Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Śāntiparva

Kapitel 286: parāśaropadeśaḥ maraṇagatiḥ ca Parāśaras Belehrung über Tod, Wiedergeburt und den Weg zum Heil

Der Weise Parāśara unterweist König Janaka von Videha über Wert und Rang der Angehörigen, ehrenvollen Kriegertod, Körper und Wiedergeburt, den Feind Unwissenheit und das rechte Leben; Bhīṣma erzählt dies Yudhiṣṭhira.

parāśara uvāca; pitā sakhāyo guravaḥ striyaś ca; na nirguṇā nāma bhavanti loke; ananyabhaktāḥ priyavādinaś ca; hitāś ca vaśyāś ca tathaiva rājan

Parāśara sprach: „Vater, Freunde, Lehrer und Frauen sind in der Welt niemals ohne Vorzüge; [sie sind] ausschließlich ergeben, freundlich redend, wohlwollend und gefügig, ebenso, König.“

Wort für Wort
parāśara uvāca
Parāśara sprach (Perf.)
pitā sakhāyo guravaḥ striyaś ca
Vater, Freunde, Lehrer und Frauen (Nom.)
na nirguṇā nāma bhavanti loke
sind wahrlich nie ohne Vorzüge in der Welt (3.Pl.Präs./Lok.)
ananyabhaktāḥ priyavādinaś ca
ausschließlich ergeben und freundlich redend (Nom.Pl.)
hitāś ca vaśyāś ca tathaiva rājan
und wohlwollend und gefügig, ebenso, König (Nom.Pl./Vok.)

pitā paraṃ daivataṃ mānavānāṃ; mātur viśiṣṭaṃ pitaraṃ vadanti; jñānasya lābhaṃ paramaṃ vadanti; jitendriyārthāḥ param āpnuvanti

Der Vater ist für die Menschen die höchste Gottheit; den Vater nennt man vorzüglicher als die Mutter; den Gewinn von Wissen nennt man das Höchste; wer die Sinne und ihre Objekte bezwungen hat, erlangt das Höchste.

Wort für Wort
pitā paraṃ daivataṃ mānavānām
der Vater [ist] die höchste Gottheit der Menschen (Nom./Gen.Pl.)
mātur viśiṣṭaṃ pitaraṃ vadanti
den Vater nennt man vorzüglicher als die Mutter (Abl./Akk./3.Pl.Präs.)
jñānasya lābhaṃ paramaṃ vadanti
den Gewinn des Wissens nennt man das Höchste (Gen./Akk./3.Pl.Präs.)
jitendriyārthāḥ
die, deren Sinne bzw. Sinnesobjekte bezwungen sind (Bahuvrīhi, Nom.Pl.)
param āpnuvanti
erlangen das Höchste (Akk./3.Pl.Präs.)

jitendriyārthāḥ auch als „die Sinne (und) die Objekte Bezwingenden“ lesbar.

raṇājire yatra śarāgnisaṃstare; nṛpātmajo ghātam avāpya dahyate; prayāti lokān amaraiḥ sudurlabhān; niṣevate svargaphalaṃ yathāsukham

Auf dem Schlachtfeld, wo der Königssohn auf dem Lager aus Pfeilfeuer den Tod erlangt hat und verbrannt wird, geht er zu Welten, die selbst für Unsterbliche sehr schwer zu erreichen sind, und genießt nach Belieben die Frucht des Himmels.

Wort für Wort
raṇājire yatra
auf dem Kampfplatz, wo (Lok.)
śarāgnisaṃstare
auf dem Lager aus Pfeilfeuer (Lok.)
nṛpātmajo ghātam avāpya dahyate
der Königssohn wird, den Tod erlangt habend, verbrannt (Nom./Akk./Abs./3.Sg.Pass.)
prayāti lokān amaraiḥ sudurlabhān
geht zu Welten, von Unsterblichen sehr schwer erreichbar (3.Sg.Präs./Akk.Pl./Instr.Pl.)
niṣevate svargaphalaṃ yathāsukham
genießt die Frucht des Himmels nach Wohlgefallen (3.Sg.Präs.Med./Akk./Adv.)

śrāntaṃ bhītaṃ bhraṣṭaśastraṃ rudantaṃ; parāṅmukhaṃ paribarhaiś ca hīnam; anudyataṃ rogiṇaṃ yācamānaṃ; na vai hiṃsyād bālavṛddhau ca rājan

Einen Erschöpften, Verängstigten, der die Waffe verloren hat, Weinenden, Abgewandten, der Ausrüstung Entbehrenden, nicht Kampfbereiten, Kranken, Flehenden, ferner ein Kind und einen Greis soll man wahrlich nicht töten, König.

