Kapitel 167: kṛtaghnopākhyāna-samāpti
Rājadharmans Wiederbelebung und Gautamas Höllenfluch: Ächtung des Undankbaren
Schluss der Erzählung vom undankbaren Gautama und dem Kranichkönig Rājadharman; Bhīṣma zieht daraus die Lehre, dass Undank nicht sühnbar ist und Freundschaft zu pflegen ist.
bhīṣma uvāca; tataś citāṃ bakapateḥ kārayām āsa rākṣasaḥ; ratnair gandhaiś ca bahubhir vastraiś ca samalaṃkṛtām
Bhīṣma sprach: Darauf ließ der Rākṣasa für den Herrn der Kraniche einen Scheiterhaufen errichten, geschmückt mit Juwelen, vielen Wohlgerüchen und Gewändern.
Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach (Perf.3.Sg.)
tataś citāṃ bakapateḥ
darauf den Scheiterhaufen des Kranichherrn (Akk.Sg./Gen.Sg.)
kārayām āsa rākṣasaḥ
ließ errichten der Rākṣasa (Perf.Kaus.3.Sg./Nom.)
ratnair gandhaiś ca bahubhiḥ
mit Juwelen und vielen Wohlgerüchen (Instr.Pl.)
vastraiś ca samalaṃkṛtām
und mit Gewändern wohl geschmückt (Instr.Pl./Part.Pass.Akk.f.)
tataḥ saṃjīvitas tena bakarājas tadānagha; utpatya ca sameyāya virūpākṣaṃ bakādhipaḥ
Dadurch wurde da der Kranichkönig wieder belebt, Makelloser; und er sprang auf und traf sich mit Virūpākṣa, [er,] der Herr der Kraniche.
Wort für Wort
tataḥ saṃjīvitas tena
dann wieder belebt durch ihn (Part.Pass.Nom./Instr.)
bakarājas tadānagha
der Kranichkönig damals, Makelloser (Nom./Vok.)
utpatya ca
und aufspringend (Abs.)
sameyāya virūpākṣam
traf zusammen mit Virūpākṣa (Perf.3.Sg./Akk.)
bakādhipaḥ
der Herr der Kraniche (Nom.)
Der Text bakādhipaḥ (Nom.) ist Apposition zum Subjekt; die Zuordnung zu Virūpākṣa ist möglich, die Übersetzung folgt der Lesart, dass der Kranichkönig als Herr der Kraniche gemeint ist.
Darauf ist dieser auf dessen Wort hin von Gautama erschlagen worden; und eben durch diesen [Vorgang] wurde er, mit Unsterblichkeitstrank besprengt, der Kranich, wieder belebt.
Wort für Wort
tadāyaṃ tasya vacanāt
darauf dieser auf sein Wort hin (Adv./Nom./Gen./Abl.)
nihato gautamena vai
erschlagen von Gautama wahrlich (Part.Pass./Instr.)
tenaivāmṛtasiktaś ca
und von eben diesem mit Unsterblichkeitstrank besprengt (Instr./Part.Pass.)
punaḥ saṃjīvito bakaḥ
wieder belebt der Kranich (Adv./Part.Pass.Nom.)
Der Vers gibt die Rede Indras wieder; tena (‘von diesem’) bleibt im Bezug unklar: gemeint ist nach dem Zusammenhang wohl die Unsterblichkeit spendende Kuh Surabhi bzw. ihr Milchschaum. [?]
rājadharmā tataḥ prāha praṇipatya puraṃdaram; yadi te 'nugrahakṛtā mayi buddhiḥ puraṃdara; sakhāyaṃ me sudayitaṃ gautamaṃ jīvayety uta
Da sprach Rājadharman, sich vor Indra verneigend: „Wenn du, Puraṃdara, mir gnädig gesinnt bist, so belebe auch meinen überaus lieben Freund Gautama wieder“, so [sagte er].
Wort für Wort
rājadharmā tataḥ prāha
Rājadharman da sprach (Nom./Perf.3.Sg.)
praṇipatya puraṃdaram
sich verneigend vor Indra (Abs./Akk.)
yadi te 'nugrahakṛtā
wenn dir gnädig gemacht (Lok./Part.Pass.f.)
mayi buddhiḥ puraṃdara
gegenüber mir die Gesinnung, Puraṃdara (Lok./Nom.f./Vok.)
sakhāyaṃ me sudayitam
meinen Freund, den sehr geliebten (Akk./Gen./Akk.)
