Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Śāntiparva

Kapitel 193: jāpakagatinirṇaya Der Rezitierer und der König gehen in Brahmā ein

Schluss der Geschichte vom Rezitierer (jāpaka): Brahmane und König, gleich an Lohn, treten vor der Götterversammlung in Brahmā ein; Brahmā verheißt ähnliche Ziele allen, die bestimmte Texte rezitieren oder dem Yoga ergeben sind.

yudhiṣṭhira uvāca; kim uttaraṃ tadā tau sma cakratus tena bhāṣite; brāhmaṇo vātha vā rājā tan me brūhi pitāmaha

Yudhiṣṭhira sprach: „Was für eine Antwort gaben damals die beiden, als er so gesprochen hatte, der Brahmane oder auch der König? Das sage mir, Großvater.“

Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca
Yudhiṣṭhira sprach (Perf.)
kim uttaraṃ tadā
welche Antwort damals (Akk./Adv.)
tau sma cakratus
die beiden gaben/taten (Perf. Du., sma erzählend)
tena bhāṣite
als von ihm gesprochen worden war (Lok. abs.)
brāhmaṇo vātha vā rājā
der Brahmane oder aber der König (Nom.)
tan me brūhi pitāmaha
das sage mir, Großvater (Imp./Dat.-Gen./Vok.)

atha vā tau gatau tatra yad etat kīrtitaṃ tvayā; saṃvādo vā tayoḥ ko 'bhūt kiṃ vā tau tatra cakratuḥ

„Oder: Als die beiden dorthin gegangen waren, wie es von dir berichtet wurde, was für ein Gespräch fand zwischen ihnen statt, oder was taten die beiden dort?“

Wort für Wort
atha vā tau gatau tatra
oder aber die beiden, dorthin gegangen (Nom. Du., Part.)
yad etat kīrtitaṃ tvayā
wie dies von dir erzählt wurde (Part. Pass./Instr.)
saṃvādo vā tayoḥ ko 'bhūt
oder was für ein Gespräch fand zwischen den beiden statt (Aor. 3.Sg./Gen. Du.)
kiṃ vā tau tatra cakratuḥ
oder was taten die beiden dort (Perf. 3.Du.)

bhīṣma uvāca; tathety evaṃ pratiśrutya dharmaṃ saṃpūjya cābhibho; yamaṃ kālaṃ ca mṛtyuṃ ca svargaṃ saṃpūjya cārhataḥ

Bhīṣma sprach: Nachdem er so „Es sei so“ zugesagt und Dharma geehrt hatte, o Mächtiger, und ebenso Yama, Kāla, Mṛtyu, den Himmel und die Verehrungswürdigen geehrt hatte,

Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach (Perf.)
tathety evaṃ pratiśrutya
„so sei es“, so zugesagt habend (Abs.)
dharmaṃ saṃpūjya cābhibho
und Dharma geehrt habend, o Mächtiger (Abs./Vok.)
yamaṃ kālaṃ ca mṛtyuṃ ca
Yama, Kāla und Mṛtyu (Akk.)
svargaṃ saṃpūjya cārhataḥ
den Himmel und die Verehrungswürdigen geehrt habend (Akk. Pl. arhataḥ)

Subjekt ist der Brahmane (vgl. 193.004).

pūrvaṃ ye cāpare tatra sametā brāhmaṇarṣabhāḥ; sarvān saṃpūjya śirasā rājānaṃ so 'bravīd vacaḥ

und alle früheren und anderen dort versammelten Stiere unter den Brahmanen mit dem Haupt geehrt hatte, sprach er zum König diese Worte.

Wort für Wort
pūrvaṃ ye cāpare tatra
die früheren und die anderen dort (Nom. Pl.)
sametā brāhmaṇarṣabhāḥ
versammelte Brahmanenstiere (Part./Nom. Pl.)
sarvān saṃpūjya śirasā
alle mit dem Haupt geehrt habend (Akk. Pl./Abs./Instr.)
rājānaṃ so 'bravīd vacaḥ
zum König sprach er das Wort (Akk./Impf. 3.Sg.)

phalenānena saṃyukto rājarṣe gaccha puṇyatām; bhavatā cābhyanujñāto japeyaṃ bhūya eva hi

„Mit dieser Frucht verbunden, o Königsweiser, gehe zur Verdienstlichkeit; von dir aber entlassen möchte ich wahrlich wieder nur rezitieren.“

