Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Śāntiparva

Kapitel 25: nigrahadharma-hayagrīvākhyāna Herrscherpflicht, Strafe und Schicksal: die Geschichte vom König Hayagrīva

Vyāsa mahnt Yudhiṣṭhira, nach den Leiden des Waldlebens zu regieren und zu opfern, und erläutert, wann ein König trotz Strafgewalt und Misserfolg schuldlos bleibt. Als Beispiel dient der im Kampf gefallene Königsseher Hayagrīva.

vaiśaṃpāyana uvāca; punar eva maharṣis taṃ kṛṣṇadvaipāyano 'bravīt; ajātaśatruṃ kaunteyam idaṃ vacanam arthavat

Vaiśaṃpāyana sprach: Abermals sprach der große Seher Kṛṣṇa Dvaipāyana zu ihm, zu Ajātaśatru, dem Sohn der Kuntī, diese sinnvolle Rede.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca
Vaiśaṃpāyana sprach (Nom.; 3.Sg.Perf.)
punar eva maharṣiḥ taṃ
abermals der große Seher (Nom.) ihn (Akk.)
kṛṣṇadvaipāyano 'bravīt
Kṛṣṇa Dvaipāyana (Nom.) sprach (3.Sg.Impf.)
ajātaśatruṃ kaunteyam
zu Ajātaśatru, dem Kaunteya (Akk.)
idaṃ vacanam arthavat
diese Rede (Akk.), sinnvoll (Akk.n.)

araṇye vasatāṃ tāta bhrātṝṇāṃ te tapasvinām; manorathā mahārāja ye tatrāsan yudhiṣṭhira

„Ihr Brüder, mein Lieber, die ihr im Wald weiltet und Askese übtet – die Wünsche, die ihr dort hattet, o Großkönig Yudhiṣṭhira –

Wort für Wort
araṇye vasatāṃ tāta
im Wald (Lok.) der Weilenden (Gen.Pl.), mein Lieber (Vok.)
bhrātṝṇāṃ te tapasvinām
von den Brüdern (Gen.Pl.), deinen (Gen.), den Asketen (Gen.Pl.)
manorathā mahārāja
die Wünsche (Nom.Pl.), Großkönig (Vok.)
ye tatrāsan
welche dort waren (3.Pl.Impf.)
yudhiṣṭhira
Yudhiṣṭhira (Vok.)

tān ime bharataśreṣṭha prāpnuvantu mahārathāḥ; praśādhi pṛthivīṃ pārtha yayātir iva nāhuṣaḥ

diese sollen diese großen Wagenkämpfer nun erlangen, Bester der Bharatas. Regiere die Erde, Pārtha, wie Yayāti, der Sohn des Nahuṣa.

Wort für Wort
tān ime bharataśreṣṭha
diese [Wünsche] (Akk.Pl.), diese (Nom.Pl.), Bester der Bharatas (Vok.)
prāpnuvantu mahārathāḥ
sollen erlangen (3.Pl.Imp.), die Großwagenkämpfer (Nom.Pl.)
praśādhi pṛthivīṃ pārtha
regiere (2.Sg.Imp.) die Erde (Akk.), Pārtha (Vok.)
yayātir iva nāhuṣaḥ
wie Yayāti (Nom.), der Nahuṣa-Sohn (Nom.)

araṇye duḥkhavasatir anubhūtā tapasvibhiḥ; duḥkhasyānte naravyāghrāḥ sukhaṃ tv anubhavantv ime

Im Wald ist von den Asketen ein leidvolles Wohnen erfahren worden; am Ende des Leids sollen diese Tiger unter den Männern nun Glück erfahren.

Wort für Wort
araṇye duḥkhavasatiḥ
im Wald (Lok.) leidvolles Wohnen (Nom.)
anubhūtā tapasvibhiḥ
wurde erfahren (Part.Pass.f.), von den Asketen (Instr.Pl.)
duḥkhasyānte
am Ende des Leids (Gen./Lok.)
naravyāghrāḥ
ihr Tiger unter den Männern (Nom./Vok.Pl.)
sukhaṃ tv anubhavantv ime
Glück (Akk.) aber sollen erfahren (3.Pl.Imp.) diese (Nom.Pl.)

dharmam arthaṃ ca kāmaṃ ca bhrātṛbhiḥ saha bhārata; anubhūya tataḥ paścāt prasthātāsi viśāṃ pate

Nachdem du mit deinen Brüdern Dharma, Artha und Kāma erfahren hast, Bhārata, sollst du danach aufbrechen, Herr der Menschen.

Wort für Wort
dharmam arthaṃ ca kāmaṃ ca
Dharma, Artha und Kāma (Akk.)
bhrātṛbhiḥ saha bhārata
mit den Brüdern (Instr.Pl.), Bhārata (Vok.)
anubhūya tataḥ paścāt
nachdem du erfahren hast (Abs.), dann danach
prasthātāsi viśāṃ pate
wirst aufbrechen (2.Sg.periph.Fut.), Herr der Menschen (Vok.)

atithīnāṃ ca pitṝṇāṃ devatānāṃ ca bhārata; ānṛṇyaṃ gaccha kaunteya tataḥ svargaṃ gamiṣyasi

Gegenüber Gästen, Ahnen und Göttern, Bhārata, gelange zur Schuldlosigkeit, Sohn der Kuntī; dann wirst du in den Himmel gehen.

