Kapitel 224: kālasaṃkhyā-sṛṣṭikrama
Zeitmaße, Weltzeitalter und die Stufen der Schöpfung
Bhīṣma gibt Yudhiṣṭhira auf dessen Fragen nach Anfang, Ende und Zeit der Wesen die Belehrung wieder, die Vyāsa seinem Sohn Śuka erteilte: Zeiteinteilung von Augenblick bis Brahmā-Tag, die vier Yugas und die Schöpfung aus dem Unentfalteten.
yudhiṣṭhira uvāca; ādyantaṃ sarvabhūtānāṃ śrotum icchāmi kaurava; dhyānaṃ karma ca kālaṃ ca tathaivāyur yuge yuge
Yudhiṣṭhira sprach: „Vom Anfang bis zum Ende aller Wesen möchte ich hören, o Kaurava: die Meditation, das Wirken und die Zeit sowie ebenso die Lebensdauer, Zeitalter für Zeitalter.
Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca
Yudhiṣṭhira sprach (Perf.)
ādyantaṃ sarvabhūtānāṃ
Anfang und Ende aller Wesen (Akk. Sg. n. / Gen. Pl.)
śrotum icchāmi kaurava
hören will ich, o Kaurava (Inf. / 1.Sg.Präs. / Vok.)
dhyānaṃ karma ca kālaṃ ca
Meditation, Wirken und Zeit (Akk. Sg.)
tathaiva āyur yuge yuge
ebenso die Lebensdauer, Zeitalter für Zeitalter (Akk. / Lok. distributiv)
bhedakaṃ bhedatattvaṃ ca tathānyeṣāṃ mataṃ tathā; avasthātritayaṃ caiva yādṛśaṃ ca pitāmaha
Den Spaltenden und das Wesen der Spaltung, ebenso die Lehrmeinung anderer, und die Dreiheit der Zustände, wie sie beschaffen ist, o Großvater [Anm.: Text der Zusatzpassage, Sinn teils unsicher].
Wort für Wort
bhedakaṃ bhedatattvaṃ ca
den Spaltenden und das Wesen der Spaltung (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. n.)
tathā anyeṣāṃ mataṃ tathā
ebenso die Lehrmeinung anderer (Gen. Pl. / Akk. Sg. n.)
avasthātritayaṃ ca eva
und die Dreiheit der Zustände (Akk. Sg. n., Kompositum)
yādṛśaṃ ca pitāmaha
und wie sie beschaffen ist, o Großvater (Akk. Sg. n. / Vok.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; Bezug von bhedaka und avasthātritaya unklar.
pūrvaṃ hi kathitaṃ śrutvā bhṛgubhāṣitam uttamam; bharadvājasya viprarṣes tato me buddhir uttamā
Denn nachdem ich das früher Berichtete gehört hatte, die höchste Rede des Bhṛgu an den Brahmanenseher Bharadvāja, ist mir daraufhin ein höchster Verstand
Nachdem er alle Veden samt ihren Gliedern und den Upaniṣaden gelernt hatte und, aus Einsicht in die Feinheit des Dharma, nach dem auf das Letzte gerichteten Handeln suchte,
Wort für Wort
adhītya vedān akhilān
gelernt habend die Veden, alle (Ger. / Akk. Pl.)
sāṅgopaniṣadaḥ tathā
samt Gliedern und Upaniṣaden ebenso (Akk. Pl., Kompositum)
anvicchan naiṣṭhikaṃ karma
suchend das auf das Letzte gerichtete Handeln (Part.Präs. / Akk. Sg.)
dharmanaipuṇadarśanāt
aus Einsicht in die Kunstfertigkeit des Dharma (Abl. Sg.)
jñānaṃ brahma ca yogaṃ ca gavātmakam idaṃ jagat; tritaye tv enam āyāti tathā hy eṣo 'pi vā punaḥ; kenaiva ca vibhāgaḥ syāt turīyo lakṣaṇair vinā; jñānajñeyāntare ko 'sau ko 'yaṃ bhāvas tu bhedavat; yaj jñānaṃ lakṣaṇaṃ caiva teṣāṃ kartāram eva ca
Wissen, Brahman und Yoga: „aus Kuh-Natur [?] ist diese Welt; in der Dreiheit gelangt dieses her, und ebenso dieser hier wiederum; wodurch aber soll es eine Unterscheidung geben, ein Viertes ohne Merkmale? Wer ist der zwischen Wissen und Wissbarem, und was ist dieses Sein, das gleichsam gespalten ist? Was das Wissen und ihr Merkmal ist und ihr Schöpfer eben.“ [Anm.: Text verderbt, Sinn unsicher]
Wort für Wort
jñānaṃ brahma ca yogaṃ ca
Wissen, Brahman und Yoga (Akk. Sg. n.)
gavātmakam idaṃ jagat
aus Kuh-Wesen [?] diese Welt (Nom. Sg. n.)
tritaye tu enam āyāti
in der Dreiheit aber kommt dieses her (Lok. / 3.Sg.Präs.)
tathā hi eṣaḥ api vā punaḥ
und so ja dieser auch oder wiederum (Adv.)
kena eva ca vibhāgaḥ syāt
wodurch aber Unterscheidung sein soll (Instr. / Nom. / 3.Sg.Opt.)
turīyaḥ lakṣaṇaiḥ vinā
ein Viertes ohne Merkmale (Nom. Sg. / Instr. Pl.)
jñānajñeyāntare kaḥ asau
wer ist der im Zwischenraum von Wissen und Wissbarem (Lok. Sg. / Nom.)
kaḥ ayaṃ bhāvaḥ tu bhedavat
was dieses Sein, gleichsam gespalten (Nom. / Adv.)
yat jñānaṃ lakṣaṇaṃ ca eva
was Wissen und Merkmal (Nom.-Akk. Sg. n.)
teṣāṃ kartāram eva ca
und ihren Schöpfer eben (Gen. Pl. / Akk. Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage, stark verderbt (gavātmaka, tritaye, Zuordnung der Fragen); Wiedergabe unsicher.
