Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Śāntiparva

Kapitel 161: dharmārthakāmaviniścayaḥ Gespräch der Brüder über den Vorrang von Dharma, Artha und Kāma

Yudhiṣṭhira befragt Vidura und die Pāṇḍavas, welches der drei Lebensziele den Vorrang hat; Vidura, Arjuna, die Zwillinge und Bhīma antworten der Reihe nach, worauf Yudhiṣṭhira das Ideal der Loslösung und das Walten des Schicksals nennt.

vaiśaṃpāyana uvāca; ity uktavati bhīṣme tu tūṣṇīṃbhūte yudhiṣṭhiraḥ; papracchāvasaraṃ gatvā bhrātṝn vidurapañcamān

Vaiśaṃpāyana sprach: Als Bhīṣma so gesprochen hatte und verstummt war, fragte Yudhiṣṭhira, nachdem er eine passende Gelegenheit gefunden hatte, seine Brüder, unter denen Vidura der fünfte war.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca
Vaiśaṃpāyana sprach (Nom.; Perf. 3.Sg.)
ity uktavati bhīṣme tu tūṣṇīṃbhūte
als so gesprochen hatte Bhīṣma und verstummt war (Lok. abs.)
yudhiṣṭhiraḥ papraccha
Yudhiṣṭhira fragte (Nom.; Perf. 3.Sg.)
avasaraṃ gatvā
nachdem er eine Gelegenheit erlangt hatte (Abs.)
bhrātṝn vidurapañcamān
die Brüder, deren fünfter Vidura war (Akk.Pl.; Bahuvrīhi)

dharme cārthe ca kāme ca lokavṛttiḥ samāhitā; teṣāṃ garīyān katamo madhyamaḥ ko laghuś ca kaḥ

„Auf Dharma, Artha und Kāma ist das Verhalten der Welt gegründet. Welches von diesen ist das gewichtigste, welches das mittlere, und welches das geringste?

Wort für Wort
dharme cārthe ca kāme ca
in Dharma, in Artha und in Kāma (Lok.Sg.)
lokavṛttiḥ samāhitā
das Verhalten der Welt ist gegründet/gesammelt (Nom.Sg.f.; Part. Pass.)
teṣāṃ garīyān katamaḥ
von diesen: welcher ist der gewichtigere (Gen.Pl.; Nom.Sg. Komp.)
madhyamaḥ kaḥ
welcher der mittlere (Nom.Sg.)
laghuś ca kaḥ
und welcher der geringe (Nom.Sg.)

kasmiṃś cātmā niyantavyas trivargavijayāya vai; saṃtuṣṭā naiṣṭhikaṃ vākyaṃ yathāvad vaktum arhatha

Und auf welchen [von ihnen] ist das Selbst zu richten und zu zügeln, um die Dreiheit zu besiegen? Zufrieden [mit dieser Frage], sollt ihr mir die abschließende Auskunft der Wahrheit gemäß geben.“

Wort für Wort
kasmiṃś cātmā niyantavyaḥ
und an welchem ist das Selbst zu zügeln (Lok.Sg.; Gerundiv Nom.Sg.)
trivargavijayāya vai
zum Sieg über die Dreiheit, fürwahr (Dat.Sg.)
saṃtuṣṭā
zufrieden (Nom.Pl.m.)
naiṣṭhikaṃ vākyam
das entschiedene/abschließende Wort (Akk.Sg.n.)
yathāvad vaktum arhatha
der Wahrheit gemäß zu sprechen vermögt/sollt ihr (Inf.; 2.Pl.Präs.)

tato 'rthagatitattvajñaḥ prathamaṃ pratibhānavān; jagāda viduro vākyaṃ dharmaśāstram anusmaran

Da sprach zuerst Vidura, der die Wahrheit über Ziel und Weg des Nutzens kennt, geistesgegenwärtig, das Wort, indem er sich des Dharmaśāstra erinnerte.

Wort für Wort
tato 'rthagatitattvajñaḥ
da, der Kenner der Wahrheit über Ziel und Weg des Nutzens (Nom.Sg.; Tatpuruṣa)
prathamaṃ pratibhānavān
zuerst, geistesgegenwärtig (Adv.; Nom.Sg.)
jagāda viduraḥ
sprach Vidura (Perf. 3.Sg.)
vākyaṃ dharmaśāstram anusmaran
das Wort, das Dharmaśāstra erinnernd (Akk.Sg.; Part.Präs.)

bāhuśrutyaṃ tapas tyāgaḥ śraddhā yajñakriyā kṣamā; bhāvaśuddhir dayā satyaṃ saṃyamaś cātmasaṃpadaḥ

Vielgelehrtheit, Askese, Verzicht, Glaube, Opferhandlung, Nachsicht, Läuterung der Gesinnung, Mitgefühl, Wahrhaftigkeit und Selbstzügelung – [dies sind] die Schätze des Selbst.

Wort für Wort
bāhuśrutyaṃ tapas tyāgaḥ
Vielgelehrtheit, Askese, Verzicht (Nom.Sg.)
śraddhā yajñakriyā kṣamā
Glaube, Opferhandlung, Nachsicht (Nom.Sg.)
bhāvaśuddhir dayā satyam
Läuterung der Gesinnung, Mitgefühl, Wahrheit (Nom.Sg.)
saṃyamaś cātmasaṃpadaḥ
und Selbstzügelung: die Schätze des Selbst (Nom.Sg.; Nom.Pl.)

etad evābhipadyasva mā te bhūc calitaṃ manaḥ; etan mūlau hi dharmārthāv etad ekapadaṃ hitam

Halte dich eben hieran; dein Geist soll nicht wankend werden. Dharma und Artha haben dies zur Wurzel; dies allein ist der eine, heilsame Weg.

Wort für Wort
etad evābhipadyasva
eben hierzu wende dich (Imp. Med. 2.Sg.)
mā te bhūc calitaṃ manaḥ
nicht soll dir geworden sein wankend der Geist (Aor. Injunktiv; Nom.Sg.n.)
etan mūlau hi dharmārthau
denn Dharma und Artha haben dies zur Wurzel (Nom.Du.; Bahuvrīhi)
etad ekapadaṃ hitam
dies ist der einzige Weg/Halt, heilsam (Nom.Sg.n.)

dharmeṇaivarṣayas tīrṇā dharme lokāḥ pratiṣṭhitāḥ; dharmeṇa devā divigā dharme cārthaḥ samāhitaḥ

Durch Dharma sind die Weisen [über das Leid] hinübergelangt; im Dharma sind die Welten gegründet; durch Dharma gehen die Götter zum Himmel, und im Dharma ist Artha verankert.

Wort für Wort
dharmeṇaivarṣayas tīrṇāḥ
durch Dharma eben sind die Seher hinübergelangt (Instr.Sg.; Nom.Pl.; Part. Pass.)
dharme lokāḥ pratiṣṭhitāḥ
im Dharma sind die Welten gegründet (Lok.Sg.; Nom.Pl.)
dharmeṇa devā divigāḥ
durch Dharma [sind] die Götter Himmelsgänger (Instr.Sg.; Nom.Pl.)
dharme cārthaḥ samāhitaḥ
und im Dharma ist Artha gesammelt/verankert (Lok.Sg.; Nom.Sg.)