Wort für Wort
atithīnāṃ ca pitṝṇāṃ
der Gäste und der Ahnen (Gen.Pl.)
devatānāṃ ca bhārata
und der Gottheiten (Gen.Pl.), Bhārata (Vok.)
ānṛṇyaṃ gaccha kaunteya
Schuldenfreiheit (Akk.), gelange (2.Sg.Imp.), Kaunteya (Vok.)
tataḥ svargaṃ gamiṣyasi
dann in den Himmel (Akk.) wirst du gehen (2.Sg.Fut.)

sarvamedhāśvamedhābhyāṃ yajasva kurunandana; tataḥ paścān mahārāja gamiṣyasi parāṃ gatim

Opfere mit dem Sarvamedha und dem Aśvamedha, Freude der Kurus; danach, Großkönig, wirst du zum höchsten Ziel gehen.

Wort für Wort
sarvamedhāśvamedhābhyāṃ
mit Sarvamedha und Aśvamedha (Instr.Du.)
yajasva kurunandana
opfere (2.Sg.Imp.Med.), Freude der Kurus (Vok.)
tataḥ paścān mahārāja
dann danach, Großkönig (Vok.)
gamiṣyasi parāṃ gatim
wirst gehen (2.Sg.Fut.) zum höchsten Ziel (Akk.)

bhrātṝṃś ca sarvān kratubhiḥ saṃyojya bahudakṣiṇaiḥ; saṃprāptaḥ kīrtim atulāṃ pāṇḍaveya bhaviṣyasi

Und indem du alle Brüder mit Opfern voller reicher Opfergaben verbindest, wirst du, Pāṇḍava, unvergleichlichen Ruhm erlangt haben.

Wort für Wort
bhrātṝṃś ca sarvān
und die Brüder (Akk.Pl.), alle (Akk.Pl.)
kratubhiḥ saṃyojya
mit Opfern (Instr.Pl.) verbindend (Abs.)
bahudakṣiṇaiḥ
mit reichen Opfergaben (Instr.Pl.)
saṃprāptaḥ kīrtim atulām
erlangt habend (Part.Pass.Nom.), Ruhm (Akk.) unvergleichlichen (Akk.)
pāṇḍaveya bhaviṣyasi
Pāṇḍava (Vok.), wirst sein (2.Sg.Fut.)

vidma te puruṣavyāghra vacanaṃ kurunandana; śṛṇu mac ca yathā kurvan dharmān na cyavate nṛpaḥ

Ich kenne deine Rede, Tiger unter den Männern, Freude der Kurus; höre auch von mir, wie ein König, wenn er so handelt, nicht vom Dharma abfällt.

Wort für Wort
vidma te puruṣavyāghra
wir wissen/ich weiß (1.Pl.Perf.) dein (Gen.), Tiger unter den Männern (Vok.)
vacanaṃ kurunandana
die Rede (Akk.), Freude der Kurus (Vok.)
śṛṇu mat ca
höre (2.Sg.Imp.) von mir (Abl.) auch
yathā kurvan
wie [er] handelnd (Part.Präs.)
dharmān na cyavate nṛpaḥ
vom Dharma (Abl.) nicht fällt ab (3.Sg.Präs.Med.) der König (Nom.)

ādadānasya ca dhanaṃ nigrahaṃ ca yudhiṣṭhira; samānaṃ dharmakuśalāḥ sthāpayanti nareśvara

Die im Dharma Kundigen setzen für den, der Vermögen nimmt, und die Bestrafung, Yudhiṣṭhira, als gleichartig fest, Herr der Menschen [?].

Wort für Wort
ādadānasya ca dhanaṃ
des Nehmenden (Gen.) und Vermögen (Akk.)
nigrahaṃ ca yudhiṣṭhira
und Zügelung/Bestrafung (Akk.), Yudhiṣṭhira (Vok.)
samānaṃ dharmakuśalāḥ
gleich (Akk.n.), im Dharma Kundige (Nom.Pl.)
sthāpayanti nareśvara
setzen fest (3.Pl.Kaus.Präs.), Herr der Menschen (Vok.)

Syntax des Verses knapp und unsicher: gemeint wohl, dass Steuernehmen und Strafen als zusammengehörige, gleichwertige Königspflicht gelten.

pratyakṣam anumānaṃ ca upamānaṃ tathāgamaḥ; arthāpattis tathaitihyaṃ saṃśayo nirṇayas tathā; ākāro hīṅgitaś caiva gatiś ceṣṭā ca bhārata; pratijñā caiva hetuś ca dṛṣṭāntopanayas tathā; uktir nigamanaṃ teṣāṃ prameyaṃ ca prayojanam; etāni sādhanāny āhur bahuvargaprasiddhaye; pratyakṣam anumānaṃ ca sarveṣāṃ yonir iṣyate; pramāṇajño hi śaknoti daṇḍayonau vicakṣaṇaḥ; apramāṇavatā nīto daṇḍo hanyān mahīpatim

Wahrnehmung, Schlussfolgerung, Vergleich und Überlieferung, Folgerung aus Umständen, ebenso Tradition, Zweifel und Entscheidung; Miene und Andeutung, Gang und Bemühen, Bhārata; These und Grund, Beispiel und Anwendung; Aussage, deren Schlussfolgerung, das zu Erkennende und der Zweck; diese nennt man Mittel für den Erfolg bei den vielen [Wissens-]Gruppen; Wahrnehmung und Schlussfolgerung gelten als Ursprung aller; der Kenner der Erkenntnismittel, der Scharfsichtige, vermag es bei der Quelle der Strafe [?]; eine Strafe, die von einem ohne Erkenntnismittel Verfahrenden verhängt wird, würde den Herrscher erschlagen.