pṛcchatas tava satputra yathāvat kīrtayāmy aham; śṛṇuṣvāvahito bhūtvā yathāvṛtam idaṃ jagat; kāryādi kāraṇāntaṃ yat kāryāntaṃ kāraṇādikam; jñānaṃ tad ubhayaṃ vittvā satyaṃ ca paramaṃ śubham; brahmeti cābhivikhyātaṃ tad vai paśyanti sūrayaḥ; brahma tejomayaṃ bhūtaṃ bhūtakāraṇam adbhutam; āsīd ādau tatas tv āhuḥ prādhānyam iti tadvidaḥ; triguṇāṃ tāṃ mahāmāyāṃ vaiṣṇavīṃ prakṛtiṃ viduḥ; tad īdṛśam anādyantam avyaktam ajaraṃ dhruvam; apratarkyam avijñeyaṃ brahmāgre vikṛtaṃ ca tat; tad vai pradhānam uddiṣṭaṃ trisūkṣmaṃ triguṇātmakam; samyag yogaguṇaṃ svasthaṃ tad icchākṣobhitaṃ mahat; śaktitrayātmikā tasya prakṛtiḥ kāraṇātmikā; asvatantrā ca satataṃ vidadhiṣṭhānasaṃyutā; svabhāvākhyaṃ samāpannā mohavigrahadhāriṇī; vividhasyāsya jīvasya bhogārthaṃ samupāgatā; yathā saṃnidhimātreṇa gandhaḥ kṣobhāya jāyate; manas tadvad aśeṣasya parāt para iti smṛtaḥ; sṛṣṭvā praviśya tat tasmin kṣobhayām āsa viṣṭhitaḥ; sāttviko rājasaś caiva tāmasaś ca tridhā mahān; pradhānatattvād udbhūto mahattvāc ca mahān smṛtaḥ; pradhānatattvam udbhūtaṃ mahattattvaṃ samāvṛṇot; kālātmanābhibhūtaṃ tat kālo 'ṃśaḥ paramātmanaḥ; puruṣaś cāprameyātmā sa eva iti gīyate; triguṇo 'sau mahājñātaḥ pradhāna iti vai śrutiḥ; sāttviko rājasaś caiva tāmasaś ca tridhātmakaḥ; trividho 'yam ahaṃkāro mahattattvād ajāyata; tāmaso 'sāv ahaṃkāro bhūtādir iti saṃjñitaḥ; bhūtānām ādibhūtatvād raktāhis tāmasaḥ smṛtaḥ; bhūtādiḥ sa vikurvāṇaḥ śiṣṭaṃ tanmātrakaṃ tataḥ; sasarja śabdaṃ tanmātram ākāśaṃ śabdalakṣaṇam; śabdalakṣaṇam ākāśaṃ śabdatanmātram āvṛṇot; tena saṃpīḍyamānas tu sparśamātraṃ sasarja ha; śabdamātraṃ tadākāśaṃ sparśamātraṃ samāvṛṇot; sasarja vāyus tenāsau pīḍyamāna iti śrutiḥ; sparśamātraṃ tadā vāyū rūpamātraṃ samāvṛṇot; tena saṃpīḍyamānas tu sasarjāgnim iti śrutiḥ; rūpamātraṃ tato vahniṃ samutsṛjya samāvṛṇot; tena saṃpīḍyamānas tu rasamātraṃ sasarja ha; rūpamātragataṃ tejo rasamātraṃ samāvṛṇot; tena saṃpīḍyamānas tu sasarjāmbha iti śrutiḥ; rasamātrātmakaṃ bhūyo rasaṃ tanmātram āvṛṇot; tena saṃpīḍyamānas tu gandhaṃ tanmātrakaṃ tataḥ; sasarja gandhaṃ tanmātram āvṛṇot karakaṃ tathā; tena saṃpīḍyamānas tu kāṭhinyaṃ ca sasarja ha; pṛthivī jāyate tasmād gandhatanmātrajāt tathā; ammayaṃ sarvam evedam āpas tastambhire punaḥ; bhūtānīmāni jātāni pṛthivyādīni vai śrutiḥ; bhūtānāṃ mūrtir evaiṣām annaṃ caiṣāṃ matā budhaiḥ; tasmiṃs tasmiṃs tu tanmātrā tanmātrā iti te smṛtāḥ; taijasānīndriyāṇy āhur devā vaikārikā daśa; ekādaśaṃ manaś cātra devā vaikārikāḥ smṛtāḥ; eṣām uddhartakaḥ kālo nānābhedavad āsthitaḥ; paramātmā ca bhūtātmā guṇabhedena saṃsthitaḥ; eka eva tridhā bhinnaḥ karoti vividhāḥ kriyāḥ; brahmā sṛjati bhūtāni pāti nārāyaṇo 'vyayaḥ; rudro hanti jaganmūrtiḥ kāla eṣa kriyābudhaḥ; kālo 'pi tanmayo 'cintyas triguṇātmā sanātanaḥ; avyakto 'sāv acintyo 'sau vartate bhinnalakṣaṇaḥ; kālātmanā tv idaṃ bhinnam abhinnaṃ śrūyate hi yat
„Auf deine Frage, mein guter Sohn, will ich der Wahrheit gemäß berichten; höre aufmerksam, wie diese Welt beschaffen ist. Was von der Wirkung bis zur Ursache reicht und von der Ursache bis zur Wirkung: dieses beiderlei Wissen erkannt habend, und die höchste, heilvolle Wahrheit, die als Brahman gerühmt ist, sie schauen die Weisen. Brahman, lichtvoll geworden, das wunderbare Wesen, Ursache der Wesen, war am Anfang; danach nennen es die Kenner das Vorherrschende [prādhānya]. Als dreigunige große Māyā, als die zu Viṣṇu gehörige Urnatur kennt man sie. So ist dieses ohne Anfang und Ende, unentfaltet, ohne Alter, beständig, nicht durch Schlussfolgerung erfassbar, unerkennbar; als Brahman ist es am Anfang und doch verändert. Dies wird als das Pradhāna bezeichnet: dreifach fein, dreigunisch im Wesen, in rechtem Yoga-Zustand, in sich ruhend; durch Wunsch aufgewühlt wurde es zum Mahat [dem Großen]. Dreifach an Kraft ist seine Natur, dem Wesen nach Ursache, stets unselbständig und mit einem Lenker [?] verbunden; „Eigenwesen“ heißt sie, wenn sie es erlangt, die Gestalt der Verblendung tragend; zum Genuss dieses vielfältigen Lebewesens ist sie herangetreten. Wie durch bloße Nähe ein Duft zur Erregung entsteht, so, heißt es, ist das Denken [manas] des Ganzen ‚das Höhere als das Höhere‘. Nachdem er es erschaffen hatte und in es eingetreten war, erregte er es, im Inneren verweilend. Das Große ist dreifach: sattvisch, rajasisch und tamasisch; aus dem Pradhāna-Prinzip ist es hervorgegangen, und vom Mahat-Prinzip her gilt es als das Große. Das entstandene Pradhāna-Prinzip umhüllte das Mahat-Prinzip. Von der zeitlichen Natur überwältigt, [ist] dies: die Zeit ist ein Anteil des Höchsten Selbst; und der Puruṣa mit unermesslichem Selbst, er eben wird so besungen. Dieser Dreigunige, der Große, ist bekannt als das Pradhāna, so lautet die Überlieferung; sattvisch, rajasisch und tamasisch, dreifach im Wesen. Dieses dreifache Ichbewusstsein entstand aus dem Mahat-Prinzip. Das tamasische Ichbewusstsein heißt ‚Ursprung der Wesen‘ [bhūtādi]; weil es Ursprung der Wesen ist, gilt das Tamasische als die Rotschlange [?]