Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Śāntiparva

Kapitel 182: varṇalakṣaṇa Die Merkmale der vier Stände und der wahre Brāhmaṇa

Bhṛgu bestimmt auf Bharadvājas Frage die Stände nicht durch Geburt, sondern durch Weihen, Verhalten und Tugenden, und schließt mit Mahnungen zu Selbstbeherrschung und Loslösung.

bharadvāja uvāca; brāhmaṇaḥ kena bhavati kṣatriyo vā dvijottama; vaiśyaḥ śūdraś ca viprarṣe tad brūhi vadatāṃ vara

Bharadvāja sprach: „Wodurch wird einer Brāhmaṇa, wodurch Kṣatriya, o Bester der Zweimalgeborenen? Wodurch Vaiśya und Śūdra, o Brahmanenweiser? Das sage mir, du Bester der Redenden.“

Wort für Wort
bharadvāja uvāca
Bharadvāja sprach (Nom.Sg.; Perf.3.Sg.)
brāhmaṇaḥ kena bhavati
ein Brāhmaṇa, wodurch wird [er] (Nom.Sg.; Instr.Sg.; Präs.3.Sg.)
kṣatriyo vā dvijottama
oder ein Kṣatriya, o Bester der Zweimalgeborenen (Nom.Sg.; Vok.Sg.)
vaiśyaḥ śūdraś ca viprarṣe
ein Vaiśya und ein Śūdra, o Brahmanenseher (Nom.Sg.; Vok.Sg.)
tad brūhi vadatāṃ vara
das sage (mir), o Bester der Redenden (Akk.Sg.; Imp.2.Sg.; Gen.Pl.; Vok.Sg.)

bhṛgur uvāca; jātakarmādibhir yas tu saṃskāraiḥ saṃskṛtaḥ śuciḥ; vedādhyayanasaṃpannaḥ ṣaṭsu karmasv avasthitaḥ

Bhṛgu sprach: „Wer durch die Weihen, angefangen mit dem Geburtsritus, geweiht und rein ist, wer im Veda-Studium bewandert ist und in den sechs Werken feststeht,

Wort für Wort
bhṛgur uvāca
Bhṛgu sprach (Nom.Sg.; Perf.3.Sg.)
jātakarmādibhir yas tu
wer aber, mit dem Geburtsritus beginnend (Instr.Pl.; Nom.Sg. rel.)
saṃskāraiḥ saṃskṛtaḥ śuciḥ
durch Weihen geweiht, rein (Instr.Pl.; PPP Nom.Sg.; Nom.Sg.)
vedādhyayanasaṃpannaḥ
mit Veda-Studium ausgestattet (Kompositum, Nom.Sg.)
ṣaṭsu karmasv avasthitaḥ
in den sechs Werken feststehend (Lok.Pl.; Lok.Pl.; PPP Nom.Sg.)

śaucācārasthitaḥ samyag vighasāśī gurupriyaḥ; nityavratī satyaparaḥ sa vai brāhmaṇa ucyate

in Reinheit und rechtem Wandel fest gegründet, [der] ordnungsgemäß Speiserest-Esser [ist], dem Lehrer lieb, stets Gelübde haltend, der Wahrheit ergeben, der wird wahrlich ‚Brāhmaṇa‘ genannt.

Wort für Wort
śaucācārasthitaḥ samyag
in Reinheit und rechtem Wandel stehend, recht (Kompositum Nom.Sg.; Adv.)
vighasāśī gurupriyaḥ
Speiserest-Esser, dem Lehrer lieb (Nom.Sg.; Nom.Sg.)
nityavratī satyaparaḥ
stets Gelübde haltend, der Wahrheit hingegeben (Nom.Sg.; Nom.Sg.)
sa vai brāhmaṇa ucyate
der wird wahrlich Brāhmaṇa genannt (Nom.Sg.; Präs.Pass.3.Sg.)

vighasāśin: Esser der Reste (nach dem Opfer/den Gästen).

satyaṃ dānaṃ damo 'droha ānṛśaṃsyaṃ kṣamā ghṛṇā; tapaś ca dṛśyate yatra sa brāhmaṇa iti smṛtaḥ

Wahrhaftigkeit, Geben, Selbstbeherrschung, Nicht-Feindseligkeit, Nicht-Grausamkeit, Nachsicht, Mitleid und Askese: wo dies zu sehen ist, der gilt als Brāhmaṇa.

