Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Śāntiparva

Kapitel 350: sūryāścaryakathanam Die Wunder der Sonne und die geheimnisvolle zweite Sonnengestalt

Ein Brahmane befragt einen Nāga, der abwechselnd den einrädrigen Sonnenwagen zieht, nach Wundern der Sonne. Der Nāga schildert zahlreiche kosmische Wunder – Wind, Regen, Jahreszeiten, das Wesen des Sonnengottes – und erzählt zuletzt von einer rätselhaften, sonnengleichen Gestalt, die einst am Mittagshimmel erschien, sich Vivasvat näherte und mit ihm verschmolz.

brāhmaṇa uvāca; vivasvato gacchati paryayeṇa; voḍhuṃ bhavāṃs taṃ ratham ekacakram; āścaryabhūtaṃ yadi tatra kiṃ cid; dṛṣṭaṃ tvayā śaṃsitum arhasi tvam

Der Brahmane sprach: „Der Reihe nach gehst du, um jenen einrädrigen Wagen Vivasvats zu ziehen. Wenn du dort etwas Wunderbares gesehen hast, solltest du es erzählen.“

Wort für Wort
brāhmaṇa uvāca
der Brahmane sprach (Nom.Sg./3.Sg.Perf.)
vivasvataḥ ratham ekacakram
den einrädrigen Wagen Vivasvats (Gen.Sg./Akk.Sg.)
voḍhum gacchati paryayeṇa
um ihn zu ziehen, gehst du der Reihe nach (Inf./3.Sg.Präs. [ehrerb. für 2.Sg.]/Instr.Sg.)
bhavāṃs tam
du, jenen (Nom.Sg.Hon./Akk.Sg.)
āścaryabhūtaṃ yadi tatra kiṃ cid
wenn dort etwas Wunderbares (Akk.Sg./Konj./Adv./Indef.Pron.)
dṛṣṭaṃ tvayā
von dir gesehen (Nom.Sg.Ptz.Perf.Pass./Instr.Sg.)
śaṃsitum arhasi tvam
solltest du erzählen (Inf./2.Sg.Präs./Nom.Sg.)

nāga uvāca; āścaryāṇām anekānāṃ pratiṣṭhā bhagavān raviḥ; yato bhūtāḥ pravartante sarve trailokyasaṃmatāḥ

Der Nāga sprach: „Der erhabene Sonnengott ist die Grundlage zahlloser Wunder, von dem alle Geschöpfe ausgehen, die in den drei Welten Geltung haben.“

Wort für Wort
nāga uvāca
der Nāga sprach (Nom.Sg./3.Sg.Perf.)
āścaryāṇām anekānāṃ pratiṣṭhā
die Grundlage zahlloser Wunder (Gen.Pl./Gen.Pl./Nom.Sg.)
bhagavān raviḥ
der erhabene Sonnengott (Nom.Sg./Nom.Sg.)
yato bhūtāḥ pravartante
von dem die Geschöpfe ausgehen (Adv./Nom.Pl./3.Pl.Präs.)
sarve trailokyasaṃmatāḥ
alle, die in den drei Welten anerkannt sind (Nom.Pl./Nom.Pl.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

yasya raśmisahasreṣu śākhāsv iva vihaṃgamāḥ; vasanty āśritya munayaḥ saṃsiddhā daivataiḥ saha

In dessen tausend Strahlen wohnen, wie Vögel in den Zweigen, sich darauf stützend, die vollendeten Weisen zusammen mit den Göttern.

Wort für Wort
yasya raśmisahasreṣu
in dessen tausend Strahlen (Gen.Sg./Lok.Pl.)
śākhāsv iva vihaṃgamāḥ
wie Vögel in den Zweigen (Lok.Pl./Adv./Nom.Pl.)
vasanti āśritya
wohnen, sich stützend (3.Pl.Präs./Ger.)
munayaḥ saṃsiddhāḥ
die vollendeten Weisen (Nom.Pl./Nom.Pl.)
daivataiḥ saha
zusammen mit den Göttern (Instr.Pl./Postp.)

yato vāyur viniḥsṛtya sūryaraśmyāśrito mahān; vijṛmbhaty ambare vipra kim āścaryataraṃ tataḥ

Von ihm bricht der Wind hervor und entfaltet sich, gewaltig, gestützt auf die Sonnenstrahlen, am Himmel, o Brahmane – was gibt es Wunderbareres als das?

