Kapitel 160: khaḍgotpattiḥ
Ursprung des Schwertes und seine Weitergabe von Rudra bis zu den Pāṇḍavas
Auf Nakulas Frage nach der besten Waffe erzählt Bhīṣma, wie Brahmā das Schwert (asi) zum Schutz der Welt aus dem Opferfeuer hervorbrachte, wie Rudra damit die Dānavas erschlug und wie es dann durch eine lange Überlieferungsreihe bis zu den Pāṇḍavas gelangte; es folgen die Namen des Schwertes und ein Lobpreis.
vaiśaṃpāyana uvāca; kathāntaram athāsādya khaḍgayuddhaviśāradaḥ; nakulaḥ śaratalpastham idam āha pitāmaham
Vaiśaṃpāyana sprach: Als sich ein Gesprächsanlass ergeben hatte, sprach Nakula, im Schwertkampf bewandert, zu dem auf dem Pfeilbett liegenden Ahnherrn [Bhīṣma] die folgenden Worte.
Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca
Vaiśaṃpāyana sprach (3.Sg.Perf.)
kathāntaram āsādya
einen Gesprächsanlass gefunden habend (Abs.)
khaḍgayuddhaviśāradaḥ nakulaḥ
Nakula, im Schwertkampf bewandert (Nom.Sg.)
śaratalpastham pitāmaham
zu dem auf dem Pfeilbett Liegenden, dem Ahnherrn (Akk.Sg.)
dhanuḥ praharaṇaṃ śreṣṭham iti vādaḥ pitāmaha; matas tu mama dharmajña khaḍga eva susaṃśitaḥ
„Der Bogen sei die beste Waffe, so lautet die Rede, Ahnherr; meine Ansicht aber, Kenner des Dharma, ist: das Schwert ist die [Waffe], die wohlgeschärft [am besten] ist.“
Wort für Wort
dhanuḥ praharaṇaṃ śreṣṭham
der Bogen [sei] die beste Waffe (Nom./Nom.)
iti vādaḥ pitāmaha
so [lautet] die Lehrmeinung, Ahnherr (Nom./Vok.)
matas tu mama dharmajña
angesehen/gemeint aber von mir, Dharma-Kundiger (Part.Pass./Gen./Vok.)
tasya tad vacanaṃ śrutvā mādrīputrasya dhīmataḥ; sarvakauśalasaṃyuktaṃ sūkṣmacitrārthavac chubham
Als er diese Rede des klugen Mādrī-Sohnes vernommen hatte, die von jeder Gewandtheit erfüllt, reich an feinen und mannigfaltigen Sinngehalten und wohlgefällig war,
Wort für Wort
tasya tad vacanaṃ śrutvā
nachdem er diese Rede von ihm gehört hatte (Abs.)
mādrīputrasya dhīmataḥ
des klugen Mādrī-Sohnes (Gen.Sg.)
sarvakauśalasaṃyuktam
mit aller Geschicklichkeit verbunden (Akk.Sg.n.)
sūkṣmacitrārthavat śubham
mit feinen, bunten Sinngehalten, schön (Akk.Sg.n.)
da [gab] er dem Schüler Droṇas, der [ihn] fragte, die darauf folgende Antwort: eine Rede, mit Ton und Lautung wohlgebildet und den Regeln der Lehre gemäß.
Wort für Wort
tataḥ tasya uttaraṃ vākyam
dann die Antwort darauf, die Rede (Akk.Sg.)
svaravarṇopapāditam
mit Ton und Lautung ausgestattet (Akk.Sg.n.)
śikṣānyāyopasaṃpannam
den Regeln der Lautlehre gemäß versehen (Akk.Sg.n.)
avyakteva guṇātīte karmavyāpāravarjite; prādurbabhūva jalajaṃ tato jajñe pitāmahaḥ
Gleichsam im Unmanifesten, jenseits der Eigenschaften, frei von Wirken und Tätigkeit, erschien ein Wassergeborenes [Lotus]; daraus wurde der Ahnherr geboren.
Wort für Wort
avyakte iva guṇātīte
gleichsam im Unmanifesten, das jenseits der Eigenschaften ist (Lok.)
karmavyāpāravarjite
frei von Handlung und Betätigung (Lok.)
prādurbabhūva jalajam
erschien ein Wassergeborenes (3.Sg.Perf./Nom.Sg.n.)
tato jajñe pitāmahaḥ
daraufhin wurde der Ahnherr geboren (3.Sg.Perf.Med.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften). „jalajam“ hier als Lotus gedeutet.
bhūtasargam imaṃ kṛtvā sarvalokapitāmahaḥ; śāśvataṃ vedapaṭhitaṃ dharmaṃ ca yuyuje punaḥ
Nachdem er, der Großvater aller Welten, diese Schöpfung der Wesen vollbracht hatte, verband er sie wieder mit dem ewigen, in den Veden gelehrten Dharma.
