Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Śāntiparva

Kapitel 312: śukasya mithilāgamanam Śukas Reise nach Mithilā zu König Janaka

Bhīṣma erzählt, wie Śuka, der Sohn des Vyāsa, auf dessen Geheiß zu Fuß nach Mithilā zog, um von König Janaka über die Erlösung (mokṣa) unterwiesen zu werden. Das Kapitel schildert die weite Reise, den Empfang am Hof und die erste Nacht im königlichen Frauengemach, in der Śuka trotz aller Verlockungen unberührt in Versenkung verharrt.

bhīṣma uvāca; sa mokṣam anucintyaiva śukaḥ pitaram abhyagāt; prāhābhivādya ca guruṃ śreyorthī vinayānvitaḥ

Bhīṣma sprach: Nachdem er einzig über die Erlösung nachgedacht hatte, ging Śuka zu seinem Vater; er begrüßte den Lehrer und sprach, nach dem Heil verlangend, in Ergebenheit.

Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach (3.Sg.Perf.)
sa mokṣam anucintya eva śukaḥ
er, nachdem er einzig über die Erlösung nachgedacht hatte, Śuka (Abs./Nom.Sg.)
pitaram abhyagāt
ging zum Vater hin (Akk.Sg./3.Sg.Impf.)
prāha abhivādya ca gurum
und sprach, nachdem er den Lehrer gegrüßt hatte (3.Sg.Perf./Abs.)
śreyorthī vinayānvitaḥ
nach dem Heil verlangend, mit Ergebenheit ausgestattet (Nom.Sg.)

mokṣadharmeṣu kuśalo bhagavān prabravītu me; yathā me manasaḥ śāntiḥ paramā saṃbhavet prabho

„Der Erhabene, kundig in den Lehren von der Erlösung, möge zu mir sprechen, damit für meinen Geist der höchste Friede entstehen möge, o Herr.“

Wort für Wort
mokṣadharmeṣu kuśalaḥ
kundig in den Lehren von der Erlösung (Nom.Sg.)
bhagavān prabravītu me
der Erhabene möge mir erklären (Nom.Sg./3.Sg.Imperativ)
yathā me manasaḥ
damit für meinen Geist (Gen.Sg.)
śāntiḥ paramā saṃbhavet
höchster Friede entstehen möge (Nom.Sg./3.Sg.Optativ)
prabho
o Herr (Vok.Sg.)

śrutvā putrasya vacanaṃ paramarṣir uvāca tam; adhīṣva putra mokṣaṃ vai dharmāṃś ca vividhān api

Nachdem er die Rede des Sohnes gehört hatte, sprach der höchste Seher zu ihm: „Studiere, mein Sohn, die Erlösung und auch die vielfältigen Pflichten.“

Wort für Wort
śrutvā putrasya vacanam
nachdem er die Rede des Sohnes gehört hatte (Abs./Akk.Sg.)
paramarṣir uvāca tam
der höchste Seher sprach zu ihm (Nom.Sg./3.Sg.Perf.)
adhīṣva putra
studiere, [mein] Sohn (2.Sg.Imperativ Med./Vok.)
mokṣaṃ vai
die Erlösung wahrlich (Akk.Sg.)
dharmāṃś ca vividhān api
und auch die vielfältigen Pflichten (Akk.Pl.)

pitur niyogāj jagrāha śuko brahmavidāṃ varaḥ; yogaśāstraṃ ca nikhilaṃ kāpilaṃ caiva bhārata

Auf Geheiß des Vaters erlernte Śuka, der Beste der Kenner des Brahman, die gesamte Yoga-Lehre und auch die des Kapila, o Bhārata.

Wort für Wort
pitur niyogāt
auf Geheiß des Vaters (Abl.Sg.)
jagrāha śuko
erlernte Śuka (3.Sg.Perf.)
brahmavidāṃ varaḥ
der Beste der Brahman-Kenner (Nom.Sg.)
yogaśāstraṃ ca nikhilam
und die gesamte Yoga-Lehre (Akk.Sg.)
kāpilaṃ caiva
und auch die des Kapila [Sāṃkhya-Lehre] (Akk.Sg.)
bhārata
o Bhārata (Vok.)

sa taṃ brāhmyā śriyā yuktaṃ brahmatulyaparākramam; mene putraṃ yadā vyāso mokṣavidyāviśāradam

Als Vyāsa erkannte, dass sein Sohn mit brahmischer Herrlichkeit begabt, an Tatkraft dem Brahman gleich und kundig in der Wissenschaft der Erlösung war...

