Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Śāntiparva

Kapitel 260: kapilasyūmaraśmisaṃvāda Das Gespräch zwischen Kapila und der Kuh (Syūmaraśmi) über Vedaopfer und Entsagung

Auf Yudhiṣṭhiras Frage, ob Hausstand oder Entsagung höher stehe, erzählt Bhīṣma das Gespräch des Asketen Kapila mit dem in eine Kuh eingegangenen Seher Syūmaraśmi, der die Notwendigkeit des Opfers verteidigt.

yudhiṣṭhira uvāca; avirodhena bhūtānāṃ tyāgaḥ ṣāḍguṇyakārakaḥ; yaḥ syād ubhayabhāg dharmas tan me brūhi pitāmaha

Yudhiṣṭhira sprach: „Der Verzicht [auf das Gebundensein] an die Wesen, der ohne Widerstreit [gegen sie] geschieht und die Sechsheit [der Vorzüge] bewirkt [?] – welche Pflicht hat an beidem Anteil? Das sage mir, Großvater.“

Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca
Yudhiṣṭhira sprach (Perf.3.Sg.)
avirodhena bhūtānāṃ
ohne Widerstreit (Instr.) gegenüber den Wesen (Gen.Pl.)
tyāgaḥ ṣāḍguṇyakārakaḥ
Verzicht (Nom.), die Sechsheit [der Vorzüge] bewirkend (Kompositum)
yaḥ syād ubhayabhāg dharmaḥ
welche Pflicht (Nom.) an beidem teilhat (Opt.3.Sg. von as)
tan me brūhi pitāmaha
das sage mir (Imp.), Großvater (Vok.)

tyāga und ṣāḍguṇya sind hier knapp gesetzt; der Bezug der ‚Sechsheit‘ ist unsicher.

gārhasthyasya ca dharmasya tyāgadharmasya cobhayoḥ; adūrasaṃprasthitayoḥ kiṃ svic chreyaḥ pitāmaha

„Von der Hauspflicht und der Pflicht der Entsagung, beiden, die [einander] nicht fern [zum Ziel] aufbrechen [?] – was von beidem ist besser, Großvater?“

Wort für Wort
gārhasthyasya ca dharmasya
und der Pflicht des Hausvaterstandes (Gen.Sg.)
tyāgadharmasya ca ubhayoḥ
und der Pflicht der Entsagung (Gen.Sg.), beider (Gen.Du.)
adūrasaṃprasthitayoḥ
die nicht fern aufgebrochen sind / nah beieinander ausgehen (Gen.Du., Part.Perf.Pass.)
kiṃ svit śreyaḥ pitāmaha
was wohl [ist] besser (Nom.n.), Großvater (Vok.)

bhīṣma uvāca; ubhau dharmau mahābhāgāv ubhau paramaduścarau; ubhau mahāphalau tāta sadbhir ācaritāv ubhau

Bhīṣma sprach: „Beide Pflichten, Hochherziger, sind höchst schwer auszuüben; beide tragen große Frucht, Lieber, beide werden von den Guten geübt.“

Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach (Perf.3.Sg.)
ubhau dharmau mahābhāgau
beide Pflichten (Nom.Du.), hochherzig/vortrefflich (Nom.Du.)
ubhau paramaduścarau
beide höchst schwer zu üben (Nom.Du.)
ubhau mahāphalau tāta
beide von großer Frucht (Nom.Du.), Lieber (Vok.)
sadbhir ācaritau ubhau
von Guten (Instr.Pl.) geübt (Part.Perf.Pass.), beide (Nom.Du.)

atra te vartayiṣyāmi prāmāṇyam ubhayos tayoḥ; śṛṇuṣvaikamanāḥ pārtha chinnadharmārthasaṃśayam

„Hierzu will ich dir die Maßgeblichkeit beider darlegen; höre einmütig zu, Pārtha, damit dir der Zweifel über Pflicht und Nutzen zerschnitten ist.“

Wort für Wort
atra te vartayiṣyāmi
hierzu dir (Dat./Gen.) werde ich darlegen (Fut.1.Sg. Kaus.)
prāmāṇyam ubhayos tayoḥ
die Maßgeblichkeit (Akk.) beider (Gen.Du.) jener
śṛṇuṣva ekamanāḥ pārtha
höre (Imp.Med.) einmütig (Nom.), Pārtha (Vok.)
chinnadharmārthasaṃśayam
[so dass] der Zweifel an Pflicht und Nutzen zerschnitten ist (Bahuvrīhi, Akk.)

atrāpy udāharantīmam itihāsaṃ purātanam; kapilasya goś ca saṃvādaṃ tan nibodha yudhiṣṭhira

„Auch hierzu führt man diese alte Erzählung an: das Gespräch des Kapila und einer Kuh. Das vernimm, Yudhiṣṭhira.“

Wort für Wort
atra api udāharanti imam
auch hierzu führt man an (3.Pl.Präs.) diese (Akk.)
itihāsaṃ purātanam
Erzählung (Akk.), alte (Akk.)
kapilasya goḥ ca saṃvādam
des Kapila (Gen.) und der Kuh (Gen.) Gespräch (Akk.)
tat nibodha yudhiṣṭhira
das vernimm (Imp.2.Sg.), Yudhiṣṭhira (Vok.)

