Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Śāntiparva

Kapitel 30: nāradaparvatayoḥ śāpakathā Nārada und Parvata verfluchen einander: die Vorgeschichte um Sṛñjayas Tochter

Kṛṣṇa (Vāsudeva) beginnt auf Yudhiṣṭhiras Fragen zum „Goldspucker“, dem Sohn Sṛñjayas, die Erzählung von Nārada und Parvata, ihrer Abmachung und dem gegenseitigen Fluch. Die Geschichte wird in den folgenden Kapiteln fortgesetzt.

yudhiṣṭhira uvāca; sa kathaṃ kāñcanaṣṭhīvī sṛñjayasya suto 'bhavat; parvatena kimarthaṃ ca dattaḥ kena mamāra ca

Yudhiṣṭhira sprach: Wie wurde er zum „Goldspucker“, zum Sohn des Sṛñjaya? Weshalb wurde er von Parvata [weg]gegeben, und durch wen starb er?

Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca
Yudhiṣṭhira sprach (Perf.3.Sg.)
sa kathaṃ kāñcanaṣṭhīvī
er, wie [wurde er] Goldspucker (Nom.Sg.m.)
sṛñjayasya suto 'bhavat
Sohn des Sṛñjaya (Gen./Nom.), wurde (Impf.3.Sg.)
parvatena kimarthaṃ ca dattaḥ
und weshalb von Parvata gegeben (Instr./Part.Pass.)
kena mamāra ca
und durch wen starb er (Instr./Perf.3.Sg.)

Zu dattaḥ: Der Sinn („gegeben“ im Sinne von Verleihung/Gabe) ist aus dem Vers allein nicht sicher.

yadā varṣasahasrāyus tadā bhavati mānavaḥ; katham aprāptakaumāraḥ sṛñjayasya suto mṛtaḥ

Wenn der Mensch tausend Jahre alt wird, dann [erst] stirbt er; wie konnte der Sohn des Sṛñjaya sterben, ohne das Knabenalter erreicht zu haben?

Wort für Wort
yadā varṣasahasrāyus
wenn tausend Jahre Lebensdauer habend (Nom.Sg.m., Kompositum)
tadā bhavati mānavaḥ
dann wird der Mensch (Nom.Sg.)/ist (3.Sg.Präs.)
katham aprāptakaumāraḥ
wie, das Knabenalter nicht erreicht habend (Nom.Sg.m.)
sṛñjayasya suto mṛtaḥ
Sohn des Sṛñjaya (Gen.), gestorben (Part.Perf.Pass.)

utāho nāmamātraṃ vai suvarṇaṣṭhīvino 'bhavat; tathyaṃ vā kāñcanaṣṭhīvīty etad icchāmi veditum

Oder war es nur ein bloßer Name, dass er „Goldspucker“ hieß? Oder trifft es zu, dass er ein Goldspucker war? Das möchte ich wissen.

Wort für Wort
utāho nāmamātraṃ vai
oder nur ein Name fürwahr (Nom./Akk.Sg.n.)
suvarṇaṣṭhīvino 'bhavat
dem Goldspucker (Gen.Sg.), war (Impf.3.Sg.)
tathyaṃ vā kāñcanaṣṭhīvī
oder wahr [ist es, dass er] Goldspucker [war] (Nom.Sg.)
ity etad icchāmi veditum
„so“ – dies will ich wissen (1.Sg.Präs./Inf.)

vāsudeva uvāca; atra te kathayiṣyāmi yathā vṛttaṃ janeśvara; nāradaḥ parvataś caiva prāg ṛṣī lokapūjitau

Vāsudeva sprach: Hierzu werde ich dir, Herr der Menschen, berichten, wie es sich zutrug: Nārada und Parvata waren einst zwei Seher, von der Welt verehrt.

Wort für Wort
vāsudeva uvāca
Vāsudeva sprach (Perf.3.Sg.)
atra te kathayiṣyāmi
hierzu dir werde ich erzählen (Lok./Dat./Fut.1.Sg.)
yathā vṛttaṃ janeśvara
wie es geschah, Herr der Menschen (Part.Pass./Vok.)
nāradaḥ parvataś caiva
Nārada und Parvata (Nom.Sg.m.)
prāg ṛṣī lokapūjitau
einst zwei Seher, von der Welt verehrt (Nom.Du.)

mātulo bhāgineyaś ca devalokād ihāgatau; vihartukāmau saṃprītyā mānuṣyeṣu purā prabhū

Onkel und Neffe, kamen sie beide einst aus der Götterwelt hierher, in Zuneigung [verbunden] und in der Absicht, unter den Menschen umherzustreifen, die beiden Mächtigen.

