Kapitel 328: kṛṣṇanāmanirukti
Die Bedeutung der Namen Kṛṣṇas und die Einheit von Rudra und Nārāyaṇa
Janamejaya lässt sich von Vaiśampāyana berichten, wie Kṛṣṇa auf Arjunas Bitte hin die verborgene Bedeutung seiner eigenen, in Veda, Purāṇa und anderen Lehrschriften genannten Namen erklärte. Zunächst legt er die Lehre von der Wesenseinheit Rudras (Śivas) und Nārāyaṇas (Viṣṇus) dar; im weiteren Kapitel werden die Etymologien einzelner Namen wie Keśava, Dāmodara, Pṛśnigarbha und Vāsudeva anhand mythologischer Episoden entfaltet.
sollst du mir, dem Wissbegierigen, verkünden – [die Namen] des Hari, des Herrn der Geschöpfe; auf dass ich, sie gehört habend, rein werde, makellos wie der Herbstmond.“
Vaiśaṃpāyana sprach: Höre, König, wie Hari, der Mächtige, mit gnädigem Sinn dem Phalguna die aus [seinen] Eigenschaften und Taten entstandene Bedeutung seiner eigenen Namen verkündete.
Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca
Vaiśaṃpāyana sprach
śṛṇu rājan
höre, König (Imp./Vok.)
yathā ācaṣṭa
wie er verkündete (3.Sg.Impf.)
phalgunasya
dem Phalguna [Arjuna] (Dat./Gen.Sg.)
harir vibhuḥ
Hari, der Mächtige (Nom.Sg.)
prasannātmā
mit heiterem/gnädigem Sinn (Nom.Sg.)
ātmano nāmnāṃ niruktam
die Bedeutung seiner eigenen Namen (Gen.Sg./Gen.Pl./Akk.Sg.)
Arjuna sprach: „Erhabener, Herr des Gewesenen und Künftigen, Schöpfer aller Wesen, Unvergänglicher, Wohnstatt der Welten, Herr des Universums, der den Welten Furchtlosigkeit gewährt,
Wort für Wort
arjuna uvāca
Arjuna sprach
bhagavan
Erhabener (Vok.)
bhūtabhavyeśa
Herr des Gewesenen und Künftigen (Vok.)
sarvabhūtasṛg avyaya
Schöpfer aller Wesen, Unvergänglicher (Vok.)
lokadhāma
Wohnstatt der Welten (Vok.)
jagannātha
Herr der Welt (Vok.)
lokānām abhayaprada
der den Welten Furchtlosigkeit gewährt (Vok./Gen.Pl.)
yāni nāmāni te deva kīrtitāni maharṣibhiḥ; vedeṣu sapurāṇeṣu yāni guhyāni karmabhiḥ
welche Namen von dir, o Gott, von den großen Weisen genannt worden sind, in den Veden zusammen mit den Purāṇas, welche geheimen [Namen, entstanden] aus [deinen] Taten –
Wort für Wort
yāni nāmāni te
welche Namen von dir (Nom./Akk.Pl.Neutr./Gen.Sg.)
deva
o Gott (Vok.)
kīrtitāni maharṣibhiḥ
genannt von den großen Weisen (Nom.Pl.Neutr./Instr.Pl.)
Der erhabene Herr sprach: „Im Ṛgveda zusammen mit dem Yajurveda, ebenso im Atharva[veda] und Sāma[veda], im Purāṇa zusammen mit den Upaniṣaden, ebenso in der Sternkunde, Arjuna,
gauṇāni tatra nāmāni karmajāni ca kāni cit; niruktaṃ karmajānāṃ ca śṛṇuṣva prayato 'nagha; kathyamānaṃ mayā tāta tvaṃ hi me 'rdhaṃ smṛtaḥ purā
Dort gibt es sowohl auf Eigenschaften beruhende Namen als auch einige aus Taten entstandene. Höre nun aufmerksam, Sündenloser, die Bedeutung der aus Taten entstandenen [Namen], die von mir dargelegt wird, mein Lieber – denn du bist von mir vordem als [meine eigene] Hälfte betrachtet worden.
Wort für Wort
gauṇāni tatra nāmāni
dort [gibt es] auf Eigenschaften beruhende Namen (Nom.Pl.Neutr.)
karmajāni ca kāni cit
und einige aus Taten entstandene (Nom.Pl.Neutr.)
niruktaṃ karmajānāṃ ca
und die Bedeutung der aus Taten entstandenen (Akk.Sg./Gen.Pl.)