Wort für Wort
śrāntaṃ bhītaṃ bhraṣṭaśastraṃ rudantaṃ
den Erschöpften, Verängstigten, Waffenlosgewordenen, Weinenden (Akk.Sg.)
parāṅmukhaṃ paribarhaiś ca hīnam
den Abgewandten und der Ausrüstung Entbehrenden (Akk./Instr.Pl.)
anudyataṃ rogiṇaṃ yācamānaṃ
den nicht Kampfbereiten, Kranken, Flehenden (Akk.Sg.)
na vai hiṃsyād
soll wahrlich nicht töten (3.Sg.Opt.)
bālavṛddhau ca rājan
und Kind und Greis, König (Akk.Du./Vok.)

paribarhaiḥ susaṃpannam udyataṃ tulyatāṃ gatam; atikrameta nṛpatiḥ saṃgrāme kṣatriyātmajam

Einen mit Ausrüstung wohlversehenen, kampfbereiten, [im Rang] gleichgestellten Kṣatriya-Sohn soll der König im Kampf übertreffen bzw. überwältigen [?].

Wort für Wort
paribarhaiḥ susaṃpannam
mit Ausrüstung wohl versehen (Instr.Pl./Akk.)
udyataṃ tulyatāṃ gatam
kampfbereit, Gleichheit erlangt habend (Akk.)
atikrameta nṛpatiḥ
soll übertreffen bzw. überwältigen der König (3.Sg.Opt./Nom.)
saṃgrāme kṣatriyātmajam
im Kampf den Kṣatriya-Sohn (Lok./Akk.)

Der Sinn von atikrameta ist unsicher (übertreffen/überwältigen/übergehen); der Satz ist knapp und wohl verkürzt.

tulyād iha vadhaḥ śreyān viśiṣṭāc ceti niścayaḥ; nihīnāt kātarāc caiva nṛpāṇāṃ garhito vadhaḥ

Der Tod durch einen Gleichen ist hier besser, und durch einen Überlegenen – so lautet die Festlegung; durch einen Niedrigen und Feigen aber ist der Tod für Könige verpönt.

Wort für Wort
tulyād iha vadhaḥ śreyān
hier ist die Tötung durch einen Gleichen besser (Abl./Nom.)
viśiṣṭāc ceti niścayaḥ
und durch einen Überlegenen, so die Festlegung (Abl./Nom.)
nihīnāt kātarāc caiva
durch einen Niedrigen und Feigen (Abl.)
nṛpāṇāṃ garhito vadhaḥ
für Könige ist die Tötung verpönt (Gen.Pl./Part.Pass./Nom.)

pāpāt pāpasamācārān nihīnāc ca narādhipa; pāpa eva vadhaḥ prokto narakāyeti niścayaḥ

Ein Tod durch einen Sünder, einen sündhaft Handelnden und einen Niedrigen, o Herrscher der Menschen, wird als ein sündhafter bezeichnet, [der] zur Hölle [führt] – so die Festlegung.

Wort für Wort
pāpāt pāpasamācārān
durch einen Sünder, einen sündhaft Handelnden (Abl.)
nihīnāc ca narādhipa
und durch einen Niedrigen, Herrscher der Menschen (Abl./Vok.)
pāpa eva vadhaḥ proktaḥ
sündhaft nur ist der Tod genannt (Nom./Part.Pass.)
narakāya
zur Hölle (Dat.)
iti niścayaḥ
so die Festlegung (Nom.)

na kaś cit trāti vai rājan diṣṭāntavaśam āgatam; sāvaśeṣāyuṣaṃ cāpi kaś cid evāpakarṣati

Niemand rettet, König, wen das Ende des Bestimmten in seine Gewalt gebracht hat; wer aber noch einen Rest an Lebenszeit hat, den zieht doch mancher [vom Rand des Todes] weg.

Wort für Wort
na kaś cit trāti vai rājan
niemand rettet wahrlich, König (3.Sg.Präs./Vok.)
diṣṭāntavaśam āgatam
in die Gewalt des Endes des Bestimmten Geratenen (Akk.)
sāvaśeṣāyuṣaṃ cāpi
und auch den mit übrigem Leben (Bahuvrīhi, Akk.)
kaś cid evāpakarṣati
mancher zieht [ihn] weg (3.Sg.Präs.)

snigdhaiś ca kriyamāṇāni karmāṇīha nivartayet; hiṃsātmakāni karmāṇi nāyur icchet parāyuṣā

Die von Zugetanen [Freunden] ausgeführten Handlungen soll man hier abwenden [?]; bei gewalttätigen Handlungen soll man nicht durch das Leben eines anderen [sein eigenes] Leben wünschen.

Wort für Wort
snigdhaiś ca kriyamāṇāni
und von Zugetanen ausgeführte (Instr.Pl./Part.Pass.)
karmāṇīha nivartayet
Handlungen hier soll man abwenden (Akk.Pl./3.Sg.Opt.Kaus.)
hiṃsātmakāni karmāṇi
auf Gewalt beruhende Handlungen (Akk.Pl.)
nāyur icchet parāyuṣā
nicht Leben soll man wünschen durch fremdes Leben (Akk./3.Sg.Opt./Instr.)

Erste Vershälfte im Sinn unsicher.

gṛhasthānāṃ tu sarveṣāṃ vināśam abhikāṅkṣatām; nidhanaṃ śobhanaṃ tāta pulineṣu kriyāvatām

Unter allen Hausvätern, die [ihren] Untergang ersehnen, ist der Tod, mein Lieber, für die Riten Befolgenden an Sandbänken [der Flüsse] schön.

