Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Śāntiparva

Kapitel 204: avyaktakāraṇacakra Vom Unmanifesten, dem Rad der Ursachen und der Lösung des Selbst

Der Lehrer unterweist den Schüler im Mokṣadharma: Die Wesen entstehen aus dem Unmanifesten und wirken als Rad, das der Kṣetrajña lenkt; wer die Unterscheidung von Kṣetra und Kṣetrajña übt, wird nicht mehr gebunden.

gurur uvāca; caturvidhāni bhūtāni sthāvarāṇi carāṇi ca; avyaktaprabhavāny āhur avyaktanidhanāni ca; avyaktanidhanaṃ vidyād avyaktātmātmakaṃ manaḥ

Der Lehrer sprach: Vierfach sind die Wesen, die unbewegten und die bewegten; aus dem Unmanifesten entstehend, sagt man, und im Unmanifesten endend. Als im Unmanifesten endend wisse den Geist (manas), dessen Wesen das Unmanifeste ist.

Wort für Wort
gurur uvāca
der Lehrer sprach (Perf. 3.Sg.)
caturvidhāni bhūtāni
vierfach die Wesen (Nom.Pl.n.)
sthāvarāṇi carāṇi ca
die Unbewegten und Bewegten (Nom.Pl.n.)
avyaktaprabhavāny āhur
aus dem Unmanifesten entstehend, sagt man (Bahuvrīhi; 3.Pl.Perf.)
avyaktanidhanāni ca
und im Unmanifesten endend (Nom.Pl.n.)
avyaktanidhanaṃ vidyād
als im Unmanifesten endend wisse (Akk.; 3.Sg.Pot.)
avyaktātmātmakaṃ manaḥ
den Geist, dessen Wesen das Unmanifeste ist (Akk.Sg.n.)

yathāśvatthakaṇīkāyām antarbhūto mahādrumaḥ; niṣpanno dṛśyate vyaktam avyaktāt saṃbhavas tathā

Wie im Samenkorn des Aśvattha der große Baum eingeschlossen ist und [dann] entfaltet als Manifestes erscheint, so ist der Ursprung aus dem Unmanifesten.

Wort für Wort
yathāśvatthakaṇīkāyām
wie im Korn des Aśvattha (Lok.Sg.)
antarbhūto mahādrumaḥ
der große Baum darin eingeschlossen (Nom.Sg.m.)
niṣpanno dṛśyate vyaktam
hervorgebracht wird er als Manifestes gesehen (Part.; Pass.3.Sg.)
avyaktāt saṃbhavas tathā
so der Ursprung aus dem Unmanifesten (Abl.; Nom.Sg.m.)

ātmānam anusaṃyāti buddhir avyaktajā tathā; tām anveti mano yadval lohavarmaṇi saṃnidhau

Die aus dem Unmanifesten geborene Einsicht (buddhi) folgt dem Selbst; ihr folgt der Geist, wie [Eisen] in der Nähe [eines Magneten?] beim Eisenpanzer [?].

Wort für Wort
ātmānam anusaṃyāti
dem Selbst folgt sie (Akk.; 3.Sg.Präs.)
buddhir avyaktajā tathā
die Einsicht, aus dem Unmanifesten geboren, ebenso (Nom.Sg.f.)
tām anveti mano
ihr folgt der Geist (Akk.; 3.Sg.Präs.)
yadval lohavarmaṇi saṃnidhau
wie beim Eisenpanzer in der Nähe (Lok.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers; letzter Pāda (lohavarmaṇi) unklar, Vergleich vermutlich mit Eisen und Magnet (vgl. Vers 4).

abhidravaty ayaskāntamayo niścetanāv ubhau; svabhāvahetujā bhāvā yadvad anyad apīdṛśam

Der magnetartige [Stein] eilt hin [zum Eisen]; beide sind unbeseelt. So [verhalten sich] die aus dem Eigenwesen als Ursache geborenen Zustände, und auch anderes von dieser Art.