Wort für Wort
satyaṃ dānaṃ damo 'droha
Wahrheit, Geben, Selbstbezähmung, Nicht-Feindseligkeit (Nom.Sg. Neutr./Mask.)
ānṛśaṃsyaṃ kṣamā ghṛṇā
Nicht-Grausamkeit, Nachsicht, Mitleid (Nom.Sg.)
tapaś ca dṛśyate yatra
und Askese wird gesehen, wo (Nom.Sg.; Präs.Pass.3.Sg.; Adv.)
sa brāhmaṇa iti smṛtaḥ
der gilt als Brāhmaṇa (Nom.Sg.; PPP Nom.Sg.)

kṣatrajaṃ sevate karma vedādhyayanasaṃmataḥ; dānādānaratir yaś ca sa vai kṣatriya ucyate

Wer das dem Kṣatriya entstammende Werk ausübt, im Veda-Studium geschätzt ist und am Geben und Nehmen Freude hat, der wird wahrlich Kṣatriya genannt.

Wort für Wort
kṣatrajaṃ sevate karma
das vom Kṣatra stammende Werk übt er aus (Akk.Sg.; Präs.3.Sg.; Akk.Sg.)
vedādhyayanasaṃmataḥ
im Veda-Studium geschätzt (Kompositum, PPP Nom.Sg.)
dānādānaratir yaś ca
und wer Freude am Geben und Nehmen hat (Kompositum Nom.Sg.; Nom.Sg. rel.)
sa vai kṣatriya ucyate
der wird wahrlich Kṣatriya genannt (Nom.Sg.; Präs.Pass.3.Sg.)

dānādāna: Geben und Nehmen; genaue Deutung unsicher.

kṛṣigorakṣyavāṇijyaṃ yo viśaty aniśaṃ śuciḥ; vedādhyayanasaṃpannaḥ sa vaiśya iti saṃjñitaḥ

Wer sich stets rein Ackerbau, Viehzucht und Handel widmet und im Veda-Studium bewandert ist, der heißt Vaiśya.

Wort für Wort
kṛṣigorakṣyavāṇijyaṃ
Ackerbau, Rinderhut und Handel (Kompositum Akk.Sg.)
yo viśaty aniśaṃ śuciḥ
wer betritt/sich widmet, unablässig, rein (Nom.Sg. rel.; Präs.3.Sg.; Adv.; Nom.Sg.)
vedādhyayanasaṃpannaḥ
im Veda-Studium bewandert (Kompositum Nom.Sg.)
sa vaiśya iti saṃjñitaḥ
der wird Vaiśya genannt (Nom.Sg.; PPP Nom.Sg.)

sarvabhakṣaratir nityaṃ sarvakarmakaro 'śuciḥ; tyaktavedas tv anācāraḥ sa vai śūdra iti smṛtaḥ

Wer stets am Verzehr von allem Freude hat, alle Arbeiten verrichtet, unrein ist, den Veda aufgegeben hat und ohne rechten Wandel ist, der gilt wahrlich als Śūdra.

Wort für Wort
sarvabhakṣaratir nityaṃ
stets Freude am Essen von allem habend (Kompositum Nom.Sg.; Adv.)
sarvakarmakaro 'śuciḥ
alle Arbeiten verrichtend, unrein (Nom.Sg.; Nom.Sg.)
tyaktavedas tv anācāraḥ
den Veda aufgegeben habend, aber ohne guten Wandel (Nom.Sg.; Nom.Sg.)
sa vai śūdra iti smṛtaḥ
der gilt wahrlich als Śūdra (Nom.Sg.; PPP Nom.Sg.)