Wort für Wort
phalenānena saṃyukto
mit dieser Frucht verbunden (Instr./Nom. Part.)
rājarṣe gaccha puṇyatām
o Königsweiser, gehe zur Verdienstlichkeit [?] (Vok./Imp./Akk.)
bhavatā cābhyanujñātaḥ
und von dir erlaubt/entlassen (Instr./Part. Pass.)
japeyaṃ bhūya eva hi
möchte ich rezitieren, wieder ganz gewiss (Opt. 1.Sg.)

puṇyatām: Zustand des Verdienstes/der Läuterung; Deutung unsicher.

varaś ca mama pūrvaṃ hi devyā datto mahābala; śraddhā te japato nityaṃ bhaviteti viśāṃ pate

„Denn von der Göttin wurde mir früher ein Wunsch gewährt, o Starkarmiger: ‚Du wirst stets Vertrauen zum Rezitieren haben‘, o Herr der Menschen.“

Wort für Wort
varaś ca mama pūrvaṃ hi
und ein Wunsch mir früher fürwahr (Nom./Gen.)
devyā datto mahābala
von der Göttin gegeben, o Starker (Instr./Part.; Vok.)
śraddhā te japato nityam
Vertrauen wird dir, dem Rezitierenden, stets (Nom./Gen. Part.)
bhaviteti viśāṃ pate
wird sein, so; o Herr der Menschen (Fut. 3.Sg./Vok.)

rājovāca; yady evam aphalā siddhiḥ śraddhā ca japituṃ tava; gaccha vipra mayā sārdhaṃ jāpakaṃ phalam āpnuhi

Der König sprach: „Wenn die Vollendung so ohne Frucht ist und du Vertrauen zum Rezitieren hast, so geh, Brahmane, mit mir zusammen und erlange die Frucht des Rezitierers.“

Wort für Wort
rājovāca
der König sprach (Perf.)
yady evam aphalā siddhiḥ
wenn so fruchtlos die Vollendung [?] (Nom.)
śraddhā ca japituṃ tava
und Vertrauen zum Rezitieren dein (Nom./Inf./Gen.)
gaccha vipra mayā sārdham
geh, Brahmane, mit mir zusammen (Imp./Vok./Instr.)
jāpakaṃ phalam āpnuhi
die Frucht des Rezitierers erlange (Akk./Imp.)

Erster Halbvers sinngemäß unsicher: aphalā siddhiḥ könnte auch „die Vollendung [des Yoga] ist [ohne Rezitieren] fruchtlos“ meinen.

brāhmaṇa uvāca; kṛtaḥ prayatnaḥ sumahān sarveṣāṃ saṃnidhāv iha; saha tulyaphalau cāvāṃ gacchāvo yatra nau gatiḥ

Der Brahmane sprach: „Sehr große Anstrengung wurde hier vor allen unternommen. Wir beide, von gleichem Lohn, wollen dorthin gehen, wo unser beider Ziel ist.“

Wort für Wort
brāhmaṇa uvāca
der Brahmane sprach (Perf.)
kṛtaḥ prayatnaḥ sumahān
getan wurde eine sehr große Anstrengung (Part./Nom.)
sarveṣāṃ saṃnidhāv iha
in der Gegenwart aller hier (Gen. Pl./Lok.)
saha tulyaphalau cāvāṃ
und wir beide, von gleicher Frucht, zusammen (Nom. Du.)
gacchāvo yatra nau gatiḥ
wollen gehen, wo unser beider Ziel ist (Konj. 1.Du./Gen. Du.)

bhīṣma uvāca; vyavasāyaṃ tayos tatra viditvā tridaśeśvaraḥ; saha devair upayayau lokapālais tathaiva ca

Bhīṣma sprach: Als der Herr der Dreißig [Götter] dort ihren Entschluss erkannt hatte, kam er mit den Göttern und ebenso mit den Weltenhütern herbei.

Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach (Perf.)
vyavasāyaṃ tayos tatra
den Entschluss der beiden dort (Akk./Gen. Du.)
viditvā tridaśeśvaraḥ
erkannt habend, der Herr der Dreißig [Indra] (Abs./Nom.)
saha devair upayayau
kam mit den Göttern herbei (Instr./Perf.)
lokapālais tathaiva ca
und ebenso mit den Weltenhütern (Instr. Pl.)

sādhyā viśve 'tha maruto jyotīṃṣi sumahānti ca; nadyaḥ śailāḥ samudrāś ca tīrthāni vividhāni ca

Die Sādhyas, die Viśvedevas, die Maruts und die sehr großen Lichter, Flüsse, Berge, Meere und mannigfache Furtheiligtümer,

Wort für Wort
sādhyā viśve 'tha maruto
Sādhyas, Viśvedevas und Maruts (Nom. Pl.)
jyotīṃṣi sumahānti ca
und sehr große Lichter (Nom. Pl. n.)
nadyaḥ śailāḥ samudrāś ca
Flüsse, Berge und Meere (Nom. Pl.)
tīrthāni vividhāni ca
und mannigfache Furtheiligtümer (Nom. Pl. n.)

tapāṃsi saṃyogavidhir vedāḥ stobhāḥ sarasvatī; nāradaḥ parvataś caiva viśvāvasur hahā huhūḥ

die Bußübungen, die Regel der Verbindung, die Veden, die Stobhas, Sarasvatī, Nārada und Parvata, Viśvāvasu, Hāhā und Hūhū,

Wort für Wort
tapāṃsi saṃyogavidhir
die Bußübungen, die Regel der Verbindung [?] (Nom. Pl./Nom. Sg.)
vedāḥ stobhāḥ sarasvatī
die Veden, die Stobhas (Gesangssilben), Sarasvatī (Nom.)
nāradaḥ parvataś caiva
Nārada und Parvata (Nom.)
viśvāvasur hahā huhūḥ
Viśvāvasu, Hāhā, Hūhū (Nom.)

saṃyogavidhi wörtlich „Regel der Verbindung/Vereinigung“; Bedeutung (Yoga-Vorschrift?) unsicher.

tumburupramukhāś caiva hāhā hūhūs tathaiva ca

Tumburu als Vorderster und ebenso Hāhā und Hūhū.

Wort für Wort
tumburupramukhāś caiva
und mit Tumburu als Anführer (Bahuvrīhi/Nom. Pl.)
hāhā hūhūs tathaiva ca
Hāhā und Hūhū, und ebenso (Nom.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage der kritischen Ausgabe.

gandharvaś citrasenaś ca parivāragaṇair yutaḥ; nāgāḥ siddhāś ca munayo devadevaḥ prajāpatiḥ

der Gandharva Citrasena mit Scharen seines Gefolges, die Nāgas, Siddhas und Weisen, der Gott der Götter, Prajāpati,

Wort für Wort
gandharvaś citrasenaś ca
der Gandharva Citrasena (Nom.)
parivāragaṇair yutaḥ
mit Scharen des Gefolges verbunden (Instr./Part.)
nāgāḥ siddhāś ca munayo
Nāgas, Siddhas und Weise (Nom. Pl.)
devadevaḥ prajāpatiḥ
der Gott der Götter, Prajāpati (Nom.)

ājagāma ca deveśo brahmā vedamayo 'vyayaḥ

Und es kam der Herr der Götter, Brahmā, aus den Veden bestehend, unvergänglich,

Wort für Wort
ājagāma ca deveśo
und es kam der Herr der Götter (Perf. 3.Sg./Nom.)
brahmā vedamayo 'vyayaḥ
Brahmā, vedenhaft, unvergänglich (Nom./Adj.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage der kritischen Ausgabe.

viṣṇuḥ sahasraśīrṣaś ca devo 'cintyaḥ samāgamat

und Viṣṇu, der tausendköpfige Gott, der Unbegreifliche, kam hinzu.

Wort für Wort
viṣṇuḥ sahasraśīrṣaś ca
und Viṣṇu, der Tausendköpfige (Nom.)
devo 'cintyaḥ
der Gott, der unbegreifliche (Nom.)
samāgamat
kam hinzu (Aor. 3.Sg.)

avādyantāntarikṣe ca bheryas tūryāṇi cābhibho; puṣpavarṣāṇi divyāni tatra teṣāṃ mahātmanām; nanṛtuś cāpsaraḥsaṃghās tatra tatra samantataḥ

Im Luftraum erklangen Pauken und Instrumente, o Mächtiger; himmlische Blumenregen [fielen] dort auf jene Hochgesinnten; und Scharen von Apsaras tanzten dort überall ringsum.