Wort für Wort
pratyakṣam anumānaṃ ca upamānaṃ tathāgamaḥ
Wahrnehmung, Schlussfolgerung, Vergleich und Überlieferung (Nom.)
arthāpattis tathaitihyaṃ saṃśayo nirṇayas tathā
Folgerung aus Umständen, Tradition, Zweifel, Entscheidung (Nom.)
ākāro hīṅgitaś caiva gatiś ceṣṭā ca bhārata
Miene, Andeutung, Gang, Bemühen (Nom.), Bhārata (Vok.)
pratijñā caiva hetuś ca dṛṣṭāntopanayas tathā
These, Grund, Beispiel, Anwendung (Nom.)
uktir nigamanaṃ teṣāṃ prameyaṃ ca prayojanam
Aussage, Schlussfolgerung, deren (Gen.), das zu Erkennende und der Zweck (Nom.)
etāni sādhanāny āhur bahuvargaprasiddhaye
diese Mittel (Nom.Pl.n.) nennen sie (3.Pl.Perf.), zum Erfolg für viele Gruppen (Dat.)
pratyakṣam anumānaṃ ca sarveṣāṃ yonir iṣyate
Wahrnehmung und Schlussfolgerung, Ursprung (Nom.) aller (Gen.) gilt (3.Sg.Pass.)
pramāṇajño hi śaknoti daṇḍayonau vicakṣaṇaḥ; apramāṇavatā nīto daṇḍo hanyān mahīpatim
der Kenner der Erkenntnismittel vermag, scharfsichtig, bei der Quelle der Strafe (Lok.); von einem ohne Maßstab Verfahrenden geführte Strafe (Nom.) würde erschlagen (3.Sg.Opt.) den Herrscher (Akk.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage (Nyāya-Terminologie); daṇḍayonau und der Anschluss der Halbverse sind unsicher.

deśakālapratīkṣe yo dasyor darśayate nṛpaḥ; śāstrajāṃ buddhim āsthāya nainasā sa hi yujyate

Der König, der dem Räuber gegenüber [seine Strafgewalt] zeigt und dabei auf Ort und Zeit achtet, gestützt auf die aus der Śāstra geborene Einsicht, wird nicht mit Schuld verbunden.

Wort für Wort
deśakālapratīkṣe
auf Ort und Zeit achtend (Kompositum, adverbial)
yo dasyor darśayate nṛpaḥ
welcher König (Nom.) dem Räuber (Dat./Gen.) zeigt (3.Sg.Kaus.Med.)
śāstrajāṃ buddhim āsthāya
die aus der Śāstra geborene (Akk.) Einsicht (Akk.) gestützt auf (Abs.)
nainasā sa hi yujyate
nicht mit Schuld (Instr.) er wahrlich wird verbunden (3.Sg.Pass.)

pratīkṣe und die Konstruktion mit dasyoḥ sind nicht ganz eindeutig.

ādāya baliṣaḍbhāgaṃ yo rāṣṭraṃ nābhirakṣati; pratigṛhṇāti tat pāpaṃ caturthāṃśena pārthivaḥ

Der Herrscher, der den sechsten Teil als Abgabe nimmt und das Reich nicht beschützt, nimmt dessen Sünde zu einem Viertel auf sich.

Wort für Wort
ādāya baliṣaḍbhāgaṃ
nachdem er genommen hat (Abs.) den sechsten Teil als Abgabe (Akk.)
yo rāṣṭraṃ nābhirakṣati
welcher das Reich (Akk.) nicht schützt (3.Sg.Präs.)
pratigṛhṇāti tat pāpaṃ
nimmt auf sich (3.Sg.Präs.) diese Sünde (Akk.)
caturthāṃśena pārthivaḥ
mit einem Viertelanteil (Instr.), der Herrscher (Nom.)

nibodha ca yathātiṣṭhan dharmān na cyavate nṛpaḥ; nigrahād dharmaśāstrāṇām anurudhyann apetabhīḥ; kāmakrodhāv anādṛtya piteva samadarśanaḥ

Vernimm auch, wie er, wenn er sich so verhält, nicht vom Dharma abfällt: durch Bestrafung, den Lehrbüchern des Dharma folgend, furchtlos, Begierde und Zorn missachtend, wie ein Vater alle gleich ansehend.