Wort für Wort
gṛhasthānāṃ tu sarveṣām
unter allen Hausvätern aber (Gen.Pl.)
vināśam abhikāṅkṣatām
die den Untergang ersehnen (Gen.Pl.Part.Präs.)
nidhanaṃ śobhanaṃ tāta
der Tod [ist] schön, mein Lieber (Nom./Vok.)
pulineṣu kriyāvatām
an Sandbänken für die Ritenkundigen (Lok.Pl./Gen.Pl.)

āyuṣi kṣayam āpanne pañcatvam upagacchati; nākāraṇāt tad bhavati kāraṇair upapāditam

Wenn die Lebenszeit zur Neige gekommen ist, geht man in den Zustand der Fünfheit [Tod]; das geschieht nicht ohne Ursache, sondern ist durch Ursachen herbeigeführt.

Wort für Wort
āyuṣi kṣayam āpanne
wenn das Leben zum Schwinden gelangt ist (Lok.abs.)
pañcatvam upagacchati
geht in die Fünfheit [den Tod] ein (Akk./3.Sg.Präs.)
nākāraṇāt tad bhavati
nicht ohne Ursache geschieht dies (Abl./3.Sg.Präs.)
kāraṇair upapāditam
durch Ursachen herbeigeführt (Instr.Pl./Part.Pass.)

tathā śarīraṃ bhavati dehād yenopapāditam; adhvānaṃ gatakaś cāyaṃ prāptaś cāyaṃ gṛhād gṛham

So entsteht ein Körper aus dem Körper, durch den er hervorgebracht wurde; und dieser [Verkörperte] ist ein Wanderer auf dem Weg, von Haus zu Haus gelangt.

Wort für Wort
tathā śarīraṃ bhavati
so entsteht ein Körper (3.Sg.Präs.)
dehād yenopapāditam
aus dem Körper, von dem er hervorgebracht wurde (Abl./Instr./Part.Pass.)
adhvānaṃ gatakaś cāyaṃ
und dieser ist einer, der den Weg gegangen ist (Akk./Nom.)
prāptaś cāyaṃ gṛhād gṛham
und dieser ist von Haus zu Haus gelangt (Part.Pass./Abl./Akk.)

dvitīyaṃ kāraṇaṃ tatra nānyat kiṃ cana vidyate; tad dehaṃ dehināṃ yuktaṃ mokṣabhūteṣu vartate

Eine zweite Ursache gibt es dabei nicht, nichts anderes ist da; dieser Körper der Verkörperten, [so] verbunden, bleibt unter den zur Erlösung Gewordenen [?].

Wort für Wort
dvitīyaṃ kāraṇaṃ tatra
eine zweite Ursache dabei (Nom.)
nānyat kiṃ cana vidyate
nichts anderes ist vorhanden (3.Sg.Pass.)
tad dehaṃ dehināṃ yuktaṃ
dieser Körper der Verkörperten, verbunden (Akk./Gen.Pl./Part.)
mokṣabhūteṣu vartate
bleibt unter den zur Erlösung Gewordenen [?] (Lok.Pl./3.Sg.Präs.Med.)

Zweite Vershälfte verderbt bzw. unklar.

sirāsnāyvasthisaṃghātaṃ bībhatsāmedhyasaṃkulam; bhūtānām indriyāṇāṃ ca guṇānāṃ ca samāgamam

[Er ist] ein Gefüge aus Adern, Sehnen und Knochen, widerlich, voll von Unreinem, ein Zusammentreffen der Elemente, der Sinne und der Guṇas.

Wort für Wort
sirāsnāyvasthisaṃghātaṃ
ein Gefüge aus Adern, Sehnen, Knochen (Akk.)
bībhatsāmedhyasaṃkulam
widerlich, von Unreinem erfüllt (Akk.)
bhūtānām indriyāṇāṃ ca
der Elemente und der Sinne (Gen.Pl.)
guṇānāṃ ca samāgamam
und der Guṇas Zusammentreffen (Gen.Pl./Akk.)

Akkusative, abhängig von deham in 15.

tvagantaṃ deham ity āhur vidvāṃso 'dhyātmacintakāḥ; guṇair api parikṣīṇaṃ śarīraṃ martyatāṃ gatam

„Den bis zur Haut reichenden Körper“, so sagen die Wissenden, die über das Selbst Nachsinnenden. Auch von den Guṇas verlassen bzw. erschöpft geht der Körper in den Zustand des Sterblichen ein.

Wort für Wort
tvagantaṃ deham ity āhur
den in der Haut endenden Körper, so sagen sie (Akk./3.Pl.Perf.)
vidvāṃso 'dhyātmacintakāḥ
die Wissenden, über das Selbst Nachdenkenden (Nom.Pl.)
guṇair api parikṣīṇaṃ
auch von den Guṇas erschöpft (Instr.Pl./Part.Pass.)
śarīraṃ martyatāṃ gatam
der Körper ist in die Sterblichkeit eingegangen (Nom./Akk./Part.)