Und ein sehr großer Fluch wurde damals von den Götterscharen über ihn verhängt: „Nachdem er in einer Wiederverheirateten als Ehefrau lange Zeit Söhne gezeugt hat, wird dieser Undankbare in eine große Hölle gelangen“, [so], o Herr.
Wort für Wort
śāpaś ca sumahāṃs tasya
und ein sehr großer Fluch über ihn (Nom./Gen.)
dattaḥ suragaṇais tadā
gegeben von den Götterscharen damals (Part.Pass./Instr.Pl.)
kukṣau punarbhvāṃ bhāryāyām
in der Wiederverheirateten als Gattin, im Schoß (Lok.)
janayitvā cirāt sutān
nachdem er Söhne gezeugt hat, nach langer Zeit (Abs./Abl./Akk.Pl.)
nirayaṃ prāpsyati mahat
in eine große Hölle wird gelangen (Akk./Fut.3.Sg.)
kṛtaghno 'yam iti prabho
dieser Undankbare, so, o Herr (Nom./Vok.)
kukṣau: wörtlich ‚im Schoß‘ (der Wiederverheirateten); Sinn nach den Parallelzeilen etwa ‚mit ihr‘. [?]
Dies alles hat mir einst Nārada erzählt, o Bhārata; und da ich mich auch [an] die sehr große Erzählung erinnerte, o Stier unter den Männern, habe auch ich es dir alles der Wahrheit gemäß dargelegt.
Wort für Wort
etat prāha purā sarvam
dies sprach einst alles (Akk./Perf.3.Sg./Adv.)
nārado mama bhārata
Nārada zu mir, o Bhārata (Nom./Gen./Vok.)
saṃsmṛtya cāpi sumahad ākhyānam
und mich erinnernd auch an die sehr große Erzählung (Abs./Akk.)
Bhīṣma sprach: Der kundige König ließ den Rājadharman bestatten; ohne Unruhe ließ er jenen Zweimalgeborenen mit vielen Wohlgerüchen verbrennen. Auf das Wort jenes Gottes Indra [hin wurde] der Kranichkönig hier, eben dadurch mit Unsterblichkeitstrank besprengt, wieder belebt. Auch Rājadharman sprach zu dem Tausendäugigen, dem Feindebezwinger: „Wo ist der Brahmane Gautama? Er möge freigelassen werden, mein lieber Freund.“ Sein Wort beachtend, [gab] der Kauśika, der beste der Götter, erfreut und zum Gehen bereit, nachdem er Gautama entlassen hatte, [ihn frei]. Zufrieden ging der sanfte Rājadharman in sein Haus. Der grausame Gautama, der Freundesverräter, der niedrigste der Männer, war befreit; mit Gerät und Gepäck ging er da zur Śabara-Siedlung. Dort wurde er in einem Śabara-Leib geboren, der der Hölle gleicht; dieser große Fluch wurde dort von den Götterscharen so [verhängt]. Vom Herrscher der Rākṣasa verbrannt [war] der machtvolle Vogelkönig; neben dem Scheiterhaufen [stand] die milchgebende Surabhi und belebte ihn wieder. Aus ihrem Maul fiel Schaum, nichts als Milch, damals, Makelloser; vom Wind getragen kam er zu jenem Scheiterhaufen des Rājadharman. Der Götterkönig kam darauf zur Stadt des Virūpākṣa; auch Virūpākṣa ging dem angekommenen Götterkönig entgegen: „Der Sohn des Kāśyapa, o Gott, ist mein Bruder; [ich bitte,] dass er lebe.