Wort für Wort
nibodha ca yathātiṣṭhan
vernimm (2.Sg.Imp.) und wie er sich verhaltend (Part.Präs.)
dharmān na cyavate nṛpaḥ
vom Dharma (Abl.) nicht fällt ab der König (Nom.)
nigrahād dharmaśāstrāṇām anurudhyann
durch Bestrafung (Abl.), den Dharmaśāstras (Gen.) folgend (Part.Präs.)
apetabhīḥ
furchtlos (Nom.)
kāmakrodhāv anādṛtya
Begierde und Zorn (Akk.Du.) missachtend (Abs.)
piteva samadarśanaḥ
wie ein Vater (Nom.), gleich blickend (Nom.)

nigrahāt: Ablativ der Art und Weise; Bezug auf yathā nicht ganz eindeutig.

daivenopahate rājā karmakāle mahādyute; pramādayati tat karma na tatrāhur atikramam

Ist der König, du Hochglänzender, von der Fügung geschlagen, und lässt er in der Zeit des Handelns dieses Werk missraten, so, sagt man, liegt darin kein Vergehen.

Wort für Wort
daivenopahate rājā
von der Fügung (Instr.) geschlagen (Lok.) der König (Nom.)
karmakāle mahādyute
in der Zeit des Handelns (Lok.), Hochglänzender (Vok.)
pramādayati tat karma
lässt versäumen/verfehlen (3.Sg.Kaus.) dieses Werk (Akk.)
na tatrāhur atikramam
nicht darin sagen sie (3.Pl.Perf.) eine Übertretung (Akk.)

pramādayati: Bedeutung (versäumen/missraten lassen) erschlossen.

tarasā buddhipūrvaṃ vā nigrāhyā eva śatravaḥ; pāpaiḥ saha na saṃdadhyād rāṣṭraṃ paṇyaṃ na kārayet

Mit Ungestüm oder mit Vorbedacht sind Feinde stets zu bezwingen; mit Bösen soll er kein Bündnis schließen, und das Reich soll er nicht zur Handelsware machen.

Wort für Wort
tarasā buddhipūrvaṃ vā
mit Ungestüm (Instr.) oder mit Vorbedacht (Adv.)
nigrāhyā eva śatravaḥ
zu bezwingen (Gerundiv Nom.Pl.) fürwahr die Feinde (Nom.Pl.)
pāpaiḥ saha na saṃdadhyāt
mit Bösen (Instr.Pl.) nicht soll er ein Bündnis schließen (3.Sg.Opt.)
rāṣṭraṃ paṇyaṃ na kārayet
das Reich (Akk.) zur Handelsware (Akk.) nicht soll er machen lassen (3.Sg.Kaus.Opt.)

śūrāś cāryāś ca satkāryā vidvāṃsaś ca yudhiṣṭhira; gomato dhaninaś caiva paripālyā viśeṣataḥ

Helden und Edle sind zu ehren, und Gelehrte, Yudhiṣṭhira; Besitzer von Rindern und Reiche sind besonders zu schützen.

Wort für Wort
śūrāś cāryāś ca satkāryāḥ
Helden und Edle (Nom.Pl.) sind zu ehren (Gerundiv)
vidvāṃsaś ca yudhiṣṭhira
und Gelehrte (Nom.Pl.), Yudhiṣṭhira (Vok.)
gomato dhaninaś caiva
Rinderbesitzer und Reiche (Nom.Pl.)
paripālyā viśeṣataḥ
zu schützen (Gerundiv), besonders (Adv.)

vyavahāreṣu dharmyeṣu niyojyāś ca bahuśrutāḥ

Bei rechtmäßigen Rechtsverfahren sind Vielgelehrte einzusetzen.

Wort für Wort
vyavahāreṣu dharmyeṣu
bei Rechtsverfahren (Lok.Pl.), rechtmäßigen (Lok.Pl.)
niyojyāś ca bahuśrutāḥ
und einzusetzen (Gerundiv Nom.Pl.), Vielgelehrte (Nom.Pl.)

pramāṇajñā mahīpāla nyāyaśāstrāvalambinaḥ; vedārthatattvavid rājaṃs tarkaśāstrabahuśrutaḥ; mantre ca vyavahāre ca niyoktavyo vijānatā; tarkaśāstrakṛtā buddhir dharmaśāstrakṛtā ca yā; daṇḍanītikṛtā caiva trailokyam api sādhayet; niyojyā vedatattvajñā yajñakarmasu pārthiva; vedajñā ye ca śāstrajñās te ca rājan subuddhayaḥ; ānvīkṣikītrayīvārtādaṇḍanītiṣu pāragāḥ; te tu sarvatra yoktavyās te ca buddheḥ parāṃ gatāḥ

Kenner der Erkenntnismittel, o Erdhüter, auf die Nyāya-Lehre gestützt; wer die Wahrheit vom Sinn des Veda kennt, o König, in der Lehre der Schlussfolgerung sehr bewandert – so einer ist von einem Wissenden im Rat und im Rechtsverfahren einzusetzen. Die durch die Schlusslehre gebildete Einsicht, die durch die Dharma-Lehre gebildete und die durch die Staatskunst gebildete würde sogar die drei Welten bezwingen. Einzusetzen sind, Pārthiva, die Kenner der Wahrheit des Veda bei den Opferhandlungen; die Veda-Kundigen und die Śāstra-Kundigen, o König, sind die gut Verständigen; die in Ānvīkṣikī, Trayī, Vārtā und Daṇḍanīti bis ans Ende Gelangten – diese sind überall einzusetzen, und sie sind zum Höchsten der Einsicht gelangt.

