Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Śāntiparva

Kapitel 160: khaḍgotpattiḥ Ursprung des Schwertes und seine Weitergabe von Rudra bis zu den Pāṇḍavas

Auf Nakulas Frage nach der besten Waffe erzählt Bhīṣma, wie Brahmā das Schwert (asi) zum Schutz der Welt aus dem Opferfeuer hervorbrachte, wie Rudra damit die Dānavas erschlug und wie es dann durch eine lange Überlieferungsreihe bis zu den Pāṇḍavas gelangte; es folgen die Namen des Schwertes und ein Lobpreis.

vaiśaṃpāyana uvāca; kathāntaram athāsādya khaḍgayuddhaviśāradaḥ; nakulaḥ śaratalpastham idam āha pitāmaham

Vaiśaṃpāyana sprach: Als sich ein Gesprächsanlass ergeben hatte, sprach Nakula, im Schwertkampf bewandert, zu dem auf dem Pfeilbett liegenden Ahnherrn [Bhīṣma] die folgenden Worte.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca
Vaiśaṃpāyana sprach (3.Sg.Perf.)
kathāntaram āsādya
einen Gesprächsanlass gefunden habend (Abs.)
khaḍgayuddhaviśāradaḥ nakulaḥ
Nakula, im Schwertkampf bewandert (Nom.Sg.)
śaratalpastham pitāmaham
zu dem auf dem Pfeilbett Liegenden, dem Ahnherrn (Akk.Sg.)
idam āha
sagte dies (3.Sg.Perf.)

dhanuḥ praharaṇaṃ śreṣṭham iti vādaḥ pitāmaha; matas tu mama dharmajña khaḍga eva susaṃśitaḥ

„Der Bogen sei die beste Waffe, so lautet die Rede, Ahnherr; meine Ansicht aber, Kenner des Dharma, ist: das Schwert ist die [Waffe], die wohlgeschärft [am besten] ist.“

Wort für Wort
dhanuḥ praharaṇaṃ śreṣṭham
der Bogen [sei] die beste Waffe (Nom./Nom.)
iti vādaḥ pitāmaha
so [lautet] die Lehrmeinung, Ahnherr (Nom./Vok.)
matas tu mama dharmajña
angesehen/gemeint aber von mir, Dharma-Kundiger (Part.Pass./Gen./Vok.)
khaḍga eva susaṃśitaḥ
gerade das Schwert [ist] wohlgeschärft (Nom.Sg.)

viśīrṇe kārmuke rājan prakṣīṇeṣu ca vājiṣu; khaḍgena śakyate yuddhe sādhv ātmā parirakṣitum

Wenn der Bogen zerbrochen ist, König, und die Pferde erschöpft sind, kann man sich im Kampf mit dem Schwert gut selbst schützen.

Wort für Wort
viśīrṇe kārmuke rājan
wenn der Bogen zerbrochen ist, König (Lok.abs./Vok.)
prakṣīṇeṣu ca vājiṣu
und wenn die Pferde aufgerieben/erschöpft sind (Lok.abs.Pl.)
khaḍgena śakyate yuddhe
mit dem Schwert kann man im Kampf (Instr./3.Sg.Pass./Lok.)
sādhv ātmā parirakṣitum
sich selbst gut schützen (Adv./Nom./Inf.)

śarāsanadharāṃś caiva gadāśaktidharāṃs tathā; ekaḥ khaḍgadharo vīraḥ samarthaḥ pratibādhitum

Auch Bogenträger sowie Keulen- und Speerträger vermag ein einziger Held, der das Schwert trägt, abzuwehren.

Wort für Wort
śarāsanadharāṃś ca eva
und ebenso Bogenträger (Akk.Pl.)
gadāśaktidharāṃs tathā
sowie Keulen- und Speerträger (Akk.Pl.)
ekaḥ khaḍgadharo vīraḥ
ein einziger Schwertträger-Held (Nom.Sg.)
samarthaḥ pratibādhitum
fähig abzuwehren (Nom./Inf.)

atra me saṃśayaś caiva kautūhalam atīva ca; kiṃ svit praharaṇaṃ śreṣṭhaṃ sarvayuddheṣu pārthiva

Hierüber habe ich einen Zweifel und überaus große Neugier: Was ist wohl die beste Waffe in allen Kämpfen, Herrscher?

Wort für Wort
atra me saṃśayaḥ ca
hierbei [ist] mir ein Zweifel (Lok./Gen./Nom.)
kautūhalam atīva ca
und überaus große Neugier (Nom.Sg.)
kiṃ svit praharaṇaṃ śreṣṭham
was wohl [ist] die beste Waffe (Nom.Sg.)
sarvayuddheṣu pārthiva
in allen Kämpfen, Fürst (Lok.Pl./Vok.)

kathaṃ cotpāditaḥ khaḍgaḥ kasyārthāya ca kena vā; pūrvācāryaṃ ca khaḍgasya prabrūhi prapitāmaha

Und wie wurde das Schwert erschaffen, zu wessen Zweck und von wem? Nenne auch den ersten Lehrer des Schwertes, Urahn.

Wort für Wort
katham ca utpāditaḥ khaḍgaḥ
und wie wurde das Schwert hervorgebracht (Part.Pass.Nom.)
kasya arthāya ca
und zu wessen Zweck (Gen./Dat.)
kena vā
oder durch wen (Instr.)
pūrvācāryaṃ ca khaḍgasya
und den ersten Lehrer des Schwertes (Akk./Gen.)
prabrūhi prapitāmaha
nenne, Urahn (Imp./Vok.)

tasya tad vacanaṃ śrutvā mādrīputrasya dhīmataḥ; sarvakauśalasaṃyuktaṃ sūkṣmacitrārthavac chubham

Als er diese Rede des klugen Mādrī-Sohnes vernommen hatte, die von jeder Gewandtheit erfüllt, reich an feinen und mannigfaltigen Sinngehalten und wohlgefällig war,

Wort für Wort
tasya tad vacanaṃ śrutvā
nachdem er diese Rede von ihm gehört hatte (Abs.)
mādrīputrasya dhīmataḥ
des klugen Mādrī-Sohnes (Gen.Sg.)
sarvakauśalasaṃyuktam
mit aller Geschicklichkeit verbunden (Akk.Sg.n.)
sūkṣmacitrārthavat śubham
mit feinen, bunten Sinngehalten, schön (Akk.Sg.n.)

Der Satz setzt sich in Einheit 8 fort.

tatas tasyottaraṃ vākyaṃ svaravarṇopapāditam; śikṣānyāyopasaṃpannaṃ droṇaśiṣyāya pṛcchate

da [gab] er dem Schüler Droṇas, der [ihn] fragte, die darauf folgende Antwort: eine Rede, mit Ton und Lautung wohlgebildet und den Regeln der Lehre gemäß.

Wort für Wort
tataḥ tasya uttaraṃ vākyam
dann die Antwort darauf, die Rede (Akk.Sg.)
svaravarṇopapāditam
mit Ton und Lautung ausgestattet (Akk.Sg.n.)
śikṣānyāyopasaṃpannam
den Regeln der Lautlehre gemäß versehen (Akk.Sg.n.)
droṇaśiṣyāya pṛcchate
dem fragenden Schüler Droṇas (Dat.Sg./Part.Präs.)

uvāca sarvadharmajño dhanurvedasya pāragaḥ; śaratalpagato bhīṣmo nakulāya mahātmane

Es sprach Bhīṣma, der alle Dharmas kennt, der Vollender im Bogenwissen, auf dem Pfeilbett liegend, zu dem hochgesinnten Nakula.

Wort für Wort
uvāca sarvadharmajñaḥ
sprach, der alle Dharmas Kennende (3.Sg.Perf./Nom.)
dhanurvedasya pāragaḥ
Vollender der Bogenkunde (Gen./Nom.)
śaratalpagataḥ bhīṣmaḥ
auf das Pfeilbett gelegt, Bhīṣma (Nom.Sg.)
nakulāya mahātmane
zu Nakula, dem Hochgesinnten (Dat.Sg.)

tattvaṃ śṛṇuṣva mādreya yad etat paripṛcchasi; prabodhito 'smi bhavatā dhātumān iva parvataḥ

„Höre die Wahrheit, Sohn der Mādrī, nach der du hier fragst; durch dich bin ich geweckt worden wie ein erzhaltiger Berg.“

Wort für Wort
tattvaṃ śṛṇuṣva mādreya
höre die Wahrheit, Mādrī-Sohn (Akk./Imp./Vok.)
yad etat paripṛcchasi
wonach du hier fragst (Rel./2.Sg.Präs.)
prabodhitaḥ asmi bhavatā
geweckt bin ich durch dich (Part.Pass./1.Sg./Instr.)
dhātumān iva parvataḥ
wie ein erzreicher Berg [?] (Nom.Sg.)

Der Vergleich mit dem dhātumat-Berg (mineralreicher, farbiger Berg) ist unsicher gedeutet.

salilaikārṇavaṃ tāta purā sarvam abhūd idam; niṣprakampam anākāśam anirdeśyamahītalam

Dies alles war einst, mein Lieber, ein einziges Wassermeer, unbewegt, ohne Himmelsraum, mit nicht zu bezeichnender Erdfläche.

Wort für Wort
salilaikārṇavaṃ tāta
ein einziger Wasserozean, mein Lieber (Nom.Sg.n./Vok.)
purā sarvam abhūd idam
einst war dies alles (Adv./3.Sg.Aor.)
niṣprakampam anākāśam
unbewegt, ohne Raum (Nom.Sg.n.)
anirdeśyamahītalam
dessen Erdfläche nicht zu bezeichnen war (Bahuvrīhi)

tamaḥsaṃvṛtam asparśam atigambhīradarśanam; niḥśabdaṃ cāprameyaṃ ca tatra jajñe pitāmahaḥ

Von Finsternis umhüllt, nicht zu berühren, von sehr tiefem Anblick, lautlos und unermesslich: dort wurde der Ahnherr geboren.

