Kapitel 112: gomāyuvyāghrasaṃvādaḥ
Der tugendhafte Schakal als Minister des Tigers und seine Verleumdung
Bhīṣmas Antwort auf Yudhiṣṭhiras Frage, wie man wahre und scheinbare Freunde erkennt: die Erzählung vom Schakal, der ein früheres Leben als König erinnert, dem Tiger als Ratgeber dient, von den alten Dienern durch untergeschobenes Fleisch verleumdet wird und schließlich aus Kränkung den Hungertod wählt.
Yudhiṣṭhira sprach: „Es gibt Unfreundliche in freundlicher Gestalt und Freundliche, die unfreundlich aussehen. Wie können wir solche Menschen erkennen, Vater?“
Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca
Yudhiṣṭhira sprach (Perf. 3.Sg.)
asaumyāḥ saumyarūpeṇa
Unfreundliche in freundlicher Gestalt (Nom.Pl. / Instr.Sg.)
saumyāś ca asaumyadarśinaḥ
und Freundliche, unfreundlich Aussehende (Nom.Pl.)
īdṛśān puruṣān tāta
solche Männer, Vater (Akk.Pl. / Vok.)
kathaṃ vidyāmahe vayam
wie können wir erkennen (Opt.Med. 1.Pl. von vid), wir
Vorzeiten war in der glanzvollen Stadt Purikā ein Stadtkönig [Paurika?], der Freude daran hatte, andere zu verletzen, grausam, der schlechteste unter den Männern.
Wort für Wort
purikāyāṃ puri purā
in Purikā, in der Stadt, vorzeiten (Lok.Sg. / Adv.)
śrīmatyāṃ pauriko nṛpaḥ
in der glanzvollen; Paurika [?], König (Lok.Sg.f. / Nom.Sg.)
parahiṃsāruciḥ krūraḥ
an der Verletzung anderer Gefallen findend, grausam (Nom.Sg.)
babhūva puruṣādhamaḥ
war (Perf. 3.Sg.), niedrigster der Männer (Nom.Sg.)
pauriko nṛpaḥ: Eigenname Paurika oder appellativ „Stadtkönig“, unsicher.
Bisweilen lebte er von Blättern, auch die Regeln und Gelübde der Zügelung befolgend; bisweilen fristete er sein Leben auch nur mit Wasser, [darin] ungebunden [?].
Wort für Wort
parṇāhāraḥ kadā cit ca
von Blättern sich nährend, und bisweilen (Nom.Sg.)
niyamavratavān api
auch Regeln und Gelübde besitzend (Nom.Sg.)
kadā cit udakena api
bisweilen auch nur mit Wasser (Instr.Sg.)
vartayan anuyantritaḥ
sich unterhaltend (Part.Präs.), zugelassen/gezügelt [?] (Nom.Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). anuyantritaḥ unsicher: „gezügelt“ oder „ungezügelt/frei“.
apramāṇaṃ prasūtir me śīlataḥ kriyate kulam; prārthayiṣye tu tat karma yena vistīryate yaśaḥ
„Die Abkunft ist mir kein Maßstab; durch das Verhalten wird das Geschlecht gemacht. Ich werde aber nach jenem Tun streben, durch das der Ruhm sich weit ausbreitet.
Wort für Wort
apramāṇaṃ prasūtiḥ me
kein Maßstab ist Abstammung für mich (Nom.Sg. / Gen.)
śīlataḥ kriyate kulam
durch Charakter wird Geschlecht gemacht (Abl. / Pass.3.Sg.)
prārthayiṣye tu tat karma
ich werde aber erstreben (Fut.Med.) jenes Tun (Akk.)
yena vistīryate yaśaḥ
wodurch sich ausbreitet (Pass. 3.Sg.) der Ruhm (Nom.)
śmaśāne yadi vāso me samādhir me niśāmyatām; ātmā phalati karmāṇi nāśramo dharmalakṣaṇam
Wenn ich auf dem Leichenfeld wohne, so beachtet meine Sammlung. Das Selbst ist es, das die Taten zur Frucht bringt [?]; ein Āśrama ist nicht das Kennzeichen des Dharma.
Wort für Wort
śmaśāne yadi vāsaḥ me
wenn auf dem Leichenfeld mein Wohnen [ist] (Lok. / Nom.)
samādhiḥ me niśāmyatām
meine Sammlung möge beachtet werden (Nom. / Imp.Pass.)
ātmā phalati karmāṇi
das Selbst trägt Frucht [an] den Taten / bringt Taten zur Frucht [?] (Nom. / 3.Sg.)
na āśramaḥ dharmalakṣaṇam
nicht der Āśrama [ist] das Kennzeichen des Dharma (Nom. / Nom.)
ātmā phalati karmāṇi: Konstruktion (phal intransitiv mit Akk.) unsicher.
āśrame yo dvijaṃ hanyād gāṃ vā dadyād anāśrame; kiṃ nu tat pātakaṃ na syāt tad vā dattaṃ vṛthā bhavet
Wer in einem Āśrama einen Brahmanen erschlüge oder außerhalb eines Āśrama eine Kuh schenkte: Wäre jenes etwa keine Sünde, oder wäre jene Gabe [dann] nicht vergeblich?