. Jenes bhūtādi, sich verwandelnd, erschuf dann den Rest, das Feinelement: das Feinelement Klang, den Raum [ākāśa], dessen Merkmal der Klang ist. Der Raum, klangmerkmalig, umhüllte das Klang-Feinelement. Von diesem bedrängt, erschuf er wahrlich das bloße Berühren. Der Raum, bloßer Klang, umhüllte das bloße Berühren; er erschuf den Wind; wird er von diesem bedrängt, so die Überlieferung. Der Wind, dann bloßes Berühren, umhüllte das bloße Gestalt-Element; von diesem bedrängt, erschuf er das Feuer, so die Überlieferung. Das Feuer, dann das bloße Gestalt-Element ausgesandt, umhüllte es; von diesem bedrängt, erschuf es wahrlich das bloße Geschmack-Element. Das Licht [tejas], im bloßen Gestalt-Element enthalten, umhüllte das bloße Geschmack-Element; von diesem bedrängt, erschuf es das Wasser, so die Überlieferung. Wiederum umhüllte der Geschmack, im Wesen bloßer Geschmack, das Feinelement Geschmack; von diesem bedrängt, dann das Feinelement Geruch, erschuf er den Geruch, das Feinelement, und umhüllte [ihn], ebenso [den] Hagel [?]; von diesem bedrängt, erschuf er wahrlich auch die Härte. Daraus entsteht die Erde, aus dem Geruchs-Feinelement geboren; aus Wasser besteht all dies; die Wasser wurden wiederum fest. Diese Wesen sind entstanden, angefangen bei der Erde, so die Überlieferung. Die Gestalt dieser Wesen und ihre Nahrung, so gilt es den Weisen. In jedem von ihnen sind Feinelemente: ‚Tanmātra, Tanmātra‘ werden sie so genannt. Die Sinne, sagt man, sind lichthaft; die Götter, zehnfach, sind Umwandlungen; als elftes kommt hier das Denken hinzu; Götter, Umwandlungen, so gilt es. Der Zurückbringer dieser ist die Zeit, in mannigfaltiger Gespaltenheit bestehend; das Höchste Selbst und das Wesen-Selbst bestehen durch Unterschiede der Eigenschaften. Der Eine wird dreifach gespalten und vollbringt vielfältige Handlungen: Brahmā erschafft die Wesen, Nārāyaṇa, der Unvergängliche, bewahrt, Rudra, die Gestalt der Welt, tötet; dies ist die Zeit, die durch Handlungen erkannt wird. Auch die Zeit ist daraus gemacht, unfassbar, dreigunisch im Wesen, ewig; unentfaltet ist sie, unfassbar, sie besteht mit gesonderten Merkmalen. Durch die Zeit-Natur ist dieses gespalten, [zugleich] heißt es ja, es sei ungespalten.“
auf deine Frage, guter Sohn, wahrheitsgemäß erzähle ich (Gen. abs. / Vok. / 1.Sg.Präs.); höre aufmerksam geworden, wie diese Welt geworden ist (Imp. / Part. / Ger. / Akk.)
kāryādi kāraṇāntaṃ yat kāryāntaṃ kāraṇādikam; jñānaṃ tad ubhayaṃ vittvā satyaṃ ca paramaṃ śubham
was von der Wirkung bis zur Ursache, von der Wirkung als Ende bis zur Ursache als Anfang reicht (Nom. n., Komposita); Wissen, dies beiderlei erkannt habend, und die höchste heilvolle Wahrheit (Akk. / Ger.)
brahma iti ca abhivikhyātam; tad vai paśyanti sūrayaḥ
als Brahman gerühmt (Part.Pass. n.); das schauen wahrlich die Weisen (3.Pl.Präs. / Nom. Pl.)
Brahman, lichtvoll geworden, Ursache der Wesen, wunderbar (Nom. Sg. n.); war am Anfang; danach nennen es „Vorherrschaft“ die Kenner (Impf. / Perf. / Nom. Pl.)
jene dreigunige große Māyā, die zu Viṣṇu gehörige Urnatur kennt man (Akk. Sg. f. / 3.Pl.Perf.); dies so beschaffen: ohne Anfang und Ende, unentfaltet, alterslos, fest (Nom. Sg. n.)
apratarkyam avijñeyaṃ brahma agre vikṛtaṃ ca tat; tad vai pradhānam uddiṣṭaṃ trisūkṣmaṃ triguṇātmakam
unerschließbar, unerkennbar; Brahman, am Anfang und doch verändert (Adj. / Nom. / Part.Pass.); dies wird als Pradhāna bezeichnet, dreifach fein, dreigunisch im Wesen (Part.Pass. / Nom. Sg. n.)
samyag yogaguṇaṃ svasthaṃ tad icchākṣobhitaṃ mahat; śaktitrayātmikā tasya prakṛtiḥ kāraṇātmikā
in rechtem Yoga-Zustand, in sich ruhend, das, durch Wunsch aufgewühlt, das Große (Nom. / Part.Pass.); dreifach an Kraft ist seine Natur, ursächlich im Wesen (Nom. Sg. f.)
asvatantrā ca satataṃ vidadhiṣṭhānasaṃyutā; svabhāvākhyaṃ samāpannā mohavigrahadhāriṇī
und unselbständig, stets, mit einem [?] Sitz/Lenker verbunden (Nom. Sg. f.); „Eigenwesen“ genannt (Akk.), erlangt habend, die Gestalt der Verblendung tragend (Part.Pass. f. / Nom. f.)
vividhasya asya jīvasya bhogārthaṃ samupāgatā; yathā saṃnidhimātreṇa gandhaḥ kṣobhāya jāyate
zum Genuss dieses vielfältigen Lebewesens herangekommen (Gen. Sg. / Adv. / Part.Pass. f.); wie durch bloße Nähe ein Duft zur Erregung entsteht (Instr. / Nom. / Dat. / 3.Sg.Med.Präs.)
das Denken ebenso des Ganzen, „höher als das Höhere“, so gilt es (Nom. n. / Adv. / Abl.); erschaffen und eingetreten, erregte er dies darin, verweilend (Ger. / Perf.Periphr. / Part.Pass.)
sāttvikaḥ rājasaḥ ca eva tāmasaḥ ca tridhā mahān; pradhānatattvāt udbhūtaḥ mahattvāt ca mahān smṛtaḥ
sattvisch, rajasisch, tamasisch: dreifach das Große (Nom. Sg. m.); aus dem Pradhāna-Prinzip hervorgegangen, und vom Mahat-Sein her „groß“ genannt (Abl. / Part.Pass.)
pradhānatattvam udbhūtaṃ mahattattvaṃ samāvṛṇot; kālātmanā abhibhūtaṃ tat kālaḥ aṃśaḥ paramātmanaḥ
das hervorgegangene Pradhāna-Prinzip umhüllte das Mahat-Prinzip (Akk. / Impf.); von der Zeit-Natur überwältigt dies; die Zeit ist ein Teil des Höchsten Selbst (Instr. / Part.Pass. / Nom. / Gen.)
puruṣaḥ ca aprameyātmā saḥ eva iti gīyate; triguṇaḥ asau mahājñātaḥ pradhānaḥ iti vai śrutiḥ
und der Puruṣa mit unermesslichem Selbst, er eben, wird so besungen (Nom. / Pass.Präs.); dieser Dreigunige, hochbekannt, „Pradhāna“, so wahrlich die Überlieferung (Nom. / Nom. f.)
sāttvikaḥ rājasaḥ ca eva tāmasaḥ ca tridhātmakaḥ; trividhaḥ ayam ahaṃkāraḥ mahattattvāt ajāyata
sattvisch, rajasisch, tamasisch, dreifach im Wesen (Nom. Sg. m.); dreifach dieses Ichbewusstsein, aus dem Mahat-Prinzip entstand es (Nom. / Abl. / Impf.Med.)
das tamasische Ichbewusstsein, „Ursprung der Wesen“ genannt (Nom. / Part.Pass.); weil es Ursprung der Wesen ist, gilt das Tamasische als „Rotschlange“ [?] (Gen. Pl. / Abl. / Nom.)
jener bhūtādi, sich wandelnd, dann das Übrige, das Feinelement (Part.Med. / Akk. n.); erschuf das Klang-Feinelement, den Raum, klangmerkmalig (Perf. / Akk. Sg.)