Wort für Wort
sa taṃ brāhmyā śriyā yuktam
ihn, ausgestattet mit brahmischer Herrlichkeit (Akk.Sg.)
brahmatulyaparākramam
an Tatkraft dem Brahman gleich (Akk.Sg.)
mene putraṃ
erachtete den Sohn [als solchen] (3.Sg.Perf.)
yadā vyāso
als Vyāsa (Nom.Sg.)
mokṣavidyāviśāradam
kundig in der Wissenschaft der Erlösung (Akk.Sg.)

uvāca gaccheti tadā janakaṃ mithileśvaram; sa te vakṣyati mokṣārthaṃ nikhilena viśeṣataḥ

...da sprach er: „Geh zu Janaka, dem Herrn von Mithilā; er wird dir den Zweck der Erlösung vollständig und im Einzelnen darlegen.“

Wort für Wort
uvāca gaccheti tadā
da sprach er: 'Geh!' (3.Sg.Perf./Zitatpartikel)
janakaṃ mithileśvaram
zu Janaka, dem Herrn von Mithilā (Akk.Sg.)
sa te vakṣyati
er wird dir sagen (3.Sg.Fut.)
mokṣārthaṃ nikhilena
den Zweck der Erlösung vollständig (Akk.Sg./Instr.Sg.Adv.)
viśeṣataḥ
im Einzelnen (Adv.)

pitur niyogād agaman maithilaṃ janakaṃ nṛpam; praṣṭuṃ dharmasya niṣṭhāṃ vai mokṣasya ca parāyaṇam

Auf Geheiß des Vaters ging er zum maithilischen König Janaka, um nach dem letzten Grund der Pflicht und dem höchsten Ziel der Erlösung zu fragen.

Wort für Wort
pitur niyogād agaman
auf Geheiß des Vaters ging er (Abl.Sg./3.Sg.Aor.)
maithilaṃ janakaṃ nṛpam
zum maithilischen König Janaka (Akk.Sg.)
praṣṭuṃ dharmasya niṣṭhām
um zu fragen nach dem letzten Grund der Pflicht (Inf./Gen.Sg./Akk.Sg.)
vai mokṣasya ca parāyaṇam
und wahrlich nach dem höchsten Ziel der Erlösung (Gen.Sg./Akk.Sg.)

uktaś ca mānuṣeṇa tvaṃ pathā gacchety avismitaḥ; na prabhāveṇa gantavyam antarikṣacareṇa vai

Und dir wurde gesagt: „Du sollst den menschlichen Weg gehen“ – ohne Erstaunen; nicht durch [übernatürliche] Macht sollst du reisen, nicht auf dem Weg durch die Luft.

Wort für Wort
uktaś ca
und [dir] wurde gesagt (Nom.Sg.Perf.Pass.Part.)
mānuṣeṇa tvaṃ pathā
du auf menschlichem Wege (Instr.Sg./Nom.Sg.)
gacchety avismitaḥ
'geh!' – ohne Verwunderung (Zitat/Nom.Sg.)
na prabhāveṇa gantavyam
nicht durch [übernatürliche] Macht ist zu gehen (Instr.Sg./Ger.)
antarikṣacareṇa vai
wahrlich auf dem durch die Luft ziehenden [Weg] (Instr.Sg.)

Rückblick auf Vyāsas frühere Reiseanweisung an Śuka.

ārjaveṇaiva gantavyaṃ na sukhānveṣiṇā pathā; nānveṣṭavyā viśeṣās tu viśeṣā hi prasaṅginaḥ

Nur mit Aufrichtigkeit sollst du gehen, nicht auf dem Weg, der Bequemlichkeit sucht; Besonderheiten sollen nicht gesucht werden, denn Besonderheiten führen zur Verhaftung.

Wort für Wort
ārjaveṇaiva gantavyam
allein mit Aufrichtigkeit ist zu gehen (Instr.Sg./Ger.)
na sukhānveṣiṇā pathā
nicht auf dem nach Bequemlichkeit suchenden Weg (Instr.Sg.)
na anveṣṭavyā viśeṣāḥ
nicht zu suchen sind Besonderheiten (Ger./Nom.Pl.)
tu viśeṣā hi prasaṅginaḥ
denn Besonderheiten [führen] wahrlich zur Anhaftung (Nom.Pl.)

ahaṃkāro na kartavyo yājye tasmin narādhipe; sthātavyaṃ ca vaśe tasya sa te chetsyati saṃśayam

Kein Ich-Stolz soll gegenüber jenem Herrscher gezeigt werden, dessen Opferpriester [du sein wirst]; du sollst dich seiner Herrschaft unterordnen – er wird deinen Zweifel zerschlagen.

Wort für Wort
ahaṃkāro na kartavyaḥ
kein Ich-Stolz ist zu machen (Nom.Sg./Ger.)
yājye tasmin narādhipe
gegenüber jenem Herrscher, dessen Opferpriester [du sein wirst] (Lok.Sg.)
sthātavyaṃ ca vaśe tasya
und du sollst in seiner Gewalt stehen (Ger./Lok.Sg.)
sa te chetsyati saṃśayam
er wird deinen Zweifel zerschneiden (3.Sg.Fut./Akk.Sg.)

sa dharmakuśalo rājā mokṣaśāstraviśāradaḥ; yājyo mama sa yad brūyāt tat kāryam aviśaṅkayā

Jener König, kundig in der Pflicht, bewandert in der Lehre von der Erlösung, ist mein Opferherr; was er sagen wird, das ist ohne Zögern zu tun.