Wort für Wort
āśrame yaḥ dvijaṃ hanyāt
wer im Āśrama einen Zweimalgeborenen erschlüge (Lok. / Opt.)
gāṃ vā dadyāt anāśrame
oder eine Kuh gäbe, außerhalb eines Āśrama (Opt. / Lok.)
kiṃ nu tat pātakaṃ na syāt
wäre jenes etwa keine Sünde (Opt.)
tat vā dattaṃ vṛthā bhavet
oder wäre jenes Gegebene vergeblich (Part.Nom.n. / Opt.)
Der Sinn der rhetorischen Frage ist knapp; wörtlich wiedergegeben.
apratyayakṛtāṃ garhyām arthāpanayadūṣitām; iha cāmutra cāniṣṭāṃ tasmād vṛttiṃ na rocaye
Eine Lebensweise, die auf Misstrauen beruht, tadelnswert, durch Einbuße an Gütern befleckt, hier und im Jenseits unerwünscht: deshalb mag ich sie nicht.“
Wort für Wort
apratyayakṛtāṃ garhyām
durch Nichtvertrauen bewirkt, tadelnswert (Akk.Sg.f.)
arthāpanayadūṣitām
durch Wegnahme von Gütern befleckt (Akk.Sg.f.)
iha ca amutra ca aniṣṭām
hier und jenseits unerwünscht (Adv. / Akk.Sg.f.)
tasmāt vṛttiṃ na rocaye
deshalb mag ich die Lebensweise nicht (Abl. / Akk. / 1.Sg.Med.)
Ihn für rein und weise haltend, erwies ihm der Tiger, berühmt für seine Tapferkeit, eine Ehrung, wie sie ihm selbst zukam, und erhob ihn selbst zum Amt des Ratgebers.
Wort für Wort
tam śucim paṇḍitam matvā
ihn für rein [und] gelehrt gehalten habend (Abs.)
śārdūlaḥ khyātavikramaḥ
der Tiger, berühmt für Tapferkeit (Nom.Sg.)
kṛtvā ātmasadṛśām pūjām
nachdem er eine sich selbst gleiche Ehrung erwiesen (Abs. / Akk.Sg.)
sācivye avardhayat svayam
im Ministeramt ließ er [ihn] erstarken/erhob er selbst (Lok. / Imperf.Kaus.)
Wir gelten als scharf; das geben wir dir zu wissen. [Wir sind] zunächst milde, [dann aber] Schlagende, [zu deinem Nutzen?] [?], und du wirst Heil erlangen.“
Wort für Wort
tīkṣṇāḥ vayam iti khyātāḥ
scharf/hart [sind] wir, so bekannt (Nom.Pl. / Part.)
bhavataḥ jñāpayāmahe
wir geben dir zu wissen (Kaus.Med. 1.Pl.)
mṛdupūrvaṃ ghātinaḥ te
zuerst milde, dann Schlagende [?], dein [?] (Adv. / Nom.Pl. / Gen.)
śreyaḥ ca adhigamiṣyati
und Heil wird erlangen (Nom. / Fut. 3.Sg.)
Zeile 2 syntaktisch unklar (te, ghātinaḥ); die Wiedergabe ist unsicher.
na tv evaṃ mama saṃtoṣād rocate 'nyan mṛgādhipa; na kāmaye sukhān bhogān aiśvaryaṃ vā tvadāśrayam
Mir aber gefällt aus meiner Zufriedenheit heraus nichts anderes so, Herr der Tiere. Ich begehre weder angenehme Genüsse noch eine Herrschaft, die von dir abhängt.
Wort für Wort
na tu evam mama saṃtoṣāt
nicht aber so, aus meiner Zufriedenheit (Abl.)
rocate anyat mṛgādhipa
gefällt Anderes (3.Sg.Med.), Herr der Tiere (Vok.)
na kāmaye sukhān bhogān
nicht wünsche ich angenehme Genüsse (1.Sg.Präs. / Akk.Pl.)
aiśvaryaṃ vā tvadāśrayam
oder Herrschaft, die auf dich gestützt ist (Akk.Sg.)
dīrghadarśī mahotsāhaḥ sthūlalakṣyo mahābalaḥ; kṛtī cāmoghakartāsi bhāvyaiś ca samalaṃkṛtaḥ
Weitblickend, sehr tatkräftig, großzügig [?], sehr stark; erfolgreich und mit untrüglichem Tun bist du, und mit [Tugenden], wie sie sein sollen, geschmückt.
Wort für Wort
dīrghadarśī mahotsāhaḥ
weitblickend, sehr tatkräftig (Nom.Sg.)
sthūlalakṣyaḥ mahābalaḥ
großzügig/hochgesteckte Ziele [?], sehr stark (Nom.Sg.)
kṛtī ca amoghakartā asi
erfolgreich und unfehlbar Handelnder bist du
bhāvyaiḥ ca samalaṃkṛtaḥ
und mit Vorzüglichem [?] geschmückt (Instr.Pl. / Part.)
sthūlalakṣya und bhāvyaiḥ nicht sicher bestimmbar.
