Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Śāntiparva

Kapitel 274: jvarotpattiḥ dakṣayajñavidhvaṃsaś ca Die Entstehung des Fiebers aus Rudras Zorn beim Opfer des Dakṣa und der Tod Vṛtras

Bhīṣma erzählt auf Yudhiṣṭhiras Frage, wie das Fieber (jvara) entstand, das Vṛtra überwältigte: Aus dem Schweißtropfen des zürnenden Mahādeva, der beim Opfer des Dakṣa übergangen wurde, geht das Fieber hervor; Brahmā besänftigt ihn, und das Fieber wird auf die Wesen verteilt. Die Zusatzpassagen der Handschriften (Janamejaya-Frage, Lobpreis Rudras) sind Erweiterungen.

yudhiṣṭhira uvāca; pitāmaha mahāprājña sarvaśāstraviśārada; asti vṛtravadhād eva vivakṣā mama jāyate

Yudhiṣṭhira sprach: „Großvater, du hochweiser, in allen Lehrschriften Kundiger: Gerade im Zusammenhang mit dem Tod Vṛtras entsteht in mir ein Wunsch zu fragen.

Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca
Yudhiṣṭhira sprach (Perf.)
pitāmaha mahāprājña sarvaśāstraviśārada
Großvater, Hochweiser, in allen Lehrschriften Bewanderter (Vok.)
asti vṛtravadhād eva
es gibt (es besteht) gerade aus Anlass der Tötung Vṛtras (Abl.)
vivakṣā mama jāyate
Redewunsch/Frageabsicht entsteht in mir (Nom.; 3.Sg.Präs.Pass./Med.)

jvareṇa mohito vṛtraḥ kathitas te janādhipa; nihato vāsaveneha vajreṇeti mamānagha

Es wurde von dir gesagt, König, Vṛtra sei vom Fieber überwältigt worden; und hier sei er von Vāsava (Indra) mit dem Donnerkeil erschlagen worden – so, Makelloser, [habe ich es gehört].

Wort für Wort
jvareṇa mohito vṛtraḥ
vom Fieber betört/überwältigt [war] Vṛtra (Instr.; Part.Perf.Pass., Nom.)
kathitas te janādhipa
von dir gesagt, Herrscher der Menschen (Part.Perf.Pass.; Instr./Vok.)
nihato vāsaveneha
erschlagen von Vāsava hier (Part.Perf.Pass.; Instr.)
vajreṇeti mamānagha
mit dem Donnerkeil, so [heißt es] – mir, Makelloser (Instr.; Dat./Gen.; Vok.)

Satzbau elliptisch: „iti“ schließt das Zitat ab; ergänzt „[habe ich es gehört]“.

katham eṣa mahāprājña jvaraḥ prādurabhūt kutaḥ; jvarotpattiṃ nipuṇataḥ śrotum icchāmy ahaṃ prabho

Wie, du Hochweiser, trat dieses Fieber in Erscheinung, woher [kam es]? Die Entstehung des Fiebers möchte ich genau hören, Herr.

Wort für Wort
katham eṣa mahāprājña jvaraḥ
wie [ist] dieses Fieber, Hochweiser (Nom., Vok.)
prādurabhūt kutaḥ
trat hervor, woher (Aor. 3.Sg.; Adv.)
jvarotpattiṃ nipuṇataḥ
die Entstehung des Fiebers genau (Akk.; Adv.)
śrotum icchāmy ahaṃ prabho
zu hören wünsche ich, Herr (Inf.; 1.Sg.Präs.; Vok.)

bhīṣma uvāca; śṛṇu rājañ jvarasyeha saṃbhavaṃ lokaviśrutam; vistaraṃ cāsya vakṣyāmi yādṛśaṃ caiva bhārata

Bhīṣma sprach: „Höre, König, die weltberühmte Entstehung des Fiebers hier; und ich werde dir auch seine Ausführung erzählen, wie sie beschaffen ist, Bhārata.

Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach (Perf.)
śṛṇu rājañ jvarasyeha saṃbhavam
höre, König, hier die Entstehung des Fiebers (Imp.; Vok.; Gen.; Akk.)
lokaviśrutam
in der Welt berühmt (Akk., Kompositum)
vistaraṃ cāsya vakṣyāmi
und die Ausführlichkeit davon werde ich sagen (Akk.; Gen.; 1.Sg.Fut.)
yādṛśaṃ caiva bhārata
und zwar wie sie beschaffen ist, Bhārata (Akk.; Vok.)

purā meror mahārāja śṛṅgaṃ trailokyaviśrutam; jyotiṣkaṃ nāma sāvitraṃ sarvaratnavibhūṣitam; aprameyam anādhṛṣyaṃ sarvalokeṣu bhārata

Vor Zeiten, großer König, [gab es] des Meru Gipfel, in den drei Welten berühmt, Jyotiṣka mit Namen, dem Savitṛ zugehörig, mit allen Juwelen geschmückt, unermesslich, unangreifbar in allen Welten, Bhārata.

Wort für Wort
purā meror mahārāja śṛṅgam
einst des Meru Gipfel, großer König (Gen.; Vok.; Nom./Akk.)
trailokyaviśrutam
in den drei Welten berühmt (Kompositum)
jyotiṣkaṃ nāma sāvitram
Jyotiṣka mit Namen, dem Savitṛ gehörig (Nom.)
sarvaratnavibhūṣitam
mit allen Juwelen geschmückt (Part.)
aprameyam anādhṛṣyaṃ sarvalokeṣu bhārata
unermesslich, unangreifbar in allen Welten, Bhārata (Lok.; Vok.)

khyātam āsīt svatejobhir āvāryārkaprabhaṃ sthitam

Berühmt war [es], durch seine eigenen Strahlen [den Himmel] verdeckend, und stand da mit dem Glanz der Sonne.

Wort für Wort
khyātam āsīt
berühmt war es (Part.; Impf.)
svatejobhir
durch seine eigenen Glanzkräfte (Instr.Pl.)
āvārya
verdeckend/umhüllend (Abs.)
arkaprabhaṃ sthitam
sonnengleich strahlend dastehend (Nom.; Part.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers; Konstruktion knapp, „āvārya“ ohne ausdrückliches Objekt (Ergänzung [den Himmel]).

tatra devo giritaṭe hemadhātuvibhūṣite; paryaṅka iva vibhrājann upaviṣṭo babhūva ha

Dort saß der Gott am Bergabhang, der mit Goldmineralien geschmückt war, gleichsam strahlend wie auf einem Ruhelager, wahrlich.

Wort für Wort
tatra devo giritaṭe
dort der Gott am Bergabhang (Nom.; Lok.)
hemadhātuvibhūṣite
mit Goldmineralien geschmückt (Lok.)
paryaṅka iva vibhrājann
wie auf einem Ruhebett strahlend (Lok.; Part.Präs.)
upaviṣṭo babhūva ha
saß da, wahrlich (Part.; Perf.)

śailarājasutā cāsya nityaṃ pārśve sthitā babhau; tathā devā mahātmāno vasavaś ca mahaujasaḥ

Und die Tochter des Bergkönigs erstrahlte ihm stets an der Seite stehend; ebenso die hochgesinnten Götter und die überaus kraftvollen Vasus.

Wort für Wort
śailarājasutā cāsya
und die Tochter des Bergkönigs ihm (Nom.; Gen.)
nityaṃ pārśve sthitā babhau
stets an der Seite stehend erstrahlte (Adv.; Lok.; Part.; Perf.)
tathā devā mahātmānaḥ
ebenso die hochgesinnten Götter (Nom.Pl.)
vasavaś ca mahaujasaḥ
und die Vasus, überaus kraftvoll (Nom.Pl.)

tathaiva ca mahātmānāv aśvinau bhiṣajāṃ varau; tathā vaiśravaṇo rājā guhyakair abhisaṃvṛtaḥ

Ebenso [waren da] die beiden hochgesinnten Aśvins, die Besten der Ärzte, und ebenso König Vaiśravaṇa (Kubera), von Guhyakas umringt,

Wort für Wort
tathaiva ca mahātmānāv aśvinau
und ebenso die beiden hochgesinnten Aśvins (Nom.Du.)
bhiṣajāṃ varau
die Besten der Ärzte (Nom.Du.; Gen.Pl.)
tathā vaiśravaṇo rājā
ebenso König Vaiśravaṇa (Nom.)
guhyakair abhisaṃvṛtaḥ
von den Guhyakas umgeben (Instr.Pl.; Part.)

yakṣāṇām adhipaḥ śrīmān kailāsanilayaḥ prabhuḥ

der Herr der Yakṣas, der glanzvolle Gebieter, der auf dem Kailāsa wohnt,

Wort für Wort
yakṣāṇām adhipaḥ
Herr der Yakṣas (Gen.Pl.; Nom.)
śrīmān
glanzvoll (Nom.)
kailāsanilayaḥ prabhuḥ
auf dem Kailāsa wohnend, der Gebieter (Nom.)

śaṅkhapadmanidhī cobhau ṛddhyā paramayā saha

[und] die beiden Schätze Śaṅkha und Padma, beide mit höchster Machtfülle,

Wort für Wort
śaṅkhapadmanidhī
die beiden Schätze Śaṅkha und Padma (Nom.Du.)
cobhau
und beide (Nom.Du.)
ṛddhyā paramayā saha
mit höchster Fülle/Machtfülle (Instr.; Postp.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers; die personifizierten Schätze Śaṅkha und Padma.

upāsanta mahātmānam uśanā ca mahākaviḥ; sanatkumārapramukhās tathaiva ca maharṣayaḥ

[sie alle] warteten dem Hochgesinnten auf, und Uśanas, der große Seher, und ebenso die großen Weisen, allen voran Sanatkumāra,

Wort für Wort
upāsanta mahātmānam
warteten auf, den Hochgesinnten (3.Pl.Impf.Med.; Akk.)
uśanā ca mahākaviḥ
und Uśanas, der große Seher (Nom.)
sanatkumārapramukhās
Sanatkumāra an der Spitze habend (Nom.Pl.)
tathaiva ca maharṣayaḥ
und ebenso die großen Weisen (Nom.Pl.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers; „mahākavi“ hier als „großer Seher/Dichter“.

aṅgiraḥpramukhāś caiva tathā devarṣayo 'pare

und die anderen göttlichen Seher, die Aṅgiras an der Spitze haben.

Wort für Wort
aṅgiraḥpramukhāś caiva
und Aṅgiras an der Spitze habend (Nom.Pl.)
tathā devarṣayo 'pare
ebenso die anderen göttlichen Seher (Nom.Pl.)

viśvāvasuś ca gandharvas tathā nāradaparvatau; apsarogaṇasaṃghāś ca samājagmur anekaśaḥ

Und der Gandharva Viśvāvasu, ebenso Nārada und Parvata; und die Scharen der Apsaras kamen zu Tausenden herbei.

Wort für Wort
viśvāvasuś ca gandharvas
und der Gandharva Viśvāvasu (Nom.)
tathā nāradaparvatau
ebenso Nārada und Parvata (Nom.Du.)
apsarogaṇasaṃghāś ca
und die Gruppen und Scharen der Apsaras (Nom.Pl.)
samājagmur anekaśaḥ
kamen zusammen, in großer Zahl (3.Pl.Perf.; Adv.)

„anekaśaḥ“ wörtlich „in großer Zahl, vielfach“.

vavau śivaḥ sukho vāyur nānāgandhavahaḥ śuciḥ; sarvartukusumopetāḥ puṣpavanto mahādrumāḥ

Es wehte ein glückverheißender, angenehmer Wind, der mancherlei Düfte trug, rein; die großen Bäume waren mit den Blüten aller Jahreszeiten versehen und blühend.