Wort für Wort
sa dharmakuśalo rājā
jener in der Pflicht kundige König (Nom.Sg.)
mokṣaśāstraviśāradaḥ
bewandert in der Lehre der Erlösung (Nom.Sg.)
yājyo mama
mein Opferherr (Nom.Sg./Gen.Sg.)
sa yad brūyāt
was immer er sagen möge (3.Sg.Optativ)
tat kāryam aviśaṅkayā
das ist ohne Zögern zu tun (Nom.Sg./Instr.Sg.Adv.)

evam uktaḥ sa dharmātmā jagāma mithilāṃ muniḥ; padbhyāṃ śakto 'ntarikṣeṇa krāntuṃ bhūmiṃ sasāgarām

So angesprochen, ging jener von gerechter Gesinnung erfüllte Weise zu Fuß nach Mithilā, obwohl er fähig war, durch die Luft die Erde mit ihren Meeren zu durchschreiten.

Wort für Wort
evam uktaḥ sa dharmātmā
so angesprochen, jener von gerechter Gesinnung (Nom.Sg.)
jagāma mithilāṃ muniḥ
der Weise ging nach Mithilā (3.Sg.Perf./Akk.Sg.)
padbhyāṃ śaktaḥ
zu Fuß, [obwohl] fähig (Instr.Du./Nom.Sg.)
antarikṣeṇa krāntum
durch die Luft zu durchschreiten (Instr.Sg./Inf.)
bhūmiṃ sasāgarām
die Erde mit ihren Meeren (Akk.Sg.)

sa girīṃś cāpy atikramya nadīs tīrtvā sarāṃsi ca; bahuvyālamṛgākīrṇā vividhāś cāṭavīs tathā

Er überschritt Berge, durchquerte Flüsse und Seen und ebenso mancherlei Wälder, die von vielen wilden Tieren erfüllt waren.

Wort für Wort
sa girīṃś cāpi atikramya
er, nachdem er auch die Berge überschritten hatte (Abs./Akk.Pl.)
nadīs tīrtvā sarāṃsi ca
und nachdem er die Flüsse und Seen durchquert hatte (Abs./Akk.Pl.)
bahuvyālamṛgākīrṇāḥ
von vielen wilden Tieren erfüllt (Akk.Pl.)
vividhāś cāṭavīs tathā
und ebenso mancherlei Wälder (Akk.Pl.)

meror hareś ca dve varṣe varṣaṃ haimavataṃ tathā; krameṇaiva vyatikramya bhārataṃ varṣam āsadat

Die beiden Gebirgsländer des Meru und des Hari, und ebenso das haimavatische Land der Reihe nach durchschreitend, erreichte er das Land Bhārata.

Wort für Wort
meror hareś ca dve varṣe
die beiden Länder des Meru und des Hari (Gen.Sg./Akk.Du.)
varṣaṃ haimavataṃ tathā
und ebenso das haimavatische Land (Akk.Sg.)
krameṇaiva vyatikramya
der Reihe nach durchschreitend (Instr.Sg.Adv./Abs.)
bhārataṃ varṣam āsadat
erreichte er das Land Bhārata (Akk.Sg./3.Sg.Aor.)

sa deśān vividhān paśyaṃś cīnahūṇaniṣevitān; āryāvartam imaṃ deśam ājagāma mahāmuniḥ

Während er die verschiedenen Länder sah, von Chinesen und Hūṇas bewohnt, kam der große Weise in dieses Land Āryāvarta.

Wort für Wort
sa deśān vividhān paśyan
er, die verschiedenen Länder sehend (Nom.Sg./Akk.Pl./Part.Präs.)
cīnahūṇaniṣevitān
von Chinesen und Hūṇas bewohnt (Akk.Pl.)
āryāvartam imaṃ deśam
in dieses Land Āryāvarta (Akk.Sg.)
ājagāma mahāmuniḥ
kam der große Weise (3.Sg.Perf./Nom.Sg.)

pitur vacanam ājñāya tam evārthaṃ vicintayan; adhvānaṃ so 'ticakrāma khe 'caraḥ khe carann iva

Eingedenk des Wortes des Vaters, nur über diesen Zweck nachdenkend, durchschritt er den Weg, [obwohl] nicht durch die Luft ziehend, wie einer, der durch die Luft zieht.

Wort für Wort
pitur vacanam ājñāya
das Wort des Vaters kennend/befolgend (Akk.Sg./Abs.)
tam evārthaṃ vicintayan
nur über diesen Zweck nachdenkend (Akk.Sg./Part.Präs.)
adhvānaṃ so 'ticakrāma
er durchschritt den Weg (Akk.Sg./3.Sg.Perf.)
khe 'caraḥ
nicht im Himmel wandelnd (Nom.Sg.)
khe carann iva
wie einer, der im Himmel wandelt (Part.Präs.+Vergleichspartikel)

pattanāni ca ramyāṇi sphītāni nagarāṇi ca; ratnāni ca vicitrāṇi śukaḥ paśyan na paśyati

Die reizenden Handelsstädte und die blühenden Städte, und die mannigfaltigen Kostbarkeiten sehend, sah Śuka [sie] doch nicht.