śṛṇuṣva prayataḥ
höre aufmerksam (2.Sg.Imp.Med./Nom.Sg.)
anagha
Sündenloser (Vok.)
kathyamānaṃ mayā
das von mir Gesagte (Akk.Sg.Pass.Part./Instr.Sg.)
tāta
mein Lieber (Vok.)
tvaṃ hi me 'rdhaṃ smṛtaḥ purā
denn du wurdest von mir früher als [meine] Hälfte betrachtet (Nom.Sg./Dat.Sg./Akk.Sg./Perf.Pass.Part.)
namo 'tiyaśase tasmai dehināṃ paramātmane; nārāyaṇāya viśvāya nirguṇāya guṇātmane
Verneigung jenem von überragendem Ruhm, dem höchsten Selbst der verkörperten Wesen, dem Nārāyaṇa, dem All-Umfassenden, dem Eigenschaftslosen, dessen Wesen [doch] die Eigenschaften sind!
Wort für Wort
namo 'tiyaśase
Verneigung dem von überragendem Ruhm (Nom./Dat.Sg.)
tasmai
jenem (Dat.Sg.)
dehināṃ paramātmane
dem höchsten Selbst der verkörperten Wesen (Gen.Pl./Dat.Sg.)
nārāyaṇāya viśvāya
dem Nārāyaṇa, dem All-Umfassenden (Dat.Sg.)
nirguṇāya
dem Eigenschaftslosen (Dat.Sg.)
guṇātmane
dem, dessen Wesen die Eigenschaften sind (Dat.Sg.)
yasya prasādajo brahmā rudraś ca krodhasaṃbhavaḥ; yo 'sau yonir hi sarvasya sthāvarasya carasya ca
aus dessen Gnade Brahmā entstand, und Rudra, der aus [seinem] Zorn entsprang – er, der der Ursprung von allem ist, dem Unbeweglichen wie dem Beweglichen.
Wort für Wort
yasya prasādajo brahmā
aus dessen Gnade Brahmā entstanden (Gen.Sg./Nom.Sg.)
rudraś ca krodhasaṃbhavaḥ
und Rudra, der aus Zorn entstandene (Nom.Sg.)
yo 'sau
der, jener (Nom.Sg.)
yonir hi sarvasya
denn [er ist] der Ursprung von allem (Nom.Sg./Gen.Sg.)
Jenes Sattva mit achtzehn Eigenschaften [?], o Bester der mit Sattva Begabten, das ist meine höchste Urnatur, die Himmel und Erde durch Yoga zusammenhält, wahrhaftig, wirklich, [selbst] von den Unsterblichen unbesiegbar [?], die für die Welten als [ihr eigenes] Selbst bezeichnet wird.
Wort für Wort
aṣṭādaśaguṇaṃ yat tat sattvaṃ
jenes Sattva mit achtzehn Eigenschaften (Akk.Sg.Neutr.)
sattvavatāṃ vara
o Bester der mit Sattva Begabten (Vok./Gen.Pl.)
prakṛtiḥ sā parā mahyaṃ
das ist meine höchste Urnatur (Nom.Sg./Dat.Sg.)
rodasī yogadhāriṇī
die Himmel und Erde durch Yoga zusammenhält (Akk.Du./Nom.Sg.Fem.)
ṛtā satyā
wahrhaftig, wirklich (Nom.Sg.Fem.)
amarājayyā
von den Unsterblichen unbesiegbar [?] (Nom.Sg.Fem.)
lokānām ātmasaṃjñitā
die für die Welten als Selbst bezeichnet wird (Gen.Pl./Nom.Sg.Fem.)
'aṣṭādaśaguṇam' (achtzehn Eigenschaften des Sattva) und die Zusammensetzung 'amarājayyā' (aufgelöst als amara + ajayyā) sind lexikalisch nicht sicher zu bestimmen; Wiedergabe nach der wahrscheinlichsten Lesart.
tasmāt sarvāḥ pravartante sargapralayavikriyāḥ; tato yajñaś ca yaṣṭā ca purāṇaḥ puruṣo virāṭ; aniruddha iti prokto lokānāṃ prabhavāpyayaḥ
Aus jener [Urnatur] gehen alle Wandlungen von Schöpfung und Auflösung hervor. Daraus [entstehen] das Opfer und der Opfernde, der uralte Puruṣa, der Allgestaltige [Virāṭ], der Aniruddha genannt wird, [er,] der Ursprung und das Vergehen der Welten.
Wort für Wort
tasmāt sarvāḥ pravartante
aus jener gehen alle hervor (Abl.Sg./Nom.Pl./3.Pl.Präs.Med.)
sargapralayavikriyāḥ
die Wandlungen von Schöpfung und Auflösung (Nom.Pl.)
tato yajñaś ca yaṣṭā ca
daraus das Opfer und der Opfernde (Abl./Nom.Sg.)
purāṇaḥ puruṣo virāṭ
der uralte Puruṣa, der Allgestaltige (Nom.Sg.)
aniruddha iti proktaḥ
wird Aniruddha genannt (Nom.Sg./Pass.Part.)
lokānāṃ prabhavāpyayaḥ
der Ursprung und das Vergehen der Welten (Gen.Pl./Nom.Sg.)
brāhme rātrikṣaye prāpte tasya hy amitatejasaḥ; prasādāt prādurabhavat padmaṃ padmanibhekṣaṇa; tatra brahmā samabhavat sa tasyaiva prasādajaḥ
Als das Ende der Brahmā-Nacht jenes [Wesens] von unermesslichem Glanz eingetreten war, entstand aus [seiner] Gnade eine Lotosblume, o [du] mit Lotosaugen; darin entstand Brahmā, er, der allein aus dessen Gnade entstanden ist.