Wort für Wort
vavau śivaḥ sukho vāyur
es wehte ein heilvoller, angenehmer Wind (Perf.; Nom.)
nānāgandhavahaḥ śuciḥ
vielerlei Düfte tragend, rein (Nom.)
sarvartukusumopetāḥ
mit den Blüten aller Jahreszeiten versehen (Nom.Pl.)
puṣpavanto mahādrumāḥ
blühend, die großen Bäume (Nom.Pl.)

tathā vidyādharāś caiva siddhāś caiva tapodhanāḥ; mahādevaṃ paśupatiṃ paryupāsanta bhārata

Und ebenso [kamen] die Vidyādharas und die Siddhas, reich an Askese, und warteten Mahādeva, dem Herrn der Tiere (Paśupati), auf, Bhārata.

Wort für Wort
tathā vidyādharāś caiva
und ebenso die Vidyādharas (Nom.Pl.)
siddhāś caiva tapodhanāḥ
und die Siddhas, deren Reichtum die Askese ist (Nom.Pl.)
mahādevaṃ paśupatiṃ
Mahādeva, den Herrn der Tiere (Akk.)
paryupāsanta bhārata
warteten auf/verehrten, Bhārata (3.Pl.Impf.Med.; Vok.)

bhūtāni ca mahārāja nānārūpadharāṇy atha; rākṣasāś ca mahāraudrāḥ piśācāś ca mahābalāḥ

Und Wesen, großer König, die vielerlei Gestalten trugen, und überaus schreckliche Rākṣasas und gewaltige Piśācas,

Wort für Wort
bhūtāni ca mahārāja
und Wesen, großer König (Nom.Pl.; Vok.)
nānārūpadharāṇy atha
vielerlei Gestalt tragend, sodann (Nom.Pl.)
rākṣasāś ca mahāraudrāḥ
und die Rākṣasas, überaus schrecklich (Nom.Pl.)
piśācāś ca mahābalāḥ
und die Piśācas, überaus stark (Nom.Pl.)

bahurūpadharā hṛṣṭā nānāpraharaṇodyatāḥ; devasyānucarās tatra tasthire cānalopamāḥ

die vielgestaltigen, frohen, zu mancherlei Waffen erhobenen Gefolgsleute des Gottes standen dort, dem Feuer gleich.

Wort für Wort
bahurūpadharā hṛṣṭā
vielgestaltig, erfreut (Nom.Pl.)
nānāpraharaṇodyatāḥ
mit mancherlei Waffen erhoben (Nom.Pl.)
devasyānucarās tatra
die Gefolgsleute des Gottes dort (Gen.; Nom.Pl.)
tasthire cānalopamāḥ
und standen, dem Feuer gleich (3.Pl.Perf.; Nom.Pl.)

nandī ca bhagavāṃs tatra devasyānumate sthitaḥ; pragṛhya jvalitaṃ śūlaṃ dīpyamānaṃ svatejasā

Und der ehrwürdige Nandī stand dort mit Erlaubnis des Gottes, einen lodernden, von seinem eigenen Glanz leuchtenden Dreizack emporhaltend.

Wort für Wort
nandī ca bhagavāṃs tatra
und der ehrwürdige Nandī dort (Nom.)
devasyānumate sthitaḥ
mit Billigung des Gottes stehend (Lok.; Part.)
pragṛhya jvalitaṃ śūlaṃ
ergreifend/emporhaltend den lodernden Dreizack (Abs.; Akk.)
dīpyamānaṃ svatejasā
leuchtend durch eigenen Glanz (Part.; Instr.)

gaṅgā ca saritāṃ śreṣṭhā sarvatīrthajalodbhavā; paryupāsata taṃ devaṃ rūpiṇī kurunandana

Und Gaṅgā, die Beste der Flüsse, entstanden aus dem Wasser aller heiligen Furten, wartete jenem Gott in leibhaftiger Gestalt auf, Freude der Kuru.

Wort für Wort
gaṅgā ca saritāṃ śreṣṭhā
und Gaṅgā, die Beste der Flüsse (Nom.; Gen.Pl.)
sarvatīrthajalodbhavā
aus dem Wasser aller Furten entstanden (Nom.)
paryupāsata taṃ devaṃ
wartete auf jenen Gott (3.Sg.Impf.Med.; Akk.)
rūpiṇī kurunandana
Gestalt annehmend, Freude der Kuru (Nom.; Vok.)

evaṃ sa bhagavāṃs tatra pūjyamānaḥ surarṣibhiḥ; devaiś ca sumahābhāgair mahādevo vyatiṣṭhata

So thronte dort jener Erhabene, Mahādeva, verehrt von den göttlichen Sehern und den überaus glücklichen Göttern.

Wort für Wort
evaṃ sa bhagavāṃs tatra
so jener Erhabene dort (Nom.)
pūjyamānaḥ surarṣibhiḥ
verehrt von den Göttersehern (Part.Pass.; Instr.Pl.)
devaiś ca sumahābhāgair
und von den Göttern, überaus glücklich/hochangesehen (Instr.Pl.)
mahādevo vyatiṣṭhata
Mahādeva verweilte (Nom.; Impf.Med.)

kasya cit tv atha kālasya dakṣo nāma prajāpatiḥ; pūrvoktena vidhānena yakṣyamāṇo 'nvapadyata

Nach einiger Zeit aber machte sich Dakṣa, der Prajāpati, nach der früher [bereits] genannten Vorschrift daran zu opfern.

Wort für Wort
kasya cit tv atha kālasya
nach einer gewissen Zeit aber (Gen.)
dakṣo nāma prajāpatiḥ
Dakṣa mit Namen, der Prajāpati (Nom.)
pūrvoktena vidhānena
nach der früher genannten Vorschrift (Instr.)
yakṣyamāṇo 'nvapadyata
im Begriff zu opfern, ging heran/begann (Part.Fut.; Impf.Med.)

„pūrvoktena vidhānena“: nach dem vorher erwähnten Ritus; „anvapadyata“ hier als „schritt an, begann“ verstanden.

tatas tasya makhaṃ devāḥ sarve śakrapurogamāḥ; gamanāya samāgamya buddhim āpedire tadā

Daraufhin kamen alle Götter, Śakra (Indra) an der Spitze, zusammen und fassten den Entschluss, zu seinem Opfer zu gehen.

Wort für Wort
tatas tasya makhaṃ devāḥ
darauf zu dessen Opfer die Götter (Akk.; Nom.Pl.)
sarve śakrapurogamāḥ
alle, Śakra voran (Nom.Pl.)
gamanāya samāgamya
zum Gehen zusammenkommend (Dat.; Abs.)
buddhim āpedire tadā
fassten den Entschluss damals (Akk.; 3.Pl.Perf.Med.)

te vimānair mahātmāno jvalitair jvalanaprabhāḥ; devasyānumate 'gacchan gaṅgādvāram iti śrutiḥ

Jene Hochgesinnten, in leuchtenden Himmelswagen, strahlend wie Feuer, gingen mit Billigung des Gottes zu Gaṅgādvāra, so ist überliefert.

Wort für Wort
te vimānair mahātmānaḥ
jene Hochgesinnten in Himmelswagen (Nom.Pl.; Instr.Pl.)
jvalitair jvalanaprabhāḥ
leuchtend, feuergleich glänzend (Instr.Pl.; Nom.Pl.)
devasyānumate 'gacchan
mit Billigung des Gottes gingen (Lok.; 3.Pl.Impf.)
gaṅgādvāram iti śrutiḥ
nach Gaṅgādvāra, so die Überlieferung (Akk.; Nom.)

prasthitā devatā dṛṣṭvā śailarājasutā tadā; uvāca vacanaṃ sādhvī devaṃ paśupatiṃ patim

Als die Tochter des Bergkönigs die aufbrechenden Götter sah, sprach sie da, die Tugendhafte, zu ihrem Gatten, dem Gott Paśupati, [diese] Worte.

Wort für Wort
prasthitā devatā dṛṣṭvā
die aufgebrochenen Götter sehend (Part.; Nom.Pl.; Abs.)
śailarājasutā tadā
die Tochter des Bergkönigs da (Nom.)
uvāca vacanaṃ sādhvī
sprach Worte, die Tugendhafte (Perf.; Akk.; Nom.)
devaṃ paśupatiṃ patim
zum Gott Paśupati, dem Gatten (Akk.)

bhagavan kva nu yānty ete devāḥ śakrapurogamāḥ; brūhi tattvena tattvajña saṃśayo me mahān ayam

„Erhabener, wohin gehen denn diese Götter, Śakra an der Spitze? Sage es der Wahrheit gemäß, Wahrheitskenner: Dieser Zweifel von mir ist groß.“

Wort für Wort
bhagavan kva nu yānty ete
Erhabener, wohin denn gehen diese (Vok.; 3.Pl.Präs.)
devāḥ śakrapurogamāḥ
die Götter, Śakra voran (Nom.Pl.)
brūhi tattvena tattvajña
sprich der Wahrheit nach, Wahrheitskenner (Imp.; Instr.; Vok.)
saṃśayo me mahān ayam
dieser Zweifel von mir ist groß (Nom.; Gen.)

maheśvara uvāca; dakṣo nāma mahābhāge prajānāṃ patir uttamaḥ; hayamedhena yajate tatra yānti divaukasaḥ

Maheśvara sprach: „Dakṣa mit Namen, du Hochbeglückte, der beste Herr der Geschöpfe, opfert mit dem Pferdeopfer; dorthin gehen die Himmelsbewohner.“

Wort für Wort
maheśvara uvāca
Maheśvara sprach (Perf.)
dakṣo nāma mahābhāge
Dakṣa mit Namen, Hochbeglückte (Nom.; Vok.)
prajānāṃ patir uttamaḥ
der beste Herr der Geschöpfe (Gen.Pl.; Nom.)
hayamedhena yajate
opfert mit dem Pferdeopfer (Instr.; 3.Sg.Präs.Med.)
tatra yānti divaukasaḥ
dorthin gehen die Himmelsbewohner (3.Pl.Präs.; Nom.Pl.)

umā uvāca; yajñam etaṃ mahābhāga kimarthaṃ nābhigacchasi; kena vā pratiṣedhena gamanaṃ te na vidyate

Umā sprach: „Zu diesem Opfer, du Hochbeglückter, warum gehst du nicht? Oder durch welches Hindernis besteht für dich kein Gehen?“

Wort für Wort
umā uvāca
Umā sprach (Perf.)
yajñam etaṃ mahābhāga
zu diesem Opfer, Hochbeglückter (Akk.; Vok.)
kimarthaṃ nābhigacchasi
zu welchem Zweck gehst du nicht hin (Adv.; 2.Sg.Präs.)
kena vā pratiṣedhena
oder durch welches Verbot/Hindernis (Instr.)
gamanaṃ te na vidyate
ein Gehen für dich besteht nicht (Nom.; Gen./Dat.; 3.Sg.Pass.)

maheśvara uvāca; surair eva mahābhāge sarvam etad anuṣṭhitam; yajñeṣu sarveṣu mama na bhāga upakalpitaḥ

Maheśvara sprach: „Von den Göttern selbst, du Hochbeglückte, ist dies alles so eingerichtet worden: Bei allen Opfern ist mir kein Anteil zugewiesen.“

Wort für Wort
maheśvara uvāca
Maheśvara sprach (Perf.)
surair eva mahābhāge
von den Göttern selbst, Hochbeglückte (Instr.Pl.; Vok.)
sarvam etad anuṣṭhitam
dies alles ist ins Werk gesetzt (Nom.; Part.Pass.)
yajñeṣu sarveṣu
bei allen Opfern (Lok.Pl.)
mama na bhāga upakalpitaḥ
mir ist kein Anteil zugewiesen (Gen./Dat.; Nom.; Part.Pass.)

pūrvopāyopapannena mārgeṇa varavarṇini; na me surāḥ prayacchanti bhāgaṃ yajñasya dharmataḥ

„Auf einem Weg, der mit einem früheren Verfahren [vorgegeben] ist, du Schönfarbige, geben mir die Götter keinen Anteil am Opfer, wie es dem Recht [entspräche].“

Wort für Wort
pūrvopāyopapannena mārgeṇa
auf einem Weg, der durch ein früheres Verfahren begründet ist (Instr.)
varavarṇini
du Schönfarbige (Vok.)
na me surāḥ prayacchanti
nicht geben mir die Götter (Gen./Dat.; Nom.Pl.; 3.Pl.Präs.)
bhāgaṃ yajñasya dharmataḥ
einen Anteil am Opfer, dem Recht gemäß (Akk.; Gen.; Adv.)

