Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Śāntiparva

Kapitel 334: nārāyaṇīyākhyānasamāpti Abschluss der Nārāyaṇīya-Erzählung und Lobpreis Viṣṇus

Das Kapitel beschließt die Nārāyaṇīya-Episode des Śāntiparvan: Nārada kehrt in seine Einsiedelei zurück, Vaiśampāyana identifiziert Vyāsa als Nārāyaṇa und schließt seine Erzählung an König Janamejaya ab. Das Kapitel endet mit Segensversen zum Lobpreis Viṣṇu-Nārāyaṇas.

vaiśaṃpāyana uvāca; śrutvaitan nārado vākyaṃ naranārāyaṇeritam; atyantabhaktimān deve ekāntitvam upeyivān

Vaiśaṃpāyana sprach: Nachdem Nārada dieses von Nara und Nārāyaṇa gesprochene Wort gehört hatte, gelangte er, von äußerster Hingabe zum Gott erfüllt, zur ausschließlichen [Verehrung des Einen].

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca
Vaiśaṃpāyana sprach (Nom.Sg./3.Sg.Perf.)
śrutvā etat nārado vākyaṃ
nachdem Nārada dieses Wort gehört hatte (Ger./Akk.Sg./Nom.Sg./Akk.Sg.)
naranārāyaṇa-īritam
von Nara und Nārāyaṇa gesprochen (Akk.Sg. Ppp., Kompositum)
atyanta-bhaktimān deve
von äußerster Hingabe erfüllt, zum Gott (Nom.Sg./Lok.Sg.)
ekāntitvam upeyivān
gelangte zur Alleinverehrung (Akk.Sg./Nom.Sg.Perf.Part.)

proṣya varṣasahasraṃ tu naranārāyaṇāśrame; śrutvā bhagavadākhyānaṃ dṛṣṭvā ca harim avyayam; himavantaṃ jagāmāśu yatrāsya svaka āśramaḥ

Nachdem er aber tausend Jahre in der Einsiedelei von Nara und Nārāyaṇa verweilt, die Erzählung vom Erhabenen gehört und den unvergänglichen Hari gesehen hatte, eilte er schnell zum Himavat, wo seine eigene Einsiedelei war.

Wort für Wort
proṣya varṣasahasraṃ tu
nachdem er aber tausend Jahre verweilt hatte (Ger./Akk.Sg.)
naranārāyaṇāśrame
in der Einsiedelei von Nara und Nārāyaṇa (Lok.Sg.)
śrutvā bhagavadākhyānaṃ
nachdem er die Erzählung vom Erhabenen gehört hatte (Ger./Akk.Sg.)
dṛṣṭvā ca harim avyayam
und den unvergänglichen Hari gesehen hatte (Ger./Akk.Sg.)
himavantaṃ jagāma āśu
eilte schnell zum Himavat (Akk.Sg./3.Sg.Perf./Adv.)
yatra asya svaka āśramaḥ
wo seine eigene Einsiedelei war (Adv./Gen.Sg./Nom.Sg./Nom.Sg.)

tāv api khyātatapasau naranārāyaṇāv ṛṣī; tasminn evāśrame ramye tepatus tapa uttamam

Auch jene beiden Seher Nara und Nārāyaṇa, deren Askese berühmt war, übten eben in jener anmutigen Einsiedelei die höchste Askese.

Wort für Wort
tāv api khyātatapasau
auch jene beiden, deren Askese berühmt war (Nom.Dual)
naranārāyaṇāv ṛṣī
die Seher Nara und Nārāyaṇa (Nom.Dual)
tasminn eva āśrame ramye
eben in jener anmutigen Einsiedelei (Lok.Sg.)
tepatus tapa uttamam
übten die höchste Askese (3.Dual.Perf./Akk.Sg./Akk.Sg.)

tvam apy amitavikrāntaḥ pāṇḍavānāṃ kulodvahaḥ; pāvitātmādya saṃvṛttaḥ śrutvemām āditaḥ kathām

Auch du, von unermesslicher Kraft, Träger des Geschlechts der Pāṇḍavas, bist heute, nachdem du diese Erzählung von Anfang an gehört hast, geläuterten Geistes geworden.