āmnāyam anupaśyan hi purāṇaṃ śāśvataṃ dhruvam; nahuṣaḥ pūrvam ālebhe tvaṣṭur gām iti naḥ śrutam

„Auf die Überlieferung blickend, die ewig, alt und fest ist, nahm Nahuṣa einst eine Kuh des Tvaṣṭṛ [zum Opfer] auf [?] – so haben wir gehört.“

Wort für Wort
āmnāyam anupaśyan hi
die Überlieferung (Akk.) betrachtend (Part.Präs.), fürwahr
purāṇaṃ śāśvataṃ dhruvam
alt, ewig, fest (Akk.n.)
nahuṣaḥ pūrvam ālebhe
Nahuṣa (Nom.), zuvor, ergriff/nahm (Perf.Med.3.Sg.)
tvaṣṭuḥ gām iti naḥ śrutam
des Tvaṣṭṛ (Gen.) Kuh (Akk.), so von uns (Gen.Pl.) gehört (Part.Perf.Pass.)

ālebhe (ā-labh) kann ‚ergreifen‘ oder ‚[zum Opfer] nehmen‘ bedeuten; die Handlung ist nicht sicher.

tāṃ niyuktām adīnātmā sattvasthaḥ samaye rataḥ; jñānavān niyatāhāro dadarśa kapilas tadā

Sie, die [dazu] bestimmt war, sah damals Kapila, unverzagten Sinnes, in Klarheit [sattva] gegründet, dem Brauch ergeben, wissend, maßvoll in der Nahrung.

Wort für Wort
tāṃ niyuktām
sie (Akk.f.), eingesetzt/bestimmt (Part.Perf.Pass.Akk.f.)
adīnātmā sattvasthaḥ
unverzagten Sinnes, in Sattva stehend (Nom.)
samaye rataḥ
am Brauch/Vertrag erfreut (Nom., Lok.)
jñānavān niyatāhāraḥ
wissend, maßvoll in der Nahrung (Nom.)
dadarśa kapilaḥ tadā
sah (Perf.3.Sg.), Kapila (Nom.), damals

sa buddhim uttamāṃ prāpto naiṣṭhikīm akutobhayām; smarāmi śithilaṃ satyaṃ vedā ity abravīt sakṛt

Er, zur höchsten, auf das Endziel gerichteten, von überallher furchtlosen Einsicht gelangt, sagte einmal: „Ich erinnere mich: locker [ist] die Wahrheit [der] Veden“ [?].

Wort für Wort
sa buddhim uttamāṃ prāptaḥ
er, zu höchster Einsicht (Akk.) gelangt (Part.Perf.Pass.)
naiṣṭhikīm akutobhayām
auf das Endziel gerichtet (Akk.f.), von nirgendwo Furcht kennend (Akk.f.)
smarāmi śithilaṃ satyam
ich erinnere mich (1.Sg.Präs.), locker (Akk.n.), Wahrheit (Akk.n.)
vedāḥ iti abravīt sakṛt
‚die Veden‘, so sprach er (Impf.3.Sg.), einmal

Die Satzgliederung von smarāmi śithilaṃ satyaṃ vedā ity ist unklar; mehrere Lesarten möglich.

tāṃ gām ṛṣiḥ syūmaraśmiḥ praviśya yatim abravīt; haṃho vedā yadi matā dharmāḥ kenāpare matāḥ

Der Seher Syūmaraśmi trat in jene Kuh ein und sprach den Asketen an: „He! Wenn die Veden als Pflicht gelten – wodurch gelten dann die anderen [Pflichten]?“

Wort für Wort
tāṃ gām ṛṣiḥ syūmaraśmiḥ
in diese Kuh (Akk.), der Seher (Nom.) Syūmaraśmi
praviśya yatim abravīt
eingetreten (Abs.), den Asketen (Akk.) sprach er an (Impf.)
haṃho vedāḥ yadi matāḥ dharmāḥ
he! die Veden (Nom.), wenn sie als Pflichten (Nom.) gelten (Part.Perf.Pass.)
kena apare matāḥ
wodurch (Instr.) [gelten] andere (Nom.Pl.) als solche

tapasvino dhṛtimataḥ śrutivijñānacakṣuṣaḥ; sarvam ārṣaṃ hi manyante vyāhṛtaṃ viditātmanaḥ

„Die Asketen, standhaft, mit dem Auge der Überlieferung und Erkenntnis, die den Selbst Erkennenden – sie halten alles vom Seher Verkündete [für maßgeblich].“