Wort für Wort
avādyantāntarikṣe ca
und es erklangen im Luftraum (Impf. Pass. 3.Pl./Lok.)
bheryas tūryāṇi cābhibho
Pauken und Instrumente, o Mächtiger (Nom. Pl./Vok.)
puṣpavarṣāṇi divyāni
himmlische Blumenregen (Nom. Pl. n.)
tatra teṣāṃ mahātmanām
dort für jene Hochgesinnten (Gen. Pl.)
nanṛtuś cāpsaraḥsaṃghās
und es tanzten Apsaras-Scharen (Perf. 3.Pl./Nom.)
tatra tatra samantataḥ
hier und dort, ringsum (Adv.)

atha svargas tathā rūpī brāhmaṇaṃ vākyam abravīt; saṃsiddhas tvaṃ mahābhāga tvaṃ ca siddhas tathā nṛpa

Da sprach der Himmel, Gestalt angenommen habend, zum Brahmanen: „Vollendet bist du, Hochbeglückter, und ebenso bist du vollendet, o König.“

Wort für Wort
atha svargas tathā rūpī
da der Himmel, ebenso gestalthaft (Nom.)
brāhmaṇaṃ vākyam abravīt
sprach zum Brahmanen das Wort (Akk./Impf.)
saṃsiddhas tvaṃ mahābhāga
vollendet bist du, Hochbeglückter (Nom./Vok.)
tvaṃ ca siddhas tathā nṛpa
und du bist vollendet ebenso, o König (Nom./Vok.)

atha tau sahitau rājann anyonyena vidhānataḥ; viṣayapratisaṃhāram ubhāv eva pracakratuḥ

Da vollzogen die beiden, o König, vereint und einander gemäß der Vorschrift, beide das Zurückziehen der Sinnesbereiche.

Wort für Wort
atha tau sahitau rājann
da die beiden, vereint, o König (Nom. Du./Vok.)
anyonyena vidhānataḥ
einander gemäß der Vorschrift (Instr./Adv.)
viṣayapratisaṃhāram
das Zurückziehen der Sinnesobjekte (Akk.)
ubhāv eva pracakratuḥ
beide vollzogen (Perf. 3.Du.)

prāṇāpānau tathodānaṃ samānaṃ vyānam eva ca; evaṃ tān manasi sthāpya dadhatuḥ prāṇayor manaḥ

Prāṇa, Apāna, ebenso Udāna, Samāna und Vyāna: Nachdem sie diese so im Geist gefestigt hatten, richteten sie den Geist auf die Lebenshauche.

Wort für Wort
prāṇāpānau tathodānam
Prāṇa und Apāna, ebenso Udāna (Akk.)
samānaṃ vyānam eva ca
Samāna und Vyāna (Akk.)
evaṃ tān manasi sthāpya
so diese im Geist festigend (Akk./Lok./Abs.)
dadhatuḥ prāṇayor manaḥ
richteten sie beide den Geist auf die beiden Lebenshauche (Perf. 3.Du./Lok. Du.)

upasthitakṛtau tatra nāsikāgram adho bhruvau; kuṅkuṇyāṃ caiva manasā śanair dhārayataḥ sma tau

Die beiden, dort zur Ausführung bereit [?], hielten langsam mit dem Geist die Nasenspitze, unterhalb der Brauen, und die Kuṅkuṇī [?] fest.

Wort für Wort
upasthitakṛtau tatra
die beiden, zur Ausführung bereit [?], dort (Nom. Du.)
nāsikāgram adho bhruvau
Nasenspitze, unterhalb der Brauen (Akk./Adv./Gen.)
kuṅkuṇyāṃ caiva manasā
und an/auf der Kuṅkuṇī [?] mit dem Geist (Lok./Instr.)
śanair dhārayataḥ sma tau
langsam hielten sie fest, die beiden (Impf./Präs. 3.Du.)

upasthitakṛtau und kuṅkuṇyām sind unklar; Stelle wohl verderbt oder fachsprachlich (Yogapunkte).

niśceṣṭābhyāṃ śarīrābhyāṃ sthiradṛṣṭī samāhitau; jitāsanau tathādhāya mūrdhany ātmānam eva ca

Mit regungslosen Körpern, festen Blicks, gesammelt, den Sitz bezwungen, und so auch das Selbst im Scheitel setzend,