śabdalakṣaṇam ākāśaṃ śabdatanmātram āvṛṇot; tena saṃpīḍyamānaḥ tu sparśamātraṃ sasarja ha
der klangmerkmalige Raum umhüllte das Klang-Feinelement (Impf.); von diesem bedrängt aber erschuf er bloßes Berühren fürwahr (Part.Pass.Präs. / Perf.)
der Raum, bloßer Klang, umhüllte damals das bloße Berühren (Impf.); er erschuf den Wind, von diesem bedrängt, so die Überlieferung (Perf. / Nom. / Part.)
sparśamātraṃ tadā vāyuḥ rūpamātraṃ samāvṛṇot; tena saṃpīḍyamānaḥ tu sasarja agnim iti śrutiḥ
der Wind, bloßes Berühren, umhüllte dann das bloße Gestalt-Element (Impf.); von diesem bedrängt erschuf er das Feuer, so die Überlieferung (Perf. / Akk.)
rūpamātraṃ tataḥ vahnim samutsṛjya samāvṛṇot; tena saṃpīḍyamānaḥ tu rasamātraṃ sasarja ha
das bloße Gestalt-Element, dann das Feuer ausgesandt habend, umhüllte er es (Ger. / Impf.); von diesem bedrängt erschuf er das bloße Geschmack-Element (Perf.)
rūpamātragataṃ tejaḥ rasamātraṃ samāvṛṇot; tena saṃpīḍyamānaḥ tu sasarja ambhaḥ iti śrutiḥ
das im Gestalt-Element enthaltene Licht umhüllte das Geschmack-Element (Part.Pass. / Nom. n. / Impf.); von diesem bedrängt erschuf es das Wasser, so die Überlieferung (Perf. / Akk.)
rasamātrātmakaṃ bhūyaḥ rasaṃ tanmātram āvṛṇot; tena saṃpīḍyamānaḥ tu gandhaṃ tanmātrakaṃ tataḥ
wiederum umhüllte der Geschmack, im Wesen bloßer Geschmack, das Feinelement (Nom. / Akk. / Impf.); von diesem bedrängt dann das Geruchs-Feinelement (Akk. Sg.)
sasarja gandhaṃ tanmātram āvṛṇot karakaṃ tathā; tena saṃpīḍyamānaḥ tu kāṭhinyaṃ ca sasarja ha
erschuf er den Geruch, das Feinelement, und umhüllte [ihn], ebenso karaka („Hagel“ [?]) (Perf. / Impf. / Akk.); von diesem bedrängt erschuf er auch die Härte (Akk. / Perf.)
die Erde entsteht daraus, geboren aus dem Geruchs-Feinelement, so (Nom. / 3.Sg.Med.Präs. / Abl.); aus Wasser bestehend ist all dies; die Wasser erstarrten wiederum (Nom. Sg. n. / Nom. Pl. / 3.Pl.Perf.Med.)
bhūtāni imāni jātāni pṛthivyādīni vai śrutiḥ; bhūtānāṃ mūrtiḥ eva eṣām annaṃ ca eṣāṃ matā budhaiḥ
diese Wesen sind entstanden, mit der Erde beginnend, so die Überlieferung (Nom. Pl. / Part.Pass.); die Gestalt dieser Wesen und ihre Nahrung, so gilt es den Weisen (Nom. f. / Nom. n. / Part.Pass. / Instr. Pl.)
tasmin tasmin tu tanmātrā tanmātrāḥ iti te smṛtāḥ; taijasāni indriyāṇi āhuḥ devāḥ vaikārikāḥ daśa
in jedem von ihnen Feinelement, „Tanmātra“ heißen sie so (Lok. distr. / Nom. Pl.); lichthaft nennt man die Sinne; die Götter, umwandlungsartig, zehn (Nom. Pl. / Perf.)
als elftes das Denken hier; Götter, umwandlungsartig, so gilt es (Nom. n. / Nom. Pl.); dieser Zurückholer ist die Zeit, in vielfältiger Spaltung bestehend (Nom. / Part.Pass.)
paramātmā ca bhūtātmā guṇabhedena saṃsthitaḥ; ekaḥ eva tridhā bhinnaḥ karoti vividhāḥ kriyāḥ
das Höchste Selbst und das Wesen-Selbst, durch Unterschiede der Eigenschaften bestehend (Nom. / Instr. / Part.Pass.); der Eine, dreifach gespalten, vollbringt vielfältige Handlungen (Nom. / Part.Pass. / 3.Sg.Präs. / Akk. Pl.)
Brahmā erschafft die Wesen, Nārāyaṇa der Unvergängliche schützt (3.Sg.Präs.); Rudra, die Gestalt der Welt, tötet; dies ist die Zeit, durch Handeln erkannt [?] (3.Sg.Präs. / Nom.)
auch die Zeit ist daraus gemacht, unfassbar, dreigunisch im Wesen, ewig (Nom. Sg. m.); unentfaltet dieser, unfassbar dieser, besteht mit gesonderten Merkmalen (3.Sg.Med.Präs. / Bahuvrīhi)
kālātmanā tu idaṃ bhinnam abhinnaṃ śrūyate hi yat
durch die Zeit-Natur ist dieses gespalten; ungespalten aber wird gehört, was … (Instr. / Part.Pass. / Pass.Präs.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Lange Zusatzpassage (star), sāṃkhya-artig; mehrere Stellen textlich unsicher (vidadhiṣṭhāna, raktāhi, karaka, kriyābudha, Schlusshalbvers). Die Wiedergabe folgt dem Wortlaut, nicht einer Deutungstradition.
Ohne Anfang und Ende, ungeboren, göttlich, alterslos, beständig, unvergänglich, nicht durch Schlussfolgerung erfassbar, unerkennbar: [so] war Brahman am Anfang zugegen.
Wort für Wort
anādyantam ajaṃ divyam
ohne Anfang und Ende, ungeboren, göttlich (Nom. Sg. n.)
Fünfzehn Augenblinzeln [nimeṣa] sind ein Kāṣṭhā; dreißig Kāṣṭhās soll man als eine Kalā rechnen; dreißig Kalās sollen ein Muhūrta sein, [dazu] ein Teil, der ein Zehntel einer Kalā sein mag [Anm.: Zahlenangabe des letzten Halbverses knapp].
Wort für Wort
kāṣṭhā nimeṣāḥ daśa pañca ca eva
ein Kāṣṭhā (sind) fünfzehn Augenblinzeln (Nom. Pl.)
triṃśat tu kāṣṭhāḥ gaṇayet kalāṃ tām
dreißig Kāṣṭhās soll man zählen als jene Kalā (Nom. / 3.Sg.Opt. / Akk.)
triṃśat kalāḥ ca api bhavet muhūrtaḥ
dreißig Kalās sollen auch ein Muhūrta sein (3.Sg.Opt.)
bhāgaḥ kalāyāḥ daśamaḥ ca yaḥ syāt
und der Teil, der ein Zehntel der Kalā sein mag (Nom. / Gen. / Ordinale / 3.Sg.Opt.)
