Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Śāntiparva

Kapitel 330: nāmanirukti Śrī Bhagavān erklärt die Herkunft seiner Namen

Im Rahmen der Nārāyaṇīya-Erzählung des Mokṣadharma legt Kṛṣṇa dem Arjuna die etymologische Bedeutung vieler seiner Namen und Beinamen dar (u.a. Hṛṣīkeśa, Hari, Govinda, Śipiviṣṭa, Aja, Sātvata, Kṛṣṇa, Vaikuṇṭha, Acyuta, Adhokṣaja, Vṛṣākapi, Kapila, Hiraṇyagarbha); dieser erste Teil endet mit der Aussage, dass auch die Veden und ihre Schulen sein Werk seien.

śrībhagavān uvāca; sūryācandramasau śaśvat keśair me aṃśusaṃjñitaiḥ

„Sonne und Mond sind für immer [meine] Haare, die mit dem Namen ‚Strahl' bezeichnet werden,

Wort für Wort
sūryācandramasau
Sonne und Mond (Nom.Du.m.)
śaśvat
beständig, immerfort (Adv.)
keśaiḥ me
durch meine Haare (Instr.Pl. + Gen.Sg.)
aṃśusaṃjñitaiḥ
die als ‚Strahlen' bezeichnet werden (Instr.Pl.)

Vers 330.001 wird durch die Zusatzstrophe (n=2) unterbrochen; die Fortsetzung des Satzes steht in n=3.

nāmnāṃ niruktaṃ vakṣyāmi śṛṇuṣvaikāgramānasaḥ

Die Bedeutung [meiner] Namen werde ich verkünden; höre [dies] mit gesammeltem Geist!

Wort für Wort
nāmnāṃ niruktam
die Etymologie der Namen (Gen.Pl. + Akk.Sg.n.)
vakṣyāmi
ich werde verkünden (1.Sg.Fut.)
śṛṇuṣva
höre! (2.Sg.Imp.Med.)
ekāgramānasaḥ
mit gesammeltem Geist (Nom.Sg.m.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

bodhayaṃs tāpayaṃś caiva jagad uttiṣṭhataḥ pṛthak

zugleich erweckend und erwärmend, während die Welt sich, Stück für Stück, [von neuem] erhebt.

Wort für Wort
bodhayaṃs
erweckend (Nom.Sg.m.Präs.Part.Akt.)
tāpayaṃś ca eva
und zugleich erwärmend (Nom.Sg.m.Präs.Part.Akt.)
jagad
die Welt (Akk.Sg.n.)
uttiṣṭhataḥ
die sich erhebt (Gen.Sg.Präs.Part.)
pṛthak
einzeln, Stück für Stück (Adv.)

Fortsetzung von n=1 (330.001), durch die Zusatzstrophe n=2 vom ersten Halbvers getrennt.

bodhanāt tāpanāc caiva jagato harṣaṇaṃ bhavet; agnīṣomakṛtair ebhiḥ karmabhiḥ pāṇḍunandana; hṛṣīkeśo 'ham īśāno varado lokabhāvanaḥ

Durch [dieses] Erwecken und Erwärmen entsteht die Erregung der Welt; durch diese von Agni und Soma bewirkten Wirkungen, o Sohn des Pāṇḍu, bin ich Hṛṣīkeśa, der Gebieter, der Gewährende, der Weltenerhalter.

Wort für Wort
bodhanāt tāpanāt ca eva
durch das Erwecken und Erwärmen (Abl.Sg.n.)
jagataḥ harṣaṇam
die Erregung der Welt (Gen.Sg. + Nom.Sg.n.)
bhavet
entsteht (3.Sg.Opt.)
agnīṣomakṛtaiḥ ebhiḥ karmabhiḥ
durch diese von Agni und Soma bewirkten Werke (Instr.Pl.)
pāṇḍunandana
o Sohn des Pāṇḍu (Vok.Sg.)
hṛṣīkeśo aham īśānaḥ
ich bin Hṛṣīkeśa, der Gebieter (Nom.Sg.)
varado lokabhāvanaḥ
der Gewährende, der Weltenerhalter (Nom.Sg.)

Anspielung auf 'hṛṣ' (sich freuen/erregt sein) und 'hṛṣīka' (Sinnesorgan): Sonne und Mond als Haare (keśa) erregen die Sinne der Welt, daher Hṛṣīkeśa.

iḍopahūtayogena hare bhāgaṃ kratuṣv aham; varṇaś ca me hariśreṣṭhas tasmād dharir ahaṃ smṛtaḥ

Durch die Verbindung mit der Anrufung ‚Iḍā' [im Opfer habe] ich in den Opferhandlungen den Anteil, [der] ‚Hari' [heißt] [?]; und meine Farbe ist die schönste ‚hari'-Farbe – deshalb werde ich Hari genannt.

Wort für Wort
iḍopahūtayogena
durch die Verbindung mit der Anrufung ‚Iḍā' (Instr.Sg.) [?]
hare bhāgam
den Anteil ‚Hari' (Vok./Gen.-Form + Akk.Sg.)
kratuṣu aham
ich in den Opferhandlungen (Lok.Pl. + Nom.Sg.)
varṇaḥ ca me
und meine Farbe (Nom.Sg. + Gen.Sg.)
hariśreṣṭhaḥ
die beste ‚hari'-Farbe (Nom.Sg.)
tasmād dhariḥ aham smṛtaḥ
deshalb werde ich Hari genannt (Nom.Sg. + Nom.Sg.Past.Part.)

'iḍopahūtayogena' bezieht sich auf einen ritualtechnischen Begriff (Anrufung der Iḍā beim Opfer); genaue Konstruktion unsicher.

dhāma sāro hi lokānām ṛtaṃ caiva vicāritam; ṛtadhāmā tato vipraiḥ satyaś cāhaṃ prakīrtitaḥ

Denn [mein] Glanz ist die Essenz der Welten, und [er] gilt als die kosmische Wahrheit (ṛta); deshalb werde ich von den Weisen ‚der mit der Wahrheit als Glanz' und ‚der Wahrhaftige' genannt.

Wort für Wort
dhāma sāraḥ hi
denn [mein] Glanz ist die Essenz (Nom.Sg.n. + Nom.Sg.m.)
lokānām
der Welten (Gen.Pl.)
ṛtam ca eva vicāritam
und er gilt als die kosmische Wahrheit (Nom.Sg.n. + Nom.Sg.Past.Part.)
ṛtadhāmā
‚der die Wahrheit als Glanz hat' (Nom.Sg.m.)
tato vipraiḥ
deshalb von den Weisen (Instr.Pl.)
satyaś ca aham prakīrtitaḥ
und ich werde ‚der Wahrhaftige' genannt (Nom.Sg. + Nom.Sg.Past.Part.)

naṣṭāṃ ca dharaṇīṃ pūrvam avindaṃ vai guhāgatām; govinda iti māṃ devā vāgbhiḥ samabhituṣṭuvuḥ

Einst fand ich die verlorene Erde wieder, die in eine Höhle geraten war; [deshalb] priesen mich die Götter mit [den] Worten ‚Govinda'.

Wort für Wort
naṣṭāṃ ca dharaṇīm
die verlorene Erde (Akk.Sg.f.)
pūrvam avindaṃ vai
einst fand ich wahrlich (1.Sg.Impf.)
guhāgatām
die in eine Höhle geraten war (Akk.Sg.f.Past.Part.)
govinda iti
als ‚Govinda'
māṃ devā vāgbhiḥ
mich die Götter mit Worten (Akk.Sg. + Nom.Pl. + Instr.Pl.)
samabhituṣṭuvuḥ
priesen (3.Pl.Perf.)

śipiviṣṭeti cākhyāyāṃ hīnaromā ca yo bhavet; tenāviṣṭaṃ hi yat kiṃ cic chipiviṣṭaṃ hi tat smṛtam

Und im Wort ‚Śipiviṣṭa' [gilt]: Wer haararm/kahl ist, [heißt ‚śipi']; wovon auch immer dieser durchdrungen ist, das gilt eben als ‚śipiviṣṭa' [von-Śipi-Durchdrungenes].

Wort für Wort
śipiviṣṭeti ca ākhyāyāṃ
und im Ausdruck ‚Śipiviṣṭa' (Lok.Sg.)
hīnaromā ca yo bhavet
wer haararm/kahl wäre (Nom.Sg.m.Opt.)
tena āviṣṭaṃ hi yat kiṃ cid
was auch immer davon durchdrungen ist (Instr.Sg. + Nom.Sg.n.)
śipiviṣṭaṃ hi tat smṛtam
das gilt eben als ‚śipiviṣṭa' (Nom.Sg.n.Past.Part.)

Etymologie von Śipiviṣṭa: 'śipi' hier als 'haarlos, kahl' gedeutet, 'viṣṭa' = 'durchdrungen, eingegangen' (von 'viś').

yāsko mām ṛṣir avyagro naikayajñeṣu gītavān; śipiviṣṭa iti hy asmād guhyanāmadharo hy aham

Der Seher Yāska hat mich, unbeirrt, in vielen Opfern als ‚Śipiviṣṭa' besungen; deshalb trage ich diesen geheimen Namen.

Wort für Wort
yāsko mām ṛṣir avyagro
der Seher Yāska mich, unbeirrt (Nom.Sg. + Akk.Sg. + Nom.Sg.)
naikayajñeṣu gītavān
hat in vielen Opfern besungen (Lok.Pl. + Nom.Sg.Past.Part.)
śipiviṣṭa iti hy asmād
deshalb als ‚Śipiviṣṭa' (Abl.Sg.)
guhyanāmadharo hy aham
ich trage fürwahr [diesen] geheimen Namen (Nom.Sg.)

stutvā māṃ śipiviṣṭeti yāsko ṛṣir udāradhīḥ; matprasādād adho naṣṭaṃ niruktam abhijagmivān

Nachdem der Seher Yāska, von hohem Verstand, mich als ‚Śipiviṣṭa' gepriesen hatte, gelangte er durch meine Gnade zu der [zuvor] verlorengegangenen Wortbedeutung.