Wort für Wort
bhūtasargam imaṃ kṛtvā
nachdem er diese Schöpfung der Wesen gemacht hatte (Abs.)
sarvalokapitāmahaḥ
der Großvater aller Welten (Nom.)
śāśvataṃ vedapaṭhitam
den ewigen, im Veda gelehrten (Akk.Sg.m.)
dharmaṃ ca yuyuje punaḥ
und [sie] verband mit dem Dharma wieder (Akk./3.Sg.Perf.)
na priyaṃ nāpy anukrośaṃ cakrur bhūteṣu bhārata; trīn upāyān atikramya daṇḍena rurudhuḥ prajāḥ; na jagmuḥ saṃvidaṃ taiś ca darpād asurasattamāḥ
Sie zeigten weder Zuneigung noch Mitleid gegenüber den Wesen, Bhārata; die drei [ersten] Mittel übergehend, hielten sie die Geschöpfe mit Strafgewalt nieder; und aus Hochmut kamen die vortrefflichsten Asuras mit diesen [?] zu keiner Verständigung.
Wort für Wort
na priyaṃ na api anukrośam
weder Zuneigung noch Mitleid (Akk.Sg.)
cakruḥ bhūteṣu bhārata
zeigten sie gegen die Wesen, Bhārata (3.Pl.Perf./Lok./Vok.)
trīn upāyān atikramya
die drei Mittel übergehend (Akk.Pl./Abs.)
daṇḍena rurudhuḥ prajāḥ
hielten mit Strafgewalt die Geschöpfe fest (Instr./3.Pl.Perf./Akk.)
na jagmuḥ saṃvidaṃ taiḥ ca
und kamen mit ihnen zu keiner Übereinkunft [?] (3.Pl.Perf./Akk./Instr.)
darpāt asurasattamāḥ
aus Hochmut, die besten Asuras (Abl./Nom.Pl.)
„taiś ca“ bezieht sich wohl auf die Geschöpfe oder die Götter; die drei Mittel sind wohl sāman, dāna, bheda. Sicher ist das nicht.
Da nun weilte der erhabene Brahmā, von Brahmarṣis umgeben, damals auf dem Rücken des Himavat, dem sehr schönen, mit Lotus und Sternen [geschmückten] [?].
Wort für Wort
atha vai bhagavān brahmā
da nun der erhabene Brahmā (Nom.)
brahmarṣibhiḥ upasthitaḥ
von Brahmarṣis begleitet (Instr.Pl./Part.Pass.)
tadā himavataḥ pṛṣṭhe
damals auf dem Rücken des Himavat (Gen./Lok.)
suramye padmatārake
auf dem sehr lieblichen, lotus- und sternengleichen [?] (Lok.Sg.)
„padmatārake“ unsicher: etwa „mit lotusgleichen Sternen“ oder „mit Lotus und Sternen“. Der Satz setzt sich in Einheit 33 fort.
śatayojanavistāre maṇimuktācayācite; tasmin girivare putra puṣpitadrumakānane; tasthau sa vibudhaśreṣṭho brahmā lokārthasiddhaye
Auf diesem besten der Berge, mein Sohn, hundert Yojanas breit, mit Haufen von Juwelen und Perlen bedeckt, in einem Wald blühender Bäume, blieb Brahmā, der Beste der Götter, um das Ziel der Welt zu erreichen.
Wort für Wort
śatayojanavistāre
hundert Yojanas ausgedehnt (Lok.)
maṇimuktācayācite
mit Haufen von Juwelen und Perlen bedeckt (Lok.)
tasmin girivare putra
auf diesem besten Berg, mein Sohn (Lok./Vok.)
puṣpitadrumakānane
im Wald blühender Bäume (Lok.)
tasthau saḥ vibudhaśreṣṭhaḥ brahmā
blieb er, der beste der Götter, Brahmā (3.Sg.Perf./Nom.)
petur ulkā mahotpātāḥ śākhāś ca mumucur drumāḥ; aprasannā diśaḥ sarvāḥ pavanaś cāśivo vavau; muhur muhuś ca bhūtāni prāvyathanta bhayāt tathā
Meteore fielen, große Unheilszeichen [erschienen], die Bäume ließen ihre Äste fallen; alle Himmelsrichtungen waren trüb, und ein unheilvoller Wind wehte; immer wieder zitterten auch die Wesen vor Furcht.