Die Bezugsgröße des zuletzt genannten Zehntels ist nicht ganz eindeutig.
triṃśan muhūrtaś ca bhaved ahaś ca; rātriś ca saṃkhyā munibhiḥ praṇītā; māsaḥ smṛto rātryahanī ca triṃśat; saṃvatsaro dvādaśamāsa uktaḥ; saṃvatsaraṃ dve ayane vadanti; saṃkhyāvido dakṣiṇam uttaraṃ ca
Dreißig Muhūrtas sollen ein Tag sein, und [ebenso] die Nacht; so ist die Zählung von den Munis gelehrt. Ein Monat gilt als dreißig [Tage und] Nächte; ein Jahr wird als zwölfmonatig bezeichnet. Ein Jahr, sagen sie, hat zwei Wege, die Kundigen der Zählung: den südlichen und den nördlichen.
Wort für Wort
triṃśat muhūrtāḥ ca bhavet ahaḥ ca
dreißig Muhūrtas sollen ein Tag sein (Opt.)
rātriḥ ca saṃkhyā munibhiḥ praṇītā
und (so) die Nacht; die Zählung, von Munis gelehrt (Nom. f. / Instr. Pl. / Part.Pass.)
māsaḥ smṛtaḥ rātryahanī ca triṃśat
ein Monat gilt als dreißig Nächte und Tage (Nom. / Part. / Nom. Du.)
saṃvatsaraḥ dvādaśamāsaḥ uktaḥ
ein Jahr, zwölfmonatig genannt (Part.Pass.)
saṃvatsaraṃ dve ayane vadanti
ein Jahr, zwei Wege nennen sie (Akk. / Nom. Du. / 3.Pl.Präs.)
saṃkhyāvidaḥ dakṣiṇam uttaraṃ ca
die Zahlenkundigen: südlich und nördlich (Nom. Pl.)
Bei den Ahnen sind Tag und Nacht ein Monat; ihre Aufteilung wiederum: der dunkle [Halbmonat] ist der Tag für das Werktun, der helle die Nacht zum Schlaf.
Wort für Wort
pitrye rātryahanī māsaḥ
bei den Ahnen sind Nacht und Tag ein Monat (Lok. / Nom. Du.)
pravibhāgaḥ tayoḥ punaḥ
die Einteilung dieser beiden wiederum (Nom. / Gen. Du.)
kṛṣṇaḥ ahaḥ karmaceṣṭāyām
der dunkle [Halbmonat] ist Tag zum Werktätigsein (Nom. / Lok.)
ye te rātryahanī pūrve kīrtite daivalaukike; tayoḥ saṃkhyāya varṣāgraṃ brāhme vakṣyāmy ahaḥkṣape
Jene beiden, Nacht und Tag, die zuvor als göttlich [und] weltlich genannt wurden: nachdem ich beider Jahressumme berechnet habe, werde ich [nun] beim Tag und Ende [der Nacht] des Brahmā sprechen.
Wort für Wort
ye te rātryahanī pūrve kīrtite
jene beiden Nächte und Tage, zuvor genannt (Nom. Du. / Part.Pass.)
daivalaukike
göttlich und weltlich [?] (Nom. Du.)
tayoḥ saṃkhyāya varṣāgram
dieser beider nach Berechnung die Jahressumme (Gen. Du. / Ger. / Akk.)
brāhme vakṣyāmi ahaḥkṣape
beim Brahmā-Tag und dessen Ende will ich sprechen (Lok. / 1.Sg.Fut. / Lok.)
daivalaukike: Deutung als „göttlich und weltlich“ unsicher; wohl gemeint: „göttlich“ bzw. „bei den Göttern und in der Welt“.
Frei von Krankheit, mit allen erfüllten Zielen, vierhundert Jahre lebend [sind die Menschen] im Kṛta; in den mit Tretā beginnenden dieser [Zeitalter] nimmt das Alter fußweise ab.
Wort für Wort
arogāḥ sarvasiddhārthāḥ
krankheitsfrei, mit allen erreichten Zielen (Nom. Pl.)
caturvarṣaśatāyuṣaḥ
mit vierhundert Jahren Lebensdauer (Nom. Pl.)
kṛte tretādiṣu eteṣām
im Kṛta; in den mit Tretā beginnenden dieser (Lok.)
pādaśaḥ hrasate vayaḥ
fußweise nimmt ab das Lebensalter (Adv. / 3.Sg.Med.Präs. / Nom.)
Andere sind die Dharmas im Kṛta-Zeitalter, im Tretā andere, im Dvāpara wieder andere; andere sind die Dharmas im Kali-Zeitalter, wie nach [dem Maß der] Kraft gemacht.
Ebenso lang ist die Nacht des Brahmā. Zu Beginn [des Tages] [erschafft] der Herr die Welt; bei der Auflösung geht er in das Selbst ein, schläft und erwacht am Ende.
Wort für Wort
rātriḥ tāvat tithī brāhmī
die Nacht ebenso lang, die brahmische (Nom. f.)
tithī tadādau viśvam īśvaraḥ
(Tag) und Nacht [?]; dann am Anfang die Welt, der Herr (Akk. / Nom.)
pralaye adhyātmam āviśya
bei der Auflösung ins Innere/Selbst eingetreten (Lok. / Akk. / Ger.)
suptvā saḥ ante vibudhyate
geschlafen habend, erwacht er am Ende (Ger. / 3.Sg.Pass.-Med.Präs.)
tithī brāhmī: Text unsicher; tadādau viśvam īśvaraḥ hat kein Verb im Halbvers, „erschafft“ ist ergänzt.
sahasrayugaparyantam ahar yad brahmaṇo viduḥ; rātriṃ yugasahasrāntāṃ te 'horātravido janāḥ
Den Tag des Brahmā kennt man als bis zum Ende von tausend Yugas reichend, und die Nacht als am Ende von tausend Yugas endend; solche Menschen sind die Kenner von Tag und Nacht.
Wort für Wort
sahasrayugaparyantam ahaḥ yat brahmaṇaḥ viduḥ
der Tag, den sie als bis zu tausend Yugas reichend des Brahmā kennen (Nom. / Gen. / 3.Pl.Perf.)
Es überwältigte [alles] hier, ließ leuchtend sieben geistgeborene [Wesen] hervorgehen: weit gehend, vielfältig gehend, im Wesen Wunsch und Zweifel [?].
Wort für Wort
abhibhūya iha ca arciṣmat
überwältigt habend hier und flammend (Ger. / Adj.)
vyasṛjat sapta mānasān
ließ hervorgehen sieben geistgeborene (3.Sg.Impf. / Akk. Pl.)
dūragaṃ bahudhā āgāmi
weithin gehend, vielfach kommend (Adj.)
prārthanāsaṃśayātmakam
dessen Wesen Wunsch und Zweifel ist (Akk. n.)
Bezug von dūragam … prārthanāsaṃśayātmakam (wohl auf manas) unsicher; iha ca arciṣmat unklar.
vāyor api vikurvāṇāj jyotir bhūtaṃ tamonudam; rociṣṇu jāyate tatra tad rūpaguṇam ucyate
Auch aus dem sich wandelnden Wind entsteht das Licht-Element, das Dunkel vertreibend; leuchtend wird es dort geboren – man nennt es das, dessen Eigenschaft die Gestalt ist.