Wort für Wort
pramāṇajñā mahīpāla nyāyaśāstrāvalambinaḥ
Kenner der Erkenntnismittel, Erdhüter (Vok.), auf die Nyāya-Lehre gestützt (Nom.Pl.)
vedārthatattvavid rājaṃs tarkaśāstrabahuśrutaḥ
Kenner der Wahrheit vom Sinn des Veda, König (Vok.), in der Tarka-Lehre sehr belesen (Nom.)
mantre ca vyavahāre ca niyoktavyo vijānatā
im Rat und im Rechtsverfahren einzusetzen (Gerundiv), von einem Wissenden (Instr.)
tarkaśāstrakṛtā buddhir dharmaśāstrakṛtā ca yā
durch die Tarka-Lehre gebildete Einsicht und die durch die Dharma-Lehre gebildete, welche (Nom.)
daṇḍanītikṛtā caiva trailokyam api sādhayet
und die durch die Daṇḍanīti gebildete; die drei Welten sogar würde bezwingen (3.Sg.Opt.)
niyojyā vedatattvajñā yajñakarmasu pārthiva
einzusetzen (Nom.Pl.) die Kenner der Veda-Wahrheit bei den Opferhandlungen (Lok.), Pārthiva (Vok.)
vedajñā ye ca śāstrajñās te ca rājan subuddhayaḥ
Veda-Kundige und Śāstra-Kundige, diese, König (Vok.), gut Verständige (Nom.Pl.)
ānvīkṣikītrayīvārtādaṇḍanītiṣu pāragāḥ; te tu sarvatra yoktavyās te ca buddheḥ parāṃ gatāḥ
in Ānvīkṣikī, Trayī, Vārtā und Daṇḍanīti (Lok.Pl.) ans Ende Gelangte; diese aber überall einzusetzen; und sie zum Höchsten (Akk.) der Einsicht (Gen.) gelangt (Part.Pass.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; der Anschluss der Halbverse ist locker, die Satzgrenzen sind erschlossen.

guṇayukte 'pi naikasmin viśvasyāc ca vicakṣaṇaḥ

Auch bei einem, der mit Vorzügen begabt ist, soll der Scharfsichtige nicht auf einen Einzigen allein vertrauen.

Wort für Wort
guṇayukte 'pi
auch bei einem mit Vorzügen Verbundenen (Lok.)
naikasmin
nicht auf einen einzigen (Lok.)
viśvasyāc ca vicakṣaṇaḥ
soll vertrauen (3.Sg.Opt.) und der Scharfsichtige (Nom.)

Halbvers 17cd der Hauptüberlieferung nach der Zusatzpassage.

arakṣitā durvinīto mānī stabdho 'bhyasūyakaḥ; enasā yujyate rājā durdānta iti cocyate

Ein König, der nicht schützt, ungezogen, eingebildet, starr und missgünstig ist, wird mit Schuld verbunden und „Unbezähmter“ genannt.

Wort für Wort
arakṣitā durvinīto mānī
nicht Schützender, Ungezogener, Eingebildeter (Nom.)
stabdho 'bhyasūyakaḥ
Starrer, Missgünstiger (Nom.)
enasā yujyate rājā
mit Schuld (Instr.) wird verbunden (3.Sg.Pass.) der König (Nom.)
durdānta iti cocyate
„Unbezähmter“ so und wird genannt (3.Sg.Pass.)

ye 'rakṣyamāṇā hīyante daivenopahate nṛpe; taskaraiś cāpi hanyante sarvaṃ tad rājakilbiṣam

Diejenigen, die, weil sie nicht beschützt werden, zugrunde gehen, während der König von der Fügung geschlagen ist, und auch von Räubern erschlagen werden – all das ist Schuld des Königs.

Wort für Wort
ye 'rakṣyamāṇā hīyante
welche, nicht beschützt (Part.Pass.), zugrunde gehen (3.Pl.Pass.)
daivenopahate nṛpe
während der König (Lok.) von der Fügung (Instr.) geschlagen ist (Lok.abs.)
taskaraiś cāpi hanyante
und auch von Räubern (Instr.Pl.) werden erschlagen (3.Pl.Pass.)
sarvaṃ tad rājakilbiṣam
all das (Nom.), Schuld des Königs (Nom.)

sumantrite sunīte ca vidhivac copapādite; pauruṣe karmaṇi kṛte nāsty adharmo yudhiṣṭhira

Ist gut beraten, gut geleitet und ordnungsgemäß ausgeführt die Tat der Mannestat vollbracht, so gibt es keinen Adharma, Yudhiṣṭhira.

Wort für Wort
sumantrite sunīte ca
bei gutem Rat und guter Führung (Lok.abs.)
vidhivac copapādite
und ordnungsgemäß ausgeführt (Lok.)
pauruṣe karmaṇi kṛte
in der Tat der Mannestat (Lok.), vollbracht (Lok.)
nāsty adharmo yudhiṣṭhira
nicht gibt es Adharma (Nom.), Yudhiṣṭhira (Vok.)

vipadyante samārambhāḥ sidhyanty api ca daivataḥ; kṛte puruṣakāre tu nainaḥ spṛśati pārthivam

Unternehmungen scheitern und gelingen auch durch die Fügung; ist aber die Mannestat vollbracht, berührt die Schuld den Herrscher nicht.