Ich aber bin mit dem Meinen zufrieden; ein mühsames Leben habe ich geführt. Auch im Dienen bin ich unerfahren, ein Waldbewohner, der nach eigenem Willen lebt.
Wort für Wort
kiṃ tu svena asmi saṃtuṣṭaḥ
doch mit dem Eigenen bin ich zufrieden (Instr. / Part.)
duḥkhā vṛttiḥ anuṣṭhitā
mühevolle Lebensweise ist geübt worden (Nom.Sg.f. / Part.Pass.)
sevāyāḥ ca api na abhijñaḥ
und im Dienst auch nicht erfahren (Gen. / Nom.)
svacchandena vanecaraḥ
nach eigenem Willen, im Wald Umherziehender (Instr. / Nom.)
rājopakrośadoṣāś ca sarve saṃśrayavāsinām; vanacaryā ca niḥsaṅgā nirbhayā niravagrahā
Und alle Missstände von Tadel und Zorn des Königs [gibt es] für die, die in der Abhängigkeit leben; das Leben im Wald aber ist ungebunden, furchtlos, ohne Zwang.
Wort für Wort
rājopakrośadoṣāḥ ca sarve
und alle Fehler der Rüge/des Zorns des Königs (Nom.Pl.)
madīyā mānanīyās te śrotavyaṃ ca hitaṃ vacaḥ; kalpitā yā ca te vṛttiḥ sā bhavet tava susthirā
Die Meinen sind von dir zu ehren, und ein heilsames Wort ist anzuhören; und die Versorgung, die dir [von mir] festgesetzt ist [?], soll dir fest bestehen.
Wort für Wort
madīyāḥ mānanīyāḥ te
die Meinen sind zu ehren von dir (Nom.Pl. / Gerundiv / Instr.-Dat.)
śrotavyam ca hitam vacaḥ
und zu hören ist ein heilsames Wort (Gerundiv)
kalpitā yā ca te vṛttiḥ
und die Lebensgrundlage, die dir festgesetzt [ist] (Part.f. / Gen.-Dat.)
eka ekena saṃgamya raho brūyāṃ hitaṃ tava; na ca te jñātikāryeṣu praṣṭavyo 'haṃ hitāhite
Einzeln, mit dir allein zusammenkommend, werde ich im Geheimen dir Heilsames sagen; und in den Angelegenheiten deiner Verwandten bin ich nicht nach Gutem und Schlechtem zu fragen.
Wort für Wort
ekaḥ ekena saṃgamya
einer, mit einem zusammengekommen (Abs.)
rahaḥ brūyām hitam tava
im Geheimen möge ich sagen Heilsames dir (Adv. / Opt.)
na ca te jñātikāryeṣu
und nicht in deinen Verwandtenangelegenheiten (Lok.Pl.)
praṣṭavyaḥ aham hitāhite
zu fragen bin ich, nach Gutem und Schlechtem (Gerundiv / Lok.)
mayā saṃmantrya paścāc ca na hiṃsyāḥ sacivās tvayā; madīyānāṃ ca kupito mā tvaṃ daṇḍaṃ nipātayeḥ
Und nachdem du dich mit mir beraten hast, sollst du danach die Minister nicht verletzen; und wenn du zornig bist, sollst du über die Meinen keine Strafe verhängen.
Wort für Wort
mayā saṃmantrya paścāt ca
mit mir beraten habend, und danach (Abs.)
na hiṃsyāḥ sacivāḥ tvayā
nicht sollen verletzt werden die Minister von dir (Pass.Opt. / Instr.)
madīyānām ca kupitaḥ
und über die Meinen, zornig (Gen.Pl. / Part.)
mā tvam daṇḍam nipātayeḥ
nicht sollst du Strafe fallen lassen (Prohib.-Aor./Opt.)
na cāpi sa mahāprājñas tasmād dhairyāc cacāla ha; athāsya samayaṃ kṛtvā vināśāya sthitāḥ pare
Aber auch der sehr Weise geriet dadurch nicht ins Wanken aus seiner Festigkeit. Da trafen die anderen eine Verabredung und standen zu seinem Untergang bereit.
Wort für Wort
na ca api saḥ mahāprājñaḥ
und auch er, der sehr Weise, nicht (Nom.)
tasmāt dhairyāt cacāla ha
wankte aus jener Festigkeit (Abl. / Perf.)
atha asya samayam kṛtvā
da, ihm gegenüber eine Verabredung getroffen habend (Abs.)
vināśāya sthitāḥ pare
zum Untergang standen bereit die anderen (Dat. / Part.Nom.Pl.)
Diese Übereinkunft wurde von ihm getroffen, als er in [deinen] Beistand eintrat: Keine Schädigung ist von dir hinzunehmen, König, der du hier Freundschaft wünschst.