Wort für Wort
tapasvinaḥ dhṛtimataḥ
die Asketen (Nom.Pl.), standhaften (Nom.Pl.)
śrutivijñānacakṣuṣaḥ
mit dem Auge der Überlieferung und Erkenntnis (Nom.Pl.)
sarvam ārṣaṃ hi manyante
alles vom Seher Stammende (Akk.), fürwahr, halten sie [dafür] (3.Pl.Med.)
vyāhṛtaṃ viditātmanaḥ
Verkündetes (Part.Akk.), die das Selbst erkannt haben (Nom.Pl.)

tasyaivaṃ gatatṛṣṇasya vijvarasya nirāśiṣaḥ; kā vivakṣāsti vedeṣu nirārambhasya sarvaśaḥ

„Für ihn, der so vom Durst befreit, fieberlos, ohne Wünsche, ohne jedes Beginnen ist – welche Redeabsicht besteht da noch in Bezug auf die Veden?“

Wort für Wort
tasya evaṃ gatatṛṣṇasya
seiner (Gen.), so von Durst befreit (Gen.)
vijvarasya nirāśiṣaḥ
fieberlos (Gen.), wunschlos (Gen.)
kā vivakṣā asti vedeṣu
welche Redeabsicht (Nom.) ist da, in den Veden (Lok.)
nirārambhasya sarvaśaḥ
des ohne Beginnen (Gen.), gänzlich

kapila uvāca; nāhaṃ vedān vinindāmi na vivakṣāmi karhi cit; pṛthag āśramiṇāṃ karmāṇy ekārthānīti naḥ śrutam

Kapila sprach: „Ich schmähe die Veden nicht und will [sie] niemals herabsetzen; die Werke der [einzelnen] Lebensstände sind verschieden, aber auf ein Ziel gerichtet – so haben wir gehört.“

Wort für Wort
kapilaḥ uvāca
Kapila sprach (Perf.3.Sg.)
na ahaṃ vedān vinindāmi
nicht ich die Veden (Akk.Pl.) schmähe (1.Sg.Präs.)
na vivakṣāmi karhi cit
ich will nicht sprechen [gegen] (Desid.), jemals
pṛthag āśramiṇāṃ karmāṇi
verschieden (Adv.), der Angehörigen der Lebensstände (Gen.Pl.) Werke (Nom.Pl.)
ekārthāni iti naḥ śrutam
auf ein Ziel gerichtet (Nom.n.Pl.), so von uns gehört

gacchaty eva parityāgī vānaprasthaś ca gacchati; gṛhastho brahmacārī ca ubhau tāv api gacchataḥ

„Es geht der Entsagende [zum Ziel], es geht der Waldeinsiedler; der Hausvater und der Brahmacārin – auch diese beiden gehen [dorthin].“

Wort für Wort
gacchati eva parityāgī
es geht fürwahr der Entsagende (Nom.)
vānaprasthaḥ ca gacchati
und der Waldeinsiedler (Nom.) geht
gṛhasthaḥ brahmacārī ca
der Hausvater und der Brahmacārin (Nom.)
ubhau tau api gacchataḥ
beide diese auch gehen (3.Du.Präs.)

devayānā hi panthānaś catvāraḥ śāśvatā matāḥ; teṣāṃ jyāyaḥkanīyastvaṃ phaleṣūktaṃ balābalam

„Vier ewige Pfade gelten als Wege zu den Göttern; ihr Höher- und Geringerrang, ihre Stärke und Schwäche ist [je] nach den Früchten benannt.“

Wort für Wort
devayānāḥ hi panthānaḥ
zu den Göttern führende (Nom.Pl.), fürwahr, Pfade (Nom.Pl.)
catvāraḥ śāśvatāḥ matāḥ
vier, ewige, geltende (Nom.Pl.)
teṣāṃ jyāyaḥkanīyastvam
von diesen (Gen.) Höher- und Geringersein (Nom.n.)
phaleṣu uktaṃ balābalam
in den Früchten (Lok.Pl.) gesagt (Part.), Stärke und Schwäche (Nom.n.)

evaṃ viditvā sarvārthān ārabhed iti vaidikam; nārabhed iti cānyatra naiṣṭhikī śrūyate śrutiḥ

„Wenn man so alle Ziele erkannt hat, soll man [Werke] beginnen – das ist das Vedische; ‚man soll nicht beginnen‘ – so wird anderswo die auf das Endziel gerichtete Śruti gehört.“

Wort für Wort
evaṃ viditvā sarvārthān
so erkannt habend (Abs.), alle Ziele (Akk.Pl.)
ārabhet iti vaidikam
man soll beginnen (Opt.3.Sg.), so [ist] das Vedische
na ārabhet iti ca anyatra
‚man soll nicht beginnen‘, so auch anderswo
naiṣṭhikī śrūyate śrutiḥ
die auf das Endziel gerichtete (Nom.f.) wird gehört (3.Sg.Pass.), Śruti (Nom.)