Wort für Wort
tamaḥsaṃvṛtam asparśam
von Finsternis umhüllt, ohne Berührbarkeit
atigambhīradarśanam
von übertiefem Anblick
niḥśabdaṃ ca aprameyaṃ ca
und lautlos und unermesslich (Nom.Sg.n.)
tatra jajñe pitāmahaḥ
dort wurde der Ahnherr [Brahmā] geboren (3.Sg.Perf.Med.)

avyakteva guṇātīte karmavyāpāravarjite; prādurbabhūva jalajaṃ tato jajñe pitāmahaḥ

Gleichsam im Unmanifesten, jenseits der Eigenschaften, frei von Wirken und Tätigkeit, erschien ein Wassergeborenes [Lotus]; daraus wurde der Ahnherr geboren.

Wort für Wort
avyakte iva guṇātīte
gleichsam im Unmanifesten, das jenseits der Eigenschaften ist (Lok.)
karmavyāpāravarjite
frei von Handlung und Betätigung (Lok.)
prādurbabhūva jalajam
erschien ein Wassergeborenes (3.Sg.Perf./Nom.Sg.n.)
tato jajñe pitāmahaḥ
daraufhin wurde der Ahnherr geboren (3.Sg.Perf.Med.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften). „jalajam“ hier als Lotus gedeutet.

so 'sṛjad vāyum agniṃ ca bhāskaraṃ cāpi vīryavān; ākāśam asṛjac cordhvam adho bhūmiṃ ca nairṛtim

Er, der Kraftvolle, erschuf Wind, Feuer und auch die Sonne; er erschuf oben den Himmelsraum, unten die Erde und Nairṛti [?].

Wort für Wort
saḥ asṛjat vāyum agniṃ ca
er erschuf Wind und Feuer (3.Sg.Impf./Akk.)
bhāskaraṃ ca api vīryavān
und auch die Sonne, der Kraftvolle (Akk./Nom.)
ākāśam asṛjat ca ūrdhvam
und erschuf den Raum nach oben (Akk./Adv.)
adhaḥ bhūmiṃ ca nairṛtim
unten die Erde und Nairṛti [?] (Akk.Sg.)

„nairṛtim“ unsicher: Nairṛti als Gottheit/Weltgegend oder Unheil.

nabhaḥ sacandratāraṃ ca nakṣatrāṇi grahāṃs tathā; saṃvatsarān ahorātrān ṛtūn atha lavān kṣaṇān

Den Himmel mit Mond und Sternen, die Mondhäuser und ebenso die Planeten, Jahre, Tage und Nächte, Jahreszeiten sowie kleine und kleinste Zeiteinheiten.

Wort für Wort
nabhaḥ sacandratāraṃ ca
und den Himmel samt Mond und Sternen (Akk.Sg.n.)
nakṣatrāṇi grahān tathā
Mondhäuser und Planeten (Akk.Pl.)
saṃvatsarān ahorātrān
Jahre, Tage-und-Nächte (Akk.Pl.)
ṛtūn atha lavān kṣaṇān
Jahreszeiten, dann Lavas und Kṣaṇas [Zeitteilchen] (Akk.Pl.)

tataḥ śarīraṃ lokasthaṃ sthāpayitvā pitāmahaḥ; janayām āsa bhagavān putrān uttamatejasaḥ

Danach, als der Ahnherr den in der Welt bestehenden Körper [?] festgesetzt hatte, zeugte der Erhabene Söhne von höchster Glut.

Wort für Wort
tataḥ śarīraṃ lokastham
danach den in der Welt befindlichen Körper [?] (Akk.Sg.n.)
sthāpayitvā pitāmahaḥ
nachdem er festgesetzt hatte, der Ahnherr (Abs./Nom.)
janayām āsa bhagavān
zeugte der Erhabene (3.Sg.Perf.Kaus.)
putrān uttamatejasaḥ
Söhne von höchster Glut (Akk.Pl.)

„śarīraṃ lokasthaṃ“ ist unklar; wörtlich etwa „den in der Welt stehenden Körper“.

marīcim ṛṣim atriṃ ca pulastyaṃ pulahaṃ kratum; vasiṣṭhāṅgirasau cobhau rudraṃ ca prabhum īśvaram

Marīci, den Seher Atri, Pulastya, Pulaha, Kratu, beide, Vasiṣṭha und Aṅgiras, und Rudra, den Herrn, den Gebieter.

Wort für Wort
marīcim ṛṣim atriṃ ca
Marīci und den Seher Atri (Akk.Sg.)
pulastyaṃ pulahaṃ kratum
Pulastya, Pulaha, Kratu (Akk.Sg.)
vasiṣṭhāṅgirasau ca ubhau
Vasiṣṭha und Aṅgiras, beide (Akk.Du.)
rudraṃ ca prabhum īśvaram
und Rudra, den Herrn, den Gebieter (Akk.Sg.)

prācetasas tathā dakṣaḥ kanyāḥ ṣaṣṭim ajījanat; tā vai brahmarṣayaḥ sarvāḥ prajārthaṃ pratipedire

Der Prācetasa Dakṣa zeugte sechzig Töchter; sie alle nahmen die Brahmaseher zum Zweck der Nachkommenschaft an.

Wort für Wort
prācetasaḥ tathā dakṣaḥ
ebenso der Prācetasa Dakṣa (Nom.Sg.)
kanyāḥ ṣaṣṭim ajījanat
zeugte sechzig Töchter (Akk./3.Sg.Aor.Kaus.)
tāḥ vai brahmarṣayaḥ sarvāḥ
sie alle, die Brahmaseher (Akk.Pl.f./Nom.Pl.)
prajārthaṃ pratipedire
nahmen [sie] an um der Nachkommen willen (3.Pl.Perf.Med.)

tābhyo viśvāni bhūtāni devāḥ pitṛgaṇās tathā; gandharvāpsarasaś caiva rakṣāṃsi vividhāni ca

Von ihnen [stammen] alle Wesen: Götter und Scharen der Väter, Gandharven und Apsaras und mannigfache Rākṣasas.

Wort für Wort
tābhyaḥ viśvāni bhūtāni
von ihnen [entstanden] alle Wesen (Abl.Pl.f./Nom.Pl.n.)
devāḥ pitṛgaṇāḥ tathā
Götter und Väterscharen (Nom.Pl.)
gandharvāpsarasaḥ ca eva
und Gandharven und Apsaras (Nom.Pl.)
rakṣāṃsi vividhāni ca
und vielerlei Rākṣasas (Nom.Pl.n.)

patatrimṛgamīnāś ca plavaṃgāś ca mahoragāḥ; nānākṛtibalāś cānye jalakṣitivicāriṇaḥ

Vögel, Wild, Fische, Springer [Affen], große Schlangen und andere von mancherlei Gestalt und Kraft, die im Wasser und auf dem Land wandeln.

Wort für Wort
patatrimṛgamīnāḥ ca
Vögel, Wild und Fische (Nom.Pl.)
plavaṃgāḥ ca mahoragāḥ
und Springer, und große Schlangen (Nom.Pl.)
nānākṛtibalāḥ ca anye
und andere von verschiedener Gestalt und Kraft (Nom.Pl.)
jalakṣitivicāriṇaḥ
in Wasser und Erde umherziehend (Nom.Pl.)

audbhidāḥ svedajāś caiva aṇḍajāś ca jarāyujāḥ; jajñe tāta tathā sarvaṃ jagat sthāvarajaṅgamam

Aus Keimen Entstandene, Schweißgeborene, Eigeborene und Lebendgebärende: so entstand, mein Lieber, die ganze Welt, das Unbewegte und Bewegte.

Wort für Wort
audbhidāḥ svedajāḥ ca
Sprossgeborene und Schweißgeborene (Nom.Pl.)
aṇḍajāḥ ca jarāyujāḥ
und Eigeborene und Lebendgebärende (Nom.Pl.)
jajñe tāta tathā sarvam
entstand, mein Lieber, so alles (3.Sg.Perf.Med./Vok.)
jagat sthāvarajaṅgamam
die Welt, Unbewegtes und Bewegtes (Nom.Sg.n.)

bhūtasargam imaṃ kṛtvā sarvalokapitāmahaḥ; śāśvataṃ vedapaṭhitaṃ dharmaṃ ca yuyuje punaḥ

Nachdem er, der Großvater aller Welten, diese Schöpfung der Wesen vollbracht hatte, verband er sie wieder mit dem ewigen, in den Veden gelehrten Dharma.

Wort für Wort
bhūtasargam imaṃ kṛtvā
nachdem er diese Schöpfung der Wesen gemacht hatte (Abs.)
sarvalokapitāmahaḥ
der Großvater aller Welten (Nom.)
śāśvataṃ vedapaṭhitam
den ewigen, im Veda gelehrten (Akk.Sg.m.)
dharmaṃ ca yuyuje punaḥ
und [sie] verband mit dem Dharma wieder (Akk./3.Sg.Perf.)

tasmin dharme sthitā devāḥ sahācāryapurohitāḥ; ādityā vasavo rudrāḥ sasādhyā marudaśvinaḥ

In diesem Dharma standen die Götter samt Lehrern und Hauspriestern: Ādityas, Vasus, Rudras, dazu Sādhyas, Maruts und Aśvins.

Wort für Wort
tasmin dharme sthitāḥ devāḥ
in diesem Dharma standen die Götter (Lok./Part.Pass./Nom.Pl.)
sahācāryapurohitāḥ
samt Lehrern und Hauspriestern (Nom.Pl.)
ādityāḥ vasavaḥ rudrāḥ
Ādityas, Vasus, Rudras (Nom.Pl.)
sasādhyāḥ marudaśvinaḥ
samt Sādhyas, Maruts und Aśvins (Nom.Pl.)

bhṛgvatryaṅgirasaḥ siddhāḥ kāśyapaś ca tapodhanaḥ; vasiṣṭhagautamāgastyās tathā nāradaparvatau

Die Bhṛgus, Atris und Aṅgirasen, die Siddhas, Kāśyapa, reich an Askese, Vasiṣṭha, Gautama und Agastya sowie Nārada und Parvata.