Wort für Wort
brāhme rātrikṣaye prāpte
als das Ende der Brahmā-Nacht eingetreten war (Lok.Absolutkonstr.)
tasya hy amitatejasaḥ
jenes von unermesslichem Glanz (Gen.Sg.)
prasādāt prādurabhavat
aus [seiner] Gnade entstand (Abl.Sg./3.Sg.Impf.)
padmaṃ
eine Lotosblume (Akk.Sg.)
padmanibhekṣaṇa
o [du] mit Lotosaugen (Vok.)
tatra brahmā samabhavat
darin entstand Brahmā (Lok./Nom.Sg./3.Sg.Impf.)
sa tasyaiva prasādajaḥ
er, aus dessen Gnade allein entstanden (Nom.Sg./Gen.Sg.)
Diese beiden Besten der Götter, bekannt als aus Gnade und Zorn entstanden, deren Wege von jenem [Höchsten] gewiesen sind, sind die Bewirker von Schöpfung und Vernichtung; sie beide sind hierbei nur ein Werkzeug [des Höchsten], die allen Lebewesen Segen gewähren.
Wort für Wort
etau dvau vibudhaśreṣṭhau
diese beiden Besten der Götter (Nom.Du.)
prasādakrodhajau smṛtau
bekannt als aus Gnade und Zorn entstanden (Nom.Du./Pass.Part.)
tadādeśitapanthānau
deren Wege von jenem gewiesen sind (Nom.Du.)
sṛṣṭisaṃhārakārakau
die Bewirker von Schöpfung und Vernichtung (Nom.Du.)
nimittamātraṃ tāv atra
sie beide sind hierbei nur ein Werkzeug (Akk.Sg./Nom.Du.)
[Er ist] der mit dem Haarknoten, der Zopfträger, der Kahlgeschorene, der die Verbrennungsplätze als Wohnstatt nutzt, der Träger furchtbarer Gelübde, Rudra, der Yogin, der für Tripura Schreckliche.
Wort für Wort
kapardī
der mit dem Haarknoten (Nom.Sg.)
jaṭilo muṇḍaḥ
der Zopfträger, der Kahlgeschorene (Nom.Sg.)
śmaśānagṛhasevakaḥ
der die Verbrennungsplätze als Wohnstatt nutzt (Nom.Sg.)
Der Zerstörer des Opfers von Dakṣa, ebenso der, der das Auge des Bhaga zerstörte – er ist, Sohn des Pāṇḍu, in jedem Zeitalter als eins mit Nārāyaṇa zu erkennen.
Wort für Wort
dakṣakratuharaś ca eva
und auch der Zerstörer des Opfers von Dakṣa (Nom.Sg.)
bhaganetraharas tathā
ebenso der Zerstörer des Auges des Bhaga (Nom.Sg.)
nārāyaṇātmako jñeyaḥ
ist als eins mit Nārāyaṇa zu erkennen (Nom.Sg./Ger.)
yo 'sau rudraḥ so 'ham asmi yo 'ham asmi śivaḥ paraḥ; yathā rudras tathāhaṃ ca nāvayor antaraṃ tathā
Der, der jener Rudra ist, der bin ich; der, der ich bin, ist der höchste Śiva. Wie Rudra [ist], so [bin] auch ich; zwischen uns beiden gibt es keinen Unterschied.
Wort für Wort
yo 'sau rudraḥ
der, jener Rudra (Nom.Sg.)
so 'ham asmi
der bin ich (Nom.Sg./1.Sg.Präs.)
yo 'ham asmi
der ich bin (Nom.Sg./1.Sg.Präs.)
śivaḥ paraḥ
der höchste Śiva (Nom.Sg.)
yathā rudras tathā ahaṃ ca
wie Rudra, so auch ich (Nom.Sg.)
na āvayor antaraṃ tathā
so gibt es zwischen uns beiden keinen Unterschied (Gen.Du./Akk.Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers (star) der kritischen Ausgabe.
yady ahaṃ nārcayeyaṃ vai īśānaṃ varadaṃ śivam; ātmānaṃ nārcayet kaś cid iti me bhāvitaṃ manaḥ; mayā pramāṇaṃ hi kṛtaṃ lokaḥ samanuvartate
Wenn ich den Īśāna, den segenspendenden Śiva, nicht verehren würde, würde niemand [sein eigenes] Selbst verehren – so ist mein Gedanke. Denn von mir wurde [dies zum] Vorbild gemacht, [und] die Welt richtet sich danach.