anārambhe hy adoṣaḥ syād ārambhe 'doṣa uttamaḥ; evaṃ sthitasya śāstrasya durvijñeyaṃ balābalam

„Denn im Nichtbeginnen wäre Fehlerlosigkeit; im Beginnen ist das Fehlerfreie das Höchste. Bei einer so beschaffenen Lehre ist das Stärkere und Schwächere schwer zu erkennen.“

Wort für Wort
anārambhe hi adoṣaḥ syāt
im Nichtbeginnen (Lok.), fürwahr, Fehlerlosigkeit (Nom.) wäre (Opt.)
ārambhe adoṣaḥ uttamaḥ
im Beginnen, Fehlerlosigkeit (Nom.), höchste (Nom.)
evaṃ sthitasya śāstrasya
so beschaffener (Gen.) Lehre (Gen.)
durvijñeyaṃ balābalam
schwer zu erkennen (Nom.n.), Stärke und Schwäche (Nom.n.)

yady atra kiṃ cit pratyakṣam ahiṃsāyāḥ paraṃ matam; ṛte tv āgamaśāstrebhyo brūhi tad yadi paśyasi

„Wenn hier etwas Augenscheinliches ist, das die Gewaltlosigkeit als höchste Lehre [erweist] – abgesehen von den überlieferten Lehrschriften –, dann sage es, falls du es siehst.“

Wort für Wort
yadi atra kiṃ cit pratyakṣam
wenn hier irgendetwas Augenscheinliches (Nom.n.)
ahiṃsāyāḥ param matam
für die Gewaltlosigkeit (Gen.) als höchste (Nom.n.) Ansicht (Part.Perf.Pass.)
ṛte tu āgamaśāstrebhyaḥ
außer aber aus den Überlieferungslehrschriften (Abl.Pl.)
brūhi tat yadi paśyasi
sage (Imp.) das, wenn du siehst (2.Sg.Präs.)

syūmaraśmir uvāca; svargakāmo yajeteti satataṃ śrūyate śrutiḥ; phalaṃ prakalpya pūrvaṃ hi tato yajñaḥ pratāyate

Syūmaraśmi sprach: „‚Wer den Himmel wünscht, soll opfern‘ – so hört man beständig die Śruti; nachdem man zuvor die Frucht bestimmt hat, wird danach das Opfer ausgebreitet.“

Wort für Wort
syūmaraśmiḥ uvāca
Syūmaraśmi sprach (Perf.3.Sg.)
svargakāmaḥ yajeta iti
den Himmel Wünschender (Nom.), soll opfern (Opt.Med.), so
satataṃ śrūyate śrutiḥ
beständig wird gehört (Pass.), Śruti (Nom.)
phalaṃ prakalpya pūrvam hi
die Frucht (Akk.) bestimmt habend (Abs.), zuvor, fürwahr
tataḥ yajñaḥ pratāyate
danach das Opfer (Nom.) wird ausgebreitet (3.Sg.Pass.)

ajaś cāśvaś ca meṣaś ca gauś ca pakṣigaṇāś ca ye; grāmyāraṇyā oṣadhayaḥ prāṇasyānnam iti śrutiḥ

„Ziege, Pferd, Schaf, Rind und die Scharen der Vögel, die Kräuter der Dörfer und der Wildnis – [sie sind] Nahrung des Lebenshauchs, so die Śruti.“

Wort für Wort
ajaḥ ca aśvaḥ ca meṣaḥ ca
Ziege, Pferd und Schaf (Nom.)
gauḥ ca pakṣigaṇāḥ ca ye
Rind und Vogelscharen (Nom.), welche
grāmyāraṇyāḥ oṣadhayaḥ
dörfliche und wilde Kräuter (Nom.Pl.)
prāṇasya annam iti śrutiḥ
des Lebenshauchs (Gen.) Nahrung (Nom.n.), so die Śruti

tathaivānnaṃ hy aharahaḥ sāyaṃ prātar nirupyate; paśavaś cātha dhānyaṃ ca yajñasyāṅgam iti śrutiḥ

„Ebenso wird Nahrung Tag für Tag abends und morgens dargebracht; Tiere und Getreide sind ein Glied des Opfers, so die Śruti.“

Wort für Wort
tathā eva annaṃ ahaḥ-ahaḥ
ebenso Nahrung (Nom.n.), Tag für Tag
sāyaṃ prātaḥ nirupyate
abends, morgens wird dargebracht (3.Sg.Pass.)
paśavaḥ ca atha dhānyaṃ ca
Tiere (Nom.Pl.) und dann Getreide (Nom.n.)
yajñasya aṅgam iti śrutiḥ
des Opfers Glied (Nom.n.), so die Śruti

etāni saha yajñena prajāpatir akalpayat; tena prajāpatir devān yajñenāyajata prabhuḥ

„Dies alles hat Prajāpati zusammen mit dem Opfer eingerichtet; damit verehrte der Herr Prajāpati die Götter durch das Opfer.“