Wort für Wort
abhidravaty ayaskāntamayo
es eilt hin, aus Magnet bestehend (3.Sg.Präs.; Nom.Sg.m.)
niścetanāv ubhau
beide unbeseelt (Nom.Du.)
svabhāvahetujā bhāvā
die aus dem Eigenwesen als Ursache geborenen Zustände (Nom.Pl.m.)
yadvad anyad apīdṛśam
wie auch anderes von solcher Art (Nom.Sg.n.)

tadvad avyaktajā bhāvāḥ kartuḥ kāraṇalakṣaṇāḥ; acetanāś cetayituḥ kāraṇād abhisaṃhitāḥ

Ebenso haben die aus dem Unmanifesten geborenen Zustände das Wirkende als Ursachenmerkmal; unbeseelt, sind sie vom Beseelenden her als Ursache verbunden.

Wort für Wort
tadvad avyaktajā bhāvāḥ
ebenso die aus dem Unmanifesten geborenen Zustände (Nom.Pl.m.)
kartuḥ kāraṇalakṣaṇāḥ
des Handelnden Ursachenmerkmale tragend (Gen.Sg.; Bahuvrīhi)
acetanāś cetayituḥ
unbeseelt, des Beseelenden (Nom.Pl.; Gen.Sg.)
kāraṇād abhisaṃhitāḥ
aus der Ursache heraus verbunden (Abl.; Part.Nom.Pl.)

na bhūḥ khaṃ dyaur na bhūtāni narṣayo na surāsurāḥ; nānyad āsīd ṛte jīvam āsedur na tu saṃhitam

Nicht Erde, nicht Raum, nicht Himmel, nicht die Wesen, nicht Seher, weder Götter noch Asuras: nichts anderes war außer dem Lebewesen (jīva); sie gelangten nicht [zum Dasein] ohne Verbindung [?].

Wort für Wort
na bhūḥ khaṃ dyaur
nicht Erde, Raum, Himmel (Nom.Sg.)
na bhūtāni narṣayo
nicht Wesen, nicht Seher (Nom.Pl.)
na surāsurāḥ
nicht Götter und Asuras (Nom.Pl.m.)
nānyad āsīd ṛte jīvam
nichts anderes war außer dem Lebewesen (Impf.3.Sg.; Akk.)
āsedur na tu saṃhitam
sie erlangten nicht, doch ohne Verbindung [?] (Perf.3.Pl.; Part.Akk.n.)

Letzter Pāda syntaktisch unsicher.

sarvanītyā sarvagataṃ manohetu salakṣaṇam; ajñānakarma nirdiṣṭam etat kāraṇalakṣaṇam

Auf jede Weise alles durchdringend, den Geist zur Ursache habend, mit Merkmalen versehen, als Handeln aus Unwissen bezeichnet: dies ist das Kennzeichen der Ursache.

Wort für Wort
sarvanītyā sarvagataṃ
auf jede Weise, alles durchdringend (Instr.; Akk./Nom.n.)
manohetu salakṣaṇam
den Geist als Ursache habend, mit Merkmal (Bahuvrīhi)
ajñānakarma nirdiṣṭam
Handeln aus Unwissen, bezeichnet (Part.Nom.n.)
etat kāraṇalakṣaṇam
dies ist das Ursachenmerkmal (Nom.Sg.n.)

tat kāraṇair hi saṃyuktaṃ kāryasaṃgrahakārakam; yenaitad vartate cakram anādinidhanaṃ mahat

Dies ist mit den Ursachen verbunden und bewirkt das Zusammenfassen der Wirkungen; durch es dreht sich dieses große Rad ohne Anfang und Ende.

Wort für Wort
tat kāraṇair hi saṃyuktaṃ
das ist mit den Ursachen verbunden (Instr.Pl.; Part.Nom.n.)
kāryasaṃgrahakārakam
das Zusammenfassen der Wirkungen bewirkend (Nom.Sg.n.)
yenaitad vartate cakram
wodurch dieses Rad sich dreht (Instr.; 3.Sg.Präs.Med.)
anādinidhanaṃ mahat
ohne Anfang und Ende, groß (Nom.Sg.n.)

yena svabhāvasadbhāvaṃ hetubhūtā sakāraṇā; evaṃ prākṛtavistāro hy āśritya puruṣaṃ param

Wodurch das Sein des Eigenwesens [?], [bzw. die] zu Ursachen gewordenen samt ihren Gründen [?]; so ist die Ausbreitung der Natur, die den höchsten Puruṣa zur Stütze hat.