Wort für Wort
stutvā māṃ śipiviṣṭeti
nachdem er mich als ‚Śipiviṣṭa' gepriesen hatte (Ger.)
yāsko ṛṣir udāradhīḥ
der Seher Yāska von hohem Verstand (Nom.Sg.)
matprasādād
durch meine Gnade (Abl.Sg.)
adho naṣṭaṃ niruktam
die [zuvor] verlorene Wortbedeutung (Akk.Sg.n.)
abhijagmivān
gelangte zu (Nom.Sg.Perf.Part.)

na hi jāto na jāye 'haṃ na janiṣye kadā cana; kṣetrajñaḥ sarvabhūtānāṃ tasmād aham ajaḥ smṛtaḥ

Ich bin fürwahr nicht geboren, ich werde nicht [gerade] geboren, ich werde niemals geboren werden; [ich bin] der Feldkenner aller Wesen – deshalb werde ich ‚der Ungeborene' genannt.

Wort für Wort
na hi jāto
ich bin fürwahr nicht geboren (Nom.Sg.Past.Part.)
na jāye 'ham
ich werde nicht geboren (1.Sg.Präs.Pass.)
na janiṣye kadā cana
ich werde niemals geboren werden (1.Sg.Fut.)
kṣetrajñaḥ sarvabhūtānām
der Feldkenner aller Wesen (Nom.Sg. + Gen.Pl.)
tasmād aham ajaḥ smṛtaḥ
deshalb werde ich ‚der Ungeborene' genannt (Nom.Sg. + Nom.Sg.Past.Part.)

noktapūrvaṃ mayā kṣudram aślīlaṃ vā kadā cana; ṛtā brahmasutā sā me satyā devī sarasvatī

Niemals habe ich zuvor etwas Niedriges oder Unanständiges gesagt; wahrhaftig und wahr ist meine [Rede], die aus Brahmā entsprungene Göttin Sarasvatī.

Wort für Wort
na uktapūrvaṃ mayā
niemals wurde von mir [zuvor] gesagt (Instr.Sg.)
kṣudram aślīlaṃ vā kadā cana
etwas Niedriges oder Unanständiges, jemals (Akk.Sg.n.)
ṛtā brahmasutā
die wahrhaftige, aus Brahmā entsprungene (Nom.Sg.f.)
sā me satyā devī sarasvatī
sie, meine wahre Göttin Sarasvatī (Nom.Sg.f.)

sac cāsac caiva kaunteya mayāveśitam ātmani; pauṣkare brahmasadane satyaṃ mām ṛṣayo viduḥ

Sein und Nichtsein, o Kaunteya, habe ich in [mein] Selbst eingelassen; im Brahmā-Sitz von Puṣkara kennen mich die Seher als ‚den Wahren'.

Wort für Wort
sac ca asac ca eva
Sein und Nichtsein zugleich (Nom./Akk.Sg.n.)
kaunteya
o Sohn der Kuntī (Vok.Sg.)
mayā āveśitam ātmani
von mir in [mein] Selbst eingelassen (Instr.Sg. + Lok.Sg.)
pauṣkare brahmasadane
im Brahmā-Sitz von Puṣkara (Lok.Sg.)
satyaṃ mām ṛṣayo viduḥ
als ‚den Wahren' kennen mich die Seher (Akk.Sg. + 3.Pl.Perf.)

sattvān na cyutapūrvo 'haṃ sattvaṃ vai viddhi matkṛtam; janmanīhābhavat sattvaṃ paurvikaṃ me dhanaṃjaya

Vom Sattva bin ich nie zuvor abgewichen; wisse, dass das Sattva [wahrhaftig] von mir geschaffen ist: bei [meiner] Geburt hier entstand das Sattva, o Dhanañjaya, [das] mir von jeher [eigen war].

Wort für Wort
sattvān na cyutapūrvo 'ham
vom Sattva bin ich nie zuvor abgewichen (Abl.Sg. + Nom.Sg.)
sattvaṃ vai viddhi matkṛtam
wisse, das Sattva ist von mir geschaffen (Akk.Sg. + 2.Sg.Imp. + Akk.Sg.)
janmani iha abhavat sattvam
bei [meiner] Geburt hier entstand das Sattva (Lok.Sg. + 3.Sg.Impf. + Nom.Sg.)
paurvikam me dhanaṃjaya
mein ursprüngliches, o Dhanañjaya (Nom.Sg. + Gen.Sg. + Vok.Sg.)

nirāśīḥkarmasaṃyuktaṃ sātvataṃ māṃ prakalpaya; sātvatajñānadṛṣṭo 'haṃ sātvataḥ sātvatāṃ patiḥ

Betrachte mich als ‚Sātvata', [den] mit wunschlosem Handeln Verbundenen; durch das Wissen der Sātvatas werde ich erkannt – ich bin Sātvata, der Herr der Sātvatas.

Wort für Wort
nirāśīḥkarmasaṃyuktaṃ
den mit wunschlosem Handeln Verbundenen (Akk.Sg.)
sātvataṃ māṃ prakalpaya
betrachte mich als Sātvata (Akk.Sg. + 2.Sg.Imp.)
sātvatajñānadṛṣṭo 'ham
ich werde durch Sātvata-Erkenntnis erkannt (Nom.Sg.)
sātvataḥ sātvatāṃ patiḥ
Sātvata, der Herr der Sātvatas (Nom.Sg. + Gen.Pl.)

kṛṣāmi medinīṃ pārtha bhūtvā kārṣṇāyaso mahān; kṛṣṇo varṇaś ca me yasmāt tasmāt kṛṣṇo 'ham arjuna

Ich pflüge die Erde, o Pārtha, indem ich zum großen [Pflugschar] aus schwarzem Eisen werde; und weil meine Farbe schwarz ist, o Arjuna, deshalb bin ich Kṛṣṇa.

Wort für Wort
kṛṣāmi medinīṃ pārtha
ich pflüge die Erde, o Pārtha (1.Sg.Präs. + Akk.Sg. + Vok.Sg.)
bhūtvā kārṣṇāyaso mahān
indem ich zum großen [Pflug] aus schwarzem Eisen werde (Ger. + Nom.Sg.)
kṛṣṇo varṇaś ca me yasmāt
und weil meine Farbe schwarz ist (Nom.Sg. + Abl.)
tasmāt kṛṣṇo 'ham arjuna
deshalb bin ich Kṛṣṇa, o Arjuna (Nom.Sg. + Vok.Sg.)

mayā saṃśleṣitā bhūmir adbhir vyoma ca vāyunā; vāyuś ca tejasā sārdhaṃ vaikuṇṭhatvaṃ tato mama

Von mir wurde die Erde mit den Wassern verbunden, der Himmelsraum mit dem Wind, und der Wind zusammen mit dem Feuer – daher [kommt] mein Sein als ‚Vaikuṇṭha'.

Wort für Wort
mayā saṃśleṣitā bhūmir adbhir
von mir wurde die Erde mit den Wassern verbunden (Instr.Sg. + Nom.Sg.f. + Instr.Pl.)
vyoma ca vāyunā
und der Himmelsraum mit dem Wind (Nom.Sg.n. + Instr.Sg.)
vāyuś ca tejasā sārdhaṃ
und der Wind zusammen mit dem Glanz (Nom.Sg. + Instr.Sg.)
vaikuṇṭhatvaṃ tato mama
daher [kommt] mein Vaikuṇṭha-Sein (Nom.Sg.n. + Gen.Sg.)

Etymologie von Vaikuṇṭha ('lückenlos, makellos') aus der lückenlosen Verbindung der Elemente.

nirvāṇaṃ paramaṃ saukhyaṃ dharmo 'sau para ucyate; tasmān na cyutapūrvo 'ham acyutas tena karmaṇā

Das Erlöschen [alles Leidens] ist das höchste Glück; dies wird als der höchste Dharma bezeichnet. Davon bin ich nie zuvor abgewichen – dieser Tat wegen [bin ich] ‚Acyuta', der Unbewegte.

Wort für Wort
nirvāṇaṃ paramaṃ saukhyaṃ
das Erlöschen [ist] höchstes Glück (Nom.Sg.n.)
dharmo 'sau para ucyate
dieses wird als höchster Dharma bezeichnet (Nom.Sg. + 3.Sg.Präs.Pass.)
tasmān na cyutapūrvo 'ham
davon bin ich nie zuvor abgewichen (Abl.Sg. + Nom.Sg.)
acyutas tena karmaṇā
‚der Unbewegte' wegen dieser Tat (Nom.Sg. + Instr.Sg.)

pṛthivīnabhasī cobhe viśrute viśvalaukike; tayoḥ saṃdhāraṇārthaṃ hi mām adhokṣajam añjasā

Erde und Himmel, beide berühmt und der ganzen Welt bekannt – um sie zusammenzuhalten, [nennt man] mich geradewegs ‚Adhokṣaja'.

Wort für Wort
pṛthivīnabhasī ca ubhe
Erde und Himmel, beide (Nom.Du.n.)
viśrute viśvalaukike
berühmt, der ganzen Welt bekannt (Nom.Du.n.)
tayoḥ saṃdhāraṇārthaṃ hi
zum Zweck ihrer Zusammenhaltung (Gen.Du. + Akk.Sg.)
mām adhokṣajam añjasā
mich geradewegs ‚Adhokṣaja' (Akk.Sg. + Adv.)