Wort für Wort
yady ahaṃ na arcayeyaṃ vai
wenn ich nicht verehren würde (Kond./1.Sg.Opt.)
īśānaṃ varadaṃ śivam
den Īśāna, den segenspendenden Śiva (Akk.Sg.)
ātmānaṃ na arcayet kaś cid
würde niemand [sein] Selbst verehren (Akk.Sg./3.Sg.Opt./Nom.Sg.)
iti me bhāvitaṃ manaḥ
so ist mein Gedanke bedacht (Nom.Sg./Gen.Sg./Pass.Part.)
mayā pramāṇaṃ hi kṛtaṃ
denn von mir wurde [dies zum] Vorbild gemacht (Instr.Sg./Akk.Sg./Pass.Part.)
lokaḥ samanuvartate
die Welt richtet sich danach (Nom.Sg./3.Sg.Präs.Med.)
Rudra und Nārāyaṇa sind ein einziges, zweifach gewordenes Wesen; es wandelt in der Welt, Kaunteya, in jeweils eigener Erscheinungsform, in allen Wirkungen [wirksam].
Wort für Wort
rudro nārāyaṇaś ca eva
Rudra und Nārāyaṇa (Nom.Sg.)
sattvam ekaṃ dvidhākṛtam
ein einziges, zweifach gewordenes Wesen (Nom./Akk.Sg.Neutr.)
loke carati
wandelt in der Welt (Lok.Sg./3.Sg.Präs.)
kaunteya
Kaunteya (Vok.)
vyaktisthaṃ
in [je] eigener Erscheinungsform weilend (Akk.Sg.Neutr.)
na hi me kena cid deyo varaḥ pāṇḍavanandana; iti saṃcintya manasā purāṇaṃ viśvam īśvaram; putrārtham ārādhitavān ātmānam aham ātmanā
Denn mir kann von niemandem eine Gunst gewährt werden, Freude der Pāṇḍavas – so im Geiste bedenkend, habe ich, um eines Sohnes willen, [mein eigenes] Selbst, den uralten, alldurchdringenden Herrn, durch [mein eigenes] Selbst verehrt.
Wort für Wort
na hi me kena cid deyo varaḥ
denn mir kann von niemandem eine Gunst gewährt werden (Dat.Sg./Instr.Sg./Ger./Nom.Sg.)
pāṇḍavanandana
Freude der Pāṇḍavas (Vok.)
iti saṃcintya manasā
so im Geiste bedenkend (Absolutiv/Instr.Sg.)
purāṇaṃ viśvam īśvaram
den uralten, alldurchdringenden Herrn (Akk.Sg.)
putrārtham
um eines Sohnes willen (Akk./Adv.)
ārādhitavān
habe verehrt (Perf.Akt.Part.Nom.Sg.)
ātmānam aham ātmanā
[mein eigenes] Selbst ich durch [mein eigenes] Selbst (Akk.Sg./Nom.Sg./Instr.Sg.)
Verehre Viṣṇu, den Geber der Opferspende, und verehre ebenso den Geber der Zuflucht; verehre den Wunschgewährer, o Kaunteya, verehre den Genießer von Opfer- und Ahnenspeise.
Wort für Wort
namasva
verehre! (2.Sg.Imp.)
havyadaṃ viṣṇuṃ
Viṣṇu, den Geber der Opferspende (Akk.Sg.)
tathā śaraṇadaṃ nama
und verehre den Geber der Zuflucht (Akk.Sg./2.Sg.Imp.)
varadaṃ namasva
verehre den Wunschgewährer (Akk.Sg./2.Sg.Imp.)
kaunteya
o Sohn der Kuntī (Vok.Sg.)
havyakavyabhujaṃ nama
verehre den Genießer von Opfer- und Ahnenspeise (Akk.Sg./2.Sg.Imp.)
caturvidhā mama janā bhaktā evaṃ hi te śrutam; teṣām ekāntinaḥ śreṣṭhās te caivānanyadevatāḥ; aham eva gatis teṣāṃ nirāśīḥkarmakāriṇām
Vierfach sind meine Anhänger, die Verehrer – so wurde es von dir vernommen: Unter ihnen sind die ausschließlich Ergebenen die Besten, die keine andere Gottheit [neben mir] verehren; ich allein bin das Ziel jener, die ihre Taten ohne Verlangen nach [Lohn] vollbringen.
Wort für Wort
caturvidhā mama janā bhaktā
vierfach sind meine Leute, die Verehrer (Nom.Pl.)
evaṃ hi te śrutam
so wurde es von dir gehört (Instr.Sg./Part.Perf.Pass.)
teṣām ekāntinaḥ śreṣṭhās
unter ihnen sind die ausschließlich Ergebenen die Besten (Gen.Pl./Nom.Pl.)
ye ca śiṣṭās trayo bhaktāḥ phalakāmā hi te matāḥ; sarve cyavanadharmāṇaḥ pratibuddhas tu śreṣṭhabhāk
Die übrigen drei Arten von Anhängern aber gelten als nach Lohn verlangend; sie alle sind der Natur nach dem Rückfall unterworfen, der Erwachte hingegen erlangt den besten Anteil.