Wort für Wort
yena svabhāvasadbhāvaṃ
wodurch das Dasein des Eigenwesens [?] (Instr.; Akk.)
hetubhūtā sakāraṇā
zu Ursachen geworden, mit Gründen [?] (Nom.Sg.f.)
evaṃ prākṛtavistāro
so die Ausbreitung des Naturhaften (Nom.Sg.m.)
hy āśritya puruṣaṃ param
denn den höchsten Puruṣa als Stütze nehmend (Abs.; Akk.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers, Text vermutlich verderbt (Grammatik der ersten Hälfte unklar).

avyaktanābhaṃ vyaktāraṃ vikāraparimaṇḍalam; kṣetrajñādhiṣṭhitaṃ cakraṃ snigdhākṣaṃ vartate dhruvam

Mit dem Unmanifesten als Nabe, mit dem Manifesten als Speichen, mit dem Kreis der Wandlungen als Felge, vom Kṣetrajña gelenkt, mit ölgeschmierter Achse dreht sich das Rad beständig.

Wort für Wort
avyaktanābhaṃ vyaktāraṃ
das Unmanifeste als Nabe, das Manifeste als Speichen (Bahuvrīhi; Akk.n.)
vikāraparimaṇḍalam
den Kreis der Wandlungen als Umfang (Akk.n.)
kṣetrajñādhiṣṭhitaṃ cakraṃ
vom Kṣetrajña gelenkt, das Rad (Part.; Nom.Sg.n.)
snigdhākṣaṃ vartate dhruvam
mit geschmierter Achse dreht es sich beständig (3.Sg.Präs.; Adv.)

snigdhatvāt tilavat sarvaṃ cakre 'smin pīḍyate jagat; tilapīḍair ivākramya bhogair ajñānasaṃbhavaiḥ

Wegen der Öligkeit wird auf diesem Rad alles, die ganze Welt, wie Sesam gepresst, von Genüssen bedrängt, die aus Unwissen entstanden sind, gleichsam von Sesampressen.

Wort für Wort
snigdhatvāt tilavat sarvaṃ
wegen der Öligkeit wie Sesam alles (Abl.; Adv.; Nom.n.)
cakre 'smin pīḍyate jagat
auf diesem Rad wird die Welt gepresst (Lok.; Pass.3.Sg.)
tilapīḍair ivākramya
wie von Sesampressen bedrängt (Instr.Pl.; Abs.)
bhogair ajñānasaṃbhavaiḥ
durch Genüsse, aus Unwissen entstanden (Instr.Pl.m.)

prāṇenāyaṃ hi śānte tu virodhāt pratipālanam; dehasyeṣūn ya āste yaḥ śuddho 'cintya sanātanaḥ; bhrāmayan neṣato (sic) yāti kālacakrasamanvitaḥ; bhūtāni mohayan nityaṃ cakrasya ca rayaṃ gataḥ; snehadravyasamāyoge kṣetrapācaṃ na vastuṣu; tilavat pīḍite cakre hy ādhiyantranipīḍite; bahiś cādhiṣṭhite yadvaj jñānināṃ karmasaṃbhavam

[Text stark verderbt:] Durch den Lebenshauch (prāṇa) aber, wenn beruhigt, [entsteht] Bewahrung aus Widerstreit [?]; der im Körper wie ein Pfeil [?] verweilt, der Reine, Unfassbare, Ewige, bewegt [alles] im Kreis, [?] geht er, vom Rad der Zeit begleitet; die Wesen stets verwirrend, zur Schnelligkeit des Rades gelangt; bei Verbindung mit Ölstoffen, nicht bei [bloßen] Dingen ein Feld-Garen [?]; wie Sesam wird das Rad gepresst, von der Maschine der Seelenqual gepresst; und wie außen darauf gestellt, ist das Entstehen des Handelns der Wissenden [?].