śūdre caitad bhavel lakṣyaṃ dvije caitan na vidyate; na vai śūdro bhavec chūdro brāhmaṇo na ca brāhmaṇaḥ

Wenn dieses Merkmal beim Śūdra vorhanden wäre [und] beim Zweimalgeborenen dieses nicht gefunden wird, dann ist der Śūdra kein Śūdra und der Brāhmaṇa kein Brāhmaṇa.

Wort für Wort
śūdre caitad bhavel lakṣyaṃ
beim Śūdra möge dieses Merkmal sein (Lok.Sg.; Nom.Sg. Neutr.; Opt.3.Sg.; Nom.Sg.)
dvije caitan na vidyate
und beim Zweimalgeborenen wird dieses nicht gefunden (Lok.Sg.; Präs.Pass.3.Sg.)
na vai śūdro bhavec chūdro
dann wäre der Śūdra wahrlich kein Śūdra (Nom.Sg.; Opt.3.Sg.)
brāhmaṇo na ca brāhmaṇaḥ
und der Brāhmaṇa kein Brāhmaṇa (Nom.Sg.)

Der erste Halbvers ist knapp formuliert: gemeint ist, dass die genannten Merkmale (vgl. 3–4) beim Śūdra zu finden sein können, beim Zweimalgeborenen fehlen.

sarvopāyais tu lobhasya krodhasya ca vinigrahaḥ; etat pavitraṃ jñātavyaṃ tathā caivātmasaṃyamaḥ

Mit allen Mitteln aber [gilt] die Bändigung von Gier und Zorn; dies ist als das Reinigende zu erkennen, und ebenso die Selbstbeherrschung.

Wort für Wort
sarvopāyais tu lobhasya
mit allen Mitteln aber der Gier (Instr.Pl.; Gen.Sg.)
krodhasya ca vinigrahaḥ
und des Zorns Bändigung (Gen.Sg.; Nom.Sg.)
etat pavitraṃ jñātavyaṃ
dies ist als Reinigendes zu erkennen (Nom.Sg. Neutr.; Gerundiv Nom.Sg.)
tathā caivātmasaṃyamaḥ
und ebenso die Selbstbezähmung (Adv.; Nom.Sg.)

vāryau sarvātmanā tau hi śreyoghātārtham utthitau

Diese beiden sind mit allem Nachdruck abzuwehren, denn sie haben sich zur Vernichtung des Heils erhoben.

Wort für Wort
vāryau sarvātmanā tau hi
abzuwehren sind mit ganzem Wesen diese beiden (Gerundiv Nom.Du.; Instr.Sg.; Nom.Du.; denn)
śreyoghātārtham utthitau
zur Vernichtung des Heils erhoben (Kompositum Akk.Sg. Adv.; PPP Nom.Du.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers (nur in einem Teil der Handschriften).

nityaṃ krodhāt tapo rakṣec chriyaṃ rakṣeta matsarāt; vidyāṃ mānāvamānābhyām ātmānaṃ tu pramādataḥ

Stets soll man die Askese vor dem Zorn bewahren, den Glanz [des Wohlstands] vor Missgunst, das Wissen vor Ehre und Unehre, das Selbst aber vor Nachlässigkeit.

Wort für Wort
nityaṃ krodhāt tapo rakṣec
stets soll man vor Zorn die Askese schützen (Adv.; Abl.Sg.; Akk.Sg.; Opt.3.Sg.)
chriyaṃ rakṣeta matsarāt
den Glanz soll man schützen vor Missgunst (Akk.Sg.; Opt.Med.3.Sg.; Abl.Sg.)
vidyāṃ mānāvamānābhyām
das Wissen vor Ehre und Unehre (Akk.Sg.; Abl.Du.)
ātmānaṃ tu pramādataḥ
das Selbst aber vor Nachlässigkeit (Akk.Sg.; Abl. auf -tas)

śriyam: auch „Wohlstand, Ansehen“.

yasya sarve samārambhā nirāśīrbandhanās tv iha; tyāge yasya hutaṃ sarvaṃ sa tyāgī sa ca buddhimān

Wer alle Unternehmungen hier ohne Wunschbindung [tut] und wessen ganzes Opfer im Verzicht dargebracht ist, der ist ein Verzichtender und der ist ein Einsichtiger.