Wort für Wort
ye ca śiṣṭās trayo bhaktāḥ
die übrigen drei Anhänger (Nom.Pl.)
phalakāmā hi te matāḥ
sie gelten als nach Früchten verlangend (Nom.Pl.)
sarve cyavanadharmāṇaḥ
alle sind der Natur nach dem Rückfall unterworfen (Nom.Pl.)
brahmāṇaṃ śitikaṇṭhaṃ ca yāś cānyā devatāḥ smṛtāḥ; prabuddhavaryāḥ sevante mām evaiṣyanti yat param; bhaktaṃ prati viśeṣas te eṣa pārthānukīrtitaḥ
Brahmā, Śitikaṇṭha [Rudra] und welche anderen Gottheiten es sonst noch gibt – diese verehren die Vorzüglichsten unter den Erwachten, [wissend,] dass sie letztlich zu mir allein, dem Höchsten, gelangen werden. Dies ist der Unterschied hinsichtlich der Anhänger, den ich dir, o Pārtha, verkündet habe.
Wort für Wort
brahmāṇaṃ śitikaṇṭhaṃ ca
Brahmā und Śitikaṇṭha [Rudra] (Akk.Sg.)
yāś cānyā devatāḥ smṛtāḥ
und welche anderen Gottheiten bekannt sind (Nom.Pl.)
prabuddhavaryāḥ sevante
die Vorzüglichsten der Erwachten verehren (Nom.Pl./3.Pl.Präs.)
mām evaiṣyanti
sie werden zu mir allein gelangen (Akk.Sg./3.Pl.Fut.)
yat param
der ich der Höchste bin (Nom./Akk.Sg.)
bhaktaṃ prati viśeṣas te
dieser Unterschied hinsichtlich der Anhänger (Akk.Sg./Nom.Sg.)
eṣa pārthānukīrtitaḥ
wurde dir, o Pārtha, verkündet (Nom.Sg.Part.Perf.Pass.)
tvaṃ caivāhaṃ ca kaunteya naranārāyaṇau smṛtau; bhārāvataraṇārthaṃ hi praviṣṭau mānuṣīṃ tanum
Du und ich, o Kaunteya, sind als Nara und Nārāyaṇa bekannt; um die Last [der Erde] abzunehmen, sind wir [beide] in einen menschlichen Körper eingegangen.
Wort für Wort
tvaṃ caivāhaṃ ca
du und ich (Nom.Sg.)
kaunteya
o Sohn der Kuntī (Vok.Sg.)
naranārāyaṇau smṛtau
sind als Nara und Nārāyaṇa bekannt (Nom.Du.)
bhārāvataraṇārthaṃ hi
um die Last [der Erde] abzunehmen (Akk.Sg., final)
praviṣṭau mānuṣīṃ tanum
sind in einen menschlichen Körper eingegangen (Nom.Du.Part./Akk.Sg.)
jānāmy adhyātmayogāṃś ca yo 'haṃ yasmāc ca bhārata; nivṛttilakṣaṇo dharmas tathābhyudayiko 'pi ca
Ich kenne die Wege der geistigen Vereinigung [Yogas], [ich weiß,] wer ich bin und woher, o Bhārata, [ich kenne] die Pflicht, die durch Loslösung gekennzeichnet ist, und ebenso die, die zu [weltlichem] Aufstieg führt.
Wort für Wort
jānāmy adhyātmayogāṃś ca
ich kenne die Wege der geistigen Vereinigung (1.Sg.Präs./Akk.Pl.)
yo 'haṃ yasmāc ca
wer ich bin und woher (Nom.Sg.)
bhārata
o Bhārata (Vok.Sg.)
nivṛttilakṣaṇo dharmas
die durch Loslösung gekennzeichnete Pflicht (Nom.Sg.)
tathābhyudayiko 'pi ca
und ebenso die zum [weltlichen] Aufstieg führende (Nom.Sg.)
narāṇām ayanaṃ khyātam aham ekaḥ sanātanaḥ; āpo nārā iti proktā āpo vai narasūnavaḥ; ayanaṃ mama tat pūrvam ato nārāyaṇo hy aham
Bekannt ist [der Name] ‚Zufluchtsort der Menschen‘; ich bin der Eine, der Ewige. Die Wasser werden ‚nārā‘ genannt, die Wasser sind wahrlich die Söhne des Nara [Urmenschen]; jenes [Wasser] war früher meine Wohnstatt – daher bin ich wahrlich Nārāyaṇa.
Wort für Wort
narāṇām ayanaṃ khyātam
bekannt [ist der Name] ‚Zufluchtsort der Menschen‘ (Gen.Pl./Nom.Sg.)
aham ekaḥ sanātanaḥ
ich bin der Eine, der Ewige (Nom.Sg.)