Wort für Wort
vipadyante samārambhāḥ
scheitern (3.Pl.Präs.Med.) Unternehmungen (Nom.Pl.)
sidhyanty api ca daivataḥ
gelingen (3.Pl.Präs.) auch durch die Fügung (Abl.-Adv.)
kṛte puruṣakāre tu
ist getan (Lok.) die Mannestat (Lok.) aber
nainaḥ spṛśati pārthivam
nicht Schuld (Nom.) berührt (3.Sg.Präs.) den Herrscher (Akk.)

atra te rājaśārdūla vartayiṣye kathām imām; yad vṛttaṃ pūrvarājarṣer hayagrīvasya pārthiva

Hierzu will ich dir, Tiger unter den Königen, diese Geschichte erzählen: was dem früheren Königsseher Hayagrīva geschah, Herrscher.

Wort für Wort
atra te rājaśārdūla
hierzu dir (Dat./Gen.), Tiger unter den Königen (Vok.)
vartayiṣye kathām imām
will ich erzählen (1.Sg.Fut.Kaus.) diese Geschichte (Akk.)
yad vṛttaṃ pūrvarājarṣeḥ
was sich ereignete (Part.Pass.), des früheren Königsehers (Gen.)
hayagrīvasya pārthiva
des Hayagrīva (Gen.), Herrscher (Vok.)

śatrūn hatvā hatasyājau śūrasyākliṣṭakarmaṇaḥ; asahāyasya dhīrasya nirjitasya yudhiṣṭhira

[Von dem], der Feinde erschlagen hatte und im Kampf erschlagen wurde, dem Helden mit unermüdlicher Tat, ohne Gefährten, dem Standhaften, Besiegten, Yudhiṣṭhira – [Anm.: Satz setzt sich in der folgenden Einheit fort]

Wort für Wort
śatrūn hatvā
die Feinde (Akk.Pl.) erschlagen habend (Abs.)
hatasyājau
des Erschlagenen (Gen.), im Kampf (Lok.)
śūrasyākliṣṭakarmaṇaḥ
des Helden (Gen.), mit unermüdlicher Tat (Gen.)
asahāyasya dhīrasya
des Gefährtenlosen, des Standhaften (Gen.)
nirjitasya yudhiṣṭhira
des Besiegten (Gen.), Yudhiṣṭhira (Vok.)

Genitive hängen syntaktisch in der Schwebe; sie beziehen sich auf Hayagrīva (V. 25) und den Aussagesatz in V. 27.

yat karma vai nigrahe śātravāṇāṃ; yogaś cāgryaḥ pālane mānavānām; kṛtvā karma prāpya kīrtiṃ suyuddhe; vājigrīvo modate devaloke

Durch die Tat bei der Bezwingung der Feindesscharen und den vorzüglichsten Einsatz beim Schutz der Menschen, durch das vollbrachte Werk und den im guten Kampf erlangten Ruhm freut sich Vājigrīva in der Götterwelt.

Wort für Wort
yat karma vai nigrahe śātravāṇām
welche Tat fürwahr bei der Bezwingung (Lok.) der Feindesscharen (Gen.Pl.)
yogaś cāgryaḥ pālane mānavānām
und der vorzüglichste Einsatz (Nom.) beim Schutz (Lok.) der Menschen (Gen.Pl.)
kṛtvā karma prāpya kīrtiṃ suyuddhe
nach vollbrachtem Werk (Abs.), nach erlangtem Ruhm (Abs.) im guten Kampf (Lok.)
vājigrīvo modate devaloke
Vājigrīva (Nom.) freut sich (3.Sg.Präs.Med.) in der Götterwelt (Lok.)

saṃtyaktātmā samareṣv ātatāyī; śastraiś chinno dasyubhir ardyamānaḥ; aśvagrīvaḥ karmaśīlo mahātmā; saṃsiddhātmā modate devaloke

Er, der sich selbst preisgab in den Schlachten, ein Angreifer, von Waffen zerhauen, von Räubern bedrängt – Aśvagrīva, dem Werk ergeben, hochgesinnt, mit vollendetem Selbst, freut sich in der Götterwelt.

Wort für Wort
saṃtyaktātmā samareṣv ātatāyī
sich selbst preisgebend (Nom.) in den Schlachten (Lok.Pl.), Angreifer (Nom.)
śastraiś chinno dasyubhir ardyamānaḥ
von Waffen (Instr.Pl.) zerhauen (Part.Pass.), von Räubern (Instr.Pl.) bedrängt (Part.Pass.Nom.)
aśvagrīvaḥ karmaśīlo mahātmā
Aśvagrīva (Nom.), dem Werk ergeben, hochgesinnt (Nom.)
saṃsiddhātmā modate devaloke
mit vollendetem Selbst (Nom.) freut sich in der Götterwelt (Lok.)

dhanur yūpo raśanā jyā śaraḥ sruk; sruvaḥ khaḍgo rudhiraṃ yatra cājyam; ratho vedī kāmago yuddham agniś; cāturhotraṃ caturo vājimukhyāḥ

Der Bogen ist der Opferpfosten, die Bogensehne der Strick, der Pfeil der Opferlöffel Sruc; das Schwert der Löffel Sruva, das Blut, worin die Opferbutter [ist]; der Wagen der Altar, willfährig fahrend, der Kampf das Feuer, die vier vorzüglichen Rosse das Cāturhotra-[Priesterkollegium].