Wort für Wort
pattanāni ca ramyāṇi
und die reizenden Handelsstädte (Akk.Pl.)
sphītāni nagarāṇi ca
und die blühenden Städte (Akk.Pl.)
ratnāni ca vicitrāṇi
und die mannigfaltigen Kostbarkeiten (Akk.Pl.)
śukaḥ paśyan na paśyati
Śuka sieht, [ohne wirklich] zu sehen (Nom.Sg./Part.Präs./3.Sg.Präs.)

udyānāni ca ramyāṇi tathaivāyatanāni ca; puṇyāni caiva tīrthāni so 'tikramya tathādhvanaḥ

Und die reizenden Gärten, ebenso die Heiligtümer und auch die heiligen Wallfahrtsstätten überschritt er so auf seinem Weg.

Wort für Wort
udyānāni ca ramyāṇi
und die reizenden Gärten (Akk.Pl.)
tathaivāyatanāni ca
und ebenso die Heiligtümer (Akk.Pl.)
puṇyāni caiva tīrthāni
und auch die heiligen Wallfahrtsstätten (Akk.Pl.)
so 'tikramya tathādhvanaḥ
er, sie überschreitend, so auf dem Weg (Abs./Gen.Sg.Adv.)

so 'cireṇaiva kālena videhān āsasāda ha; rakṣitān dharmarājena janakena mahātmanā

In kurzer Zeit erreichte er das Land Videha, das von dem hochherzigen Gerechtigkeitskönig Janaka behütet wurde.

Wort für Wort
so 'cireṇaiva kālena
er, in kurzer Zeit (Nom.Sg./Instr.Sg.)
videhān āsasāda ha
erreichte [das Land] Videha (Akk.Pl./3.Sg.Perf.)
rakṣitān dharmarājena
behütet von dem Gerechtigkeitskönig (Akk.Pl./Instr.Sg.)
janakena mahātmanā
von dem hochherzigen Janaka (Instr.Sg.)

tatra grāmān bahūn paśyan bahvannarasabhojanān; pallīghoṣān samṛddhāṃś ca bahugokulasaṃkulān

Dort sah er viele Dörfer mit reichlicher Speise und reichem Genuss, blühende Hirtensiedlungen, voll von zahlreichen Rinderherden.

Wort für Wort
tatra grāmān bahūn paśyan
dort viele Dörfer sehend (Akk.Pl./Part.Präs.)
bahvannarasabhojanān
mit reichlicher Speise und reichem Genuss (Akk.Pl.)
pallīghoṣān samṛddhāṃś ca
und blühende Hirtensiedlungen (Akk.Pl.)
bahugokulasaṃkulān
voll von zahlreichen Rinderherden (Akk.Pl.)

sphītāṃś ca śāliyavasair haṃsasārasasevitān; padminībhiś ca śataśaḥ śrīmatībhir alaṃkṛtān

Blühend durch Reis und Gerste, von Gänsen und Kranichen bewohnt, geschmückt durch hunderte prächtiger Lotusteiche.

Wort für Wort
sphītāṃś ca śāliyavasair
und blühend durch Reis und Gerste (Akk.Pl./Instr.Pl.)
haṃsasārasasevitān
von Gänsen und Kranichen bewohnt (Akk.Pl.)
padminībhiś ca śataśaḥ
und durch hunderte Lotusteiche (Instr.Pl./Adv.)
śrīmatībhir alaṃkṛtān
geschmückt durch die prächtigen [Teiche] (Instr.Pl./Akk.Pl.)

sa videhān atikramya samṛddhajanasevitān; mithilopavanaṃ ramyam āsasāda maharddhimat

Nachdem er Videha, bewohnt von wohlhabenden Leuten, durchschritten hatte, erreichte er den reizenden, hochprächtigen Hain bei Mithilā.

Wort für Wort
sa videhān atikramya
er, nachdem er Videha überschritten hatte (Abs./Akk.Pl.)
samṛddhajanasevitān
bewohnt von wohlhabenden Leuten (Akk.Pl.)
mithilopavanaṃ ramyam
den reizenden Hain bei Mithilā (Akk.Sg.)
āsasāda maharddhimat
erreichte den hochprächtigen [Hain] (3.Sg.Perf./Akk.Sg.)

hastyaśvarathasaṃkīrṇaṃ naranārīsamākulam; paśyann apaśyann iva tat samatikrāmad acyutaḥ

[Die Stadt,] durchmengt von Elefanten, Pferden und Wagen, gedrängt voll von Männern und Frauen, sehend und doch wie nicht sehend, durchschritt der Unfehlbare all dies.

Wort für Wort
hastyaśvarathasaṃkīrṇaṃ
durchmengt von Elefanten, Pferden, Wagen (Akk.Sg.)
naranārīsamākulam
gedrängt voll von Männern und Frauen (Akk.Sg.)
paśyann apaśyann iva
sehend und doch wie nicht sehend (Part.Präs.)
tat samatikrāmad acyutaḥ
durchschritt der Unfehlbare dies (Akk.Sg./3.Sg.Impf./Nom.Sg.)

manasā taṃ vahan bhāraṃ tam evārthaṃ vicintayan; ātmārāmaḥ prasannātmā mithilām āsasāda ha

Mit dem Geist jene Last tragend, nur über diesen Zweck nachdenkend, in sich selbst erfreut, mit heiterem Gemüt, erreichte er Mithilā.