āpo nārā iti proktā
die Wasser werden ‚nārā‘ genannt (Nom.Pl./Part.Perf.Pass.)
āpo vai narasūnavaḥ
die Wasser sind wahrlich die Söhne des Nara (Nom.Pl.)
ayanaṃ mama tat pūrvam
jenes war früher meine Wohnstatt (Nom.Sg.)
ato nārāyaṇo hy aham
daher bin ich wahrlich Nārāyaṇa (Nom.Sg.)
Etymologie: nārā (‚von Nara‘) = die Wasser + ayana (‚Wohnstatt‘) → Nārāyaṇa.
chādayāmi jagad viśvaṃ bhūtvā sūrya ivāṃśubhiḥ; sarvabhūtādhivāsaś ca vāsudevas tato hy aham
Ich bedecke die gesamte Welt, indem ich wie die Sonne mit [meinen] Strahlen werde; und ich bin der Bewohner aller Wesen – daher bin ich wahrlich Vāsudeva.
Wort für Wort
chādayāmi jagad viśvaṃ
ich bedecke die gesamte Welt (1.Sg.Präs./Akk.Sg.)
bhūtvā sūrya ivāṃśubhiḥ
indem ich wie die Sonne mit [meinen] Strahlen werde (Absol./Instr.Pl.)
sarvabhūtādhivāsaś ca
und der Bewohner aller Wesen (Nom.Sg.)
vāsudevas tato hy aham
daher bin ich wahrlich Vāsudeva (Nom.Sg.)
Wortspiel mit der Wurzel vas (‚bedecken‘, ‚bewohnen‘) → Vāsudeva.
gatiś ca sarvabhūtānāṃ prajānāṃ cāpi bhārata; vyāptā me rodasī pārtha kāntiś cābhyadhikā mama
Und ich bin der Zufluchtsort aller Wesen und auch der Geschöpfe, o Bhārata; von mir durchdrungen sind Himmel und Erde, o Pārtha, und mein Glanz ist überragend.
Wort für Wort
gatiś ca sarvabhūtānāṃ
und [ich bin] der Zufluchtsort aller Wesen (Nom.Sg./Gen.Pl.)
prajānāṃ cāpi bhārata
und auch der Geschöpfe, o Bhārata (Gen.Pl./Vok.)
vyāptā me rodasī pārtha
von mir durchdrungen sind Himmel und Erde, o Pārtha (Part.Perf.Pass./Instr.Sg./Nom.Du.)
Und am Ende bin ich es, der über den Wesen [steht], und ich bin es, der dies wünscht, o Bhārata; und wegen des Schreitens werde ich, o Pārtha, mit dem Namen ‚Viṣṇu‘ bezeichnet.
Wort für Wort
adhibhūtāni cānte 'haṃ
und am Ende bin ich [das,] was über den Wesen [steht] [?] (Akk.Pl./Nom.Sg.)
tad icchaṃś cāsmi
und ich bin es, der dies wünscht (Part.Präs./1.Sg.Präs.)
bhārata
o Bhārata (Vok.Sg.)
kramaṇāc cāpy ahaṃ
und wegen des Schreitens ich (Abl.Sg./Nom.Sg.)
pārtha
o Pārtha (Vok.Sg.)
viṣṇur ity abhisaṃjñitaḥ
werde ‚Viṣṇu‘ genannt (Nom.Sg.Part.Perf.Pass.)
adhibhūtāni [?]: unsichere Deutung (‚das über den Wesen Stehende‘ oder das Element-Prinzip); kramaṇa spielt auf die drei Schritte Viṣṇus an.
damāt siddhiṃ parīpsanto māṃ janāḥ kāmayanti hi; divaṃ corvīṃ ca madhyaṃ ca tasmād dāmodaro hy aham
Weil die Menschen, die durch Selbstbeherrschung Vollkommenheit erlangen wollen, wahrlich mich begehren, und [weil ich] Himmel, Erde und die Mitte [der Welt wie mit einem Band] [umfasse], darum bin ich wahrlich Dāmodara.
Wort für Wort
damāt siddhiṃ parīpsanto
die durch Selbstbeherrschung Vollkommenheit erlangen wollen (Abl.Sg./Akk.Sg./Nom.Pl.Part.)
māṃ janāḥ kāmayanti hi
die Menschen begehren wahrlich mich (Akk.Sg./Nom.Pl./3.Pl.Präs.)
pṛśnir ity ucyate cānnaṃ vedā āpo 'mṛtaṃ tathā; mamaitāni sadā garbhe pṛśnigarbhas tato hy aham
Und ‚pṛśni‘ nennt man die Nahrung, die Veden, die Wasser und ebenso den Nektar der Unsterblichkeit; diese sind stets in meinem Leib [Schoß] – daher bin ich wahrlich Pṛśnigarbha.