ṛṣayas: ‚Seher/Weise‘. tīrṇāḥ ohne Objekt; [über das Leid] ergänzt.

dharmo rājan guṇaśreṣṭho madhyamo hy artha ucyate; kāmo yavīyān iti ca pravadanti manīṣiṇaḥ; tasmād dharmapradhānena bhavitavyaṃ yatātmanā

Der Dharma, König, ist der an Eigenschaften Vorzüglichste; Artha wird der mittlere genannt; Kāma der jüngste [= geringste], sagen die Weisen. Darum soll man, mit gezügeltem Selbst, den Dharma zum Wichtigsten machen.

Wort für Wort
dharmo rājan guṇaśreṣṭhaḥ
Dharma, König, an Eigenschaften der beste (Nom.Sg.; Vok.Sg.)
madhyamo hy artha ucyate
der mittlere wird Artha genannt (Nom.Sg.; Pass. 3.Sg.)
kāmo yavīyān iti ca pravadanti manīṣiṇaḥ
und Kāma der jüngere/geringere, so sagen die Weisen (Nom.Sg.; 3.Pl.Präs.; Nom.Pl.)
tasmād dharmapradhānena
darum von dem, der Dharma zum Hauptziel hat (Abl.; Instr.Sg.)
bhavitavyaṃ yatātmanā
ist zu sein, vom Selbstbeherrschten (Gerundiv; Instr.Sg.)

tathā ca sarvabhūteṣu vartitavyaṃ yathātmani

Und so ist gegenüber allen Wesen zu verfahren, wie man es sich selbst gegenüber [wünscht].

Wort für Wort
tathā ca sarvabhūteṣu
und so gegenüber allen Wesen (Lok.Pl.)
vartitavyaṃ yathātmani
ist zu verfahren, wie gegenüber sich selbst (Gerundiv; Lok.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage (star); Ergänzung ‚wünscht‘ sinngemäß.

samāptavacane tasminn arthaśāstraviśāradaḥ; pārtho vākyārthatattvajño jagau vākyam atandritaḥ

Als jener geendet hatte, sprach Pārtha [Arjuna], der in der Wissenschaft vom Nutzen (Arthaśāstra) Bewanderte, der die Wahrheit des Wortsinns kennt, unermüdlich ein Wort.

Wort für Wort
samāptavacane tasmin
als dessen Rede zu Ende war (Lok. abs.)
arthaśāstraviśāradaḥ
in der Arthaśāstra bewandert (Nom.Sg.)
pārtho vākyārthatattvajñaḥ
Pārtha, Kenner der Wahrheit des Wortsinns (Nom.Sg.)
jagau vākyam atandritaḥ
sprach ein Wort, unermüdlich (Perf. 3.Sg.; Nom.Sg.)

karmabhūmir iyaṃ rājann iha vārttā praśasyate; kṛṣivāṇijyagorakṣyaṃ śilpāni vividhāni ca

„Dies hier, König, ist das Land des Handelns; hier wird die Vārttā gepriesen: Ackerbau, Handel und Viehzucht sowie mancherlei Handwerke.

Wort für Wort
karmabhūmir iyaṃ rājan
dieses ist die Erde/das Feld des Handelns, König (Nom.Sg.f.; Vok.)
iha vārttā praśasyate
hier wird die Vārttā (Erwerbskunde) gepriesen (Pass. 3.Sg.)
kṛṣivāṇijyagorakṣyam
Ackerbau, Handel, Viehzucht (Nom.Sg.n.; Dvandva)
śilpāni vividhāni ca
und mannigfache Handwerke (Nom.Pl.n.)

vārttā: die Wissenschaft vom Lebenserwerb.

artha ity eva sarveṣāṃ karmaṇām avyatikramaḥ; na ṛte 'rthena vartete dharmakāmāv iti śrutiḥ

‚Artha‘ – [so heißt] eben das, was bei allen Handlungen unverletzt bleibt [d. h. ihr unausweichliches Ziel] [?]. Ohne Artha bestehen weder Dharma noch Kāma, so lautet die Überlieferung.

Wort für Wort
artha ity eva
„Artha“, eben so (Nom.Sg.; iti)
sarveṣāṃ karmaṇām avyatikramaḥ
der Nichtüberschritt/das Unumgängliche aller Handlungen (Gen.Pl.n.; Nom.Sg.)
na ṛte 'rthena vartete
nicht bestehen ohne Artha (Instr.Sg.; 3.Du.Med.)
dharmakāmāv iti śrutiḥ
Dharma und Kāma – so die Überlieferung (Nom.Du.; Nom.Sg.f.)

avyatikrama unsicher: ‚Nichtüberschreiten/Unumgänglichkeit‘.

vijayī hy arthavān dharmam ārādhayitum uttamam; kāmaṃ ca carituṃ śakto duṣprāpam akṛtātmabhiḥ

Der siegreiche Wohlhabende vermag den höchsten Dharma zu erfüllen und Kāma zu pflegen – [beides] schwer erreichbar für die, die ihr Selbst nicht geschult haben.

Wort für Wort
vijayī hy arthavān
der Siegreiche, der Wohlhabende (Nom.Sg.)
dharmam ārādhayitum uttamam
den höchsten Dharma zu erfüllen (Akk.Sg.; Inf. Kaus.)
kāmaṃ ca carituṃ śakto
und Kāma zu pflegen fähig (Akk.Sg.; Inf.; Nom.Sg.)
duṣprāpam akṛtātmabhiḥ
schwer erreichbar für Ungeschulte (Nom.Sg.n.; Instr.Pl.)

arthasyāvayavāv etau dharmakāmāv iti śrutiḥ; arthasiddhyā hi nirvṛttāv ubhāv etau bhaviṣyataḥ

Dharma und Kāma sind die beiden Glieder von Artha, so lautet die Überlieferung; ist Artha vollendet, so werden beide zur Vollendung kommen.

Wort für Wort
arthasyāvayavāv etau
dieses Paar ist die zwei Glieder des Artha (Gen.Sg.; Nom.Du.)
dharmakāmāv iti śrutiḥ
Dharma und Kāma, so die Überlieferung (Nom.Du.; Nom.Sg.f.)
arthasiddhyā hi nirvṛttau
denn durch Erfüllung des Artha, bei der Vollendung (Instr.Sg.; Lok.Sg.)
ubhāv etau bhaviṣyataḥ
werden diese beiden sein (Nom.Du.; Fut. 3.Du.)

udbhūtārthaṃ hi puruṣaṃ viśiṣṭatarayonayaḥ; brahmāṇam iva bhūtāni satataṃ paryupāsate

Einen Mann, dessen Reichtum sich erhoben hat, umringen Wesen von noch höherer Herkunft beständig, wie [man] Brahmā [umringt].