Wort für Wort
yato vāyuḥ viniḥsṛtya
von dem der Wind hervorbrechend (Adv./Nom.Sg./Ger.)
sūryaraśmyāśritaḥ mahān
gestützt auf die Sonnenstrahlen, der gewaltige (Nom.Sg./Nom.Sg.)
vijṛmbhati ambare
entfaltet sich am Himmel (3.Sg.Präs./Lok.Sg.)
vipra
o Brahmane (Vok.Sg.)
kim āścaryataraṃ tataḥ
was ist wunderbarer als das? (Pron./Komp.Adj./Adv.)

vibhajyatāṃ tu viprarṣe prajānāṃ hitakāmyayā; toyaṃ sṛjati varṣāsu kim āścaryam ataḥ param; yasya maṇḍalamadhyastho mahātmā paramatviṣā; dīptaḥ samīkṣate lokān kim āścaryam ataḥ param

Bedacht sei dies [?], o Weiser: Um der Wohlfahrt der Geschöpfe willen erschafft er in der Regenzeit Wasser – was gibt es Wunderbareres als das? Und der Großherzige, der inmitten seiner Scheibe steht, blickt, leuchtend von höchstem Glanz, auf die Welten – was gibt es Wunderbareres als das?

Wort für Wort
vibhajyatāṃ tu viprarṣe
bedacht sei dies [?], o Weiser (3.Sg.Pass.Imp./Partikel/Vok.Sg.)
prajānāṃ hitakāmyayā
aus Wunsch nach dem Wohl der Geschöpfe (Gen.Pl./Instr.Sg.)
toyaṃ sṛjati varṣāsu
er erschafft Wasser während der Regenzeiten (Akk.Sg./3.Sg.Präs./Lok.Pl.)
kim āścaryam ataḥ param
was ist wunderbarer als das? (Pron./Nom.Sg./Adv./Adj.)
yasya maṇḍalamadhyasthaḥ
in dessen Scheibenmitte stehend (Gen.Sg./Nom.Sg.)
mahātmā paramatviṣā
der Großherzige, von höchstem Glanz (Nom.Sg./Instr.Sg.)
dīptaḥ samīkṣate lokān
leuchtend blickt er auf die Welten (Nom.Sg.Ptz./3.Sg.Präs./Akk.Pl.)
kim āścaryam ataḥ param
was ist wunderbarer als das? (Pron./Nom.Sg./Adv./Adj.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). 'vibhajyatāṃ tu' ist unsicher, möglicherweise verderbt überliefert; sinngemäß mit '[?]' markiert.

śakracāpāṅkitaghaṭaiḥ yaḥ sa vārighaṭodaraiḥ

[Die Wolken] mit Krügen, die vom Bogen Śakras, dem Regenbogen, gezeichnet sind – er, mit wasserbauchigen Krügen [Anm.: Vers fragmentarisch überliefert, Satz ohne Verb und ohne klaren Abschluss].

Wort für Wort
śakracāpāṅkitaghaṭaiḥ
mit Krügen, die vom Bogen Śakras (Regenbogen) gezeichnet sind (Instr.Pl.)
yaḥ sa
er, der (Nom.Sg./Nom.Sg.)
vārighaṭodaraiḥ
mit wasserbauchigen Krügen (Instr.Pl.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Fragmentarisch überlieferte Zusatzzeile ohne vollständige Satzstruktur; Bezug (vermutlich auf Regenwolken) bleibt unsicher.

śukro nāmāsitaḥ pādo yasya vāridharo 'mbare; toyaṃ sṛjati varṣāsu kim āścaryam ataḥ param

Der Strahl [des Sonnengottes], mit Namen Śukra, der dunkle, wird zur Wolke am Himmel; er erschafft Wasser während der Regenzeit – was gibt es Wunderbareres als das?