Wort für Wort
bhṛgvatryaṅgirasaḥ siddhāḥ
Bhṛgus, Atris, Aṅgirasen, Siddhas (Nom.Pl.)
kāśyapaḥ ca tapodhanaḥ
und Kāśyapa, reich an Askese (Nom.Sg.)
vasiṣṭhagautamāgastyāḥ
Vasiṣṭha, Gautama, Agastya (Nom.Pl.)
tathā nāradaparvatau
ebenso Nārada und Parvata (Nom.Du.)

ṛṣayo vālakhilyāś ca prabhāsāḥ sikatās tathā; ghṛtācāḥ somavāyavyā vaikhānasamarīcipāḥ

Seher, Vālakhilyas, Prabhāsas und Sikatas, Ghṛtācas, Somavāyavyas, Vaikhānasas und Marīcipas.

Wort für Wort
ṛṣayaḥ vālakhilyāḥ ca
Seher und Vālakhilyas (Nom.Pl.)
prabhāsāḥ sikatāḥ tathā
Prabhāsas und Sikatas (Nom.Pl.)
ghṛtācāḥ somavāyavyāḥ
Ghṛtācas, Somavāyavyas (Nom.Pl.)
vaikhānasamarīcipāḥ
Vaikhānasas und Marīcipas (Nom.Pl.)

akṛṣṭāś caiva haṃsāś ca ṛṣayo 'thāgniyonijāḥ; vānaprasthāḥ pṛśnayaś ca sthitā brahmānuśāsane

Akṛṣṭas und Haṃsas, ferner Seher, die aus dem Feuer entstanden sind, Waldeinsiedler und Pṛśnis: sie alle standen unter Brahmās Weisung.

Wort für Wort
akṛṣṭāḥ ca haṃsāḥ ca
Akṛṣṭas und Haṃsas (Nom.Pl.)
ṛṣayaḥ atha agniyonijāḥ
Seher, dann Feuergeborene (Nom.Pl.)
vānaprasthāḥ pṛśnayaḥ ca
Waldeinsiedler und Pṛśnis (Nom.Pl.)
sthitāḥ brahmānuśāsane
standen unter Brahmās Weisung (Part.Pass./Lok.)

dānavendrās tv atikramya tat pitāmahaśāsanam; dharmasyāpacayaṃ cakruḥ krodhalobhasamanvitāḥ

Die Dānava-Fürsten aber, die Weisung des Ahnherrn übertretend, richteten, von Zorn und Gier erfüllt, den Dharma zugrunde.

Wort für Wort
dānavendrāḥ tu atikramya
die Dānava-Fürsten aber, übertretend (Nom.Pl./Abs.)
tat pitāmahaśāsanam
jene Weisung des Ahnherrn (Akk.Sg.n.)
dharmasya apacayaṃ cakruḥ
bewirkten den Niedergang des Dharma (Gen./Akk./3.Pl.Perf.)
krodhalobhasamanvitāḥ
von Zorn und Gier erfüllt (Nom.Pl.)

hiraṇyakaśipuś caiva hiraṇyākṣo virocanaḥ; śambaro vipracittiś ca prahrādo namucir baliḥ

Hiraṇyakaśipu und Hiraṇyākṣa, Virocana, Śambara, Vipracitti, Prahrāda, Namuci und Bali.

Wort für Wort
hiraṇyakaśipuḥ ca
und Hiraṇyakaśipu (Nom.)
hiraṇyākṣaḥ virocanaḥ
Hiraṇyākṣa, Virocana (Nom.)
śambaraḥ vipracittiḥ ca
Śambara und Vipracitti (Nom.)
prahrādaḥ namuciḥ baliḥ
Prahrāda, Namuci, Bali (Nom.)

ete cānye ca bahavaḥ sagaṇā daityadānavāḥ; dharmasetum atikramya remire 'dharmaniścayāḥ

Diese und viele andere Daityas und Dānavas samt ihren Scharen, die den Damm des Dharma überschritten hatten, ergötzten sich, im Adharma entschlossen.

Wort für Wort
ete ca anye ca bahavaḥ
diese und viele andere (Nom.Pl.)
sagaṇāḥ daityadānavāḥ
Daityas und Dānavas samt Scharen (Nom.Pl.)
dharmasetum atikramya
den Dharma-Damm überschreitend (Akk./Abs.)
remire adharmaniścayāḥ
vergnügten sich, dem Adharma verschrieben (3.Pl.Perf.Med./Nom.Pl.)

sarve sma tulyajātīyā yathā devās tathā vayam; ity evaṃ hetum āsthāya spardhamānāḥ surarṣibhiḥ

„Wir alle sind von gleicher Herkunft; wie die Götter, so [sind] wir“: diesen Grund vorschützend, wetteiferten sie mit den Göttern und Sehern.

Wort für Wort
sarve sma tulyajātīyāḥ
wir alle sind gleicher Abkunft (1.Pl.Präs./Nom.Pl.)
yathā devāḥ tathā vayam
wie die Götter, so wir (Nom.)
iti evaṃ hetum āsthāya
mit diesem Grund sich stützend, ihn vorschützend (Abs.)
spardhamānāḥ surarṣibhiḥ
wetteifernd mit Göttern und Sehern (Part.Präs.Med./Instr.Pl.)

Der Satz setzt sich in Einheit 31 fort.

na priyaṃ nāpy anukrośaṃ cakrur bhūteṣu bhārata; trīn upāyān atikramya daṇḍena rurudhuḥ prajāḥ; na jagmuḥ saṃvidaṃ taiś ca darpād asurasattamāḥ

Sie zeigten weder Zuneigung noch Mitleid gegenüber den Wesen, Bhārata; die drei [ersten] Mittel übergehend, hielten sie die Geschöpfe mit Strafgewalt nieder; und aus Hochmut kamen die vortrefflichsten Asuras mit diesen [?] zu keiner Verständigung.

Wort für Wort
na priyaṃ na api anukrośam
weder Zuneigung noch Mitleid (Akk.Sg.)
cakruḥ bhūteṣu bhārata
zeigten sie gegen die Wesen, Bhārata (3.Pl.Perf./Lok./Vok.)
trīn upāyān atikramya
die drei Mittel übergehend (Akk.Pl./Abs.)
daṇḍena rurudhuḥ prajāḥ
hielten mit Strafgewalt die Geschöpfe fest (Instr./3.Pl.Perf./Akk.)
na jagmuḥ saṃvidaṃ taiḥ ca
und kamen mit ihnen zu keiner Übereinkunft [?] (3.Pl.Perf./Akk./Instr.)
darpāt asurasattamāḥ
aus Hochmut, die besten Asuras (Abl./Nom.Pl.)

„taiś ca“ bezieht sich wohl auf die Geschöpfe oder die Götter; die drei Mittel sind wohl sāman, dāna, bheda. Sicher ist das nicht.

atha vai bhagavān brahmā brahmarṣibhir upasthitaḥ; tadā himavataḥ pṛṣṭhe suramye padmatārake

Da nun weilte der erhabene Brahmā, von Brahmarṣis umgeben, damals auf dem Rücken des Himavat, dem sehr schönen, mit Lotus und Sternen [geschmückten] [?].

Wort für Wort
atha vai bhagavān brahmā
da nun der erhabene Brahmā (Nom.)
brahmarṣibhiḥ upasthitaḥ
von Brahmarṣis begleitet (Instr.Pl./Part.Pass.)
tadā himavataḥ pṛṣṭhe
damals auf dem Rücken des Himavat (Gen./Lok.)
suramye padmatārake
auf dem sehr lieblichen, lotus- und sternengleichen [?] (Lok.Sg.)

„padmatārake“ unsicher: etwa „mit lotusgleichen Sternen“ oder „mit Lotus und Sternen“. Der Satz setzt sich in Einheit 33 fort.

śatayojanavistāre maṇimuktācayācite; tasmin girivare putra puṣpitadrumakānane; tasthau sa vibudhaśreṣṭho brahmā lokārthasiddhaye

Auf diesem besten der Berge, mein Sohn, hundert Yojanas breit, mit Haufen von Juwelen und Perlen bedeckt, in einem Wald blühender Bäume, blieb Brahmā, der Beste der Götter, um das Ziel der Welt zu erreichen.

Wort für Wort
śatayojanavistāre
hundert Yojanas ausgedehnt (Lok.)
maṇimuktācayācite
mit Haufen von Juwelen und Perlen bedeckt (Lok.)
tasmin girivare putra
auf diesem besten Berg, mein Sohn (Lok./Vok.)
puṣpitadrumakānane
im Wald blühender Bäume (Lok.)
tasthau saḥ vibudhaśreṣṭhaḥ brahmā
blieb er, der beste der Götter, Brahmā (3.Sg.Perf./Nom.)
lokārthasiddhaye
zum Gelingen des Weltzwecks (Dat.)

tato varṣasahasrānte vitānam akarot prabhuḥ; vidhinā kalpadṛṣṭena yathoktenopapāditam

Dann, nach tausend Jahren, errichtete der Herr eine Opferanlage, nach der im Kalpa gesehenen und vorgeschriebenen Regel hergerichtet.

Wort für Wort
tataḥ varṣasahasrānte
dann am Ende von tausend Jahren (Lok.)
vitānam akarot prabhuḥ
errichtete der Herr ein Opfergerüst [Vitāna] (3.Sg.Impf./Nom.)
vidhinā kalpadṛṣṭena
nach der im Kalpa geschauten Regel (Instr.)
yathoktena upapāditam
wie vorgeschrieben hergerichtet (Instr./Part.Pass.)