Wort für Wort
mātulo bhāgineyaś ca
Onkel mütterlicherseits und Schwestersohn (Nom.Sg.m.)
devalokād ihāgatau
aus der Götterwelt hierher gekommen (Abl./Part.Nom.Du.)
vihartukāmau saṃprītyā
umherzuwandeln begierig, in Zuneigung (Nom.Du./Instr.Sg.)
mānuṣyeṣu purā prabhū
unter den Menschen, einst, mächtig (Lok.Pl./Nom.Du.)

haviḥpavitrabhojyena devabhojyena caiva ha; nārado mātulaś caiva bhāgineyaś ca parvataḥ

Sie lebten von der Speise, die für das Opfer geläutert und rein ist, und von der Speise der Götter: Nārada, der Onkel, und Parvata, der Schwestersohn.

Wort für Wort
haviḥpavitrabhojyena
von Opferspeise, rein, als Nahrung (Instr.Sg., Kompositum) [?]
devabhojyena caiva ha
und von der Götterspeise (Instr.Sg.)
nārado mātulaś ca
Nārada und der Onkel (Nom.Sg.)
bhāgineyaś ca parvataḥ
und der Schwestersohn Parvata (Nom.Sg.)

Das Kompositum haviḥpavitrabhojyena ist knapp und in der Analyse unsicher.

tāv ubhau tapasopetāv avanītalacāriṇau; bhuñjānau mānuṣān bhogān yathāvat paryadhāvatām

Beide, mit Askese begabt, auf der Erdoberfläche wandelnd, liefen sie, menschliche Genüsse genießend, wie es sich gehört umher.

Wort für Wort
tāv ubhau tapasopetau
diese beiden, mit Askese versehen (Nom.Du./Part.)
avanītalacāriṇau
auf der Erdfläche wandelnd (Nom.Du.m.)
bhuñjānau mānuṣān bhogān
genießend menschliche Genüsse (Part.Nom.Du./Akk.Pl.)
yathāvat paryadhāvatām
gebührend liefen sie umher (Adv./Impf.3.Du.)

prītimantau mudā yuktau samayaṃ tatra cakratuḥ; yo bhaved dhṛdi saṃkalpaḥ śubho vā yadi vāśubhaḥ; anyonyasya sa ākhyeyo mṛṣā śāpo 'nyathā bhavet

Erfreut und voller Freude schlossen sie dort eine Abmachung: „Welcher Vorsatz im Herzen entsteht, sei er gut oder schlecht, der ist dem anderen mitzuteilen; wenn [es] anders [geschieht], soll der Fluch [treffen], weil [es dann] Lüge [war].“

Wort für Wort
prītimantau mudā yuktau
voller Zuneigung, mit Freude verbunden (Nom.Du.)
samayaṃ tatra cakratuḥ
dort eine Abmachung trafen sie (Akk.Sg./Perf.3.Du.)
yo bhaved dhṛdi saṃkalpaḥ
welcher im Herzen Vorsatz entstünde (Opt.3.Sg./Lok.)
śubho vā yadi vāśubhaḥ
gut oder wenn schlecht (Nom.Sg.m.)
anyonyasya sa ākhyeyaḥ
dem anderen ist er mitzuteilen (Gen./Gerundiv)
mṛṣā śāpo 'nyathā bhavet
Lüge; Fluch, anders geschähe [es] (Adv./Nom./Opt.3.Sg.)

Der Schlusssatz (mṛṣā śāpo 'nyathā bhavet) ist elliptisch; die Deutung „andernfalls gälte es als Lüge und der Fluch träte ein“ ist erschlossen [?].

tau tatheti pratijñāya maharṣī lokapūjitau; sṛñjayaṃ śvaityam abhyetya rājānam idam ūcatuḥ

Sie stimmten zu mit „So sei es“, die beiden großen Seher, von der Welt verehrt, gingen auf Sṛñjaya, den Śvaitya-Nachkommen, den König, zu und sagten dies:

Wort für Wort
tau tatheti pratijñāya
sie beide, „so [sei es]“ zugesagt habend (Nom.Du./Gerundium)
maharṣī lokapūjitau
zwei große Seher, von der Welt verehrt (Nom.Du.)
sṛñjayaṃ śvaityam abhyetya
zu Sṛñjaya, dem Śvaitya, herangetreten (Akk./Gerundium)
rājānam idam ūcatuḥ
zum König dies sprachen sie beide (Akk./Perf.3.Du.)

āvāṃ bhavati vatsyāvaḥ kaṃ cit kālaṃ hitāya te; yathāvat pṛthivīpāla āvayoḥ praguṇībhava; tatheti kṛtvā tau rājā satkṛtyopacacāra ha

„Wir beide werden bei dir, Verehrte[r], eine Zeit lang wohnen, zu deinem Wohl; sorge, Beschützer der Erde, angemessen für uns beide.“ Der König sagte „So sei es“ und bewirtete sie ehrerbietig.

