Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Śāntiparva

Kapitel 200: keśavamāhātmyaṃ sṛṣṭikramaś ca Die Größe Keśavas: Weltschöpfung, Ordnung der Stände und Zeitalter

Auf Yudhiṣṭhiras Bitte, das Wesen Nārāyaṇas zu erfahren, berichtet Bhīṣma von Viṣṇus Schöpfertum: Elemente, Brahmā aus dem Lotos, Madhus Tötung, die Genealogie der Prajāpatis, die Erschaffung der Stände und das Wandeln der Zeitalter.

yudhiṣṭhira uvāca; pitāmaha mahāprājña puṇḍarīkākṣam acyutam; kartāram akṛtaṃ viṣṇuṃ bhūtānāṃ prabhavāpyayam

Yudhiṣṭhira sprach: „Großvater, hochweiser [Bhīṣma], [von] dem lotosäugigen Acyuta, dem Schöpfer, der selbst nicht geschaffen ist, [von] Viṣṇu, dem Ursprung und Untergang der Wesen –

Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca
Yudhiṣṭhira sprach (Perf. 3.Sg.)
pitāmaha mahāprājña
Großvater, hochweiser (Vok.)
puṇḍarīkākṣam acyutam
den lotosäugigen Acyuta (Akk.)
kartāram akṛtaṃ viṣṇum
den Schöpfer, den Ungeschaffenen, Viṣṇu (Akk.)
bhūtānāṃ prabhavāpyayam
der Wesen Ursprung und Untergang (Gen.Pl. / Akk.Sg., Kompositum prabhava-apyaya)

Der Satz setzt sich in Vers 2 fort („möchte ich hören“).

nārāyaṇaṃ hṛṣīkeśaṃ govindam aparājitam; tattvena bharataśreṣṭha śrotum icchāmi keśavam

[von] Nārāyaṇa, Hṛṣīkeśa, Govinda, dem Unbesiegten, Keśava, möchte ich der Wahrheit gemäß hören, bester der Bharatas.“

Wort für Wort
nārāyaṇaṃ hṛṣīkeśaṃ
Nārāyaṇa, Hṛṣīkeśa (Akk.)
govindam aparājitam
Govinda, den Unbesiegten (Akk.)
tattvena
der Wahrheit gemäß, in Wirklichkeit (Instr.)
bharataśreṣṭha
bester der Bharatas (Vok.)
śrotum icchāmi keśavam
zu hören wünsche ich, Keśava (Inf.; 1.Sg.Präs.; Akk.)

bhīṣma uvāca; śruto 'yam artho rāmasya jāmadagnyasya jalpataḥ; nāradasya ca devarṣeḥ kṛṣṇadvaipāyanasya ca

Bhīṣma sprach: „Diese Sache habe ich gehört, als Rāma Jāmadagnya sie erzählte, und [von] Nārada, dem Götterseher, und von Kṛṣṇa Dvaipāyana.

Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach (Perf. 3.Sg.)
śruto 'yam artho
gehört [wurde] diese Sache (Part.Perf.Pass., Nom.Sg.m.)
rāmasya jāmadagnyasya jalpataḥ
von Rāma Jāmadagnya, der sprach (Gen.; Part.Präs. Gen.Sg.)
nāradasya ca devarṣeḥ
und von Nārada, dem Götterseher (Gen.)
kṛṣṇadvaipāyanasya ca
und von Kṛṣṇa Dvaipāyana (Gen.)

asito devalas tāta vālmīkiś ca mahātapāḥ; mārkaṇḍeyaś ca govinde kathayaty adbhutaṃ mahat

Asita Devala, Lieber, und Vālmīki, der große Asket, und Mārkaṇḍeya erzählen über Govinda Wunderbares, Großes.

Wort für Wort
asito devalas tāta
Asita Devala, Lieber (Nom.; Vok.)
vālmīkiś ca mahātapāḥ
und Vālmīki, der große Asket (Nom.)
mārkaṇḍeyaś ca
und Mārkaṇḍeya (Nom.)
govinde kathayaty
über Govinda erzählt [er/sie] (Lok.; 3.Sg.Präs.)
adbhutaṃ mahat
Wunderbares, Großes (Akk.Sg.n.)

keśavasya mayā rājan na śakyā varṇituṃ guṇāḥ; īdṛśo 'sau hṛṣīkeśo vāsudevaḥ parāt paraḥ

„Keśavas Eigenschaften, König, kann ich nicht beschreiben; so ist dieser Hṛṣīkeśa, Vāsudeva, höher als das Höchste.“

Wort für Wort
keśavasya mayā rājan
Keśavas, von mir, König (Gen.; Instr.; Vok.)
na śakyā varṇituṃ guṇāḥ
nicht können beschrieben werden die Eigenschaften (Gerundiv Nom.Pl.f.; Inf.; Nom.Pl.)
īdṛśo 'sau hṛṣīkeśo
so beschaffen ist dieser Hṛṣīkeśa (Nom.)
vāsudevaḥ parāt paraḥ
Vāsudeva, höher als das Höchste (Nom.; Abl.; Nom.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers (nur in einem Teil der Handschriften). Der Numerus des Verbs in Vers 4 („erzählt“) ist im Text singularisch.

keśavo bharataśreṣṭha bhagavān īśvaraḥ prabhuḥ; puruṣaḥ sarvam ity eva śrūyate bahudhā vibhuḥ

Keśava, bester der Bharatas, ist der Erhabene, der Herr, der Gebieter; „der Puruṣa ist alles“ – so heißt es von dem Allgegenwärtigen auf vielfache Weise.

Wort für Wort
keśavo bharataśreṣṭha
Keśava; bester der Bharatas (Nom.; Vok.)
bhagavān īśvaraḥ prabhuḥ
der Erhabene, Herr, Gebieter (Nom.)
puruṣaḥ sarvam ity eva
der Puruṣa [ist] alles, so eben (Nom.; Nom.Sg.n.; Partikel)
śrūyate bahudhā vibhuḥ
wird gehört/gesagt, vielfach, der Allgegenwärtige (3.Sg.Präs.Pass.; Adv.; Nom.)

kiṃ tu yāni vidur loke brāhmaṇāḥ śārṅgadhanvanaḥ; māhātmyāni mahābāho śṛṇu tāni yudhiṣṭhira

Doch was die Brahmanen in der Welt von den Größen des Śārṅga-Bogenträgers wissen, du Starkarmiger, das höre, Yudhiṣṭhira.

Wort für Wort
kiṃ tu yāni vidur loke
doch was sie wissen in der Welt (Rel.Pron.Akk.Pl.n.; 3.Pl.Perf. vid; Lok.)
brāhmaṇāḥ śārṅgadhanvanaḥ
die Brahmanen, [von] dem Śārṅga-Bogenträger (Nom.Pl.; Gen.Sg.)
māhātmyāni mahābāho
die Größen, Starkarmiger (Akk.Pl.; Vok.)
śṛṇu tāni yudhiṣṭhira
höre diese, Yudhiṣṭhira (Imp.2.Sg.; Akk.Pl.n.; Vok.)

yāni cāhur manuṣyendra ye purāṇavido janāḥ; aśeṣeṇa hi govinde kīrtayiṣyāmi tāny aham

Und was die Menschen, die die alte Überlieferung kennen, sagen, Herr der Menschen, das alles werde ich über Govinda vollständig verkünden.