Wort für Wort
yasya sarve samārambhā
dessen alle Unternehmungen (Gen.Sg.; Nom.Pl.)
nirāśīrbandhanās tv iha
ohne Fessel des Wünschens, hier (Kompositum Nom.Pl.; Adv.)
tyāge yasya hutaṃ sarvaṃ
im Verzicht wessen alles geopfert ist (Lok.Sg.; Gen.Sg.; PPP Nom.Sg. Neutr.; Nom.Sg.)
sa tyāgī sa ca buddhimān
der ist ein Verzichtender, und der ein Einsichtiger (Nom.Sg.; Nom.Sg.)

nirāśīrbandhanāḥ: wörtlich „ohne die Fessel des Wunsches/der Hoffnung“; die Lesart ist knapp und nicht ganz eindeutig.

ahiṃsraḥ sarvabhūtānāṃ maitrāyaṇagataś caret; avisrambhe na gantavyaṃ visrambhe dhārayen manaḥ

Gegenüber allen Wesen gewaltlos soll er auf dem Pfad der Freundlichkeit wandeln; wo kein Vertrauen [ist], soll man nicht hingehen; wo Vertrauen [ist], soll man den Geist festhalten.

Wort für Wort
ahiṃsraḥ sarvabhūtānāṃ
gewaltlos gegenüber allen Wesen (Nom.Sg.; Gen.Pl.)
maitrāyaṇagataś caret
auf dem Weg der Freundlichkeit gegangen, wandeln soll er (PPP Nom.Sg.; Opt.3.Sg.)
avisrambhe na gantavyaṃ
wo kein Vertrauen ist, ist nicht zu gehen (Lok.Sg.; Gerundiv Nom.Sg. Neutr.)
visrambhe dhārayen manaḥ
bei Vertrauen soll man den Geist halten (Lok.Sg.; Opt.3.Sg. Kaus.; Akk.Sg.)

maitrāyaṇagata: wörtlich „auf dem Weg der Freundschaft gegangen“; der zweite Halbvers ist knapp und in der Deutung unsicher [?].

parigrahān parityajya bhaved buddhyā jitendriyaḥ; aśokaṃ sthānam ātiṣṭhed iha cāmutra cābhayam

Nachdem er Besitztümer aufgegeben hat, soll er durch Einsicht Herr über die Sinne werden; er soll einen kummerlosen Standort einnehmen, hier und im Jenseits furchtlos.

Wort für Wort
parigrahān parityajya
Besitztümer aufgegeben habend (Akk.Pl.; Absolutiv)
bhaved buddhyā jitendriyaḥ
soll durch Einsicht sein, die Sinne besiegt habend (Opt.3.Sg.; Instr.Sg.; Nom.Sg.)
aśokaṃ sthānam ātiṣṭhed
einen kummerlosen Standort soll er einnehmen (Akk.Sg.; Akk.Sg.; Opt.3.Sg.)
iha cāmutra cābhayam
hier und drüben furchtlos (Adv.; Adv.; Akk.Sg. Neutr.)

taponityena dāntena muninā saṃyatātmanā; ajitaṃ jetukāmena bhāvyaṃ saṅgeṣv asaṅginā

Von einem, der stets in Askese verharrt, gebändigt, ein Schweiger-Weiser mit gezügeltem Selbst ist und das Unbesiegte besiegen will, ist unter den Anhaftungen anhaftungslos zu sein.