Wort für Wort
etāni saha yajñena
diese (Akk.n.Pl.) zusammen mit dem Opfer (Instr.)
prajāpatiḥ akalpayat
Prajāpati (Nom.) richtete ein (Impf.Kaus.3.Sg.)
tena prajāpatiḥ devān
damit Prajāpati die Götter (Akk.Pl.)
yajñena ayajata prabhuḥ
durch das Opfer (Instr.) verehrte (Impf.Med.3.Sg.), der Herr (Nom.)

te smānyonyaṃcarāḥ sarve prāṇinaḥ sapta sapta ca

Sie alle, [die] Lebewesen, [je] sieben und sieben, gingen [lebten] einander [nach] [?] –

Wort für Wort
te sma
sie (Nom.Pl.), [Partikel sma]
anyonyaṃcarāḥ
einander [nach]gehend/ineinander lebend (Nom.Pl.)
sarve prāṇinaḥ
alle Lebewesen (Nom.Pl.)
sapta sapta ca
sieben und sieben

Teilstück; der Satz setzt sich in der folgenden Einheit fort (Fortsetzung: Vers 260.022cd nach der Zusatzpassage). Sinn von anyonyaṃcarāḥ unsicher.

gaurajo manujo meṣaḥ aśvāśvataragardabhāḥ; ete grāmyāḥ samākhyātāḥ paśavaḥ sapta sādhubhiḥ; siṃhā vyāghrā varāhāś ca mahiṣā vāraṇās tathā; mahiṣī vānarāś caiva saptāraṇyās tathā smṛtāḥ

„Rind, Ziege, Mensch, Schaf, Pferd, Maultier und Esel – diese werden von den Guten als die sieben zahmen Tiere bezeichnet. Löwen, Tiger, Eber, Büffel, Elefanten, ferner ‚mahiṣī‘ [?] und Affen – so gelten die sieben wilden.“

Wort für Wort
gaurajo manujo meṣaḥ
Rind, Ziege, Mensch, Schaf (Nom.)
aśvāśvataragardabhāḥ
Pferd, Maultier, Esel (Nom.Pl.)
ete grāmyāḥ samākhyātāḥ
diese, zahme (Nom.Pl.), bezeichnet (Part.Perf.Pass.)
paśavaḥ sapta sādhubhiḥ
Tiere (Nom.Pl.), sieben, von den Guten (Instr.Pl.)
siṃhāḥ vyāghrāḥ varāhāḥ ca
Löwen, Tiger, Eber (Nom.Pl.)
mahiṣāḥ vāraṇāḥ tathā
Büffel, Elefanten, ebenso
mahiṣī vānarāḥ ca eva
mahiṣī [?] und Affen (Nom.Pl.)
sapta āraṇyāḥ tathā smṛtāḥ
sieben wilde (Nom.Pl.), so überliefert (Part.Perf.Pass.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage (nur in einem Teil der Handschriften). ‚gaurajo‘ ist wohl gauḥ + ajaḥ; ‚mahiṣī‘ neben ‚mahiṣāḥ‘ auffällig, evtl. verderbt.

yajñeṣūpākṛtaṃ viśvaṃ prāhur uttamasaṃjñitam

„…; die in den Opfern zugerichtete Gesamtheit nennt man die ‚höchstbenannte‘.“ [Anm.: Fortsetzung des in Einheit 22 begonnenen Satzes] [?]

Wort für Wort
yajñeṣu upākṛtam
in den Opfern (Lok.Pl.) zugerichtet/geweiht (Part.Perf.Pass.n.)
viśvam prāhuḥ
das All/Ganze (Akk.n.), sie nennen (Perf.3.Pl.)
uttamasaṃjñitam
höchstbenannt (Akk.n.)

Zusammenhang mit Einheit 22 (und Zusatzpassage 23); Sinn von uttamasaṃjñita unsicher.

etac caivābhyanujñātaṃ pūrvaiḥ pūrvatarais tathā; ko jātu na vicinvīta vidvān svāṃ śaktim ātmanaḥ

„Und dies ist von den Früheren und noch Früheren gebilligt worden; welcher Wissende würde je nicht die eigene Kraft erwägen?“

Wort für Wort
etat ca eva abhyanujñātam
dies auch gebilligt (Part.Perf.Pass.n.)
pūrvaiḥ pūrvataraiḥ tathā
von Früheren (Instr.Pl.), noch Früheren, ebenso
kaḥ jātu na vicinvīta
welcher je nicht erwöge (Opt.Med.3.Sg.)
vidvān svāṃ śaktim ātmanaḥ
der Wissende (Nom.), die eigene Kraft (Akk.), seiner selbst (Gen.)

paśavaś ca manuṣyāś ca drumāś cauṣadhibhiḥ saha; svargam evābhikāṅkṣante na ca svargas tv ṛte makham