Wort für Wort
vāyor api vikurvāṇāt
auch aus dem Wind, der sich wandelt (Abl.; Part. Med.)
jyotir bhūtaṃ tamonudam
das Licht-Element, das Dunkel vertreibend (Nom. n., Kompositum/Adj.)
rociṣṇu jāyate tatra
leuchtend wird [es] dort geboren (Adj.; 3.Sg.Präs. Med.)
tad rūpaguṇam ucyate
das heißt ‚dessen Eigenschaft die Gestalt ist‘ (Bahuvrīhi; 3.Sg.Pass.)
Auch aus dem sich wandelnden Licht entstehen die Wasser, deren Wesen der Geschmack ist; aus den Wassern [entsteht] die Erde mit dem Geruch als Eigenschaft. Dies wird die frühere [Reihe der] Schöpfung genannt.
Wort für Wort
jyotiṣo 'pi vikurvāṇāt
auch aus dem sich wandelnden Licht (Abl.)
bhavanty āpo rasātmikāḥ
es entstehen die Wasser, deren Wesen Geschmack ist (3.Pl.Präs.; Nom.Pl.f.)
adbhyo gandhaguṇā bhūmiḥ
aus den Wassern die Erde, deren Eigenschaft der Geruch ist (Abl.Pl.; Nom.Sg.f.)
pūrvaiṣā sṛṣṭir ucyate
diese frühere Schöpfung wird genannt (Nom.Sg.f.; 3.Sg.Pass.)
guṇāḥ pūrvasya pūrvasya prāpnuvanty uttarottaram; teṣāṃ yāvat tithaṃ yad yat tat tat tāvad guṇaṃ smṛtam
Die Eigenschaften des jeweils Früheren gehen auf das jeweils Folgende über; von diesen gilt jedes so viel an Eigenschaften habend, wie seiner Stelle in der Reihe entspricht [?].
Wort für Wort
guṇāḥ pūrvasya pūrvasya
die Eigenschaften des jeweils Früheren (Nom.Pl.; Gen.Sg., distributiv)
prāpnuvanty uttarottaram
gehen über auf das jeweils Folgende (3.Pl.Präs.; Akk.Sg.n.)
teṣāṃ yāvat tithaṃ yad yat
von diesen, je nach der Stelle in der Reihe, was jeweils (Gen.Pl.; Adv.; Rel.)
tat tat tāvad guṇaṃ smṛtam
das ist entsprechend viele Eigenschaften habend überliefert (Adj.; Part.Pass.)
tithaṃ (‚soundsovielte Stelle‘) ist selten; Sinn: jedes Element hat so viele Eigenschaften, wie seine Ordnungsstelle (Raum 1, Wind 2, Licht 3, Wasser 4, Erde 5) angibt.
upalabhyāpsu ced gandhaṃ ke cid brūyur anaipuṇāt; pṛthivyām eva taṃ vidyād āpo vāyuṃ ca saṃśritam
Wenn manche aus Ungeschick im Wasser den Geruch wahrnehmen und [ihn dem Wasser zuschreiben], so soll man wissen: er gehört allein der Erde; Wasser und Wind haben bei ihr Zuflucht genommen [?].
Wort für Wort
upalabhyāpsu ced gandham
wenn man im Wasser Geruch wahrnimmt (Abs.; Lok.Pl.; Akk.)
ke cid brūyur anaipuṇāt
manche würden sagen aus Ungeschick (Opt.3.Pl.; Abl.)
pṛthivyām eva taṃ vidyāt
in der Erde allein soll man ihn [den Geruch] sehen (Lok.; Opt.3.Sg.)
āpo vāyuṃ ca saṃśritam
Wasser und Wind [sind] zu ihr gegangen/mit ihr verbunden (Nom.Pl.; Akk.; Part.Pass.)
Der Schlusspāda ist knapp; wohl: Wasser und Wind enthalten Erdanteile, daher der Geruch dort.
Diese sieben Puruṣas aber, jeder für sich von unterschiedlicher Kraft, vermochten die Geschöpfe nicht zu erschaffen, ohne sich allseits vereinigt zu haben.
Wort für Wort
ete tu sapta puruṣāḥ
diese sieben Puruṣas aber (Nom.Pl.m.)
nānāvīryāḥ pṛthak pṛthak
von verschiedener Kraft, jeder für sich (Bahuvrīhi; Adv.)
nāśaknuvan prajāḥ sraṣṭum
sie konnten die Geschöpfe nicht erschaffen (Impf.3.Pl.; Akk.; Inf.)
asamāgamya sarvataḥ
ohne sich vereinigt zu haben, allseits (Abs. mit a-privativum; Adv.)
lokān nadīḥ samudrāṃś ca diśaḥ śailān vanaspatīn; narakiṃnararakṣāṃsi vayaḥpaśumṛgoragān; avyayaṃ ca vyayaṃ caiva dvayaṃ sthāvarajaṅgamam
[Er erschafft] die Welten, Flüsse, Meere, Himmelsrichtungen, Berge und Bäume, Menschen, Kiṃnaras und Rākṣasas, Vögel, Vieh, Wild und Schlangen; sowohl das Unvergängliche als auch das Vergängliche – das Paar: das Unbewegte und das Bewegte.
Wort für Wort
lokān nadīḥ samudrāṃś ca
Welten, Flüsse und Meere (Akk.Pl.)
diśaḥ śailān vanaspatīn
Himmelsrichtungen, Berge, Bäume (Akk.Pl.)
narakiṃnararakṣāṃsi
Menschen, Kiṃnaras, Rākṣasas (Dvandva, Akk.Pl.)
vayaḥpaśumṛgoragān
Vögel, Vieh, Wild, Schlangen (Dvandva, Akk.Pl.)
avyayaṃ ca vyayaṃ caiva
sowohl Unvergängliches als auch Vergängliches (Akk.Sg.n.)
dvayaṃ sthāvarajaṅgamam
das Paar: Unbewegtes und Bewegtes (Akk.Sg.n.; Dvandva)
hiṃsrāhiṃsre mṛdukrūre dharmādharme ṛtānṛte; ato yan manyate dhātā tasmāt tat tasya rocate
Gewalttätig und gewaltlos, sanft und grausam, Recht und Unrecht, Wahrheit und Unwahrheit – was der Schöpfer daher im Sinn hat, das gefällt ihm deswegen.
Wort für Wort
hiṃsrāhiṃsre mṛdukrūre
gewalttätig und gewaltlos, sanft und grausam (Dvandva, Nom.Du.n.)
dharmādharme ṛtānṛte
Recht und Unrecht, Wahrheit und Unwahrheit (Dvandva, Nom.Du.n.)
ato yan manyate dhātā
was daher der Schöpfer meint/für richtig hält (Adv.; Rel.; 3.Sg.Präs.; Nom.)
tasmāt tat tasya rocate
deswegen gefällt ihm das (Abl.; Dat./Gen.; 3.Sg.Präs.)
mahābhūteṣu nānātvam indriyārtheṣu mūrtiṣu; viniyogaṃ ca bhūtānāṃ dhātaiva vidadhāty uta
Die Verschiedenheit in den großen Elementen, in den Sinnesobjekten und in den Gestalten und die Verteilung der Aufgaben der Wesen – das ordnet fürwahr allein der Schöpfer an.