Wort für Wort
samayo 'yaṃ kṛtas tena
diese Übereinkunft [ist] von ihm geschlossen (Nom.Sg.m.; Part.Perf.Pass.; Instr.)
sācivyam upagacchatā
der in den Beistand/das Ministeramt eintrat (Instr.Sg.m.; Part.Präs.)
nopaghātas tvayā grāhyo
keine Schädigung ist von dir hinzunehmen (Nom.Sg.m.; Gerundiv; Instr.)
rājan maitrīm ihecchatā
König, der du hier Freundschaft wünschst (Vok.Sg.; Akk.Sg.f.; Instr.Sg.m. Part.Präs.)
Der Sprecherbezug (Rede des Schakals bzw. Erzählung) ist im Kapitelzusammenhang nicht eindeutig; wörtlich übersetzt.
chidraṃ tu tasya tad dṛṣṭvā procus te pūrvamantriṇaḥ; sarveṣām eva so 'smākaṃ vṛttibhaṅgeṣu vartate
Als aber die früheren Minister diese Schwachstelle an ihm sahen, sagten sie: „Er verhält sich bei allen von uns so, dass er unseren Lebensunterhalt zerstört.“
Wort für Wort
chidraṃ tu tasya tad dṛṣṭvā
aber diese Lücke/Schwäche an ihm gesehen habend (Akk.Sg.n.; Abs.)
procus te pūrvamantriṇaḥ
sprachen jene früheren Minister (3.Pl.Perf.; Nom.Pl.m.)
sarveṣām eva so 'smākaṃ
bei uns allen, er (Gen.Pl.; Nom.Sg.m.; Gen.Pl. 1.Pers.)
vṛttibhaṅgeṣu vartate
tritt bei Zerstörungen des Unterhalts auf (Lok.Pl.m.; 3.Sg.Präs.Med.)
idaṃ cāsyedṛśaṃ karma vāllabhyena tu rakṣyate; śrutaś ca svāminā pūrvaṃ yādṛśo naiṣa tādṛśaḥ
„Und diese seine Tat wird durch [dein] Wohlwollen geschützt. Auch wurde von [unserem] Herrn früher gehört, wie er beschaffen sei: Er ist nicht so [wie er scheint].“
Wort für Wort
idaṃ cāsyedṛśaṃ karma
und diese solche Tat von ihm (Nom.Sg.n.)
vāllabhyena tu rakṣyate
aber durch Beliebtheit/Gunst wird geschützt (Instr.Sg.n.; 3.Sg.Präs.Pass.)
śrutaś ca svāminā pūrvaṃ
und gehört vom Herrn früher (Part.Perf.Pass.; Instr.Sg.m.)
yādṛśo naiṣa tādṛśaḥ
wie beschaffen [er ist]: dieser ist nicht so (Nom.Sg.m.)
Lesart und Bezug von śrutaś ca svāminā pūrvaṃ yādṛśo naiṣa tādṛśaḥ unsicher.
vāṅmātreṇaiva dharmiṣṭhaḥ svabhāvena tu dāruṇaḥ; dharmacchadmā hy ayaṃ pāpo vṛthācāraparigrahaḥ; kāryārthaṃ bhojanārtheṣu vrateṣu kṛtavāñ śramam
„Nur in Worten ist er tugendhaft, von Natur aber grausam. Dieser Übeltäter ist ein Heuchler der Rechtschaffenheit, der leere Bräuche angenommen hat; um seines Zweckes willen hat er sich bei Speisen und Gelübden Mühe gemacht.“
Wort für Wort
vāṅmātreṇaiva dharmiṣṭhaḥ
nur durch Worte tugendhaft (Instr.Sg.n.; Nom.Sg.m.)
svabhāvena tu dāruṇaḥ
von Natur aber grausam (Instr.Sg.m.; Nom.Sg.m.)
dharmacchadmā hy ayaṃ pāpo
denn dieser Sünder ist ein Rechtschaffenheitsheuchler (Nom.Sg.m.)
vṛthācāraparigrahaḥ
der nichtige Bräuche angenommen hat (Nom.Sg.m.; Kompositum)
kāryārthaṃ bhojanārtheṣu
um eines Zweckes willen, bei Speisezwecken (Akk.Sg.n. Adv.; Lok.Pl.m.)
vrateṣu kṛtavāñ śramam
bei Gelübden hat er Mühe aufgewendet (Lok.Pl.n.; Part.Perf.Akt.; Akk.Sg.m.)
Der Schluss der Zeile ist syntaktisch schwierig; wörtlich wiedergegeben.
yadi vipratyayo hy eṣa tad idaṃ darśayāma te; tanmāṃsaṃ caiva gomāyos tatkṣaṇāt tais tu ḍaukitam
„Wenn dies für dich unglaubwürdig ist, so zeigen wir es dir: Jenes Fleisch des Schakals ist eben in diesem Augenblick von ihnen [herbei]gebracht worden.“
Wort für Wort
yadi vipratyayo hy eṣa
wenn dies Unglaube/Zweifel ist (Nom.Sg.m.)
tad idaṃ darśayāma te
dann zeigen wir dir dies (1.Pl.Kaus.; Dat./Gen.Sg.)
tanmāṃsaṃ caiva gomāyos
und jenes Fleisch, des Schakals (Nom.Sg.n.; Gen.Sg.m.)