„pūrvopāyopapannena mārgeṇa“ wörtlich „auf einem Weg, der mit einem früheren Verfahren ausgestattet ist“; Sinn: nach altem, festgelegtem Brauch [?].

umā uvāca; bhagavan sarvabhūteṣu prabhavābhyadhiko guṇaiḥ; ajeyaś cāpradhṛṣyaś ca tejasā yaśasā śriyā

Umā sprach: „Erhabener, unter allen Wesen bist du durch [deine] Eigenschaften an Macht überlegen, unbesiegbar und unbezwingbar durch Glanz, Ruhm und Schönheit.

Wort für Wort
umā uvāca
Umā sprach (Perf.)
bhagavan sarvabhūteṣu
Erhabener, unter allen Wesen (Vok.; Lok.Pl.)
prabhavābhyadhiko guṇaiḥ
an Macht überlegen durch Eigenschaften (Nom.; Instr.Pl.)
ajeyaś cāpradhṛṣyaś ca
und unbesiegbar und unbezwingbar (Nom.)
tejasā yaśasā śriyā
durch Glanz, Ruhm, Schönheit (Instr.)

„prabhavābhyadhikaḥ“ als „an Macht/Ursprungskraft überlegen“ aufgefasst.

anena te mahābhāga pratiṣedhena bhāgataḥ; atīva duḥkham utpannaṃ vepathuś ca mamānagha

Durch dieses Hindernis für dich, Hochbeglückter, im Hinblick auf den Anteil, ist übergroßer Kummer in mir entstanden, und Zittern, Makelloser.

Wort für Wort
anena te mahābhāga
durch dieses, dein, Hochbeglückter (Instr.; Gen.; Vok.)
pratiṣedhena bhāgataḥ
Verwehrung in Bezug auf den Anteil (Instr.; Adv.)
atīva duḥkham utpannaṃ
überaus großer Schmerz ist entstanden (Adv.; Nom.; Part.)
vepathuś ca mamānagha
und Zittern in mir, Makelloser (Nom.; Gen.; Vok.)

bhīṣma uvāca; evam uktvā tu sā devī devaṃ paśupatiṃ patim; tūṣṇīṃbhūtābhavad rājan dahyamānena cetasā

Bhīṣma sprach: „Nachdem die Göttin so zu ihrem Gatten, dem Gott Paśupati, gesprochen hatte, verstummte sie, König, mit brennendem Herzen.“

Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach (Perf.)
evam uktvā tu sā devī
nachdem so gesprochen jene Göttin (Abs.; Nom.)
devaṃ paśupatiṃ patim
zum Gott Paśupati, dem Gatten (Akk.)
tūṣṇīṃbhūtābhavad rājan
wurde schweigend, König (Nom.; Impf.; Vok.)
dahyamānena cetasā
mit brennendem Herzen/Sinn (Part.Pass.; Instr.)

atha devyā mataṃ jñātvā hṛdgataṃ yac cikīrṣitam; sa samājñāpayām āsa tiṣṭha tvam iti nandinam

Da erkannte er die Absicht der Göttin, das, was sie im Herzen zu tun gedachte, und hieß Nandin: „Bleibe du [hier]!“

Wort für Wort
atha devyā mataṃ jñātvā
da, nachdem er der Göttin Sinn/Absicht erkannt hatte (Instr./Abs.)
hṛdgataṃ yac cikīrṣitam
das im Herzen Liegende, was beabsichtigt war (Akk.n., Part.Des.pass.)
sa samājñāpayām āsa
er befahl (Perf.Kaus.)
tiṣṭha tvam iti nandinam
„bleibe du“, so [sprach er] zu Nandin (Imp.2.Sg./Akk.)

tato yogabalaṃ kṛtvā sarvayogeśvareśvaraḥ; taṃ yajñaṃ sumahātejā bhīmair anucarais tadā; sahasā ghātayām āsa devadevaḥ pinākadhṛk

Darauf entfaltete der Herr über die Herren aller Yogins, der überaus Strahlende, seine Yogakraft und ließ jenes Opfer sogleich durch seine furchtbaren Gefolgsleute erschlagen – der Gott der Götter, der Träger des Pināka.

Wort für Wort
tato yogabalaṃ kṛtvā
darauf, Yogakraft entfaltet habend (Abs.)
sarvayogeśvareśvaraḥ
Herr der Herren aller Yogins (Nom.Sg., Tatpuruṣa)
taṃ yajñaṃ sumahātejā
jenes Opfer, der sehr Strahlende (Akk./Nom.)
bhīmair anucarais tadā
durch furchtbare Gefolgsleute damals (Instr.Pl.)
sahasā ghātayām āsa
plötzlich ließ er erschlagen (Perf.Kaus.)
devadevaḥ pinākadhṛk
der Gott der Götter, Pināka-Träger (Nom.Sg.)

ke cin nādān amuñcanta ke cid dhāsāṃś ca cakrire; rudhireṇāpare rājaṃs tatrāgniṃ samavākiran

Manche stießen Schreie aus, manche brachen in Gelächter aus; andere, o König, gossen Blut ins Feuer dort.

Wort für Wort
ke cin nādān amuñcanta
manche stießen Schreie aus (Impf.Med.3.Pl.)
ke cid dhāsāṃś ca cakrire
und manche lachten (Perf.Med.3.Pl.)
rudhireṇāpare rājan
andere mit Blut, o König (Instr./Vok.)
tatrāgniṃ samavākiran
streuten dort auf das Feuer (Impf.3.Pl.)

ke cid yūpān samutpāṭya babhramur vikṛtānanāḥ; āsyair anye cāgrasanta tathaiva paricārakān

Manche rissen die Opferpfosten aus und liefen mit entstellten Gesichtern umher; andere verschlangen mit ihren Mäulern ebenso die Opferdiener.

Wort für Wort
ke cid yūpān samutpāṭya
manche, die Opferpfosten herausgerissen habend (Akk.Pl./Abs.)
babhramur vikṛtānanāḥ
irrten/wirbelten umher, mit entstellten Gesichtern (Perf.3.Pl./Nom.Pl.)
āsyair anye cāgrasanta
und andere verschlangen mit Mündern (Instr.Pl./Impf.Med.3.Pl.)
tathaiva paricārakān
ebenso die Diener [des Opfers] (Akk.Pl.)

tataḥ sa yajño nṛpate vadhyamānaḥ samantataḥ; āsthāya mṛgarūpaṃ vai kham evābhyapatat tadā

Da nahm jenes Opfer, o Herrscher, von allen Seiten geschlagen, die Gestalt eines Wildtiers an und flog damals zum Himmel empor.

Wort für Wort
tataḥ sa yajño nṛpate
da jenes Opfer, o Fürst (Nom./Vok.)
vadhyamānaḥ samantataḥ
ringsum geschlagen werdend (Part.Pass.)
āsthāya mṛgarūpaṃ vai
die Gestalt eines Tieres/Hirsches angenommen habend (Abs./Akk.)
kham evābhyapatat tadā
flog eben zum Himmel auf, damals (Impf.3.Sg.)

taṃ tu yajñaṃ tathārūpaṃ gacchantam upalabhya saḥ; dhanur ādāya bāṇaṃ ca tadānvasarata prabhuḥ

Als der Herr jenes Opfer in solcher Gestalt davonziehen sah, nahm er Bogen und Pfeil und verfolgte es sogleich.

Wort für Wort
taṃ tu yajñaṃ tathārūpaṃ
jenes Opfer, so gestaltet (Akk.)
gacchantam upalabhya saḥ
als er es davongehen wahrgenommen hatte, er (Part.Präs./Abs.)
dhanur ādāya bāṇaṃ ca
den Bogen ergriffen habend und den Pfeil (Abs./Akk.)
tadānvasarata prabhuḥ
da folgte/verfolgte er, der Herr (Impf.Med.3.Sg.)

tatas tasya sureśasya krodhād amitatejasaḥ; lalāṭāt prasṛto ghoraḥ svedabindur babhūva ha

Da entstand aus der Stirn jenes Herrn der Götter, dessen Glanz unermesslich ist, in seinem Zorn ein schrecklicher Schweißtropfen.

Wort für Wort
tatas tasya sureśasya
da von jenem Herrn der Götter (Gen.)
krodhād amitatejasaḥ
aus Zorn, des unermesslich Strahlenden (Abl./Gen.)
lalāṭāt prasṛto ghoraḥ
von der Stirn hervorgeströmt, schrecklich (Abl./Part.Perf.)
svedabindur babhūva ha
ein Schweißtropfen ward [wahrlich] (Perf.3.Sg.)

tasmin patitamātre tu svedabindau tathā bhuvi; prādurbabhūva sumahān agniḥ kālānalopamaḥ

Kaum aber war dieser Schweißtropfen auf die Erde gefallen, da trat ein überaus gewaltiges Feuer hervor, dem Feuer des Weltuntergangs gleich.

Wort für Wort
tasmin patitamātre tu
kaum war dieser gefallen (Lok.abs.)
svedabindau tathā bhuvi
der Schweißtropfen, ebenso auf der Erde (Lok.)
prādurbabhūva sumahān
erschien, sehr groß (Perf.3.Sg./Nom.)
agniḥ kālānalopamaḥ
ein Feuer, dem Zeitfeuer [des Weltendes] gleich (Nom.Sg.)

tatra cājāyata tadā puruṣaḥ puruṣarṣabha; hrasvo 'timātraraktākṣo hariśmaśrur vibhīṣaṇaḥ

Und dort wurde damals ein Mann geboren, o Stier unter den Männern: klein von Wuchs, mit übermäßig roten Augen, mit gelbgrünem Bart, furchterregend.

Wort für Wort
tatra cājāyata tadā
und dort wurde damals geboren (Impf.Med.3.Sg.)
puruṣaḥ puruṣarṣabha
ein Mann, o Stier unter den Männern (Nom./Vok.)
hrasvo 'timātraraktākṣo
klein, übermäßig rotäugig (Nom., Bahuvrīhi)
hariśmaśrur vibhīṣaṇaḥ
mit gelbgrünem Bart, schreckenerregend (Nom.)

ūrdhvakeśo 'tilomāṅgaḥ śyenolūkas tathaiva ca; karālaḥ kṛṣṇavarṇaś ca raktavāsās tathaiva ca

Mit aufwärts stehendem Haar, am Leib stark behaart, [wie] Falke und Eule [anzusehen] [?], grässlich, von schwarzer Farbe und ebenso in Rot gekleidet.

Wort für Wort
ūrdhvakeśo 'tilomāṅgaḥ
mit aufrechtem Haar, sehr behaarten Gliedern (Nom., Bahuvrīhi)
śyenolūkas tathaiva ca
Falke und Eule [gleichend] ebenso (Nom.)
karālaḥ kṛṣṇavarṇaś ca
grässlich und von schwarzer Farbe (Nom.)
raktavāsās tathaiva ca
und rot gekleidet ebenso (Nom.)