Wort für Wort
āvāṃ bhavati vatsyāvaḥ
wir beide, bei dir, werden wohnen (Nom.Du./Lok.Sg./Fut.1.Du.)
kaṃ cit kālaṃ hitāya te
eine gewisse Zeit, zum Heil dir (Akk./Dat.Sg.)
yathāvat pṛthivīpāla
gebührend, Erdbeschützer (Adv./Vok.)
āvayoḥ praguṇībhava
für uns beide sei bereit/gefällig (Gen.Du./Imp.2.Sg.)
tatheti kṛtvā tau rājā
„so“ gesagt habend, sie beide, der König (Gerundium/Akk.Du./Nom.)
satkṛtyopacacāra ha
ehrend diente er [ihnen] (Gerundium/Perf.3.Sg.)

bhavati ist hier als Lokativ eines Partizips („bei dir, Verehrter“) gedeutet, Form unsicher [?].

tataḥ kadā cit tau rājā mahātmānau tathāgatau; abravīt paramaprītaḥ suteyaṃ varavarṇinī

Dann sprach der König einst, hoch erfreut, zu den beiden Hochgesinnten, die [so] angekommen waren: „Dies ist meine Tochter, die Schönfarbige.“

Wort für Wort
tataḥ kadā cit tau rājā
dann einst, diese beiden, der König (Adv./Akk.Du./Nom.)
mahātmānau tathāgatau
zwei Hochgesinnte, so gekommen/so beschaffen (Akk.Du.)
abravīt paramaprītaḥ
sagte, überaus erfreut (Impf.3.Sg./Nom.Sg.m.)
suteyaṃ varavarṇinī
[meine] Tochter, diese, die Schönfarbige (Nom.Sg.f.)

Hier ist der Text knapp; „meine“ ergänzt.

ekaiva mama kanyaiṣā yuvāṃ paricariṣyati; darśanīyānavadyāṅgī śīlavṛttasamanvitā; sukumārī kumārī ca padmakiñjalkasaṃnibhā

„Sie ist meine einzige Tochter, sie wird euch beide bedienen: anmutig, mit makellosen Gliedern, mit gutem Charakter und Wandel begabt, zart, ein Mädchen, gleich dem Staubfaden der Lotosblüte.“

Wort für Wort
ekaiva mama kanyaiṣā
meine eine Tochter, diese (Nom.Sg.f.)
yuvāṃ paricariṣyati
euch beide wird sie bedienen (Akk.Du./Fut.3.Sg.)
darśanīyānavadyāṅgī
ansehnlich, makellosgliedrig (Nom.Sg.f.)
śīlavṛttasamanvitā
mit Charakter und Wandel versehen (Nom.Sg.f.)
sukumārī kumārī ca
zart und ein Mädchen (Nom.Sg.f.)
padmakiñjalkasaṃnibhā
dem Lotosstaubfaden gleich (Nom.Sg.f.)

paramaṃ saumya ity uktas tābhyāṃ rājā śaśāsa tām; kanye viprāv upacara devavat pitṛvac ca ha

„Bestens, Lieber“, so von ihnen angesprochen, wies der König sie an: „Tochter, diene den Brahmanen wie Göttern und wie Vätern.“

Wort für Wort
paramaṃ saumya ity uktaḥ
„Bestens, Lieber“, so gesagt (Adv./Vok./Part.Nom.)
tābhyāṃ rājā śaśāsa tām
von beiden; der König wies sie an (Instr.Du./Perf.3.Sg./Akk.Sg.f.)
kanye viprāv upacara
Tochter, die beiden Brahmanen bedien (Vok./Akk.Du./Imp.2.Sg.)
devavat pitṛvac ca ha
wie Götter und wie Väter (Adv.)

sā tu kanyā tathety uktvā pitaraṃ dharmacāriṇī; yathānideśaṃ rājñas tau satkṛtyopacacāra ha

Jene Tochter, der Pflicht folgend, sagte zum Vater „So sei es“ und bediente die beiden nach der Weisung des Königs ehrerbietig.

Wort für Wort
sā tu kanyā tathety uktvā
sie aber, die Tochter, „so“ gesagt habend (Nom.Sg.f./Gerundium)
pitaraṃ dharmacāriṇī
zum Vater, pflichtgemäß handelnd (Akk./Nom.Sg.f.)
yathānideśaṃ rājñas
nach der Anweisung des Königs (Adv./Gen.)
tau satkṛtyopacacāra ha
die beiden ehrend bediente sie (Akk.Du./Gerundium/Perf.3.Sg.)

tasyās tathopacāreṇa rūpeṇāpratimena ca; nāradaṃ hṛcchayas tūrṇaṃ sahasaivānvapadyata

Durch ihre Bedienung und durch ihre unvergleichliche Schönheit ergriff das Herzensverlangen Nārada rasch, jäh.

Wort für Wort
tasyās tathopacāreṇa
durch ihre solche Bedienung (Gen.Sg.f./Instr.)
rūpeṇāpratimena ca
und durch unvergleichliche Gestalt (Instr.Sg.)
nāradaṃ hṛcchayas tūrṇam
Nārada, das Herzensverlangen [Liebesgott], rasch (Akk./Nom.Sg./Adv.)
sahasaivānvapadyata
ganz plötzlich überkam [ihn] (Adv./Impf.3.Sg.Med.)

vavṛdhe ca tatas tasya hṛdi kāmo mahātmanaḥ; yathā śuklasya pakṣasya pravṛttāv uḍurāṭ chanaiḥ

Und da wuchs im Herzen des Hochgesinnten das Verlangen, wie der Herr der Sterne [Mond] im Beginn der hellen Monatshälfte allmählich [wächst].