Wort für Wort
pṛśnir ity ucyate cānnaṃ
und die Nahrung wird ‚pṛśni‘ genannt (Nom.Sg./3.Sg.Präs.Pass.)
vedā āpo 'mṛtaṃ tathā
die Veden, die Wasser und ebenso der Nektar (Nom.Pl./Nom.Sg.)
Die Seher sprachen mich so an – [bezogen auf Trita,] den in den Brunnen Gestürzten: „O Pṛśnigarbha, rette Trita!“ – ihn, der von Ekata und Dvita hinabgestürzt worden war.
Wort für Wort
ṛṣayaḥ prāhur evaṃ māṃ
die Seher sprachen mich so an (Nom.Pl./3.Pl.Perf./Akk.Sg.)
tritakūpābhipātitam
[bezogen auf] den in den Brunnen [Tritas] Gestürzten (Akk.Sg.)
so [sprachen sie zu] ihm, der von Ekata und Dvita hinabgestürzt worden war (Akk.Sg.)
Anspielung auf den Mythos von Trita, der von seinen Brüdern Ekata und Dvita in einen Brunnen gestoßen wurde und durch Anrufung des Namens ‚Pṛśnigarbha‘ gerettet wird (vgl. n. 43).
sūryasya tapato lokān agneḥ somasya cāpy uta; aṃśavo ye prakāśante mama te keśasaṃjñitāḥ; sarvajñāḥ keśavaṃ tasmān mām āhur dvijasattamāḥ
Die Strahlen, die die Welten der glühenden Sonne, des Feuers und ebenso des Mondes erleuchten, werden ‚meine Haare‘ genannt; deshalb nennen mich die Allwissenden, die besten der Zweifachgeborenen, ‚Keśava‘.
Wort für Wort
sūryasya tapato lokān
die Welten der glühenden Sonne (Gen.Sg./Akk.Pl.)
agneḥ somasya cāpy uta
und auch [die] des Feuers und des Mondes (Gen.Sg.)
aṃśavo ye prakāśante
die Strahlen, die erleuchten (Nom.Pl./3.Pl.Präs.)
mama te keśasaṃjñitāḥ
sie werden meine ‚Haare‘ genannt (Gen.Sg./Nom.Pl.)
sarvajñāḥ keśavaṃ tasmān
deshalb [nennen] die Allwissenden [mich] Keśava (Nom.Pl./Akk.Sg.)
mām āhur dvijasattamāḥ
die besten der Zweifachgeborenen nennen mich (Akk.Sg./3.Pl.Perf./Nom.Pl.)
Der großherzige Utathya hatte seiner eigenen Frau einen Keim eingepflanzt; und als Utathya einmal, durch göttliche Māyā, [zeitweise] verschwunden war, o Bhārata, da nahm sich Bṛhaspati jener seiner Ehefrau an.
Wort für Wort
svapatnyām āhito garbha
ein Keim wurde in die eigene Frau gepflanzt (Lok.Sg./Nom.Sg.Part./Nom.Sg.)
utathyena mahātmanā
durch den großherzigen Utathya (Instr.Sg.)
utathye 'ntarhite caiva
und als Utathya verschwunden war (Lok.Sg.Part.Absol.)
kadā cid devamāyayā
einmal, durch göttliche Māyā (Instr.Sg.)
bṛhaspatir athāvindat
da nahm sich Bṛhaspati [ihrer] an (Nom.Sg./3.Sg.Impf.)
tāṃ patnīṃ tasya bhārata
jener seiner Ehefrau, o Bhārata (Akk.Sg./Gen.Sg./Vok.)
pūrvāgato 'haṃ varada nārhasy ambāṃ prabādhitum; etad bṛhaspatiḥ śrutvā cukrodha ca śaśāpa ca
„Ich bin zuerst hier eingegangen, o Wunschgewährer; du darfst die Mutter nicht bedrängen!“ Als Bṛhaspati dies hörte, wurde er zornig und sprach einen Fluch aus.
Wort für Wort
pūrvāgato 'haṃ varada
„ich bin zuerst gekommen, o Wunschgewährer“ (Nom.Sg./Vok.Sg.)
nārhasy ambāṃ prabādhitum
„du darfst die Mutter nicht bedrängen“ (2.Sg.Präs./Akk.Sg./Inf.)
etad bṛhaspatiḥ śrutvā
als Bṛhaspati dies gehört hatte (Akk.Sg./Nom.Sg./Absol.)
cukrodha ca śaśāpa ca
wurde er zornig und sprach einen Fluch aus (je 3.Sg.Perf.)