Wort für Wort
yāni cāhur manuṣyendra
und was sie sagen, Herr der Menschen (Akk.Pl.n.; 3.Pl.Perf. ah; Vok.)
ye purāṇavido janāḥ
welche Leute [sind], die das Alte kennen (Nom.Pl.)
aśeṣeṇa hi govinde
vollständig ja, über Govinda (Instr.; Partikel; Lok.)
kīrtayiṣyāmi tāny aham
werde ich verkünden, diese, ich (1.Sg.Fut.; Akk.Pl.n.; Nom.)

mahābhūtāni bhūtātmā mahātmā puruṣottamaḥ; vāyur jyotis tathā cāpaḥ khaṃ gāṃ caivānvakalpayat

Die großen Elemente – Wind, Licht, ebenso Wasser, Äther und Erde – ordnete er, das Selbst der Wesen, der Hochgesinnte, der beste der Puruṣas, [zur Schöpfung] an.

Wort für Wort
mahābhūtāni
die großen Elemente (Akk.Pl.)
bhūtātmā mahātmā puruṣottamaḥ
das Selbst der Wesen, der Hochgesinnte, der beste Puruṣa (Nom.)
vāyur jyotis tathā cāpaḥ
Wind, Licht, ebenso Wasser (Akk.Sg.; Akk.Pl. f.)
khaṃ gāṃ caiva
Äther und Erde (Akk.)
anvakalpayat
ordnete an, schuf (Impf. 3.Sg. Kaus.)

sa dṛṣṭvā pṛthivīṃ caiva sarvabhūteśvaraḥ prabhuḥ; apsv eva śayanaṃ cakre mahātmā puruṣottamaḥ

Er, der Herr über alle Wesen, sah die Erde und machte sich, der Hochgesinnte, der beste der Puruṣas, im Wasser sein Lager.

Wort für Wort
sa dṛṣṭvā pṛthivīṃ caiva
er, nachdem er die Erde gesehen hatte (Nom.; Abs.; Akk.)
sarvabhūteśvaraḥ prabhuḥ
der Herr aller Wesen, der Gebieter (Nom.)
apsv eva
eben im Wasser (Lok.Pl.)
śayanaṃ cakre
machte sich ein Lager (Akk.; Perf. 3.Sg. Med.)
mahātmā puruṣottamaḥ
der Hochgesinnte, der beste Puruṣa (Nom.)

Die Wendung „sah die Erde“ ist knapp; gemeint ist wohl die noch im Wasser liegende Erde.

sarvatejomayas tasmiñ śayānaḥ śayane śubhe; so 'grajaṃ sarvabhūtānāṃ saṃkarṣaṇam acintayat

Ganz aus Glanz bestehend, auf dem schönen Lager liegend, dachte er an Saṃkarṣaṇa, den Älteren [Bruder] aller Wesen.

Wort für Wort
sarvatejomayas
ganz aus Glanz bestehend (Nom.)
tasmiñ śayānaḥ śayane śubhe
auf diesem liegend, auf dem schönen Lager (Part.Präs. Med. Nom.; Lok.)
so 'grajaṃ sarvabhūtānām
er, den Älteren aller Wesen (Nom.; Akk.; Gen.Pl.)
saṃkarṣaṇam acintayat
Saṃkarṣaṇa dachte er (Akk.; Impf. 3.Sg.)

āśrayaṃ sarvabhūtānāṃ manaseti viśuśruma; sa dhārayati bhūtātmā ubhe bhūtabhaviṣyatī

[Ihn], die Stütze aller Wesen, [dachte er] mit dem Geist – so haben wir gehört. Er, das Selbst der Wesen, trägt beide: das Vergangene und das Zukünftige.

Wort für Wort
āśrayaṃ sarvabhūtānāṃ
die Stütze aller Wesen (Akk.; Gen.Pl.)
manaseti viśuśruma
mit dem Geist [dachte er], so haben wir gehört (Instr.; 1.Pl.Perf.)
sa dhārayati bhūtātmā
er trägt, das Selbst der Wesen (Nom.; 3.Sg.Präs.; Nom.)
ubhe bhūtabhaviṣyatī
beide, das Gewesene und das Künftige (Akk.Du.n.)

Die Konstruktion von „manaseti viśuśruma“ ist elliptisch; „mit dem Geist“ und „so haben wir gehört“ sind wörtlich wiedergegeben.

pradyumnam asṛjat tasmāt sarvatejaḥprakāśakam; aniruddhas tato jajñe sarvaśaktir mahādyutiḥ; apsu vyomagamaḥ śrīmān yoganidrām upeyivān; tasmāt saṃjajñire devā brahmaviṣṇumaheśvarāḥ; layasthityantakarmāṇas trayas te sumahaujasaḥ

Aus ihm schuf er Pradyumna, den Erleuchter alles Glanzes; darauf wurde Aniruddha geboren, allmächtig, von großem Glanz; im Wasser, den Himmel durchwandernd, herrlich, ging er in den Yoga-Schlaf ein. Aus ihm wurden die Götter geboren, Brahmā, Viṣṇu und Maheśvara – die drei, deren Werke Auflösung, Bestand und Ende sind, von überaus großer Kraft.

Wort für Wort
pradyumnam asṛjat tasmāt
Pradyumna schuf er daraus/aus ihm (Akk.; Impf. 3.Sg.; Abl.)
sarvatejaḥprakāśakam
den Erleuchter alles Glanzes (Akk.)
aniruddhas tato jajñe
Aniruddha wurde darauf geboren (Nom.; Adv.; Perf. 3.Sg. Med.)
sarvaśaktir mahādyutiḥ
allmächtig, von großem Glanz (Nom.)
apsu vyomagamaḥ śrīmān
im Wasser, den Himmel durchwandernd, herrlich (Lok.Pl.; Nom.)
yoganidrām upeyivān
in den Yoga-Schlaf eingegangen (Akk.; Part.Perf. Nom.)
tasmāt saṃjajñire devā
aus ihm wurden geboren die Götter (Abl.; Perf. 3.Pl.; Nom.Pl.)
brahmaviṣṇumaheśvarāḥ
Brahmā, Viṣṇu, Maheśvara (Nom.Pl.)
layasthityantakarmāṇas trayas te sumahaujasaḥ
deren Werke Auflösung, Bestand und Ende sind, diese drei, überaus kraftvoll (Nom.Pl.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage (nur in einem Teil der Handschriften); die Zuordnung von „Werke Auflösung, Bestand, Ende“ zu den drei Göttern ist wörtlich, die Reihenfolge der Funktionen nicht auf die Namen bezogen.

tatas tasmin mahābāho prādurbhūte mahātmani; bhāskarapratimaṃ divyaṃ nābhyāṃ padmam ajāyata

Als dieser Hochgesinnte, du Starkarmiger, dann erschienen war, entstand aus [seinem] Nabel ein göttlicher Lotos, der Sonne gleich.

Wort für Wort
tatas tasmin mahābāho
dann, als dieser, Starkarmiger (Adv.; Lok.; Vok.)
prādurbhūte mahātmani
erschienen war, der Hochgesinnte (Lok.abs.)
bhāskarapratimaṃ divyaṃ
sonnengleich, göttlich (Nom.Sg.n.)
nābhyāṃ padmam ajāyata
aus dem Nabel, ein Lotos, entstand (Abl./Lok.; Nom.; Impf. 3.Sg. Med.)

sa tatra bhagavān devaḥ puṣkare bhāsayan diśaḥ; brahmā samabhavat tāta sarvabhūtapitāmahaḥ

Dort wurde der erhabene Gott, im Lotos die Himmelsrichtungen erleuchtend, zu Brahmā, Lieber, dem Ahnherrn aller Wesen.

Wort für Wort
sa tatra bhagavān devaḥ
er dort, der erhabene Gott (Nom.)
puṣkare bhāsayan diśaḥ
im Lotos die Himmelsrichtungen erleuchtend (Lok.; Part.Präs. Kaus.; Akk.Pl.)
brahmā samabhavat tāta
wurde zu Brahmā, Lieber (Nom.; Impf. 3.Sg.; Vok.)
sarvabhūtapitāmahaḥ
Ahnherr aller Wesen (Nom.)

tasminn api mahābāho prādurbhūte mahātmani; tamasaḥ pūrvajo jajñe madhur nāma mahāsuraḥ

Auch als dieser Hochgesinnte, du Starkarmiger, erschienen war, wurde aus der Finsternis, [als] Vorgeborener, ein großer Asura namens Madhu geboren.