Wort für Wort
niśceṣṭābhyāṃ śarīrābhyāṃ
mit regungslosen beiden Körpern (Instr. Du.)
sthiradṛṣṭī samāhitau
festen Blicks, gesammelt (Nom. Du.)
jitāsanau tathādhāya
den Sitz bezwungen habend, und setzend (Nom. Du./Abs.)
mūrdhany ātmānam eva ca
im Scheitel das Selbst (Lok./Akk.)

tāludeśam athoddālya brāhmaṇasya mahātmanaḥ; jyotirjvālā sumahatī jagāma tridivaṃ tadā

brach am Gaumenbereich des hochgesinnten Brahmanen eine sehr große Lichtflamme hervor und fuhr da zum Himmel.

Wort für Wort
tāludeśam athoddālya
den Gaumenbereich da aufbrechend (Akk./Abs.)
brāhmaṇasya mahātmanaḥ
des hochgesinnten Brahmanen (Gen.)
jyotirjvālā sumahatī
eine sehr große Lichtflamme (Nom.)
jagāma tridivaṃ tadā
ging zum Himmel da (Perf./Akk./Adv.)

hāhākāras tato dikṣu sarvāsu sumahān abhūt; taj jyotiḥ stūyamānaṃ sma brahmāṇaṃ prāviśat tadā

Da erhob sich in allen Himmelsrichtungen ein sehr großes Wehgeschrei „Hāhā“; jenes Licht, gepriesen, trat da in Brahmā ein.

Wort für Wort
hāhākāras tato dikṣu
da ein „Hāhā“-Ruf in den Himmelsrichtungen (Nom./Lok. Pl.)
sarvāsu sumahān abhūt
in allen ein sehr großer entstand (Aor. 3.Sg.)
taj jyotiḥ stūyamānaṃ sma
jenes Licht, gepriesen werdend (Nom. n./Part. Pass.)
brahmāṇaṃ prāviśat tadā
in Brahmā trat es ein da (Akk./Impf.)

tataḥ svāgatam ity āha tat tejaḥ sa pitāmahaḥ; prādeśamātraṃ puruṣaṃ pratyudgamya viśāṃ pate

Da sagte der Großvater zu jenem Glanz „Willkommen“, nachdem er dem spannlangen Wesen entgegengetreten war, o Herr der Menschen.

Wort für Wort
tataḥ svāgatam ity āha
da „Willkommen“, so sprach (Perf.)
tat tejaḥ sa pitāmahaḥ
zu jenem Glanz er, der Großvater (Akk./Nom.)
prādeśamātraṃ puruṣam
das spannlange Wesen (Akk.)
pratyudgamya viśāṃ pate
entgegengegangen, o Herr der Menschen (Abs./Vok.)

prādeśamātra: von der Größe einer Spanne (vgl. das daumen-/spannengroße Selbst).

bhūyaś caivāparaṃ prāha vacanaṃ madhuraṃ sma saḥ; jāpakais tulyaphalatā yogānāṃ nātra saṃśayaḥ

Und wieder sprach er andere, süße Worte: „Die Yogas haben gleichen Lohn wie die Rezitierer; darüber besteht kein Zweifel.“

Wort für Wort
bhūyaś caivāparaṃ prāha
und wiederum sprach er anderes (Adv./Perf.)
vacanaṃ madhuraṃ sma saḥ
Worte, süße, er (Akk./Nom.)
jāpakais tulyaphalatā
Gleichheit der Frucht mit den Rezitierern (Instr. Pl./Nom.)
yogānāṃ nātra saṃśayaḥ
der Yogas; hierin kein Zweifel (Gen. Pl./Nom.)

yogasya tāvad etebhyaḥ phalaṃ pratyakṣadarśanam; jāpakānāṃ viśiṣṭaṃ tu pratyutthānaṃ samādhikam

„Des Yoga Frucht ist diesen [Göttern] zunächst unmittelbar sichtbar; das Entgegentreten aber ist bei den Rezitierern ausgezeichnet, überreichlich [?].“

Wort für Wort
yogasya tāvad etebhyaḥ
des Yoga zunächst vor diesen (Gen./Abl. bzw. Dat.)
phalaṃ pratyakṣadarśanam
die Frucht, unmittelbar sichtbar (Nom./Adj.)
jāpakānāṃ viśiṣṭaṃ tu
bei den Rezitierern aber ausgezeichnet (Gen. Pl./Nom. n.)
pratyutthānaṃ samādhikam
das Entgegentreten [?], überreichlich (Nom./Adj.)