Wort für Wort
vavṛdhe ca tatas tasya
und da wuchs, dessen (Perf.3.Sg.Med./Gen.)
hṛdi kāmo mahātmanaḥ
im Herzen das Verlangen, des Hochgesinnten (Lok./Nom./Gen.)
yathā śuklasya pakṣasya
wie der hellen Monatshälfte (Gen.)
pravṛttāv uḍurāṭ chanaiḥ
beim Anfang der Mond, langsam (Lok.Sg./Nom./Adv.)

Elliptisch: „wie der Mond zu Beginn der hellen Hälfte allmählich [wächst]“ ergänzt.

na ca taṃ bhāgineyāya parvatāya mahātmane; śaśaṃsa manmathaṃ tīvraṃ vrīḍamānaḥ sa dharmavit

Und er sagte dem Schwestersohn, dem hochgesinnten Parvata, jenes heftige Liebesverlangen nicht, denn er, der die Pflicht kannte, schämte sich.

Wort für Wort
na ca taṃ bhāgineyāya
und nicht dieses dem Schwestersohn (Akk./Dat.)
parvatāya mahātmane
dem Parvata, dem Hochgesinnten (Dat.Sg.)
śaśaṃsa manmathaṃ tīvram
teilte mit das Verlangen, heftig (Perf.3.Sg./Akk.Sg.)
vrīḍamānaḥ sa dharmavit
sich schämend, er, der Pflichtkundige (Part.Nom./Nom.Sg.)

tapasā ceṅgitenātha parvato 'tha bubodha tat; kāmārtaṃ nāradaṃ kruddhaḥ śaśāpainaṃ tato bhṛśam

Doch Parvata bemerkte es durch Askese und durch Zeichen [des Gemüts]; zornig verfluchte er da den vom Verlangen gequälten Nārada heftig.

Wort für Wort
tapasā ceṅgitenātha
durch Askese und durch ein Zeichen, da (Instr.Sg./Instr.)
parvato 'tha bubodha tat
Parvata da bemerkte dies (Nom./Perf.3.Sg.Akk.)
kāmārtaṃ nāradaṃ kruddhaḥ
den liebeskranken Nārada, zornig (Akk.Sg./Nom.Sg.)
śaśāpainaṃ tato bhṛśam
verfluchte ihn dann sehr (Perf.3.Sg./Akk./Adv.)

kṛtvā samayam avyagro bhavān vai sahito mayā; yo bhaved dhṛdi saṃkalpaḥ śubho vā yadi vāśubhaḥ

„Du hast mit mir zusammen [ruhig] eine Abmachung getroffen: Welcher Vorsatz im Herzen entsteht, sei er gut oder schlecht,

Wort für Wort
kṛtvā samayam avyagraḥ
getroffen habend die Abmachung, gelassen (Gerundium/Akk./Nom.Sg.)
bhavān vai sahito mayā
du fürwahr, verbunden mit mir (Nom.Sg./Part./Instr.)
yo bhaved dhṛdi saṃkalpaḥ
welcher im Herzen Vorsatz entstünde (Opt.3.Sg./Lok.)
śubho vā yadi vāśubhaḥ
gut oder wenn schlecht (Nom.Sg.)

anyonyasya sa ākhyeya iti tad vai mṛṣā kṛtam; bhavatā vacanaṃ brahmaṃs tasmād etad vadāmy aham

der sei dem anderen mitzuteilen; das hast du zur Lüge gemacht, o Brahmane, mit deinem Wort. Darum sage ich dies.

Wort für Wort
anyonyasya sa ākhyeyaḥ
dem anderen ist er mitzuteilen (Gen./Gerundiv)
iti tad vai mṛṣā kṛtam
„so“; das fürwahr zur Lüge gemacht (Part.Pass.)
bhavatā vacanaṃ brahman
von dir das Wort, o Brahmane (Instr./Akk./Vok.)
tasmād etad vadāmy aham
darum dies sage ich (Abl./Präs.1.Sg.)

na hi kāmaṃ pravartantaṃ bhavān ācaṣṭa me purā; sukumāryāṃ kumāryāṃ te tasmād eṣa śapāmy aham

„Denn du hast mir das aufkeimende Verlangen zuvor nicht mitgeteilt nach der zarten Jungfrau, deiner [Bedienerin]; darum verfluche ich dich.“

Wort für Wort
na hi kāmaṃ pravartantam
denn nicht das Verlangen, entstehend (Akk.Sg./Part.)
bhavān ācaṣṭa me purā
du hast mitgeteilt mir zuvor (Nom./Aor.2.Sg.Med./Dat./Adv.)
sukumāryāṃ kumāryāṃ te
auf die zarte Jungfrau, dir gehörig (Lok.Sg.f./Gen.)
tasmād eṣa śapāmy aham
darum verfluche ich (Abl./Präs.1.Sg.)