Wort für Wort
mahābhūteṣu nānātvam
in den großen Elementen die Verschiedenheit (Lok.Pl.; Akk.Sg.n.)
indriyārtheṣu mūrtiṣu
in den Sinnesobjekten, in den Gestalten (Lok.Pl.)
viniyogaṃ ca bhūtānām
und die Zuweisung/Verwendung der Wesen (Akk.; Gen.Pl.)
dhātaiva vidadhāty uta
eben der Schöpfer ordnet an, fürwahr (Nom.; 3.Sg.Präs.; Partikel)
ke cit puruṣakāraṃ tu prāhuḥ karmavido janāḥ; daivam ity apare viprāḥ svabhāvaṃ bhūtacintakāḥ
Manche Leute, die das Handeln kennen, nennen das menschliche Tun; andere, Brahmanen, das Schicksal; [wieder andere,] die über die Wesen nachdenken, die Eigennatur.
Wort für Wort
ke cit puruṣakāraṃ tu prāhuḥ
manche nennen das menschliche Tun (Akk.; 3.Pl.Perf.)
karmavido janāḥ
Leute, die das Handeln kennen (Nom.Pl.)
daivam ity apare viprāḥ
‚Schicksal‘, [sagen] andere Brahmanen (Akk.; Nom.Pl.)
svabhāvaṃ bhūtacintakāḥ
die Eigennatur [sagen] die, die über die Wesen nachdenken (Akk.; Nom.Pl.)
pauruṣaṃ karma daivaṃ ca phalavṛttisvabhāvataḥ; traya ete 'pṛthagbhūtā navivekaṃ tu ke cana
Menschliches Werk, Schicksal und Eigennatur – nach der Art, wie die Frucht sich entfaltet: diese drei sind nicht voneinander getrennt geworden; manche aber [nehmen] keine Unterscheidung [an].
Wort für Wort
pauruṣaṃ karma daivaṃ ca
menschliches Werk und Schicksal (Nom.Sg.n.)
phalavṛttisvabhāvataḥ
nach der Natur der Fruchtentfaltung [?] (Tatpuruṣa + -tas)
traya ete 'pṛthagbhūtāḥ
diese drei sind ungetrennt geworden (Nom.Pl.; Part.)
na vivekaṃ tu ke cana
manche aber [machen] keine Unterscheidung (Akk.)
phalavṛttisvabhāvataḥ syntaktisch unsicher; Ergänzung eines Verbs im letzten Pāda.
evam etac ca naivaṃ ca yad bhūtaṃ sṛjate jagat; karmasthā viṣamaṃ brūyuḥ sattvasthāḥ samadarśinaḥ
So ist es, und so ist es nicht – [gesagt von dem,] was als Wesen die Welt erschafft; die im Handeln Verharrenden würden [es] ungleich darstellen, die in der Reinheit (sattva) Stehenden sind Gleichschauende.
Wort für Wort
evam etac ca naivaṃ ca
so ist dies, und so ist es nicht (Adv.)
yad bhūtaṃ sṛjate jagat
das Wesen, das die Welt erschafft (Rel.; 3.Sg.Präs. Med.)
karmasthā viṣamaṃ brūyuḥ
die im Handeln Stehenden würden Ungleiches sagen (Nom.Pl.; Opt.3.Pl.)
sattvasthāḥ samadarśinaḥ
die im Sattva Stehenden [sind] Gleichschauende (Nom.Pl.)
tapo niḥśreyasaṃ jantos tasya mūlaṃ damaḥ śamaḥ; tena sarvān avāpnoti yān kāmān manasecchati
Askese ist das höchste Heil des Lebewesens; ihre Wurzel sind Selbstbeherrschung und Ruhe; durch sie erlangt man alle Wünsche, die man im Geist begehrt.
Wort für Wort
tapo niḥśreyasaṃ jantoḥ
Askese ist das höchste Heil des Lebewesens (Nom.; Gen.)
tasya mūlaṃ damaḥ śamaḥ
ihre Wurzel [sind] Selbstbeherrschung und Ruhe (Nom.)
tena sarvān avāpnoti
durch sie erlangt man alle (Instr.; 3.Sg.Präs.)
yān kāmān manasecchati
die Wünsche, die man im Geist begehrt (Rel.; Akk.Pl.; Instr.; 3.Sg.Präs.)
Am Anfang [war sie] aus Veda bestehend, göttlich, [sie,] aus der alle Regungen [hervorgehen].
Wort für Wort
ādau vedamayī divyā
am Anfang, aus Veda bestehend, göttlich (Lok.; Nom.Sg.f.)
yataḥ sarvāḥ pravṛttayaḥ
von der [her] alle Tätigkeiten (Abl.-Adv.; Nom.Pl.f.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers; ‚Rede‘ (vāc) aus dem vorigen Vers als Bezugswort ergänzt.
nānārūpaṃ ca bhūtānāṃ karmaṇāṃ ca pravartanam; vedaśabdebhya evādau nirmimīte sa īśvaraḥ; nāmadheyāni carṣīṇāṃ yāś ca vedeṣu sṛṣṭayaḥ
Die vielfältige Gestalt der Wesen und das Ingangsetzen der Handlungen – aus den Veda-Worten formt er, der Herr, am Anfang [dies]; und die Namen der Seher und die Schöpfungen, die in den Veden [stehen].
Wort für Wort
nānārūpaṃ ca bhūtānām
und die mannigfache Gestalt der Wesen (Akk.; Gen.Pl.)
karmaṇāṃ ca pravartanam
und das Ingangsetzen der Handlungen (Gen.Pl.; Akk.)
vedaśabdebhya evādau
aus den Veda-Worten eben am Anfang (Abl.Pl.; Lok.)
nirmimīte sa īśvaraḥ
er, der Herr, formt/erschafft (3.Sg.Präs. Med.; Nom.)
nāmadheyāni carṣīṇām
und die Namen der Seher (Nom./Akk.Pl.n.; Gen.Pl.)
yāś ca vedeṣu sṛṣṭayaḥ
und die Schöpfungen in den Veden (Rel.; Lok.Pl.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers; der letzte Pāda wiederholt 224.056ab.
nāmabhedas tapaḥkarmayajñākhyā lokasiddhayaḥ; ātmasiddhis tu vedeṣu procyate daśabhiḥ kramaiḥ
Die Verschiedenheit der Namen [besteht in] den weltlichen Vollendungen, die als Askese, Werk und Opfer bezeichnet werden; die Vollendung des Selbst aber wird in den Veden in zehn Stufen gelehrt.
Wort für Wort
nāmabhedas tapaḥkarmayajñākhyāḥ
Namensverschiedenheit; als Askese, Werk, Opfer benannt (Nom.; Bahuvrīhi)
lokasiddhayaḥ
weltliche Vollendungen (Nom.Pl.f.)
ātmasiddhis tu vedeṣu
die Selbstvollendung aber in den Veden (Nom.; Lok.Pl.)
procyate daśabhiḥ kramaiḥ
wird gelehrt in zehn Stufen (3.Sg.Pass.; Instr.Pl.)
Diese aus dem Handeln geborene Getrenntheit ist mit Gegensatzpaaren verbunden [und gehört] dem Getrennten [?]; die erkannte Selbstvollendung aber lässt zumeist die [darin liegende] Macht hinter sich [?].
