na dhanaṃ yajñaśīlānāṃ hāryaṃ devasvam eva tat; dasyūnāṃ niṣkriyāṇāṃ ca kṣatriyo hartum arhati
Der Besitz derer, die dem Opfer ergeben sind, darf nicht weggenommen werden; das ist Gottesgut. Den Räubern und den Untätigen [die keine Riten vollziehen] darf der Kṣatriya [ihn] wegnehmen.
Wort für Wort
na dhanaṃ yajñaśīlānāṃ
nicht der Besitz der dem Opfer Ergebenen (Nom./Gen.Pl.)
hāryaṃ devasvam eva tat
ist wegzunehmen; Götter-Eigentum fürwahr dieser (Gerundiv/Nom.Sg.n.)
dasyūnāṃ niṣkriyāṇāṃ ca
der Räuber und der Riten-Losen (Gen.Pl.)
kṣatriyo hartum arhati
der Kṣatriya darf wegnehmen (Nom.Sg./Inf./3.Sg.Präs.)
imāḥ prajāḥ kṣatriyāṇāṃ rakṣyāś cādyāś ca bhārata; dhanaṃ hi kṣatriyasyeha dvitīyasya na vidyate
Diese Geschöpfe sind von den Kṣatriyas zu beschützen und [auch] von ihnen zu nutzen, Bhārata; denn für den Kṣatriya gibt es hier in der Welt keinen zweiten Besitz [außer ihnen].
Wort für Wort
imāḥ prajāḥ
diese Geschöpfe/Untertanen (Nom.Pl.f.)
kṣatriyāṇāṃ rakṣyāḥ ca ādyāḥ ca
von den Kṣatriyas zu beschützen und zu nutzen (Gen.Pl./Gerundiv Nom.Pl.)
bhārata
Bhārata (Vok.Sg.)
dhanaṃ hi kṣatriyasya iha
denn Besitz für den Kṣatriya hier (Nom./Gen.Sg./Adv.)
dvitīyasya na vidyate
eines zweiten [Besitzes] gibt es nicht (Gen.Sg./3.Sg.Pass.)
„von ihnen zu nutzen“: ādya = zu verzehren/nutzen; Sinn: der Kṣatriya lebt von den Untertanen.
tad asya syād balārthaṃ vā dhanaṃ yajñārtham eva vā; abhogyā hy oṣadhīś chittvā bhogyā eva pacanty uta
Dieser Besitz soll ihm zur Stärkung des Heeres oder eben zum Opfer dienen; denn man schneidet die ungenießbaren Kräuter ab und kocht [nur] die genießbaren.
Wort für Wort
tad asya syāt
dieser (Besitz) soll ihm sein (Nom.Sg.n./Gen./3.Sg.Opt.)
balārthaṃ vā
zur Stärke (Kraft/Heer) oder (Adj.Nom.Sg.n.)
dhanaṃ yajñārtham eva vā
Besitz zum Opfer eben oder (Nom.Sg.n.)
abhogyāḥ hi oṣadhīḥ chittvā
denn ungenießbare Kräuter abgeschnitten habend (Akk.Pl.f./Abs.)
bhogyāḥ eva pacanti uta
nur genießbare kochen sie fürwahr (Akk.Pl./3.Pl.Präs.)
Bild: Wie man ungenießbare Pflanzen entfernt, um Genießbares zu kochen, so [entfernt der König Ungeeignetes]; Deutung der zweiten Hälfte unsicher.
yo vai na devān na pitṝn na martyān haviṣārcati; ānantikāṃ tāṃ dhanitām āhur vedavido janāḥ
Wer weder Götter noch Ahnen noch Sterbliche mit Opfergabe ehrt, dessen Besitzstand nennen die Veda-Kundigen „ānantika“ [endlos/dem Verderben verfallen [?]].
Wort für Wort
yo vai na devān na pitṝn na martyān
wer fürwahr weder Götter noch Ahnen noch Sterbliche (Nom.Sg./Akk.Pl.)
haviṣā arcati
mit Opfergabe ehrt (Instr.Sg./3.Sg.Präs.)
ānantikāṃ tāṃ dhanitām
„ānantika“ diesen Besitzstand (Akk.Sg.f.)
āhur vedavido janāḥ
nennen die Veda-Kundigen, die Leute (3.Pl.Perf./Nom.Pl.)
ānantikā unsicher: „unendlich/endlos“ oder „auf das Ende zielend (Verderben)“.
haret tad draviṇaṃ rājan dhārmikaḥ pṛthivīpatiḥ; na hi tat prīṇayel lokān na kośaṃ tadvidhaṃ nṛpaḥ
Diesen Reichtum, König, möge der pflichtgetreue Herr der Erde nehmen; denn er würde damit weder die Welten [Menschen] erfreuen, noch [nützte] eine derartige Schatzkammer dem König [?].
Wort für Wort
haret tad draviṇaṃ rājan
er möge nehmen diesen Reichtum, König (3.Sg.Opt./Akk./Vok.)
dhārmikaḥ pṛthivīpatiḥ
der gerechte Herr der Erde (Nom.Sg.)
na hi tat prīṇayet lokān
denn nicht würde dies die Welten erfreuen (3.Sg.Opt.Kaus./Akk.Pl.)
na kośaṃ tadvidhaṃ nṛpaḥ
nicht [erfreuen/füllen] eine solche Schatzkammer, der König (Akk.Sg./Nom.Sg.) [?]
Zweite Hälfte syntaktisch unsicher (tadvidhaṃ auf kośaṃ oder dravinaṃ bezogen).
Manche Wesen entstehen aus Keimen [sprossen], „passend redend“, wie es gerade kommt [?]; sie entstehen aus dem Unerwünschten, [und] so breitet sich das Nicht-Opfer aus.
Wort für Wort
audbhijjāḥ jantavaḥ ke cit
aus Keimen entstandene Wesen, einige (Nom.Pl.)
yuktavācaḥ yathā tathā
passend redend, wie es eben [kommt] (Nom.Pl./Adv.) [?]
aniṣṭataḥ saṃbhavanti
aus dem Unerwünschten entstehen sie (Abl.-Adv./3.Pl.Präs.)
tathā ayajñaḥ pratāyate
so das Nicht-Opfer breitet sich aus (Nom.Sg./3.Sg.Pass.)
Wie [es bei] Bremse und Mücke, [und] wie bei Ei[-geborener] Ameise [ist]: Eben diese Lebensweise gilt für die Opferlosen, so wird [ihr] Recht festgesetzt.
Wort für Wort
yathā eva daṃśamaśakam
wie eben Bremse und Mücke (Nom.Sg.n. Dvandva)
yathā ca aṇḍapipīlikam
und wie Eier-Ameise (Nom.Sg.n.)
sā eva vṛttiḥ ayajñeṣu
eben diese Lebensweise bei den Opferlosen (Nom.Sg.f./Lok.Pl.)
tathā dharmaḥ vidhīyate
so wird das Recht festgesetzt (Nom.Sg./3.Sg.Pass.)
„daṃśamaśaka“: Bremse und Mücke; Sinn der Analogie unsicher.