Wort für Wort
śukro nāma asitaḥ pādaḥ
der Strahl mit Namen Śukra, der dunkle (Nom.Sg./Adv./Nom.Sg./Nom.Sg.)
yasya vāridharaḥ ambare
von dem eine Wolke am Himmel [entsteht] (Gen.Sg./Nom.Sg./Lok.Sg.)
toyaṃ sṛjati varṣāsu
er erschafft Wasser während der Regenzeiten (Akk.Sg./3.Sg.Präs./Lok.Pl.)
kim āścaryam ataḥ param
was ist wunderbarer als das? (Pron./Nom.Sg./Adv./Adj.)

yo 'ṣṭamāsāṃs tu śucinā kiraṇenojjhitaṃ payaḥ; paryādatte punaḥ kāle kim āścaryam ataḥ param

Er, der acht Monate lang mit reinem Strahl das freigegebene Wasser zur rechten Zeit wieder in sich aufnimmt – was gibt es Wunderbareres als das?

Wort für Wort
yaḥ aṣṭamāsān tu
er, der acht Monate lang (Nom.Sg./Akk.Pl./Partikel)
śucinā kiraṇena
mit reinem Strahl (Instr.Sg./Instr.Sg.)
ujjhitaṃ payaḥ
das freigegebene Wasser (Akk.Sg.Ptz./Akk.Sg.)
paryādatte punaḥ kāle
nimmt wieder zur rechten Zeit auf (3.Sg.Präs./Adv./Lok.Sg.)
kim āścaryam ataḥ param
was ist wunderbarer als das? (Pron./Nom.Sg./Adv./Adj.)

yasya tejoviśeṣeṣu nityam ātmā pratiṣṭhitaḥ; yato bījaṃ mahī ceyaṃ dhāryate sacarācaram

In dessen besonderen Glanzgestalten das Selbst ewig gegründet ist, von dem der Same [allen Seins stammt] und durch den diese Erde mit allem Beweglichen und Unbeweglichen getragen wird.

Wort für Wort
yasya tejoviśeṣeṣu
in dessen besonderen Glanzformen (Gen.Sg./Lok.Pl.)
nityam ātmā pratiṣṭhitaḥ
ewig ist das Selbst gegründet (Adv./Nom.Sg./Nom.Sg.Ptz.)
yato bījaṃ
von dem der Same [stammt] (Adv./Nom.Sg.)
mahī ceyaṃ dhāryate
und diese Erde wird getragen (Nom.Sg./Partikel+Pron./3.Sg.Präs.Pass.)
sacarācaram
mit dem Beweglichen und Unbeweglichen (Nom.Sg.Adj., attr. zu mahī)

yatra devo mahābāhuḥ śāśvataḥ paramo 'kṣaraḥ; anādinidhano vipra kim āścaryam ataḥ param

In dem der starkarmige Gott wohnt, der ewige, höchste, unvergängliche, ohne Anfang und Ende, o Brahmane – was gibt es Wunderbareres als das?

Wort für Wort
yatra devo mahābāhuḥ
in dem [wohnt] der starkarmige Gott (Adv./Nom.Sg./Nom.Sg.)
śāśvataḥ paramaḥ akṣaraḥ
der ewige, höchste, unvergängliche (Nom.Sg./Nom.Sg./Nom.Sg.)
anādinidhanaḥ vipra
ohne Anfang und Ende, o Brahmane (Nom.Sg./Vok.Sg.)
kim āścaryam ataḥ param
was ist wunderbarer als das? (Pron./Nom.Sg./Adv./Adj.)

devo mantramayo 'nādiḥ kālātmā tejasāṃ nidhiḥ; jaganmayasya kṣetrajñaḥ kim āścaryataraṃ tataḥ

Der Gott, aus Zauberformeln gebildet, ohne Anfang, dessen Wesen die Zeit ist, der Schatz der Gluten – der Feldkenner [das Selbst] dessen, was aus der Welt besteht – was gibt es Wunderbareres als das?