śarīriṇā parityaktaṃ niśceṣṭaṃ gatacetanam; bhūtaiḥ prakṛtim āpannais tato bhūmau nimajjati

Vom Verkörperten verlassen, regungslos, ohne Bewusstsein, versinkt er dann in der Erde, wenn die Elemente in ihre Urnatur zurückgekehrt sind.

Wort für Wort
śarīriṇā parityaktaṃ
vom Verkörperten verlassen (Instr./Part.Pass.)
niśceṣṭaṃ gatacetanam
regungslos, bewusstlos geworden (Nom.)
bhūtaiḥ prakṛtim āpannais
von den Elementen, die zur Urnatur gelangt sind (Instr.Pl.)
tato bhūmau nimajjati
dann versinkt er in der Erde (Lok./3.Sg.Präs.)

bhāvitaṃ karmayogena jāyate tatra tatra ha; idaṃ śarīraṃ vaideha mriyate yatra tatra ha; tatsvabhāvo 'paro dṛṣṭo visargaḥ karmaṇas tathā

Durch die Verbindung mit der Tat geprägt, wird er da und dort geboren; dieser Körper, Vaideha, stirbt, wo immer es sei; von dessen Wesen ist ein anderer gesehen, und so eine Entlassung der Tat [?].

Wort für Wort
bhāvitaṃ karmayogena
geprägt durch die Verbindung mit der Tat (Part.Pass./Instr.)
jāyate tatra tatra ha
wird geboren hier und dort (3.Sg.Präs.Med.)
idaṃ śarīraṃ vaideha
dieser Körper, Vaideha (Nom./Vok.)
mriyate yatra tatra ha
stirbt, wo immer (3.Sg.Präs.Med.)
tatsvabhāvo 'paro dṛṣṭaḥ
dessen Wesen, ein anderer, ist gesehen [?] (Nom./Part.Pass.)
visargaḥ karmaṇas tathā
die Entlassung der Tat ebenso [?] (Nom./Gen.)

Dritter Pāda unklar, vermutlich verderbt.

na jāyate tu nṛpate kaṃ cit kālam ayaṃ punaḥ; paribhramati bhūtātmā dyām ivāmbudharo mahān

Doch wird dieser, Fürst, nicht für irgendeine Zeit wieder geboren; das Elementarselbst irrt umher wie eine große Wolke am Himmel.

Wort für Wort
na jāyate tu nṛpate
doch wird nicht geboren, Fürst (3.Sg.Präs.Med./Vok.)
kaṃ cit kālam ayaṃ punaḥ
für irgendeine Zeit dieser wieder (Akk./Nom.)
paribhramati bhūtātmā
es irrt umher, das Elementarselbst (3.Sg.Präs./Nom.)
dyām ivāmbudharo mahān
wie eine große Wolke den Himmel (Akk./Nom.)

sa punar jāyate rājan prāpyehāyatanaṃ nṛpa; manasaḥ paramo hy ātmā indriyebhyaḥ paraṃ manaḥ

Er wird wieder geboren, König, nachdem er hier eine Stätte erlangt hat, o Fürst. Höher als der Geist ist das Selbst, höher als die Sinne der Geist.

Wort für Wort
sa punar jāyate rājan
er wird wieder geboren, König (3.Sg.Präs.Med./Vok.)
prāpyehāyatanaṃ nṛpa
hier eine Stätte erlangt habend, Fürst (Abs./Akk./Vok.)
manasaḥ paramo hy ātmā
denn höher als der Geist [ist] das Selbst (Abl./Nom.)
indriyebhyaḥ paraṃ manaḥ
höher als die Sinne der Geist (Abl.Pl./Nom.)

dvividhānāṃ ca bhūtānāṃ jaṅgamāḥ paramā nṛpa; jaṅgamānām api tathā dvipadāḥ paramā matāḥ; dvipadānām api tathā dvijā vai paramāḥ smṛtāḥ

Unter den zweierlei Wesen sind die Beweglichen die höheren, Fürst; unter den Beweglichen gelten die Zweifüßer als die höheren; unter den Zweifüßern gelten die Zweimalgeborenen als die höchsten.

Wort für Wort
dvividhānāṃ ca bhūtānāṃ
und unter den zweifachen Wesen (Gen.Pl.)
jaṅgamāḥ paramā nṛpa
die Beweglichen sind die höheren, Fürst (Nom.Pl./Vok.)
jaṅgamānām api tathā dvipadāḥ paramā matāḥ
ebenso gelten unter den Beweglichen die Zweifüßer als höher (Gen.Pl./Nom.Pl./Part.Pass.)
dvipadānām api tathā
ebenso unter den Zweifüßern (Gen.Pl.)
dvijā vai paramāḥ smṛtāḥ
die Zweimalgeborenen gelten wahrlich als die höchsten (Nom.Pl./Part.Pass.)

dvijānām api rājendra prajñāvantaḥ parā matāḥ; prājñānām ātmasaṃbuddhāḥ saṃbuddhānām amāninaḥ

Unter den Zweimalgeborenen, König der Könige, gelten die Einsichtigen als die höheren; unter den Klugen die im Selbst Erwachten; unter den Erwachten die Nichtstolzen.