Wort für Wort
tvam apy amitavikrāntaḥ
auch du, von unermesslicher Kraft (Nom.Sg.)
pāṇḍavānāṃ kulodvahaḥ
Träger des Geschlechts der Pāṇḍavas (Gen.Pl./Nom.Sg.)
pāvitātmādya saṃvṛttaḥ
bist heute geläuterten Geistes geworden (Nom.Sg./Adv./Nom.Sg.Perf.Part.)
śrutvemām āditaḥ kathām
nachdem du diese Erzählung von Anfang an gehört hast (Ger./Akk.Sg./Adv./Akk.Sg.)

naiva tasya paro loko nāyaṃ pārthivasattama; karmaṇā manasā vācā yo dviṣyād viṣṇum avyayam

Für ihn, bester der Könige, gibt es weder eine jenseitige Welt noch diese, der durch Tat, Gedanke oder Wort den unvergänglichen Viṣṇu haßt.

Wort für Wort
naiva tasya paro loko
für ihn gibt es fürwahr keine jenseitige Welt (Gen.Sg./Nom.Sg./Nom.Sg.)
nāyaṃ pārthivasattama
noch diese [Welt], bester der Könige (Nom.Sg./Vok.Sg.)
karmaṇā manasā vācā
durch Tat, Gedanke, Wort (Instr.Sg. x3)
yo dviṣyād
wer haßt (Nom.Sg./3.Sg.Opt.)
viṣṇum avyayam
den unvergänglichen Viṣṇu (Akk.Sg.)

majjanti pitaras tasya narake śāśvatīḥ samāḥ; yo dviṣyād vibudhaśreṣṭhaṃ devaṃ nārāyaṇaṃ harim

Dessen Ahnen versinken für ewige Jahre in der Hölle, der den besten der Götter, den Gott Nārāyaṇa Hari, haßt.

Wort für Wort
majjanti pitaras tasya
die Ahnen von ihm versinken (3.Pl.Präs./Nom.Pl./Gen.Sg.)
narake śāśvatīḥ samāḥ
in der Hölle für ewige Jahre (Lok.Sg./Akk.Pl.)
yo dviṣyād
wer haßt (Nom.Sg./3.Sg.Opt.)
vibudhaśreṣṭhaṃ devaṃ
den besten der Götter, den Gott (Akk.Sg.)
nārāyaṇaṃ harim
Nārāyaṇa, Hari (Akk.Sg.)

kathaṃ nāma bhaved dveṣya ātmā lokasya kasya cit; ātmā hi puruṣavyāghra jñeyo viṣṇur iti sthitiḥ

Wie könnte denn das Selbst irgendeines Weltenwesens verhaßt sein? Denn, Tiger unter den Männern, das Selbst ist als Viṣṇu zu erkennen — so ist die feststehende Lehre.

Wort für Wort
kathaṃ nāma bhaved dveṣya
wie könnte denn verhaßt sein (Adv./Partikel/3.Sg.Opt./Nom.Sg.)
ātmā lokasya kasya cit
das Selbst irgendeines Weltenwesens (Nom.Sg./Gen.Sg./Gen.Sg.)
ātmā hi puruṣavyāghra
denn das Selbst, Tiger unter den Männern (Nom.Sg./Vok.Sg.)
jñeyo viṣṇur iti sthitiḥ
ist als Viṣṇu zu erkennen — so die feststehende Lehre (Nom.Sg.Gerundivum/Nom.Sg./Partikel/Nom.Sg.)

ya eṣa gurur asmākam ṛṣir gandhavatīsutaḥ; tenaitat kathitaṃ tāta māhātmyaṃ paramātmanaḥ; tasmāc chrutaṃ mayā cedaṃ kathitaṃ ca tavānagha

Dieser unser Lehrer, der Seher, Sohn der Duftenden [Satyavatī], hat, mein Kind, dies verkündet: die Größe der höchsten Seele. Von ihm habe ich dies gehört und es dir mitgeteilt, du Makelloser.

Wort für Wort
ya eṣa gurur asmākam
dieser unser Lehrer (Nom.Sg./Nom.Sg./Gen.Pl.)
ṛṣir gandhavatīsutaḥ
der Seher, Sohn der Duftenden [Satyavatī] (Nom.Sg., Kompositum)
tenaitat kathitaṃ tāta
von ihm wurde dies verkündet, mein Kind (Instr.Sg./Nom.Sg./Nom.Sg.Ppp./Vok.Sg.)
māhātmyaṃ paramātmanaḥ
die Größe der höchsten Seele (Nom.Sg./Gen.Sg.)
tasmāc chrutaṃ mayā cedaṃ
davon wurde dies von mir gehört (Abl.Sg./Nom.Sg.Ppp./Instr.Sg./Nom.Sg.)
kathitaṃ ca tavānagha
und dir erzählt, du Makelloser (Nom.Sg.Ppp./Gen.Sg./Vok.Sg.)