Wort für Wort
manasā taṃ vahan bhāram
mit dem Geist jene Last tragend (Instr.Sg./Part.Präs./Akk.Sg.)
tam evārthaṃ vicintayan
nur über diesen Zweck nachdenkend (Akk.Sg./Part.Präs.)
ātmārāmaḥ prasannātmā
in sich selbst erfreut, heiteren Gemüts (Nom.Sg.)
mithilām āsasāda ha
erreichte Mithilā (Akk.Sg./3.Sg.Perf.)

tasyā dvāraṃ samāsādya dvārapālair nivāritaḥ; sthito dhyānaparo mukto viditaḥ praviveśa ha

Nachdem er das Tor der Stadt erreicht hatte, von den Torwächtern zurückgehalten, blieb er stehen, der Versenkung zugewandt; als man ihn als Befreiten erkannte, trat er ein.

Wort für Wort
tasyā dvāraṃ samāsādya
nachdem er das Tor dieser [Stadt] erreicht hatte (Abs./Akk.Sg.)
dvārapālair nivāritaḥ
von den Torwächtern zurückgehalten (Instr.Pl./Nom.Sg.)
sthito dhyānaparaḥ
stehend, der Versenkung zugewandt (Nom.Sg.)
mukto viditaḥ praviveśa ha
als Befreiter erkannt, trat er ein (Nom.Sg./3.Sg.Perf.)

sa rājamārgam āsādya samṛddhajanasaṃkulam; pārthivakṣayam āsādya niḥśaṅkaḥ praviveśa ha

Nachdem er die Königsstraße erreicht hatte, voll gedrängt von wohlhabenden Leuten, und den Königspalast erreicht hatte, trat er ohne Zögern ein.

Wort für Wort
sa rājamārgam āsādya
er, nachdem er die Königsstraße erreicht hatte (Abs./Akk.Sg.)
samṛddhajanasaṃkulam
gedrängt voll von wohlhabenden Leuten (Akk.Sg.)
pārthivakṣayam āsādya
nachdem er den Königspalast erreicht hatte (Abs./Akk.Sg.)
niḥśaṅkaḥ praviveśa ha
trat er ohne Zögern ein (Nom.Sg./3.Sg.Perf.)

tatrāpi dvārapālās tam ugravāco nyaṣedhayan; tathaiva ca śukas tatra nirmanyuḥ samatiṣṭhata

Auch dort hielten ihn die scharf redenden Torwächter zurück; ebenso aber blieb Śuka dort ohne Zorn stehen.

Wort für Wort
tatrāpi dvārapālās tam
auch dort [hielten] ihn die Torwächter (Nom.Pl./Akk.Sg.)
ugravāco nyaṣedhayan
scharf redend, hielten sie zurück (Nom.Pl./3.Pl.Impf.)
tathaiva ca śukas tatra
und ebenso Śuka dort (Nom.Sg.)
nirmanyuḥ samatiṣṭhata
blieb ohne Zorn stehen (Nom.Sg./3.Sg.Impf.)

na cātapādhvasaṃtaptaḥ kṣutpipāsāśramānvitaḥ; pratāmyati glāyati vā nāpaiti ca tathātapāt

Und obwohl von Sonnenhitze und Weg gequält, von Hunger, Durst und Ermüdung befallen, ermattete er nicht und wurde nicht schwach, und er wich auch nicht von jener Sonnenhitze.

Wort für Wort
na cātapādhvasaṃtaptaḥ
und nicht von Sonnenhitze und Weg gequält [wenn auch] (Nom.Sg.)
kṣutpipāsāśramānvitaḥ
von Hunger, Durst und Ermüdung befallen (Nom.Sg.)
pratāmyati glāyati vā
ermattet er, oder wird schwach (3.Sg.Präs.)
nāpaiti ca tathātapāt
und er weicht nicht von jener Sonnenhitze (3.Sg.Präs./Abl.Sg.)

teṣāṃ tu dvārapālānām ekaḥ śokasamanvitaḥ; madhyaṃgatam ivādityaṃ dṛṣṭvā śukam avasthitam

Aber einer von jenen Torwächtern, von Kummer erfasst, sah Śuka, der dort stand wie die im Zenit stehende Sonne...

Wort für Wort
teṣāṃ tu dvārapālānām
aber von jenen Torwächtern (Gen.Pl.)
ekaḥ śokasamanvitaḥ
einer, von Kummer erfasst (Nom.Sg.)
madhyaṃgatam ivādityaṃ
wie die zur Mitte [des Himmels] gegangene Sonne (Akk.Sg.)
dṛṣṭvā śukam avasthitam
nachdem er Śuka, der [dort] stand, gesehen hatte (Abs./Akk.Sg.)

pūjayitvā yathānyāyam abhivādya kṛtāñjaliḥ; prāveśayat tataḥ kakṣyāṃ dvitīyāṃ rājaveśmanaḥ

...verehrte ihn gebührend, grüßte ihn mit gefalteten Händen und ließ ihn dann in den zweiten Hof des Königspalastes eintreten.