Wort für Wort
tasminn api mahābāho
auch als dieser, Starkarmiger (Lok.; Vok.)
prādurbhūte mahātmani
erschienen war, der Hochgesinnte (Lok.abs.)
tamasaḥ pūrvajo jajñe
aus der Finsternis, der Vorgeborene, wurde geboren (Abl.; Nom.; Perf. 3.Sg. Med.)
madhur nāma mahāsuraḥ
namens Madhu, ein großer Asura (Nom.)

„pūrvajaḥ“ ist mehrdeutig: „früher geboren“ (vor Brahmā) oder „aus der Vorzeit stammend“.

tam ugram ugrakarmāṇam ugrāṃ buddhiṃ samāsthitam; brahmaṇopacitiṃ kurvañ jaghāna puruṣottamaḥ

Ihn, den Grausamen, grausam Handelnden, zu grausamem Sinn Entschlossenen, erschlug der beste der Puruṣas, um Brahmā Förderung [zu gewähren].

Wort für Wort
tam ugram ugrakarmāṇam
ihn, den Grausamen, grausam Handelnden (Akk.)
ugrāṃ buddhiṃ samāsthitam
der zu grausamem Sinn entschlossen war (Akk.; Part.Perf.Akk.)
brahmaṇopacitiṃ kurvañ
Brahmā Förderung/Ehre leistend (Instr./Dat.-Funktion; Akk.; Part.Präs.)
jaghāna puruṣottamaḥ
erschlug der beste der Puruṣas (Perf. 3.Sg.; Nom.)

„brahmaṇopacitiṃ kurvan“: „Brahmā zur Ehre/Förderung“, Lesart nicht ganz sicher.

tasya tāta vadhāt sarve devadānavamānavāḥ; madhusūdanam ity āhur vṛṣabhaṃ sarvasātvatām

Wegen seiner Tötung, Lieber, nennen ihn alle Götter, Dānavas und Menschen Madhusūdana, den Stier aller Sātvatas.

Wort für Wort
tasya tāta vadhāt
wegen dessen Tötung, Lieber (Gen.; Vok.; Abl.)
sarve devadānavamānavāḥ
alle Götter, Dānavas und Menschen (Nom.Pl.)
madhusūdanam ity āhur
Madhusūdana, so nennen sie (Akk.; 3.Pl.Perf.)
vṛṣabhaṃ sarvasātvatām
den Stier aller Sātvatas (Akk.; Gen.Pl.)

brahmā tu sasṛje putrān mānasān dakṣasaptamān; marīcim atryaṅgirasau pulastyaṃ pulahaṃ kratum

Brahmā aber schuf geistgeborene Söhne, mit Dakṣa als siebtem: Marīci, Atri und Aṅgiras, Pulastya, Pulaha, Kratu.

Wort für Wort
brahmā tu sasṛje putrān
Brahmā aber schuf Söhne (Nom.; Perf. 3.Sg. Med.; Akk.Pl.)
mānasān dakṣasaptamān
geistgeborene, mit Dakṣa als siebtem (Akk.Pl.)
marīcim atryaṅgirasau
Marīci, Atri und Aṅgiras (Akk.; Akk.Du.)
pulastyaṃ pulahaṃ kratum
Pulastya, Pulaha, Kratu (Akk.)

marīciḥ kaśyapaṃ tāta putraṃ cāsṛjad agrajam; mānasaṃ janayām āsa taijasaṃ brahmasattamam

Marīci zeugte Kaśyapa, Lieber, als erstgeborenen Sohn, geistgeboren, glänzend, den Besten der Brahmanen.

Wort für Wort
marīciḥ kaśyapaṃ tāta
Marīci [zeugte] Kaśyapa, Lieber (Nom.; Akk.; Vok.)
putraṃ cāsṛjad agrajam
und schuf als Sohn den Erstgeborenen (Akk.; Impf. 3.Sg.; Akk.)
mānasaṃ janayām āsa
zeugte den Geistgeborenen (Akk.; Perf.periphr. 3.Sg.)
taijasaṃ brahmasattamam
den Glänzenden, den Besten der Brahmanen (Akk.)

aṅguṣṭhād asṛjad brahmā marīcer api pūrvajam; so 'bhavad bharataśreṣṭha dakṣo nāma prajāpatiḥ

Aus dem Daumen schuf Brahmā den [gleichfalls] vor Marīci Geborenen; er wurde, bester der Bharatas, Dakṣa mit Namen, der Prajāpati.

Wort für Wort
aṅguṣṭhād asṛjad brahmā
aus dem Daumen schuf Brahmā (Abl.; Impf. 3.Sg.; Nom.)
marīcer api pūrvajam
auch den vor Marīci Geborenen (Abl./Gen.; Akk.)
so 'bhavad bharataśreṣṭha
er wurde, bester der Bharatas (Impf. 3.Sg.; Vok.)
dakṣo nāma prajāpatiḥ
Dakṣa mit Namen, Prajāpati (Nom.)

„marīcer api pūrvajam“ ist knapp: Dakṣa gilt als ebenfalls früher (oder älter) als Marīci entstanden; Lesart [?].

tasya pūrvam ajāyanta daśa tisraś ca bhārata; prajāpater duhitaras tāsāṃ jyeṣṭhābhavad ditiḥ

Ihm wurden zuerst dreizehn Töchter geboren, Bhārata, [Töchter] des Prajāpati; unter ihnen war Diti die älteste.

Wort für Wort
tasya pūrvam ajāyanta
ihm wurden zuerst geboren (Gen.; Adv.; Impf. 3.Pl. Med.)
daśa tisraś ca bhārata
zehn und drei, Bhārata (Nom.Pl.; Vok.)
prajāpater duhitaras
des Prajāpati Töchter (Gen.; Nom.Pl.)
tāsāṃ jyeṣṭhābhavad ditiḥ
unter ihnen war die älteste Diti (Gen.Pl.; Impf. 3.Sg.; Nom.)

„daśa tisraś ca“: zehn und drei.

sarvadharmaviśeṣajñaḥ puṇyakīrtir mahāyaśāḥ; mārīcaḥ kaśyapas tāta sarvāsām abhavat patiḥ

Der aller Pflichten Besonderheiten kundige, heiligen Ruhmes, hochberühmte Kaśyapa, der Marīci-Sohn, wurde, Lieber, aller [dieser Frauen] Gatte.

Wort für Wort
sarvadharmaviśeṣajñaḥ
der die Besonderheiten aller Pflichten kennt (Nom.)
puṇyakīrtir mahāyaśāḥ
heiligen Ruhmes, hochberühmt (Nom.)
mārīcaḥ kaśyapas tāta
der Sohn Marīcis, Kaśyapa, Lieber (Nom.; Vok.)
sarvāsām abhavat patiḥ
wurde aller Gatte (Gen.Pl.f.; Impf. 3.Sg.; Nom.)

utpādya tu mahābhāgas tāsām avarajā daśa; dadau dharmāya dharmajño dakṣa eva prajāpatiḥ

Nachdem er die zehn jüngeren von ihnen gezeugt hatte, gab der hochgesegnete Dakṣa, der Prajāpati, der die Pflicht kennt, [sie] dem Dharma.

Wort für Wort
utpādya tu mahābhāgas
nachdem er gezeugt hatte, der Hochgesegnete (Abs.; Nom.)
tāsām avarajā daśa
von ihnen die zehn Jüngeren (Gen.Pl.; Akk.Pl.f.)
dadau dharmāya
gab dem Dharma (Perf. 3.Sg.; Dat.)
dharmajño dakṣa eva prajāpatiḥ
der Pflichtkundige, Dakṣa selbst, der Prajāpati (Nom.)