„gandhavatīsutaḥ“ (Sohn der Duftenden) deute ich als Beiname des Vyāsa, Sohn der Satyavatī, die andernorts als „Yojanagandhā“ (die Meilenweit-Duftende) bezeichnet wird.

kṛṣṇadvaipāyanaṃ vyāsaṃ viddhi nārāyaṇaṃ prabhum; ko hy anyaḥ puruṣavyāghra mahābhāratakṛd bhavet; dharmān nānāvidhāṃś caiva ko brūyāt tam ṛte prabhum

Erkenne den Kṛṣṇadvaipāyana Vyāsa als den Herrn Nārāyaṇa. Denn wer anders, Tiger unter den Männern, könnte der Schöpfer des Mahābhārata sein? Und wer könnte die vielfältigen Rechtsregeln verkünden außer diesem Herrn?

Wort für Wort
kṛṣṇadvaipāyanaṃ vyāsaṃ
Kṛṣṇadvaipāyana Vyāsa (Akk.Sg.)
viddhi nārāyaṇaṃ prabhum
erkenne als den Herrn Nārāyaṇa (2.Sg.Imp./Akk.Sg./Akk.Sg.)
ko hy anyaḥ puruṣavyāghra
wer denn anders, Tiger unter den Männern (Nom.Sg./Vok.Sg.)
mahābhāratakṛd bhavet
könnte der Schöpfer des Mahābhārata sein (Nom.Sg./3.Sg.Opt.)
dharmān nānāvidhāṃś caiva
und die vielfältigen Rechtsregeln (Akk.Pl.)
ko brūyāt tam ṛte prabhum
wer könnte außer diesem Herrn verkünden (Nom.Sg./3.Sg.Opt./Akk.Sg./Postposition/Akk.Sg.)

vartatāṃ te mahāyajño yathā saṃkalpitas tvayā; saṃkalpitāśvamedhas tvaṃ śrutadharmaś ca tattvataḥ

Dein großes Opfer möge fortgehen, wie du es beschlossen hast, du, der das Roßopfer beschlossen hat und der die Lehre des Dharma der Wahrheit nach vernommen hat.

Wort für Wort
vartatāṃ te mahāyajño
es möge fortgehen dein großes Opfer (3.Sg.Imp./Gen.Sg./Nom.Sg.)
yathā saṃkalpitas tvayā
wie es von dir beschlossen wurde (Adv./Nom.Sg.Ppp./Instr.Sg.)
saṃkalpitāśvamedhas tvaṃ
du, der das Roßopfer beschlossen hat (Nom.Sg., Kompositum)
śrutadharmaś ca tattvataḥ
und der die Lehre der Wahrheit gemäß erkannt hat (Nom.Sg./Adv.)

etat tu mahad ākhyānaṃ śrutvā pārikṣito nṛpaḥ; tato yajñasamāptyarthaṃ kriyāḥ sarvāḥ samārabhat

Nachdem der König, der Sohn des Parikṣit, aber diese große Erzählung gehört hatte, begann er daraufhin, um das Opfer zu vollenden, alle Handlungen.

Wort für Wort
etat tu mahad ākhyānaṃ
aber diese große Erzählung (Akk.Sg. x3)
śrutvā pārikṣito nṛpaḥ
nachdem er gehört hatte, der König, Sohn des Parikṣit (Ger./Nom.Sg./Nom.Sg.)
tato yajñasamāptyarthaṃ
daraufhin, zum Zweck der Opfervollendung (Adv./Akk.Sg.)
kriyāḥ sarvāḥ samārabhat
begann alle Handlungen (Akk.Pl./Akk.Pl./3.Sg.Impf.)

nārāyaṇīyam ākhyānam etat te kathitaṃ mayā

Diese Erzählung von Nārāyaṇa wurde dir von mir erzählt.

Wort für Wort
nārāyaṇīyam ākhyānam
die Nārāyaṇīya-Erzählung (Nom.Sg.)
etat te kathitaṃ mayā
dies wurde dir von mir erzählt (Nom.Sg./Dat.Sg./Nom.Sg.Ppp./Instr.Sg.)

pṛṣṭena śaunakādyeha naimiṣāraṇyavāsiṣu

— von Śaunaka und den anderen [?] hier, unter den Bewohnern des Naimiṣa-Waldes, befragt —