tatkṣaṇāt tais tu ḍaukitam
sogleich, von ihnen aber herbeigebracht (Abl.Sg.m.; Instr.Pl.; Part.Perf.Pass.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). ḍaukitam (Zusatzzeile) sinngemäß als „herbeigebracht“ gedeutet [?].
putra naitat tvayā grāhyaṃ kapaṭārambhasaṃvṛtam; karmasaṃgharṣajair doṣair duṣyaty aśucibhiḥ śuciḥ
„Mein Sohn, dies darfst du nicht hinnehmen, [da es] von Trugwerk umhüllt begonnen wurde. Durch Fehler, die aus dem Reiben der Ämter/Taten entstehen, wird der Reine von Unreinen befleckt.“
Wort für Wort
putra naitat tvayā grāhyaṃ
Sohn, dies ist nicht von dir anzunehmen (Vok.; Nom.Sg.n. Gerundiv)
kapaṭārambhasaṃvṛtam
von Betrugsanfang umhüllt (Nom.Sg.n.; Kompositum)
karmasaṃgharṣajair doṣair
durch Fehler, die aus Reibung/Rivalität im Amt entstehen (Instr.Pl.m.)
duṣyaty aśucibhiḥ śuciḥ
wird befleckt durch Unreine der Reine (3.Sg.Präs.; Instr.Pl.m.; Nom.Sg.m.)
Den Habgierigen sind Reine verhasst, den Furchtsamen die Tatkräftigen, den Toren die Gelehrten, den Armen die sehr Reichen, den Ungerechten die Rechtschaffenen, den Hässlichen die Schönen.
Wort für Wort
lubdhānāṃ śucayo dveṣyāḥ
den Gierigen sind Reine verhasst (Gen.Pl.; Nom.Pl.m.)
kātarāṇāṃ tarasvinaḥ
den Furchtsamen die Kraftvollen (Gen.Pl.; Nom.Pl.m.)
mūrkhāṇāṃ paṇḍitā dveṣyā
den Dummen sind Gelehrte verhasst
daridrāṇāṃ mahādhanāḥ
den Armen die sehr Reichen (Gen.Pl.; Nom.Pl.m.)
adhārmikāṇāṃ dharmiṣṭhā
den Ungerechten die Rechtschaffensten (Gen.Pl.; Nom.Pl.m.)
śūnyāt tac ca gṛhān māṃsaṃ yad adyāpahṛtaṃ tava; necchate dīyamānaṃ ca sādhu tāvad vimṛśyatām
Und jenes Fleisch, das heute aus einem leeren Haus von dir weggenommen wurde, wird auch [als] dargebotenes nicht gewollt: Das soll erst gut erwogen werden.
Wort für Wort
śūnyāt tac ca gṛhān māṃsaṃ
und jenes Fleisch aus dem leeren Haus (Abl.Sg.m./Pl.; Nom.Sg.n.)
yad adyāpahṛtaṃ tava
das heute weggenommen wurde, dein (Part.Perf.Pass.; Gen.Sg.)
necchate dīyamānaṃ ca
und wird nicht gewünscht, wenn es gegeben wird (3.Sg.Präs.Med.; Part.Präs.Pass.)
sādhu tāvad vimṛśyatām
gut soll erst erwogen werden (3.Sg.Imp.Pass.)
Text und Bezug (gṛhān, necchate) unsicher; sinngemäß wiedergegeben [?].
Es gibt Unwahres, das wie Wahres aussieht, und Wahres, das wie Unwahres erscheint; vielerlei Zustände werden gesehen, bei ihnen ist Prüfung angemessen.
Wort für Wort
asatyāḥ satyasaṃkāśāḥ
Unwahre, die dem Wahren gleichen (Nom.Pl.m.)
satyāś cāsatyadarśinaḥ
und Wahre, die unwahr erscheinen (Nom.Pl.m.)
dṛśyante vividhā bhāvās
es werden vielfältige Zustände gesehen (3.Pl.Präs.Pass.; Nom.Pl.m.)
teṣu yuktaṃ parīkṣaṇam
bei diesen ist Prüfung angemessen (Lok.Pl.; Nom.Sg.n.)
tasmāt pratyakṣadṛṣṭo 'pi yuktam arthaḥ parīkṣitum; parīkṣya jñāpayan hy arthān na paścāt paritapyate
Darum ist es angebracht, eine Sache auch dann zu prüfen, wenn sie mit eigenen Augen gesehen wurde; wer Dinge nach Prüfung mitteilt, bereut es später nicht.
Wort für Wort
tasmāt pratyakṣadṛṣṭo 'pi
darum auch [wenn] direkt gesehen (Abl.Sg.n.; Nom.Sg.m.)
yuktam arthaḥ parīkṣitum
angemessen ist es, die Sache zu prüfen (Nom.Sg.m.; Inf.)
parīkṣya jñāpayan hy arthān
denn nach Prüfung Angelegenheiten kundtuend (Abs.; Part.Präs.Kaus.; Akk.Pl.m.)
na duṣkaram idaṃ putra yat prabhur ghātayet param; ślāghanīyā ca varyā ca loke prabhavatāṃ kṣamā
„Es ist nicht schwer, mein Sohn, dass ein Herrscher einen anderen töten lässt; rühmlich aber und vortrefflich ist in der Welt die Nachsicht der Mächtigen.“
Wort für Wort
na duṣkaram idaṃ putra
nicht schwer ist dies, Sohn (Nom.Sg.n.; Vok.)
yat prabhur ghātayet param
dass ein Herr einen anderen töten lässt (Nom.Sg.m.; 3.Sg.Opt.Kaus.; Akk.Sg.m.)