Der Sinn von sukumāryāṃ kumāryāṃ te (Lok. „auf“, te „dein“) ist knapp; „deiner [Bedienerin]“ ergänzt [?].

brahmavādī gurur yasmāt tapasvī brāhmaṇaś ca san; akārṣīḥ samayabhraṃśam āvābhyāṃ yaḥ kṛto mithaḥ

„Weil du, ein Vedakundiger, Lehrer, Asket und Brahmane, den Bruch der Abmachung begangen hast, die wir beide gegenseitig geschlossen hatten,

Wort für Wort
brahmavādī gurur yasmāt
Vedasprecher, Lehrer, weil (Nom.Sg./Abl.)
tapasvī brāhmaṇaś ca san
Asket und Brahmane, seiend (Nom./Part.)
akārṣīḥ samayabhraṃśam
du hast begangen den Bruch der Abmachung (Aor.2.Sg./Akk.)
āvābhyāṃ yaḥ kṛto mithaḥ
die von uns beiden gemacht wurde, gegenseitig (Instr.Du./Part.)

śapsye tasmāt susaṃkruddho bhavantaṃ taṃ nibodha me; sukumārī ca te bhāryā bhaviṣyati na saṃśayaḥ

„werde ich dich, tief erzürnt, verfluchen; vernimm es von mir: Und deine Frau wird zart sein, ohne Zweifel,

Wort für Wort
śapsye tasmāt susaṃkruddhaḥ
werde verfluchen, darum, sehr zornig (Fut.1.Sg./Abl./Nom.)
bhavantaṃ taṃ nibodha me
dich, dies vernimm von mir (Akk./Imp.2.Sg./Instr./Gen.)
sukumārī ca te bhāryā
und zart, deine Frau (Nom.Sg.f.)
bhaviṣyati na saṃśayaḥ
wird sein, kein Zweifel (Fut.3.Sg./Nom.)

Der Gedankengang zu Vers 24 setzt sich fort; mit Vers 24 ergibt sich: sie wird nicht Ärgernis, sondern Person der Verwandlung sein.

vānaraṃ caiva kanyā tvāṃ vivāhāt prabhṛti prabho; saṃdrakṣyanti narāś cānye svarūpeṇa vinākṛtam

„und dich, Herr, wird das Mädchen vom Hochzeitstag an als Affen, und andere Menschen werden dich ohne deine [eigene] Gestalt sehen.“

Wort für Wort
vānaraṃ caiva kanyā tvāṃ
und als Affen, das Mädchen, dich (Akk.Sg./Nom./Akk.)
vivāhāt prabhṛti prabho
von der Hochzeit an, Herr (Abl./Vok.)
saṃdrakṣyanti narāś cānye
werden sehen, und andere Menschen (Fut.3.Pl./Nom.Pl.)
svarūpeṇa vinākṛtam
um die eigene Gestalt gebracht (Instr./Part.Akk.Sg.)

Der Satzbau ist gedrängt; „als Affen“ ist prädikativ zu tvām gedeutet.

sa tad vākyaṃ tu vijñāya nāradaḥ parvatāt tadā; aśapat tam api krodhād bhāgineyaṃ sa mātulaḥ

Als Nārada diese Rede von Parvata erfasst hatte, verfluchte er, der Onkel, im Zorn auch ihn, den Schwestersohn:

Wort für Wort
sa tad vākyaṃ tu vijñāya
er aber, diese Rede erkannt habend (Nom./Akk./Gerundium)
nāradaḥ parvatāt tadā
Nārada von Parvata dann (Nom./Abl.)
aśapat tam api krodhāt
verfluchte auch ihn aus Zorn (Impf.3.Sg./Akk./Abl.)
bhāgineyaṃ sa mātulaḥ
den Schwestersohn, er der Onkel (Akk./Nom.)

tapasā brahmacaryeṇa satyena ca damena ca; yukto 'pi dharmanityaś ca na svargavāsam āpsyasi

„Obwohl du mit Askese, Keuschheit, Wahrheit und Selbstbeherrschung begabt und stets der Pflicht ergeben bist, wirst du den Aufenthalt im Himmel nicht erlangen.“

Wort für Wort
tapasā brahmacaryeṇa
durch Askese, Keuschheit (Instr.Sg.)
satyena ca damena ca
und Wahrheit und Selbstzucht (Instr.Sg.)
yukto 'pi dharmanityaś ca
begabt, auch, und stets der Pflicht [ergeben] (Nom.Sg.m.)
na svargavāsam āpsyasi
nicht Himmelsaufenthalt wirst erlangen (Akk./Fut.2.Sg.)

tau tu śaptvā bhṛśaṃ kruddhau parasparam amarṣaṇau; pratijagmatur anyonyaṃ kruddhāv iva gajottamau

Nachdem sie einander so heftig verflucht hatten, zornig, unversöhnlich, gingen sie auseinander, wie zwei zornige vortreffliche Elefanten.