Sinn unsicher; pratyutthāna wohl Brahmās Aufstehen/Entgegengehen (vgl. 193.024).

uṣyatāṃ mayi cety uktvācetayat sa tataḥ punaḥ; athāsya praviveśāsyaṃ brāhmaṇo vigatajvaraḥ

„Und weile bei mir“, sagte er und ermahnte ihn dann wieder [?]; da trat der Brahmane, frei von Fieber [Kummer], in dessen Mund ein.

Wort für Wort
uṣyatāṃ mayi cety uktvā
„und man weile bei mir“, so gesprochen habend (Imp. Pass./Lok./Abs.)
acetayat sa tataḥ punaḥ
machte er da wieder bewusst [?] (Impf.)
athāsya praviveśāsyam
da in dessen Mund trat er ein (Gen./Perf./Akk.)
brāhmaṇo vigatajvaraḥ
der Brahmane, kummerfrei (Nom.)

acetayat unsicher (ermahnen/zu Bewusstsein bringen).

rājāpy etena vidhinā bhagavantaṃ pitāmaham; yathaiva dvijaśārdūlas tathaiva prāviśat tadā

Auch der König trat dann auf diese Weise in den erhabenen Großvater ein, genau so wie der Tiger unter den Brahmanen.

Wort für Wort
rājāpy etena vidhinā
auch der König auf diese Weise (Nom./Instr.)
bhagavantaṃ pitāmaham
in den erhabenen Großvater (Akk.)
yathaiva dvijaśārdūlas
genau wie der Tiger unter den Zweimalgeborenen (Nom.)
tathaiva prāviśat tadā
ebenso trat er da ein (Impf.)

svayaṃbhuvam atho devā abhivādya tato 'bruvan; jāpakārtham ayaṃ yatnas tadarthaṃ vayam āgatāḥ

Da begrüßten die Götter den Selbstentstandenen und sprachen dann: „Für den Rezitierer geschah diese Anstrengung; deswegen sind wir gekommen.“

Wort für Wort
svayaṃbhuvam atho devā
den Selbstentstandenen, da die Götter (Akk./Nom.)
abhivādya tato 'bruvan
begrüßt habend, da sprachen sie (Abs./Impf. 3.Pl.)
jāpakārtham ayaṃ yatnas
um des Rezitierers willen diese Anstrengung (Adv./Nom.)
tadartham vayam āgatāḥ
deswegen sind wir gekommen (Adv./Part. Nom. Pl.)

kṛtapūjāv imau tulyaṃ tvayā tulyaphalāv imau; yogajāpakayor dṛṣṭaṃ phalaṃ sumahad adya vai; sarvāṃl lokān atītyaitau gacchetāṃ yatra vāñchitam

„Diese beiden sind geehrt und von gleichem Lohn wie du; die sehr große Frucht von Yoga und Rezitieren wurde heute gesehen. Nachdem diese beiden alle Welten überschritten haben, mögen sie gehen, wohin sie wünschen.“

Wort für Wort
kṛtapūjāv imau tulyam
diese beiden, geehrt, gleichermaßen (Nom. Du./Adv.)
tvayā tulyaphalāv imau
mit dir von gleicher Frucht, diese beiden (Instr./Nom. Du.)
yogajāpakayor dṛṣṭaṃ phalaṃ
bei Yoga und Rezitieren gesehen die Frucht (Lok. Du./Part.)
sumahad adya vai
sehr große, heute fürwahr (Nom. n./Adv.)
sarvāṃl lokān atītyaitau
alle Welten überschritten habend, diese beiden (Akk. Pl./Abs.)
gacchetāṃ yatra vāñchitam
mögen gehen, wohin gewünscht (Opt. 3.Du./Part.)

brahmovāca; mahāsmṛtiṃ paṭhed yas tu tathaivānusmṛtiṃ śubhām; tāv apy etena vidhinā gacchetāṃ matsalokatām

Brahmā sprach: „Wer die Mahāsmṛti rezitiert und ebenso die heilvolle Anusmṛti: auch diese beiden mögen auf diese Weise zum Zustand [der Zugehörigkeit zu] meiner Welt gelangen.“

Wort für Wort
brahmovāca
Brahmā sprach (Perf.)
mahāsmṛtiṃ paṭhed yas tu
wer die Mahāsmṛti rezitiert (Akk./Opt. 3.Sg.)
tathaivānusmṛtiṃ śubhām
und ebenso die heilvolle Anusmṛti (Akk.)
tāv apy etena vidhinā
auch diese beiden auf diese Weise (Nom. Du./Instr.)
gacchetāṃ matsalokatām
mögen gelangen zur Zugehörigkeit zu meiner Welt (Opt. 3.Du./Akk.)