ṛṣibhir yajñapaṭubhir yathāvat karmakartṛbhiḥ; marudbhiḥ parisaṃstīrṇaṃ dīpyamānaiś ca pāvakaiḥ

Mit Sehern, die im Opfer gewandt sind und die Riten regelgerecht vollziehen, von Maruts umringt und von leuchtenden Feuern [erhellt].

Wort für Wort
ṛṣibhiḥ yajñapaṭubhiḥ
mit Sehern, opfergewandten (Instr.Pl.)
yathāvat karmakartṛbhiḥ
regelgerecht die Handlung Vollziehenden (Instr.Pl.)
marudbhiḥ parisaṃstīrṇam
von Maruts umgeben/bestreut (Instr./Part.Pass.)
dīpyamānaiḥ ca pāvakaiḥ
und mit leuchtenden Feuern (Instr.Pl.)

Der Satz setzt sich in Einheit 36 fort.

kāñcanair yajñabhāṇḍaiś ca bhrājiṣṇubhir alaṃkṛtam; vṛtaṃ devagaṇaiś caiva prababhau yajñamaṇḍalam

Mit goldenen, glänzenden Opfergeräten geschmückt und von Götterscharen umgeben, strahlte der Opferkreis.

Wort für Wort
kāñcanaiḥ yajñabhāṇḍaiḥ ca
mit goldenen Opfergeräten (Instr.Pl.)
bhrājiṣṇubhiḥ alaṃkṛtam
glänzenden, geschmückt (Instr./Part.Pass.)
vṛtaṃ devagaṇaiḥ ca eva
und von Götterscharen umringt (Part.Pass./Instr.)
prababhau yajñamaṇḍalam
erstrahlte der Opferkreis (3.Sg.Perf./Nom.)

tathā brahmarṣibhiś caiva sadasyair upaśobhitam; tatra ghoratamaṃ vṛttam ṛṣīṇāṃ me pariśrutam

So, von Brahmarṣis und Opferzeugen [Sadasyas] geziert; dort geschah, wie ich von den Sehern vernommen habe, das Furchtbarste.

Wort für Wort
tathā brahmarṣibhiḥ ca
und ebenso von Brahmarṣis (Instr.Pl.)
sadasyaiḥ upaśobhitam
von Opferaufsehern geziert (Instr.Pl./Part.Pass.)
tatra ghoratamaṃ vṛttam
dort geschah das Furchtbarste (Adv./Nom.Sg.n.)
ṛṣīṇāṃ me pariśrutam
von den Sehern wurde mir zu Gehör gebracht [= von den Sehern habe ich gehört] (Gen.Pl./Gen./Part.Pass.)

candramā vimalaṃ vyoma yathābhyuditatārakam; vidāryāgniṃ tathā bhūtam utthitaṃ śrūyate tataḥ

Wie der Mond einen reinen Himmel, an dem Sterne aufgegangen sind, [erhellt], so soll da ein Wesen emporgestiegen sein, das Feuer spaltend.

Wort für Wort
candramāḥ vimalaṃ vyoma
der Mond [am] reinen Himmel (Nom./Akk.Sg.n.)
yathā abhyuditatārakam
wie [ein Himmel], an dem Sterne aufgegangen sind (Akk.Sg.n.) [?]
vidārya agniṃ tathā bhūtam
das Feuer spaltend, ebenso ein Wesen (Abs./Akk./Nom.)
utthitaṃ śrūyate tataḥ
emporgestiegen, so hört man, von dort (Part.Pass./3.Sg.Pass.)

Der Vergleich ist knapp und syntaktisch dicht; Deutung unsicher.

nīlotpalasavarṇābhaṃ tīkṣṇadaṃṣṭraṃ kṛśodaram; prāṃśu durdarśanaṃ caivāpy atitejas tathaiva ca

Von der Farbe der blauen Lotusblüte, mit scharfen Zähnen, mit schmalem Bauch, hochgewachsen, schwer anzusehen und von übergroßem Glanz.

Wort für Wort
nīlotpalasavarṇābham
der blauen Lotusblüte an Farbe gleichend
tīkṣṇadaṃṣṭram
mit scharfen Hauzähnen
kṛśodaram
mit schmalem Bauch
prāṃśu durdarśanam
hochgewachsen, schwer anzuschauen
ca eva api atitejaḥ tathā eva ca
und ebenso von übermäßigem Glanz (Adj.)

tasminn utpatamāne ca pracacāla vasuṃdharā; tatrormikalilāvartaś cukṣubhe ca mahārṇavaḥ

Als es aufstieg, erbebte die Erde; dort wurde der große Ozean mit Wogen und Strudeln aufgewühlt.

Wort für Wort
tasmin utpatamāne ca
und als es emporstieg (Lok.abs.)
pracacāla vasuṃdharā
erbebte die Erde (3.Sg.Perf./Nom.)
tatra ūrmikalilāvartaḥ
dort, von Wogen und Strudeln erfüllt (Adv./Nom.)
cukṣubhe ca mahārṇavaḥ
und der große Ozean wurde aufgewühlt (3.Sg.Perf.Med.)

petur ulkā mahotpātāḥ śākhāś ca mumucur drumāḥ; aprasannā diśaḥ sarvāḥ pavanaś cāśivo vavau; muhur muhuś ca bhūtāni prāvyathanta bhayāt tathā

Meteore fielen, große Unheilszeichen [erschienen], die Bäume ließen ihre Äste fallen; alle Himmelsrichtungen waren trüb, und ein unheilvoller Wind wehte; immer wieder zitterten auch die Wesen vor Furcht.

Wort für Wort
petuḥ ulkāḥ mahotpātāḥ
Meteore fielen, große Unheilszeichen (3.Pl.Perf./Nom.Pl.)
śākhāḥ ca mumucuḥ drumāḥ
und die Bäume ließen Äste fallen (Akk./3.Pl.Perf./Nom.)
aprasannāḥ diśaḥ sarvāḥ
alle Himmelsrichtungen trüb (Nom.Pl.)
pavanaḥ ca aśivaḥ vavau
und ein unheilvoller Wind wehte (Nom./3.Sg.Perf.)
muhuḥ muhuḥ ca bhūtāni
und immer wieder die Wesen (Adv./Nom.Pl.)
prāvyathanta bhayāt tathā
zitterten vor Furcht (3.Pl.Impf.Med./Abl.)

tataḥ sutumulaṃ dṛṣṭvā tad adbhutam upasthitam; maharṣisuragandharvān uvācedaṃ pitāmahaḥ

Als der Ahnherr dieses sehr tumultvolle, wunderbare Ereignis eingetreten sah, sprach er zu den großen Sehern, Göttern und Gandharven diese Worte.

Wort für Wort
tataḥ sutumulaṃ dṛṣṭvā
dann das sehr Tumultvolle gesehen habend (Abs.)
tat adbhutam upasthitam
jenes eingetretene Wunder (Akk.Sg.n./Part.Pass.)
maharṣisuragandharvān
zu großen Sehern, Göttern und Gandharven (Akk.Pl.)
uvāca idaṃ pitāmahaḥ
sprach dies der Ahnherr (3.Sg.Perf./Nom.)

mayaitac cintitaṃ bhūtam asir nāmaiṣa vīryavān; rakṣaṇārthāya lokasya vadhāya ca suradviṣām

„Von mir ist dieses Wesen ersonnen worden; Asi [Schwert] heißt es, kraftvoll: zum Schutz der Welt und zur Vernichtung der Götterfeinde.“

Wort für Wort
mayā etat cintitaṃ bhūtam
von mir ist dieses Wesen ersonnen (Instr./Part.Pass./Nom.)
asiḥ nāma eṣaḥ vīryavān
Schwert mit Namen, dieser Kraftvolle (Nom.)
rakṣaṇārthāya lokasya
zum Schutz der Welt (Dat./Gen.)
vadhāya ca suradviṣām
und zur Tötung der Götterfeinde (Dat./Gen.Pl.)

tatas tad rūpam utsṛjya babhau nistriṃśa eva saḥ; vimalas tīkṣṇadhāraś ca kālāntaka ivodyataḥ

Dann legte er jene Gestalt ab und erschien als Schwert selbst: rein, mit scharfer Schneide, wie der Vernichter am Ende der Zeiten, der [das Haupt] erhebt.

Wort für Wort
tataḥ tat rūpam utsṛjya
dann jene Gestalt ablegend (Abs.)
babhau nistriṃśaḥ eva saḥ
erschien er als Schwert selbst (3.Sg.Perf./Nom.)
vimalaḥ tīkṣṇadhāraḥ ca
rein und scharfschneidig (Nom.)
kālāntakaḥ iva udyataḥ
wie der Zeitenend-Vernichter erhoben (Nom./Part.Pass.)

„kālāntaka“ hier als Todesgott/Vernichter zur Zeit des Weltendes gedeutet.

tatas taṃ śitikaṇṭhāya rudrāyarṣabhaketave; brahmā dadāv asiṃ dīptam adharmaprativāraṇam

Da gab Brahmā dem Blauhalsigen, Rudra, dem Träger des Stierbanners, das leuchtende Schwert, den Abwehrer des Adharma.

Wort für Wort
tataḥ tam śitikaṇṭhāya
dann ihn dem Blauhalsigen (Dat.)
rudrāya ṛṣabhaketave
dem Rudra, der das Stierbanner hat (Dat.)
brahmā dadau asiṃ dīptam
Brahmā gab das leuchtende Schwert (Nom./3.Sg.Perf./Akk.)
adharmaprativāraṇam
den Abwehrer des Adharma (Akk.Sg.)

tataḥ sa bhagavān rudro brahmarṣigaṇasaṃstutaḥ; pragṛhyāsim ameyātmā rūpam anyac cakāra ha

Da nahm der erhabene Rudra, von den Scharen der Brahmarṣis gepriesen und von unermesslichem Wesen, das Schwert und nahm eine andere Gestalt an.