Wort für Wort
tau tu śaptvā bhṛśaṃ kruddhau
die beiden aber, verflucht habend, sehr zornig (Gerundium/Nom.Du.)
parasparam amarṣaṇau
einander, unversöhnlich (Adv./Nom.Du.)
pratijagmatur anyonyam
gingen [beide] auseinander/zurück, gegenseitig (Perf.3.Du./Adv.)
kruddhāv iva gajottamau
wie zwei zornige Elefantenbullen (Nom.Du.)

parvataḥ pṛthivīṃ kṛtsnāṃ vicacāra mahāmuniḥ; pūjyamāno yathānyāyaṃ tejasā svena bhārata

Parvata durchwanderte die ganze Erde, der große Weise, gebührend geehrt durch seine eigene Kraft, o Bhārata.

Wort für Wort
parvataḥ pṛthivīṃ kṛtsnām
Parvata die Erde, ganze (Nom./Akk.Sg.)
vicacāra mahāmuniḥ
durchwanderte, der große Weise (Perf.3.Sg./Nom.)
pūjyamāno yathānyāyam
geehrt werdend, nach Gebühr (Part.Pass./Adv.)
tejasā svena bhārata
durch eigene Glut/Kraft, o Bhārata (Instr./Vok.)

atha tām alabhat kanyāṃ nāradaḥ sṛñjayātmajām; dharmeṇa dharmapravaraḥ sukumārīm aninditām

Da erlangte Nārada jenes Mädchen, die Tochter des Sṛñjaya, nach dem Recht [zur Frau], der beste unter den Pflichtkundigen, die zarte, untadelige.

Wort für Wort
atha tām alabhat kanyām
da erlangte dieses Mädchen (Impf.3.Sg./Akk.Sg.f.)
nāradaḥ sṛñjayātmajām
Nārada, die Sṛñjaya-Tochter (Nom./Akk.Sg.f.)
dharmeṇa dharmapravaraḥ
nach der Pflicht, der Vorzüglichste im Dharma (Instr./Nom.Sg.)
sukumārīm aninditām
die Zarte, die Untadelige (Akk.Sg.f.)

sā tu kanyā yathāśāpaṃ nāradaṃ taṃ dadarśa ha; pāṇigrahaṇamantrāṇāṃ prayogād eva vānaram

Jenes Mädchen aber sah, gemäß dem Fluch, Nārada durch die Anwendung der Handergreifungsformeln [der Hochzeit] tatsächlich als Affen.

Wort für Wort
sā tu kanyā yathāśāpam
sie aber, das Mädchen, dem Fluch gemäß (Nom./Adv.)
nāradaṃ taṃ dadarśa ha
jenen Nārada sah sie (Akk./Perf.3.Sg.)
pāṇigrahaṇamantrāṇām
der Handergreifungs-Sprüche (Gen.Pl.)
prayogād eva vānaram
allein durch die Anwendung, als Affen (Abl.Sg./Akk.Sg.)

sukumārī ca devarṣiṃ vānarapratimānanam; naivāvamanyata tadā prītimaty eva cābhavat

Und Sukumārī verachtete den Götterseher mit dem Affengesicht nicht im Geringsten, sondern wurde ihm sogar zugetan.

Wort für Wort
sukumārī ca devarṣiṃ
und Sukumārī, den Götterseher (Nom.Sg.f./Akk.)
vānarapratimānanam
mit affenähnlichem Gesicht (Akk.Sg.m.)
naivāvamanyata tadā
verachtete keineswegs dann (Impf.3.Sg.Med.)
prītimaty eva cābhavat
und wurde freundlich/zugetan gar (Nom.Sg.f./Impf.3.Sg.)

upatasthe ca bhartāraṃ na cānyaṃ manasāpy agāt; devaṃ muniṃ vā yakṣaṃ vā patitve pativatsalā

Sie diente [ihrem] Gatten und dachte auch in Gedanken nicht an einen anderen, weder Gott noch Weisen noch Yakṣa, als [ihren] Gatten, ihrem Gatten liebend zugetan.

Wort für Wort
upatasthe ca bhartāram
und diente dem Gatten (Perf.3.Sg.Med./Akk.)
na cānyaṃ manasāpy agāt
und keinen anderen auch nur im Geiste ging (Akk./Instr./Aor.3.Sg.)
devaṃ muniṃ vā yakṣaṃ vā
Gott oder Weisen oder Yakṣa (Akk.Sg.)
patitve pativatsalā
als Gatten, gattenliebend (Lok.Sg./Nom.Sg.f.)