“ Kauśika aber erzählte alles, [er, immer] wieder erfreut. „Von Brahmā wurde einst aus Zorn zu Rājadharman gesagt: ‚Weil du nicht ständig zu dieser meiner Versammlung kommst, um [mich] zu sehen, deshalb wirst du ein Kranich werden, tugendhaft und der alten Überlieferung kundig; einst wird ein Übeltäter zu deiner Wohnstatt kommen, ein Brahmane, der in einem Śabara-Haus lebt, undankbar, Gatte einer Vṛṣalī. Wenn er dein Töter ist, dann wird deine Befreiung sein‘, so sagte er zu ihm. Deshalb ging er zur Welt Brahmās, des Höchsten. Und jener gelangte, der Übeltäter, der Schandfleck der Familie, in die Hölle. Als ich dieses große Wort [gehört hatte], das inmitten der Versammlung von Nārada gesprochen wurde, habe auch ich es dir, o Herrscher der Könige, der Wahrheit gemäß berichtet. Für den Brahmanenmörder, den Trinker, den Dieb und den, der sein Gelübde gebrochen hat, ist eine Sühne vorgeschrieben, o König; für den Undankbaren gibt es keine Sühne. Woher [käme] dem Undankbaren Ruhm, woher ein Platz, woher Glück? Der Undankbare ist unglaubwürdig; für den Undankbaren gibt es keine Sühne. Freundesverrat darf ein Mann nicht begehen, zumal nicht; wer einen Freund verrät, gelangt in eine schreckliche Hölle. Dankbar soll man immer sein, und mit freundschaftlicher Gesinnung, Makelloser; vom Freund geht alles aus; der Freund gilt als Segen. Gegenüber dem Erwerb von Reichtum oder dem Gewinn eines Freundes ist der Freundesgewinn vorzuziehen. Reichtümer sind leicht vom Freund [zu erlangen]; mit einem Freund ist es möglich, [etwas] zu erstreben. Und ein geschätzter, zugeneigter Freund ist auch die Frucht der Guten. Mit Ehrungen, zusammen mit den Angehörigen, soll der Kluge [ihn] verehren.“
dort wurde er in einem höllengleichen Śabara-Leib geboren; dieser große Fluch wurde von den Götterscharen so [ausgesprochen] (Lok./Part.Pass./Nom.)
dagdho rākṣasarājena khagarājaḥ pratāpavān; citāyāḥ pārśvato dogdhrī surabhir jīvayac ca tam
vom Rākṣasa-König verbrannt der Vogelkönig; neben dem Scheiterhaufen die milchgebende Surabhi, und sie belebte ihn (Part.Pass./Instr./Nom.f./Impf.Kaus.)
von Brahmā aus Zorn einst zu Rājadharman gesagt: weil du nicht ständig, um zu sehen, zu dieser meiner Versammlung kommst, deshalb wirst du ein Kranich sein, tugendhaft, der alten Überlieferung kundig (Part.Pass./Inf./Fut.Part.)
āgamiṣyati te vāsaṃ kadā cit pāpakarmakṛt; śabarāvāsago vipraḥ kṛtaghno vṛṣalīpatiḥ
zu deiner Wohnstatt wird einst kommen ein Übeltäter, ein Brahmane, der im Śabara-Haus lebt, undankbar, Gatte einer Vṛṣalī (Fut.3.Sg./Nom.)
yadā nihantā mokṣas te tadā bhāvīty uvāca tam
wenn er [dein] Töter ist, dann wird deine Befreiung sein, so sagte er zu ihm (Nom./Fut.Part./Perf.3.Sg.)
tasmād eva gato lokaṃ brahmaṇaḥ parameṣṭhinaḥ; sa cāpi nirayaṃ prāpto duṣkṛtiḥ kulapāṃsanaḥ
deshalb ging er zur Welt Brahmās, des Höchsten; und jener gelangte, der Übeltäter, Schandfleck der Familie, in die Hölle (Part.Pass./Nom.)
dieses große Wort gehört habend, das in der Versammlung von Nārada gesprochen wurde, habe auch ich es dir, o Herrscher der Könige, der Wahrheit gemäß berichtet (Abs./Part.Pass.)
brahmaghne ca surāpe ca core bhraṣṭavrate tathā; niṣkṛtir vihitā rājan kṛtaghne nāsti niṣkṛtiḥ
beim Brahmanenmörder, Trinker, Dieb und Gelübdebrecher ist Sühne vorgeschrieben, o König; beim Undankbaren gibt es keine (Lok./Part.Pass./Präs.)