Verb elliptisch; Fortsetzung/Begründung der Benennung folgt in n=20.

niruktaṃ vedaviduṣo ye ca śabdārthacintakāḥ; te māṃ gāyanti prāgvaṃśe adhokṣaja iti sthitiḥ

Die Kenner der Wortetymologie, die Vedakundigen und alle, die über Wortbedeutungen nachdenken, sie besingen mich in der [Opfer-]Vorhalle; ‚Adhokṣaja' ist die feststehende [Benennung].

Wort für Wort
niruktaṃ vedaviduṣo
die Etymologie-, die Vedakenner (Akk.Sg.n. + Nom.Pl.)
ye ca śabdārthacintakāḥ
und die über Wortbedeutung Nachdenkenden (Nom.Pl.)
te māṃ gāyanti
sie besingen mich (Nom.Pl. + 3.Pl.Präs.)
prāgvaṃśe
in der [Opfer-]Vorhalle (Lok.Sg.)
adhokṣaja iti sthitiḥ
‚Adhokṣaja' ist die feste Bezeichnung (Nom.Sg.)

adho na kṣīyate yasmād vadanty anye 'py adhokṣajam

Weil [es] nach unten [hin] nicht abnimmt, nennen andere [mich] ebenfalls ‚Adhokṣaja'.

Wort für Wort
adho na kṣīyate yasmād
weil es nach unten nicht abnimmt (Adv. + 3.Sg.Präs.Pass. + Abl.)
vadanty anye 'py
auch andere nennen (3.Pl.Präs. + Nom.Pl.)
adhokṣajam
‚Adhokṣaja' (Akk.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

śabda ekamatair eṣa vyāhṛtaḥ paramarṣibhiḥ; nānyo hy adhokṣajo loke ṛte nārāyaṇaṃ prabhum

Dieses Wort ist von den höchsten Sehern einstimmig ausgesprochen worden; denn es gibt in der Welt keinen anderen ‚Adhokṣaja' außer dem Herrn Nārāyaṇa.

Wort für Wort
śabda ekamatair eṣa
dieses Wort einstimmig (Nom.Sg. + Instr.Pl.)
vyāhṛtaḥ paramarṣibhiḥ
ausgesprochen von den höchsten Sehern (Nom.Sg.Past.Part. + Instr.Pl.)
nānyo hy adhokṣajo loke
es gibt fürwahr keinen anderen ‚Adhokṣaja' in der Welt (Nom.Sg. + Lok.Sg.)
ṛte nārāyaṇaṃ prabhum
außer dem Herrn Nārāyaṇa (Präp. + Akk.Sg.)

ghṛtaṃ mamārciṣo loke jantūnāṃ prāṇadhāraṇam; ghṛtārcir aham avyagrair vedajñaiḥ parikīrtitaḥ

Das Schmelzbutteropfer meines Glanzes ist in der Welt die Lebenserhaltung der Geschöpfe; ich werde von den gelassenen Vedakennern ‚Ghṛtārcis' genannt.

Wort für Wort
ghṛtaṃ mamārciṣo loke
das Schmelzbutter meines Glanzes in der Welt (Nom.Sg. + Gen.Sg. + Lok.Sg.)
jantūnāṃ prāṇadhāraṇam
die Lebenserhaltung der Geschöpfe (Gen.Pl. + Nom.Sg.n.)
ghṛtārcir aham
ich, ‚der mit Butterflamme' (Nom.Sg.)
avyagrair vedajñaiḥ parikīrtitaḥ
von den gelassenen Vedakennern genannt (Instr.Pl. + Nom.Sg.Past.Part.)

trayo hi dhātavaḥ khyātāḥ karmajā iti ca smṛtāḥ; pittaṃ śleṣmā ca vāyuś ca eṣa saṃghāta ucyate

Drei Grundstoffe sind fürwahr bekannt, und sie werden ‚aus dem Wirken entstanden' genannt: Galle, Schleim und Wind – diese Verbindung wird [so] genannt.

Wort für Wort
trayo hi dhātavaḥ khyātāḥ
drei Grundstoffe sind bekannt (Nom.Pl.)
karmajā iti ca smṛtāḥ
und werden ‚aus dem Wirken entstanden' genannt (Nom.Pl.Past.Part.)
pittaṃ śleṣmā ca vāyuś ca
Galle, Schleim und Wind (Nom.Sg. je)
eṣa saṃghāta ucyate
diese Verbindung wird genannt (Nom.Sg. + 3.Sg.Präs.Pass.)

etaiś ca dhāryate jantur etaiḥ kṣīṇaiś ca kṣīyate; āyurvedavidas tasmāt tridhātuṃ māṃ pracakṣate

Durch diese wird das Geschöpf erhalten, und wenn diese geschwunden sind, schwindet auch [das Geschöpf]; deshalb bezeichnen mich die Kenner des Āyurveda als ‚Tridhātu', den mit den drei Grundstoffen.

Wort für Wort
etaiś ca dhāryate jantur
durch diese wird das Geschöpf erhalten (Instr.Pl. + 3.Sg.Präs.Pass. + Nom.Sg.)
etaiḥ kṣīṇaiś ca kṣīyate
und wenn diese geschwunden sind, schwindet [es] (Instr.Pl. + 3.Sg.Präs.Pass.)
āyurvedavidas tasmāt
deshalb die Kenner des Āyurveda (Nom.Pl. + Abl.Sg.)
tridhātuṃ māṃ pracakṣate
nennen mich ‚Tridhātu' (Akk.Sg. + 3.Pl.Präs.)

vṛṣo hi bhagavān dharmaḥ khyāto lokeṣu bhārata; naighaṇṭukapadākhyātaṃ viddhi māṃ vṛṣam uttamam

Der erhabene Dharma, o Bhārata, ist in den Welten fürwahr als ‚Vṛṣa' bekannt; wisse, dass ich, gemäß dem im Nighaṇṭu genannten Wort, der höchste ‚Vṛṣa' bin.

Wort für Wort
vṛṣo hi bhagavān dharmaḥ
der erhabene Dharma [heißt] fürwahr ‚Vṛṣa' (Nom.Sg.)
khyāto lokeṣu bhārata
bekannt in den Welten, o Bhārata (Nom.Sg. + Lok.Pl. + Vok.Sg.)
naighaṇṭukapadākhyātaṃ
gemäß dem im Nighaṇṭu genannten Wort (Akk.Sg.)
viddhi māṃ vṛṣam uttamam
wisse, ich [bin] der höchste ‚Vṛṣa' (2.Sg.Imp. + Akk.Sg.)

kapir varāhaḥ śreṣṭhaś ca dharmaś ca vṛṣa ucyate; tasmād vṛṣākapiṃ prāha kaśyapo māṃ prajāpatiḥ

Affe, Eber, der Vortrefflichste sowie Dharma werden [alle] ‚Vṛṣa' genannt; deshalb nannte mich der Weltschöpfer Kaśyapa ‚Vṛṣākapi'.

Wort für Wort
kapir varāhaḥ śreṣṭhaś ca
Affe, Eber, der Vortrefflichste (Nom.Sg. je)
dharmaś ca vṛṣa ucyate
und Dharma wird ‚Vṛṣa' genannt (Nom.Sg. + 3.Sg.Präs.Pass.)
tasmād vṛṣākapiṃ prāha
deshalb nannte [mich] ‚Vṛṣākapi' (Akk.Sg. + 3.Sg.Perf.)
kaśyapo māṃ prajāpatiḥ
der Weltschöpfer Kaśyapa mich (Nom.Sg. + Akk.Sg.)

nādimantaṃ na cāntaṃ ca kadā cid vidyate surāḥ

Weder mit Anfang noch je mit Ende werde ich gefunden, o Götter.

Wort für Wort
nādimantaṃ
nicht mit Anfang (Akk.Sg.)
na cāntaṃ ca
und nicht mit Ende (Akk.Sg.)
kadā cid vidyate
jemals wird [ich] gefunden (3.Sg.Präs.Pass.)
surāḥ
o Götter (Vok.Pl.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzstrophe, die dasselbe Motiv wie der folgende Vers (n=29) vorwegnimmt.

na cādiṃ na madhyaṃ tathā naiva cāntaṃ; kadā cid vidante surāś cāsurāś ca; anādyo hy amadhyas tathā cāpy anantaḥ; pragīto 'ham īśo vibhur lokasākṣī

Weder Anfang noch Mitte, und ebenso auch nicht Ende finden je die Götter und die Asuras [an mir]; ohne Anfang, ohne Mitte und ebenso auch ohne Ende [bin ich]; ich werde besungen als der Herr, der Alldurchdringende, der Zeuge der Welt.

Wort für Wort
na cādiṃ na madhyaṃ tathā
weder Anfang noch Mitte (Akk.Sg.)
naiva cāntaṃ
und ebenso auch nicht Ende (Akk.Sg.)
kadā cid vidante surāś cāsurāś ca
jemals finden die Götter und Asuras (3.Pl.Präs. + Nom.Pl.)
anādyo hy amadhyas tathā
fürwahr ohne Anfang, ohne Mitte (Nom.Sg.)
cāpy anantaḥ
und ebenso auch ohne Ende (Nom.Sg.)
pragīto 'ham īśo vibhur lokasākṣī
ich werde besungen als Herr, Alldurchdringender, Zeuge der Welt (Nom.Sg.Past.Part.)

