehen in der Mitte, die von Schenkeln [Fußarbeit] bestimmten sind die geringsten und die Lastentragenden die niedrigsten.

Wort für Wort
buddhiśreṣṭhāni karmāṇi
die durch Verstand vortrefflichen Werke (Nom.Pl.n.)
bāhumadhyāni bhārata
die im Arm [ihre] Mitte habenden, Bhārata (Nom./Vok.)
tāni jaṅghājaghanyāni
diese, [die] durch Schenkel/Beine geringsten (Nom.Pl.n.)
bhārapratyavarāṇi ca
und die von der Last am niedrigsten (Nom.Pl.n.)

Rangfolge der Arbeitsformen; bāhumadhyāni: „in der Mitte stehend durch den Arm“ gedeutet.

rājyaṃ tiṣṭhati dakṣasya saṃgṛhītendriyasya ca; guptamantraśrutavataḥ susahāyasya cānagha

Die Herrschaft bleibt bei dem Geschickten und Sinnesbeherrschten, bei dem, der Geheimberatung wahrt und gelehrt ist, der gute Helfer hat, du Makelloser.

Wort für Wort
rājyaṃ tiṣṭhati dakṣasya
die Herrschaft besteht beim Geschickten (Nom./3.Sg.Präs./Gen.)
saṃgṛhītendriyasya ca
und beim, dessen Sinne gezügelt sind (Gen.)
guptamantraśrutavataḥ
beim, der Beratung geheim hält und Gelehrsamkeit hat (Gen.)
susahāyasya cānagha
und beim mit guten Helfern, Makelloser (Gen./Vok.)

asahāyavato hy arthā na tiṣṭhanti kadā cana

Denn Ziele, [wo] Helfer fehlen, bleiben nie bestehen.

Wort für Wort
asahāyavato hy arthā
denn bei dem ohne Helfer die Ziele/Güter (Gen./Nom.Pl.)
na tiṣṭhanti kadā cana
bleiben nicht bestehen, niemals (3.Pl.Präs./Adv.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften).

parīkṣyakāriṇo 'rthāś ca tiṣṭhantīha yudhiṣṭhira; sahāyayuktena mahī kṛtsnā śakyā praśāsitum

Und Dinge, die mit Prüfung getan werden, bleiben hier bestehen, Yudhiṣṭhira; wer Gefährten hat, vermag die ganze Erde zu beherrschen.

Wort für Wort
parīkṣyakāriṇo 'rthāś ca
und die Ziele des Prüfend-Handelnden (Gen./Nom.Pl.)
tiṣṭhantīha yudhiṣṭhira
bleiben hier bestehen, Yudhiṣṭhira (3.Pl./Vok.)
sahāyayuktena mahī kṛtsnā
von dem mit Helfern Verbundenen die ganze Erde (Instr./Nom.)
śakyā praśāsitum
ist zu beherrschen fähig (Gerundiv/Inf.)

parīkṣyakāriṇo 'rthāś: Konstruktion (Gen. des Prüfend-Handelnden) sinngemäß gedeutet [?].

idaṃ hi sadbhiḥ kathitaṃ vidhijñaiḥ; purā mahendrapratimaprabhāva; mayāpi coktaṃ tava śāstradṛṣṭyā; tvam atra yuktaḥ pracarasva rājan

Dies haben verständige Kenner der Ordnung gesagt, [du,] der du an Glanz Mahendra gleichst, vor alters; auch ich habe es dir nach der Sicht der Lehrbücher gesagt: Halte dich hierin gerüstet und handle, o König.

Wort für Wort
idaṃ hi sadbhiḥ kathitaṃ
dies fürwahr von Guten gesagt (Nom./Instr./Ptz.)
vidhijñaiḥ
von den Ordnungskundigen (Instr.Pl.)
purā mahendrapratimaprabhāva
vor Zeiten; dem Mahendra gleich an Macht (Adv./Vok.)
mayāpi coktaṃ tava śāstradṛṣṭyā
auch von mir gesagt, dir, nach der Sicht des Śāstra (Instr./Ptz./Dat./Instr.)
tvam atra yuktaḥ pracarasva rājan
du hierin gerüstet, verfahre, König (Nom./Lok./Imp. Med./Vok.)

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