Wort für Wort
dhanur yūpo raśanā jyā
der Bogen (Nom.) [ist] der Opferpfosten, der Strick [ist] die Sehne (Nom.)
śaraḥ sruk
der Pfeil (Nom.) [ist] der Sruc-Löffel
sruvaḥ khaḍgo rudhiraṃ yatra cājyam
der Sruva-Löffel [ist] das Schwert, das Blut (Nom.), worin die Opferbutter (Nom.)
ratho vedī kāmago
der Wagen (Nom.) [ist] der Altar, nach Wunsch fahrend (Nom.)
yuddham agniḥ
der Kampf (Nom.) [ist] das Feuer
cāturhotraṃ caturo vājimukhyāḥ
Cāturhotra (Nom.) [sind] die vier (Nom.) vorzüglichen Rosse (Nom.Pl.)

Opfermetapher; die Zuordnung von kāmagaḥ (zu ratha) ist erschlossen.

hutvā tasmin yajñavahnāv athārīn; pāpān mukto rājasiṃhas tarasvī; prāṇān hutvā cāvabhṛthe raṇe sa; vājigrīvo modate devaloke

Nachdem er in jenem Opferfeuer die sündigen Feinde geopfert hat, ist der Löwe unter den Königen, der Ungestüme, erlöst; nachdem er seine Lebensatem als Schlussbad im Kampf geopfert hat, freut sich Vājigrīva in der Götterwelt.

Wort für Wort
hutvā tasmin yajñavahnāv
nachdem er geopfert hat (Abs.) in diesem Opferfeuer (Lok.)
athārīn pāpān
dann die Feinde (Akk.Pl.), die sündigen (Akk.Pl.)
mukto rājasiṃhas tarasvī
befreit (Part.Pass.), Löwe unter den Königen, ungestüm (Nom.)
prāṇān hutvā cāvabhṛthe raṇe sa
die Lebensatem (Akk.Pl.) geopfert habend, beim Schlussbad (Lok.), im Kampf (Lok.), er
vājigrīvo modate devaloke
Vājigrīva (Nom.) freut sich in der Götterwelt (Lok.)

mukto ohne Ablativ: Bezug (frei von Schuld?) unsicher.

rāṣṭraṃ rakṣan buddhipūrvaṃ nayena; saṃtyaktātmā yajñaśīlo mahātmā; sarvāṃl lokān vyāpya kīrtyā manasvī; vājigrīvo modate devaloke

Das Reich mit Vorbedacht durch kluge Führung schützend, sich selbst preisgebend, dem Opfer ergeben, hochgesinnt, alle Welten mit Ruhm erfüllend, der Verständige – Vājigrīva freut sich in der Götterwelt.

Wort für Wort
rāṣṭraṃ rakṣan buddhipūrvaṃ nayena
das Reich (Akk.) schützend (Part.Präs.), mit Vorbedacht, durch Klugheit (Instr.)
saṃtyaktātmā yajñaśīlo mahātmā
sich preisgebend, dem Opfer ergeben, hochgesinnt (Nom.)
sarvāṃl lokān vyāpya kīrtyā
alle Welten (Akk.Pl.) erfüllend (Abs.) mit Ruhm (Instr.)
manasvī
der Verständige (Nom.)
vājigrīvo modate devaloke
Vājigrīva freut sich in der Götterwelt (Lok.)

daivīṃ siddhiṃ mānuṣīṃ daṇḍanītiṃ; yoganyāyaiḥ pālayitvā mahīṃ ca; tasmād rājā dharmaśīlo mahātmā; hayagrīvo modate svargaloke

Nachdem er den göttlichen Erfolg, die menschliche Staatskunst und die Erde mit den Grundsätzen des Yoga behütet hat – deshalb freut sich der König, dem Dharma ergeben, hochgesinnt, Hayagrīva, in der Himmelswelt [?].

Wort für Wort
daivīṃ siddhiṃ mānuṣīṃ daṇḍanītiṃ
göttlichen Erfolg (Akk.), menschliche Staatskunst (Akk.)
yoganyāyaiḥ pālayitvā mahīṃ ca
mit den Grundsätzen des Yoga (Instr.Pl.) behütet habend (Abs.) und die Erde (Akk.)
tasmād rājā dharmaśīlo mahātmā
deshalb der König (Nom.), dem Dharma ergeben, hochgesinnt (Nom.)
hayagrīvo modate svargaloke
Hayagrīva (Nom.) freut sich in der Himmelswelt (Lok.)