Wort für Wort
dvijānām api rājendra
auch unter den Zweimalgeborenen, Fürst der Könige (Gen.Pl./Vok.)
prajñāvantaḥ parā matāḥ
die Einsichtigen gelten als höher (Nom.Pl.)
prājñānām ātmasaṃbuddhāḥ
unter den Klugen die im Selbst Erwachten (Gen.Pl./Nom.Pl.)
saṃbuddhānām amāninaḥ
unter den Erwachten die Nichtstolzen (Gen.Pl./Nom.Pl.)

jātam anveti maraṇaṃ nṛṇām iti viniścayaḥ; antavanti hi karmāṇi sevante guṇataḥ prajāḥ

Dem Geborenen folgt der Tod bei den Menschen, so lautet die Festlegung; endlich sind die Handlungen, die die Geschöpfe aus den Guṇas heraus ausüben.

Wort für Wort
jātam anveti maraṇaṃ
dem Geborenen folgt der Tod (Akk./3.Sg.Präs./Nom.)
nṛṇām iti viniścayaḥ
bei den Menschen, so die Festlegung (Gen.Pl./Nom.)
antavanti hi karmāṇi
denn endlich sind die Handlungen (Nom.Pl.)
sevante guṇataḥ prajāḥ
üben aus, aus den Guṇas heraus, die Geschöpfe (3.Pl.Präs.Med./Abl.-Adv./Nom.Pl.)

āpanne tūttarāṃ kāṣṭhāṃ sūrye yo nidhanaṃ vrajet; nakṣatre ca muhūrte ca puṇye rājan sa puṇyakṛt

Wenn [die Sonne] die nördliche Bahn erreicht hat, wer [dann] bei Sonne stirbt, unter günstigem Gestirn und in günstiger Stunde, König, der ist ein Tugendhafter.

Wort für Wort
āpanne tūttarāṃ kāṣṭhāṃ sūrye
wenn die Sonne die nördliche Bahn erreicht hat (Lok.abs.)
yo nidhanaṃ vrajet
wer den Tod findet (Rel./Akk./3.Sg.Opt.)
nakṣatre ca muhūrte ca puṇye
unter günstigem Gestirn und in günstiger Stunde (Lok.)
rājan sa puṇyakṛt
König, der ist ein Tugendhafter (Vok./Nom.)

ayojayitvā kleśena janaṃ plāvya ca duṣkṛtam; mṛtyunāprākṛteneha karma kṛtvātmaśaktitaḥ

Ohne die Leute mit Mühsal zu belasten und nachdem er Böses fortgespült hat, durch einen nicht gewöhnlichen Tod, nachdem er hier nach eigener Kraft ein Werk vollbracht hat [Satz unvollständig].

Wort für Wort
ayojayitvā kleśena janaṃ
ohne die Leute mit Mühsal zu belasten (Abs./Instr./Akk.)
plāvya ca duṣkṛtam
und Böses fortgespült habend (Abs./Akk.)
mṛtyunāprākṛteneha
durch einen nicht gewöhnlichen Tod hier (Instr.)
karma kṛtvātmaśaktitaḥ
ein Werk vollbracht habend nach eigener Kraft (Akk./Abs./Adv.)

Satz endet ohne Prädikat; wohl Fortsetzung in Vers 25 f.

viṣam udbandhanaṃ dāho dasyuhastāt tathā vadhaḥ; daṃṣṭribhyaś ca paśubhyaś ca prākṛto vadha ucyate

Gift, Erhängen, Verbrennen, ebenso Tötung durch Räuberhand und durch Zahntragende und durch Tiere: das wird ein gewöhnlicher Tod genannt.

Wort für Wort
viṣam udbandhanaṃ dāho
Gift, Erhängen, Verbrennen (Nom.)
dasyuhastāt tathā vadhaḥ
ebenso Tötung durch Räuberhand (Abl./Nom.)
daṃṣṭribhyaś ca paśubhyaś ca
und durch Zahntragende und durch Tiere (Abl.Pl.)
prākṛto vadha ucyate
ein gewöhnlicher Tod wird genannt (Nom./3.Sg.Pass.)

na caibhiḥ puṇyakarmāṇo yujyante nābhisaṃdhijaiḥ; evaṃvidhaiś ca bahubhir aparaiḥ prākṛtair api

Mit diesen werden Menschen guter Werke nicht verbunden, [auch] nicht mit den aus Absicht Entstandenen, und mit vielen anderen derartigen gewöhnlichen [Todesarten].

Wort für Wort
na caibhiḥ puṇyakarmāṇo
und nicht mit diesen die Täter guter Werke (Instr.Pl./Nom.Pl.)
yujyante
werden verbunden (3.Pl.Pass.)
nābhisaṃdhijaiḥ
nicht mit aus Absicht Entstandenen (Instr.Pl.)
evaṃvidhaiś ca bahubhir
und mit vielen derartigen (Instr.Pl.)
aparaiḥ prākṛtair api
anderen, auch gewöhnlichen (Instr.Pl.)

abhisaṃdhija unsicher.