„Weil ich, als ich mich zur Vereinigung näherte, von dir gehindert wurde, wirst du deshalb blind geboren werden – durch meinen Fluch, daran besteht kein Zweifel.“
Wort für Wort
maithunopagato yasmāt
weil, [als ich mich] zur Vereinigung näherte (Nom.Sg.Part./Kausalpart.)
tvayāhaṃ vinivāritaḥ
ich von dir gehindert wurde (Instr.Sg./Nom.Sg.Part.Perf.Pass.)
tasmād andho jāsyasi tvaṃ
deshalb wirst du blind geboren werden (2.Sg.Fut./Nom.Sg.)
macchāpān nātra saṃśayaḥ
durch meinen Fluch – daran ist kein Zweifel (Abl.Sg./Nom.Sg.)
sa śāpād ṛṣimukhyasya dīrghaṃ tama upeyivān; sa hi dīrghatamā nāma nāmnā hy āsīd ṛṣiḥ purā
Durch den Fluch des vorzüglichsten Sehers geriet er in lange Finsternis; so war er fürderhin unter dem Namen ‚Dīrghatamas‘ [„Lange Dunkelheit“] als Seher bekannt.
Wort für Wort
sa śāpād ṛṣimukhyasya
er, durch den Fluch des vorzüglichsten Sehers (Nom.Sg./Abl.Sg./Gen.Sg.)
dīrghaṃ tama upeyivān
geriet in lange Finsternis (Akk.Sg./Nom.Sg.Part.Perf.Akt.)
sa hi dīrghatamā nāma
er [war] wahrlich [unter dem] Namen ‚Dīrghatamas‘ (Nom.Sg.)
nāmnā hy āsīd ṛṣiḥ purā
war unter [diesem] Namen früher ein Seher (Instr.Sg./3.Sg.Impf./Nom.Sg./Adv.)
Nachdem er die vier ewigen Veden samt ihren Gliedern und Untergliedern [den Hilfswissenschaften] erlangt hatte, wandte er da diesen meinen geheimen Namen an.
Wort für Wort
vedān avāpya caturaḥ
nachdem er die vier Veden erlangt hatte (Akk.Pl./Absol.)
sāṅgopāṅgān sanātanān
die ewigen, samt ihren Gliedern und Untergliedern (Akk.Pl.)
Indem er nach vorgeschriebener Ordnung immer wieder [den Namen] ‚Keśava‘ [wiederholte], erlangte er das Augenlicht zurück und wurde wieder [als] ‚Gautama‘ [bekannt].
Wort für Wort
ānupūrvyeṇa vidhinā
nach vorgeschriebener Ordnung (Instr.Sg.)
keśaveti punaḥ punaḥ
[den Namen] ‚Keśava‘, immer wieder (Zitat/Adv.)
sa cakṣuṣmān samabhavad
er erlangte das Augenlicht zurück (Nom.Sg./3.Sg.Impf.)
gautamaś cābhavat punaḥ
und wurde wieder [als] Gautama (Nom.Sg./3.Sg.Impf.)
Agni wurde, mit Soma vereint, zu einem Mund von einem [einzigen] Ursprung gemacht; daher besteht die gesamte Welt, das Bewegliche und Unbewegliche, aus dem Wesen von Agni und Soma.
Wort für Wort
agniḥ somena saṃyukta
Agni, mit Soma vereint (Nom.Sg./Instr.Sg.)
ekayoni mukhaṃ kṛtam
wurde zu einem Mund von einem Ursprung gemacht (Nom.Sg./Part.Perf.Pass.)
agnīṣomātmakaṃ tasmāj
deshalb aus dem Wesen von Agni und Soma (Nom.Sg./Abl.)
jagat kṛtsnaṃ carācaram
die gesamte Welt, das Bewegliche und Unbewegliche (Nom.Sg.)
mukha (‚Mund‘) bezeichnet hier das gemeinsame Opferorgan der Götter.
api hi purāṇe bhavati; ekayonyātmakāv agnīṣomau; devāś cāgnimukhā iti; ekayonitvāc ca parasparaṃ mahayanto lokān dhārayata iti
Denn auch im Purāṇa heißt es: „Agni und Soma sind von gemeinsamem Ursprung, und die Götter haben Agni als [ihren] Mund“; und: „Weil sie von gemeinsamem Ursprung sind, tragen sie, indem sie sich gegenseitig ehren, die Welten.“
Wort für Wort
api hi purāṇe bhavati
denn auch im Purāṇa heißt es (Lok.Sg./3.Sg.Präs.)
ekayonyātmakāv agnīṣomau
Agni und Soma sind von gemeinsamem Ursprung (Nom.Du.)
devāś cāgnimukhā iti
und die Götter haben Agni als Mund, [so heißt es] (Nom.Pl.)
ekayonitvāc ca parasparaṃ
und wegen ihres gemeinsamen Ursprungs, einander (Abl.Sg./Akk.)
mahayanto lokān dhārayata iti
einander ehrend, tragen sie die Welten, [so heißt es] (Nom.Pl.Part./Akk.Pl./3.Du.Präs.)
Zitat einer Purāṇa-Stelle in Prosa/gemischtem Metrum, daher die Satzzeichen im Sanskrit.