„utpādya“: Dakṣa zeugte sie; „avarajā“ = jüngere.

dharmasya vasavaḥ putrā rudrāś cāmitatejasaḥ; viśvedevāś ca sādhyāś ca marutvantaś ca bhārata

Dharmas Söhne [sind] die Vasus und die Rudras von unermesslichem Glanz, die Viśvedevas und die Sādhyas und die Marutvants, Bhārata.

Wort für Wort
dharmasya vasavaḥ putrā
Dharmas Söhne [sind] die Vasus (Gen.; Nom.Pl.)
rudrāś cāmitatejasaḥ
und die Rudras von unermesslichem Glanz (Nom.Pl.)
viśvedevāś ca sādhyāś ca
und die Viśvedevas und Sādhyas (Nom.Pl.)
marutvantaś ca bhārata
und die Marutvants, Bhārata (Nom.Pl.; Vok.)

aparās tu yavīyasyas tābhyo 'nyāḥ saptaviṃśatiḥ; somas tāsāṃ mahābhāgaḥ sarvāsām abhavat patiḥ

Andere aber, jüngere, von jenen verschieden, [waren] siebenundzwanzig; Soma, der Hochgesegnete, wurde aller [dieser] Gatte.

Wort für Wort
aparās tu yavīyasyas
andere aber, jüngere (Nom.Pl.f.)
tābhyo 'nyāḥ saptaviṃśatiḥ
von jenen verschieden, siebenundzwanzig (Abl.; Nom.Pl.f.)
somas tāsāṃ mahābhāgaḥ
Soma, unter ihnen der Hochgesegnete (Nom.; Gen.Pl.)
sarvāsām abhavat patiḥ
wurde aller Gatte (Gen.Pl.f.; Impf. 3.Sg.; Nom.)

Gemeint sind wohl die siebenundzwanzig Töchter, die Soma zu Frauen erhielt.

itarās tu vyajāyanta gandharvāṃs turagān dvijān; gāś ca kiṃpuruṣān matsyān audbhidāṃś ca vanaspatīn

Die übrigen [Frauen] aber gebaren Gandharven, Rosse, Zweimalgeborene [Vögel?], Kühe, Kiṃpuruṣas, Fische, aus Keimen Entsprossenes und Bäume.

Wort für Wort
itarās tu vyajāyanta
die übrigen aber gebaren (Nom.Pl.f.; 3.Pl.Impf.Med.)
gandharvāṃs turagān dvijān
Gandharven, Rosse, Zweimalgeborene (Akk.Pl.)
gāś ca kiṃpuruṣān
und Kühe, Kiṃpuruṣas (Akk.Pl.)
matsyān audbhidāṃś ca vanaspatīn
Fische, aus Keimen Entsprossenes und Bäume (Akk.Pl.)

dvijān: hier wohl Vögel, nicht Brāhmaṇas (Lesart unsicher).

ādityān aditir jajñe devaśreṣṭhān mahābalān; teṣāṃ viṣṇur vāmano 'bhūd govindaś cābhavat prabhuḥ

Aditi gebar die Ādityas, die vorzüglichsten der Götter, die großmächtigen; unter ihnen wurde Viṣṇu der Zwerg (Vāmana), und Govinda, der Herr, wurde [es] ebenfalls.

Wort für Wort
ādityān aditir jajñe
die Ādityas gebar Aditi (Akk.Pl.; Nom.Sg.; 3.Sg.Perf.Med.)
devaśreṣṭhān mahābalān
die Besten der Götter, die Großmächtigen (Akk.Pl.)
teṣāṃ viṣṇur vāmano 'bhūd
unter ihnen wurde Viṣṇu zum Zwerg (Gen.Pl.; Nom.Sg.; 3.Sg.Aor.)
govindaś cābhavat prabhuḥ
und Govinda wurde [es], der Herr (Nom.Sg.; 3.Sg.Impf.)

tasya vikramaṇād eva devānāṃ śrīr vyavardhata; dānavāś ca parābhūtā daiteyī cāsurī prajā

Durch sein Ausschreiten allein wuchs der Götter Glanz; und die Dānavas wurden überwunden, [ebenso] die Nachkommenschaft der Diti und die der Asuras.

Wort für Wort
tasya vikramaṇād eva
durch sein Ausschreiten allein (Gen.; Abl.Sg.)
devānāṃ śrīr vyavardhata
der Götter Glanz wuchs (Gen.Pl.; Nom.Sg.; 3.Sg.Impf.Med.)
dānavāś ca parābhūtā
und die Dānavas [wurden] überwunden (Nom.Pl.; Part.Perf.Pass.)
daiteyī cāsurī prajā
die Nachkommenschaft der Diti und die der Asuras (Nom.Sg.f.)

Zweiter Halbvers elliptisch: parābhūtā ist auch auf daiteyī prajā und āsurī prajā zu beziehen.

vipracittipradhānāṃś ca dānavān asṛjad danuḥ; ditis tu sarvān asurān mahāsattvān vyajāyata

Danu schuf die Dānavas, mit Vipracitti an der Spitze; Diti aber gebar alle Asuras, die sehr kraftvollen.

Wort für Wort
vipracittipradhānāṃś ca dānavān
und die Dānavas, Vipracitti als Ersten habend (Akk.Pl.)
asṛjad danuḥ
schuf Danu (3.Sg.Impf.; Nom.Sg.)
ditis tu sarvān asurān
Diti aber alle Asuras (Nom.Sg.; Akk.Pl.)
mahāsattvān vyajāyata
die sehr Kraftvollen gebar sie (Akk.Pl.; 3.Sg.Impf.Med.)

tataḥ sasarja bhagavān mṛtyuṃ lokabhayaṃkaram; hartāraṃ sarvabhūtānāṃ sasarja ca janārdanaḥ

Darauf schuf der Erhabene den Tod, der die Welten in Furcht versetzt; und Janārdana schuf [ihn] als den Hinwegnehmer aller Wesen.

Wort für Wort
tataḥ sasarja bhagavān
darauf schuf der Erhabene (Adv.; 3.Sg.Perf.; Nom.Sg.)
mṛtyuṃ lokabhayaṃkaram
den Tod, welterschreckend (Akk.Sg.)
hartāraṃ sarvabhūtānāṃ
den Räuber/Hinwegnehmer aller Wesen (Akk.Sg.; Gen.Pl.)
sasarja ca janārdanaḥ
und Janārdana schuf (3.Sg.Perf.; Nom.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

ahorātraṃ ca kālaṃ ca yathartu madhusūdanaḥ; pūrvāhṇaṃ cāparāhṇaṃ ca sarvam evānvakalpayat

Tag und Nacht und die Zeit, jeweils nach den Jahreszeiten, Vormittag und Nachmittag, alles dies ordnete Madhusūdana an.

Wort für Wort
ahorātraṃ ca kālaṃ ca
Tag-und-Nacht und die Zeit (Akk.Sg.)
yathartu madhusūdanaḥ
den Jahreszeiten gemäß Madhusūdana (Adv.; Nom.Sg.)
pūrvāhṇaṃ cāparāhṇaṃ ca
Vormittag und Nachmittag (Akk.Sg.)
sarvam evānvakalpayat
alles eben ordnete er an (Akk.Sg.n.; 3.Sg.Impf.Kaus.)

buddyāpaḥ so 'sṛjan meghāṃs tathā sthāvarajaṅgamān; pṛthivīṃ so 'sṛjad viśvāṃ sahitāṃ bhūritejasā

Mit [seinem] Geist schuf er die Wasser, die Wolken, ebenso das Unbewegliche und das Bewegliche; die Erde, die ganze, schuf er, ausgestattet mit großer Glut.