Der Anschluss von tasmāt und die Zuordnung von yoganyāyaiḥ sind unsicher.

vidvāṃs tyāgī śraddadhānaḥ kṛtajñas; tyaktvā lokaṃ mānuṣaṃ karma kṛtvā; medhāvināṃ viduṣāṃ saṃmatānāṃ; tanutyajāṃ lokam ākramya rājā

Der Gelehrte, Entsagende, Vertrauende, Dankbare, der, nachdem er die Menschenwelt verlassen und sein Werk getan hat, die Welt der Klugen, Wissenden, Geachteten, derer, die ihren Leib hingeben, erstiegen hat, der König [Anm.: Satz bricht ab; Prädikat folgt nicht].

Wort für Wort
vidvāṃs tyāgī śraddadhānaḥ kṛtajñaḥ
gelehrt, entsagend, vertrauend, dankbar (Nom.)
tyaktvā lokaṃ mānuṣaṃ karma kṛtvā
die Menschenwelt (Akk.) verlassen habend (Abs.), das Werk getan habend (Abs.)
medhāvināṃ viduṣāṃ saṃmatānām
der Klugen, der Wissenden, der Geachteten (Gen.Pl.)
tanutyajāṃ lokam ākramya rājā
derer, die den Leib aufgeben (Gen.Pl.), die Welt (Akk.) erstiegen habend (Abs.), der König (Nom.)

Der Satz bleibt ohne finites Verb; er ist zu V. 34 hin offen.

samyag vedān prāpya śāstrāṇy adhītya; samyag rāṣṭraṃ pālayitvā mahātmā; cāturvarṇyaṃ sthāpayitvā svadharme; vājigrīvo modate devaloke

Nachdem er die Veden recht erlangt, die Lehrbücher studiert, das Reich recht geschützt und die vier Stände in ihrem eigenen Dharma festgesetzt hat, der Hochgesinnte – Vājigrīva freut sich in der Götterwelt.

Wort für Wort
samyag vedān prāpya śāstrāṇy adhītya
recht (Adv.) die Veden (Akk.Pl.) erlangt habend, die Lehrbücher (Akk.Pl.) studiert habend (Abs.)
samyag rāṣṭraṃ pālayitvā mahātmā
recht das Reich (Akk.) geschützt habend (Abs.), der Hochgesinnte (Nom.)
cāturvarṇyaṃ sthāpayitvā svadharme
die vier Stände (Akk.) festgesetzt habend (Abs.) im eigenen Dharma (Lok.)
vājigrīvo modate devaloke
Vājigrīva freut sich in der Götterwelt (Lok.)

jitvā saṃgrāmān pālayitvā prajāś ca; somaṃ pītvā tarpayitvā dvijāgryān; yuktyā daṇḍaṃ dhārayitvā prajānāṃ; yuddhe kṣīṇo modate devaloke

Nachdem er Schlachten gewonnen, die Untertanen geschützt, Soma getrunken, die vorzüglichen Zweimalgeborenen befriedigt und mit Klugheit die Strafe über die Untertanen gehandhabt hat, freut sich der im Kampf Geschwundene in der Götterwelt.

Wort für Wort
jitvā saṃgrāmān pālayitvā prajāś ca
Schlachten (Akk.Pl.) gewonnen habend, und die Untertanen (Akk.Pl.) geschützt habend (Abs.)
somaṃ pītvā tarpayitvā dvijāgryān
Soma (Akk.) getrunken habend, die vorzüglichen Zweimalgeborenen (Akk.Pl.) befriedigt habend (Abs.)
yuktyā daṇḍaṃ dhārayitvā prajānām
mit Klugheit (Instr.) die Strafe (Akk.) gehandhabt habend (Abs.) über die Untertanen (Gen.Pl.)
yuddhe kṣīṇo modate devaloke
im Kampf (Lok.) hingeschwunden (Nom.) freut sich in der Götterwelt (Lok.)

vṛttaṃ yasya ślāghanīyaṃ manuṣyāḥ; santo vidvāṃsaś cārhayanty arhaṇīyāḥ; svargaṃ jitvā vīralokāṃś ca gatvā; siddhiṃ prāptaḥ puṇyakīrtir mahātmā

Dessen Wandel den Menschen rühmenswert ist, den die Guten und die Gelehrten, die Verehrungswürdigen, ehren; nachdem er den Himmel gewonnen und die Welten der Helden erreicht hat, hat der Hochgesinnte, von heiligem Ruhm, Vollendung erlangt.

Wort für Wort
vṛttaṃ yasya ślāghanīyaṃ manuṣyāḥ
dessen (Gen.) Wandel (Nom.) rühmenswert (Nom.), den Menschen (Nom.Pl.)
santo vidvāṃsaś cārhayanty arhaṇīyāḥ
die Guten und Gelehrten (Nom.Pl.) ehren (3.Pl.Präs.), die Ehrwürdigen (Nom.Pl.)
svargaṃ jitvā vīralokāṃś ca gatvā
den Himmel (Akk.) gewonnen habend, und die Heldenwelten (Akk.Pl.) erreicht habend (Abs.)
siddhiṃ prāptaḥ puṇyakīrtir mahātmā
Vollendung (Akk.) erlangt (Part.Pass.), von heiligem Ruhm, hochgesinnt (Nom.)

manuṣyāḥ ist als Dativ-Sinn („für die Menschen“) gelesen; Konstruktion locker.

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