Wort für Wort
udbhūtārthaṃ hi puruṣam
einen Mann von emporgekommenem Reichtum (Akk.Sg.; Bahuvrīhi)
viśiṣṭatarayonayaḥ
Wesen von noch vorzüglicherer Herkunft (Nom.Pl.)
brahmāṇam iva bhūtāni
wie Wesen den Brahmā (Akk.Sg.; Nom.Pl.)
satataṃ paryupāsate
beständig umwarten/verehren (Adv.; 3.Pl.Med.)

jaṭājinadharā dāntāḥ paṅkadigdhā jitendriyāḥ; muṇḍā nistantavaś cāpi vasanty arthārthinaḥ pṛthak

Mit Flechten und Antilopenfell, gezügelt, mit Schlamm beschmiert, Herr über die Sinne, kahl, ohne Faden [?] – auch sie leben, nach Reichtum strebend, jeder für sich.

Wort für Wort
jaṭājinadharā dāntāḥ
Flechten und Fell tragend, gezügelt (Nom.Pl.)
paṅkadigdhā jitendriyāḥ
mit Schlamm beschmiert, die Sinne besiegt habend (Nom.Pl.)
muṇḍā nistantavaś cāpi
kahl, fadenlos [?], auch (Nom.Pl.)
vasanty arthārthinaḥ pṛthak
leben, nach Reichtum strebend, jeder für sich (3.Pl.Präs.; Nom.Pl.; Adv.)

nistantavaḥ unsicher (‚ohne Opferschnur/Familienband‘ o. ä.).

kāṣāyavasanāś cānye śmaśrulā hrīsusaṃvṛtāḥ; vidvāṃsaś caiva śāntāś ca muktāḥ sarvaparigrahaiḥ

Andere sind in ockerfarbene Gewänder gekleidet, bärtig, von Scham gut bedeckt, gelehrt und friedvoll, frei von allem Besitz.

Wort für Wort
kāṣāyavasanāś cānye
und andere in ockerfarbenen Gewändern (Nom.Pl.)
śmaśrulā hrīsusaṃvṛtāḥ
bärtig, von Scham wohl bedeckt (Nom.Pl.)
vidvāṃsaś caiva śāntāś ca
und gelehrt und friedvoll (Nom.Pl.)
muktāḥ sarvaparigrahaiḥ
frei von allem Besitz (Nom.Pl.; Instr.Pl.)

arthārthinaḥ santi nityaṃ paritapyanti karmabhiḥ

Es gibt beständig nach Reichtum Strebende; sie quälen sich durch ihre Werke.

Wort für Wort
arthārthinaḥ santi nityam
nach Reichtum Strebende gibt es beständig (Nom.Pl.; 3.Pl.Präs.)
paritapyanti karmabhiḥ
sie quälen sich durch Werke (3.Pl.Präs.; Instr.Pl.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage (star).

arthārthinaḥ santi ke cid apare svargakāṅkṣiṇaḥ; kulapratyāgamāś caike svaṃ svaṃ mārgam anuṣṭhitāḥ

Manche sind nach Reichtum strebend, andere begehren den Himmel; wieder andere folgen dem, was in der Familie überliefert ist – jeder seinen eigenen Weg gehend.

Wort für Wort
arthārthinaḥ santi ke cit
manche sind nach Reichtum strebend (Nom.Pl.)
apare svargakāṅkṣiṇaḥ
andere den Himmel begehrend (Nom.Pl.)
kulapratyāgamāś caike
und die einen [folgen] der Familienüberlieferung (Nom.Pl.)
svaṃ svaṃ mārgam anuṣṭhitāḥ
je den eigenen Weg verfolgend (Akk.Sg.; Part. Pass. aktiv)

āstikā nāstikāś caiva niyatāḥ saṃyame pare; aprajñānaṃ tamobhūtaṃ prajñānaṃ tu prakāśatā

Gläubige und Ungläubige, [beide] fest im höchsten Zügeln. Unwissen ist zur Finsternis geworden, Wissen aber ist Helligkeit.

Wort für Wort
āstikā nāstikāś caiva
Gläubige und Ungläubige (Nom.Pl.)
niyatāḥ saṃyame pare
fest im höchsten Zügeln (Nom.Pl.; Lok.Sg.)
aprajñānaṃ tamobhūtam
Unwissen, zur Finsternis geworden (Nom.Sg.n.)
prajñānaṃ tu prakāśatā
Wissen aber ist Helligkeit (Nom.Sg.n.; Nom.Sg.f.)

bhṛtyān bhogair dviṣo daṇḍair yo yojayati so 'rthavān; etan matimatāṃ śreṣṭha mataṃ mama yathātatham; anayos tu nibodha tvaṃ vacanaṃ vākyakaṇṭhayoḥ

Wer Diener mit Genüssen, Feinde mit Strafen versieht, der ist reich. Dies, Bester der Verständigen, ist meine Ansicht, der Wahrheit gemäß; von diesen beiden aber [Nakula und Sahadeva], die das Wort im Munde führen [?], vernimm die Rede.

Wort für Wort
bhṛtyān bhogair dviṣo daṇḍair
Diener mit Genüssen, Feinde mit Strafen (Akk.Pl.; Instr.Pl.)
yo yojayati so 'rthavān
wer versieht, der ist reich (Rel.; 3.Sg.Kaus.; Nom.Sg.)
etan matimatāṃ śreṣṭha mataṃ mama yathātatham
dies, Bester der Klugen, ist meine Meinung wahrheitsgemäß (Vok.Sg.; Nom.Sg.n.)
anayos tu nibodha tvaṃ
von diesen beiden aber vernimm du (Gen.Du.; Imp. 2.Sg.)
vacanaṃ vākyakaṇṭhayoḥ
die Rede der beiden Worte-Kehligen [?] (Akk.Sg.; Gen.Du.)

vākyakaṇṭhayoḥ unklar: wörtl. ‚zweier mit Wort-Kehle‘.

tato dharmārthakuśalau mādrīputrāv anantaram; nakulaḥ sahadevaś ca vākyaṃ jagadatuḥ param

Darauf sprachen die in Dharma und Artha kundigen Mādrī-Söhne, Nakula und Sahadeva, ein weiteres, treffliches Wort.

Wort für Wort
tato dharmārthakuśalau
darauf die in Dharma und Artha Kundigen (Nom.Du.)
mādrīputrāv anantaram
die beiden Söhne der Mādrī, unmittelbar danach (Nom.Du.; Adv.)
nakulaḥ sahadevaś ca
Nakula und Sahadeva (Nom.Sg.)
vākyaṃ jagadatuḥ param
sprachen ein höchstes Wort (Perf. 3.Du.; Akk.Sg.n.)

āsīnaś ca śayānaś ca vicarann api ca sthitaḥ; arthayogaṃ dṛḍhaṃ kuryād yogair uccāvacair api

Ob sitzend oder liegend, umhergehend oder stehend: man soll sich fest um die Verbindung mit Artha bemühen, durch mancherlei Mittel, hohe und niedrige.