Wort für Wort
buddyāpaḥ so 'sṛjan
mit dem Geist [schuf] er die Wasser (Instr.Sg.; Akk.Pl.; 3.Sg.Impf.)
meghāṃs tathā
die Wolken, ebenso (Akk.Pl.)
sthāvarajaṅgamān
Unbewegliches und Bewegliches (Akk.Pl.)
pṛthivīṃ so 'sṛjad viśvāṃ
die Erde schuf er, die ganze (Akk.Sg.f.)
sahitāṃ bhūritejasā
versehen mit großer Glut (Part.Akk.Sg.f.; Instr.Sg.)

tataḥ kṛṣṇo mahābāhuḥ punar eva yudhiṣṭhira; brāhmaṇānāṃ śataṃ śreṣṭhaṃ mukhād asṛjata prabhuḥ

Darauf schuf Kṛṣṇa, der Armgewaltige, o Yudhiṣṭhira, abermals hundert der vorzüglichsten Brāhmaṇas aus [seinem] Mund, der Herr.

Wort für Wort
tataḥ kṛṣṇo mahābāhuḥ
darauf Kṛṣṇa, der Großarmige (Adv.; Nom.Sg.)
punar eva yudhiṣṭhira
abermals, o Yudhiṣṭhira (Adv.; Vok.)
brāhmaṇānāṃ śataṃ śreṣṭhaṃ
hundert der Brāhmaṇas, der besten (Gen.Pl.; Akk.Sg.n.)
mukhād asṛjata prabhuḥ
aus dem Mund schuf der Herr (Abl.Sg.; 3.Sg.Impf.Med.; Nom.Sg.)

bāhubhyāṃ kṣatriyaśataṃ vaiśyānām ūrutaḥ śatam; padbhyāṃ śūdraśataṃ caiva keśavo bharatarṣabha

Aus den Armen hundert Kṣatriyas, aus den Schenkeln hundert der Vaiśyas, aus den Füßen aber hundert Śūdras, [schuf] Keśava, o Stier der Bharatas.

Wort für Wort
bāhubhyāṃ kṣatriyaśataṃ
aus den Armen hundert Kṣatriyas (Abl.Du.; Akk.Sg.n.)
vaiśyānām ūrutaḥ śatam
hundert der Vaiśyas aus dem Schenkel (Gen.Pl.; Adv.; Akk.Sg.)
padbhyāṃ śūdraśataṃ caiva
aus den Füßen hundert Śūdras (Abl.Du.; Akk.Sg.n.)
keśavo bharatarṣabha
Keśava, Stier der Bharatas (Nom.Sg.; Vok.)

Verb asṛjata aus dem vorigen Vers zu ergänzen.

sa evaṃ caturo varṇān samutpādya mahāyaśāḥ; adhyakṣaṃ sarvabhūtānāṃ dhātāram akarot prabhuḥ

Nachdem er so die vier Stände hervorgebracht hatte, der Hochberühmte, setzte der Herr einen Aufseher aller Wesen ein, einen Ordner (Dhātṛ).

Wort für Wort
sa evaṃ caturo varṇān
er, so die vier Stände (Nom.Sg.; Adv.; Akk.Pl.)
samutpādya mahāyaśāḥ
hervorgebracht habend, der Hochberühmte (Abs.; Nom.Sg.)
adhyakṣaṃ sarvabhūtānāṃ
einen Aufseher aller Wesen (Akk.Sg.; Gen.Pl.)
dhātāram akarot prabhuḥ
einen Ordner machte [er] der Herr (Akk.Sg.; 3.Sg.Impf.; Nom.Sg.)

vedavidyāvidhātāraṃ brahmāṇam amitadyutim; bhūtamātṛgaṇādhyakṣaṃ virūpākṣaṃ ca so 'sṛjat; śāsitāraṃ ca pāpānāṃ pitṝṇāṃ samavartinam; asṛjat sarvabhūtātmā nidhipaṃ ca dhaneśvaram; yādasām asṛjan nāthaṃ varuṇaṃ ca jaleśvaram; vāsavaṃ sarvadevānām adhyakṣam akarot prabhuḥ

Brahmā, den Ordner der Veda-Wissenschaft, den von unermesslichem Glanz, und Virūpākṣa, den Aufseher über die Schar der Mutter-Wesen, schuf er; den Lenker der Bösen, den Yama (Samavartin) der Väter, und den Schatzhüter, den Herrn des Reichtums, schuf [er], das Selbst aller Wesen; ferner Varuṇa, den Herrn der Wasserwesen, den Gebieter der Gewässer; Vāsava [Indra] aber setzte der Herr als Aufseher über alle Götter ein.

Wort für Wort
vedavidyāvidhātāraṃ brahmāṇam amitadyutim
Brahmā, den Ordner der Veda-Wissenschaft, den unermesslich Glänzenden (Akk.Sg.)
bhūtamātṛgaṇādhyakṣaṃ virūpākṣaṃ ca so 'sṛjat
den Aufseher der Scharen der Wesen-Mütter, und Virūpākṣa schuf er (Akk.Sg.; 3.Sg.Impf.)
śāsitāraṃ ca pāpānāṃ pitṝṇāṃ samavartinam
und den Bändiger der Bösen, den gleichmäßig Richtenden der Väter (Akk.Sg.; Gen.Pl.)
asṛjat sarvabhūtātmā
schuf [er], das Selbst aller Wesen (3.Sg.Impf.; Nom.Sg.)
nidhipaṃ ca dhaneśvaram
und den Schatzhüter, den Herrn des Reichtums (Akk.Sg.)
yādasām asṛjan nāthaṃ varuṇaṃ ca jaleśvaram
der Wasserwesen Herrn schuf er und Varuṇa, den Herrn der Wasser (Gen.Pl.; 3.Sg.Impf.; Akk.Sg.)
vāsavaṃ sarvadevānām adhyakṣam akarot prabhuḥ
Vāsava zum Aufseher aller Götter machte der Herr (Akk.Sg.; Gen.Pl.; 3.Sg.Impf.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; die Zuordnung Virūpākṣa (Śiva? Aufseher der Mātṛ-Scharen) ist unsicher.

yāvad yāvad abhūc chraddhā dehaṃ dhārayituṃ nṛṇām; tāvat tāvad ajīvaṃs te nāsīd yamakṛtaṃ bhayam

Sooft und solange den Menschen der Glaube da war, den Körper zu erhalten, so lange lebten sie; eine von Yama gemachte Furcht gab es nicht.

Wort für Wort
yāvad yāvad abhūc chraddhā
sooft/soweit Glaube da war (Adv.; 3.Sg.Aor.; Nom.Sg.f.)
dehaṃ dhārayituṃ nṛṇām
den Körper zu erhalten, der Menschen (Akk.Sg.; Inf.; Gen.Pl.)
tāvat tāvad ajīvaṃs te
so lange lebten sie (Adv.; 3.Pl.Impf.)
nāsīd yamakṛtaṃ bhayam
es gab nicht Yama-gemachte Furcht (3.Sg.Impf.; Nom.Sg.n.)

na caiṣāṃ maithuno dharmo babhūva bharatarṣabha; saṃkalpād eva caiteṣām apatyam udapadyata

Und bei ihnen gab es nicht die Satzung der Paarung, o Stier der Bharatas; allein aus dem [bloßen] Entschluss entstand bei ihnen Nachkommenschaft.