ūrdhvaṃ hitvā pratiṣṭhante prāṇāḥ puṇyakṛtāṃ nṛpa; madhyato madhyapuṇyānām adho duṣkṛtakarmaṇām

Aufwärts, [den Körper] verlassend, ziehen die Lebenshauche der Tugendhaften fort, König; durch die Mitte bei mittlerer Tugend; nach unten bei den Übeltätern.

Wort für Wort
ūrdhvaṃ hitvā pratiṣṭhante
aufwärts, [den Körper] verlassend, brechen sie auf (Adv./Abs./3.Pl.Präs.Med.)
prāṇāḥ puṇyakṛtāṃ nṛpa
die Lebenshauche der Tugendhaften, Fürst (Nom.Pl./Gen.Pl./Vok.)
madhyato madhyapuṇyānām
durch die Mitte bei denen mit mittlerer Tugend (Abl.-Adv./Gen.Pl.)
adho duṣkṛtakarmaṇām
nach unten bei den Übeltätern (Adv./Gen.Pl.)

ekaḥ śatrur na dvitīyo 'sti śatrur; ajñānatulyaḥ puruṣasya rājan; yenāvṛtaḥ kurute saṃprayukto; ghorāṇi karmāṇi sudāruṇāni

Ein einziger Feind ist es, einen zweiten Feind gibt es nicht, der Unwissenheit gleich, für den Menschen, König; von ihr umhüllt und angetrieben, tut er furchtbare, sehr grausame Taten.

Wort für Wort
ekaḥ śatrur na dvitīyo 'sti śatrur
ein Feind, einen zweiten Feind gibt es nicht (Nom./3.Sg.Präs.)
ajñānatulyaḥ puruṣasya rājan
der Unwissenheit gleich, für den Menschen, König (Nom./Gen./Vok.)
yenāvṛtaḥ kurute saṃprayuktaḥ
von dem umhüllt tut er, angetrieben (Instr./Part.Pass./3.Sg.Präs.Med.)
ghorāṇi karmāṇi sudāruṇāni
furchtbare Taten, sehr grausame (Akk.Pl.)

prabodhanārthaṃ śrutidharmayuktaṃ; vṛddhān upāsyaṃ ca bhaveta yasya; prayatnasādhyo hi sa rājaputra; prajñāśareṇonmathitaḥ paraiti

Zu dessen Erweckung [dient das], was mit Offenbarung und Dharma verbunden ist, und [es] sollen die Alten verehrt werden [?]; denn er ist durch Anstrengung zu bezwingen, Königssohn: vom Pfeil der Einsicht zerschmettert, geht er dahin.

Wort für Wort
prabodhanārthaṃ
zum Zweck des Erweckens (Adv./Akk.)
śrutidharmayuktaṃ
mit Śruti und Dharma verbunden (Akk.)
vṛddhān upāsyaṃ ca bhaveta yasya
und die Alten sind zu verehren, wessen [?] (Akk.Pl./Gerundiv/3.Sg.Opt./Gen.)
prayatnasādhyo hi sa rājaputra
denn er ist durch Anstrengung zu bezwingen, Königssohn (Nom./Vok.)
prajñāśareṇonmathitaḥ paraiti
vom Pfeil der Einsicht zerschmettert geht er hinweg (Instr./Part.Pass./3.Sg.Präs.)

Erste Vershälfte syntaktisch unklar; sa bezieht sich auf die Unwissenheit (ajñāna).

adhītya vedāṃs tapasā brahmacārī; yajñāñ śaktyā saṃnisṛjyeha pañca; vanaṃ gacchet puruṣo dharmakāmaḥ; śreyaś citvā sthāpayitvā svavaṃśam

Nachdem er die Veden studiert hat, als Brahmacārin in Askese, und die fünf Opfer hier nach Kräften vollzogen hat, soll ein nach Dharma und Wunsch strebender Mann in den Wald gehen, nachdem er Verdienst angehäuft und sein Geschlecht begründet hat.

Wort für Wort
adhītya vedāṃs tapasā brahmacārī
die Veden studiert habend, als Brahmacārin durch Askese (Abs./Akk.Pl./Instr./Nom.)
yajñāñ śaktyā saṃnisṛjyeha pañca
die fünf Opfer nach Kraft hier vollzogen habend (Akk.Pl./Instr./Abs.)
vanaṃ gacchet puruṣo dharmakāmaḥ
in den Wald soll gehen ein Mann, dharmabegierig (Akk./3.Sg.Opt./Nom.)
śreyaś citvā sthāpayitvā svavaṃśam
Heil angehäuft habend, das eigene Geschlecht begründet habend (Akk./Abs.)

upabhogair api tyaktaṃ nātmānam avasādayet; caṇḍālatve 'pi mānuṣyaṃ sarvathā tāta durlabham

Auch wenn von Genüssen verlassen, soll man sich selbst nicht niederdrücken; selbst im Zustand eines Caṇḍāla ist das Menschsein, mein Lieber, in jeder Hinsicht schwer zu erlangen.