Wort für Wort
āsīnaś ca śayānaś ca
sitzend und liegend (Nom.Sg.; Part.Präs.Med.)
vicarann api ca sthitaḥ
auch umherziehend und stehend (Part.Präs.; Part. Pass.)
arthayogaṃ dṛḍhaṃ kuryāt
Verbindung mit Artha fest betreiben soll man (Akk.Sg.; Opt. 3.Sg.)
yogair uccāvacair api
selbst durch Mittel hoher und niedriger Art (Instr.Pl.)

asmiṃs tu vai susaṃvṛtte durlabhe paramapriye; iha kāmān avāpnoti pratyakṣaṃ nātra saṃśayaḥ

Ist dieser [Artha] aber gut erlangt, schwer zu erreichen und höchst lieb, so gewinnt man hier die Wünsche sichtbar; darüber gibt es keinen Zweifel.

Wort für Wort
asmiṃs tu vai susaṃvṛtte
wenn dieser aber gut erlangt ist (Lok. abs.)
durlabhe paramapriye
schwer erreichbar, höchst lieb (Lok.Sg.)
iha kāmān avāpnoti
hier erlangt man die Wünsche (Akk.Pl.; 3.Sg.Präs.)
pratyakṣaṃ nātra saṃśayaḥ
sichtbar; hierin kein Zweifel (Adv.; Nom.Sg.)

yo 'rtho dharmeṇa saṃyukto dharmo yaś cārthasaṃyutaḥ; madhv ivāmṛtasaṃyuktaṃ tasmād etau matāv iha

Der Artha, der mit Dharma verbunden ist, und der Dharma, der mit Artha verbunden ist – wie Honig mit Nektar vermischt –, darum gelten diese beiden hier als [erstrebenswert].

Wort für Wort
yo 'rtho dharmeṇa saṃyuktaḥ
der Artha, der mit Dharma verbunden ist (Nom.Sg.; Instr.Sg.)
dharmo yaś cārthasaṃyutaḥ
und der Dharma, der mit Artha verbunden ist (Nom.Sg.)
madhv ivāmṛtasaṃyuktam
wie Honig mit Nektar vermengt (Nom.Sg.n.)
tasmād etau matāv iha
darum sind diese beiden hier anerkannt (Nom.Du.; Part. Pass.)

anarthasya na kāmo 'sti tathārtho 'dharmiṇaḥ kutaḥ; tasmād udvijate loko dharmārthād yo bahiṣkṛtaḥ

Wer keinen Artha hat, hat kein Kāma; woher [gäbe es] Artha für den Adharma-Übenden? Darum schreckt die Welt vor dem zurück, der von Dharma und Artha ausgeschlossen ist.

Wort für Wort
anarthasya na kāmo 'sti
für den Besitzlosen gibt es kein Kāma (Gen.Sg.; Nom.Sg.)
tathārtho 'dharmiṇaḥ kutaḥ
ebenso Artha für den Adharmiker, woher? (Gen.Sg.; Adv.)
tasmād udvijate lokaḥ
darum schreckt die Welt zurück (3.Sg.Präs.Med.)
dharmārthād yo bahiṣkṛtaḥ
vor dem, der von Dharma und Artha ausgeschlossen ist (Abl.; Nom.Sg.)

tasmād dharmapradhānena sādhyo 'rthaḥ saṃyatātmanā; viśvasteṣu ca bhūteṣu kalpate sarva eva hi

Darum ist Artha vom Selbstbeherrschten, der den Dharma zum Vorrang macht, zu erlangen; und wo die Wesen Vertrauen haben, gelingt eben alles.

Wort für Wort
tasmād dharmapradhānena
darum von dem, dem Dharma das Wichtigste ist (Instr.Sg.)
sādhyo 'rthaḥ saṃyatātmanā
ist Artha zu erlangen, vom Selbstbeherrschten (Gerundiv; Instr.Sg.)
viśvasteṣu ca bhūteṣu
und unter vertrauenden Wesen (Lok.Pl.; Part. Pass.)
kalpate sarva eva hi
gelingt nämlich alles (3.Sg.Präs.Med.; Nom.Sg.)

dharmaṃ samācaret pūrvaṃ tathārthaṃ dharmasaṃyutam; tataḥ kāmaṃ caret paścāt siddhārthasya hi tat phalam

Zuerst soll man den Dharma üben, ebenso den Artha, mit Dharma verbunden; danach dann Kāma; denn das ist die Frucht für den, der sein Ziel erreicht hat.

Wort für Wort
dharmaṃ samācaret pūrvam
Dharma soll man zuerst üben (Akk.Sg.; Opt. 3.Sg.; Adv.)
tathārthaṃ dharmasaṃyutam
ebenso Artha, mit Dharma verbunden (Akk.Sg.)
tataḥ kāmaṃ caret paścāt
danach Kāma pflegen soll man später (Opt. 3.Sg.; Adv.)
siddhārthasya hi tat phalam
denn das ist die Frucht für den, dessen Ziel erreicht ist (Gen.Sg.; Nom.Sg.n.)

virematus tu tad vākyam uktvā tāv aśvinoḥ sutau; bhīmasenas tadā vākyam idaṃ vaktuṃ pracakrame

Nachdem die beiden Söhne der Aśvin jenes Wort gesprochen hatten, hörten sie auf; da begann Bhīmasena, dieses Wort zu sprechen.

Wort für Wort
virematus tu tad vākyam uktvā
sie hörten auf, nachdem sie jenes Wort gesprochen (Perf. 3.Du.; Abs.)
tāv aśvinoḥ sutau
jene beiden, die Söhne der Aśvin (Nom.Du.; Gen.Du.)
bhīmasenas tadā
Bhīmasena da (Nom.Sg.; Adv.)
vākyam idaṃ vaktum pracakrame
begann dieses Wort zu sprechen (Akk.Sg.; Inf.; Perf. 3.Sg.Med.)

nākāmaḥ kāmayaty arthaṃ nākāmo dharmam icchati; nākāmaḥ kāmayāno 'sti tasmāt kāmo viśiṣyate

„Ein Wunschloser wünscht keinen Artha, ein Wunschloser strebt nicht nach Dharma; einen Wunschlosen, der [überhaupt etwas] begehrt, gibt es nicht; darum ist Kāma vorzüglich.

Wort für Wort
nākāmaḥ kāmayaty artham
ein Wunschloser begehrt nicht Artha (Nom.Sg.; 3.Sg.Präs.)
nākāmo dharmam icchati
ein Wunschloser will nicht Dharma (Akk.Sg.; 3.Sg.Präs.)
nākāmaḥ kāmayāno 'sti
ein Wunschloser, der begehrt, existiert nicht (Part.Präs.; 3.Sg.)
tasmāt kāmo viśiṣyate
darum ist Kāma vorzüglicher (Abl.; Pass. 3.Sg.)

kāmena yuktā ṛṣayas tapasy eva samāhitāḥ; palāśaphalamūlāśā vāyubhakṣāḥ susaṃyatāḥ

Vom Verlangen getrieben sind die Seher, in Askese versunken, von Palāśa-Früchten und Wurzeln lebend, sich von Luft nährend, streng gezügelt.