Wort für Wort
na caiṣāṃ maithuno dharmo
und nicht bei ihnen der Paarungs-Brauch (Gen.Pl.; Nom.Sg.)
babhūva bharatarṣabha
war da, Stier der Bharatas (3.Sg.Perf.; Vok.)
saṃkalpād eva caiteṣām
allein durch den Entschluss/Willen und bei diesen (Abl.Sg.; Gen.Pl.)
apatyam udapadyata
Nachkommenschaft entstand (Nom.Sg.n.; 3.Sg.Impf.Med.)

tatra tretāyuge kāle saṃkalpāj jāyate prajā; na hy abhūn maithuno dharmas teṣām api janādhipa

Dort, im Zeitalter Tretā, wird Nachkommenschaft durch den [bloßen] Entschluss geboren; denn auch bei ihnen gab es nicht die Paarungs-Satzung, o Herr der Menschen.

Wort für Wort
tatra tretāyuge kāle
dort, im Tretā-Zeitalter, in der Zeit (Adv.; Lok.Sg.)
saṃkalpāj jāyate prajā
durch den Entschluss wird Nachkommenschaft geboren (Abl.Sg.; 3.Sg.Präs.Med.; Nom.Sg.f.)
na hy abhūn maithuno dharmas
denn nicht war der Paarungs-Brauch (3.Sg.Aor.; Nom.Sg.)
teṣām api janādhipa
auch bei ihnen, o Menschenherr (Gen.Pl.; Vok.)

Präsens jāyate neben abhūt im zweiten Halbvers; Tempus wie im Text belassen.

dvāpare maithuno dharmaḥ prajānām abhavan nṛpa; tathā kaliyuge rājan dvaṃdvam āpedire janāḥ

Im Dvāpara[-Zeitalter] wurde die Paarung zur Satzung der Geschöpfe, o König; ebenso gingen im Kaliyuga, o König, die Menschen ins Paar[-Sein] ein.

Wort für Wort
dvāpare maithuno dharmaḥ
im Dvāpara die Paarungs-Satzung (Lok.Sg.; Nom.Sg.)
prajānām abhavan nṛpa
wurde der Geschöpfe, o König (Gen.Pl.; 3.Pl.Impf.; Vok.)
tathā kaliyuge rājan
ebenso im Kaliyuga, o König (Adv.; Lok.Sg.; Vok.)
dvaṃdvam āpedire janāḥ
das Paar erlangten die Menschen (Akk.Sg.; 3.Pl.Perf.Med.; Nom.Pl.)

dvaṃdvam āpedire: wörtlich „erlangten das Paar“, d. h. Geschlechtspaarung.

eṣa bhūtapatis tāta svadhyakṣaś ca prakīrtitaḥ; niradhyakṣāṃs tu kaunteya kīrtayiṣyāmi tān api

Dies ist der Herr der Wesen, mein Lieber, [und] als einer mit eigenem Aufseher gepriesen; die aber ohne Aufseher, o Sohn der Kuntī, will ich [dir] verkünden, auch sie.

Wort für Wort
eṣa bhūtapatis tāta
dies ist der Herr der Wesen, Lieber (Nom.Sg.; Vok.)
svadhyakṣaś ca prakīrtitaḥ
und als mit eigenem Aufseher gepriesen (Nom.Sg.; Part.Perf.Pass.)
niradhyakṣāṃs tu kaunteya
die Aufseherlosen aber, Sohn der Kuntī (Akk.Pl.; Vok.)
kīrtayiṣyāmi tān api
will ich verkünden, auch sie (1.Sg.Fut.; Akk.Pl.)

dakṣiṇāpathajanmānaḥ sarve talavarāndhrakāḥ; utsāḥ pulindāḥ śabarāś cūcupā maṇḍapaiḥ saha

Im Süden Geborene, alle: die Talavaras, Āndhrakas, Utsas, Pulindas, Śabaras, Cūcupas nebst den Maṇḍapas.

Wort für Wort
dakṣiṇāpathajanmānaḥ sarve
im Südland Geborene, alle (Nom.Pl.)
talavarāndhrakāḥ
Talavaras [?] und Āndhrakas (Nom.Pl.)
utsāḥ pulindāḥ śabarāś
Utsas, Pulindas, Śabaras (Nom.Pl.)
cūcupā maṇḍapaiḥ saha
Cūcupas mit den Maṇḍapas (Nom.Pl.; Instr.Pl.; Präp.)

Namensreihe; talavarāndhrakāḥ evtl. als „Tala, Vara, Āndhrakas“ zu trennen [?].

uttarāpathajanmānaḥ kīrtayiṣyāmi tān api; yaunakāmbojagāndhārāḥ kirātā barbaraiḥ saha

Im Norden Geborene will ich [dir] verkünden, auch sie: die Yaunas, Kāmbojas, Gāndhāras, Kirātas nebst den Barbaras.

Wort für Wort
uttarāpathajanmānaḥ
im Nordland Geborene (Akk.Pl.)
kīrtayiṣyāmi tān api
will ich verkünden, auch sie (1.Sg.Fut.; Akk.Pl.)
yaunakāmbojagāndhārāḥ
Yaunas, Kāmbojas, Gāndhāras (Nom.Pl.)
kirātā barbaraiḥ saha
Kirātas mit den Barbaras (Nom.Pl.; Instr.Pl.; Präp.)

ete pāpakṛtas tāta caranti pṛthivīm imām; śvakākabalagṛdhrāṇāṃ sadharmāṇo narādhipa

Diese Übeltäter, Lieber, streifen auf dieser Erde umher, [als] Wesensgleiche von Hunden, Krähen, Bala[?] und Geiern, o Herrscher der Menschen.

Wort für Wort
ete pāpakṛtas tāta
diese Übeltäter, Lieber (Nom.Pl.; Vok.)
caranti pṛthivīm imām
wandeln auf dieser Erde (3.Pl.Präs.; Akk.Sg.)
śvakākabalagṛdhrāṇāṃ
der Hunde, Krähen, Bala[?], Geier (Gen.Pl.)
sadharmāṇo narādhipa
gleichen Wesens, o Menschenherr (Nom.Pl.; Vok.)

śvakākabalagṛdhrāṇām: bala- ist unklar (Tier oder Kraft?); Wiedergabe unsicher.

naite kṛtayuge tāta caranti pṛthivīm imām; tretāprabhṛti vartante te janā bharatarṣabha

Diese wandeln im Kṛtayuga nicht auf dieser Erde, Lieber; von der Tretā[-Zeit] an sind diese Leute da, o Stier der Bharatas.

Wort für Wort
naite kṛtayuge tāta
diese nicht im Kṛtayuga, Lieber (Nom.Pl.; Lok.Sg.; Vok.)
caranti pṛthivīm imām
wandeln auf dieser Erde (3.Pl.Präs.; Akk.Sg.)
tretāprabhṛti vartante
von Tretā an sind da (Adv.; 3.Pl.Präs.Med.)
te janā bharatarṣabha
diese Leute, Stier der Bharatas (Nom.Pl.; Vok.)

tatas tasmin mahāghore saṃdhyākāle yugāntike; rājānaḥ samasajjanta samāsādyetaretaram

Da, in jener überaus furchtbaren Dämmerungszeit am Ende des Yuga, gerieten die Könige aneinander, einander erreichend.