Wort für Wort
pṛṣṭena
befragt (Instr.Sg.Ppp.)
śaunakādi
von Śaunaka und den anderen [?] (unklare Kasusform, Kompositum)
iha
hier (Adv.)
naimiṣāraṇyavāsiṣu
unter den Bewohnern des Naimiṣa-Waldes (Lok.Pl., Kompositum)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Nur teilweise überlieferter Einschub-Halbvers (Stern-Passage) ohne eigenes Verb; grammatisch schließt er an den vorangehenden bzw. folgenden Vers an und bezieht sich vermutlich auf den Erzähler, der im Naimiṣa-Wald befragt wurde. Die Kongruenz von „pṛṣṭena“ (Instr.Sg.) mit „śaunakādi“ ist unklar (episch freie Fügung oder Textverderbnis).

nāradena purā rājan gurave me niveditam; ṛṣīṇāṃ pāṇḍavānāṃ ca śṛṇvatoḥ kṛṣṇabhīṣmayoḥ

Von Nārada wurde dies einst, oh König, meinem Lehrer mitgeteilt, während die Seher und die Pāṇḍavas, Kṛṣṇa und Bhīṣma, zuhörten.

Wort für Wort
nāradena purā rājan
von Nārada einst, oh König (Instr.Sg./Adv./Vok.Sg.)
gurave me niveditam
meinem Lehrer mitgeteilt (Dat.Sg./Gen.Sg./Nom.Sg.Ppp.)
ṛṣīṇāṃ pāṇḍavānāṃ ca
der Seher und der Pāṇḍavas (Gen.Pl. x2)
śṛṇvatoḥ kṛṣṇabhīṣmayoḥ
während Kṛṣṇa und Bhīṣma zuhörten (Gen.Dual Part./Gen.Dual)

sa hi paramagurur bhuvanapatir; dharaṇidharaḥ śamaniyamanidhiḥ; śrutivinayanidhir dvijaparamahitas; tava bhavatu gatir harir amarahitaḥ

Denn er ist der höchste Lehrer, der Herr der Welt, der Träger der Erde, der Hort von Ruhe und Zucht, der Hort der [heiligen] Überlieferung und der Bescheidenheit, den Zweifachgeborenen höchst zugetan — Hari, der den Unsterblichen wohlgesinnt ist, möge dein Zufluchtsort sein!

Wort für Wort
sa hi paramagurur
denn er ist der höchste Lehrer (Nom.Sg. x2)
bhuvanapatir dharaṇidharaḥ
der Herr der Welt, der Träger der Erde (Nom.Sg. x2)
śamaniyamanidhiḥ
der Hort von Ruhe und Zucht (Nom.Sg., Kompositum)
śrutivinayanidhir
der Hort der [heiligen] Lehre und Bescheidenheit (Nom.Sg., Kompositum)
dvijaparamahitas
der den Zweifachgeborenen höchst zugetan ist (Nom.Sg., Kompositum)
tava bhavatu gatir
möge dein Zufluchtsort sein (Gen.Sg./3.Sg.Imp./Nom.Sg.)
harir amarahitaḥ
Hari, der den Unsterblichen wohlgesinnt ist (Nom.Sg. x2)

tapasāṃ nidhiḥ sumahatāṃ mahato; yaśasaś ca bhājanam ariṣṭakahā; ekāntināṃ śaraṇado 'bhayado; gatido 'stu vaḥ sa makhabhāgaharaḥ

Der Hort gewaltiger, überaus großer Askese-Leistungen, und das Gefäß des Ruhms, der Töter des [Dämons] Ariṣṭaka, der den ausschließlich Ergebenen Schutz und Furchtlosigkeit gewährt — er, der Empfänger des Opferanteils, möge euch das [rechte] Ziel gewähren!

Wort für Wort
tapasāṃ nidhiḥ sumahatāṃ mahato
der Hort gewaltiger, überaus großer Askese-Leistungen (Gen.Pl./Nom.Sg./Gen.Pl./Gen.Pl.)
yaśasaś ca bhājanam
und das Gefäß des Ruhms (Gen.Sg./Nom.Sg.)
ariṣṭakahā
der Töter des [Dämons] Ariṣṭaka [?] (Nom.Sg., Kompositum)
ekāntināṃ śaraṇado
der den Alleinergebenen Schutz gewährt (Gen.Pl./Nom.Sg.)
'bhayado
der Furchtlosigkeit gewährt (Nom.Sg.)
gatido 'stu vaḥ
er möge euch das Ziel gewähren (Nom.Sg./3.Sg.Imp./Dat.Pl.)
sa makhabhāgaharaḥ
er, der Empfänger des Opferanteils (Nom.Sg. x2)

„ariṣṭakahā“ als „Töter des Ariṣṭaka“ gedeutet (Bezug auf einen von Kṛṣṇa/Viṣṇu bezwungenen Dämon); die genaue Referenz bleibt unsicher.

triguṇātigaś catuṣpañcadharaḥ; pūrteṣṭayoś ca phalabhāgaharaḥ; vidadhāti nityam ajito 'tibalo; gatim ātmagāṃ sukṛtinām ṛṣiṇām

Der die drei Guṇas übersteigt, der die Vier und Fünf [?] trägt, und der Empfänger des Fruchtanteils von Opfer und Wohltätigkeit ist — der Unbesiegte, Überaus-Starke gewährt den tugendhaften Sehern beständig das zu ihm selbst führende Ziel.