Wort für Wort
devo mantramayaḥ anādiḥ
der Gott, aus Zauberformeln gebildet, ohne Anfang (Nom.Sg./Nom.Sg./Nom.Sg.)
kālātmā tejasāṃ nidhiḥ
dessen Wesen die Zeit ist, der Schatz der Gluten (Nom.Sg./Gen.Pl./Nom.Sg.)
jaganmayasya kṣetrajñaḥ
der Feldkenner dessen, was aus der Welt besteht (Gen.Sg./Nom.Sg.)
kim āścaryataraṃ tataḥ
was ist wunderbarer als das? (Pron./Komp.Adj./Adv.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

āścaryāṇām ivāścaryam idam ekaṃ tu me śṛṇu; vimale yan mayā dṛṣṭam ambare sūryasaṃśrayāt

Höre nur dieses eine von mir, das wie ein Wunder unter Wundern ist, das ich am klaren Himmel in der Nähe der Sonne gesehen habe.

Wort für Wort
āścaryāṇām iva āścaryam
wie ein Wunder unter Wundern (Gen.Pl./Adv./Nom.Sg.)
idam ekaṃ tu me śṛṇu
höre nur dieses eine von mir (Akk.Sg./Akk.Sg./Partikel/Instr.Sg./2.Sg.Imp.)
vimale ambare
am klaren Himmel (Lok.Sg./Lok.Sg.)
yat mayā dṛṣṭam
das von mir gesehen wurde (Akk.Sg./Instr.Sg./Nom.Sg.Ptz.Perf.Pass.)
sūryasaṃśrayāt
wegen der Sonnennähe (Abl.Sg.)

purā madhyāhnasamaye lokāṃs tapati bhāskare; pratyādityapratīkāśaḥ sarvataḥ pratyadṛśyata

Einst, zur Mittagszeit, als die Sonne die Welten erhitzte, erschien von allen Seiten ein Abbild, das der Sonne gleich glänzte.

Wort für Wort
purā madhyāhnasamaye
einst, zur Mittagszeit (Adv./Lok.Sg.)
lokāṃs tapati bhāskare
als die Sonne die Welten erhitzte (Akk.Pl./Lok.Abs. 3.Sg.Präs./Lok.Sg.)
pratyādityapratīkāśaḥ
eine der Sonne gleich glänzende Gestalt (Nom.Sg.)
sarvataḥ pratyadṛśyata
erschien von allen Seiten (Adv./3.Sg.Impf.Pass.)

sa lokāṃs tejasā sarvān svabhāsā nirvibhāsayan; ādityābhimukho 'bhyeti gaganaṃ pāṭayann iva

Er, alle Welten mit seinem Glanz, mit eigenem Licht überstrahlend, näherte sich, der Sonne zugewandt, und durchbrach dabei gleichsam den Himmel.

Wort für Wort
sa lokāṃs sarvān
er, alle Welten (Nom.Sg./Akk.Pl./Akk.Pl.)
tejasā svabhāsā nirvibhāsayan
mit seinem Glanz, mit eigenem Licht überstrahlend (Instr.Sg./Instr.Sg./Nom.Sg.Ptz.Präs.)
ādityābhimukhaḥ abhyeti
der Sonne zugewandt, nähert er sich (Nom.Sg./3.Sg.Präs.)
gaganaṃ pāṭayann iva
den Himmel gleichsam zerteilend (Akk.Sg./Nom.Sg.Ptz.Präs./Adv.)

hutāhutir iva jyotir vyāpya tejomarīcibhiḥ; anirdeśyena rūpeṇa dvitīya iva bhāskaraḥ

Wie eine ins Feuer gegossene Opferspende durchdrang das Licht [den Raum] mit glühenden Strahlen; in unbeschreiblicher Gestalt erschien er wie eine zweite Sonne.

Wort für Wort
hutāhutiḥ iva jyotiḥ
wie eine dargebrachte Opferspende war das Licht (Nom.Sg./Adv./Nom.Sg.)
vyāpya tejomarīcibhiḥ
durchdringend mit glühenden Strahlen (Ger./Instr.Pl.)
anirdeśyena rūpeṇa
in unbeschreiblicher Gestalt (Instr.Sg./Instr.Sg.)
dvitīya iva bhāskaraḥ
wie eine zweite Sonne (Nom.Sg./Adv./Nom.Sg.)

tasyābhigamanaprāptau hasto datto vivasvatā; tenāpi dakṣiṇo hasto dattaḥ pratyarcanārthinā

Als er sich näherte und ankam, reichte Vivasvat ihm die Hand; auch er streckte, um die Ehrung zu erwidern, seine rechte Hand aus.