Wort für Wort
kāmena yuktāḥ ṛṣayaḥ
vom Verlangen getrieben (die) Seher (Instr.Sg.; Part.Pass.; Nom.Pl.)
tapasi eva samāhitāḥ
in Askese versunken (Lok.Sg.; Part.Pass.Nom.Pl.)
palāśaphalamūlāśāḥ
von Palāśa-Früchten und Wurzeln sich nährend (Kompositum; Nom.Pl.)
vāyubhakṣāḥ susaṃyatāḥ
Luft essend, wohlgezügelt (Nom.Pl.)

vedopavādeṣv apare yuktāḥ svādhyāyapāragāḥ; śrāddhayajñakriyāyāṃ ca tathā dānapratigrahe

Andere sind in den Vedopavādas [?] beschäftigt, im Vedastudium bis zum Ende gelangt; ebenso im Śrāddha- und Opferritus sowie im Geben und Annehmen von Gaben.

Wort für Wort
vedopavādeṣu apare yuktāḥ
in den Vedopavādas [?] andere beschäftigt (Lok.Pl.; Nom.Pl.; Part.Pass.)
svādhyāyapāragāḥ
im Vedastudium zum Ende gelangt (Nom.Pl.)
śrāddhayajñakriyāyāṃ ca
und im Śrāddha- und Opferritus (Lok.Sg.)
tathā dānapratigrahe
ebenso im Geben und Annehmen (Lok.Sg.)

„vedopavāda“ mehrdeutig (etwa Veda-Nebenlehren / Erörterungen des Veda); Bedeutung unsicher.

vaṇijaḥ karṣakā gopāḥ kāravaḥ śilpinas tathā; daivakarmakṛtaś caiva yuktāḥ kāmena karmasu

Kaufleute, Bauern, Hirten, Handwerker und Künstler ebenso, und die, die Götterwerk verrichten [Priester], sind bei [ihren] Verrichtungen vom Verlangen angetrieben.

Wort für Wort
vaṇijaḥ karṣakāḥ gopāḥ
Kaufleute, Bauern, Hirten (Nom.Pl.)
kāravaḥ śilpinaḥ tathā
Handwerker, Künstler ebenso (Nom.Pl.)
daivakarmakṛtaḥ ca eva
und auch die Götterwerk Verrichtenden (Nom.Pl.)
yuktāḥ kāmena karmasu
angetrieben vom Verlangen bei den Verrichtungen (Part.Pass.; Instr.Sg.; Lok.Pl.)

samudraṃ cāviśanty anye narāḥ kāmena saṃyutāḥ; kāmo hi vividhākāraḥ sarvaṃ kāmena saṃtatam

Andere Männer, vom Verlangen erfüllt, betreten sogar das Meer. Denn das Verlangen ist vielgestaltig; alles ist vom Verlangen durchzogen.

Wort für Wort
samudraṃ ca āviśanti anye
und das Meer betreten andere (Akk.Sg.; 3.Pl.Präs.; Nom.Pl.)
narāḥ kāmena saṃyutāḥ
Männer, vom Verlangen erfüllt (Nom.Pl.; Instr.Sg.; Part.Pass.)
kāmaḥ hi vividhākāraḥ
denn das Verlangen ist vielgestaltig (Nom.Sg.)
sarvaṃ kāmena saṃtatam
alles ist vom Verlangen durchzogen (Nom.Sg.n.; Instr.Sg.; Part.Pass.)

nāsti nāsīn nābhaviṣyad bhūtaṃ kāmātmakāt param; etat sāraṃ mahārāja dharmārthāv atra saṃśritau

Es gibt kein Wesen, gab keines und wird keines sein, das höher wäre als das, dessen Wesen das Verlangen ist. Dies ist das Wesentliche, Großkönig; Dharma und Artha sind darin gegründet.

Wort für Wort
na asti na āsīt na abhaviṣyat
es gibt nicht, es gab nicht, es wird nicht sein (3.Sg.Präs.; Impf.; Kond./Fut.)
bhūtaṃ kāmātmakāt param
ein Wesen höher als das, dessen Wesen Verlangen ist (Nom.Sg.n.; Abl.Sg.; Nom.)
etat sāram mahārāja
dies ist das Wesentliche, Großkönig (Nom.Sg.n.; Vok.Sg.)
dharmārthau atra saṃśritau
Dharma und Artha sind darin gegründet (Nom.Du.; Part.Pass.Du.)

navanītaṃ yathā dadhnas tathā kāmo 'rthadharmataḥ; śreyas tailaṃ ca piṇyākād dhṛtaṃ śreya udaśvitaḥ

Wie die Butter aus der Sauermilch, so [ist] das Verlangen [das Beste] aus Artha und Dharma; besser als der Ölkuchen ist das Öl, besser als die Buttermilch-Mischung das Ghee.

Wort für Wort
navanītaṃ yathā dadhnaḥ
wie die Butter aus der Sauermilch (Nom.Sg.; Abl.Sg.)
tathā kāmaḥ arthadharmataḥ
so das Verlangen aus Artha und Dharma (Nom.Sg.; Abl.-Suffix)
śreyaḥ tailaṃ ca piṇyākāt
besser das Öl als der Ölkuchen (Nom.Sg.n. Kompar.; Abl.Sg.)
ghṛtaṃ śreyaḥ udaśvitaḥ
das Ghee besser als die Buttermilch-Mischung (Nom.Sg.; Abl.Sg.)

„udaśvit“ als Buttermilch-Mischung gedeutet.

śreyaḥ puṣpaphalaṃ kāṣṭhāt kāmo dharmārthayor varaḥ; puṣpato madhv iva rasaḥ kāmāt saṃjāyate sukham

Besser als das Holz sind Blüte und Frucht; das Verlangen ist das Höhere gegenüber Dharma und Artha. Wie der Honigsaft aus der Blüte, so entsteht aus dem Verlangen das Glück.

Wort für Wort
śreyaḥ puṣpaphalaṃ kāṣṭhāt
besser Blüte und Frucht als Holz (Nom.Sg.n.; Abl.Sg.)
kāmaḥ dharmārthayoḥ varaḥ
das Verlangen ist das Bessere gegenüber Dharma und Artha (Nom.Sg.; Gen.Du.)
puṣpataḥ madhu iva rasaḥ
wie der Honigsaft aus der Blüte (Abl.-Suffix; Nom.Sg.)
kāmāt saṃjāyate sukham
aus dem Verlangen entsteht Glück (Abl.Sg.; 3.Sg.Präs.Med.)

kāmo dharmārthayor yoniḥ kāmaś cātha tadātmakaḥ; nākāmato brāhmaṇāḥ svannam arthān; nākāmato dadati brāhmaṇebhyaḥ; nākāmato vividhā lokaceṣṭā; tasmāt kāmaḥ prāk trivargasya dṛṣṭaḥ

Das Verlangen ist der Ursprung von Dharma und Artha, und das Verlangen ist deren Wesen. Nicht ohne Verlangen [gewinnen] Brāhmaṇas gute Speise [und] Güter [?]; nicht ohne Verlangen geben sie den Brāhmaṇas; nicht ohne Verlangen gibt es das vielfältige Treiben der Welt; darum wurde das Verlangen als Erstes vor der Dreiheit [Dharma, Artha, Kāma] gesehen.