Wörtlich: „ging nicht zu einem anderen, auch nicht im Geist“; „als Gatten“ (patitve) gedeutet.

tataḥ kadā cid bhagavān parvato 'nusasāra ha; vanaṃ virahitaṃ kiṃ cit tatrāpaśyat sa nāradam

Dann kam einst der Ehrwürdige Parvata [dorthin] gefolgt, in einen Wald, von Menschen frei; dort sah er Nārada.

Wort für Wort
tataḥ kadā cid bhagavān
dann einst der Ehrwürdige (Adv./Nom.Sg.)
parvato 'nusasāra ha
Parvata folgte [ihm]/ging nach (Perf.3.Sg.)
vanaṃ virahitaṃ kiṃ cit
einen Wald, verlassen, irgendwie (Akk./Part./Indef.)
tatrāpaśyat sa nāradam
dort sah er Nārada (Impf.3.Sg./Akk.)

anusasāra „folgte/ging hin“; der Sinn (kein Objekt) ist unsicher [?].

tato 'bhivādya provāca nāradaṃ parvatas tadā; bhavān prasādaṃ kurutāṃ svargādeśāya me prabho

Dann grüßte Parvata Nārada und sagte: „Herr, gewähre mir Gnade, dass ich in den Himmel gelangen kann.“

Wort für Wort
tato 'bhivādya provāca
dann begrüßt habend, sprach (Gerundium/Perf.3.Sg.)
nāradaṃ parvatas tadā
zu Nārada Parvata dann (Akk./Nom.)
bhavān prasādaṃ kurutām
möge Er Gnade erweisen (Nom./Akk./Imp.3.Sg.Med.)
svargādeśāya me prabho
zur Himmelsverheißung/-Weisung mir, Herr (Dat./Gen./Vok.)

svargādeśāya nicht sicher; wörtlich „zur Anweisung/Verkündung des Himmels“ [?].

tam uvāca tato dṛṣṭvā parvataṃ nāradas tadā; kṛtāñjalim upāsīnaṃ dīnaṃ dīnataraḥ svayam

Da sagte Nārada zu Parvata, als er ihn sah, der mit gefalteten Händen dasaß, niedergeschlagen, selbst noch niedergeschlagener:

Wort für Wort
tam uvāca tato dṛṣṭvā
zu ihm sprach dann, sehend (Akk./Perf.3.Sg./Gerundium)
parvataṃ nāradas tadā
Parvata, Nārada da (Akk./Nom.)
kṛtāñjalim upāsīnam
mit gefalteten Händen dasitzend (Akk.Sg.m.)
dīnaṃ dīnataraḥ svayam
niedergeschlagen, noch niedergeschlagener selbst (Akk./Nom.Sg.)

tvayāhaṃ prathamaṃ śapto vānaras tvaṃ bhaviṣyasi; ity uktena mayā paścāc chaptas tvam api matsarāt; adyaprabhṛti vai vāsaṃ svarge nāvāpsyasīti ha

„Von dir wurde ich zuerst verflucht: ‚Du wirst ein Affe sein.‘ Nachdem ich so angesprochen war, habe ich dich danach aus Neid verflucht: ‚Von heute an wirst du keinen Wohnsitz im Himmel erlangen.‘“

Wort für Wort
tvayāhaṃ prathamaṃ śaptaḥ
von dir ich zuerst verflucht (Instr./Nom./Adv./Part.)
vānaras tvaṃ bhaviṣyasi
„Affe du wirst sein“ (Nom./Fut.2.Sg.)
ity uktena mayā paścāt
so angesprochen von mir danach (Part.Instr./Adv.)
chaptas tvam api matsarāt
verflucht wurdest du auch aus Neid (Part./Abl.)
adyaprabhṛti vai vāsaṃ
von heute an fürwahr Wohnsitz (Adv./Akk.)
svarge nāvāpsyasīti ha
im Himmel nicht wirst du erlangen (Lok./Fut.2.Sg.)

Der Text lautet ursprünglich „chaptas“ nach Sandhi (śaptas); Wortstellung der zweiten Hälfte gedrängt.

tava naitad dhi sadṛśaṃ putrasthāne hi me bhavān; nivartayetāṃ tau śāpam anyo 'nyena tadā munī

„Das ziemt sich nicht für dich, denn du bist für mich an Sohnes Statt.“ Da hoben die beiden Weisen den Fluch, einer für den anderen, auf.

Wort für Wort
tava naitad dhi sadṛśam
für dich, dies nicht, fürwahr, angemessen (Gen./Nom.)
putrasthāne hi me bhavān
an Sohnes Stelle denn für mich du (Lok./Gen./Nom.)
nivartayetāṃ tau śāpam
hoben auf die beiden den Fluch (Opt./Impf. 3.Du./Akk.)
anyo 'nyena tadā munī
einer durch den anderen, da, die Weisen (Instr./Nom.Du.)

Der Ausdruck nivartayetām ist Optativ; im Zusammenhang narrativ gedeutet, Sprecherwechsel im Vers nicht markiert [?].