Wort für Wort
prāṇenāyaṃ hi śānte tu
durch den Lebenshauch, wenn beruhigt (Instr.; Lok.abs.)
virodhāt pratipālanam
aus Widerstreit Bewahrung [?] (Abl.; Nom.n.)
dehasyeṣūn ya āste yaḥ śuddho
der im Körper wie Pfeile [?] weilt, der Reine (Gen.; 3.Sg.Präs.)
'cintya sanātanaḥ
der Unfassbare, Ewige (Nom.Sg.m.)
bhrāmayan neṣato yāti
im Kreis bewegend, geht [?] (Part.Kaus.; 3.Sg.)
kālacakrasamanvitaḥ
vom Zeitrad begleitet (Nom.Sg.m.)
bhūtāni mohayan nityaṃ
die Wesen stets verwirrend (Akk.Pl.; Part.Kaus.)
cakrasya ca rayaṃ gataḥ
zur Schnelligkeit des Rades gelangt (Gen.; Part.)
snehadravyasamāyoge
bei Verbindung mit Ölstoffen (Lok.Sg.)
kṣetrapācaṃ na vastuṣu
Feld-Garen [?], nicht bei Dingen (Akk.; Lok.Pl.)
tilavat pīḍite cakre
wie Sesam auf dem gepressten Rad (Lok.abs.)
hy ādhiyantranipīḍite
von der Maschine der Seelenqual gepresst (Lok.Sg.)
bahiś cādhiṣṭhite yadvaj
und wie außen daraufgestellt (Adv.; Part.Lok.)
jñānināṃ karmasaṃbhavam
der Wissenden Entstehen aus Handeln (Gen.Pl.; Nom.n.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage, im Text ausdrücklich mit (sic) und stark verderbt; Übersetzung nur tastend.

karma tat kurute tarṣād ahaṃkāraparigraham; kāryakāraṇasaṃyoge sa hetur upapāditaḥ

Dieses Handeln vollzieht er aus Gier, indem er das Ichbewusstsein ergreift; in der Verbindung von Wirkung und Ursache wird er als [die] Ursache erwiesen.

Wort für Wort
karma tat kurute tarṣād
dieses Handeln vollzieht er aus Gier (Akk.; 3.Sg.Präs.; Abl.)
ahaṃkāraparigraham
das Ichbewusstsein ergreifend (Akk./Adv.)
kāryakāraṇasaṃyoge
in der Verbindung von Wirkung und Ursache (Lok.Sg.)
sa hetur upapāditaḥ
er ist als Ursache erwiesen (Nom.; Part.Pass.)

yathākarṇya ca tac chiṣyas tattvajñānam anuttamam

Und nachdem der Schüler das gehört hatte, [erlangte er] das höchste Wahrheitswissen.

Wort für Wort
yathākarṇya ca
und wie gehört habend (Abs.)
tac chiṣyas
der Schüler jenes (Nom.Sg.m.)
tattvajñānam anuttamam
das unübertreffliche Wahrheitswissen (Akk.Sg.n.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile, unvollständig überliefert; Verb fehlt, [erlangte er] ergänzt.

nātyeti kāraṇaṃ kāryaṃ na kāryaṃ kāraṇaṃ tathā; kāryāṇāṃ tūpakaraṇe kālo bhavati hetumān

Die Ursache überschreitet nicht die Wirkung, noch die Wirkung die Ursache; beim Bereitstellen der Wirkungen wird die Zeit zum Bedingenden.

Wort für Wort
nātyeti kāraṇaṃ kāryaṃ
die Ursache überschreitet die Wirkung nicht (3.Sg.Präs.; Akk.)
na kāryaṃ kāraṇaṃ tathā
ebenso nicht die Wirkung die Ursache
kāryāṇāṃ tūpakaraṇe
bei der Bereitstellung der Wirkungen (Gen.Pl.; Lok.Sg.)
kālo bhavati hetumān
die Zeit wird Ursache-habend (3.Sg.Präs.; Nom.m.)

hetuyuktāḥ prakṛtayo vikārāś ca parasparam; anyonyam abhivartante puruṣādhiṣṭhitāḥ sadā

Die Urnaturen (prakṛti), mit Ursachen verbunden, und die Wandlungen wirken gegenseitig aufeinander, stets vom Puruṣa gelenkt.