śyenolūkaḥ: wörtlich „Falke und Eule“; die Deutung als Vergleich (Augen/Erscheinung) ist unsicher.

taṃ yajñaṃ sa mahāsattvo 'dahat kakṣam ivānalaḥ

Jener Mächtige verbrannte das Opfer wie das Feuer trockenes Gras.

Wort für Wort
taṃ yajñaṃ sa mahāsattvo
jenes Opfer, er, der Gewaltige (Akk./Nom.)
'dahat kakṣam ivānalaḥ
verbrannte wie Feuer dürres Gras (Impf.3.Sg./Akk.)

vyacarat sarvato devān prādravat sa ṛṣīṃs tathā

Er tobte ringsum unter den Göttern, und er stürzte auf die Seher los.

Wort für Wort
vyacarat sarvato devān
er wütete ringsum unter den Göttern (Impf.3.Sg./Akk.Pl.)
prādravat sa ṛṣīṃs tathā
er stürmte, er, [auf] die Seher ebenso (Impf.3.Sg./Akk.Pl.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

devāś cāpy adravan sarve tato bhītā diśo daśa

Und auch die Götter liefen alle davon, dann, von Furcht ergriffen, in die zehn Himmelsrichtungen.

Wort für Wort
devāś cāpy adravan sarve
und auch die Götter liefen alle (Impf.3.Pl.)
tato bhītā diśo daśa
darauf, geängstigt, in die zehn Richtungen (Nom.Pl./Akk.Pl.)

tena tasmin vicaratā puruṣeṇa viśāṃ pate; pṛthivī vyacalad rājann atīva bharatarṣabha

Als jener Mann dort umherging, o Herr der Menschen, bebte die Erde, o König, gewaltig, o Stier der Bharatas.

Wort für Wort
tena tasmin vicaratā
durch ihn, als er dort umherzog (Instr./Part.Präs.)
puruṣeṇa viśāṃ pate
durch den Mann, o Herr der Menschen (Instr./Vok.)
pṛthivī vyacalad rājann
die Erde geriet ins Beben, o König (Impf.3.Sg./Vok.)
atīva bharatarṣabha
überaus, o Stier der Bharatas (Adv./Vok.)

hāhābhūte pravṛtte tu nāde lokabhayaṃkare

Und als „Hāhā!“-Rufe erhoben wurden und ein Schrei, der die Welten erschreckte, sich erhob,

Wort für Wort
hāhābhūte pravṛtte tu
als ein „Hāhā“ geworden war und begonnen hatte (Lok.abs.)
nāde lokabhayaṃkare
da der Schrei die Welten in Furcht versetzte (Lok./Adj.)

hāhābhūtaṃ jagat sarvam upalakṣya tadā prabhuḥ

da sah der Herr, dass die ganze Welt zu einem „Hāhā“ geworden war,

Wort für Wort
hāhābhūtaṃ jagat sarvam
die ganze Welt, zu einem „Hāhā“ geworden (Akk.)
upalakṣya tadā prabhuḥ
wahrgenommen habend, damals der Herr (Abs./Nom.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Halbvers 274.042*0736; syntaktisch zu Einheit 50 gehörig (Subjekt: Brahmā).

pitāmaho mahādevaṃ darśayan pratyabhāṣata

und der Großvater [Brahmā] sprach zu Mahādeva, indem er sich ihm zeigte:

Wort für Wort
pitāmaho mahādevaṃ
der Großvater, zu Mahādeva (Nom./Akk.)
darśayan pratyabhāṣata
sich zeigend, sprach er an (Part.Kaus./Impf.Med.3.Sg.)

bhavato 'pi surāḥ sarve bhāgaṃ dāsyanti vai prabho; kriyatāṃ pratisaṃhāraḥ sarvadeveśvara tvayā

„Auch dir, o Herr, werden alle Götter gewiss einen Anteil geben; so möge denn, o Herr aller Götter, von dir die Zurücknahme [dieser Wut] vollzogen werden.

Wort für Wort
bhavato 'pi surāḥ sarve
auch dir alle Götter (Gen./Nom.Pl.)
bhāgaṃ dāsyanti vai prabho
werden einen Anteil geben, fürwahr, o Herr (Fut.3.Pl./Vok.)
kriyatāṃ pratisaṃhāraḥ
es werde getan die Zurücknahme (Imp.Pass.3.Sg./Nom.)
sarvadeveśvara tvayā
o Herr aller Götter, von dir (Vok./Instr.)

imā hi devatāḥ sarvā ṛṣayaś ca paraṃtapa; tava krodhān mahādeva na śāntim upalebhire

Denn diese Götter alle und die Seher, o Bezwinger der Feinde, haben wegen deines Zorns, o Mahādeva, keine Ruhe gefunden.

Wort für Wort
imā hi devatāḥ sarvā
denn diese Gottheiten alle (Nom.Pl.f.)
ṛṣayaś ca paraṃtapa
und die Seher, o Feindebezwinger (Nom.Pl./Vok.)
tava krodhān mahādeva
wegen deines Zornes, o Mahādeva (Abl./Vok.)
na śāntim upalebhire
haben keine Ruhe erlangt (Perf.Med.3.Pl.)

yaś caiṣa puruṣo jātaḥ svedāt te vibudhottama; jvaro nāmaiṣa dharmajña lokeṣu pracariṣyati

Und dieser Mann, der aus deinem Schweiß entstanden ist, o Bester der Götter, wird, o Kenner des Dharma, als „Jvara“ [Fieber] in den Welten umgehen.

Wort für Wort
yaś caiṣa puruṣo jātaḥ
und dieser Mann, der geboren ist (Nom./Part.Perf.)
svedāt te vibudhottama
aus deinem Schweiß, o Bester der Götter (Abl./Vok.)
jvaro nāmaiṣa dharmajña
Jvara mit Namen, dieser, o Dharmakundiger (Nom./Vok.)
lokeṣu pracariṣyati
wird in den Welten umherziehen (Fut.3.Sg./Lok.Pl.)

ekībhūtasya na hy asya dhāraṇe tejasaḥ prabho; samarthā sakalā pṛthvī bahudhā sṛjyatām ayam

Denn die ganze Erde vermag die Kraft dieses [Wesens], wenn sie zu einer einzigen vereint ist, nicht zu tragen, o Herr; so möge er vielfach ausgesandt [aufgeteilt] werden.

Wort für Wort
ekībhūtasya na hy asya
denn dessen, der zu einem vereint ist, nicht (Gen.)
dhāraṇe tejasaḥ prabho
beim Tragen der Kraft, o Herr (Lok./Gen./Vok.)
samarthā sakalā pṛthvī
imstande [ist] die ganze Erde (Nom.)
bahudhā sṛjyatām ayam
vielfach werde ausgesandt dieser (Imp.Pass./Nom.)

ity ukto brahmaṇā devo bhāge cāpi prakalpite; bhagavantaṃ tathety āha brahmāṇam amitaujasam

So von Brahmā angesprochen, sagte der Gott, nachdem ihm auch der Anteil zugesichert war, zum ehrwürdigen Brahmā von unermesslicher Kraft: „So sei es.“

Wort für Wort
ity ukto brahmaṇā devo
so angesprochen von Brahmā, der Gott (Part.Perf.Pass./Instr./Nom.)
bhāge cāpi prakalpite
und da der Anteil auch festgesetzt war (Lok.abs.)
bhagavantaṃ tathety āha
zum Erhabenen: „So [sei es]“, sprach er (Akk./Perf.3.Sg.)
brahmāṇam amitaujasam
zu Brahmā, dem unermesslich Kräftigen (Akk.)

parāṃ ca prītim agamad utsmayaṃś ca pinākadhṛk; avāpa ca tadā bhāgaṃ yathoktaṃ brahmaṇā bhavaḥ

Und Bhava, der Träger des Pināka, empfand höchste Freude und lächelte, und er erhielt damals den Anteil, wie von Brahmā gesagt.

Wort für Wort
parāṃ ca prītim agamad
und höchste Freude empfand er (Akk./Aor.3.Sg.)
utsmayaṃś ca pinākadhṛk
und lächelnd, der Pināka-Träger (Part.Präs./Nom.)
avāpa ca tadā bhāgaṃ
und erlangte damals den Anteil (Perf.3.Sg./Akk.)
yathoktaṃ brahmaṇā bhavaḥ
wie von Brahmā gesagt, Bhava (Part.Perf.Pass./Instr./Nom.)

jvaraṃ ca sarvadharmajño bahudhā vyasṛjat tadā; śāntyarthaṃ sarvabhūtānāṃ śṛṇu tac cāpi putraka

Und der die ganze Dharma-Ordnung kennt, sandte das Fieber damals vielfach aus, zur Beruhigung aller Wesen; auch das höre, mein Sohn:

Wort für Wort
jvaraṃ ca sarvadharmajño
und das Fieber, der alles Dharma Kennende (Akk./Nom.)
bahudhā vyasṛjat tadā
vielfach entließ er damals (Impf.3.Sg.)
śāntyarthaṃ sarvabhūtānām
zur Beruhigung aller Wesen (Adv./Gen.Pl.)
śṛṇu tac cāpi putraka
höre auch dies, mein Sohn (Imp.2.Sg./Vok.)

śīrṣābhitāpo nāgānāṃ parvatānāṃ śilājatuḥ; apāṃ tu nīlikāṃ vidyān nirmokaṃ bhujageṣu ca

Bei den Schlangen [entstand] das Kopf-Brennen, bei den Bergen das Śilājatu [Bergpech]; im Wasser soll man das Blaue [Nīlikā, Wasserblüte/Algenfärbung] erkennen, und bei den Schlangen die Häutung.

Wort für Wort
śīrṣābhitāpo nāgānām
Kopfhitze bei den Schlangen (Nom./Gen.Pl.)
parvatānāṃ śilājatuḥ
bei den Bergen Śilājatu (Gen.Pl./Nom.)
apāṃ tu nīlikāṃ vidyān
bei den Wassern aber Nīlikā soll man wissen (Gen.Pl./Akk./Opt.)
nirmokaṃ bhujageṣu ca
und die Häutung bei den Schlangen (Akk./Lok.Pl.)

nīlikā: „Blaue“ (Wasserfärbung/Algen o. Ä.), Bedeutung unsicher.

khorakaḥ saurabheyāṇām ūṣaraṃ pṛthivītale; paśūnām api dharmajña dṛṣṭipratyavarodhanam

Bei den Rindern [Sohn der Surabhi] die Khoraka-Krankheit, im Erdboden das Salzland; bei den Tieren, o Dharmakundiger, die Blockierung des Sehens.

Wort für Wort
khorakaḥ saurabheyāṇām
Khoraka bei den Kühen/Rindern (Nom./Gen.Pl.)
ūṣaraṃ pṛthivītale
Salzboden auf der Erdfläche (Nom./Lok.)
paśūnām api dharmajña
auch bei den Tieren, o Dharmakundiger (Gen.Pl./Vok.)
dṛṣṭipratyavarodhanam
Hemmung des Sehens (Nom.n.)

khoraka: Krankheit des Rindviehs (etwa Lahmen/Klauenleiden), Bedeutung unsicher.

randhrāgatam athāśvānāṃ śikhodbhedaś ca barhiṇām; netrarogaḥ kokilānāṃ jvaraḥ prokto mahātmanā

Bei den Pferden das Eindringen in die Öffnungen [randhrāgata], bei den Pfauen das Aufbrechen des Schopfes, bei den Kuckucken das Augenleiden: [so] wurde das Fieber vom Großen genannt.