ślāghanīyā ca varyā ca
und rühmenswert und vortrefflich (Nom.Sg.f.)
loke prabhavatāṃ kṣamā
in der Welt die Nachsicht der Machthabenden (Lok.Sg.; Gen.Pl.; Nom.Sg.f.)
sthāpito 'yaṃ putra tvayā sāmanteṣv adhi viśrutaḥ; duḥkhenāsādyate pātraṃ dhāryatām eṣa te suhṛt
„Dieser, mein Sohn, wurde von dir eingesetzt und ist unter den Nachbarfürsten berühmt. Ein [würdiges] Gefäß ist nur mit Mühe zu finden; er soll dein Freund bleiben, [halte ihn fest].“
Wort für Wort
sthāpito 'yaṃ putra tvayā
eingesetzt ist dieser, Sohn, von dir (Part.Perf.Kaus.Pass.; Instr.)
sāmanteṣv adhi viśrutaḥ
bei den Nachbarfürsten weithin bekannt (Lok.Pl.m.; Nom.Sg.m.)
duḥkhenāsādyate pātraṃ
mit Mühe wird ein geeignetes Gefäß/Träger gefunden (Instr.Sg.n.; 3.Sg.Präs.Pass.; Nom.Sg.n.)
dhāryatām eṣa te suhṛt
er soll gehalten werden, dieser dein Freund (3.Sg.Imp.Pass.; Nom.Sg.m.)
dūṣitaṃ paradoṣair hi gṛhṇīte yo 'nyathā śucim; svayaṃ saṃdūṣitāmātyaḥ kṣipram eva vinaśyati
„Wer einen durch fremde Fehler Befleckten fälschlich für rein hält [oder: einen Reinen fälschlich für befleckt hält], dessen Minister sind selbst verdorben, und er geht schnell zugrunde.“
Wort für Wort
dūṣitaṃ paradoṣair hi
denn einen durch Fehler anderer Beschuldigten (Akk.Sg.m.; Instr.Pl.m.)
gṛhṇīte yo 'nyathā śucim
wer anders auffasst den Reinen (3.Sg.Präs.Med.; Akk.Sg.m.)
svayaṃ saṃdūṣitāmātyaḥ
selbst mit verdorbenen Ministern (Nom.Sg.m.; Bahuvrīhi)
kṣipram eva vinaśyati
geht schnell zugrunde (3.Sg.Präs.)
Sinn der ersten Vershälfte (Bezug von dūṣitam und śucim) nicht eindeutig [?].
anujñāpya mṛgendraṃ tu gomāyur nītiśāstravit; tenāmarṣeṇa saṃtaptaḥ prāyam āsitum aicchata
Der Schakal aber, der in der Staatskunst Bewanderte, nahm vom Tierfürsten Abschied und wollte, vom Groll verbrannt, den Tod durch Fasten [bis zum Ende] erwählen.
Wort für Wort
anujñāpya mṛgendraṃ tu
nachdem er den Tierfürsten um Erlaubnis gebeten hatte (Abs.Kaus.; Akk.Sg.m.)
gomāyur nītiśāstravit
der Schakal, Kenner der Staatslehre (Nom.Sg.m.)
tenāmarṣeṇa saṃtaptaḥ
von diesem Groll gequält (Instr.Sg.m.; Part.Perf.Pass.)
prāyam āsitum aicchat
wollte sich zum Todesfasten niederlassen (Akk.Sg.m.; Inf.; 3.Sg.Impf.)
śārdūlas tatra gomāyuṃ snehāt prasrutalocanaḥ; avārayat sa dharmiṣṭhaṃ pūjayā pratipūjayan
Da hielt der Tiger den Schakal, der rechtschaffen war, mit tränenden Augen aus Zuneigung zurück, indem er ihn mit Ehrerweisung [für seine Ehrung] vergalt.
Wort für Wort
śārdūlas tatra gomāyuṃ
der Tiger dort den Schakal (Nom.Sg.m.; Akk.Sg.m.)
snehāt prasrutalocanaḥ
aus Zuneigung, mit tränenden Augen (Abl.Sg.m.; Nom.Sg.m.)
avārayat sa dharmiṣṭhaṃ
hielt zurück, er, den Rechtschaffensten (3.Sg.Impf.Kaus.; Akk.Sg.m.)
pūjayā pratipūjayan
mit Ehrung Gegenehrung erweisend (Instr.Sg.f.; Part.Präs.)