„Tiere und Menschen, Bäume samt den Kräutern streben nur nach dem Himmel; der Himmel aber [ist] nicht ohne Opfer.“

Wort für Wort
paśavaḥ ca manuṣyāḥ ca
Tiere und Menschen (Nom.Pl.)
drumāḥ ca oṣadhibhiḥ saha
Bäume samt Kräutern (Instr.Pl.)
svargam eva abhikāṅkṣante
den Himmel nur erstreben (3.Pl.Präs.Med.)
na ca svargaḥ tu ṛte makham
und nicht [ist] Himmel aber ohne Opfer (Akk./Adv.)

oṣadhyaḥ paśavo vṛkṣā vīrud ājyaṃ payo dadhi; havir bhūmir diśaḥ śraddhā kālaś caitāni dvādaśa

„Kräuter, Tiere, Bäume, Schlingpflanzen, Schmelzbutter, Milch, saure Milch, Opfergabe, Erde, Himmelsrichtungen, Glaube und Zeit – dies sind die zwölf.“

Wort für Wort
oṣadhyaḥ paśavaḥ vṛkṣāḥ
Kräuter, Tiere, Bäume (Nom.Pl.)
vīrut ājyam payaḥ dadhi
Schlingpflanze, Schmelzbutter, Milch, saure Milch (Nom.)
haviḥ bhūmiḥ diśaḥ
Opfergabe, Erde, Himmelsrichtungen (Nom.)
śraddhā kālaḥ ca etāni dvādaśa
Glaube, Zeit und diese zwölf (Nom.)

ṛco yajūṃṣi sāmāni yajamānaś ca ṣoḍaśaḥ; agnir jñeyo gṛhapatiḥ sa saptadaśa ucyate; aṅgāny etāni yajñasya yajño mūlam iti śrutiḥ

„Ṛc, Yajus und Sāman, und der Opferherr als sechzehnter; Agni ist als Hausherr zu erkennen – er wird der siebzehnte genannt. Dies sind die Glieder des Opfers; das Opfer ist die Wurzel, so die Śruti.“

Wort für Wort
ṛcaḥ yajūṃṣi sāmāni
Ṛc-Verse, Yajus-Sprüche, Sāman-Gesänge (Nom.Pl.)
yajamānaḥ ca ṣoḍaśaḥ
und der Opferherr, sechzehnter (Nom.)
agniḥ jñeyaḥ gṛhapatiḥ
Agni (Nom.), zu erkennen (Gerundiv), Hausherr (Nom.)
saḥ saptadaśaḥ ucyate
er, siebzehnter, wird genannt (3.Sg.Pass.)
aṅgāni etāni yajñasya
Glieder (Nom.n.Pl.) diese des Opfers (Gen.)
yajñaḥ mūlam iti śrutiḥ
das Opfer (Nom.), Wurzel (Nom.n.), so die Śruti

ājyena payasā dadhnā śakṛtāmikṣayā tvacā; vālaiḥ śṛṅgeṇa pādena saṃbhavaty eva gaur makham; evaṃ pratyekaśaḥ sarvaṃ yad yad asya vidhīyate

„Mit Schmelzbutter, Milch, saurer Milch, Mist, Käsemilch, Haut, Haaren, Horn und Huf kommt die Kuh [als] Opfer zustande; so auch einzeln alles, was ihr jeweils vorgeschrieben wird.“

Wort für Wort
ājyena payasā dadhnā
mit Schmelzbutter, Milch, saurer Milch (Instr.)
śakṛtā āmikṣayā tvacā
mit Mist, Käsemilch, Haut (Instr.)
vālaiḥ śṛṅgeṇa pādena
mit Haaren, Horn, Fuß/Huf (Instr.)
sambhavati eva gauḥ makham
kommt zustande (3.Sg.Präs.), die Kuh (Nom.), [als] Opfer
evaṃ pratyekaśaḥ sarvam
so einzeln alles
yat yat asya vidhīyate
was immer ihr (Gen.) vorgeschrieben wird (3.Sg.Pass.)

yajñaṃ vahanti saṃbhūya sahartvigbhiḥ sadakṣiṇaiḥ; saṃhatyaitāni sarvāṇi yajñaṃ nirvartayanty uta

„Sie tragen das Opfer zusammen, vereint mit den Priestern samt Opferlohn; all dies, zusammengefügt, führt das Opfer zur Vollendung.“

Wort für Wort
yajñaṃ vahanti sambhūya
das Opfer (Akk.) tragen sie (3.Pl.), vereint (Abs.)
saha ṛtvigbhiḥ sadakṣiṇaiḥ
mit den Priestern (Instr.Pl.), samt Opferlohn (Instr.Pl.)
saṃhatya etāni sarvāṇi
zusammengefügt (Abs.) diese alle (Akk.n.Pl.)
yajñaṃ nirvartayanti uta
das Opfer (Akk.) vollenden sie (3.Pl.Kaus.), fürwahr

yajñārthāni hi sṛṣṭāni yathā vai śrūyate śrutiḥ; evaṃ pūrve pūrvatarāḥ pravṛttāś caiva mānavāḥ