Wort für Wort
randhrāgatam athāśvānām
das In-die-Öffnung-Gelangen, bei Pferden (Nom./Gen.Pl.)
śikhodbhedaś ca barhiṇām
und das Aufbrechen des Schopfes bei den Pfauen (Nom./Gen.Pl.)
netrarogaḥ kokilānām
Augenleiden bei den Kuckucken (Nom./Gen.Pl.)
jvaraḥ prokto mahātmanā
das Fieber wurde genannt vom Hochgesinnten (Nom./Part.Pass./Instr.)

randhrāgata: bei Pferden unklar (etwa Leiden der Körperöffnungen).

abjānāṃ pittabhedaś ca sarveṣām iti naḥ śrutam; śukānām api sarveṣāṃ hikkikā procyate jvaraḥ

Bei den Lotusblumen die Gallenspaltung [Pittabheda]: so haben wir es von allen gehört; bei allen Papageien wird das Schlucken [Hikkikā, Schluckauf] als Fieber bezeichnet.

Wort für Wort
abjānāṃ pittabhedaś ca
und bei den Wasserblumen Pittabheda (Gen.Pl./Nom.)
sarveṣām iti naḥ śrutam
bei allen, so ist von uns gehört worden (Gen.Pl./Part.Pass.)
śukānām api sarveṣām
auch bei allen Papageien (Gen.Pl.)
hikkikā procyate jvaraḥ
Schluckauf wird als Fieber bezeichnet (Nom./Pass.3.Sg.)

pittabheda bei abja unsicher (evtl. Welken/Verfärbung).

śārdūleṣv atha dharmajña śramo jvara ihocyate; mānuṣeṣu tu dharmajña jvaro nāmaiṣa viśrutaḥ; maraṇe janmani tathā madhye cāviśate naram

Bei den Tigern, o Dharmakundiger, gilt hier die Erschöpfung als Fieber; bei den Menschen aber ist es unter dem Namen Jvara berühmt; es befällt den Menschen bei der Geburt, beim Tod und ebenso in der Mitte [des Lebens].

Wort für Wort
śārdūleṣv atha dharmajña
bei den Tigern nun, o Dharmakundiger (Lok.Pl./Vok.)
śramo jvara ihocyate
Erschöpfung wird hier Fieber genannt (Nom./Pass.3.Sg.)
mānuṣeṣu tu dharmajña
bei den Menschen aber, o Dharmakundiger (Lok.Pl./Vok.)
jvaro nāmaiṣa viśrutaḥ
dieser ist als Jvara berühmt (Nom./Part.Pass.)
maraṇe janmani tathā
beim Tod, bei der Geburt, ebenso (Lok.)
madhye cāviśate naram
und in der Mitte befällt er den Menschen (Lok./Präs.3.Sg./Akk.)

etan māheśvaraṃ tejo jvaro nāma sudāruṇaḥ; namasyaś caiva mānyaś ca sarvaprāṇibhir īśvaraḥ

Dies ist die Glut Maheśvaras, das Fieber genannt, überaus schrecklich; zu verehren und zu achten ist er, der Herr, von allen Lebewesen.

Wort für Wort
etan māheśvaraṃ tejo
dies ist Maheśvaras Glut/Kraft (Nom.n.)
jvaro nāma sudāruṇaḥ
Jvara mit Namen, sehr furchtbar (Nom.)
namasyaś caiva mānyaś ca
verehrungswürdig und achtenswert (Gerundiv)
sarvaprāṇibhir īśvaraḥ
von allen Lebewesen der Herr (Instr.Pl./Nom.)

anena hi samāviṣṭo vṛtro dharmabhṛtāṃ varaḥ; vyajṛmbhata tataḥ śakras tasmai vajram avāsṛjat

Von diesem ergriffen gähnte Vṛtra, der Beste der Dharma-Bewahrer; darauf schleuderte Śakra den Donnerkeil gegen ihn.

Wort für Wort
anena hi samāviṣṭo
von diesem nämlich befallen (Instr./Part.Perf.Pass.)
vṛtro dharmabhṛtāṃ varaḥ
Vṛtra, der Beste der Dharma-Träger (Nom./Gen.Pl.)
vyajṛmbhata tataḥ śakras
gähnte/riss den Mund auf; darauf Śakra (Impf.Med.3.Sg.)
tasmai vajram avāsṛjat
gegen ihn den Donnerkeil schleuderte er (Dat./Akk./Impf.3.Sg.)

praviśya vajro vṛtraṃ tu dārayām āsa bhārata; dāritaś ca sa vajreṇa mahāyogī mahāsuraḥ; jagāma paramaṃ sthānaṃ viṣṇor amitatejasaḥ

Der Donnerkeil drang in Vṛtra ein und spaltete ihn, o Bhārata; und von dem Donnerkeil gespalten, ging jener große Yogin, der große Asura, zur höchsten Stätte Viṣṇus von unermesslicher Kraft.

Wort für Wort
praviśya vajro vṛtraṃ tu
eingedrungen, der Donnerkeil, in Vṛtra (Abs./Nom./Akk.)
dārayām āsa bhārata
spaltete, o Bhārata (Perf.Kaus./Vok.)
dāritaś ca sa vajreṇa
und gespalten von dem Donnerkeil, er (Part.Pass./Instr.)
mahāyogī mahāsuraḥ
großer Yogin, großer Asura (Nom.)
jagāma paramaṃ sthānaṃ
ging zur höchsten Stätte (Perf.3.Sg./Akk.)
viṣṇor amitatejasaḥ
des Viṣṇu von unermesslichem Glanz (Gen.)

viṣṇubhaktyā hi tenedaṃ jagad vyāptam abhūt purā; tasmāc ca nihato yuddhe viṣṇoḥ sthānam avāptavān

Denn durch Hingabe an Viṣṇu war einst diese Welt von ihm durchdrungen worden; und darum erlangte er, im Kampf erschlagen, Viṣṇus Stätte.

Wort für Wort
viṣṇubhaktyā hi tenedaṃ
denn durch Viṣṇu-Hingabe von ihm dies (Instr.)
jagad vyāptam abhūt purā
die Welt war durchdrungen einst (Part.Pass./Impf.)
tasmāc ca nihato yuddhe
und deshalb erschlagen im Kampf (Part.Pass./Lok.)
viṣṇoḥ sthānam avāptavān
erlangte Viṣṇus Stätte (Gen./Akk./Part.Perf.Akt.)

ity eṣa vṛtram āśritya jvarasya mahato mayā; vistaraḥ kathitaḥ putra kim anyat prabravīmi te

So ist dir, mein Sohn, von mir im Anschluss an Vṛtra die große Ausbreitung des Fiebers erzählt worden; was soll ich dir sonst noch sagen?

Wort für Wort
ity eṣa vṛtram āśritya
so [ist] dies, sich auf Vṛtra stützend / im Anschluss an Vṛtra (Abs.)
jvarasya mahato mayā
des großen Fiebers, von mir (Gen./Instr.)
vistaraḥ kathitaḥ putra
die Ausführung ist erzählt, Sohn (Nom.Sg.m./Part.Pass./Vok.)
kim anyat prabravīmi te
was anderes soll ich dir sagen (1.Sg.Präs./Dat.)

imāṃ jvarotpattim adīnamānasaḥ; paṭhet sadā yaḥ susamāhito naraḥ; vimuktarogaḥ sa sukhī mudā yuto; labheta kāmān sa yathāmanīṣitān

Der Mann, der diese Entstehung des Fiebers stets mit ungebeugtem Sinn und wohlgesammelt liest, wird, von Krankheit befreit, glücklich und freudig, und erlangt die Wünsche, wie er sie ersehnt.

Wort für Wort
imāṃ jvarotpattim
diese Entstehung des Fiebers (Akk.Sg.f.)
adīnamānasaḥ
mit ungebeugtem Sinn (Bahuvrīhi, Nom.Sg.m.)
paṭhet sadā yaḥ susamāhito naraḥ
der stets liest, wohlgesammelt, der Mann (Opt.3.Sg./Nom.)
vimuktarogaḥ sa sukhī
von Krankheit befreit, er glücklich (Nom.Sg.m.)
mudā yuto
mit Freude verbunden (Instr./Nom.)
labheta kāmān
möge erlangen die Wünsche (Opt.Med.3.Sg./Akk.Pl.)
sa yathāmanīṣitān
er, wie ersehnt (Nom./Akk.Pl.m.)

janamejaya uvāca; prācetasasya dakṣasya kathaṃ vaivasvate 'ntare; vināśam agamad brahman hayamedhaḥ prajāpateḥ; devyā manyukṛtaṃ matvā kruddhaḥ sarvātmakaḥ prabhuḥ; prasādāt tasya dakṣeṇa sa yajñaḥ saṃdhitaḥ katham; vaiśaṃpāyana uvāca; etad veditum icchāmi tan me brūhi yathātatham; purā himavataḥ pṛṣṭhe dakṣo vai yajñam āharat; gaṅgādvāre śubhe deśe ṛṣisiddhaniṣevite; gandharvāpsarasākīrṇe nānādrumalatāvṛte; ṛṣisaṃghaiḥ parivṛtaṃ dakṣaṃ yajñabhṛtāṃ varam; pṛthivyām antarikṣe ca ye ca svarlokavāsinaḥ; sarve prāñjalayo bhūtvā upatasthuḥ prajāpatim; devadānavagandharvāḥ piśācoragarākṣasāḥ; hāhā hūhūś ca gandharvau tumburur nāradas tathā; viśvāvasur viśvaseno gandharvāpsarasas tathā

Janamejaya sprach: „Wie ging im Vaivasvata-Zeitalter das Rossopfer des Prācetasa Dakṣa, des Prajāpati, zugrunde, Brahmane? Der Herr, der Allwesenhafte, war zornig, da er den von der Göttin gehegten Groll bedacht hatte; wie wurde durch seine Gnade jenes Opfer von Dakṣa wieder zusammengefügt?“ Vaiśaṃpāyana sprach: „Dies möchte ich wissen; sag mir das der Wahrheit gemäß. Einst brachte Dakṣa auf dem Rücken des Himavat ein Opfer dar, in Gaṅgādvāra, an einem schönen, von Sehern und Siddhas besuchten Ort, von Gandharven und Apsaras erfüllt, von mancherlei Bäumen und Schlingpflanzen bedeckt; den Dakṣa, den Besten der Opferherren, von Scharen von Sehern umgeben. Alle, die auf der Erde, im Luftraum und die im Himmelsreich wohnen, traten mit gefalteten Händen zum Prajāpati hin: Götter, Dānavas, Gandharven, Piśācas, Uragas und Rākṣasas; Hāhā und Hūhū, die beiden Gandharven, Tumburu und ebenso Nārada, Viśvāvasu, Viśvasena, ebenso die Gandharven und Apsaras.“