Wort für Wort
tatas tasmin mahāghore
dann in jener sehr furchtbaren (Adv.; Lok.Sg.)
saṃdhyākāle yugāntike
Dämmerungszeit am Ende des Yuga (Lok.Sg.)
rājānaḥ samasajjanta
die Könige gerieten aneinander (Nom.Pl.; 3.Pl.Impf.Med.)
samāsādyetaretaram
einander erreichend/angreifend (Abs.; Adv.)

aindraṃ rūpaṃ samāsthāya hy asurebhyaś caran mahīm; sa eva bhagavān devo veditvaṃ ca gatā mahī; evaṃbhūte bhūtasṛṣṭir nārasiṃhādayaḥ kramāt; prādurbhāvāḥ smṛtā viṣṇor jagatīrakṣaṇāya vai; eṣa kṛṣṇo mahāyogī tattatkāryānurūpaṇam; hiraṇyakaśipuṃ daityaṃ hiraṇyākṣaṃ tathaiva ca; rāvaṇaṃ ca mahādaityaṃ hatvāsau puruṣottamaḥ; bhūmer duḥkhopanāśārthaṃ brahmaśakrādibhiḥ stutaḥ; ātmano 'ṅgān mahātejā udbabarha janārdanaḥ; sitakṛṣṇau mahārāja keśau harir udāradhīḥ; vasudevasya devakyām eṣa jāta ihottamaḥ; dehavān iha viśvātmā saṃbandhī te janārdanaḥ; āvirbabhūva yogīndro manotīto jagatpatiḥ; acintyaḥ puruṣavyāghra naiva kevalamānuṣaḥ; avyaktādiviśeṣāntaṃ parīmāṇārthasaṃyutam; krīḍā harer idaṃ sarvaṃ kṣaram ity eva dhāryatām; akṣaraṃ tatparaṃ nityaṃ vairūpyaṃ jagato hareḥ; tad viddhi rūpam atulam amṛtatvaṃ bhavajjitam; tad eva kṛṣṇo dāśārhaḥ śrīmāñ śrīvatsalakṣaṇaḥ; na bhūtasṛṣṭisaṃsthānaṃ deho 'sya paramātmanaḥ; dehavān iha yo viṣṇur asau māyāmayo hariḥ; ātmano lokarakṣārthaṃ dhyāhi nityaṃ sanātanam; aṅgāni caturo vedā mīmāṃsā nyāyavistaraḥ; itihāsapurāṇāni dharmāḥ svāyaṃbhuvādayaḥ; ya enaṃ prativartante vedāntāni ca sarvaśaḥ; bhaktihīnā na tair yānti nityam enaṃ kathaṃ cana; sarvabhūteṣu bhūtātmā tattadbuddhiṃ samāsthitaḥ; tasmād buddhas tvam evainaṃ dhyāhi nityam atandritaḥ

In Indras Gestalt umherziehend auf der Erde, [gegen/vor] die Asuras [?] – eben dieser erhabene Gott; und die Erde ist zur Erkenntnis(-Fähigkeit) gelangt [?]. Wenn es so steht, [folgt] die Erschaffung der Wesen; die Erscheinungen, die Nṛsiṃha [Mannlöwe] usw., werden der Reihe nach als Viṣṇus [Erscheinungen] überliefert, zum Schutz der Welt. Dieser Kṛṣṇa, der große Yogin, [erscheint] jeweils der betreffenden Aufgabe angepasst [?]. Den Daitya Hiraṇyakaśipu und ebenso Hiraṇyākṣa und den großen Daitya Rāvaṇa erschlug dieser Höchste der Männer, von Brahmā, Śakra und anderen gepriesen zur Beseitigung des Leids der Erde. Aus seinen eigenen Gliedern zog der Hochglänzende, Janārdana, [hervor] ein weißes und ein schwarzes Haar, o Großkönig, Hari, der Hochgesinnte. Dieser Höchste ist hier als Sohn des Vasudeva von Devakī geboren; verkörpert ist hier das All-Selbst, dein Verwandter Janārdana; der Herr der Yogins, dem Denken entrückt, der Herr der Welt, ist [sichtbar] erschienen. Undenkbar, o Tigergleicher unter den Männern, ist er, keineswegs bloß ein Mensch. Vom Unmanifesten an bis zum Sonderdasein am Ende, verbunden mit maßhaltigen Dingen [?] – Haris Spiel ist dies alles; als „vergänglich“ nur möge man es auffassen. Das Unvergängliche, das darüber hinaus ist, ewig, [ist] die Andersgestaltigkeit der Welt Haris. Erkenne dies als die unvergleichliche Gestalt, die Unsterblichkeit, [das] das Werden Besiegende [?]. Eben dies ist Kṛṣṇa, der Dāśārha, der Glanzvolle, mit dem Śrīvatsa-Zeichen. Nicht in der Anordnung der Wesens-Schöpfung [besteht] der Körper dieses höchsten Selbst. Der hier verkörperte Viṣṇu, dieser Hari, ist aus Māyā gemacht. Meditiere ständig über den Ewigen, den Uralten, zum Schutz der Welt seiner selbst [?]. Die Glieder [des Veda], die vier Veden, die Mīmāṃsā, die Ausführung der Nyāya[-Lehre], Itihāsas und Purāṇas, die Satzungen des Svāyaṃbhuva und anderer, und die Vedānta[-Texte] allenthalben – [die,] die sich ihm zuwenden [?] – ohne Hingabe gelangen sie durch diese niemals irgendwie zu ihm. In allen Wesen hat das Selbst der Wesen die jeweilige Erkenntnis[-form] angenommen. Darum, du Erwachter, meditiere ständig unermüdlich über ihn.