Wort für Wort
kāmaḥ dharmārthayoḥ yoniḥ
das Verlangen ist Ursprung von Dharma und Artha (Nom.Sg.; Gen.Du.; Nom.Sg.)
kāmaḥ ca atha tadātmakaḥ
und das Verlangen ist dann deren Wesen (Nom.Sg.)
na akāmataḥ brāhmaṇāḥ svannam arthān
nicht ohne Verlangen Brāhmaṇas gute Speise, Güter [?] (Adv.; Nom.Pl.; Akk.)
na akāmataḥ dadati brāhmaṇebhyaḥ
nicht ohne Verlangen geben sie den Brāhmaṇas (3.Pl.Präs.; Dat.Pl.)
na akāmataḥ vividhā lokaceṣṭā
nicht ohne Verlangen das vielfältige Treiben der Welt (Nom.Sg.f.)
tasmāt kāmaḥ prāk trivargasya dṛṣṭaḥ
darum wurde das Verlangen zuerst vor der Dreiheit gesehen (Nom.Sg.; Gen.Sg.; Part.Pass.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; „brāhmaṇāḥ svannam arthān“ verderbt oder elliptisch, Verb fehlt, „[gewinnen]“ ergänzt.

sucāruveṣābhir alaṃkṛtābhir; madotkaṭābhiḥ priyavādinībhiḥ; ramasva yoṣābhir upetya kāmaṃ; kāmo hi rājaṃs tarasābhipātī

Mit Frauen, die schön gekleidet, geschmückt, von Rausch strotzend und liebreich redend sind, vergnüge dich nach Lust, wenn du dich ihnen nahst; denn das Verlangen, König, fällt ungestüm über [uns] her.

Wort für Wort
sucāruveṣābhiḥ alaṃkṛtābhiḥ
mit schön Gekleideten, Geschmückten (Instr.Pl.f.)
madotkaṭābhiḥ priyavādinībhiḥ
von Rausch strotzenden, liebreich Redenden (Instr.Pl.f.)
ramasva yoṣābhiḥ upetya kāmam
vergnüge dich mit Frauen, dich nahend, nach Lust (Imp.Med.; Instr.Pl.; Abs.; Adv.)
kāmaḥ hi rājan tarasā abhipātī
denn das Verlangen, König, stürzt ungestüm herbei (Nom.Sg.; Vok.Sg.; Instr./Adv.; Nom.Sg.)

buddhir mamaiṣā pariṣat sthitasya; mā bhūd vicāras tava dharmaputra; syāt saṃhitaṃ sadbhir aphalgusāraṃ; sametya vākyaṃ param ānṛśaṃsyam

Dies ist meine Einsicht, während ich in der Versammlung stehe: Kein [weiteres] Grübeln soll dir sein, Sohn des Dharma. Nachdem [die Guten] zusammengekommen sind, möge das Wort von höchster Menschenfreundlichkeit [?], von den Guten zusammengefügt, ohne wertlosen Kern [d. h. gehaltvoll], sein.

Wort für Wort
buddhiḥ mama eṣā
dies ist meine Einsicht (Nom.Sg.f.; Gen.Sg.)
pariṣat sthitasya
der ich in der Versammlung stehe (Lok.Sg.; Part.Pass.Gen.Sg.)
mā bhūt vicāraḥ tava dharmaputra
kein Grübeln soll dir sein, Sohn des Dharma (Aor.-Inj.; Nom.Sg.; Gen.; Vok.)
syāt saṃhitaṃ sadbhiḥ aphalgusāram
es möge sein, von den Guten zusammengefügt, ohne wertlosen Kern (Pot.; Part.Pass.; Instr.Pl.; Nom.Sg.n.)
sametya vākyaṃ param ānṛśaṃsyam
nach dem Zusammenkommen das Wort von höchster Menschenfreundlichkeit [?] (Abs.; Nom.Sg.n.)

Zweite Hälfte syntaktisch locker; Konstruktion von „sametya“ und „ānṛśaṃsyam“ unsicher.

dharmārthakāmāḥ samam eva sevyā; yas tv ekasevī sa naro jaghanyaḥ

Dharma, Artha und Kāma sind gleichermaßen zu pflegen; wer aber nur einem [von ihnen] dient, der Mensch ist der geringste.

Wort für Wort
dharmārthakāmāḥ
Dharma, Artha und Kāma (Nom.Pl.)
samam eva sevyāḥ
gleichermaßen zu pflegen (Adv.; Gerundiv Nom.Pl.)
yaḥ tu ekasevī
wer aber nur einem dient (Rel.Nom.; Nom.Sg.)
saḥ naraḥ jaghanyaḥ
der Mensch ist der geringste (Nom.Sg.)

trayos tu nityaṃ tv aviśeṣito hi

Denn bei den dreien [ist er] stets nicht ausgezeichnet [?].

Wort für Wort
trayoḥ tu nityam
bei den dreien aber stets (Lok./Gen.Du.-Pl.; Adv.)
tu aviśeṣitaḥ hi
denn nicht ausgezeichnet [?] (Part.Pass.Nom.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile, sehr kurz und syntaktisch unklar; Subjekt fehlt.

dvayos tu dakṣaṃ pravadanti madhyaṃ; sa uttamo yo niratas trivarge

Den in zweien Tüchtigen nennen sie den Mittleren; der ist der Beste, der der Dreiheit ergeben ist.

Wort für Wort
dvayoḥ tu dakṣam
den in zweien Geschickten (Gen./Lok.Du.; Akk.Sg.)
pravadanti madhyam
sie nennen den Mittleren (3.Pl.Präs.; Akk.Sg.)
saḥ uttamaḥ
der ist der Beste (Nom.Sg.)
yaḥ niratāḥ trivarge
wer der Dreiheit ergeben ist (Rel.Nom.; Part.Pass.; Lok.Sg.)

„dvayos tu dakṣam“ knapp; Wiedergabe mit den wenigsten Zusatzannahmen.

vibhajya kālaṃ parisevyamānaḥ

[Der] die Zeit [angemessen] einteilend, [sie alle] pflegt.

Wort für Wort
vibhajya kālam
die Zeit einteilend (Abs.; Akk.Sg.)
parisevyamānaḥ
[sie] pflegend / gepflegt werdend [?] (Part.Präs.Pass.Nom.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile, Halbvers; Fortsetzung von Vers 43.

prājñaḥ suhṛc candanasāralipto; vicitramālyābharaṇair upetaḥ; tato vacaḥ saṃgrahavigraheṇa; proktvā yavīyān virarāma bhīmaḥ

Der Weise, der Freund, mit Sandelholz-Kern gesalbt, mit bunten Girlanden und Schmuck versehen – nachdem er so [seine] Rede knapp und ausführlich gesprochen hatte, hörte der jüngere Bhīma auf.