śucīni śravaṇīyāni śṛṇomīha dhanaṃjaya; na ca pāpāni gṛhṇāmi tato 'haṃ vai śuciśravāḥ

Reine, hörenswerte Dinge höre ich hier, o Dhanañjaya, und Böses nehme ich nicht auf – deshalb bin ich fürwahr ‚Śuciśravas', der Reinhörende.

Wort für Wort
śucīni śravaṇīyāni śṛṇomi
reine, hörenswerte [Dinge] höre ich (Akk.Pl.n. + 1.Sg.Präs.)
iha dhanaṃjaya
hier, o Dhanañjaya (Adv. + Vok.Sg.)
na ca pāpāni gṛhṇāmi
und Böses nehme ich nicht auf (Akk.Pl.n. + 1.Sg.Präs.)
tato 'haṃ vai śuciśravāḥ
deshalb bin ich fürwahr ‚der Reinhörende' (Nom.Sg.)

ekaśṛṅgaḥ purā bhūtvā varāho divyadarśanaḥ; imām uddhṛtavān bhūmim ekaśṛṅgas tato hy aham

Einst, zu einem einhörnigen Eber von göttlichem Aussehen geworden, hob ich diese Erde heraus; deshalb bin ich fürwahr ‚Ekaśṛṅga', der Einhörnige.

Wort für Wort
ekaśṛṅgaḥ purā bhūtvā
einst einhörnig geworden (Nom.Sg. + Adv. + Ger.)
varāho divyadarśanaḥ
ein Eber von göttlichem Aussehen (Nom.Sg.)
imām uddhṛtavān bhūmim
hob diese Erde heraus (Akk.Sg. + Nom.Sg.Perf.Part. + Akk.Sg.)
ekaśṛṅgas tato hy aham
deshalb bin ich fürwahr ‚der Einhörnige' (Nom.Sg.)

tathaivāsaṃ trikakudo vārāhaṃ rūpam āsthitaḥ; trikakut tena vikhyātaḥ śarīrasya tu māpanāt

Ebenso war ich, die Ebergestalt eingenommen habend, ‚dreihöckerig'; deshalb bin ich, wegen der Größe [meines] Körpers, als ‚Trikakud' bekannt.

Wort für Wort
tathaivāsaṃ trikakudo
ebenso war ich dreihöckerig (Adv. + 1.Sg.Impf. + Nom.Sg.)
vārāhaṃ rūpam āsthitaḥ
die Eberform eingenommen (Akk.Sg. + Nom.Sg.Past.Part.)
trikakut tena vikhyātaḥ
deshalb als ‚Trikakud' bekannt (Nom.Sg. + Instr.Sg. + Nom.Sg.Past.Part.)
śarīrasya tu māpanāt
wegen der Größe des Körpers (Gen.Sg. + Abl.Sg.)

viriñca iti yaḥ proktaḥ kapilajñānacintakaiḥ; sa prajāpatir evāhaṃ cetanāt sarvalokakṛt

Der, welcher von den Kennern der Kapila-Lehre ‚Viriñca' genannt wird – das bin fürwahr ich, der Weltschöpfer, der aus [reinem] Bewusstsein die ganze Welt erschafft.

Wort für Wort
viriñca iti yaḥ proktaḥ
der, welcher ‚Viriñca' genannt wird (Nom.Sg.Past.Part.)
kapilajñānacintakaiḥ
von den Kennern der Kapila-Lehre (Instr.Pl.)
sa prajāpatir evāham
das bin fürwahr ich, der Weltschöpfer (Nom.Sg.)
cetanāt sarvalokakṛt
aus Bewusstsein der Erschaffer der ganzen Welt (Abl.Sg. + Nom.Sg.)

vidyāsahāyavantaṃ mām ādityasthaṃ sanātanam; kapilaṃ prāhur ācāryāḥ sāṃkhyā niścitaniścayāḥ

Mich, den von [reinem] Wissen begleiteten, im Āditya-[Gestirn] weilenden, ewigen [Geist], nennen die Sāṃkhya-Lehrer, deren Urteile feststehen, ‚Kapila'.

Wort für Wort
vidyāsahāyavantaṃ mām
mich, den von Wissen begleiteten (Akk.Sg.)
ādityasthaṃ sanātanam
im Āditya weilend, ewig (Akk.Sg.)
kapilaṃ prāhur ācāryāḥ
nennen die Lehrer ‚Kapila' (Akk.Sg. + 3.Pl.Perf. + Nom.Pl.)
sāṃkhyā niścitaniścayāḥ
die Sāṃkhya-[Lehrer], deren Urteile feststehen (Nom.Pl.)

hiraṇyagarbho dyutimān eṣa yaś chandasi stutaḥ; yogaiḥ saṃpūjyate nityaṃ sa evāhaṃ vibhuḥ smṛtaḥ

Dieser glanzvolle ‚Hiraṇyagarbha', der im Veda-[Metrum] gepriesen und stets durch Yoga verehrt wird – das bin fürwahr ich, der als ‚der Alldurchdringende' bekannt ist.

Wort für Wort
hiraṇyagarbho dyutimān eṣa
dieser glanzvolle ‚Hiraṇyagarbha' (Nom.Sg.)
yaś chandasi stutaḥ
der im Versmaß/Veda gepriesen wird (Nom.Sg.Past.Part. + Lok.Sg.)
yogaiḥ saṃpūjyate nityaṃ
stets durch Yoga verehrt wird (Instr.Pl. + 3.Sg.Präs.Pass. + Adv.)
sa evāhaṃ vibhuḥ smṛtaḥ
das bin fürwahr ich, ‚der Alldurchdringende' genannt (Nom.Sg. + Nom.Sg.Past.Part.)

ekaviṃśatiśākhaṃ ca ṛgvedaṃ māṃ pracakṣate; sahasraśākhaṃ yat sāma ye vai vedavido janāḥ; gāyanty āraṇyake viprā madbhaktās te 'pi durlabhāḥ

Man bezeichnet mich als den Ṛgveda mit einundzwanzig Zweigen; das Sāma[veda], das tausend Zweige hat, singen die Vedakenner im Āraṇyaka – diese Brahmanen, meine Verehrer, sind selbst schon selten.

Wort für Wort
ekaviṃśatiśākhaṃ ca ṛgvedaṃ
und den Ṛgveda mit einundzwanzig Zweigen (Akk.Sg.)
māṃ pracakṣate
bezeichnen mich (Akk.Sg. + 3.Pl.Präs.)
sahasraśākhaṃ yat sāma
das Sāma[veda] mit tausend Zweigen (Akk.Sg.n.)
ye vai vedavido janāḥ
die Menschen, die Vedakenner sind (Nom.Pl.)
gāyanty āraṇyake viprā
singen die Brahmanen im Āraṇyaka (3.Pl.Präs. + Lok.Sg. + Nom.Pl.)
madbhaktās te 'pi durlabhāḥ
diese meine Verehrer sind [selbst] selten (Nom.Pl.)

ṣaṭpañcāśatam aṣṭau ca saptatriṃśatam ity uta; yasmiñ śākhā yajurvede so 'ham ādhvaryave smṛtaḥ

Sechsundfünfzig, acht und siebenunddreißig [Zweige], so heißt es: in dem Veda, [in dem] diese Zweige [zu finden sind], im Yajurveda – das bin ich, der als [der Veda] der Adhvaryu[-Priester] bekannt ist.

Wort für Wort
ṣaṭpañcāśatam aṣṭau ca
sechsundfünfzig und acht (Akk.Pl.)
saptatriṃśatam ity uta
und siebenunddreißig, so heißt es (Akk.Pl. + Adv.)
yasmiñ śākhā yajurvede
in welchem [Veda], die Zweige, im Yajurveda (Lok.Sg. + Nom.Pl. + Lok.Sg.)
so 'ham ādhvaryave smṛtaḥ
das bin ich, als [Veda] der Adhvaryus bekannt (Nom.Sg. + Nom.Sg.Past.Part.)

Die Zahlen (56+8+37=101) beziehen sich auf die traditionelle Zählung der Yajurveda-Schulen.

pañcakalpam atharvāṇaṃ kṛtyābhiḥ paribṛṃhitam; kalpayanti hi māṃ viprā atharvāṇavidas tathā

Den Atharva[veda] mit [seinen] fünf [Ritual-]Anwendungen, durch Zauberriten verstärkt – als diesen betrachten mich fürwahr die Brahmanen, die den Atharvaveda kennen.

Wort für Wort
pañcakalpam atharvāṇaṃ
den Atharva[veda] mit fünf Anwendungen (Akk.Sg.)
kṛtyābhiḥ paribṛṃhitam
durch Zauberriten verstärkt (Instr.Pl. + Akk.Sg.Past.Part.)
kalpayanti hi māṃ viprā
so betrachten mich fürwahr die Brahmanen (3.Pl.Präs. + Akk.Sg. + Nom.Pl.)
atharvāṇavidas tathā
die den Atharvaveda kennen, so (Nom.Pl. + Adv.)

śākhābhedāś ca ye ke cid yāś ca śākhāsu gītayaḥ; svaravarṇasamuccārāḥ sarvāṃs tān viddhi matkṛtān

Und welche Unterschiede der [Veda-]Zweige es auch gibt, und welche Gesänge in den Zweigen [erklingen], die Aussprache von Ton und Laut – wisse, dass all dies von mir geschaffen ist.