Wort für Wort
janamejaya uvāca
Janamejaya sprach (Perf.3.Sg.)
prācetasasya dakṣasya kathaṃ vaivasvate 'ntare
des Prācetasa Dakṣa, wie im Vaivasvata-Zeitalter (Gen./Lok.)
vināśam agamad brahman hayamedhaḥ prajāpateḥ
ging zugrunde, Brahmane, das Rossopfer des Prajāpati (Aor.3.Sg./Akk./Vok./Nom./Gen.)
devyā manyukṛtaṃ matvā kruddhaḥ sarvātmakaḥ prabhuḥ
den von der Göttin bewirkten Groll bedacht habend, zornig der allwesenhafte Herr (Abs./Nom.)
prasādāt tasya dakṣeṇa sa yajñaḥ saṃdhitaḥ katham
durch dessen Gnade von Dakṣa, jenes Opfer wieder zusammengefügt, wie? (Abl./Instr./Part.Pass.)
vaiśaṃpāyana uvāca; etad veditum icchāmi tan me brūhi yathātatham
Vaiśaṃpāyana sprach: dies zu wissen wünsche ich, das sag mir der Wahrheit gemäß (Inf./Imp.)
purā himavataḥ pṛṣṭhe dakṣo vai yajñam āharat
einst auf dem Rücken des Himavat brachte Dakṣa ein Opfer dar (Impf.3.Sg.)
gaṅgādvāre śubhe deśe ṛṣisiddhaniṣevite
in Gaṅgādvāra, an schönem Ort, von Sehern und Siddhas besucht (Lok.Sg.)
gandharvāpsarasākīrṇe nānādrumalatāvṛte
von Gandharven und Apsaras erfüllt, von mancherlei Bäumen und Ranken bedeckt (Lok.Sg.)
ṛṣisaṃghaiḥ parivṛtaṃ dakṣaṃ yajñabhṛtāṃ varam
von Scharen von Sehern umgeben, Dakṣa, den Besten der Opferherren (Akk.Sg.m.)
pṛthivyām antarikṣe ca ye ca svarlokavāsinaḥ
auf Erden, im Luftraum, und die Bewohner der Himmelswelt (Lok./Nom.Pl.)
sarve prāñjalayo bhūtvā upatasthuḥ prajāpatim
alle mit gefalteten Händen geworden, traten hin zum Prajāpati (Perf.3.Pl.)
devadānavagandharvāḥ piśācoragarākṣasāḥ
Götter, Dānavas, Gandharven, Piśācas, Uragas, Rākṣasas (Nom.Pl.)
hāhā hūhūś ca gandharvau tumburur nāradas tathā
Hāhā und Hūhū, die beiden Gandharven, Tumburu, Nārada ebenso (Nom.Du./Sg.)
viśvāvasur viśvaseno gandharvāpsarasas tathā
Viśvāvasu, Viśvasena, ebenso Gandharven und Apsaras (Nom.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Die Sprecherangabe vor „etad veditum icchāmi“ steht im überlieferten Text an dieser Stelle; wörtlich übersetzt.

ādityā vasavo rudrāḥ sādhyāḥ saha marudgaṇaiḥ; indreṇa sahitāḥ sarve āgatā yajñabhāginaḥ; ūṣmapāḥ somapāś caiva dhūmapā ājyapās tathā; ṛṣayaḥ pitaraś caiva āgatā brahmaṇā saha; ete cānye ca bahavo bhūtagrāmaś caturvidhaḥ; jarāyujāṇḍajāś caiva svedajodbhidajās tathā; āhūtā mantritāḥ sarve devāś ca saha patnibhiḥ; virājante vimānasthā dīpyamānā ivāgnayaḥ; tān dṛṣṭvā manyunāviṣṭo dadhīcir vākyam abravīt; nāyaṃ yajño na vā dharmo yatra rudro na ijyate; vadhabandhaṃ prapannā vai kiṃ nu kālasya paryayaḥ; kiṃ nu mohān na paśyanti vināśaṃ paryupasthitam; upasthitaṃ bhayaṃ ghoraṃ na budhyanti mahādhvare; ity uktvā sa mahāyogī paśyati dhyānacakṣuṣā; sa paśyati mahādevaṃ devīṃ ca varadāṃ śubhām

Ādityas, Vasus, Rudras, Sādhyas mit den Scharen der Maruts, alle, mit Indra vereint, kamen als Opferanteilhaber; die Dampftrinker und Somatrinker, ebenso die Rauchtrinker und Schmalztrinker, Seher und Väter kamen mit Brahmā. Diese und viele andere, die vierfache Wesensschar: Lebendgebärende, Eiergeborene, ebenso Schweißgeborene und Sprossgeborene. Eingeladen und gerufen [waren] alle, auch die Götter mit ihren Gattinnen; sie glänzen auf ihren Himmelswagen wie leuchtende Feuer. Als Dadhīci sie sah, sprach er, von Zorn erfüllt, das Wort: „Das ist kein Opfer und nicht Dharma, wo Rudra nicht verehrt wird. Sind sie etwa in Tötung und Fesselung geraten? Was ist das für ein Umschwung der Zeit! Sehen sie aus Verblendung nicht das herannahende Verderben? Die furchtbare Gefahr ist da, und sie erkennen sie nicht beim großen Opfer.“ Nachdem der große Yogin so gesprochen hatte, schaut er mit dem Auge der Versenkung; er sieht Mahādeva und die Göttin, die Gabenspenderin, die glückliche.

Wort für Wort
ādityā vasavo rudrāḥ sādhyāḥ saha marudgaṇaiḥ
Ādityas, Vasus, Rudras, Sādhyas mit den Marut-Scharen (Nom.Pl./Instr.)
indreṇa sahitāḥ sarve āgatā yajñabhāginaḥ
mit Indra vereint alle gekommen, Opferanteilhaber (Part.Pass./Nom.Pl.)
ūṣmapāḥ somapāś caiva dhūmapā ājyapās tathā
Dampftrinker, Somatrinker, Rauchtrinker, Schmalztrinker (Nom.Pl.)
ṛṣayaḥ pitaraś caiva āgatā brahmaṇā saha
Seher und Väter kamen mit Brahmā (Nom.Pl./Instr.)
ete cānye ca bahavo bhūtagrāmaś caturvidhaḥ
diese und viele andere, die vierfache Wesensschar (Nom.)
jarāyujāṇḍajāś caiva svedajodbhidajās tathā
lebendgebärend, eiergeboren, schweißgeboren, sprossgeboren (Nom.Pl.)
āhūtā mantritāḥ sarve devāś ca saha patnibhiḥ
gerufen, eingeladen alle, die Götter samt Gattinnen (Part.Pass./Nom.Pl./Instr.)
virājante vimānasthā dīpyamānā ivāgnayaḥ
glänzen, auf Himmelswagen stehend, wie leuchtende Feuer (3.Pl.Präs./Nom.Pl.)
tān dṛṣṭvā manyunāviṣṭo dadhīcir vākyam abravīt
sie gesehen habend, von Zorn erfüllt, Dadhīci sprach das Wort (Abs./Impf.)
nāyaṃ yajño na vā dharmo yatra rudro na ijyate
dies ist kein Opfer und nicht Dharma, wo Rudra nicht verehrt wird (Pass.Präs.)
vadhabandhaṃ prapannā vai kiṃ nu kālasya paryayaḥ
in Tötung und Fesselung geraten (?), was für ein Umschwung der Zeit (Part.Perf./Nom.)
kiṃ nu mohān na paśyanti vināśaṃ paryupasthitam
sehen sie aus Verblendung nicht das nahe Verderben? (3.Pl.Präs./Part.Pass.)
upasthitaṃ bhayaṃ ghoraṃ na budhyanti mahādhvare
die gekommene furchtbare Gefahr erkennen sie nicht beim großen Opfer
ity uktvā sa mahāyogī paśyati dhyānacakṣuṣā
so gesprochen habend, dieser große Yogin schaut mit dem Auge der Meditation (Abs./3.Sg.)
sa paśyati mahādevaṃ devīṃ ca varadāṃ śubhām
er sieht Mahādeva und die Göttin, gabenspendend, glückverheißend (Akk.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zeile „vadhabandhaṃ prapannā vai“: Bezug und Deutung unsicher, wörtlich wiedergegeben.

nāradaṃ ca mahātmānaṃ dṛṣṭvā devyāḥ samīpataḥ; saṃtoṣaṃ paramaṃ lebhe iti niścitya yogavit; ekamantrās tu te sarve yeneśo na nimantritaḥ; tasmād deśād apakramya dadhīcir vākyam abravīt; apūjyapūjane caiva pūjyānāṃ cāpy apūjane; tripātakasamaṃ pāpaṃ śaśvat prāpnoti mānavaḥ; anṛtaṃ noktapūrvaṃ me na ca vakṣye kadā cana; devatānām ṛṣīṇāṃ ca madhye satyaṃ bravīmy aham; āgataṃ paśubhartāraṃ sraṣṭāraṃ jagataḥ patim; dakṣa uvāca; adhvare hy aprabhoktāraṃ sarveṣāṃ paśyata prabhum; santi no bahavo rudrāḥ śūlahastāḥ kapardinaḥ; dadhīcir uvāca; ekādaśasthānagatā nāhaṃ vedmi maheśvaram; sarveṣām ekamantro 'yaṃ yeneśo na nimantritaḥ; yathāhaṃ śaṃkarād ūrdhvaṃ nānyaṃ paśyāmi daivatam

Und als er den hochgemuten Nārada in der Nähe der Göttin sah, gewann er höchste Zufriedenheit, so schloss der Yoga-Kundige. „Alle sind eines Mantras [einig], da der Herr nicht geladen ist“; von jenem Ort weggehend sprach Dadhīci das Wort: „Beim Verehren des nicht Verehrungswürdigen und beim Nichtverehren der Verehrungswürdigen erlangt der Mensch stets eine Sünde, gleich einer dreifachen Todsünde. Unwahres habe ich früher nie gesagt und werde es nie sagen; inmitten der Götter und Seher sage ich die Wahrheit: [Seht] den gekommenen Herrn der Tiere, den Schöpfer, den Herrn der Welt.“ Dakṣa sprach: „Seht den Herrn aller, der beim Opfer nicht Mitgenießer ist! Wir haben viele Rudras, speertragend, mit Haarknoten.“ Dadhīci sprach: „Die zu den elf Stellen Gelangten [sind mir bekannt]; den Maheśvara aber kenne ich nicht [unter ihnen]. Bei allen ist dies der eine Mantra: dass der Herr nicht geladen ist; denn ich sehe keine andere Gottheit über Śaṃkara hinaus.“

Wort für Wort
nāradaṃ ca mahātmānaṃ dṛṣṭvā devyāḥ samīpataḥ
und den hochgemuten Nārada gesehen habend in der Nähe der Göttin (Abs./Gen.)
saṃtoṣaṃ paramaṃ lebhe iti niścitya yogavit
höchste Zufriedenheit gewann er, so entschieden habend, der Yoga-Kundige (Perf.3.Sg.Med./Abs.)
ekamantrās tu te sarve yeneśo na nimantritaḥ
eines Mantras [einig] sie alle, weil der Herr nicht geladen ist (Bahuvrīhi/Instr.n.)
tasmād deśād apakramya dadhīcir vākyam abravīt
von diesem Ort weggegangen sprach Dadhīci das Wort (Abs.)
apūjyapūjane caiva pūjyānāṃ cāpy apūjane
beim Verehren des Nichtverehrungswürdigen und beim Nichtverehren der Verehrungswürdigen (Lok.n./Gen.Pl.)
tripātakasamaṃ pāpaṃ śaśvat prāpnoti mānavaḥ
einer dreifachen Todsünde gleiche Sünde erlangt der Mensch stets (3.Sg.Präs.)
anṛtaṃ noktapūrvaṃ me na ca vakṣye kadā cana
Unwahres wurde von mir früher nicht gesagt und werde ich nie sagen (Fut.1.Sg.)
devatānām ṛṣīṇāṃ ca madhye satyaṃ bravīmy aham
inmitten der Götter und Seher sage ich die Wahrheit (Gen.Pl./Lok.)
āgataṃ paśubhartāraṃ sraṣṭāraṃ jagataḥ patim
den gekommenen Herrn der Tiere, den Schöpfer, den Herrn der Welt (Akk.Sg.)
dakṣa uvāca; adhvare hy aprabhoktāraṃ sarveṣāṃ paśyata prabhum
Dakṣa sprach: den beim Opfer nicht mitgenießenden Herrn aller seht (Imp.2.Pl.)
santi no bahavo rudrāḥ śūlahastāḥ kapardinaḥ
es gibt bei uns viele Rudras, speertragend, mit Haarknoten (3.Pl.Präs.)
dadhīcir uvāca; ekādaśasthānagatā nāhaṃ vedmi maheśvaram
Dadhīci sprach: zu den elf Stellen gelangt [sind sie]; Maheśvara kenne ich nicht (1.Sg.Präs.)
sarveṣām ekamantro 'yaṃ yeneśo na nimantritaḥ
bei allen ist dies der eine Mantra, weil der Herr nicht geladen ist
yathāhaṃ śaṃkarād ūrdhvaṃ nānyaṃ paśyāmi daivatam
wie ich über Śaṃkara hinaus keine andere Gottheit sehe (1.Sg.Präs./Akk.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zeile „ekādaśasthānagatā …“ ist knapp und in der Bezugnahme unsicher [?].