Wort für Wort
petuḥ ulkāḥ mahotpātāḥ
Meteore fielen, große Unheilszeichen (3.Pl.Perf./Nom.Pl.)
śākhāḥ ca mumucuḥ drumāḥ
und die Bäume ließen Äste fallen (Akk./3.Pl.Perf./Nom.)
tatas tad rūpam utsṛjya babhau nistriṃśa eva saḥ; vimalas tīkṣṇadhāraś ca kālāntaka ivodyataḥ
Dann legte er jene Gestalt ab und erschien als Schwert selbst: rein, mit scharfer Schneide, wie der Vernichter am Ende der Zeiten, der [das Haupt] erhebt.
Wort für Wort
tataḥ tat rūpam utsṛjya
dann jene Gestalt ablegend (Abs.)
babhau nistriṃśaḥ eva saḥ
erschien er als Schwert selbst (3.Sg.Perf./Nom.)
vimalaḥ tīkṣṇadhāraḥ ca
rein und scharfschneidig (Nom.)
kālāntakaḥ iva udyataḥ
wie der Zeitenend-Vernichter erhoben (Nom./Part.Pass.)
„kālāntaka“ hier als Todesgott/Vernichter zur Zeit des Weltendes gedeutet.
Vierarmig, mit dem Haupt das Himmelsgewölbe berührend, obwohl er auf der Erde stand; den Blick nach oben gerichtet, mit großem Glied, aus dem Mund Flammen ausstoßend, wandelte er vielfach die Farben in Blau, Bleich[-Weiß] und Rot.
Wort für Wort
caturbāhuḥ
vierarmig (Nom.Sg.m.)
spṛśan mūrdhnā nabhastalam
mit dem Haupt das Himmelsgewölbe berührend (Part.Präs./Instr./Akk.)
bhūsthito 'pi
obwohl auf der Erde stehend (Nom.Sg.m.)
ūrdhvadṛṣṭir mahāliṅgo
mit aufwärts gerichtetem Blick, mit großem Glied (Bahuvrīhi/Nom.)
mukhāj jvālāḥ samutsṛjan
aus dem Mund Flammen ausstoßend (Abl./Akk.Pl./Part.)
vikurvan bahudhā varṇān
vielfach die Farben verwandelnd (Part./Adv./Akk.Pl.)
nīlapāṇḍuralohitān
blau, bleich, rot (Akk.Pl.)
liṅga hier wörtlich als Glied; mahāliṅga evtl. auch „mit großem Merkzeichen“ [?].
bibhrat kṛṣṇājinaṃ vāso hemapravaratārakam; netraṃ caikaṃ lalāṭena bhāskarapratimaṃ mahat; śuśubhāte ca vimale dve netre kṛṣṇapiṅgale
Er trug ein Gewand aus schwarzem Antilopenfell, mit goldenen, vortrefflichen Sternen [besetzt]; mit der Stirn [trug er] ein einziges großes Auge, der Sonne gleich, und zwei makellose Augen, schwarz-braun, leuchteten [dazu].
Wort für Wort
bibhrat kṛṣṇājinaṃ vāso
tragend das schwarze Antilopenfell als Gewand (Part./Akk.)
und, den dreigipfligen Schild [wie] eine Wolke mit Blitzen erhebend, zog er auf vielerlei Wegen umher, von großer Kraft und Tapferkeit, das Schwert im Himmelsraum schwingend, in der Absicht, die Dānavas zu vernichten.
Wort für Wort
trikūṭaṃ carma codyamya
und den dreigipfligen Schild erhebend (Abs./Akk.)
savidyutam ivāmbudam
einer Wolke mit Blitzen gleich (Akk./iva)
cacāra vividhān mārgān
zog auf mannigfachen Wegen umher (3.Sg.Perf./Akk.Pl.)
mahābalaparākramaḥ
von großer Kraft und Tapferkeit (Nom.Sg.m.)
vidhunvann asim ākāśe
das Schwert im Luftraum schwingend (Part./Akk./Lok.)
dānavāntacikīrṣayā
aus dem Wunsch, den Dānavas ein Ende zu machen (Instr.Sg.)
tatas tad dānavānīkaṃ saṃpraṇetāram acyutam; rudrakhaḍgabaloddhūtaṃ pracacāla mumoha ca
Da geriet jenes Dānava-Heer, [obwohl] den unerschütterlichen Anführer [hatte], von der Kraft des Schwertes Rudras aufgewühlt, ins Wanken und in Verwirrung.