Wort für Wort
pūjayitvā yathānyāyam
nachdem er ihn gebührend verehrt hatte (Abs./Adv.)
abhivādya kṛtāñjaliḥ
grüßend, mit gefalteten Händen (Abs./Nom.Sg.)
prāveśayat tataḥ
ließ er dann eintreten (3.Sg.Impf.Kaus.)
kakṣyāṃ dvitīyāṃ rājaveśmanaḥ
in den zweiten Hof des Königspalastes (Akk.Sg./Gen.Sg.)

tatrāsīnaḥ śukas tāta mokṣam evānucintayan; chāyāyām ātape caiva samadarśī mahādyutiḥ

Dort saß Śuka, mein Kind, einzig über die Erlösung nachdenkend, im Schatten wie in der Sonnenhitze gleichmütig, von großem Glanz.

Wort für Wort
tatrāsīnaḥ śukas tāta
dort sitzend, Śuka, mein Kind (Nom.Sg./Vok.)
mokṣam evānucintayan
einzig über die Erlösung nachdenkend (Akk.Sg./Part.Präs.)
chāyāyām ātape caiva
im Schatten wie auch in der Sonnenhitze (Lok.Sg.)
samadarśī mahādyutiḥ
gleichmütig blickend, von großem Glanz (Nom.Sg.)

taṃ muhūrtād ivāgamya rājño mantrī kṛtāñjaliḥ; prāveśayat tataḥ kakṣyāṃ tṛtīyāṃ rājaveśmanaḥ

Nachdem der Minister des Königs nach kurzer Zeit zu ihm gekommen war, mit gefalteten Händen, ließ er ihn dann in den dritten Hof des Königspalastes eintreten.

Wort für Wort
taṃ muhūrtād ivāgamya
nachdem er nach kurzer Zeit zu ihm gekommen war (Abs./Abl.Sg.Adv.)
rājño mantrī kṛtāñjaliḥ
der Minister des Königs, mit gefalteten Händen (Gen.Sg./Nom.Sg.)
prāveśayat tataḥ
ließ er dann eintreten (3.Sg.Impf.Kaus.)
kakṣyāṃ tṛtīyāṃ rājaveśmanaḥ
in den dritten Hof des Königspalastes (Akk.Sg./Gen.Sg.)

tatrāntaḥpurasaṃbaddhaṃ mahac caitrarathopamam; suvibhaktajalākrīḍaṃ ramyaṃ puṣpitapādapam

Dort war ein mit dem Frauengemach verbundener, großer, dem Caitraratha-Park gleichender [Garten], mit wohlgeordneten Wasserspielplätzen, reizend, mit blühenden Bäumen.

Wort für Wort
tatrāntaḥpurasaṃbaddhaṃ
dort mit dem Frauengemach verbunden (Akk.Sg.)
mahac caitrarathopamam
groß, dem [Götterpark] Caitraratha gleich (Akk.Sg.)
suvibhaktajalākrīḍaṃ
mit wohlgeordneten Wasserspielplätzen (Akk.Sg.)
ramyaṃ puṣpitapādapam
reizend, mit blühenden Bäumen (Akk.Sg.)

tad darśayitvā sa śukaṃ mantrī kānanam uttamam

Nachdem er Śuka diesen vortrefflichen Hain gezeigt hatte, [führte] der Minister [ihn]...

Wort für Wort
tad darśayitvā sa
nachdem er dies gezeigt hatte, er (Abs./Nom.Sg.)
śukaṃ mantrī
dem Śuka, der Minister (Akk.Sg./Nom.Sg.)
kānanam uttamam
den vortrefflichen Hain (Akk.Sg.)

śukaṃ prāveśayan mantrī pramadāvanam uttamam

...der Minister ließ Śuka in den vortrefflichen Frauenpark eintreten...

Wort für Wort
śukaṃ prāveśayan mantrī
der Minister, Śuka eintreten lassend (Akk.Sg./Part.Präs.Kaus./Nom.Sg.)
pramadāvanam uttamam
in den vortrefflichen Frauenpark (Akk.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

arham āsanam ādiśya niścakrāma tataḥ punaḥ

...und nachdem er [ihm] einen würdigen Sitz zugewiesen hatte, ging er dann wieder hinaus.

Wort für Wort
arham āsanam ādiśya
nachdem er einen würdigen Sitz zugewiesen hatte (Akk.Sg./Abs.)
niścakrāma tataḥ punaḥ
ging er dann wieder hinaus (3.Sg.Perf./Adv.)

taṃ cāruveṣāḥ suśroṇyas taruṇyaḥ priyadarśanāḥ; sūkṣmaraktāmbaradharās taptakāñcanabhūṣaṇāḥ

Zu ihm [kamen] junge Frauen von schönem Schmuck, schönhüftig, lieblich anzuschauen, feine rote Gewänder tragend, mit Schmuck aus geglühtem Gold.

Wort für Wort
taṃ cāruveṣāḥ suśroṇyas
zu ihm, [Frauen] von schönem Schmuck, schönhüftig (Akk.Sg./Nom.Pl.)
taruṇyaḥ priyadarśanāḥ
junge Frauen, lieblich anzuschauen (Nom.Pl.)
sūkṣmaraktāmbaradharās
feine rote Gewänder tragend (Nom.Pl.)
taptakāñcanabhūṣaṇāḥ
mit Schmuck aus geglühtem Gold (Nom.Pl.)

saṃlāpollāpakuśalā nṛttagītaviśāradāḥ; smitapūrvābhibhāṣiṇyo rūpeṇāpsarasāṃ samāḥ

...kundig in Gespräch und Zuruf, bewandert in Tanz und Gesang, die zuerst lächelnd ansprachen, an Gestalt den Apsaras gleich...