Mahāsmṛti und Anusmṛti sind Namen bestimmter Rezitationstexte; nähere Bestimmung unklar.

yaś ca yoge bhaved bhaktaḥ so 'pi nāsty atra saṃśayaḥ; vidhinānena dehānte mama lokān avāpnuyāt; gamyatāṃ sādhayiṣyāmi yathāsthānāni siddhaye

„Und wer dem Yoga ergeben ist, auch er, daran ist hier kein Zweifel, möge auf diese Weise am Ende des Leibes meine Welten erlangen. Geht; ich werde es bewirken, [jeder] gemäß seinen Stätten, zur Vollendung.“

Wort für Wort
yaś ca yoge bhaved bhaktaḥ
und wer dem Yoga ergeben sein mag (Lok./Opt.)
so 'pi nāsty atra saṃśayaḥ
auch er; nicht ist hierin Zweifel (Nom.)
vidhinānena dehānte
auf diese Weise am Ende des Leibes (Instr./Lok.)
mama lokān avāpnuyāt
meine Welten möge er erlangen (Gen./Akk. Pl./Opt.)
gamyatāṃ sādhayiṣyāmi
es werde gegangen; ich werde vollbringen (Imp. Pass./Fut. 1.Sg.)
yathāsthānāni siddhaye
gemäß den Stätten, zur Vollendung [?] (Adv./Dat.)

Letzter Pāda knapp und unsicher.

bhīṣma uvāca; ity uktvā sa tadā devas tatraivāntaradhīyata; āmantrya taṃ tato devā yayuḥ svaṃ svaṃ niveśanam

Bhīṣma sprach: So gesprochen, verschwand der Gott dort sogleich; von ihm verabschiedet, gingen die Götter jeder in seine Wohnstatt.

Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach (Perf.)
ity uktvā sa tadā devas
so gesprochen habend, da jener Gott (Abs./Nom.)
tatraivāntaradhīyata
verschwand ebendort (Impf. Med.)
āmantrya taṃ tato devā
ihn verabschiedet habend, da die Götter (Abs./Akk.)
yayuḥ svaṃ svaṃ niveśanam
gingen jeder zu seiner Wohnstatt (Perf. 3.Pl./Akk.)

te ca sarve mahātmāno dharmaṃ satkṛtya tatra vai; pṛṣṭhato 'nuyayū rājan sarve suprītamānasāḥ

Und alle jene Hochgesinnten, die dort Dharma geehrt hatten, folgten von hinten, o König, alle mit sehr frohem Gemüt.

Wort für Wort
te ca sarve mahātmāno
und diese alle Hochgesinnten (Nom. Pl.)
dharmaṃ satkṛtya tatra vai
Dharma geehrt habend dort fürwahr (Akk./Abs.)
pṛṣṭhato 'nuyayū rājan
folgten von hinten, o König (Perf. 3.Pl./Vok.)
sarve suprītamānasāḥ
alle mit sehr frohem Gemüt (Nom. Pl.)

etat phalaṃ jāpakānāṃ gatiś caiva prakīrtitā; yathāśrutaṃ mahārāja kiṃ bhūyaḥ śrotum icchasi

„Dies ist die Frucht der Rezitierer und ihr Ziel, [so] verkündet, wie es gehört wurde, o Großkönig. Was willst du noch mehr hören?“

Wort für Wort
etat phalaṃ jāpakānāṃ
dies die Frucht der Rezitierer (Nom./Gen. Pl.)
gatiś caiva prakīrtitā
und das Ziel, verkündet (Nom./Part. f.)
yathāśrutaṃ mahārāja
wie gehört, o Großkönig (Adv./Vok.)
kiṃ bhūyaḥ śrotum icchasi
was noch mehr zu hören wünschst du (Inf./Präs. 2.Sg.)

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