Wort für Wort
tataḥ saḥ bhagavān rudraḥ
dann er, der erhabene Rudra (Nom.)
brahmarṣigaṇasaṃstutaḥ
von Scharen der Brahmarṣis gepriesen (Nom.)
pragṛhya asim
das Schwert ergreifend (Abs./Akk.)
ameyātmā rūpam anyat cakāra ha
der Unermessliche schuf eine andere Gestalt (Nom./Akk./3.Sg.Perf.)

caturbāhuḥ spṛśan mūrdhnā bhūsthito 'pi nabhastalam; ūrdhvadṛṣṭir mahāliṅgo mukhāj jvālāḥ samutsṛjan; vikurvan bahudhā varṇān nīlapāṇḍuralohitān

Vierarmig, mit dem Haupt das Himmelsgewölbe berührend, obwohl er auf der Erde stand; den Blick nach oben gerichtet, mit großem Glied, aus dem Mund Flammen ausstoßend, wandelte er vielfach die Farben in Blau, Bleich[-Weiß] und Rot.

Wort für Wort
caturbāhuḥ
vierarmig (Nom.Sg.m.)
spṛśan mūrdhnā nabhastalam
mit dem Haupt das Himmelsgewölbe berührend (Part.Präs./Instr./Akk.)
bhūsthito 'pi
obwohl auf der Erde stehend (Nom.Sg.m.)
ūrdhvadṛṣṭir mahāliṅgo
mit aufwärts gerichtetem Blick, mit großem Glied (Bahuvrīhi/Nom.)
mukhāj jvālāḥ samutsṛjan
aus dem Mund Flammen ausstoßend (Abl./Akk.Pl./Part.)
vikurvan bahudhā varṇān
vielfach die Farben verwandelnd (Part./Adv./Akk.Pl.)
nīlapāṇḍuralohitān
blau, bleich, rot (Akk.Pl.)

liṅga hier wörtlich als Glied; mahāliṅga evtl. auch „mit großem Merkzeichen“ [?].

bibhrat kṛṣṇājinaṃ vāso hemapravaratārakam; netraṃ caikaṃ lalāṭena bhāskarapratimaṃ mahat; śuśubhāte ca vimale dve netre kṛṣṇapiṅgale

Er trug ein Gewand aus schwarzem Antilopenfell, mit goldenen, vortrefflichen Sternen [besetzt]; mit der Stirn [trug er] ein einziges großes Auge, der Sonne gleich, und zwei makellose Augen, schwarz-braun, leuchteten [dazu].

Wort für Wort
bibhrat kṛṣṇājinaṃ vāso
tragend das schwarze Antilopenfell als Gewand (Part./Akk.)
hemapravaratārakam
mit goldenen, vortrefflichen Sternen (Akk.n.)
netraṃ caikaṃ lalāṭena
und ein Auge an der Stirn (Akk.Sg.n./Instr.)
bhāskarapratimaṃ mahat
der Sonne gleich, groß (Akk.Sg.n.)
śuśubhāte ca
und sie leuchteten (3.Du.Perf.Med.)
vimale dve netre
zwei makellose Augen (Nom.Du.n.)
kṛṣṇapiṅgale
schwarz-braun (Nom.Du.n.)

tato devo mahādevaḥ śūlapāṇir bhagākṣihā; saṃpragṛhya tu nistriṃśaṃ kālārkānalasaṃnibham

Da ergriff der Gott Mahādeva, den Dreizack in der Hand, der Bhaga-Augen-Vernichter, ein Schwert, dem Weltenbrand-Tod, der Sonne und dem Feuer gleich,

Wort für Wort
tato devo mahādevaḥ
da der Gott Mahādeva (Nom.Sg.)
śūlapāṇir
den Dreizack in der Hand (Nom.Sg.m.)
bhagākṣihā
Bhagas Auge-Zerstörer (Nom.Sg.m.)
saṃpragṛhya tu nistriṃśaṃ
ergriffen habend das Schwert (Abs./Akk.Sg.)
kālārkānalasaṃnibham
gleich Kāla, Sonne und Feuer (Akk.Sg.m.)

kāla evtl. „Tod/Zeit“, arka „Sonne“.

trikūṭaṃ carma codyamya savidyutam ivāmbudam; cacāra vividhān mārgān mahābalaparākramaḥ; vidhunvann asim ākāśe dānavāntacikīrṣayā

und, den dreigipfligen Schild [wie] eine Wolke mit Blitzen erhebend, zog er auf vielerlei Wegen umher, von großer Kraft und Tapferkeit, das Schwert im Himmelsraum schwingend, in der Absicht, die Dānavas zu vernichten.

Wort für Wort
trikūṭaṃ carma codyamya
und den dreigipfligen Schild erhebend (Abs./Akk.)
savidyutam ivāmbudam
einer Wolke mit Blitzen gleich (Akk./iva)
cacāra vividhān mārgān
zog auf mannigfachen Wegen umher (3.Sg.Perf./Akk.Pl.)
mahābalaparākramaḥ
von großer Kraft und Tapferkeit (Nom.Sg.m.)
vidhunvann asim ākāśe
das Schwert im Luftraum schwingend (Part./Akk./Lok.)
dānavāntacikīrṣayā
aus dem Wunsch, den Dānavas ein Ende zu machen (Instr.Sg.)

tasya nādaṃ vinadato mahāhāsaṃ ca muñcataḥ; babhau pratibhayaṃ rūpaṃ tadā rudrasya bhārata

Als er laut brüllte und ein gewaltiges Gelächter ausstieß, wurde die Gestalt Rudras damals furchterregend, Bhārata.

Wort für Wort
tasya nādaṃ vinadato
seines, als er ein Gebrüll ausstieß (Gen.abs./Part.)
mahāhāsaṃ ca muñcataḥ
und ein großes Gelächter losließ (Gen.Part.)
babhau pratibhayaṃ rūpaṃ
erschien furchtbar die Gestalt (3.Sg.Perf./Nom.n.)
tadā rudrasya bhārata
damals Rudras, Bhārata (Gen./Vok.)

tad rūpadhāriṇaṃ rudraṃ raudrakarma cikīrṣavaḥ; niśamya dānavāḥ sarve hṛṣṭāḥ samabhidudruvuḥ

Als alle Dānavas Rudra in dieser Gestalt vernahmen, stürmten sie, begierig, grausiges Werk zu tun, freudig auf ihn zu.

Wort für Wort
tad rūpadhāriṇaṃ rudraṃ
Rudra, der diese Gestalt trug (Akk.Sg.m.)
raudrakarma cikīrṣavaḥ
grausiges Werk zu tun begehrend (Nom.Pl.m.)
niśamya dānavāḥ sarve
vernommen habend, alle Dānavas (Abs./Nom.Pl.)
hṛṣṭāḥ samabhidudruvuḥ
erfreut stürmten sie heran (Nom.Pl./3.Pl.Perf.)

Der Text ist syntaktisch gedrängt; „begierig ...“ bezieht sich auf die Dānavas.

aśmabhiś cāpy avarṣanta pradīptaiś ca tatholmukaiḥ; ghoraiḥ praharaṇaiś cānyaiḥ śitadhārair ayomukhaiḥ

Sie überschütteten [ihn] mit Steinen und ebenso mit flammenden Feuerbränden und mit anderen furchtbaren Waffen, scharfschneidig und eisenspitzig.

Wort für Wort
aśmabhiś cāpy avarṣanta
und mit Steinen ließen sie regnen (Instr.Pl./3.Pl.Impf.Med.)
pradīptaiś ca tatholmukaiḥ
und mit flammenden Feuerbränden (Instr.Pl.)
ghoraiḥ praharaṇaiś cānyaiḥ
und mit anderen furchtbaren Waffen (Instr.Pl.)
śitadhārair ayomukhaiḥ
mit scharfer Schneide, eiserner Spitze (Instr.Pl.)

tatas tad dānavānīkaṃ saṃpraṇetāram acyutam; rudrakhaḍgabaloddhūtaṃ pracacāla mumoha ca

Da geriet jenes Dānava-Heer, [obwohl] den unerschütterlichen Anführer [hatte], von der Kraft des Schwertes Rudras aufgewühlt, ins Wanken und in Verwirrung.

Wort für Wort
tatas tad dānavānīkaṃ
da jenes Dānava-Heer (Nom.Sg.n.)
saṃpraṇetāram acyutam
mit einem Anführer, der nicht gefallen ist [?] (Akk.Sg.m.)
rudrakhaḍgabaloddhūtaṃ
von der Kraft von Rudras Schwert aufgewirbelt (Nom.Sg.n.)
pracacāla mumoha ca
geriet ins Wanken und wurde verwirrt (3.Sg.Perf.)

saṃpraṇetāram acyutam ist syntaktisch schwierig (Akk. bei neutralem Subjekt); Lesart unsicher [?].

citraṃ śīghrataratvāc ca carantam asidhāriṇam; tam ekam asurāḥ sarve sahasram iti menire

Und weil er so überaus schnell war, schien der wunderbar umherwandelnde Schwertträger den Asuras, obwohl nur einer, alle wie tausend zu sein.

Wort für Wort
citraṃ śīghrataratvāc ca
und wunderbar, wegen größerer Schnelligkeit (Adv./Abl.)
carantam asidhāriṇam
den umherziehenden Schwertträger (Akk.Sg.m.)
tam ekam asurāḥ sarve
ihn, den einen, alle Asuras (Akk./Nom.Pl.)
sahasram iti menire
hielten für tausend (3.Pl.Perf.Med.)

chindan bhindan rujan kṛntan dārayan pramathann api; acarad daityasaṃgheṣu rudro 'gnir iva kakṣagaḥ

Zerhauend, spaltend, zerschlagend, zerschneidend, zerreißend und zermalmend wandelte Rudra unter den Daitya-Scharen wie ein Feuer im trockenen Gras.