dankbar soll man stets sein und freundschaftlich gesinnt, Makelloser; vom Freund geht alles aus; der Freund gilt als Segen (Instr./Gerundiv/Abl./Part.Pass.)
gegenüber Reichtumserwerb oder Freundesgewinn ist der Freundesgewinn vorzuziehen; Reichtümer sind leicht vom Freund zu erlangen; mit dem Freund ist es möglich zu streben (Abl./Nom./Pass.Präs./Inf.)
und ein geschätzter, zugeneigter Freund ist auch die Frucht der Guten; mit Ehrungen zusammen mit den Angehörigen soll der Kluge [ihn] verehren (Akk./Gen.Pl./Instr.Pl./Opt.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Lange Zusatzpassage (Wiederholung und Variante der Erzählung); Teile sind syntaktisch knapp und im Bezug unsicher (u. a. der Satz ‚er möge freigelassen werden‘ und ‚dass er lebe‘, sowie ‚sukhabhāvena‘ / ‚mitrabhāvena‘). [?]
Wolkendunkel, mit gelbbraunem, zum Zopf gebundenem Haarschopf, hochgewachsen, den Stab tragend, mit Antilopenfell als Gewand, die Welten selbst reinigend, der Vornehmste der Seher: Pārāśarya möge [uns] an den Festzeiten [seine] Gestalt enthüllen.
Wort für Wort
abhraśyāmaḥ
wolkendunkel (Nom.)
piṅgajaṭābaddhakalāpaḥ
mit gelbbraunem, zum Zopf gebundenem Haarbüschel (Nom.)
prāṃśur daṇḍī
hochgewachsen, stabtragend (Nom.)
kṛṣṇamṛgatvakparidhānaḥ
mit Fell der schwarzen Antilope als Gewand (Nom.)
sākṣāl lokān pāvayamānaḥ kavimukhyaḥ
selbst die Welten reinigend, der Vornehmste der Seher (Akk.Pl./Part.Präs./Nom.)
pārāśaryaḥ parvasu rūpaṃ vivṛṇotu
Pārāśarya möge an den Festzeiten seine Gestalt enthüllen (Nom./Lok.Pl./Akk./Imp.3.Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile; eine Segens-/Verehrungsstrophe für Vyāsa (Pārāśarya), die nicht zum Erzählzusammenhang gehört.
Eben durch sie [Surabhi] wieder belebt, verfluchte er, der Übeltäter, der zu seinem Land zurückkehren wollte, [Gautama]: „Er soll in einem Śabara-Leib geboren werden.“ Und der Übeltäter zeugte im Schoß einer Wiederverheirateten Söhne.
Wort für Wort
tayaiva jīvitaṃ pāpam
eben durch sie belebt den Übeltäter (Instr./Part.Pass.Akk./Akk.)
svadeśagamanotsukam
auf die Heimkehr in sein Land begierig (Akk.)
śaśāpa śabarīdehe
verfluchte: in einem Śabara-Leib (Perf.3.Sg./Lok.)
prasūto 'yaṃ bhavatv iti
geboren werde dieser, so (Part.Pass./Imp.3.Sg.)
kukṣau punarbhuvā pāpaḥ
im Schoß einer Wiederverheirateten der Übeltäter (Lok./Instr.f./Nom.)
sutān ajanayat tathā
Söhne zeugte ebenso (Akk.Pl./Impf.Kaus.3.Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile; das Subjekt von śaśāpa (Brahmā/Götter?) und die Konstruktion sind unklar, eventuell verderbt. [?]