śrīsamṛddhaṃ tadā dṛṣṭvā nāradaṃ devarūpiṇam; sukumārī pradudrāva parapaty abhiśaṅkayā

Als Sukumārī Nārada, göttergleich an Gestalt, mit Glanz erfüllt sah, lief sie fort, in der Sorge, es sei ein fremder Mann.

Wort für Wort
śrīsamṛddhaṃ tadā dṛṣṭvā
mit Glanz erfüllt, dann, gesehen habend (Akk./Gerundium)
nāradaṃ devarūpiṇam
Nārada, göttergestaltig (Akk.Sg.)
sukumārī pradudrāva
Sukumārī lief davon (Nom./Perf.3.Sg.)
parapaty abhiśaṅkayā
aus Argwohn [er sei] ein fremder Gatte (Instr.Sg.)

parapati „fremder Herr/anderer Gatte“; abhiśaṅkayā „aus Besorgnis“ [?].

tāṃ parvatas tato dṛṣṭvā pradravantīm aninditām; abravīt tava bhartaiṣa nātra kāryā vicāraṇā

Als Parvata sie, die Untadelige, so fliehen sah, sagte er: „Er ist dein Gatte; hier ist kein Zweifel angebracht.

Wort für Wort
tāṃ parvatas tato dṛṣṭvā
sie, Parvata dann, gesehen habend (Akk./Nom./Gerundium)
pradravantīm aninditām
fliehend, untadelig (Akk.Sg.f.)
abravīt tava bhartaiṣa
sprach: dein Gatte ist dieser (Impf.3.Sg./Gen./Nom.)
nātra kāryā vicāraṇā
nicht hier ist zu machen Erwägung (Adv./Gerundiv/Nom.f.)

ṛṣiḥ paramadharmātmā nārado bhagavān prabhuḥ; tavaivābhedyahṛdayo mā te bhūd atra saṃśayaḥ

„Der Seher, in höchster Pflicht gesinnt, der ehrwürdige Herr Nārada, hat ein Herz, das dir gegenüber unerschütterlich ist; kein Zweifel soll dir hier sein.“

Wort für Wort
ṛṣiḥ paramadharmātmā
der Seher, höchster Pflicht in der Seele (Nom.Sg.)
nārado bhagavān prabhuḥ
Nārada, der Erhabene, Herr (Nom.Sg.)
tavaivābhedyahṛdayaḥ
nur dir gegenüber, unspaltbaren Herzens (Gen./Nom.Sg.)
mā te bhūd atra saṃśayaḥ
nicht sei dir hier Zweifel (Prohib./Gen./Aor.3.Sg./Nom.)

abhedyahṛdayaḥ „unspaltbaren Herzens“ im Sinne von treu/unbeirrbar [?].

sānunītā bahuvidhaṃ parvatena mahātmanā; śāpadoṣaṃ ca taṃ bhartuḥ śrutvā svāṃ prakṛtiṃ gatā; parvato 'tha yayau svargaṃ nārado 'tha yayau gṛhān

Durch den hochgesinnten Parvata vielfach besänftigt und, als sie vom Makel des Fluchs ihres Gatten gehört hatte, kehrte sie zu ihrem eigenen Wesen zurück. Parvata ging in den Himmel, Nārada aber ging in sein Haus.

Wort für Wort
sānunītā bahuvidham
sie, besänftigt, auf vielerlei Weise (Nom.Sg.f./Adv.)
parvatena mahātmanā
von Parvata, dem Hochgesinnten (Instr.)
śāpadoṣaṃ ca taṃ bhartuḥ
und diesen Fluchmakel des Gatten (Akk./Gen.)
śrutvā svāṃ prakṛtiṃ gatā
gehört habend, zu ihrer eigenen Natur zurückgekehrt (Gerundium/Akk./Part.)
parvato 'tha yayau svargam
Parvata da ging in den Himmel (Perf.3.Sg./Akk.)
nārado 'tha yayau gṛhān
Nārada aber ging zu den Häusern/nach Hause (Akk.Pl.)

pratyakṣakarmā sarvasya nārado 'yaṃ mahān ṛṣiḥ; eṣa vakṣyati vai pṛṣṭo yathā vṛttaṃ narottama

„Dieser große Seher Nārada ist Augenzeuge von allem; gefragt wird er, bester der Männer, es der Wahrheit gemäß erzählen.“

Wort für Wort
pratyakṣakarmā sarvasya
Augenzeuge, von allem (Nom.Sg.m./Gen.)
nārado 'yaṃ mahān ṛṣiḥ
dieser Nārada, der große Seher (Nom.)
eṣa vakṣyati vai pṛṣṭaḥ
dieser wird sprechen, gefragt (Fut.3.Sg./Part.)
yathā vṛttaṃ narottama
wie es geschah, Bester der Männer (Part./Vok.)

Wörtlich pratyakṣakarmā: „dessen Handeln vor Augen [liegt]“ / „der unmittelbar Zeuge war“; Sinn nach Kontext [?].

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