Wort für Wort
śākhābhedāś ca ye ke cid
und welche Zweig-Unterschiede es auch gibt (Nom.Pl.)
yāś ca śākhāsu gītayaḥ
und welche Gesänge in den Zweigen (Nom.Pl. + Lok.Pl.)
svaravarṇasamuccārāḥ
die Aussprache von Ton und Laut (Nom.Pl.)
sarvāṃs tān viddhi matkṛtān
wisse, dass all diese von mir geschaffen sind (Akk.Pl. + 2.Sg.Imp. + Akk.Pl.)

yat tad dhayaśiraḥ pārtha samudeti varapradam; so 'ham evottare bhāge kramākṣaravibhāgavit

Jenes segenspendende Pferdehaupt [Hayaśiras], das aufgeht, o Pārtha – das bin ich wahrlich, im nördlichen Bereich [?], der Kenner der Silbenteilung der Krama[-Rezitation].

Wort für Wort
yat tad dhayaśiraḥ
welches Pferdehaupt (Hayaśiras) (Nom.Sg.Neutr., Relativ+Korrelativ)
pārtha
o Pārtha (Vok.)
samudeti varapradam
aufgeht, das gabenspendende (3.Sg.Präs./Nom.Adj.)
so 'ham eva
das bin ich wahrlich (Nom.)
uttare bhāge
im nördlichen/späteren Teil (Lok.)
kramākṣaravibhāgavit
der Kenner der Silbenteilung der Krama-Rezitation (Nom., Bahuvrīhi)

uttare bhāge unklar: räumlich (nördlich) oder zeitlich (später Abschnitt) [?].

rāmādeśitamārgeṇa matprasādān mahātmanā; pāñcālena kramaḥ prāptas tasmād bhūtāt sanātanāt; bābhravyagotraḥ sa babhau prathamaḥ kramapāragaḥ

Auf dem von Rāma gewiesenen Weg, durch meine Gnade, wurde von dem großherzigen Pāñcāla der Krama[-Rezitationsmodus] erlangt, von jenem ewigen Wesen her; er, vom Geschlecht der Bābhravyas, erstrahlte als der erste Meister des Krama.

Wort für Wort
rāmādeśitamārgeṇa
auf dem von Rāma gewiesenen Weg (Instr.)
matprasādān
durch meine Gnade (Abl.)
mahātmanā pāñcālena
durch den großherzigen Pāñcāla (Instr.)
kramaḥ prāptas
wurde der Krama erlangt (Nom./Nom.Perf.Part.)
tasmād bhūtāt sanātanāt
von jenem ewigen Wesen (Abl.)
bābhravyagotraḥ sa babhau
er, vom Bābhravya-Gotra, erstrahlte (Nom./3.Sg.Perf.)
prathamaḥ kramapāragaḥ
als erster Meister des Krama (Nom.)

nārāyaṇād varaṃ labdhvā prāpya yogam anuttamam; kramaṃ praṇīya śikṣāṃ ca praṇayitvā sa gālavaḥ

Von Nārāyaṇa einen Segen erhalten und die höchste Vereinigung [Yoga] erlangt habend, verfasste er, Gālava, den Krama und die Śikṣā [Lautlehre].

Wort für Wort
nārāyaṇād varaṃ labdhvā
von Nārāyaṇa einen Segen erhalten habend (Abl./Akk./Ger.)
prāpya yogam anuttamam
die höchste Vereinigung erlangt habend (Ger./Akk.)
kramaṃ praṇīya
den Krama verfasst habend (Akk./Ger.)
śikṣāṃ ca praṇayitvā
und die Śikṣā verfasst habend (Akk./Ger.)
sa gālavaḥ
er, Gālava (Nom.)

kaṇḍarīko 'tha rājā ca brahmadattaḥ pratāpavān; jātīmaraṇajaṃ duḥkhaṃ smṛtvā smṛtvā punaḥ punaḥ; saptajātiṣu mukhyatvād yogānāṃ saṃpadaṃ gataḥ

Und dann König Kaṇḍarīka und der mächtige Brahmadatta – immer wieder das aus Geburt und Tod entstehende Leid bedenkend, gelangte er durch die Vorrangstellung in sieben Geburten zur Vollendung der Yogas.

Wort für Wort
kaṇḍarīkaḥ atha rājā ca
Kaṇḍarīka, und dann auch der König (Nom.)
brahmadattaḥ pratāpavān
der mächtige Brahmadatta (Nom.)
jātīmaraṇajaṃ duḥkhaṃ
das aus Geburt und Tod entstehende Leid (Akk.)
smṛtvā smṛtvā punaḥ punaḥ
immer wieder bedenkend (Ger. wiederholt)
saptajātiṣu mukhyatvād
wegen der Vorrangstellung in sieben Geburten (Abl.)
yogānāṃ saṃpadaṃ gataḥ
zur Vollendung der Yogas gelangt (Gen./Akk./Nom.Perf.Part.)

Verbform (gataḥ) im Singular trotz zwei genannter Namen; evtl. bezeichnen beide dieselbe Person.

purāham ātmajaḥ pārtha prathitaḥ kāraṇāntare; dharmasya kuruśārdūla tato 'haṃ dharmajaḥ smṛtaḥ

Früher war ich, o Pārtha, unter einem anderen Anlass bekannt als ein Sohn des Dharma, o Tiger der Kurus; daher werde ich als Dharmaja [der aus Dharma Geborene] erinnert.

Wort für Wort
purā aham ātmajaḥ
früher [war] ich ein Sohn (Nom.)
pārtha prathitaḥ
o Pārtha, bekannt (Vok./Nom.)
kāraṇāntare dharmasya
unter einem anderen Anlass, des Dharma (Lok./Gen.)
kuruśārdūla
o Tiger der Kurus (Vok.)
tato 'haṃ dharmajaḥ smṛtaḥ
daher werde ich als Dharmaja erinnert (Nom./Nom.Perf.Part.)

naranārāyaṇau pūrvaṃ tapas tepatur avyayam; dharmayānaṃ samārūḍhau parvate gandhamādane

Nara und Nārāyaṇa vollzogen einst unvergängliche Askese, den Wagen des Dharma bestiegen habend, auf dem Berg Gandhamādana.

Wort für Wort
naranārāyaṇau pūrvaṃ
Nara und Nārāyaṇa, früher (Nom.Dual/Adv.)
tapas tepatur avyayam
vollzogen unvergängliche Askese (Akk./3.Dual.Perf./Akk.Adj.)
dharmayānaṃ samārūḍhau
die den Wagen des Dharma bestiegen hatten (Akk./Nom.Dual.Perf.Part.)
parvate gandhamādane
auf dem Berg Gandhamādana (Lok.)

tatkālasamayaṃ caiva dakṣayajño babhūva ha; na caivākalpayad bhāgaṃ dakṣo rudrasya bhārata

Und genau zu jener Zeit fand das Opfer des Dakṣa statt; und Dakṣa teilte Rudra keinen Anteil zu, o Bhārata.

Wort für Wort
tatkālasamayaṃ ca eva
und genau zu jener Zeit (Akk./Adv.)
dakṣayajño babhūva ha
fand das Opfer des Dakṣa statt (Nom./3.Sg.Perf.)
na ca eva akalpayad bhāgaṃ
und teilte keinen Anteil zu (Verneinung/3.Sg.Impf./Akk.)
dakṣo rudrasya
Dakṣa, [für] Rudra (Nom./Gen.)
bhārata
o Bhārata (Vok.)

tato dadhīcivacanād dakṣayajñam apāharat; sasarja śūlaṃ krodhena prajvalantaṃ muhur muhuḥ

Da raubte [Rudra], auf das Wort Dadhīcis hin, das Opfer des Dakṣa; aus Zorn schleuderte er immer wieder den lodernden Speer.

Wort für Wort
tato dadhīcivacanād
dann, auf das Wort Dadhīcis hin (Adv./Abl.)
dakṣayajñam apāharat
raubte er das Opfer des Dakṣa (Akk./3.Sg.Impf.)
sasarja śūlaṃ
schleuderte den Speer (3.Sg.Perf./Akk.)
krodhena
aus Zorn (Instr.)
prajvalantaṃ muhur muhuḥ
den immer wieder auflodernden (Akk.Part./Adv.)

tac chūlaṃ bhasmasāt kṛtvā dakṣayajñaṃ savistaram; āvayoḥ sahasāgacchad badaryāśramam antikāt; vegena mahatā pārtha patan nārāyaṇorasi

Jenen Speer zu Asche gemacht und das Opfer des Dakṣa mit allem Zubehör [vernichtet] habend, kam er [der Speer] mit großer Wucht plötzlich in die Nähe unserer beider Einsiedelei bei Badarī, o Pārtha, auf Nārāyaṇas Brust fallend.

Wort für Wort
tac chūlaṃ bhasmasāt kṛtvā
jenen Speer zu Asche gemacht habend (Akk./Ger.)
dakṣayajñaṃ savistaram
das Opfer des Dakṣa mit allem Zubehör (Akk.)
āvayoḥ sahasāgacchad
kam plötzlich zu uns beiden (Gen.Dual/Adv./3.Sg.Impf.)
badaryāśramam antikāt
in die Nähe der Badarī-Einsiedelei (Akk./Abl.)
vegena mahatā pārtha
mit großer Wucht, o Pārtha (Instr./Vok.)
patan nārāyaṇorasi
auf Nārāyaṇas Brust fallend (Part./Lok.)

tataḥ svatejasāviṣṭāḥ keśā nārāyaṇasya ha; babhūvur muñjavarṇās tu tato 'haṃ muñjakeśavān

Da wurden, von der eigenen Glut [des Speers] durchdrungen, Nārāyaṇas Haare schilfgrasfarben; daher bin ich der „Schilfgrashaarige“ [Muñjakeśa].