Wort für Wort
upabhogair api tyaktaṃ
auch von Genüssen verlassen (Instr.Pl./Part.Pass.)
nātmānam avasādayet
soll sich selbst nicht niederdrücken (Akk./3.Sg.Opt.Kaus.)
caṇḍālatve 'pi mānuṣyaṃ
selbst im Caṇḍāla-Sein das Menschsein (Lok./Nom.)
sarvathā tāta durlabham
in jeder Hinsicht, mein Lieber, schwer zu erlangen (Adv./Vok./Nom.)

iyaṃ hi yoniḥ prathamā yāṃ prāpya jagatīpate; ātmā vai śakyate trātuṃ karmabhiḥ śubhalakṣaṇaiḥ

Dies ist die erste Geburt, nach deren Erlangung, Herr der Erde, das Selbst durch Taten mit glückverheißenden Merkmalen gerettet werden kann.

Wort für Wort
iyaṃ hi yoniḥ prathamā
denn dies ist die erste Geburt (Nom.)
yāṃ prāpya jagatīpate
nach deren Erlangung, Herr der Erde (Akk./Abs./Vok.)
ātmā vai śakyate trātuṃ
das Selbst kann gerettet werden (Nom./3.Sg.Pass./Inf.)
karmabhiḥ śubhalakṣaṇaiḥ
durch Taten mit glückverheißenden Merkmalen (Instr.Pl.)

kathaṃ na vipraṇaśyema yonito 'syā iti prabho; kurvanti dharmaṃ manujāḥ śrutiprāmāṇyadarśanāt

„Wie mögen wir nicht aus dieser Geburt zugrunde gehen?“ [so denkend], Herr, üben die Menschen Dharma, weil sie die Autorität der Śruti einsehen.

Wort für Wort
kathaṃ na vipraṇaśyema
wie mögen wir nicht zugrunde gehen (1.Pl.Opt.)
yonito 'syā iti prabho
aus dieser Geburt, so, Herr (Abl.-Adv./Vok.)
kurvanti dharmaṃ manujāḥ
üben Dharma die Menschen (3.Pl.Präs./Akk./Nom.Pl.)
śrutiprāmāṇyadarśanāt
wegen der Einsicht in die Autorität der Śruti (Abl.)

yo durlabhataraṃ prāpya mānuṣyam iha vai naraḥ; dharmāvamantā kāmātmā bhavet sa khalu vañcyate

Wer, nachdem er das noch schwerer erreichbare Menschsein hier erlangt hat, ein Verächter des Dharma und von Begierde beherrscht ist, wird wahrlich betrogen.

Wort für Wort
yo durlabhataraṃ prāpya
wer das schwerer Erreichbare erlangt habend (Rel./Akk./Abs.)
mānuṣyam iha vai naraḥ
das Menschsein hier, der Mensch (Akk./Nom.)
dharmāvamantā kāmātmā
Verächter des Dharma, von Begierde bestimmt (Nom.)
bhavet sa khalu vañcyate
wenn er es wird, wird er wahrlich betrogen (3.Sg.Opt./3.Sg.Pass.)

yas tu prītipurogeṇa cakṣuṣā tāta paśyati; dīpopamāni bhūtāni yāvad arcir na naśyati

Wer aber mit einem von Zuneigung angeführten Blick, mein Lieber, die Wesen wie Lampen sieht, [nur] solange die Flamme nicht erlischt ...

Wort für Wort
yas tu prītipurogeṇa cakṣuṣā
wer aber mit einem von Zuneigung geleiteten Auge (Rel./Instr.)
tāta paśyati
mein Lieber, sieht (Vok./3.Sg.Präs.)
dīpopamāni bhūtāni
die Wesen, lampengleich (Akk.Pl.)
yāvad arcir na naśyati
solange die Flamme nicht erlischt (Adv./Nom./3.Sg.Präs.)

Satz wird in 36 fortgeführt.

sāntvenānupradānena priyavādena cāpy uta; samaduḥkhasukho bhūtvā sa paratra mahīyate

... durch Beschwichtigung, Gaben und freundliche Rede, gleichmütig in Leid und Freude geworden, der wird im Jenseits geehrt.

Wort für Wort
sāntvenānupradānena
durch Beschwichtigung und Gabe (Instr.)
priyavādena cāpy uta
und auch durch freundliche Rede (Instr.)
samaduḥkhasukho bhūtvā
in Leid und Freude gleich geworden (Bahuvrīhi/Abs.)
sa paratra mahīyate
der wird im Jenseits geehrt (Nom./Adv./3.Sg.Pass.)

dānaṃ tyāgaḥ śobhanā mūrtir adbhyo; bhūyaḥ plāvyaṃ tapasā vai śarīram; sarasvatīnaimiṣapuṣkareṣu; ye cāpy anye puṇyadeśāḥ pṛthivyām

Gabe, Entsagung, schöne Gestalt, [Reinigung] aus dem Wasser [?]; mehr noch ist der Körper durch Askese zu läutern; in Sarasvatī, Naimiṣa und Puṣkara und an den anderen heiligen Orten auf Erden.