Wort für Wort
chindan bhindan rujan
zerhauend, spaltend, zerbrechend (Part.Präs.)
kṛntan dārayan
schneidend, zerreißend (Part.Präs.)
pramathann api
und zermalmend (Part.Präs.)
acarad daityasaṃgheṣu
wandelte unter den Daitya-Scharen (3.Sg.Impf./Lok.Pl.)
rudro 'gnir iva kakṣagaḥ
Rudra wie ein im Gestrüpp gehendes Feuer (Nom.)

asivegaprarugṇās te chinnabāhūruvakṣasaḥ; saṃprakṛttottamāṅgāś ca petur urvyāṃ mahāsurāḥ

Vom Schwungschlag des Schwertes zerbrochen, mit abgehauenen Armen, Schenkeln und Brüsten, mit abgeschlagenen Häuptern, fielen die großen Asuras zu Boden.

Wort für Wort
asivegaprarugṇās te
vom Schwerthieb zerbrochen, sie (Nom.Pl.)
chinnabāhūruvakṣasaḥ
mit abgehauenen Armen, Schenkeln, Brustkörben (Bahuvrīhi)
saṃprakṛttottamāṅgāś ca
und mit abgetrennten Häuptern (Nom.Pl.)
petur urvyāṃ mahāsurāḥ
fielen zur Erde, die großen Asuras (3.Pl.Perf./Lok./Nom.)

apare dānavā bhagnā rudraghātāvapīḍitāḥ; anyonyam abhinardanto diśaḥ saṃpratipedire

Andere Dānavas, geschlagen, von Rudras Hieben bedrängt, stoben, einander anbrüllend, in [alle] Richtungen auseinander.

Wort für Wort
apare dānavā bhagnā
andere Dānavas, gebrochen (Nom.Pl.)
rudraghātāvapīḍitāḥ
von Rudras Schlägen bedrängt (Nom.Pl.)
anyonyam abhinardanto
einander anbrüllend (Part.Präs.)
diśaḥ saṃpratipedire
liefen in die Himmelsrichtungen (Akk.Pl./3.Pl.Perf.Med.)

abhinardanto evtl. „einander zubrüllend/anschreiend“.

bhūmiṃ ke cit praviviśuḥ parvatān apare tathā; apare jagmur ākāśam apare 'mbhaḥ samāviśan

Manche drangen in die Erde ein, andere in die Berge, andere gingen in den Himmelsraum, andere tauchten ins Wasser.

Wort für Wort
bhūmiṃ ke cit praviviśuḥ
manche gingen in die Erde (Akk./3.Pl.Perf.)
parvatān apare tathā
andere ebenso in die Berge (Akk.Pl.)
apare jagmur ākāśam
andere gingen zum Himmelsraum (3.Pl.Perf.)
apare 'mbhaḥ samāviśan
andere betraten das Wasser (Akk./3.Pl.Impf.)

tasmin mahati saṃvṛtte samare bhṛśadāruṇe; babhau bhūmiḥ pratibhayā tadā rudhirakardamā

Als in diesem gewaltigen, überaus grausigen Kampf [alles] so gekommen war, wurde die Erde damals furchtbar anzusehen, ein Blutmorast.

Wort für Wort
tasmin mahati saṃvṛtte
als in diesem großen [Geschehen] eingetreten war (Lok.abs.)
samare bhṛśadāruṇe
im Kampf, überaus grausig (Lok.)
babhau bhūmiḥ pratibhayā
erschien die Erde furchterregend (3.Sg.Perf./Nom.f.)
tadā rudhirakardamā
damals blutiger Schlamm [tragend] (Nom.f.)

dānavānāṃ śarīraiś ca mahadbhiḥ śoṇitokṣitaiḥ; samākīrṇā mahābāho śailair iva sakiṃśukaiḥ

Übersät mit den gewaltigen, von Blut benetzten Körpern der Dānavas, wie mit Bergen samt Kiṃśuka-Bäumen, [wurde sie so], großarmiger [Nakula].

Wort für Wort
dānavānāṃ śarīraiś ca
und mit den Körpern der Dānavas (Gen.Pl./Instr.Pl.)
mahadbhiḥ śoṇitokṣitaiḥ
großen, mit Blut besprengten (Instr.Pl.)
samākīrṇā
übersät (Nom.Sg.f.)
mahābāho
o Großarmiger (Vok.)
śailair iva sakiṃśukaiḥ
wie mit Bergen samt Kiṃśuka-Bäumen (Instr.Pl./iva)

Vokativ mahābāho: Bhīṣma redet Nakula an (Lesart der Ausgabe).

rudhireṇa pariklinnā prababhau vasudhā tadā; raktārdravasanā śyāmā nārīva madavihvalā

Vom Blut durchtränkt erstrahlte die Erde damals, in blutfeuchtes Gewand gekleidet, dunkel wie eine vom Rausch taumelnde Frau.

Wort für Wort
rudhireṇa pariklinnā
von Blut durchnässt (Instr./Nom.f.)
prababhau vasudhā tadā
erstrahlte damals die Erde (3.Sg.Perf.)
raktārdravasanā
mit blutig-feuchtem Gewand (Nom.f.)
śyāmā nārīva madavihvalā
dunkel wie eine vom Rausch benommene Frau (Nom.f.)

sa rudro dānavān hatvā kṛtvā dharmottaraṃ jagat; raudraṃ rūpaṃ vihāyāśu cakre rūpaṃ śivaṃ śivaḥ

Nachdem Rudra die Dānavas erschlagen und die Welt dem Dharma überlegen gemacht hatte, legte er rasch die grausige Gestalt ab und nahm, der Gütige, wieder die gütige Gestalt an.

Wort für Wort
sa rudro dānavān hatvā
dieser Rudra, die Dānavas erschlagen habend (Abs.)
kṛtvā dharmottaraṃ jagat
die Welt dharma-überlegen gemacht habend (Abs.)
raudraṃ rūpaṃ vihāyāśu
die grausige Gestalt rasch verlassend (Abs.)
cakre rūpaṃ śivaṃ śivaḥ
nahm die gütige Gestalt an, der Śiva (3.Sg.Perf.Med.)

tato maharṣayaḥ sarve sarve devagaṇās tathā; jayenādbhutakalpena devadevam athārcayan

Darauf verehrten alle großen Seher und ebenso alle Götterscharen den Gott der Götter mit einem wunderbaren Sieg[esruf].

Wort für Wort
tato maharṣayaḥ sarve
da alle großen Seher (Nom.Pl.)
sarve devagaṇās tathā
alle Götterscharen ebenso (Nom.Pl.)
jayenādbhutakalpena
mit einem wundersamen Sieg[esgruß] (Instr.)
devadevam athārcayan
den Gott der Götter verehrten sie (Akk./3.Pl.Impf.)

jayena ... kalpena: wörtlich „mit einem Sieg, der wunderbar geartet ist“; Sinn „mit Siegesrufen“ ergänzt [?].

tataḥ sa bhagavān rudro dānavakṣatajokṣitam; asiṃ dharmasya goptāraṃ dadau satkṛtya viṣṇave

Darauf gab der erhabene Rudra das vom Blut der Dānavas benetzte Schwert, den Beschützer des Dharma, ehrenvoll an Viṣṇu.

Wort für Wort
tataḥ sa bhagavān rudro
da der erhabene Rudra (Nom.)
dānavakṣatajokṣitam
mit dem Blut der Dānavas besprengt (Akk.Sg.m.)
asiṃ dharmasya goptāraṃ
das Schwert, den Hüter des Dharma (Akk.Sg.)
dadau satkṛtya viṣṇave
gab, nach Ehrung, dem Viṣṇu (3.Sg.Perf./Abs./Dat.)

viṣṇur marīcaye prādān marīcir bhagavāṃś ca tam; maharṣibhyo dadau khaḍgam ṛṣayo vāsavāya tu

Viṣṇu gab es dem Marīci, der erhabene Marīci den großen Sehern das Schwert, die Seher aber dem Vāsava [Indra].

Wort für Wort
viṣṇur marīcaye prādān
Viṣṇu gab an Marīci (Nom./Dat./3.Sg.Aor.)
marīcir bhagavāṃś ca tam
und der erhabene Marīci ihm [dem Schwert] (Nom./Akk.)
maharṣibhyo dadau khaḍgam
den großen Sehern gab er das Schwert (Dat.Pl./3.Sg.Perf.)
ṛṣayo vāsavāya tu
die Seher aber dem Vāsava (Nom.Pl./Dat.)

tam ist Objekt-Wiederaufnahme, khaḍgam folgt.

mahendro lokapālebhyo lokapālās tu putraka; manave sūryaputrāya daduḥ khaḍgaṃ suvistaram

Mahendra den Weltenhütern, die Weltenhüter aber, mein Sohn, gaben das überaus lange Schwert Manu, dem Sohn der Sonne.

Wort für Wort
mahendro lokapālebhyo
Mahendra den Weltenhütern (Nom./Dat.Pl.)
lokapālās tu putraka
die Weltenhüter aber, Söhnchen (Nom./Vok.)
manave sūryaputrāya
dem Manu, dem Sonnensohn (Dat.)
daduḥ khaḍgaṃ suvistaram
gaben das sehr lange Schwert (3.Pl.Perf./Akk.)

suvistaram: „sehr ausgedehnt/lang“, evtl. auch „sehr ausführlich (Überlieferung)“ [?].