Wort für Wort
tataḥ svatejasāviṣṭāḥ
dann, von der eigenen Glut durchdrungen (Adv./Instr./Nom.Pl.)
keśā nārāyaṇasya ha
die Haare Nārāyaṇas (Nom.Pl./Gen.)
babhūvur muñjavarṇās tu
wurden schilfgrasfarben (3.Pl.Perf./Nom.Pl.)
tato 'haṃ muñjakeśavān
daher bin ich der mit dem Schilfgras-Haar (Nom.)

tac ca śūlaṃ vinirdhūtaṃ huṃkāreṇa mahātmanā; jagāma śaṃkarakaraṃ nārāyaṇasamāhatam

Und jener Speer, durch das Hum-Gebrüll des Großherzigen abgeschüttelt und von Nārāyaṇa getroffen, ging zurück in Śaṃkaras Hand.

Wort für Wort
tac ca śūlaṃ vinirdhūtaṃ
und jener Speer, abgeschüttelt (Nom./Nom.Part.)
huṃkāreṇa mahātmanā
durch den Hum-Laut des Großherzigen (Instr.)
jagāma śaṃkarakaraṃ
ging zu Śaṃkaras Hand (3.Sg.Perf./Akk.)
nārāyaṇasamāhatam
von Nārāyaṇa getroffen (Nom.Part.)

atha rudra upādhāvat tāv ṛṣī tapasānvitau; tata enaṃ samuddhūtaṃ kaṇṭhe jagrāha pāṇinā; nārāyaṇaḥ sa viśvātmā tenāsya śitikaṇṭhatā

Da stürmte Rudra auf die beiden von Askese begleiteten Seher los; da ergriff Nārāyaṇa, die Weltseele, ihn, den Erregten, am Hals mit der Hand – dadurch entstand sein Blauhals-Sein.

Wort für Wort
atha rudra upādhāvat
dann stürmte Rudra herbei (Adv./Nom./3.Sg.Impf.)
tāv ṛṣī tapasānvitau
auf die beiden von Askese begleiteten Seher (Akk.Dual)
tata enaṃ samuddhūtaṃ
dann ihn, den Erregten (Adv./Akk./Akk.Part.)
kaṇṭhe jagrāha pāṇinā
ergriff am Hals mit der Hand (Lok./3.Sg.Perf./Instr.)
nārāyaṇaḥ sa viśvātmā
Nārāyaṇa, die Weltseele (Nom.)
tenāsya śitikaṇṭhatā
dadurch entstand sein Blauhals-Sein (Instr./Gen./Nom.)

atha rudravighātārtham iṣīkāṃ jagṛhe naraḥ; mantraiś ca saṃyuyojāśu so 'bhavat paraśur mahān

Da ergriff Nara, um Rudra abzuwehren, einen Schilfhalm und verband ihn rasch mit Mantras; er wurde zu einer großen Axt.

Wort für Wort
atha rudravighātārtham
dann, zum Zweck, Rudra abzuwehren (Adv./Akk.)
iṣīkāṃ jagṛhe naraḥ
ergriff Nara einen Schilfhalm (Akk./3.Sg.Perf./Nom.)
mantraiś ca saṃyuyojāśu
und verband ihn rasch mit Mantras (Instr./3.Sg.Perf./Adv.)
so 'bhavat paraśur mahān
er wurde eine große Axt (Nom./3.Sg.Impf./Nom.)

kṣiptaś ca sahasā rudre khaṇḍanaṃ prāptavāṃs tadā; tato 'haṃ khaṇḍaparaśuḥ smṛtaḥ paraśukhaṇḍanāt

Und plötzlich gegen Rudra geschleudert, erlitt sie da einen Bruch; daher werde ich, wegen des Zerbrechens der Axt, als „Bruchaxt“ [Khaṇḍaparaśu] erinnert.

Wort für Wort
kṣiptaś ca sahasā
und plötzlich geschleudert (Nom.Part./Adv.)
rudre khaṇḍanaṃ prāptavāṃs tadā
erlitt da bei Rudra einen Bruch (Lok./Akk./Nom.Perf.Part.)
tato 'haṃ khaṇḍaparaśuḥ smṛtaḥ
daher werde ich als ‚Bruchaxt‘ erinnert (Nom./Nom.Part.)
paraśukhaṇḍanāt
wegen des Zerbrechens der Axt (Abl.)

rudrasya bhāgaṃ pradadur bhāgam uccheṣaṇaṃ punaḥ; śrutir apy atra bhavati vedair uktas tathā punaḥ; uccheṣaṇabhāgo vai rudras tasyoccheṣaṇena hotavyam iti sarve; gamyarūpeṇa tadā ||

Sie gaben Rudra einen Anteil, wiederum den Rest-Anteil [uccheṣaṇa]; auch dazu gibt es einen Schriftspruch, so von den Veden wiederum gesagt: „Rudra hat ja den Rest-Anteil, mit seinem Rest soll geopfert werden“ – so [sagen] alle, damals in andeutender Form [?].

Wort für Wort
rudrasya bhāgaṃ pradadur
gaben Rudra einen Anteil (Gen./Akk./3.Pl.Perf.)
bhāgam uccheṣaṇaṃ punaḥ
wiederum den Rest-Anteil (Akk./Akk./Adv.)
śrutir apy atra bhavati
auch dazu gibt es einen Schrifttext (Nom./Adv./3.Sg.Präs.)
vedair uktas tathā punaḥ
so von den Veden wiederum ausgesagt (Instr.Pl./Nom.Part./Adv.)
uccheṣaṇabhāgo vai rudras
der Rest-Anteil gehört ja Rudra (Nom./Partikel/Nom.)
tasyoccheṣaṇena hotavyam iti sarve
‚mit seinem Rest soll geopfert werden‘, [sagen] alle (Gen./Instr./Ger.Verbaladj./Zitatpartikel/Nom.Pl.)
gamyarūpeṇa tadā
damals in andeutender/impliziter Form (Instr./Adv.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Textkritisch schwierige Zusatzpassage (star); Sinn von gamyarūpeṇa unsicher [?].

arjuna uvāca; asmin yuddhe tu vārṣṇeya trailokyamathane tadā; jayaṃ kaḥ prāptavāṃs tatra śaṃsaitan me janārdana

Arjuna sprach: „In dieser Schlacht aber, o Vārṣṇeya, als damals die drei Welten aufgewühlt wurden – wer erlangte dort den Sieg? Sag mir dies, o Janārdana.“

Wort für Wort
arjuna uvāca
Arjuna sprach
asmin yuddhe tu
aber in dieser Schlacht (Lok.)
vārṣṇeya
o Vārṣṇeya (Vok.)
trailokyamathane tadā
als damals die drei Welten aufgewühlt wurden (Lok.)
jayaṃ kaḥ prāptavāṃs tatra
wer erlangte dort den Sieg (Akk./Interrog./Nom.Perf.Part./Adv.)
śaṃsa etan me janārdana
sag mir dies, o Janārdana (Imp.2.Sg./Akk./Dat./Vok.)

śrībhagavān uvāca; tayoḥ saṃlagnayor yuddhe rudranārāyaṇātmanoḥ; udvignāḥ sahasā kṛtsnā lokāḥ sarve 'bhavaṃs tadā

Der erhabene Herr sprach: Als jene beiden, Rudra und Nārāyaṇa an Wesen, ineinander verschlungen im Kampf lagen, wurden da plötzlich alle Welten, insgesamt, bestürzt.

Wort für Wort
śrībhagavān uvāca
der erhabene Herr sprach
tayoḥ saṃlagnayor yuddhe
als jene beiden ineinander verschlungen kämpften (Gen.Dual/Lok.)
rudranārāyaṇātmanoḥ
Rudra und Nārāyaṇa an Wesen (Gen.Dual)
udvignāḥ sahasā
plötzlich beunruhigt (Nom.Pl./Adv.)
kṛtsnā lokāḥ sarve
alle Welten insgesamt (Nom.Pl.)
'bhavaṃs tadā
wurden damals (3.Pl.Impf./Adv.)

nāgṛhṇāt pāvakaḥ śubhraṃ makheṣu suhutaṃ haviḥ; vedā na pratibhānti sma ṛṣīṇāṃ bhāvitātmanām

Das Feuer nahm die reine, in den Opfern wohldargebrachte Opferspende nicht an; den Sehern von geläutertem Wesen kamen die Veden nicht mehr in den Sinn.

Wort für Wort
nāgṛhṇāt pāvakaḥ
das Feuer nahm nicht an (Verneinung/3.Sg.Impf./Nom.)
śubhraṃ makheṣu suhutaṃ haviḥ
die reine, in den Opfern wohldargebrachte Opferspende (Akk./Lok./Akk./Akk.)
vedā na pratibhānti sma
die Veden kamen nicht mehr in den Sinn (Nom.Pl./Verneinung/3.Pl.Präs.+sma)
ṛṣīṇāṃ bhāvitātmanām
der Seher von geläutertem Wesen (Gen.Pl.)

devān rajas tamaś caiva samāviviśatus tadā; vasudhā saṃcakampe 'tha nabhaś ca vipaphāla ha

Leidenschaft und Dunkelheit drangen da in die Götter ein; die Erde erzitterte, und der Himmel barst.

Wort für Wort
devān rajas tamaś ca eva
Leidenschaft und Dunkelheit [beide] in die Götter (Akk.Pl./Nom./Nom.)
samāviviśatus tadā
drangen da ein (3.Dual.Perf./Adv.)
vasudhā saṃcakampe
die Erde erzitterte (Nom./3.Sg.Perf.)
'tha nabhaś ca vipaphāla ha
und da zerbarst auch der Himmel (Adv./Nom./3.Sg.Perf./Partikel)

niṣprabhāṇi ca tejāṃsi brahmā caivāsanāc cyutaḥ; agāc choṣaṃ samudraś ca himavāṃś ca vyaśīryata

Und die Lichter wurden glanzlos, und Brahmā fiel von seinem Sitz; das Meer geriet ins Austrocknen, und der Himālaya zerbröckelte.