Wort für Wort
taponityena dāntena
von dem stets in Askese [Befindlichen], dem Gebändigten (Instr.Sg.; Instr.Sg.)
muninā saṃyatātmanā
dem Weisen, dem mit gezügeltem Selbst (Instr.Sg.; Kompositum Instr.Sg.)
ajitaṃ jetukāmena
der das Unbesiegte besiegen will (Akk.Sg.; Instr.Sg.)
bhāvyaṃ saṅgeṣv asaṅginā
zu sein ist unter Anhaftungen anhaftungslos (Gerundiv; Lok.Pl.; Instr.Sg.)

muni: Schweiger, Weiser; bhāvyam: unpersönliches Gerundiv, „es ist zu sein“.

indriyair gṛhyate yad yat tat tad vyaktam iti sthitiḥ; avyaktam iti vijñeyaṃ liṅgagrāhyam atīndriyam

Was immer von den Sinnen ergriffen wird, das gilt als das Manifeste; das Nichtmanifeste dagegen ist als das zu erkennen, was nur durch ein Erkennungszeichen erfasst wird und jenseits der Sinne liegt.

Wort für Wort
indriyair gṛhyate yad yat
was immer von den Sinnen ergriffen wird (Instr.Pl.; Präs.Pass.3.Sg.; Nom.Sg. rel.)
tat tad vyaktam iti sthitiḥ
das ist manifest, so die Regel (Nom.Sg.; Nom.Sg.; Nom.Sg.; Nom.Sg.)
avyaktam iti vijñeyaṃ
das Nichtmanifeste, so ist zu erkennen (Nom.Sg.; Gerundiv Nom.Sg.)
liṅgagrāhyam atīndriyam
durch ein Merkmal fassbar, jenseits der Sinne (Kompositum Nom.Sg.; Nom.Sg.)

manaḥ prāṇe nigṛhṇīyāt prāṇaṃ brahmaṇi dhārayet; nirvāṇād eva nirvāṇo na ca kiṃ cid vicintayet; sukhaṃ vai brāhmaṇo brahma sa vai tenādhigacchati

Den Geist soll er im Atem bändigen, den Atem im Brahman festhalten; aus dem Erlöschen selbst [wird er] erloschen und soll nichts weiter erwägen; Glück ist wahrlich das Brahman für den Brāhmaṇa, dadurch erlangt er es wahrlich.

Wort für Wort
manaḥ prāṇe nigṛhṇīyāt
den Geist soll er im Atem bändigen (Akk.Sg.; Lok.Sg.; Opt.3.Sg.)
prāṇaṃ brahmaṇi dhārayet
den Atem im Brahman festhalten (Akk.Sg.; Lok.Sg.; Opt.3.Sg. Kaus.)
nirvāṇād eva nirvāṇo
aus dem Erlöschen selbst erloschen [?] (Abl.Sg.; Nom.Sg.)
na ca kiṃ cid vicintayet
und nichts soll er erwägen (Akk.Sg. Neutr.; Opt.3.Sg.)
sukhaṃ vai brāhmaṇo brahma
Glück ist wahrlich der Brāhmaṇa [und] das Brahman [?] (Nom.Sg.; Nom.Sg.; Nom.Sg.)
sa vai tenādhigacchati
der erlangt es wahrlich dadurch (Nom.Sg.; Instr.Sg.; Präs.3.Sg.)

Der Vers hat drei Pādas; nirvāṇād eva nirvāṇaḥ und der letzte Halbvers sind syntaktisch knapp und in der Deutung unsicher [?].

śaucena satataṃ yuktas tathācārasamanvitaḥ; sānukrośaś ca bhūteṣu tad dvijātiṣu lakṣaṇam

Wer stets mit Reinheit verbunden, mit rechtem Wandel ausgestattet und mitfühlend gegenüber den Wesen ist: das ist das Merkmal unter den Zweimalgeborenen.

Wort für Wort
śaucena satataṃ yuktas
durch Reinheit stets verbunden (Instr.Sg.; Adv.; PPP Nom.Sg.)
tathācārasamanvitaḥ
ebenso mit gutem Wandel ausgestattet (Adv.; Kompositum Nom.Sg.)
sānukrośaś ca bhūteṣu
und mitfühlend gegenüber den Wesen (Nom.Sg.; Lok.Pl.)
tad dvijātiṣu lakṣaṇam
das ist unter den Zweimalgeborenen das Merkmal (Nom.Sg.; Lok.Pl.; Nom.Sg.)

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