„Früher wurde ich von dir geehrt, danach aber missachtet; ich wurde zur Wohnstatt anderer gemacht [den Feinden ausgeliefert?]; ich verdiene es nicht, bei dir zu bleiben.“
Wort für Wort
pūjito 'haṃ tvayā pūrvaṃ
geehrt bin ich von dir früher (Part.Perf.Pass.; Instr.)
paścāc caiva vimānitaḥ
und danach missachtet (Part.Perf.Pass.)
pareṣām āspadaṃ nīto
zum Ort/Ziel für andere gemacht [?] (Gen.Pl.; Nom.Sg.n.; Part.Perf.Pass.)
vastuṃ nārhāmy ahaṃ tvayi
zu wohnen verdiene ich nicht bei dir (Inf.; 1.Sg.Präs.; Lok.)
pareṣām āspadaṃ nītaḥ: „zur Zielscheibe der Feinde gemacht“ ebenfalls möglich [?].
„Diejenigen Diener, die zufrieden sind mit dem Eigenen, die aus ihrer Stellung gefallen sind, die aus der Ehre herabgesetzt wurden, und die selbst [zu anderen] gebracht wurden oder von anderen abgeworben wurden,“
Wort für Wort
svasaṃtuṣṭāś cyutāḥ sthānān
mit sich Zufriedene, aus der Stellung Gefallene (Nom.Pl.m.; Abl.Sg.n.)
mānāt pratyavaropitāḥ
von der Ehre herabgesetzt (Abl.Sg.m.; Part.Perf.Kaus.Pass.)
svayaṃ copahṛtā bhṛtyā
und selbst herbeigeführt/hinübergegangen, Diener (Part.Perf.Pass.; Nom.Pl.m.)
ye cāpy upahṛtāḥ paraiḥ
und die, die von anderen abgeworben wurden (Nom.Pl.m.; Instr.Pl.m.)
Satz setzt sich in 80–81 fort; Hauptsatz: „sie alle sind Werkzeuge der Feinde“.
parikṣīṇāś ca lubdhāś ca krūrāḥ kārābhitāpitāḥ; hṛtasvā mānino ye ca tyaktopāttā mahepsavaḥ
„die Verarmten, die Habgierigen, die Grausamen, die von Steuerlast Geplagten, die Ihres Besitzes Beraubten, die Stolzen, die Verlassenen und wieder Angenommenen, die nach Großem Strebenden,“
Wort für Wort
parikṣīṇāś ca lubdhāś ca
und die Verarmten und Gierigen (Nom.Pl.m.)
krūrāḥ kārābhitāpitāḥ
Grausame, durch Abgaben/Fron Gequälte (Nom.Pl.m.)
hṛtasvā mānino ye ca
die ihres Eigentums Beraubten und die Stolzen (Nom.Pl.m.)
tyaktopāttā mahepsavaḥ
Verlassene und wieder Angenommene, nach Großem Trachtende (Nom.Pl.m.)
saṃtāpitāś ca ye ke cid vyasanaughapratīkṣiṇaḥ; antarhitāḥ sopahitāḥ sarve te parasādhanāḥ
„und die irgendwie Gequälten, die auf die Flut des Unglücks Wartenden, die Verborgenen und die Beigesetzten: sie alle sind Werkzeuge anderer [Feinde].“
avamānena yuktasya sthāpitasya ca me punaḥ; kathaṃ yāsyasi viśvāsam aham eṣyāmi vā punaḥ
„Wie wirst du Vertrauen [zu mir] fassen, da ich mit Missachtung behaftet bin und [doch] wieder eingesetzt wurde? Oder wie soll ich [zu dir] wieder kommen?“
Wort für Wort
avamānena yuktasya
dessen, der mit Missachtung verbunden ist (Instr.Sg.m.; Gen.Sg.m.)
sthāpitasya ca me punaḥ
und wieder eingesetzten, meiner (Part.Perf.Kaus.Pass.; Gen.Sg.)
kathaṃ yāsyasi viśvāsam
wie wirst du zu Vertrauen gelangen (3.Sg.Fut.; Akk.Sg.m.)
aham eṣyāmi vā punaḥ
oder werde ich wieder kommen (1.Sg.Fut.)
Die Verbformen sind syntaktisch schwierig; sinngemäß wiedergegeben [?].
„Von wem zuerst in der Versammlung gesagt wurde, er sei tugendhaft, dessen Untauglichkeit darf man nicht nennen, wenn man sein Versprechen wahren will.“
Wort für Wort
prathamaṃ yaḥ samākhyātaḥ
wer zuerst bezeichnet wurde (Nom.Sg.m.; Part.Perf.Pass.)
śīlavān iti saṃsadi
als charaktervoll in der Versammlung (Nom.Sg.m.; Lok.Sg.f.)
na vācyaṃ tasya vaiguṇyaṃ
nicht zu sagen ist dessen Untüchtigkeit (Nom.Sg.n.; Gerundiv; Gen.)
pratijñāṃ parirakṣatā
von dem, der das Versprechen bewahrt (Akk.Sg.f.; Instr.Sg.m.)