Wort für Wort
niṣprabhāṇi ca tejāṃsi
und die Lichter wurden glanzlos (Nom.Pl.)
brahmā ca eva āsanāc cyutaḥ
und Brahmā fiel von seinem Sitz (Nom./Abl./Nom.Part.)
agāc choṣaṃ samudraś ca
und das Meer geriet ins Austrocknen (3.Sg.Impf./Akk./Nom.)
himavāṃś ca vyaśīryata
und der Himālaya zerbröckelte (Nom./3.Sg.Impf.Pass.)

tasminn evaṃ samutpanne nimitte pāṇḍunandana; brahmā vṛto devagaṇair ṛṣibhiś ca mahātmabhiḥ; ājagāmāśu taṃ deśaṃ yatra yuddham avartata

Als dieses Vorzeichen so entstanden war, o Sohn des Pāṇḍu, kam Brahmā, umgeben von Scharen der Götter und von großherzigen Sehern, rasch zu jenem Ort, wo die Schlacht im Gange war.

Wort für Wort
tasminn evaṃ samutpanne nimitte
als dieses Vorzeichen so entstanden war (Lok.Abs.)
pāṇḍunandana
o Sohn des Pāṇḍu (Vok.)
brahmā vṛto devagaṇair
Brahmā, umgeben von Scharen der Götter (Nom./Nom.Part./Instr.)
ṛṣibhiś ca mahātmabhiḥ
und von großherzigen Sehern (Instr.)
ājagāmāśu taṃ deśaṃ
kam rasch zu jenem Ort (3.Sg.Perf./Adv./Akk.)
yatra yuddham avartata
wo die Schlacht im Gange war (Adv./Nom./3.Sg.Impf.)

sāñjalipragraho bhūtvā caturvaktro niruktagaḥ; uvāca vacanaṃ rudraṃ lokānām astu vai śivam; nyasyāyudhāni viśveśa jagato hitakāmyayā

Die Hände zum Gruß erhoben, sprach der Vierköpfige, sich klar ausdrückend, dieses Wort zu Rudra: „Möge doch Wohlergehen sein den Welten! Lege die Waffen ab, o Herr des Alls, aus Wunsch nach dem Wohl der Welt.

Wort für Wort
sāñjalipragraho bhūtvā
die Hände zum Gruß erhoben habend (Nom./Ger.)
caturvaktro niruktagaḥ
der Vierköpfige, sich klar ausdrückend (Nom.)
uvāca vacanaṃ rudraṃ
sprach das Wort zu Rudra (3.Sg.Perf./Akk./Akk.)
lokānām astu vai śivam
den Welten möge doch Wohlergehen sein (Gen.Pl./3.Sg.Imp./Partikel/Nom.)
nyasyāyudhāni viśveśa
lege die Waffen ab, o Herr des Alls (Imp.2.Sg./Akk.Pl./Vok.)
jagato hitakāmyayā
aus Wunsch nach dem Wohl der Welt (Gen./Instr.)

yad akṣaram athāvyaktam īśaṃ lokasya bhāvanam; kūṭasthaṃ kartṛnirdvaṃdvam akarteti ca yaṃ viduḥ

das Unvergängliche, zugleich Unmanifeste, den Herrn, den Erschaffer der Welt, den am Scheitelpunkt Stehenden, jenseits der Dualität des Handelns, und den man als ‚Nicht-Handelnden‘ kennt –

Wort für Wort
yad akṣaram atha avyaktam
das, was unvergänglich und zugleich unmanifest ist (Nom./Nom./Nom.)
īśaṃ lokasya bhāvanam
der Herr, der Erschaffer der Welt (Nom./Gen./Nom.)
kūṭasthaṃ
am Scheitelpunkt stehend, unveränderlich (Nom.)
kartṛnirdvaṃdvam
jenseits der Dualität des Handelns (Nom.)
akarteti ca yaṃ viduḥ
und den man als ‚Nicht-Handelnden‘ kennt (Nom.+Zitatpartikel/Akk.Rel./3.Pl.Perf.)

vyaktibhāvagatasyāsya ekā mūrtir iyaṃ śivā; naro nārāyaṇaś caiva jātau dharmakulodvahau

von diesem, der in den Zustand der Manifestation eingegangen ist, ist dies eine wohltätige Gestalt: Nara und Nārāyaṇa, geboren als die beiden Träger des Dharma-Geschlechts,

Wort für Wort
vyaktibhāvagatasyāsya
von diesem, der in den Zustand der Manifestation eingegangen ist (Gen.)
ekā mūrtir iyaṃ śivā
dies ist eine wohltätige Gestalt (Nom.)
naro nārāyaṇaś caiva
nämlich Nara und Nārāyaṇa (Nom.)
jātau dharmakulodvahau
geboren als die beiden Träger des Dharma-Geschlechts (Nom.Dual/Nom.Dual)

tapasā mahatā yuktau devaśreṣṭhau mahāvratau; ahaṃ prasādajas tasya kasmiṃś cit kāraṇāntare; tvaṃ caiva krodhajas tāta pūrvasarge sanātanaḥ

mit großer Askese ausgestattet, die beiden besten der Götter, von großen Gelübden – ich bin aus seiner Gnade entstanden, bei einem gewissen anderen Anlass, und du, Lieber, bist aus Zorn entstanden, ewig seit der früheren Schöpfung.

Wort für Wort
tapasā mahatā yuktau
mit großer Askese ausgestattet (Instr./Nom.Dual.Part.)
devaśreṣṭhau mahāvratau
die beiden besten der Götter, von großen Gelübden (Nom.Dual)
ahaṃ prasādajas tasya
ich [bin] aus seiner Gnade entstanden (Nom./Nom./Gen.)
kasmiṃś cit kāraṇāntare
bei einem gewissen anderen Anlass (Lok.)
tvaṃ ca eva krodhajas tāta
und du, Lieber, [bist] aus Zorn entstanden (Nom./Nom./Vok.)
pūrvasarge sanātanaḥ
ewig seit der früheren Schöpfung (Lok./Nom.)

mayā ca sārdhaṃ varadaṃ vibudhaiś ca maharṣibhiḥ; prasādayāśu lokānāṃ śāntir bhavatu māciram

mit mir gemeinsam, und mit den Göttern und den großen Sehern, besänftige rasch den Gabenspender [Nārāyaṇa]; Friede möge den Welten zuteilwerden, ohne Verzug!“

Wort für Wort
mayā ca sārdhaṃ
gemeinsam mit mir (Instr./Adv.)
varadaṃ
den Gabenspender (Akk.)
vibudhaiś ca maharṣibhiḥ
und mit den Göttern und großen Sehern (Instr.)
prasādayāśu
besänftige rasch (Imp.2.Sg.Kaus./Adv.)
lokānāṃ śāntir bhavatu
Friede möge den Welten zuteilwerden (Gen.Pl./Nom./3.Sg.Imp.)
māciram
ohne Verzug (Adv.)

brahmaṇā tv evam uktas tu rudraḥ krodhāgnim utsṛjan; prasādayām āsa tato devaṃ nārāyaṇaṃ prabhum; śaraṇaṃ ca jagāmādyaṃ vareṇyaṃ varadaṃ harim

So von Brahmā angesprochen, gab Rudra das Feuer seines Zorns auf und besänftigte darauf den Gott, den Herrn Nārāyaṇa; er nahm Zuflucht beim urzeitlichen, vortrefflichen, gabenspendenden Hari.

Wort für Wort
brahmaṇā tv evam uktas tu
so von Brahmā angesprochen (Instr./Adv./Nom.Part.)
rudraḥ krodhāgnim utsṛjan
Rudra, das Feuer seines Zorns aufgebend (Nom./Akk./Nom.Part.)
prasādayām āsa tato
besänftigte darauf (3.Sg.Perf.Periphr./Adv.)
devaṃ nārāyaṇaṃ prabhum
den Gott, den Herrn Nārāyaṇa (Akk.)
śaraṇaṃ ca jagāmādyaṃ
und nahm Zuflucht beim urzeitlichen (Akk./3.Sg.Perf./Akk.)
vareṇyaṃ varadaṃ harim
dem vortrefflichen, gabenspendenden Hari (Akk.)

tato 'tha varado devo jitakrodho jitendriyaḥ; prītimān abhavat tatra rudreṇa saha saṃgataḥ

Da wurde darauf der gabenspendende Gott, mit besiegtem Zorn und gezähmten Sinnen, dort liebevoll gestimmt, mit Rudra vereint.

Wort für Wort
tato 'tha varado devo
dann darauf der gabenspendende Gott (Adv./Nom.)
jitakrodho jitendriyaḥ
mit besiegtem Zorn, mit gezähmten Sinnen (Nom.)
prītimān abhavat tatra
wurde dort liebevoll gestimmt (Nom./3.Sg.Impf./Adv.)
rudreṇa saha saṃgataḥ
mit Rudra vereint (Instr./Adv./Nom.Part.)