Wort für Wort
tatas tad dānavānīkaṃ
da jenes Dānava-Heer (Nom.Sg.n.)
saṃpraṇetāram acyutam
mit einem Anführer, der nicht gefallen ist [?] (Akk.Sg.m.)
rudrakhaḍgabaloddhūtaṃ
von der Kraft von Rudras Schwert aufgewirbelt (Nom.Sg.n.)
pracacāla mumoha ca
geriet ins Wanken und wurde verwirrt (3.Sg.Perf.)
saṃpraṇetāram acyutam ist syntaktisch schwierig (Akk. bei neutralem Subjekt); Lesart unsicher [?].
asivegaprarugṇās te chinnabāhūruvakṣasaḥ; saṃprakṛttottamāṅgāś ca petur urvyāṃ mahāsurāḥ
Vom Schwungschlag des Schwertes zerbrochen, mit abgehauenen Armen, Schenkeln und Brüsten, mit abgeschlagenen Häuptern, fielen die großen Asuras zu Boden.
Wort für Wort
asivegaprarugṇās te
vom Schwerthieb zerbrochen, sie (Nom.Pl.)
chinnabāhūruvakṣasaḥ
mit abgehauenen Armen, Schenkeln, Brustkörben (Bahuvrīhi)
saṃprakṛttottamāṅgāś ca
und mit abgetrennten Häuptern (Nom.Pl.)
petur urvyāṃ mahāsurāḥ
fielen zur Erde, die großen Asuras (3.Pl.Perf./Lok./Nom.)
Nachdem Rudra die Dānavas erschlagen und die Welt dem Dharma überlegen gemacht hatte, legte er rasch die grausige Gestalt ab und nahm, der Gütige, wieder die gütige Gestalt an.
Wort für Wort
sa rudro dānavān hatvā
dieser Rudra, die Dānavas erschlagen habend (Abs.)
kṛtvā dharmottaraṃ jagat
die Welt dharma-überlegen gemacht habend (Abs.)
raudraṃ rūpaṃ vihāyāśu
die grausige Gestalt rasch verlassend (Abs.)
cakre rūpaṃ śivaṃ śivaḥ
nahm die gütige Gestalt an, der Śiva (3.Sg.Perf.Med.)
dharmasetum atikrāntāḥ sūkṣmasthūlārthakāraṇāt; vibhajya daṇḍaṃ rakṣyāḥ syur dharmato na yadṛcchayā
„Die Menschen, die die Dharma-Schranke überschritten haben, sollen wegen feiner oder grober Sachverhalte, nach Abstufung der Strafe, gemäß dem Dharma, nicht nach Belieben, in Schranken gehalten werden.“
Wort für Wort
dharmasetum atikrāntāḥ
die den Damm des Dharma überschritten haben (Nom.Pl.)
sūkṣmasthūlārthakāraṇāt
wegen feiner und grober Sachen (Abl.)
vibhajya daṇḍaṃ
die Strafe abgestuft habend (Abs./Akk.)
rakṣyāḥ syur
sollen zu zügeln sein (Gerundiv/3.Pl.Opt.)
dharmato na yadṛcchayā
nach Dharma, nicht nach Zufall/Willkür (Abl./Instr.)
durvācā nigraho daṇḍo hiraṇyabahulas tathā; vyaṅganaṃ ca śarīrasya vadho vānalpakāraṇāt
„Tadelnde Rede, Zurechtweisung, Geldbuße, sehr hohe Strafe in Gold, Verstümmelung des Körpers oder Tötung wegen keines geringen Anlasses [sind die Strafen].“
Wort für Wort
durvācā nigraho daṇḍo
harte Rede, Zurechtweisung, Strafe (Nom.Sg.)
hiraṇyabahulas tathā
und reich an Gold [Buße] (Nom.Sg.m.)
vyaṅganaṃ ca śarīrasya
und Verstümmelung des Körpers (Nom.Sg.n./Gen.)
vadho vānalpakāraṇāt
oder Tötung wegen keines kleinen Grundes (Nom./Abl.)
Die Verteilung der Glieder (nigraha/daṇḍa) ist nicht eindeutig [?].
aser etāni rūpāṇi durvācādīni nirdiśet; aser eva pramāṇāni parimāṇavyatikramāt
„Man soll diese Formen des Schwertes, angefangen mit der tadelnden Rede, angeben; [dies sind] die Maße des Schwertes selbst, wegen der Überschreitung des Maßes.“
Wort für Wort
aser etāni rūpāṇi
des Schwertes diese Formen (Gen./Nom.Pl.)
durvācādīni nirdiśet
beginnend mit harter Rede, man soll benennen (Nom.Pl.n./3.Sg.Opt.)
aser eva pramāṇāni
des Schwertes eben die Maße (Nom.Pl.)
parimāṇavyatikramāt
aus Überschreiten des Maßes (Abl.)