dakṣa uvāca; tathā dakṣasya vipulo yajño 'yaṃ na bhaviṣyati; etan makheśāya suvarṇapātre; haviḥ samastaṃ vidhimantrapūtam; viṣṇor nayāmy apratimasya bhāgaṃ; devy uvāca; prabhur vibhuś cāhavanīya eṣaḥ; kiṃ nāma dānaṃ niyamaṃ tapo vā; kuryām ahaṃ yena patir mamādya; labheta bhāgaṃ bhagavān acintyo; vaiśaṃpāyana uvāca; bhāgasya cārdham atha vā tṛtīyam; evaṃ bruvāṇāṃ bhagavān svapatnīṃ; prahṛṣṭarūpaḥ kṣubhitām uvāca; na vetsi māṃ devi kṛśodarāṅgi; kiṃ nāma yuktaṃ mayi yan makheśe; ahaṃ hi jānāmi viśālanetre; dhyānena hīnā na vidanty asantaḥ; tavādya mohena ca sendradevā; lokās trayaḥ sarvata eva mūḍhāḥ; mām adhvare śaṃsitāraḥ stuvanti; rathaṃtaraṃ sāmagāś copagānti

Dakṣa sprach: „So wird dieses große Opfer Dakṣas nicht [zustande kommen]. Dieses gesamte Opfergut in der goldenen Schale, durch Vorschrift und Mantras geläutert, bringe ich dem Opferherrn: Viṣṇu, dem Unvergleichlichen, [als] Anteil.“ Die Göttin sprach: „Der Herr, der Allgegenwärtige, ist dieser Āhavanīya-[Feuer]. Welche Gabe, welche Regel oder Askese soll ich heute vollziehen, wodurch mein Gatte, der Bhagavān, der Unfassbare, einen Anteil erhält?“ Vaiśaṃpāyana sprach: „[Sei es] die Hälfte des Anteils oder das Drittel.“ Zu seiner so redenden, erregten Gattin sprach der Bhagavān mit erfreuter Miene: „Kennst du mich nicht, Göttin mit schlankem Leib? Was ist mir beim Opferherrn angemessen? Ich weiß es, Weitäugige: die Unguten, denen die Meditation fehlt, kennen es nicht. Durch deine Verblendung heute sind die drei Welten samt Indra und den Göttern überall verblendet. Mich preisen die Lobsprecher beim Opfer, den Rathantara singen die Sāmasänger.“

Wort für Wort
tathā dakṣasya vipulo yajño 'yaṃ na bhaviṣyati
so wird dieses große Opfer Dakṣas nicht sein (Fut.3.Sg.)
etan makheśāya suvarṇapātre haviḥ samastaṃ vidhimantrapūtam
dies gesamte Opfergut in goldener Schale, durch Vorschrift und Mantra geläutert, dem Opferherrn (Dat.)
viṣṇor nayāmy apratimasya bhāgam
des Viṣṇu, des Unvergleichlichen, Anteil bringe ich (1.Sg.Präs./Gen.)
devy uvāca; prabhur vibhuś cāhavanīya eṣaḥ
die Göttin sprach: Herr und Allgegenwärtiger, dieser Āhavanīya
kiṃ nāma dānaṃ niyamaṃ tapo vā kuryām ahaṃ
welche Gabe, Regel oder Askese soll ich tun (Opt.1.Sg.)
yena patir mamādya labheta bhāgaṃ bhagavān acintyo
wodurch mein Gatte heute einen Anteil erlange, der Bhagavān, der Unfassbare (Opt.Med.)
vaiśaṃpāyana uvāca; bhāgasya cārdham atha vā tṛtīyam
Vaiśaṃpāyana sprach: vom Anteil die Hälfte oder das Drittel
evaṃ bruvāṇāṃ bhagavān svapatnīṃ prahṛṣṭarūpaḥ kṣubhitām uvāca
zu der so redenden, erregten eigenen Gattin sprach der Bhagavān mit erfreuter Miene (Part.Präs./Akk.f.)
na vetsi māṃ devi kṛśodarāṅgi
kennst du mich nicht, Göttin, Schlankleibige (2.Sg.Präs./Vok.)
kiṃ nāma yuktaṃ mayi yan makheśe
was ist wohl angemessen bei mir, dass beim Opferherrn
ahaṃ hi jānāmi viśālanetre dhyānena hīnā na vidanty asantaḥ
ich weiß es, Weitäugige; ohne Meditation kennen es die Schlechten nicht
tavādya mohena ca sendradevā lokās trayaḥ sarvata eva mūḍhāḥ
durch deine Verblendung heute sind die drei Welten samt Indra und den Göttern überall verblendet (Instr./Part.Pass.)
mām adhvare śaṃsitāraḥ stuvanti rathaṃtaraṃ sāmagāś copagānti
mich preisen im Opfer die Lobsprecher, den Rathantara singen die Sāmasänger (3.Pl.Präs.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Sprecherzuweisung und Satzzusammenhang der ersten Zeilen sind in der Überlieferung verworren; wörtlich wiedergegeben.

māṃ brāhmaṇā brahmasatre yajante; devy uvāca; mamādhvaryavaḥ kalpayante ca bhāgam; suprākṛto 'pi bhagavan sarvaḥ strījanasaṃsadi; bhagavān uvāca; stauti garvāyate cāpi svam ātmānaṃ na saṃśayaḥ; nātmānaṃ staumi deveśi paśya me tanumadhyame; vaiśaṃpāyana uvāca; yaṃ srakṣyāmi varārohe tavārthe varavarṇini; ity uktvā bhagavān patnīm umāṃ prāṇair api priyām; so 'sṛjad bhagavān vaktrād bhūtaṃ ghoraṃ praharṣaṇam; tam uvācākṣipa makhaṃ dakṣasyeti maheśvaraḥ; tasmād vaktrād vimuktena siṃhenaikena līlayā; devyā manyuvyapohārthaṃ hato dakṣasya vai kratuḥ; manyunā ca mahābhīmā mahākālī maheśvarī; ātmanaḥ karmasākṣitve tena sārdhaṃ sahānugā; devasyānumataṃ matvā praṇamya śirasā tataḥ

Mich verehren die Brahmanen im Brahmasatra. Die Göttin sprach: „Mir bereiten die Adhvaryus einen Anteil.“ [Und weiter:] „Selbst ein ganz Gewöhnlicher, Bhagavān, [prahlt] in der Versammlung der Frauen.“ Der Bhagavān sprach: „Er lobt und prahlt, sich selbst, ohne Zweifel; ich lobe mich nicht selbst, Göttin der Götter; sieh, Schlanktaillige!“ Vaiśaṃpāyana sprach: „Den ich erschaffen werde, Schönhüftige, um deinetwillen, Schönfarbige.“ Nach diesen Worten zu seiner Gattin Umā, die ihm lieber war als das Leben, erschuf der Bhagavān aus seinem Mund ein furchtbares, entzückendes Wesen. Zu ihm sprach Maheśvara: „Zerschlage Dakṣas Opfer!“ Durch jenen aus dem Mund entlassenen einen Löwen wurde spielend, um den Zorn der Göttin zu vertreiben, Dakṣas Opfer erschlagen. Und in Zorn [ging] die überaus furchtbare Mahākālī, die Maheśvarī, [aus], um Zeugin seines Werks zu sein, zusammen mit ihm und dem Gefolge, nachdem sie die Zustimmung des Gottes erkannt und sich sodann mit dem Haupt verneigt hatte.

Wort für Wort
māṃ brāhmaṇā brahmasatre yajante
mich verehren opfernd die Brahmanen im Brahmasatra (3.Pl.Präs.Med.)
devy uvāca; mamādhvaryavaḥ kalpayante ca bhāgam
die Göttin sprach: mir bereiten die Adhvaryus einen Anteil (3.Pl.Kaus.)
suprākṛto 'pi bhagavan sarvaḥ strījanasaṃsadi
auch ein ganz Gewöhnlicher, Herr, jeder, in der Versammlung der Frauen (Vok.)
bhagavān uvāca; stauti garvāyate cāpi svam ātmānaṃ na saṃśayaḥ
der Bhagavān sprach: er lobt und prahlt, sich selbst, kein Zweifel
nātmānaṃ staumi deveśi paśya me tanumadhyame
ich lobe nicht mich selbst, Göttin der Götter; sieh, Schlanktaillige (Imp./Vok.)
vaiśaṃpāyana uvāca; yaṃ srakṣyāmi varārohe tavārthe varavarṇini
Vaiśaṃpāyana sprach: den ich erschaffen werde, Schönhüftige, dir zuliebe, Schönfarbige (Fut.1.Sg.)
ity uktvā bhagavān patnīm umāṃ prāṇair api priyām
so gesprochen habend der Bhagavān zu Gattin Umā, lieber als das Leben (Abs./Akk.)
so 'sṛjad bhagavān vaktrād bhūtaṃ ghoraṃ praharṣaṇam
er erschuf, der Bhagavān, aus dem Mund ein furchtbares, entzückendes Wesen (Impf.3.Sg.)
tam uvācākṣipa makhaṃ dakṣasyeti maheśvaraḥ
zu ihm sprach Maheśvara: „Zerschlage Dakṣas Opfer“ (Imp.2.Sg.)
tasmād vaktrād vimuktena siṃhenaikena līlayā
von jenem aus dem Mund entlassenen einen Löwen spielend (Instr.)
devyā manyuvyapohārthaṃ hato dakṣasya vai kratuḥ
um den Zorn der Göttin zu vertreiben wurde Dakṣas Opfer erschlagen (Part.Pass.)
manyunā ca mahābhīmā mahākālī maheśvarī
und aus Zorn die überaus furchtbare Mahākālī, Maheśvarī (Nom.f.)
ātmanaḥ karmasākṣitve tena sārdhaṃ sahānugā
um Zeugin des eigenen Werks zu sein, mit ihm samt Gefolge
devasyānumataṃ matvā praṇamya śirasā tataḥ
des Gottes Zustimmung erkannt, mit dem Haupt verneigt, dann (Abs.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Der Zeilenanschluss (Mahākālī/Verb) ist im Text unvollständig; „siṃhena“ (Löwe) evtl. bildhaft für das erschaffene Wesen [?]. Der Satz wird in der Folgeeinheit fortgesetzt.