„Wie wirst du Vertrauen zu einem hier auf diese Weise Missachteten fassen? Und wenn dir [gegenüber] kein Vertrauen besteht, wird in mir Unruhe entstehen.“
Wort für Wort
evaṃ cāvamatasyeha
und so bei einem hier Missachteten (Gen.Sg.m.)
viśvāsaṃ kiṃ prayāsyasi
Vertrauen, wie wirst du gewinnen [?] (Akk.Sg.m.; 2.Sg.Fut.)
tvayi caiva hy aviśvāse
und eben bei dir, denn im Nichtvertrauen (Lok.Sg.m.)
„Du bist argwöhnisch, ich bin voller Furcht; die anderen spähen nach Lücken, sind lieblos und schwer zufriedenzustellen, und diese Angelegenheit ist voller Ränke.“
Wort für Wort
śaṅkitas tvam ahaṃ bhītaḥ
du [bist] argwöhnisch, ich ängstlich (Nom.Sg.m.)
pare chidrānudarśinaḥ
die anderen, auf Schwächen achtend (Nom.Pl.m.)
asnigdhāś caiva dustoṣāḥ
und lieblos, schwer zufriedenzustellen (Nom.Pl.m.)
duḥkhena śleṣyate bhinnaṃ śliṣṭaṃ duḥkhena bhidyate; bhinnaśliṣṭā tu yā prītir na sā snehena vartate
„Mühsam wird das Getrennte verbunden, mühsam das Verbundene getrennt; die Zuneigung aber, die nach Bruch wieder verbunden ist, besteht nicht aus [echter] Liebe.“
Wort für Wort
duḥkhena śleṣyate bhinnaṃ
mit Mühe wird das Gebrochene verbunden (Instr.Sg.n.; 3.Sg.Präs.Pass.; Nom.Sg.n.)
śliṣṭaṃ duḥkhena bhidyate
das Verbundene wird mit Mühe getrennt (Nom.Sg.n.; 3.Sg.Präs.Pass.)
bhinnaśliṣṭā tu yā prītir
aber die Zuneigung, die gebrochen und wieder verbunden ist (Nom.Sg.f.)
na sā snehena vartate
die besteht nicht aus/mit Zuneigung (Instr.Sg.m.; 3.Sg.Präs.Med.)
kaś cid eva hi bhītas tu dṛśyate na parātmanoḥ; kāryāpekṣā hi vartante bhāvāḥ snigdhās tu durlabhāḥ
„Ein Einziger wird gesehen, der nur aus Furcht [handelt], nicht aber [um] beider Selbst; die Wesen richten sich nach dem Nutzen; Liebevolle aber sind selten.“
Wort für Wort
kaś cid eva hi bhītas tu
ein Einzelner, der nur aus Furcht (Nom.Sg.m.; Nom.Sg.m.)
dṛśyate na parātmanoḥ
wird gesehen, nicht bei zweien, dem Anderen und sich (3.Sg.Präs.Pass.; Gen./Lok.Du.)
kāryāpekṣā hi vartante
denn auf Zweck bedacht handeln (Nom.Pl.f.; 3.Pl.Präs.Med.)
bhāvāḥ snigdhās tu durlabhāḥ
die Wesen; Liebevolle aber sind schwer zu finden (Nom.Pl.m.)
Erste Vershälfte syntaktisch schwierig; sinngemäß wiedergegeben [?].
akasmāt prakriyā nṝṇām akasmāc cāpakarṣaṇam; śubhāśubhe mahattvaṃ ca prakartuṃ buddhilāghavāt
„Ohne Grund [kommt] bei Menschen Beförderung, ohne Grund Herabsetzung; und Großes an Gutem und Schlechtem zu bewirken [liegt] an der Leichtfertigkeit des Verstandes.“
Wort für Wort
akasmāt prakriyā nṝṇām
ohne Ursache Vorgehen/Beförderung bei Menschen (Abl. Adv.; Nom.Sg.f.; Gen.Pl.)
akasmāc cāpakarṣaṇam
und ohne Ursache Herabsetzung (Nom.Sg.n.)
śubhāśubhe mahattvaṃ ca
und Größe im Guten und Schlechten (Lok.Du.n.; Nom.Sg.n.)
prakartuṃ buddhilāghavāt
zu bewirken, wegen Leichtigkeit/Leichtfertigkeit des Verstandes (Inf.; Abl.Sg.n.)
prakriyā hier eher „Vorgehen/Behandlung“; Sinn der Strophe unsicher [?].
Nachdem er so vielfältig Begütigendes gesprochen hatte, das um Recht und Nutzen willen Gründe enthielt, und den König versöhnt hatte, ging der Schakal in den Wald.
Wort für Wort
evaṃ bahuvidhaṃ sāntvam
so vielfältige Beschwichtigung (Akk.Sg.n.)
uktvā dharmārthahetumat
gesprochen habend, mit Gründen aus Dharma und Nutzen (Abs.; Akk.Sg.n.)
prasādayitvā rājānaṃ
den König versöhnt habend (Abs.Kaus.; Akk.Sg.m.)
gomāyur vanam abhyagāt
der Schakal ging zum Wald (Nom.Sg.m.; Akk.Sg.n.; 3.Sg.Aor.)