Wort für Wort
hetuyuktāḥ prakṛtayo
mit Ursache verbunden die Urnaturen (Nom.Pl.f.)
vikārāś ca parasparam
und die Wandlungen wechselseitig (Nom.Pl.m.; Adv.)
anyonyam abhivartante
aufeinander wirken sie (3.Pl.Präs.Med.)
puruṣādhiṣṭhitāḥ sadā
vom Puruṣa gelenkt, stets (Part.Nom.Pl.)

sarajas tāmasair bhāvaiś cyuto hetubalānvitaḥ; kṣetrajñam evānuyāti pāṃsur vāterito yathā; na ca taiḥ spṛśyate bhāvo na te tena mahātmanā

Von Zuständen aus rajas und tamas abgelöst, mit der Kraft der Ursache ausgestattet, folgt er allein dem Kṣetrajña wie Staub, vom Wind getrieben; doch werden jene Zustände von ihm nicht berührt, noch er von ihnen, dem großen Selbst.

Wort für Wort
sarajas tāmasair bhāvaiś
mit rajas-haltigen, tamas-haltigen Zuständen (Instr.Pl.)
cyuto hetubalānvitaḥ
abgelöst, mit Ursachenkraft versehen (Part.Nom.Sg.m.)
kṣetrajñam evānuyāti
nur dem Kṣetrajña folgt er (Akk.; 3.Sg.Präs.)
pāṃsur vāterito yathā
wie Staub, vom Wind getrieben (Nom.; Part.)
na ca taiḥ spṛśyate bhāvo
und nicht wird der Zustand von jenen berührt (Instr.; Pass.3.Sg.)
na te tena mahātmanā
noch jene von diesem großen Selbst (Nom.Pl.; Instr.Sg.)

sarajasko 'rajaskaś ca sa vai vāyur yathā bhavet; tathaitad antaraṃ vidyāt kṣetrakṣetrajñayor budhaḥ; abhyāsāt sa tathā yukto na gacchet prakṛtiṃ punaḥ

Wie der Wind mit oder ohne Staub sein kann, so wisse der Weise den Unterschied zwischen Kṣetra und Kṣetrajña; durch Übung, so verbunden, soll er nicht wieder zur Urnatur zurückkehren.

Wort für Wort
sarajasko 'rajaskaś ca
staubhaltig und staublos (Nom.Sg.m.)
sa vai vāyur yathā bhavet
wie der Wind sein mag (Pot.3.Sg.)
tathaitad antaraṃ vidyāt
so wisse diesen Unterschied (Pot.3.Sg.)
kṣetrakṣetrajñayor budhaḥ
zwischen Kṣetra und Kṣetrajña, der Weise (Gen.Du.; Nom.Sg.)
abhyāsāt sa tathā yukto
durch Übung, so verbunden (Abl.; Part.)
na gacchet prakṛtiṃ punaḥ
nicht soll er wieder zur Prakṛti gehen (Pot.3.Sg.)

saṃdeham etam utpannam acchinad bhagavān ṛṣiḥ; tathā vārtāṃ samīkṣeta kṛtalakṣaṇasaṃmitām

Diesen entstandenen Zweifel zerschnitt der ehrwürdige Seher; so möge man die Kunde betrachten, die dem Kennzeichen des Getanen entspricht [?].

Wort für Wort
saṃdeham etam utpannam
diesen entstandenen Zweifel (Akk.Sg.m.)
acchinad bhagavān ṛṣiḥ
zerschnitt der ehrwürdige Seher (Impf.3.Sg.; Nom.)
tathā vārtāṃ samīkṣeta
so möge man die Kunde betrachten (Pot.3.Sg.Med.)
kṛtalakṣaṇasaṃmitām
dem Merkmal des Getanen entsprechend [?] (Akk.Sg.f.)

Zweite Hälfte unklar.

bījāny agnyupadagdhāni na rohanti yathā punaḥ; jñānadagdhais tathā kleśair nātmā saṃbadhyate punaḥ

Wie durch Feuer verbrannte Samen nicht wieder keimen, so wird das Selbst durch vom Wissen verbrannte Leiden (kleśa) nicht wieder gebunden.

Wort für Wort
bījāny agnyupadagdhāni
Samen, vom Feuer verbrannt (Nom.Pl.n.)
na rohanti yathā punaḥ
wie sie nicht wieder keimen (3.Pl.Präs.)
jñānadagdhais tathā kleśair
so durch vom Wissen verbrannte Leiden (Instr.Pl.m.)
nātmā saṃbadhyate punaḥ
nicht wird das Selbst wieder gebunden (Pass.3.Sg.)

Dieses Kapitel in der Leseansicht