Wort für Wort
prājñaḥ suhṛt
der Weise, der Freund (Nom.Sg.)
candanasāraliptaḥ
mit Sandelholz-Kern gesalbt (Nom.Sg.)
vicitramālyābharaṇaiḥ upetaḥ
mit bunten Girlanden und Schmuck versehen (Instr.Pl.; Part.Pass.)
tataḥ vacaḥ saṃgrahavigraheṇa proktvā
dann die Rede knapp und ausführlich gesprochen habend (Akk.Sg.; Instr.Sg.; Abs.)
yavīyān virarāma bhīmaḥ
der Jüngere hörte auf, Bhīma (Nom.Sg.; 3.Sg.Perf.)

tato muhūrtād atha dharmarājo; vākyāni teṣām anucintya samyak; uvāca vācāvitathaṃ smayan vai; bahuśruto dharmabhṛtāṃ variṣṭhaḥ

Dann, nach einem Augenblick, sprach der Dharmakönig, nachdem er ihre Worte recht bedacht hatte, mit wahrhaftiger Rede lächelnd, der Vielgelehrte, der Beste unter den Dharmaträgern.

Wort für Wort
tataḥ muhūrtāt atha dharmarājaḥ
dann nach einem Augenblick der Dharmakönig (Abl.Sg.; Nom.Sg.)
vākyāni teṣām anucintya samyak
ihre Worte recht bedacht habend (Akk.Pl.; Gen.Pl.; Abs.; Adv.)
uvāca vācā avitathaṃ smayan
sprach mit wahrer Rede, lächelnd (3.Sg.Perf.; Instr.Sg.; Adv.; Part.Präs.)
bahuśrutaḥ dharmabhṛtāṃ variṣṭhaḥ
der Vielgelehrte, der Beste der Dharmaträger (Nom.Sg.; Gen.Pl.)

niḥsaṃśayaṃ niścitadharmaśāstrāḥ; sarve bhavanto viditapramāṇāḥ; vijñātukāmasya mameha vākyam; uktaṃ yad vai naiṣṭhikaṃ tac chrutaṃ me; iha tv avaśyaṃ gadato mamāpi; vākyaṃ nibodhadhvam ananyabhāvāḥ

Zweifellos seid ihr alle im Dharmaśāstra Gefestigte und kennt die Maßstäbe. Was ihr mir, der ich wissen wollte, hier als Endgültiges (naiṣṭhika) gesagt habt, das habe ich gehört. Doch nun hört auch auf mein Wort, das ich hier unbedingt spreche, mit ungeteiltem Sinn.

Wort für Wort
niḥsaṃśayaṃ niścitadharmaśāstrāḥ
zweifellos im Dharmaśāstra Gefestigte (Adv.; Nom.Pl.)
sarve bhavantaḥ viditapramāṇāḥ
ihr alle, Kenner der Maßstäbe (Nom.Pl.)
vijñātukāmasya mama iha vākyam uktam
das mir, dem Wissbegierigen, hier gesprochene Wort (Gen.Sg.; Part.Pass.)
yat vai naiṣṭhikam tat śrutaṃ me
was das Endgültige ist, das ist von mir gehört (Nom.Sg.n.; Part.Pass.; Instr.)
iha tu avaśyaṃ gadataḥ mama api
hier aber unbedingt sprechend, auch von mir (Part.Präs.Gen.Sg.)
vākyaṃ nibodhadhvam ananyabhāvāḥ
das Wort vernehmt mit ungeteiltem Sinn (Imp.2.Pl.Med.; Nom.Pl.)

yo vai na pāpe nirato na puṇye; nārthe na dharme manujo na kāme; vimuktadoṣaḥ samaloṣṭakāñcanaḥ; sa mucyate duḥkhasukhārthasiddheḥ

Wer weder an Sünde noch an Verdienst hängt, weder an Artha noch an Dharma noch an Kāma, der Mensch, frei von Fehlern, Erdklumpen und Gold gleich achtend – der wird erlöst vom Erlangen von Leid, Glück und Gütern.

Wort für Wort
yaḥ vai na pāpe nirataḥ na puṇye
wer nicht an Sünde hängt, nicht an Verdienst (Lok.Sg.; Part.Pass.)
na arthe na dharme manujaḥ na kāme
nicht an Artha, nicht an Dharma, der Mensch, nicht an Kāma (Lok.Sg.; Nom.Sg.)
vimuktadoṣaḥ
frei von Fehlern (Nom.Sg.)
samaloṣṭakāñcanaḥ
Erdklumpen und Gold gleich achtend (Nom.Sg.)
saḥ mucyate duḥkhasukhārthasiddheḥ
der wird erlöst vom Erlangen von Leid, Glück und Gütern (3.Sg.Pass.; Abl.Sg.)

bhūtāni jātīmaraṇānvitāni; jarāvikāraiś ca samanvitāni; bhūyaś ca tais taiḥ pratibodhitāni; mokṣaṃ praśaṃsanti na taṃ ca vidmaḥ

Die Wesen sind mit Geburt und Tod behaftet, mit Alter und Gebrechen behaftet; und wieder und wieder von diesen und jenen [Lehrern] unterwiesen, preisen sie die Erlösung, doch kennen wir jenen [Zustand] nicht.

Wort für Wort
bhūtāni jātīmaraṇānvitāni
die Wesen, mit Geburt und Tod behaftet (Nom.Pl.n.)
jarāvikāraiḥ ca samanvitāni
und mit Alter und Gebrechen behaftet (Instr.Pl.; Part.Pass.)
bhūyaḥ ca taiḥ taiḥ pratibodhitāni
und wieder von diesen und jenen unterwiesen (Instr.Pl.; Part.Pass.Kaus.)
mokṣaṃ praśaṃsanti
sie preisen die Erlösung (Akk.Sg.; 3.Pl.Präs.)
na tam ca vidmaḥ
und jenen kennen wir nicht (Akk.Sg.; 1.Pl.Perf.-Präs.)

„tais taiḥ“ als Lehrer/Lehren gedeutet; Bezug unsicher.

snehe nabaddhasya na santi tānīty; evaṃ svayaṃbhūr bhagavān uvāca; budhāś ca nirvāṇaparā vadanti; tasmān na kuryāt priyam apriyaṃ ca

„Bei dem, der nicht an Zuneigung gebunden ist, gibt es diese [Übel] nicht“ – so sprach der selbstentstandene Erhabene; und die Weisen, dem Nirvāṇa zugewandt, sagen [dasselbe]. Darum soll man weder Liebes noch Unliebes tun.

Wort für Wort
snehe na baddhasya na santi tāni
bei dem nicht an Zuneigung Gebundenen gibt es sie nicht (Lok.Sg.; Part.Pass.Gen.Sg.; 3.Pl.Präs.; Nom.Pl.n.)
iti evaṃ svayaṃbhūḥ bhagavān uvāca
so sprach der selbstentstandene Erhabene (Nom.Sg.; 3.Sg.Perf.)
budhāḥ ca nirvāṇaparāḥ vadanti
und die Weisen, dem Nirvāṇa zugewandt, sagen (Nom.Pl.; 3.Pl.Präs.)
tasmāt na kuryāt priyam apriyaṃ ca
darum soll man nicht tun Liebes und Unliebes (Pot.; Akk.Sg.n.)

etat pradhānaṃ na tu kāmakāro; yathā niyukto 'smi tathā carāmi; bhūtāni sarvāṇi vidhir niyuṅkte; vidhir balīyān iti vitta sarve

Dies ist das Ausschlaggebende, nicht Eigenwille: Wie ich [dazu] eingesetzt bin, so wandle ich. Alle Wesen setzt das Schicksal an; das Schicksal ist stärker – dies wisst ihr alle.