Wort für Wort
dānaṃ tyāgaḥ śobhanā mūrtir adbhyo
Gabe, Entsagung, schöne Gestalt, aus den Wassern [?] (Nom./Abl.Pl.)
bhūyaḥ plāvyaṃ tapasā vai śarīram
mehr noch ist der Körper durch Askese zu läutern (Adv./Gerundiv/Instr./Nom.)
sarasvatīnaimiṣapuṣkareṣu
in Sarasvatī, Naimiṣa und Puṣkara (Lok.Pl.)
ye cāpy anye puṇyadeśāḥ pṛthivyām
und welche anderen heiligen Orte es auf Erden gibt (Rel./Nom.Pl./Lok.)

Erste Vershälfte im Sinn unsicher.

gṛheṣu yeṣām asavaḥ patanti; teṣām atho nirharaṇaṃ praśastam; yānena vai prāpaṇaṃ ca śmaśāne; śaucena nūnaṃ vidhinā caiva dāhaḥ

Für die, in deren Häusern die Lebenshauche entschwinden, ist das Hinaustragen gepriesen; und die Beförderung zum Leichenfeld mit einem Fahrzeug, gewiss in Reinheit, und die Verbrennung nach Vorschrift.

Wort für Wort
gṛheṣu yeṣām asavaḥ patanti
in deren Häusern die Lebenshauche fallen (Lok.Pl./Gen.Pl./Nom.Pl./3.Pl.Präs.)
teṣām atho nirharaṇaṃ praśastam
für sie ist dann das Hinaustragen gepriesen (Gen.Pl./Nom./Part.Pass.)
yānena vai prāpaṇaṃ ca śmaśāne
und die Beförderung mit einem Fahrzeug zum Leichenfeld (Instr./Nom./Lok.)
śaucena nūnaṃ vidhinā caiva dāhaḥ
in Reinheit gewiss und nach Vorschrift die Verbrennung (Instr./Nom.)

iṣṭiḥ puṣṭir yajanaṃ yājanaṃ ca; dānaṃ puṇyānāṃ karmaṇāṃ ca prayogaḥ; śaktyā pitryaṃ yac ca kiṃ cit praśastaṃ; sarvāṇy ātmārthe mānavo yaḥ karoti

Opfer, Nährung, Opfern, Opfernlassen, Gabe und die Ausübung heiliger Werke, und was den Ahnen nach Kräften irgendwie Gepriesenes zukommt: all das tut der Mensch für sein eigenes Selbst.

Wort für Wort
iṣṭiḥ puṣṭir yajanaṃ yājanaṃ ca
Opferwunsch-Opfer, Nährung, Opfern und Opfernlassen (Nom.)
dānaṃ puṇyānāṃ karmaṇāṃ ca prayogaḥ
Gabe und die Ausübung heiliger Werke (Nom./Gen.Pl.)
śaktyā pitryaṃ yac ca kiṃ cit praśastaṃ
und was den Ahnen Gehöriges irgendwie Gepriesenes nach Kraft (Instr./Nom.)
sarvāṇy ātmārthe mānavo yaḥ karoti
all dies tut für das Selbst der Mensch, der (Nom.Pl./Lok./3.Sg.Präs.)

dharmaśāstrāṇi vedāś ca ṣaḍaṅgāni narādhipa; śreyaso 'rthe vidhīyante narasyākliṣṭakarmaṇaḥ

Die Dharmaśāstras und die Veden mit ihren sechs Gliedern, Herrscher der Menschen, werden um des Heils willen für den Menschen vorgeschrieben, dessen Handeln unbeeinträchtigt ist.

Wort für Wort
dharmaśāstrāṇi vedāś ca
die Dharmaśāstras und die Veden (Nom.Pl.)
ṣaḍaṅgāni narādhipa
mit sechs Gliedern, Herrscher der Menschen (Nom.Pl./Vok.)
śreyaso 'rthe vidhīyante
um des Heils willen werden vorgeschrieben (Gen./Lok./3.Pl.Pass.)
narasyākliṣṭakarmaṇaḥ
für den Menschen mit unbeeinträchtigtem Handeln (Gen.)

bhīṣma uvāca; evad vai sarvam ākhyātaṃ muninā sumahātmanā; videharājāya purā śreyaso 'rthe narādhipa

Bhīṣma sprach: „Dies alles wurde vom hochgesinnten Weisen dem König von Videha einst um des Heils willen erzählt, Herrscher der Menschen.“

Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach (Perf.)
evad vai sarvam ākhyātaṃ
dies alles wurde erzählt (Nom./Part.Pass.)
muninā sumahātmanā
vom Weisen, sehr hochgesinnten (Instr.)
videharājāya purā
dem König von Videha einst (Dat./Adv.)
śreyaso 'rthe narādhipa
um des Heils willen, Herrscher der Menschen (Gen./Lok./Vok.)

evad wohl für etad verschrieben.

Dieses Kapitel in der Leseansicht