Wort für Wort
aindraṃ rūpaṃ samāsthāya
Indras Gestalt angenommen habend (Akk.Sg.n.; Abs.)
hy asurebhyaś caran mahīm
ja, wegen/vor den Asuras die Erde durchziehend [?] (Abl./Dat.Pl.; Part.Präs.; Akk.Sg.)
sa eva bhagavān devo
eben dieser erhabene Gott (Nom.Sg.)
veditvaṃ ca gatā mahī
und die Erde ist zum Erkanntsein gelangt [?] (Nom.Sg.f.; Part.Perf.Pass.)
evaṃbhūte bhūtasṛṣṭir
wenn es so steht, die Wesens-Schöpfung (Lok.Abs.; Nom.Sg.f.)
nārasiṃhādayaḥ kramāt
Nṛsiṃha usw. der Reihe nach (Nom.Pl.; Abl.Sg.)
prādurbhāvāḥ smṛtā viṣṇor
Erscheinungen sind überliefert von Viṣṇu (Nom.Pl.; Part.Perf.Pass.; Gen.Sg.)
jagatīrakṣaṇāya vai
zum Schutz der Welt (Dat.Sg.)
eṣa kṛṣṇo mahāyogī
dieser Kṛṣṇa, der große Yogin (Nom.Sg.)
tattatkāryānurūpaṇam
der jeweiligen Aufgabe Anpassung [?] (Nom./Akk.Sg.n.)
hiraṇyakaśipuṃ daityaṃ hiraṇyākṣaṃ tathaiva ca
den Daitya Hiraṇyakaśipu und ebenso Hiraṇyākṣa (Akk.Sg.)
rāvaṇaṃ ca mahādaityaṃ hatvāsau puruṣottamaḥ
und den großen Daitya Rāvaṇa erschlagen habend, dieser Höchste der Männer (Akk.Sg.; Abs.; Nom.Sg.)
bhūmer duḥkhopanāśārthaṃ brahmaśakrādibhiḥ stutaḥ
zur Beseitigung des Leids der Erde, von Brahmā, Śakra usw. gepriesen (Gen.Sg.; Instr.Pl.; Part.Perf.Pass.)
ātmano 'ṅgān mahātejā udbabarha janārdanaḥ
aus seinen Gliedern zog der Hochglänzende Janārdana hervor (Abl.; Nom.Sg.; 3.Sg.Perf.)
sitakṛṣṇau mahārāja keśau harir udāradhīḥ
weiß und schwarz, o Großkönig, [zwei] Haare, Hari der Hochgesinnte (Akk.Du.; Vok.; Nom.Sg.)
vasudevasya devakyām eṣa jāta ihottamaḥ
von Vasudeva in Devakī ist dieser hier geboren, der Höchste (Gen.Sg.; Lok.Sg.; Part.Perf.Pass.)
dehavān iha viśvātmā saṃbandhī te janārdanaḥ
verkörpert hier das All-Selbst, dein Verwandter Janārdana (Nom.Sg.)
āvirbabhūva yogīndro manotīto jagatpatiḥ
trat hervor der Herr der Yogins, dem Denken entrückt, der Weltenherr (3.Sg.Perf.; Nom.Sg.)
acintyaḥ puruṣavyāghra naiva kevalamānuṣaḥ
undenkbar, Tiger unter den Männern, keineswegs bloß ein Mensch (Nom.Sg.; Vok.)
avyaktādiviśeṣāntaṃ parīmāṇārthasaṃyutam
vom Unmanifesten beginnend bis zum Sonderdasein, mit maßhaltigen Dingen verbunden [?] (Nom.Sg.n.)
krīḍā harer idaṃ sarvaṃ
Spiel Haris ist dies alles (Nom.Sg.f.; Gen.Sg.)
kṣaram ity eva dhāryatām
als „vergänglich“ nur möge es aufgefasst werden (Nom.Sg.n.; 3.Sg.Imp.Pass.)
akṣaraṃ tatparaṃ nityaṃ
das Unvergängliche, darüber hinaus, ewig (Nom.Sg.n.)
vairūpyaṃ jagato hareḥ
Andersgestaltigkeit der Welt Haris (Nom.Sg.n.; Gen.Sg.)
tad viddhi rūpam atulam
das erkenne als die unvergleichliche Gestalt (Imp.2.Sg.; Akk.Sg.n.)
amṛtatvaṃ bhavajjitam
Unsterblichkeit, das Werden Besiegende [?] (Akk.Sg.n.)
tad eva kṛṣṇo dāśārhaḥ
eben das ist Kṛṣṇa, der Dāśārha (Nom.Sg.)
śrīmāñ śrīvatsalakṣaṇaḥ
der Glanzvolle, das Śrīvatsa als Kennzeichen (Nom.Sg.)
na bhūtasṛṣṭisaṃsthānaṃ deho 'sya paramātmanaḥ
nicht [in] Wesensschöpfungs-Anordnung [ist] der Körper dieses höchsten Selbst (Nom.Sg.; Gen.Sg.)
dehavān iha yo viṣṇur asau māyāmayo hariḥ
der hier verkörperte Viṣṇu, dieser Hari, ist māyā-gemacht (Nom.Sg.)
ātmano lokarakṣārthaṃ dhyāhi nityaṃ sanātanam
seines Selbst zum Weltenschutz meditiere stets über den Uralten [?] (Gen.Sg.; Imp.2.Sg.; Akk.Sg.)
aṅgāni caturo vedā mīmāṃsā nyāyavistaraḥ
die Glieder, die vier Veden, Mīmāṃsā, Ausführung der Nyāya-Lehre (Nom.Pl.)
itihāsapurāṇāni dharmāḥ svāyaṃbhuvādayaḥ
Itihāsas, Purāṇas, Satzungen des Svāyaṃbhuva usw. (Nom.Pl.)
ya enaṃ prativartante vedāntāni ca sarvaśaḥ
die ihm zugewandt sind [?] und die Vedānta-Texte allenthalben (Nom.Pl.; 3.Pl.Präs.Med.)
bhaktihīnā na tair yānti nityam enaṃ kathaṃ cana
ohne Hingabe gelangen sie durch diese niemals irgendwie zu ihm (Nom.Pl.; 3.Pl.Präs.)
sarvabhūteṣu bhūtātmā tattadbuddhiṃ samāsthitaḥ
in allen Wesen das Wesens-Selbst, die jeweilige Erkenntnis angenommen habend (Lok.Pl.; Nom.Sg.; Part.Perf.)
tasmād buddhas tvam evainaṃ dhyāhi nityam atandritaḥ
darum, du Erwachter, meditiere über ihn stets unermüdlich (Nom.Sg.; Imp.2.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Stark verderbte, in sich nicht klar gegliederte Zusatzpassage (Halbverse teils syntaktisch unverbunden); veditvaṃ ca gatā mahī, tattatkāryānurūpaṇam, parīmāṇārthasaṃyutam, bhavajjitam und ātmano lokarakṣārtham sind unsicher.

evam eṣa kuruśreṣṭha prādurbhāvo mahātmanaḥ; devadevarṣir ācaṣṭa nāradaḥ sarvalokadṛk

So, du Bester der Kuru, [ist] diese Erscheinung des Hochgesinnten; [sie] verkündete der göttliche Seher Nārada, der Allwelten-Schauende.

Wort für Wort
evam eṣa kuruśreṣṭha
so [ist] dies, Bester der Kuru (Adv.; Nom.Sg.; Vok.)
prādurbhāvo mahātmanaḥ
die Erscheinung des Hochgesinnten (Nom.Sg.; Gen.Sg.)
devadevarṣir ācaṣṭa
der Götter-Seher verkündete (Nom.Sg.; 3.Sg.Impf.Med.)
nāradaḥ sarvalokadṛk
Nārada, der alle Welten Schauende (Nom.Sg.)

nārado 'py atha kṛṣṇasya paraṃ mene narādhipa; śāśvatatvaṃ mahābāho yathāvad bharatarṣabha

Auch Nārada hielt sodann das Höchste des Kṛṣṇa, o Herrscher der Menschen, für dessen Ewigkeit, o Armgewaltiger, der Wahrheit gemäß, o Stier der Bharatas.

Wort für Wort
nārado 'py atha kṛṣṇasya
auch Nārada sodann von Kṛṣṇa (Nom.Sg.; Gen.Sg.)
paraṃ mene narādhipa
das Höchste hielt er, o Menschenherr (Akk.Sg.n.; 3.Sg.Perf.Med.; Vok.)
śāśvatatvaṃ mahābāho
[die] Ewigkeit, Großarmiger (Akk.Sg.n.; Vok.)
yathāvad bharatarṣabha
der Wahrheit gemäß, Stier der Bharatas (Adv.; Vok.)

paraṃ mene ... śāśvatatvam: Konstruktion knapp; wörtlich etwa „hielt das Höchste [und] die Ewigkeit Kṛṣṇas [für wahr]“.

evam eṣa mahābāhuḥ keśavaḥ satyavikramaḥ; acintyaḥ puṇḍarīkākṣo naiṣa kevalamānuṣaḥ

So ist dieser Armgewaltige, Keśava, von wahrer Tapferkeit, undenkbar, lotusäugig; er ist nicht bloß ein Mensch.

Wort für Wort
evam eṣa mahābāhuḥ
so dieser Großarmige (Adv.; Nom.Sg.)
keśavaḥ satyavikramaḥ
Keśava, von wahrer Tapferkeit (Nom.Sg.)
acintyaḥ puṇḍarīkākṣo
undenkbar, lotusäugig (Nom.Sg.)
naiṣa kevalamānuṣaḥ
nicht dieser [ist] bloß ein Mensch (Nom.Sg.)

evaṃvidho 'sau puruṣaḥ ko vainaṃ vetti sarvadā; etat te kathitaṃ rājan bhūyaḥ śrotuṃ kim icchasi

Ein solcher ist dieser Puruṣa; wer kennt ihn je? Dies ist dir berichtet, o König; was willst du noch weiter hören?

Wort für Wort
evaṃvidho 'sau puruṣaḥ
von solcher Art ist jener Puruṣa (Nom.Sg.)
ko vainaṃ vetti sarvadā
oder wer kennt ihn je (Nom.Sg.; Akk.Sg.; 3.Sg.Präs.)
etat te kathitaṃ rājan
dies ist dir erzählt, o König (Nom.Sg.n.; Dat./Gen.; Part.Perf.Pass.; Vok.)
bhūyaḥ śrotuṃ kim icchasi
weiter zu hören, was wünschst du? (Adv.; Inf.; Akk.; 2.Sg.Präs.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

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