Wort für Wort
etat pradhānaṃ na tu kāmakāraḥ
dies ist das Ausschlaggebende, nicht Eigenwille (Nom.Sg.n.; Nom.Sg.)
yathā niyuktaḥ asmi tathā carāmi
wie ich eingesetzt bin, so wandle ich (Part.Pass.; 1.Sg.Präs.; 1.Sg.Präs.)
bhūtāni sarvāṇi vidhiḥ niyuṅkte
alle Wesen setzt das Schicksal an (Akk.Pl.; Nom.Sg.; 3.Sg.Präs.Med.)
vidhiḥ balīyān iti vitta sarve
das Schicksal ist stärker, so wisst alle (Nom.Sg.Kompar.; Imp.2.Pl.; Nom.Pl.)

„vidhi“ als Schicksal/Fügung.

na karmaṇāpnoty anavāpyam arthaṃ; yad bhāvi sarvaṃ bhavatīti vitta; trivargahīno 'pi hi vindate 'rthaṃ; tasmād idaṃ lokahitāya guhyam

Nicht durch Tat erlangt man ein unerlangbares Gut; was sein soll, das wird alles – dies wisst. Auch wer der Dreiheit entbehrt, findet Gut; darum ist dies zum Wohl der Welt ein Geheimnis.

Wort für Wort
na karmaṇā āpnoti anavāpyam artham
nicht durch Tat erlangt man ein unerlangbares Gut (Instr.Sg.; 3.Sg.Präs.; Akk.Sg.)
yat bhāvi sarvaṃ bhavati iti vitta
was sein soll, alles wird – so wisst (Nom.Sg.n.; 3.Sg.Präs.; Imp.)
trivargahīnaḥ api hi vindate artham
auch der der Dreiheit Entbehrende findet Gut (Nom.Sg.; 3.Sg.Präs.Med.; Akk.)
tasmāt idaṃ lokahitāya guhyam
darum ist dies zum Wohl der Welt ein Geheimnis (Abl.; Dat.Sg.; Nom.Sg.n.)

uktaṃ hi karmaiva phalasya hetuḥ

Gesagt ist doch: Die Tat allein ist der Grund der Frucht.

Wort für Wort
uktaṃ hi
gesagt ist ja (Part.Pass.)
karma eva
die Tat allein (Nom.Sg.n.)
phalasya hetuḥ
der Grund der Frucht (Gen.Sg.; Nom.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile; steht im Widerspruch zur vorangehenden Aussage.

tatas tad agryaṃ vacanaṃ manonugaṃ; samastam ājñāya tato 'tihetumat; tadā praṇeduś ca jaharṣire ca te; kurupravīrāya ca cakrur añjalīn

Darauf, nachdem sie jenes vorzügliche, dem Sinn folgende, überaus begründete Wort ganz erfasst hatten, ließen sie Rufe erschallen und freuten sich und erwiesen dem Kuru-Recken die Ehrfurchtsgeste.

Wort für Wort
tataḥ tat agryaṃ vacanaṃ manonugam
darauf jenes vorzügliche, dem Sinn folgende Wort (Akk.Sg.n.)
samastam ājñāya tataḥ atihetumat
ganz erfasst habend, überaus begründet (Adv.; Abs.; Akk.Sg.n.)
tadā praṇeduḥ ca jaharṣire ca te
da ließen sie Rufe erschallen und freuten sich (3.Pl.Perf.; 3.Pl.Perf.Med.)
kurupravīrāya ca cakruḥ añjalīn
und machten dem Kuru-Recken Añjalis (Dat.Sg.; 3.Pl.Perf.; Akk.Pl.)

sucāruvarṇākṣaraśabdabhūṣitāṃ; manonugāṃ nirdhutavākyakaṇṭakām; niśamya tāṃ pārthiva pārthabhāṣitāṃ; giraṃ narendrāḥ praśaśaṃsur eva te

Als sie, Fürst, dieses Wort des Pārtha gehört hatten, mit schönen Lauten, Silben und Worten geschmückt, dem Sinn folgend, von Wortdornen befreit, priesen es die Herrscher.

Wort für Wort
sucāruvarṇākṣaraśabdabhūṣitām
mit schönen Lauten, Silben und Worten geschmückt (Akk.Sg.f.)
manonugāṃ nirdhutavākyakaṇṭakām
dem Sinn folgend, von Wortdornen befreit (Akk.Sg.f.)
niśamya tāṃ pārthiva pārthabhāṣitām
dies gehört habend, Fürst, vom Pārtha Gesprochene (Abs.; Vok.Sg.; Akk.Sg.f.)
giraṃ narendrāḥ praśaśaṃsuḥ eva te
die Rede, die Männerfürsten, priesen sie (Akk.Sg.; Nom.Pl.; 3.Pl.Perf.)

„pārthiva“ Vokativ (Anrede an den Zuhörer).

sa cāpi tān dharmasuto mahāmanās; tadā pratītān praśaśaṃsa vīryavān

Und auch er, der Sohn des Dharma, hochgesinnt und tapfer, lobte sie da, die erfreut waren.

Wort für Wort
saḥ ca api tān dharmasutaḥ mahāmanāḥ
und auch er, jene, der Sohn des Dharma, hochgesinnt (Nom.Sg.; Akk.Pl.)
tadā pratītān praśaśaṃsa vīryavān
da die Erfreuten lobte er, der Tapfere (Akk.Pl.; 3.Sg.Perf.; Nom.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

punaś ca papraccha saridvarāsutaṃ; tataḥ paraṃ dharmam ahīnasattvaḥ

Und wieder fragte er den Sohn der besten Flüsse [Gaṅgā], sodann nach dem Dharma, [er,] der von unverminderter Kraft.

Wort für Wort
punaḥ ca papraccha
und wieder fragte er (3.Sg.Perf.)
saridvarāsutam
den Sohn der Besten der Flüsse (Akk.Sg.)
tataḥ param dharmam
danach weiter über den Dharma (Adv.; Akk.Sg.)
ahīnasattvaḥ
der von unverminderter Kraft (Nom.Sg.)

„saridvarā“ als Gaṅgā; „Sohn“ also Bhīṣma.

dharmārthakāmeṣu viniścayajñam

[Ihn,] der die Entscheidung in Dharma, Artha und Kāma kennt.

Wort für Wort
dharmārthakāmeṣu
in Dharma, Artha und Kāma (Lok.Pl.)
viniścayajñam
den Kenner der Entscheidung (Akk.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile; Halbvers, Bezug auf Bhīṣma.

yudhiṣṭhiraḥ kauravavaṃśagoptā

Yudhiṣṭhira, der Beschützer des Kuru-Geschlechts.

Wort für Wort
yudhiṣṭhiraḥ
Yudhiṣṭhira (Nom.Sg.)
kauravavaṃśagoptā
der Beschützer des Kuru-Geschlechts (Nom.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile; Subjekt zu „fragte“ in 57.

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