ṛṣibhir brahmaṇā caiva vibudhaiś ca supūjitaḥ; uvāca devam īśānam īśaḥ sa jagato hariḥ

Von den Sehern, von Brahmā und von den Göttern hoch verehrt, sprach er, der Herr der Welt, Hari, zum Gott Īśāna [Rudra]:

Wort für Wort
ṛṣibhir brahmaṇā ca eva
von den Sehern und von Brahmā (Instr.)
vibudhaiś ca supūjitaḥ
und von den Göttern hoch verehrt (Instr./Nom.Part.)
uvāca devam īśānam
sprach zum Gott Īśāna (3.Sg.Perf./Akk./Akk.)
īśaḥ sa jagato hariḥ
er, der Herr der Welt, Hari (Nom.)

yas tvāṃ vetti sa māṃ vetti yas tvām anu sa mām anu; nāvayor antaraṃ kiṃ cin mā te bhūd buddhir anyathā

„Wer dich kennt, der kennt mich; wer dir nachfolgt, der folgt mir nach. Zwischen uns beiden gibt es keinerlei Unterschied; dein Denken sei nicht anders!

Wort für Wort
yas tvāṃ vetti sa māṃ vetti
wer dich kennt, der kennt mich (Nom.Rel./Akk./3.Sg.Präs./Nom./Akk./3.Sg.Präs.)
yas tvām anu sa mām anu
wer dir nachfolgt, der folgt mir nach (Nom.Rel./Akk./Postp./Nom./Akk./Postp.)
nāvayor antaraṃ kiṃ cin
zwischen uns beiden gibt es keinerlei Unterschied (Gen.Dual/Nom./Nom.)
mā te bhūd buddhir anyathā
dein Denken sei nicht anders (Verneinung/Gen./3.Sg.Inj./Nom./Adv.)

adya prabhṛti śrīvatsaḥ śūlāṅko 'yaṃ bhavatv ayam; mama pāṇyaṅkitaś cāpi śrīkaṇṭhas tvaṃ bhaviṣyasi

Von heute an möge dieses Śrīvatsa-Zeichen zugleich ein Dreizack-Zeichen sein; und auch von meiner Hand gezeichnet, wirst du ‚Śrīkaṇṭha‘ [der Prachthalsige] werden.“

Wort für Wort
adya prabhṛti
von heute an (Adv.)
śrīvatsaḥ śūlāṅko 'yaṃ bhavatv ayam
möge dieses Śrīvatsa-Zeichen zugleich ein Dreizack-Zeichen sein (Nom./Nom./Nom./3.Sg.Imp.)
mama pāṇyaṅkitaś cāpi
und auch von meiner Hand gezeichnet (Gen./Nom.Part.)
śrīkaṇṭhas tvaṃ bhaviṣyasi
wirst du ‚Śrīkaṇṭha‘ werden (Nom./Nom./2.Sg.Fut.)

evaṃ lakṣaṇam utpādya parasparakṛtaṃ tadā; sakhyaṃ caivātulaṃ kṛtvā rudreṇa sahitāv ṛṣī; tapas tepatur avyagrau visṛjya tridivaukasaḥ

So die Zeichen hervorgebracht, die gegenseitig gemacht wurden, und eine unvergleichliche Freundschaft geschlossen habend, vollzogen die beiden Seher, mit Rudra vereint, ungestört Askese, die Himmelsbewohner entlassen habend.

Wort für Wort
evaṃ lakṣaṇam utpādya
so das Zeichen hervorgebracht habend (Adv./Akk./Ger.)
parasparakṛtaṃ tadā
gegenseitig gemacht, damals (Akk./Adv.)
sakhyaṃ caivātulaṃ kṛtvā
und unvergleichliche Freundschaft geschlossen habend (Akk./Akk./Ger.)
rudreṇa sahitāv ṛṣī
die beiden Seher, vereint mit Rudra (Instr./Nom.Dual/Nom.Dual)
tapas tepatur avyagrau
vollzogen ungestört Askese (Akk./3.Dual.Perf./Nom.Dual)
visṛjya tridivaukasaḥ
die Himmelsbewohner entlassen habend (Ger./Akk.Pl.)

eṣa te kathitaḥ pārtha nārāyaṇajayo mṛdhe; nāmāni caiva guhyāni niruktāni ca bhārata; ṛṣibhiḥ kathitānīha yāni saṃkīrtitāni te

Dies, o Pārtha, ist dir erzählt worden: Nārāyaṇas Sieg im Kampf; und auch die geheimen Namen und ihre Etymologien, o Bhārata, die von den Sehern hier erzählt wurden [und] die dir [nun] verkündet worden sind.

Wort für Wort
eṣa te kathitaḥ pārtha
dies ist dir erzählt worden, o Pārtha (Nom./Dat./Nom.Part.)
nārāyaṇajayo mṛdhe
Nārāyaṇas Sieg im Kampf (Nom./Lok.)
nāmāni caiva guhyāni
und die geheimen Namen (Nom.Pl.)
niruktāni ca bhārata
und ihre Etymologien, o Bhārata (Nom.Pl./Vok.)
ṛṣibhiḥ kathitānīha
von den Sehern hier erzählt (Instr./Nom.Pl.Part./Adv.)
yāni saṃkīrtitāni te
die dir verkündet worden sind (Nom.Pl.Rel./Nom.Pl.Part./Dat.)

evaṃ bahuvidhai rūpaiś carāmīha vasuṃdharām; brahmalokaṃ ca kaunteya golokaṃ ca sanātanam; mayā tvaṃ rakṣito yuddhe mahāntaṃ prāptavāñ jayam

So durchwandere ich hier in vielfältigen Gestalten die Erde, die Brahma-Welt, o Sohn der Kuntī, und die ewige Go-Welt; von mir in der Schlacht beschützt, hast du großen Sieg erlangt.

Wort für Wort
evaṃ bahuvidhai rūpaiś
so in vielfältigen Gestalten (Adv./Instr.Pl.)
carāmīha vasuṃdharām
durchwandere ich hier die Erde (1.Sg.Präs./Adv./Akk.)
brahmalokaṃ ca kaunteya
und die Brahma-Welt, o Sohn der Kuntī (Akk./Vok.)
golokaṃ ca sanātanam
und die ewige Go-Welt (Akk./Akk.)
mayā tvaṃ rakṣito yuddhe
von mir in der Schlacht beschützt (Instr./Nom./Nom.Part./Lok.)
mahāntaṃ prāptavāñ jayam
hast du großen Sieg erlangt (Akk./Nom.Perf.Part./Akk.)

yas tu te so 'grato yāti yuddhe saṃpraty upasthite; taṃ viddhi rudraṃ kaunteya devadevaṃ kapardinam

Wer aber vor dir hergeht, wenn die Schlacht gerade bevorsteht – erkenne ihn, o Sohn der Kuntī, als Rudra, den Gott der Götter, den mit dem Haarschopf [Kapardin].

Wort für Wort
yas tu te so 'grato yāti
wer aber vor dir hergeht (Nom.Rel./Dat./Nom./Adv./3.Sg.Präs.)
yuddhe saṃpraty upasthite
wenn die Schlacht gerade bevorsteht (Lok.Abs.)
taṃ viddhi rudraṃ kaunteya
erkenne ihn als Rudra, o Sohn der Kuntī (Akk./Imp.2.Sg./Akk./Vok.)
devadevaṃ kapardinam
den Gott der Götter, den mit dem Haarschopf (Akk.)

kālaḥ sa eva kathitaḥ krodhajeti mayā tava; nihatāṃs tena vai pūrvaṃ hatavān asi vai ripūn

Genau er ist von mir dir als „Zornentsprossener“ [Kāla, die Zeit] bezeichnet worden; die von ihm bereits früher Erschlagenen – [nur] sie hast du [erneut] als Feinde erschlagen.

Wort für Wort
kālaḥ sa eva kathitaḥ
genau er ist als Kāla (Zeit) bezeichnet worden (Nom./Nom.Part.)
krodhajeti mayā tava
als ‚Zornentsprossener‘, von mir, zu dir (Nom.+Zitatpartikel/Instr./Gen.)
nihatāṃs tena vai pūrvaṃ
die von ihm bereits früher getöteten (Akk.Pl.Part./Instr./Partikel/Adv.)
hatavān asi vai ripūn
hast du [nur] die Feinde getötet (Nom.Perf.Part./2.Sg.Präs./Partikel/Akk.Pl.)

aprameyaprabhāvaṃ taṃ devadevam umāpatim; namasva devaṃ prayato viśveśaṃ haram avyayam

Verneige dich achtsam vor ihm, dem Gott der Götter, dem Gemahl Umās, von unermesslicher Macht, dem Herrn des Alls, Hara, dem Unvergänglichen.

Wort für Wort
aprameyaprabhāvaṃ taṃ
ihn, von unermesslicher Macht (Akk.)
devadevam umāpatim
den Gott der Götter, den Gemahl Umās (Akk.)
namasva devaṃ prayato
verneige dich achtsam vor dem Gott (Imp.2.Sg./Akk./Nom.Part.)
viśveśaṃ haram avyayam
dem Herrn des Alls, Hara, dem Unvergänglichen (Akk.)

yaḥ sa te kathitaḥ pūrvaṃ krodhajeti punaḥ punaḥ; tasya prabhāvam evāgryaṃ yac chrutaṃ te dhanaṃjaya

Der, welcher dir zuvor immer wieder als „Zornentsprossener“ genannt wurde – seine Macht ist wahrlich die höchste, [das,] was du gehört hast, o Dhanañjaya.

Wort für Wort
yaḥ sa te kathitaḥ pūrvaṃ
der, welcher dir zuvor genannt wurde (Nom.Rel./Nom./Dat./Nom.Part./Adv.)
krodhajeti punaḥ punaḥ
immer wieder als ‚Zornentsprossener‘ (Nom.+Zitatpartikel/Adv.)
tasya prabhāvam evāgryaṃ
seine Macht [ist] wahrlich die höchste (Gen./Akk./Akk.)
yac chrutaṃ te dhanaṃjaya
was von dir gehört wurde, o Dhanañjaya (Nom.Rel./Nom.Part./Gen./Vok.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

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