Wort für Wort
karmajo 'yaṃ pṛthagbhāvaḥ
diese aus Handeln geborene Getrenntheit (Nom.)
dvaṃdvayukto viyoginaḥ
mit Gegensatzpaaren verbunden, des Getrennten (Nom.; Gen.Sg.)
ātmasiddhis tu vijñātā
die Selbstvollendung aber, erkannt (Nom.f.; Part.Pass.)
jahāti prāyaśo balam
lässt zumeist die Kraft/Macht zurück (3.Sg.Präs.; Adv.; Akk.)
Der Text ist knapp und schwer bestimmbar (viyoginaḥ, balam).
ārambhayajñāḥ kṣatrasya haviryajñā viśas tathā; paricārayajñāḥ śūdrās tu tapoyajñā dvijātayaḥ
Für die Kṣatriyas [gelten] Unternehmungsopfer, ebenso für die Vaiśyas Opfergabenopfer; die Śūdras aber haben Dienstopfer, die Zweimalgeborenen Askeseopfer.
Wort für Wort
ārambhayajñāḥ kṣatrasya
Unternehmungsopfer [gehören] dem Kṣatra-Stand (Nom.Pl.; Gen.)
haviryajñā viśas tathā
Opfergabenopfer [gehören] ebenso den Vaiśyas (Nom.Pl.; Gen.)
paricārayajñāḥ śūdrās tu
Dienstopfer aber [haben] die Śūdras (Nom.Pl.)
tapoyajñā dvijātayaḥ
Askeseopfer [haben] die Zweimalgeborenen (Nom.Pl.)
Der Stand der Brahmanen ist als ‚Zweimalgeborene‘ gemeint; wörtlich kann dvijāti auch Kṣatriyas und Vaiśyas einschließen.
apṛthagdharmiṇo martyā ṛksāmāni yajūṃṣi ca; kāmyāṃ puṣṭiṃ pṛthag dṛṣṭvā tapobhis tapa eva ca
Die Sterblichen, die in ihren Pflichten nicht getrennt [waren], [nahmen] Ṛk-, Sāman- und Yajus-[Verse]; nachdem sie die wunschgeleitete Kräftigung als [je] verschieden gesehen hatten, [übten sie] durch Askesen eben Askese [?].
Wort für Wort
apṛthagdharmiṇo martyāḥ
die Sterblichen, die keine getrennten Pflichten hatten (Nom.Pl.)
ṛksāmāni yajūṃṣi ca
Ṛk-, Sāman- und Yajus-Verse (Nom./Akk.Pl.n.)
kāmyāṃ puṣṭiṃ pṛthag dṛṣṭvā
die wunschgeleitete Kräftigung als verschieden sehend (Akk.f.; Adv.; Abs.)
tapobhis tapa eva ca
durch Askesen und eben Askese (Instr.Pl.; Nom./Akk.)
Konstruktion unvollständig (Prädikat fehlt); Text möglicherweise verderbt.
tretāyāṃ saṃhatā hy ete yajñā varṇās tathaiva ca; saṃrodhād āyuṣas tv ete vyasyante dvāpare yuge
Im Tretā sind nämlich diese Opfer und ebenso die Stände vereint; durch die Beschränkung der Lebenszeit aber werden sie im Dvāpara-Zeitalter auseinandergerissen.
Wort für Wort
tretāyāṃ saṃhatā hy ete
im Tretā sind diese vereint (Lok.; Part.Pass.; Nom.Pl.)
yajñā varṇās tathaiva ca
Opfer und ebenso die Stände (Nom.Pl.)
saṃrodhād āyuṣas tv ete
durch Beschränkung der Lebenszeit aber diese (Abl.; Gen.)
vyasyante dvāpare yuge
werden auseinandergeworfen im Dvāpara-Zeitalter (3.Pl.Pass.; Lok.)
Die Veden werden im Kali-Zeitalter alle [teils] sichtbar und [teils] nicht sichtbar; es gehen zugrunde, samt den Opfern, die Dämme des Dharma, gänzlich.
Wort für Wort
dṛśyante nāpi dṛśyante
sie werden gesehen und werden auch nicht gesehen (3.Pl.Pass.)
vedāḥ kaliyuge 'khilāḥ
die Veden im Kali-Zeitalter, alle (Nom.Pl.; Lok.; Adj.)
Von Zeitalter zu Zeitalter, je nach dem Dharma, [in Verbindung mit] Adharma-Gelübden, werden die im eigenen Dharma stehenden Veda-Lehren je nach dem Zeitalter gewandelt [?].
Wort für Wort
adharmavratasaṃyogam
Verbindung mit Adharma-Gelübden (Akk.Sg., adverbial [?])
yathādharmaṃ yuge yuge
je nach dem Dharma, von Zeitalter zu Zeitalter (Adv.; Lok. distributiv)
vikriyante svadharmasthāḥ
werden gewandelt, im eigenen Dharma stehend (3.Pl.Pass.; Nom.Pl.)
vedavādā yathāyugam
die Veda-Lehren, je nach dem Zeitalter (Nom.Pl.; Adv.)
Erster Pāda syntaktisch dunkel; Wiedergabe unsicher.
Wie alle Wesen durch den Regen in der Regenzeit zahlreicher werden und, im Beweglichen [Lebendigen] befindlich, hervorgebracht werden, so [entstehen] die Dharmas von Zeitalter zu Zeitalter.
Wort für Wort
yathā viśvāni bhūtāni
wie alle Wesen (Adv.; Nom.Pl.n.)
vṛṣṭyā bhūyāṃsi prāvṛṣi
durch Regen zahlreicher, in der Regenzeit (Instr.; Komp.; Lok.)
sṛjyante jaṅgamasthāni
werden hervorgebracht, im Beweglichen befindlich (3.Pl.Pass.; Adj.)
tathā dharmā yuge yuge
so die Dharmas, von Zeitalter zu Zeitalter (Adv.; Nom.Pl.; Lok.)
yathartuṣv ṛtuliṅgāni nānārūpāṇi paryaye; dṛśyante tāni tāny eva tathā brahmāharātriṣu
Wie in den Jahreszeiten die Zeichen der Jahreszeit im Wechsel in mannigfachen Gestalten gesehen werden, immer wieder dieselben, so [ist es] in den Tagen und Nächten Brahmās.
Wort für Wort
yathartuṣv ṛtuliṅgāni
wie in den Jahreszeiten die Jahreszeit-Zeichen (Lok.Pl.; Nom.Pl.n.)
nānārūpāṇi paryaye
von mannigfacher Gestalt im Wechsel (Adj.; Lok.)
dṛśyante tāni tāny eva
werden gesehen eben dieselben (3.Pl.Pass.; Nom.Pl.n.)
Die Rückziehung aber will ich sagen, wenn zu Beginn der Nacht der Tag vergangen ist: wie der Herr dieses ganz feine Weltall ins Innere [Adhyātma] macht.
Wort für Wort
pratyāhāraṃ tu vakṣyāmi
die Rückziehung aber will ich sagen (Akk.; 1.Sg.Fut.)
śarvaryādau gate 'hani
zu Beginn der Nacht, wenn der Tag vergangen ist (Lok. absolutus)
yathedaṃ kurute 'dhyātmam
wie er dies zum Selbstbezogenen macht (Adv.; 3.Sg.Präs. Med.)