Wort für Wort
saṃlāpollāpakuśalā
kundig in Gespräch und [lautem] Zuruf (Nom.Pl.)
nṛttagītaviśāradāḥ
bewandert in Tanz und Gesang (Nom.Pl.)
smitapūrvābhibhāṣiṇyaḥ
die zuerst mit Lächeln ansprechen (Nom.Pl.)
rūpeṇāpsarasāṃ samāḥ
an Gestalt den Apsaras gleich (Instr.Sg./Gen.Pl./Nom.Pl.)

kāmopacārakuśalā bhāvajñāḥ sarvakovidāḥ; paraṃ pañcāśato nāryo vāramukhyāḥ samādravan

...kundig in den Diensten der Liebe, die Gemütsregungen kennend, in allem erfahren – mehr als fünfzig Frauen, die vornehmsten Kurtisanen, eilten herbei.

Wort für Wort
kāmopacārakuśalā
kundig in den Diensten der Liebe (Nom.Pl.)
bhāvajñāḥ sarvakovidāḥ
die Gemütsregungen kennend, in allem erfahren (Nom.Pl.)
paraṃ pañcāśato nāryo
mehr als fünfzig Frauen (Adv./Abl.Sg./Nom.Pl.)
vāramukhyāḥ samādravan
die vornehmsten Kurtisanen liefen herbei (Nom.Pl./3.Pl.Impf.)

pādyādīni pratigrāhya pūjayā parayārcya ca; deśakālopapannena sādhvannenāpy atarpayan

Nachdem sie das Fußwaschwasser und anderes [an Ehrengaben] entgegengenommen und ihn mit höchster Verehrung geehrt hatten, sättigten sie ihn auch mit guter, ort- und zeitgemäßer Speise.

Wort für Wort
pādyādīni pratigrāhya
nachdem sie das Fußwasser und anderes entgegengenommen hatten (Akk.Pl./Abs.)
pūjayā parayārcya ca
und mit höchster Verehrung ehrend (Instr.Sg./Abs.)
deśakālopapannena
mit ort- und zeitgemäßer (Instr.Sg.)
sādhvannenāpy atarpayan
auch mit guter Speise sättigten sie [ihn] (Instr.Sg./3.Pl.Impf.Kaus.)

tasya bhuktavatas tāta tad antaḥpurakānanam; suramyaṃ darśayām āsur ekaikaśyena bhārata

Nachdem er gegessen hatte, mein Kind, zeigten sie ihm jenen sehr reizenden Hain des Frauengemachs, einzeln, o Bhārata.

Wort für Wort
tasya bhuktavatas tāta
ihm, der gegessen hatte, mein Kind (Gen.Sg./Vok.)
tad antaḥpurakānanam
jenen Hain des Frauengemachs (Akk.Sg.)
suramyaṃ darśayām āsur
sehr reizend, zeigten sie (Akk.Sg./3.Pl.Perf.periphr.)
ekaikaśyena bhārata
einer nach dem anderen, o Bhārata (Instr.Sg.Adv./Vok.)

krīḍantyaś ca hasantyaś ca gāyantyaś caiva tāḥ śukam; udārasattvaṃ sattvajñāḥ sarvāḥ paryacaraṃs tadā

Spielend, lachend und singend bedienten sie alle, die das Wesen [der Menschen] kannten, damals Śuka, den von edler Wesensart.

Wort für Wort
krīḍantyaś ca hasantyaś ca
spielend und lachend (Nom.Pl.Part.Präs.f.)
gāyantyaś caiva tāḥ śukam
und singend, sie den Śuka (Nom.Pl./Akk.Sg.)
udārasattvaṃ sattvajñāḥ
den von edler Wesensart, die das Wesen kennend (Akk.Sg./Nom.Pl.)
sarvāḥ paryacaraṃs tadā
alle bedienten [ihn] damals (Nom.Pl./3.Pl.Impf.)

āraṇeyas tu śuddhātmā trisaṃdehas trikarmakṛt; vaśyendriyo jitakrodho na hṛṣyati na kupyati

Der Araṇi-Sohn [Śuka] aber, von reiner Seele, mit den drei Leibern [ausgestattet] [?], die drei [vorgeschriebenen] Werke vollziehend [?], mit gebändigten Sinnen, den Zorn überwunden habend, freute sich nicht und ergrimmte nicht.

Wort für Wort
āraṇeyas tu śuddhātmā
der Araṇi-Sohn [Śuka] aber, von reiner Seele (Nom.Sg.)
trisaṃdehas trikarmakṛt
mit den drei Leibern [?], die drei Werke vollziehend [?] (Nom.Sg.)
vaśyendriyo jitakrodho
mit gebändigten Sinnen, den Zorn überwunden habend (Nom.Sg.)
na hṛṣyati na kupyati
freut sich nicht, ergrimmt nicht (3.Sg.Präs.)