Satz dunkel; „Schwert“ steht metonymisch für die Strafgewalt [?].
**** **** gayāya pratyapādayat; gayāc ca labdhavān rājā
[Lücke im Text] ... übergab er dem Gaya; und von Gaya erhielt es der König ... [Text bricht ab].
Wort für Wort
**** ****
[Lücke im Text]
gayāya pratyapādayat
dem Gaya übergab er (Dat./3.Sg.Kaus.Impf.)
gayāc ca labdhavān rājā
und von Gaya erlangte es der König (Abl./Part./Nom.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile der kritischen Ausgabe mit Lücke; das Subjekt von pratyapādayat ist ausgefallen. [Anm.: Satz abgebrochen]
Von Pratardana Aṣṭaka, von Aṣṭaka Ruśadaśva, von Ruśadaśva Bharadvāja, von diesem Droṇa, von ihm dann Kṛpa; danach hast du mit deinen Brüdern das höchste Schwert erlangt.
Wort für Wort
pratardanād aṣṭakaś ca
von Pratardana Aṣṭaka (Abl./Nom.)
ruśadaśvo 'ṣṭakād api
Ruśadaśva von Aṣṭaka (Nom./Abl.)
ruśadaśvād bharadvājo
von Ruśadaśva Bharadvāja (Abl./Nom.)
droṇas tasmāt kṛpas tataḥ
Droṇa von ihm, Kṛpa dann (Nom./Abl.)
tatas tvaṃ bhrātṛbhiḥ sārdhaṃ
danach du samt den Brüdern (Nom./Instr.Pl.)
paramāsim avāptavān
das höchste Schwert erlangt (Akk./Part.Perf.)
Die Linie Droṇa–Kṛpa–Nakula ist nach der Textlage als Schülerfolge zu verstehen.
teneyaṃ pṛthivī dugdhā sasyāni subahūny api; dharmeṇa ca yathā pūrvaṃ
Von ihm wurde diese Erde gemolken, [und auch] sehr viele Feldfrüchte; und gemäß dem Dharma, wie einst ...
Wort für Wort
teneyaṃ pṛthivī dugdhā
von ihm diese Erde gemolken (Instr./Nom.f./Part.)
sasyāni subahūny api
auch sehr viele Feldfrüchte (Nom.Pl.n.)
dharmeṇa ca yathā pūrvaṃ
und mit Dharma, wie früher (Instr./Adv.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile; Satz bricht ab. [Anm.: Fortsetzung in der folgenden Einheit]
tad etad ārṣaṃ mādreya pramāṇaṃ kartum arhasi; aseś ca pūjā kartavyā sadā yuddhaviśāradaiḥ
„Dies ist von den Sehern überliefert, Sohn der Mādrī; du sollst es als Maßstab annehmen. Dem Schwert soll stets von den im Kampf Kundigen Verehrung dargebracht werden.“
Wort für Wort
tad etad ārṣaṃ mādreya
dies ist seherisch [Überlieferung], Mādrī-Sohn (Nom.n./Vok.)
pramāṇaṃ kartum arhasi
als Maßstab solltest du es ansetzen (Inf./2.Sg.Präs.)
aseś ca pūjā kartavyā
und dem Schwert ist Verehrung zu erweisen (Gen./Nom./Gerundiv)
sadā yuddhaviśāradaiḥ
stets von den im Kampf Erfahrenen (Adv./Instr.Pl.)
ity eṣa prathamaḥ kalpo vyākhyātas te suvistaraḥ; aser utpattisaṃsargo yathāvad bharatarṣabha
So ist dir, Stier der Bharatas, die erste Weise [der Überlieferung] ausführlich dargelegt worden, die Entstehung und Weitergabe des Schwertes, wie sie wirklich war.
Wort für Wort
ity eṣa prathamaḥ kalpo
so dieser erste Ansatz/Weise (Nom.)
vyākhyātas te suvistaraḥ
dir dargelegt, sehr ausführlich (Part./Dat.-Gen./Nom.)
aser utpattisaṃsargo
des Schwertes Entstehung und Verbindung/Weitergabe (Gen./Nom.)
yathāvad bharatarṣabha
der Wahrheit gemäß, Stier der Bharatas (Adv./Vok.)
saṃsarga hier vermutlich „Überlieferungsreihe“ [?]; kalpa „Weise, Regel, Fassung“.