„Deshalb soll der Brahmane, der im Haus den Kranich erschlug, der Sünde verhaftet, gebunden sein, und zwar sehr fest mit schrecklichen Schlingen aus Schlangen.“
Wort für Wort
tasmād bakaṃ gṛhe hantā
deshalb der den Kranich im Haus töten wird (Abl./Akk./Lok./Nom.Agens)
brāhmaṇaḥ pāpabandhanaḥ
der Brahmane, sündenverstrickt (Nom.)
bandho bhavatu
Fesselung soll sein (Nom./Imp.3.Sg.)
ghoraiś ca pāśair
und mit schrecklichen Schlingen (Instr.Pl.)
nāgamayair bhṛśam
aus Schlangen bestehenden, heftig (Instr.Pl./Adv.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile; hantā (‚Töter‘) wörtlich Nomen agentis, Bezug (gṛhe) unsicher. [?]
virūpākṣo 'tha saṃvṛttaṃ śrutvā vākyam apūjayat; śakraṃ ca brahmaṇaḥ pārśvaṃ tayā tena sahāvrajat; gautamo nirayaṃ prāptas tatsaṃbandhād bakas tathā; duḥkhaṃ rākṣasarājñaś ca dravyadānāc chramānvitaḥ
Als Virūpākṣa das Geschehene gehört hatte, ehrte er das Wort; und er ging mit Śakra zu Brahmā hin, samt jener und jenem. Gautama gelangte in die Hölle; wegen der Verbindung [mit ihm] auch der Kranich; und Kummer [traf] den König der Rākṣasa, [der] durch das Geben von Vermögen [mit] Mühe beladen [war].
Wort für Wort
virūpākṣo 'tha saṃvṛttaṃ
Virūpākṣa da das Geschehene (Nom./Part.Pass.Akk.)
śrutvā vākyam apūjayat
gehört habend, das Wort ehrte er (Abs./Akk./Impf.3.Sg.)
śakraṃ ca brahmaṇaḥ pārśvam
und Śakra zu Brahmā hin (Akk./Gen./Akk.)
tayā tena sahāvrajat
mit jener und jenem ging er (Instr./Instr./Impf.3.Sg.)
gautamo nirayaṃ prāptas
Gautama in die Hölle gelangt (Nom./Akk./Part.Pass.)
tatsaṃbandhād bakas tathā
wegen der Verbindung damit auch der Kranich (Abl./Nom.)
duḥkhaṃ rākṣasarājñaś ca
und Kummer dem König der Rākṣasa (Nom./Gen.)
dravyadānāc chramānvitaḥ
durch das Geben von Vermögen mühebeladen (Abl./Nom.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile; sehr knapp und teils unklar (tayā tena, Sinn von ‚Kranich in der Hölle‘ und ‚König der Rākṣasa‘). [?]
Als er dieses Wort gehört hatte, das vom hochgesinnten Bhīṣma gesprochen worden war, [war] Yudhiṣṭhira erfreuten Sinnes, stets zusammen mit [seinen] Brüdern.
Wort für Wort
etac chrutvā tato vākyam
dieses Wort gehört habend, dann (Abs./Akk.)
bhīṣmeṇoktaṃ mahātmanā
von Bhīṣma gesprochen, dem Hochgesinnten (Instr./Part.Pass./Instr.)
yudhiṣṭhiraḥ prītamanā
Yudhiṣṭhira erfreuten Sinnes (Nom.)
bhrātṛbhiḥ sahitaḥ sadā
mit den Brüdern zusammen stets (Instr.Pl./Nom./Adv.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile; das Prädikat fehlt (in 34 folgt babhūva). Ergänzt: [war].
Zu meiden ist von den Weisen der Sünder, der Undankbare, der Schamlose, der Freundesverräter, die Kohle [im Feuer] der Familie, der Übeltäter, der niedrigste der Männer.
Wort für Wort
parityājyo budhaiḥ pāpaḥ
zu meiden von den Weisen der Sünder (Gerundiv/Instr.Pl./Nom.)
Dieser Sünder, o Bester unter den Dharma-Tragenden, der Freundesverräter, der Undankbare, ist dir von mir [nun] geschildert worden. Was wünschst du noch weiter zu hören?
Wort für Wort
eṣa dharmabhṛtāṃ śreṣṭha
dieser, o Bester der Dharma-Tragenden (Nom./Gen.Pl./Vok.)
proktaḥ pāpo mayā tava
beschrieben der Sünder von mir dir (Part.Pass./Nom./Instr./Gen.)
mitradrohī kṛtaghno vai
der Freundesverräter, der Undankbare wahrlich (Nom.)
kiṃ bhūyaḥ śrotum icchasi
was weiter zu hören wünschst du (Nom./Adv./Inf./Präs.2.Sg.)