Wort für Wort
triguṇātigaś
der die drei Guṇas übersteigt (Nom.Sg., Kompositum)
catuṣpañcadharaḥ
der die Vier und Fünf [?] trägt (Nom.Sg., Kompositum)
pūrteṣṭayoś ca phalabhāgaharaḥ
und der Empfänger des Fruchtanteils von Opfer und Wohltätigkeit (Gen.Dual/Nom.Sg.)
vidadhāti nityam
gewährt beständig (3.Sg.Präs./Adv.)
ajito 'tibalo
der Unbesiegte, der Überaus-Starke (Nom.Sg. x2)
gatim ātmagāṃ
das zum eigenen Selbst führende Ziel (Akk.Sg. x2)
sukṛtinām ṛṣiṇām
den tugendhaften Sehern (Gen.Pl. x2)

„catuṣpañcadharaḥ“ (der die Vier und Fünf trägt) bleibt unklar, welche vierer- und fünfer-Gruppen gemeint sind (evtl. Daseinsziele/Elemente); daher [?] markiert.

taṃ lokasākṣiṇam ajaṃ puruṣaṃ; ravivarṇam īśvaragatiṃ bahuśaḥ; praṇamadhvam ekamatayo yatayaḥ; salilodbhavo 'pi tam ṛṣiṃ praṇataḥ

Vor ihm, dem Zeugen der Welt, dem ungeborenen Urgeist, dem Sonnenfarbenen, dessen Gang der eines Herrschers ist [?], verneigt euch vielfach, ihr Asketen von einmütigem Sinn! Auch der aus dem Wasser Entstandene [Brahmā] hat sich vor diesem Seher verneigt.

Wort für Wort
taṃ lokasākṣiṇam ajaṃ puruṣaṃ
ihn, den Zeugen der Welt, den ungeborenen Urgeist (Akk.Sg. x4, teils Kompositum)
ravivarṇam īśvaragatiṃ
den Sonnenfarbenen, den mit dem Gang eines Herrschers [?] (Akk.Sg. x2)
bahuśaḥ praṇamadhvam
vielfach verneigt euch (Adv./2.Pl.Imp.)
ekamatayo yatayaḥ
ihr Asketen von einmütigem Sinn (Nom.Pl. x2)
salilodbhavo 'pi
auch der aus dem Wasser Entstandene [Brahmā] (Nom.Sg.)
tam ṛṣiṃ praṇataḥ
hat sich vor diesem Seher verneigt (Akk.Sg./Akk.Sg./Nom.Sg.Ppp.)

„īśvaragatim“ wörtlich „der den Gang/das Ziel eines Herrschers hat“; Sinn bleibt vage, daher [?].

sa hi lokayonir amṛtasya padaṃ; sūkṣmaṃ purāṇam acalaṃ paramam; tat sāṃkhyayogibhir udāradhṛtaṃ; buddhyā yatātmabhir viditaṃ satatam

Denn er ist der Ursprung der Welt, die Stätte der Unsterblichkeit, der Feine, Uralte, Unbewegliche, Höchste; dieser [Zustand] wird von den Sāṃkhya- und Yoga-Anhängern erhaben festgehalten, von denen, die durch den Verstand ihr Selbst gezügelt haben, beständig erkannt.

Wort für Wort
sa hi lokayonir
denn er ist der Ursprung der Welt (Nom.Sg. x2)
amṛtasya padaṃ
die Stätte der Unsterblichkeit (Gen.Sg./Nom.Sg.)
sūkṣmaṃ purāṇam acalaṃ paramam
der Feine, Uralte, Unbewegliche, Höchste (Nom.Sg. x4)
tat sāṃkhyayogibhir udāradhṛtaṃ
dieser wird von den Sāṃkhya- und Yoga-Anhängern erhaben festgehalten (Nom.Sg./Instr.Pl./Nom.Sg.Ppp.)
buddhyā yatātmabhir
durch den Verstand, von denen, die ihr Selbst gezügelt haben (Instr.Sg./Instr.Pl.)
viditaṃ satatam
beständig erkannt (Nom.Sg.Ppp./Adv.)

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