ūcuś cainaṃ tathaivādyaṃ mānuṣāṇāṃ tvam īśvaraḥ; asinā dharmagarbheṇa pālayasva prajā iti

Und sie sprachen zu ihm ebenso: „Du bist der erste Herr der Menschen; mit dem Schwert, das den Dharma im Schoß trägt, beschütze die Geschöpfe!“

Wort für Wort
ūcuś cainaṃ tathaiva
und sie sprachen zu ihm ebenso (3.Pl.Perf.)
ādyaṃ mānuṣāṇāṃ tvam īśvaraḥ
„du bist der erste Herr der Menschen“ (Nom.)
asinā dharmagarbheṇa
mit dem Schwert, das den Dharma in sich trägt (Instr.)
pālayasva prajā iti
beschütze die Geschöpfe (Imp.Med./Akk.Pl./iti)

Vers 68 gehört textlich zur Rede; ādyam als Adverb/Attribut „zuerst“ möglich.

dharmasetum atikrāntāḥ sūkṣmasthūlārthakāraṇāt; vibhajya daṇḍaṃ rakṣyāḥ syur dharmato na yadṛcchayā

„Die Menschen, die die Dharma-Schranke überschritten haben, sollen wegen feiner oder grober Sachverhalte, nach Abstufung der Strafe, gemäß dem Dharma, nicht nach Belieben, in Schranken gehalten werden.“

Wort für Wort
dharmasetum atikrāntāḥ
die den Damm des Dharma überschritten haben (Nom.Pl.)
sūkṣmasthūlārthakāraṇāt
wegen feiner und grober Sachen (Abl.)
vibhajya daṇḍaṃ
die Strafe abgestuft habend (Abs./Akk.)
rakṣyāḥ syur
sollen zu zügeln sein (Gerundiv/3.Pl.Opt.)
dharmato na yadṛcchayā
nach Dharma, nicht nach Zufall/Willkür (Abl./Instr.)

rakṣyāḥ hier im Sinn „in Zucht zu halten“.

durvācā nigraho daṇḍo hiraṇyabahulas tathā; vyaṅganaṃ ca śarīrasya vadho vānalpakāraṇāt

„Tadelnde Rede, Zurechtweisung, Geldbuße, sehr hohe Strafe in Gold, Verstümmelung des Körpers oder Tötung wegen keines geringen Anlasses [sind die Strafen].“

Wort für Wort
durvācā nigraho daṇḍo
harte Rede, Zurechtweisung, Strafe (Nom.Sg.)
hiraṇyabahulas tathā
und reich an Gold [Buße] (Nom.Sg.m.)
vyaṅganaṃ ca śarīrasya
und Verstümmelung des Körpers (Nom.Sg.n./Gen.)
vadho vānalpakāraṇāt
oder Tötung wegen keines kleinen Grundes (Nom./Abl.)

Die Verteilung der Glieder (nigraha/daṇḍa) ist nicht eindeutig [?].

aser etāni rūpāṇi durvācādīni nirdiśet; aser eva pramāṇāni parimāṇavyatikramāt

„Man soll diese Formen des Schwertes, angefangen mit der tadelnden Rede, angeben; [dies sind] die Maße des Schwertes selbst, wegen der Überschreitung des Maßes.“

Wort für Wort
aser etāni rūpāṇi
des Schwertes diese Formen (Gen./Nom.Pl.)
durvācādīni nirdiśet
beginnend mit harter Rede, man soll benennen (Nom.Pl.n./3.Sg.Opt.)
aser eva pramāṇāni
des Schwertes eben die Maße (Nom.Pl.)
parimāṇavyatikramāt
aus Überschreiten des Maßes (Abl.)

Satz dunkel; „Schwert“ steht metonymisch für die Strafgewalt [?].

adhisṛjyātha putraṃ svaṃ prajānām adhipaṃ tataḥ; manuḥ prajānāṃ rakṣārthaṃ kṣupāya pradadāv asim

Nachdem Manu seinen Sohn zum Herrn der Geschöpfe eingesetzt hatte, gab er ihn [den Sohn] dann, zum Schutz der Geschöpfe, das Schwert dem Kṣupa.

Wort für Wort
adhisṛjyātha putraṃ svaṃ
nachdem er eingesetzt hatte, dann seinen Sohn (Abs./Akk.)
prajānām adhipaṃ tataḥ
zum Herrn der Geschöpfe, daraufhin (Gen./Akk.)
manuḥ prajānāṃ rakṣārthaṃ
Manu zum Schutz der Geschöpfe (Nom./Gen./Akk.)
kṣupāya pradadāv asim
dem Kṣupa gab er das Schwert (Dat./3.Sg.Perf./Akk.)

Der Satzbau ist gedrängt; ursprünglich: Manu setzte seinen Sohn Kṣupa als Herrn ein und gab ihm das Schwert [?].

kṣupāj jagrāha cekṣvākur ikṣvākoś ca purūravāḥ; āyuś ca tasmāl lebhe taṃ nahuṣaś ca tato bhuvi

Von Kṣupa erhielt es Ikṣvāku, von Ikṣvāku Purūravas; von ihm erlangte es Āyu, und dann Nahuṣa auf der Erde.

Wort für Wort
kṣupāj jagrāha cekṣvākur
von Kṣupa nahm Ikṣvāku es (Abl./3.Sg.Perf.)
ikṣvākoś ca purūravāḥ
und von Ikṣvāku Purūravas (Abl./Nom.)
āyuś ca tasmāl lebhe taṃ
und Āyu von ihm erhielt es (Nom./Abl./3.Sg.Perf.)
nahuṣaś ca tato bhuvi
und Nahuṣa danach auf der Erde (Nom./Lok.)

yayātir nahuṣāc cāpi pūrus tasmāc ca labdhavān; āmūrtarayasas tasmāt tato bhūmiśayo nṛpaḥ

Yayāti [erhielt es] von Nahuṣa, und Pūru erhielt es von ihm; von ihm Āmūrtarayas, dann der König Bhūmiśaya.

Wort für Wort
yayātir nahuṣāc cāpi
Yayāti von Nahuṣa (Nom./Abl.)
pūrus tasmāc ca labdhavān
und Pūru von ihm erlangte (Nom./Abl./Part.)
āmūrtarayasas tasmāt
Āmūrtarayas von ihm (Nom./Abl.)
tato bhūmiśayo nṛpaḥ
dann der König Bhūmiśaya (Nom.)

**** **** gayāya pratyapādayat; gayāc ca labdhavān rājā

[Lücke im Text] ... übergab er dem Gaya; und von Gaya erhielt es der König ... [Text bricht ab].

Wort für Wort
**** ****
[Lücke im Text]
gayāya pratyapādayat
dem Gaya übergab er (Dat./3.Sg.Kaus.Impf.)
gayāc ca labdhavān rājā
und von Gaya erlangte es der König (Abl./Part./Nom.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile der kritischen Ausgabe mit Lücke; das Subjekt von pratyapādayat ist ausgefallen. [Anm.: Satz abgebrochen]

bharataś cāpi dauḥṣantir lebhe bhūmiśayād asim; tasmāc ca lebhe dharmajño rājann aiḍabiḍas tathā

Auch Bharata, der Sohn Duḥṣantas, erhielt das Schwert von Bhūmiśaya; von diesem erhielt es, o König, der Dharma-kundige Aiḍabiḍa.

Wort für Wort
bharataś cāpi dauḥṣantir
auch Bharata, Duḥṣantas Sohn (Nom.)
lebhe bhūmiśayād asim
erhielt von Bhūmiśaya das Schwert (3.Sg.Perf./Abl./Akk.)
tasmāc ca lebhe dharmajño
und von ihm erhielt der Dharma-kundige (Abl./Nom.)
rājann aiḍabiḍas tathā
o König, ebenso Aiḍabiḍa (Vok./Nom.)

tataś caiḍabiḍāl lebhe dhundhumāro janeśvaraḥ; dhundhumārāc ca kāmbojo mucukundas tato 'labhat

Und von Aiḍabiḍa erhielt es dann der Herr der Menschen Dhundhumāra; von Dhundhumāra Kāmboja, [und] von diesem erhielt es Mucukunda.

Wort für Wort
tataś caiḍabiḍāl lebhe
und dann von Aiḍabiḍa erhielt (Abl./3.Sg.Perf.)
dhundhumāro janeśvaraḥ
Dhundhumāra, der Menschenherr (Nom.)
dhundhumārāc ca kāmbojo
und von Dhundhumāra Kāmboja (Abl./Nom.)
mucukundas tato 'labhat
Mucukunda danach erhielt (Nom./3.Sg.Impf.)

kāmboja hier als Eigenname eines Königs, nicht als Volksname [?].

mucukundān maruttaś ca maruttād api raivataḥ; raivatād yuvanāśvaś ca yuvanāśvāt tato raghuḥ

Von Mucukunda [erhielt es] Marutta, von Marutta Raivata, von Raivata Yuvanāśva und von Yuvanāśva darauf Raghu.

Wort für Wort
mucukundān maruttaś ca
von Mucukunda Marutta (Abl./Nom.)
maruttād api raivataḥ
von Marutta auch Raivata (Abl./Nom.)
raivatād yuvanāśvaś ca
von Raivata Yuvanāśva (Abl./Nom.)
yuvanāśvāt tato raghuḥ
von Yuvanāśva dann Raghu (Abl./Nom.)

ikṣvākuvaṃśajas tasmād dhariṇāśvaḥ pratāpavān; hariṇāśvād asiṃ lebhe śunakaḥ śunakād api

Von ihm der im Geschlecht Ikṣvākus geborene, machtvolle Hariṇāśva; von Hariṇāśva erhielt das Schwert Śunaka, und von Śunaka dann [weiter].

Wort für Wort
ikṣvākuvaṃśajas tasmād
aus Ikṣvākus Geschlecht geboren, von ihm (Nom./Abl.)
dhariṇāśvaḥ pratāpavān
Hariṇāśva, machtvoll (Nom.)
hariṇāśvād asiṃ lebhe
von Hariṇāśva erhielt das Schwert (Abl./Akk./3.Sg.Perf.)
śunakaḥ śunakād api
Śunaka, und von Śunaka auch (Nom./Abl.)