„Für das Opfer sind sie erschaffen, wie die Śruti gehört wird; so waren die Früheren und noch Früheren unter den Menschen [darin] tätig.“

Wort für Wort
yajñārthāni hi sṛṣṭāni
für das Opfer bestimmt (Nom.n.Pl.), fürwahr, erschaffen (Part.Perf.Pass.)
yathā vai śrūyate śrutiḥ
wie fürwahr gehört wird, die Śruti
evaṃ pūrve pūrvatarāḥ
so die Früheren, noch Früheren (Nom.Pl.)
pravṛttāḥ ca eva mānavāḥ
tätig geworden (Part.Perf.Pass.) und Menschen (Nom.Pl.)

na hinasti hy ārabhate nābhidruhyati kiṃ cana; yajño yaṣṭavya ity eva yo yajaty aphalepsayā

„Er verletzt nicht, er unternimmt [es], ohne jemandem irgendetwas anzutun: ‚Das Opfer ist zu opfern‘ – nur so opfert, wer ohne Fruchtverlangen opfert.“

Wort für Wort
na hinasti hi ārabhate
er verletzt nicht (3.Sg.Präs.), fürwahr, er beginnt (3.Sg.Med.)
na abhidruhyati kiṃ cana
er schädigt nicht (3.Sg.Präs.) irgendetwas
yajñaḥ yaṣṭavyaḥ iti eva
das Opfer (Nom.) ist zu opfern (Gerundiv), so nur
yaḥ yajati aphalepsayā
wer opfert (3.Sg.Präs.) ohne Fruchtverlangen (Instr.)

yajñāṅgāny api caitāni yathoktāni nasaṃśayaḥ; vidhinā vidhiyuktāni tārayanti parasparam

„Auch diese Opferglieder, wie gesagt, ohne Zweifel, regelgemäß mit der Regel verbunden, retten einander.“

Wort für Wort
yajñāṅgāni api ca etāni
Opferglieder (Nom.n.Pl.) auch diese
yathā uktāni na saṃśayaḥ
wie gesagt (Part.), kein Zweifel
vidhinā vidhiyuktāni
durch die Regel (Instr.), regelverbunden (Nom.n.Pl.)
tārayanti parasparam
retten hinüber (3.Pl.Kaus.), einander

āmnāyam ārṣaṃ paśyāmi yasmin vedāḥ pratiṣṭhitāḥ; taṃ vidvāṃso 'nupaśyanti brāhmaṇasyānudarśanāt

„Ich sehe die von den Sehern überlieferte Tradition, in der die Veden gegründet sind; die Wissenden erblicken sie durch das Nachschauen des Brāhmaṇa [?].“

Wort für Wort
āmnāyam ārṣaṃ paśyāmi
die Überlieferung (Akk.), seherische (Akk.), ich sehe (1.Sg.Präs.)
yasmin vedāḥ pratiṣṭhitāḥ
in der (Lok.) die Veden (Nom.) gegründet (Part.Perf.Pass.)
taṃ vidvāṃsaḥ anupaśyanti
sie (Akk.), die Wissenden (Nom.Pl.) erblicken (3.Pl.)
brāhmaṇasya anudarśanāt
durch das Nachschauen des Brahmanen/Brāhmaṇa (Gen.) (Abl.)

brāhmaṇasya kann den Brahmanen oder den Brāhmaṇa-Text meinen.

brāhmaṇaprabhavo yajño brāhmaṇārpaṇa eva ca; anu yajñaṃ jagat sarvaṃ yajñaś cānu jagat sadā

„Vom Brahmanen stammt das Opfer, und dem Brahmanen ist es geweiht; dem Opfer folgt die ganze Welt, und das Opfer folgt stets der Welt.“

Wort für Wort
brāhmaṇaprabhavaḥ yajñaḥ
vom Brahmanen ausgehend (Nom.), das Opfer (Nom.)
brāhmaṇārpaṇaḥ eva ca
dem Brahmanen dargebracht (Nom.), und fürwahr
anu yajñaṃ jagat sarvam
dem Opfer folgend (Präp.), die Welt (Nom.), ganze
yajñaḥ ca anu jagat sadā
und das Opfer, der Welt folgend, stets

om iti brahmaṇo yonir namaḥ svāhā svadhā vaṣaṭ; yasyaitāni prayujyante yathāśakti kṛtāny api

„‚Om‘ ist der Schoß des Brahman; ‚namaḥ‘, ‚svāhā‘, ‚svadhā‘, ‚vaṣaṭ‘ – wem diese angewandt werden, auch wenn sie nur nach Kräften vollzogen sind –“