Wort für Wort
tasya abhigamanaprāptau
als er sich näherte und ankam (Gen.Sg./Lok.Sg.)
hastaḥ dattaḥ vivasvatā
die Hand wurde von Vivasvat gereicht (Nom.Sg./Nom.Sg.Ptz.Perf.Pass./Instr.Sg.)
tena api dakṣiṇaḥ hastaḥ
auch von ihm die rechte Hand (Instr.Sg./Partikel/Nom.Sg./Nom.Sg.)
dattaḥ pratyarcanārthinā
wurde gereicht von dem, der die Ehrung erwidern wollte (Nom.Sg.Ptz.Perf.Pass./Instr.Sg.)

tato bhittvaiva gaganaṃ praviṣṭo ravimaṇḍalam; ekībhūtaṃ ca tat tejaḥ kṣaṇenādityatāṃ gatam

Darauf durchbrach er den Himmel und trat sogleich in die Sonnenscheibe ein; und jener Glanz, eins geworden [mit der Sonne], nahm im selben Augenblick die Gestalt der Sonne an.

Wort für Wort
tato bhittvā eva gaganaṃ
darauf, den Himmel durchbrechend (Adv./Ger./Partikel/Akk.Sg.)
praviṣṭaḥ ravimaṇḍalam
trat in die Sonnenscheibe ein (Nom.Sg.Ptz.Perf./Akk.Sg.)
ekībhūtaṃ ca tat tejaḥ
und jener Glanz, eins geworden (Nom.Sg.Ptz.Perf./Partikel/Nom.Sg./Nom.Sg.)
kṣaṇena ādityatāṃ gatam
nahm im Augenblick die Sonnenhaftigkeit an (Instr.Sg./Akk.Sg./Nom.Sg.Ptz.Perf.)

tatra naḥ saṃśayo jātas tayos tejaḥsamāgame; anayoḥ ko bhavet sūryo rathastho yo 'yam āgataḥ

Da entstand bei uns ein Zweifel, als sich ihre beiden Glanzgestalten vereinten: Wer von den beiden wäre die Sonne – der ursprünglich im Wagen Sitzende, oder dieser, der neu gekommen ist?

Wort für Wort
tatra naḥ saṃśayaḥ jātaḥ
da entstand bei uns ein Zweifel (Adv./Gen.Pl./Nom.Sg./Nom.Sg.Ptz.Perf.)
tayos tejaḥsamāgame
als sich ihre beiden Glanzgestalten vereinten (Gen.Du./Lok.Sg.)
anayoḥ ko bhavet sūryo
wer von den beiden wäre die Sonne (Gen.Du./Nom.Sg./3.Sg.Opt./Nom.Sg.)
rathastho
der im Wagen Sitzende (Nom.Sg.)
yo 'yam āgataḥ
oder dieser, der gekommen ist (Nom.Sg./Nom.Sg./Nom.Sg.Ptz.Perf.)

te vayaṃ jātasaṃdehāḥ paryapṛcchāmahe ravim; ka eṣa divam ākramya gataḥ sūrya ivāparaḥ

Wir, in Zweifel geraten, fragten daher die Sonne: „Wer ist dieser andere, der, den Himmel durchschreitend, wie eine zweite Sonne dahingegangen ist?“

Wort für Wort
te vayaṃ jātasaṃdehāḥ
wir, in Zweifel geraten (Nom.Pl./Nom.Pl./Nom.Pl.)
paryapṛcchāmahe ravim
fragten die Sonne (1.Pl.Impf.Med./Akk.Sg.)
ka eṣa
wer ist dieser (Nom.Sg./Nom.Sg.)
divam ākramya gataḥ
der, den Himmel durchschreitend, gegangen ist (Akk.Sg./Ger./Nom.Sg.Ptz.Perf.)
sūrya iva aparaḥ
wie eine andere Sonne (Nom.Sg./Adv./Nom.Sg.)

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