'āraṇeyaḥ' (Araṇi-Sohn) spielt auf die Legende von Śukas wunderbarer Geburt aus den Feuerreibehölzern (araṇi) des Vyāsa an; 'trisaṃdehaḥ' (wörtl. etwa 'die drei Leiber [grob/fein/kausal] besitzend') und 'trikarmakṛt' (die drei [Brahmanen-]Pflichten vollziehend) bleiben in der Deutung unsicher.

tasmai śayyāsanaṃ divyaṃ varārhaṃ ratnabhūṣitam; spardhyāstaraṇasaṃstīrṇaṃ dadus tāḥ paramastriyaḥ

Ihm gaben jene vortrefflichen Frauen ein himmlisches Lager und einen Sitz, kostbar, mit Juwelen geschmückt, mit prächtigen Decken bedeckt.

Wort für Wort
tasmai śayyāsanaṃ divyaṃ
ihm ein himmlisches Lager/Sitz (Dat.Sg./Akk.Sg.)
varārhaṃ ratnabhūṣitam
kostbar, mit Juwelen geschmückt (Akk.Sg.)
spardhyāstaraṇasaṃstīrṇaṃ
mit prächtigen Decken bedeckt (Akk.Sg.)
dadus tāḥ paramastriyaḥ
gaben jene vortrefflichen Frauen (3.Pl.Perf./Nom.Pl.)

pādaśaucaṃ tu kṛtvaiva śukaḥ saṃdhyām upāsya ca; niṣasādāsane puṇye tam evārthaṃ vicintayan

Nachdem Śuka sich die Füße gewaschen und die Dämmerungsandacht verrichtet hatte, setzte er sich auf den geweihten Sitz, einzig über diesen Zweck nachdenkend.

Wort für Wort
pādaśaucaṃ tu kṛtvaiva
nachdem er die Fußwaschung vollzogen hatte (Akk.Sg./Abs.)
śukaḥ saṃdhyām upāsya ca
und Śuka, die Dämmerungsandacht verehrt habend (Nom.Sg./Akk.Sg./Abs.)
niṣasādāsane puṇye
setzte sich auf den geweihten Sitz (3.Sg.Perf./Lok.Sg.)
tam evārthaṃ vicintayan
nur über diesen Zweck nachdenkend (Akk.Sg./Part.Präs.)

pūrvarātre tu tatrāsau bhūtvā dhyānaparāyaṇaḥ; madhyarātre yathānyāyaṃ nidrām āhārayat prabhuḥ

In der ersten Nachtzeit verharrte er dort, ganz der Versenkung ergeben; um Mitternacht nahm der Herr [Śuka], wie es sich gehört, den Schlaf auf sich.

Wort für Wort
pūrvarātre tu tatrāsau
aber in der ersten Nachtzeit, er da (Lok.Sg./Nom.Sg.)
bhūtvā dhyānaparāyaṇaḥ
der Versenkung ergeben seiend (Abs./Nom.Sg.)
madhyarātre yathānyāyaṃ
um Mitternacht, wie es sich gehört (Lok.Sg./Adv.)
nidrām āhārayat prabhuḥ
nahm der Herr den Schlaf auf sich (Akk.Sg./3.Sg.Impf.Kaus./Nom.Sg.)

tato muhūrtād utthāya kṛtvā śaucam anantaram; strībhiḥ parivṛto dhīmān dhyānam evānvapadyata

Dann, nach kurzer Zeit aufgestanden, nachdem er sogleich die Reinigung vollzogen hatte, wandte sich der weise [Śuka], von den Frauen umgeben, wiederum einzig der Versenkung zu.

Wort für Wort
tato muhūrtād utthāya
dann, nach kurzer Zeit aufgestanden (Adv./Abl.Sg.Adv./Abs.)
kṛtvā śaucam anantaram
nachdem er sogleich die Reinigung vollzogen hatte (Abs./Akk.Sg./Adv.)
strībhiḥ parivṛto dhīmān
von den Frauen umgeben, der Weise (Instr.Pl./Nom.Sg.)
dhyānam evānvapadyata
wandte sich einzig der Versenkung zu (Akk.Sg./3.Sg.Impf.)

anena vidhinā kārṣṇis tad ahaḥśeṣam acyutaḥ; tāṃ ca rātriṃ nṛpakule vartayām āsa bhārata

Auf diese Weise verbrachte der Sohn des Kṛṣṇa [Dvaipāyana, d.h. Śuka], der Unfehlbare, den Rest jenes Tages und jene Nacht im Königshaus, o Bhārata.

Wort für Wort
anena vidhinā kārṣṇis
auf diese Weise, der Sohn des Kṛṣṇa [Dvaipāyana] (Instr.Sg./Nom.Sg.)
tad ahaḥśeṣam acyutaḥ
den Rest jenes Tages, der Unfehlbare (Akk.Sg./Nom.Sg.)
tāṃ ca rātriṃ nṛpakule
und jene Nacht im Königshaus (Akk.Sg./Lok.Sg.)
vartayām āsa bhārata
verbrachte er, o Bhārata (3.Sg.Perf.periphr./Vok.)

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