Wort für Wort
om iti brahmaṇaḥ yoniḥ
‚Om‘, so, des Brahman (Gen.) Schoß (Nom.)
namaḥ svāhā svadhā vaṣaṭ
Verehrung, Svāhā-Ruf, Svadhā-Ruf, Vaṣaṭ-Ruf
yasya etāni prayujyante
wem (Gen.) diese angewandt werden (3.Pl.Pass.)
yathāśakti kṛtāni api
nach Kräften (Adv.) vollzogen (Part.Perf.Pass.), auch

Satz setzt sich in der folgenden Einheit fort.

na tasya triṣu lokeṣu paralokabhayaṃ viduḥ; iti vedā vadantīha siddhāś ca paramarṣayaḥ

„– für den kennt man in den drei Welten keine Furcht vor der jenseitigen Welt; so sagen hier die Veden und die vollendeten obersten Seher.“

Wort für Wort
na tasya triṣu lokeṣu
nicht für ihn (Gen.) in den drei Welten (Lok.)
paralokabhayaṃ viduḥ
Furcht vor der jenseitigen Welt (Akk.), sie kennen (Perf.3.Pl.)
iti vedāḥ vadanti iha
so sagen (3.Pl.Präs.) die Veden (Nom.) hier
siddhāḥ ca paramarṣayaḥ
die Vollendeten (Nom.Pl.) und die obersten Seher (Nom.Pl.)

ṛco yajūṃṣi sāmāni stobhāś ca vidhicoditāḥ; yasminn etāni sarvāṇi bahir eva sa vai dvijaḥ

„Ṛc, Yajus, Sāman und Stobhas, vorschriftsgemäß angeordnet – bei wem all dies [nur] außerhalb [bleibt], der ist fürwahr ein [bloß äußerlich] Zweimalgeborener“ [?].

Wort für Wort
ṛcaḥ yajūṃṣi sāmāni
Ṛc-Verse, Yajus-Sprüche, Sāman-Gesänge (Nom.)
stobhāḥ ca vidhicoditāḥ
und Stobha-Silben (Nom.Pl.), durch Regel geboten (Part.Perf.Pass.)
yasmin etāni sarvāṇi
in/bei wem (Lok.) diese alle (Nom.n.Pl.)
bahiḥ eva sa vai dvijaḥ
draußen nur, er fürwahr, Zweimalgeborener (Nom.)

Der Sinn von ‚bahir eva‘ ist unsicher (äußerlich/ausgeschlossen).

agnyādheye yad bhavati yac ca some sute dvija; yac cetarair mahāyajñair veda tad bhagavān svataḥ

„Was beim Agnyādheya geschieht und was beim Somapressen, Zweigeborener, und was bei den anderen großen Opfern – das weiß der Verehrungswürdige aus sich selbst.“

Wort für Wort
agnyādheye yat bhavati
beim Feueranlegen (Lok.), was geschieht (3.Sg.Präs.)
yat ca some sute dvija
und was beim Soma (Lok.), gepresst (Part.Lok.), Zweigeborener (Vok.)
yat ca itaraiḥ mahāyajñaiḥ
und was durch/bei anderen großen Opfern (Instr.Pl.)
veda tat bhagavān svataḥ
weiß (Perf.3.Sg.) das, der Verehrungswürdige (Nom.), aus sich selbst

tasmād brahman yajetaiva yājayec cāvicārayan; yajataḥ svargavidhinā pretya svargaphalaṃ mahat

„Darum, Brahmane, opfere nur und lasse opfern, ohne zu grübeln; wer nach der Himmelsregel opfert, erhält im Jenseits große Himmelsfrucht.“

Wort für Wort
tasmāt brahman yajeta eva
darum, Brahmane (Vok.), soll opfern (Opt.Med.), nur
yājayet ca avicārayan
und soll opfern lassen (Opt.Kaus.), nicht grübelnd (Part.)
yajataḥ svargavidhinā
für den Opfernden (Gen.), nach der Himmelsregel (Instr.)
pretya svargaphalaṃ mahat
nach dem Tod (Abs.), Himmelsfrucht (Nom.n.), große

nāyaṃ loko 'sty ayajñānāṃ paraś ceti viniścayaḥ; vedavādavidaś caiva pramāṇam ubhayaṃ tadā

„Für die, die nicht opfern, gibt es weder diese Welt noch die jenseitige – das ist der Entschluss; und für die Kenner der Vedarede gilt beides dann als Maßstab“ [?].

Wort für Wort
na ayaṃ lokaḥ asti ayajñānām
nicht diese Welt (Nom.) ist für die Nichtopfernden (Gen.Pl.)
paraḥ ca iti viniścayaḥ
und die jenseitige, so der Entschluss (Nom.)
vedavādavidaḥ ca eva
und die Kenner der Vedarede (Nom.Pl.)
pramāṇam ubhayaṃ tadā
Maßstab (Nom.n.), beides (Nom.n.), dann

Letzter Pāda unsicher; Bezug von ubhayam (beide Welten oder beide Lehren) offen.

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