Der Satz bricht mit śunakād api ab; das Verb ist aus 77 zu ergänzen [Anm.].

uśīnaro vai dharmātmā tasmād bhojāḥ sayādavāḥ; yadubhyaś ca śibir lebhe śibeś cāpi pratardanaḥ

Der dharmagesinnte Uśīnara [erhielt es] wahrlich von diesem, dann die Bhojas mit den Yādavas; von den Yadus erhielt es Śibi, und von Śibi Pratardana.

Wort für Wort
uśīnaro vai dharmātmā
Uśīnara wahrlich, dharma-gesinnt (Nom.)
tasmād bhojāḥ sayādavāḥ
von ihm die Bhojas samt den Yādavas (Abl./Nom.Pl.)
yadubhyaś ca śibir lebhe
und von den Yadus erhielt Śibi (Abl.Pl./Nom./3.Sg.Perf.)
śibeś cāpi pratardanaḥ
und von Śibi Pratardana (Abl./Nom.)

pratardanād aṣṭakaś ca ruśadaśvo 'ṣṭakād api; ruśadaśvād bharadvājo droṇas tasmāt kṛpas tataḥ; tatas tvaṃ bhrātṛbhiḥ sārdhaṃ paramāsim avāptavān

Von Pratardana Aṣṭaka, von Aṣṭaka Ruśadaśva, von Ruśadaśva Bharadvāja, von diesem Droṇa, von ihm dann Kṛpa; danach hast du mit deinen Brüdern das höchste Schwert erlangt.

Wort für Wort
pratardanād aṣṭakaś ca
von Pratardana Aṣṭaka (Abl./Nom.)
ruśadaśvo 'ṣṭakād api
Ruśadaśva von Aṣṭaka (Nom./Abl.)
ruśadaśvād bharadvājo
von Ruśadaśva Bharadvāja (Abl./Nom.)
droṇas tasmāt kṛpas tataḥ
Droṇa von ihm, Kṛpa dann (Nom./Abl.)
tatas tvaṃ bhrātṛbhiḥ sārdhaṃ
danach du samt den Brüdern (Nom./Instr.Pl.)
paramāsim avāptavān
das höchste Schwert erlangt (Akk./Part.Perf.)

Die Linie Droṇa–Kṛpa–Nakula ist nach der Textlage als Schülerfolge zu verstehen.

kṛttikāś cāsya nakṣatram aser agniś ca daivatam; rohiṇyo gotram asyātha rudraś ca gurur uttamaḥ

Die Kṛttikās sind sein Mondhaus, Agni die Gottheit des Schwertes; die Rohiṇīs sind sein Geschlecht[szeichen], und Rudra ist [sein] höchster Lehrer.

Wort für Wort
kṛttikāś cāsya nakṣatram
und die Kṛttikās sind dessen Mondhaus (Nom.Pl./Nom.)
aser agniś ca daivatam
und des Schwertes Gottheit ist Agni (Gen./Nom.)
rohiṇyo gotram asyātha
die Rohiṇīs sind sein Gotra (Nom.Pl./Nom.)
rudraś ca gurur uttamaḥ
und Rudra der höchste Lehrer (Nom.)

gotram evtl. „Abstammung/Geschlecht“ [?].

aser aṣṭau ca nāmāni rahasyāni nibodha me; pāṇḍaveya sadā yāni kīrtayaṃl labhate jayam

Die acht geheimen Namen des Schwertes vernimm von mir, Pāṇḍava; wer sie stets nennt, erlangt den Sieg.

Wort für Wort
aser aṣṭau ca nāmāni
und des Schwertes acht Namen (Gen./Nom.Pl.)
rahasyāni nibodha me
geheime, vernimm von mir (Akk./Imp.)
pāṇḍaveya sadā yāni
Pāṇḍava, die stets (Vok./Adv./Rel.)
kīrtayaṃl labhate jayam
nennend, erlangt er Sieg (Part./3.Sg.Präs./Akk.)

asir viśasanaḥ khaḍgas tīkṣṇavartmā durāsadaḥ; śrīgarbho vijayaś caiva dharmapālas tathaiva ca

Asi, Viśasana, Khaḍga, Tīkṣṇavartman, Durāsada, Śrīgarbha, Vijaya und ebenso Dharmapāla.

Wort für Wort
asir viśasanaḥ
Asi, Viśasana (Nom.)
khaḍgas tīkṣṇavartmā
Khaḍga, Tīkṣṇavartman [Scharfkantig] (Nom.)
durāsada
Durāsada [Schwer zu bezwingen] (Nom.)
śrīgarbho vijayaś caiva
Śrīgarbha [Glücksschoß], Vijaya [Sieg] (Nom.)
dharmapālas tathaiva ca
und ebenso Dharmapāla [Dharma-Hüter] (Nom.)

agryaḥ praharaṇānāṃ ca khaḍgo mādravatīsuta; maheśvarapraṇītaś ca purāṇe niścayaṃ gataḥ

Das Schwert ist die erste unter den Waffen, Sohn der Mādravatī; von Maheśvara geschaffen, ist es im Purāṇa als gewiss festgestellt.

Wort für Wort
agryaḥ praharaṇānāṃ ca
und das Vorderste unter den Waffen (Nom./Gen.Pl.)
khaḍgo mādravatīsuta
das Schwert, o Sohn der Mādravatī (Nom./Vok.)
maheśvarapraṇītaś ca
und von Maheśvara geschaffen (Nom.)
purāṇe niścayaṃ gataḥ
im Purāṇa zur Gewissheit gelangt (Lok./Akk./Part.)

etāni caiva nāmāni purāṇe niścitāni vai

Und diese Namen sind im Purāṇa festgestellt.

Wort für Wort
etāni caiva nāmāni
und diese Namen (Nom.Pl.n.)
purāṇe niścitāni vai
im Purāṇa festgestellt (Lok./Part.Pl.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile der kritischen Ausgabe.

pṛthus tūtpādayām āsa dhanur ādyam ariṃdama

Pṛthu, o Bezwinger der Feinde, brachte den ersten Bogen hervor.

Wort für Wort
pṛthus tūtpādayām āsa
Pṛthu aber brachte hervor (Nom./3.Sg.Perf.Kaus.)
dhanur ādyam
den ersten Bogen (Akk.)
ariṃdama
o Feindbezwinger (Vok.)

teneyaṃ pṛthivī dugdhā sasyāni subahūny api; dharmeṇa ca yathā pūrvaṃ

Von ihm wurde diese Erde gemolken, [und auch] sehr viele Feldfrüchte; und gemäß dem Dharma, wie einst ...

Wort für Wort
teneyaṃ pṛthivī dugdhā
von ihm diese Erde gemolken (Instr./Nom.f./Part.)
sasyāni subahūny api
auch sehr viele Feldfrüchte (Nom.Pl.n.)
dharmeṇa ca yathā pūrvaṃ
und mit Dharma, wie früher (Instr./Adv.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile; Satz bricht ab. [Anm.: Fortsetzung in der folgenden Einheit]

teneyaṃ pṛthivī pūrvaṃ vainyena parirakṣitā

Von diesem Vainya [Pṛthu] wurde diese Erde einst beschützt.

Wort für Wort
teneyaṃ pṛthivī pūrvaṃ
von ihm diese Erde einst (Instr./Nom.f./Adv.)
vainyena parirakṣitā
vom Sohn Venas beschützt (Instr./Part.f.)

tad etad ārṣaṃ mādreya pramāṇaṃ kartum arhasi; aseś ca pūjā kartavyā sadā yuddhaviśāradaiḥ

„Dies ist von den Sehern überliefert, Sohn der Mādrī; du sollst es als Maßstab annehmen. Dem Schwert soll stets von den im Kampf Kundigen Verehrung dargebracht werden.“

Wort für Wort
tad etad ārṣaṃ mādreya
dies ist seherisch [Überlieferung], Mādrī-Sohn (Nom.n./Vok.)
pramāṇaṃ kartum arhasi
als Maßstab solltest du es ansetzen (Inf./2.Sg.Präs.)
aseś ca pūjā kartavyā
und dem Schwert ist Verehrung zu erweisen (Gen./Nom./Gerundiv)
sadā yuddhaviśāradaiḥ
stets von den im Kampf Erfahrenen (Adv./Instr.Pl.)

ity eṣa prathamaḥ kalpo vyākhyātas te suvistaraḥ; aser utpattisaṃsargo yathāvad bharatarṣabha

So ist dir, Stier der Bharatas, die erste Weise [der Überlieferung] ausführlich dargelegt worden, die Entstehung und Weitergabe des Schwertes, wie sie wirklich war.

Wort für Wort
ity eṣa prathamaḥ kalpo
so dieser erste Ansatz/Weise (Nom.)
vyākhyātas te suvistaraḥ
dir dargelegt, sehr ausführlich (Part./Dat.-Gen./Nom.)
aser utpattisaṃsargo
des Schwertes Entstehung und Verbindung/Weitergabe (Gen./Nom.)
yathāvad bharatarṣabha
der Wahrheit gemäß, Stier der Bharatas (Adv./Vok.)

saṃsarga hier vermutlich „Überlieferungsreihe“ [?]; kalpa „Weise, Regel, Fassung“.

sarvathaitad iha śrutvā khaḍgasādhanam uttamam; labhate puruṣaḥ kīrtiṃ pretya cānantyam aśnute

Wer dies hier vollständig gehört hat, das beste Mittel, das Schwert [zu erlangen], gewinnt als Mann Ruhm und erreicht nach dem Tod Unvergänglichkeit.

Wort für Wort
sarvathaitad iha śrutvā
in jeder Hinsicht dies hier gehört habend (Abs.)
khaḍgasādhanam uttamam
das beste Schwert-Mittel (Akk.n.)
labhate puruṣaḥ kīrtiṃ
erlangt der Mann Ruhm (3.Sg.Präs./Nom./Akk.)
pretya cānantyam aśnute
und nach dem Tod erreicht Unendlichkeit (Abs./Akk./3.Sg.Präs.)

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