ātmanaḥ sadṛśaḥ śauryād balarūpasamanvitaḥ; sa eva bhagavān krodhaḥ pratirūpasamanvitaḥ; anantabalavīryaś ca anantabalapauruṣaḥ; vīrabhadra iti khyāto devyā manyupramārjakaḥ; so 'sṛjad romakūpebhyo raumyān nāma gaṇeśvarān; rudrānugā gaṇā raudrā rudravīryaparākramāḥ; te nipetus tatas tūrṇaṃ dakṣayajñavihiṃsayā; bhīmarūpā mahākāyāḥ śataśo 'tha sahasraśaḥ; tataḥ kilakilāśabdair ākāśaṃ pūrayann iva; tena śabdena mahatā trastās tatra divaukasaḥ; parvatāś ca vyaśīryanta cakampe ca vasuṃdharā; mārutāś caiva ghūrṇante cukṣubhe varuṇālayaḥ; agnayo naiva dīpyante naiva dīpyati bhāskaraḥ; grahā naiva prakāśante nakṣatrāṇi na candramāḥ; ṛṣayo na prakāśante na devā na ca mānuṣāḥ

[Er war] ihm selbst gleich an Tapferkeit, mit Kraft und Gestalt begabt; eben jener Bhagavān Zorn, mit entsprechender Gestalt begabt, von unendlicher Kraft und Heldenmacht, von unendlicher Stärke und Mannhaftigkeit, Vīrabhadra genannt, der Vertreiber des Zorns der Göttin. Er erschuf aus den Haarporen die Raumyas genannten Gaṇa-Herren, Rudras grimmiges Gefolge, die Gaṇas, mit Rudras Heldenkraft und Tatkraft. Sie stürzten alsbald nieder, um Dakṣas Opfer zu zerstören, furchtbar gestaltet, riesenleibig, zu Hunderten und Tausenden. Dann, mit Kilakila-Lauten den Himmel gleichsam erfüllend, gerieten durch jenen gewaltigen Lärm die Himmelsbewohner dort in Furcht; Berge zerbarsten, und die Erde bebte; die Winde wirbelten, das Meer, Varuṇas Sitz, geriet in Wallung; die Feuer brannten nicht, nicht leuchtete die Sonne; die Planeten schienen nicht, weder Sterne noch der Mond; Seher leuchteten nicht, nicht Götter und nicht Menschen.

Wort für Wort
ātmanaḥ sadṛśaḥ śauryād balarūpasamanvitaḥ
sich selbst gleich an Tapferkeit, mit Kraft und Gestalt begabt (Nom.Sg.m.)
sa eva bhagavān krodhaḥ pratirūpasamanvitaḥ
eben er, der Bhagavān Zorn, mit entsprechender Gestalt begabt
anantabalavīryaś ca anantabalapauruṣaḥ
von unendlicher Kraft und Heldenmacht, unendlicher Stärke und Mannhaftigkeit
vīrabhadra iti khyāto devyā manyupramārjakaḥ
Vīrabhadra genannt, der Wegwischer des Zorns der Göttin (Part.Pass./Nom.)
so 'sṛjad romakūpebhyo raumyān nāma gaṇeśvarān
er erschuf aus den Haarporen die Raumya genannten Gaṇa-Herren (Impf./Abl.Pl.)
rudrānugā gaṇā raudrā rudravīryaparākramāḥ
Rudras Gefolgsleute, grimmige Gaṇas, mit Rudras Heldenkraft und Tatkraft
te nipetus tatas tūrṇaṃ dakṣayajñavihiṃsayā
sie stürzten dann rasch nieder, zur Zerstörung von Dakṣas Opfer (Perf.3.Pl.)
bhīmarūpā mahākāyāḥ śataśo 'tha sahasraśaḥ
furchtbar gestaltet, riesenleibig, zu Hunderten, dann zu Tausenden
tataḥ kilakilāśabdair ākāśaṃ pūrayann iva
dann mit Kilakila-Lauten den Himmel gleichsam erfüllend (Part.Präs.)
tena śabdena mahatā trastās tatra divaukasaḥ
durch diesen großen Lärm erschreckt dort die Himmelsbewohner (Part.Pass./Nom.Pl.)
parvatāś ca vyaśīryanta cakampe ca vasuṃdharā
Berge zersplitterten und die Erde bebte (Impf.Pass./Perf.Med.)
mārutāś caiva ghūrṇante cukṣubhe varuṇālayaḥ
die Winde wirbelten und das Meer geriet in Wallung (Perf.3.Sg.)
agnayo naiva dīpyante naiva dīpyati bhāskaraḥ
Feuer brennen nicht, nicht leuchtet die Sonne
grahā naiva prakāśante nakṣatrāṇi na candramāḥ
Planeten scheinen nicht, nicht Sterne, nicht der Mond
ṛṣayo na prakāśante na devā na ca mānuṣāḥ
Seher leuchten nicht, nicht Götter und nicht Menschen

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

evaṃ tu timirībhūte nirdahanty avamānitāḥ; praharanty apare ghorā yūpān utpāṭayanti ca; pramardanti tathā cānye vimardanti tathā pare; ādhāvanti pradhāvanti vāyuvegā manojavāḥ; cūrṇyante yajñapātrāṇi divyāny ābharaṇāni ca; viśīryamāṇā dṛśyante tārā iva nabhastalāt; divyānnapānabhakṣyāṇāṃ rāśayaḥ parvatopamāḥ; kṣīranadyo 'tha dṛśyante ghṛtapāyasakardamāḥ; dadhimaṇḍodakā divyāḥ khaṇḍaśarkaravālukāḥ; ṣaḍrasā nivahanty etā guḍakulyā manoramāḥ; uccāvacāni māṃsāni bhakṣyāṇi vividhāni ca; pānakāni ca divyāni lehyacoṣyāṇi yāni ca; bhuñjate vividhair vaktrair vilumpanty ākṣipanti ca; rudrakopān mahākāyāḥ kālāgnisadṛśopamāḥ; kṣobhayan surasainyāni bhīṣayantaḥ samantataḥ

Als es so finster geworden war, verbrannten die Verachteten [alles]; andere Grimmige schlagen zu und reißen Opferpfosten aus; andere zermalmen und zerstampfen; sie laufen herbei und stürmen los, windschnell, gedankenschnell. Zermalmt werden die Opfergefäße und die himmlischen Schmuckstücke; zerstreut sieht man sie wie Sterne vom Himmelsgewölbe [fallen]. Haufen himmlischer Speisen, Getränke und Esswaren, bergegleich; Milchflüsse sieht man, deren Schlamm Schmalz und Milchreis ist, himmlische, mit Dickmilch-Rahm als Wasser, mit Zuckerstücken und Sand; diese reizenden, sechs Säfte führenden Sirupkanäle strömen dahin. Vielerlei Fleischsorten, hohe und niedrige, und mancherlei Esswaren, himmlische Getränke und was Leck- und Saugspeise ist, verzehren sie mit vielerlei Mündern, sie plündern und schleudern; wegen Rudras Zorn riesenleibig, dem Feuer des Weltuntergangs gleich, die Götterheere erschütternd und ringsum in Schrecken versetzend.

Wort für Wort
evaṃ tu timirībhūte nirdahanty avamānitāḥ
als es so finster geworden war, verbrennen die Verachteten (Lok.abs./Part.Pass.)
praharanty apare ghorā yūpān utpāṭayanti ca
andere Grimmige schlagen zu und reißen Opferpfosten aus (3.Pl.Präs.)
pramardanti tathā cānye vimardanti tathā pare
andere zermalmen, andere zerstampfen
ādhāvanti pradhāvanti vāyuvegā manojavāḥ
sie laufen herbei und stürmen los, windschnell, gedankenschnell
cūrṇyante yajñapātrāṇi divyāny ābharaṇāni ca
zermalmt werden Opfergefäße und himmlische Schmuckstücke (Pass.)
viśīryamāṇā dṛśyante tārā iva nabhastalāt
zerstreut werden sie gesehen, wie Sterne vom Himmelsgewölbe (Part.Pass.)
divyānnapānabhakṣyāṇāṃ rāśayaḥ parvatopamāḥ
Haufen himmlischer Speisen, Getränke und Esswaren, bergegleich
kṣīranadyo 'tha dṛśyante ghṛtapāyasakardamāḥ
Milchflüsse werden gesehen, mit Schmalz und Milchreis als Schlamm
dadhimaṇḍodakā divyāḥ khaṇḍaśarkaravālukāḥ
himmlisch, mit Dickmilchrahm als Wasser, mit Zuckerstücken und -körnern als Sand
ṣaḍrasā nivahanty etā guḍakulyā manoramāḥ
sechssaftig strömen diese reizenden Sirupkanäle (3.Pl.Präs.)
uccāvacāni māṃsāni bhakṣyāṇi vividhāni ca
hohe und niedrige Fleischsorten und mancherlei Esswaren
pānakāni ca divyāni lehyacoṣyāṇi yāni ca
himmlische Getränke und was Leck- und Saugspeisen sind
bhuñjate vividhair vaktrair vilumpanty ākṣipanti ca
sie verzehren mit vielerlei Mündern, plündern und schleudern (3.Pl.Präs.)
rudrakopān mahākāyāḥ kālāgnisadṛśopamāḥ
aus Rudras Zorn riesenleibig, dem Feuer der Zeit gleich (Abl./Nom.Pl.)
kṣobhayan surasainyāni bhīṣayantaḥ samantataḥ
die Götterheere erschütternd, ringsum erschreckend (Part.Präs.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

krīḍanti vikṛtākāraiś cikṣipuḥ surayoṣitaḥ; rudrakrodhāt prayatnena sarvadevaiḥ surakṣitam; taṃ yajñam adahac chīghraṃ bhadrakālī samantataḥ; cakāra bhairavaṃ nādaṃ sarvabhūtabhayaṃkaram; chittvā śiro vai yajñasya nanāda ca mumoda ca; tato brahmādayo devā dakṣaś caiva prajāpatiḥ; vīrabhadra uvāca; ūcuḥ prāñjalayaḥ sarve kathyatāṃ ko bhavān iti; nāhaṃ rudro na vā devī naiva bhoktum ihāgataḥ; devyā manyukṛtaṃ matvā kruddhaḥ sarvātmakaḥ prabhuḥ; draṣṭuṃ vā naiva viprendrān naiva kautūhalena ca; tava yajñavināśārthaṃ saṃprāptaṃ viddhi mām iha; vīrabhadra iti khyāto rudrakopād viniḥsṛtaḥ; bhadrakālīti vijñeyā devyāḥ kopād viniḥsṛtā; preṣitau devadevena yajñāntikam ihāgatau

Sie spielten in entstellter Gestalt, sie schleuderten die Götterfrauen. Das von allen Göttern mit Mühe wohlbehütete [Opfer] – aus Rudras Zorn – jenes Opfer verbrannte Bhadrakālī rasch ringsum; sie stieß einen schrecklichen Schrei aus, der allen Wesen Furcht einflößt; nachdem sie das Haupt des Opfers abgeschlagen hatte, brüllte sie und jubelte. Dann sprachen die Götter mit Brahmā an der Spitze und Dakṣa, der Prajāpati, alle mit gefalteten Händen: „Sag, wer du bist!“ Vīrabhadra sprach: „Nicht bin ich Rudra, nicht die Göttin, und nicht bin ich zum Genießen hierher gekommen; im Bewusstsein des von der Göttin gehegten Zorns ist der allwesenhafte Herr zornig; nicht um die Besten der Brahmanen zu sehen und nicht aus Neugier: Wisse, dass ich zur Vernichtung deines Opfers hier eingetroffen bin. Vīrabhadra heiße ich, aus Rudras Zorn hervorgegangen; Bhadrakālī ist zu erkennen als aus dem Zorn der Göttin hervorgegangen; vom Gott der Götter entsandt, sind wir beide hierher ans Opfer gekommen.“

Wort für Wort
krīḍanti vikṛtākāraiś cikṣipuḥ surayoṣitaḥ
sie spielen in entstellter Gestalt, sie schleuderten die Götterfrauen (Perf.3.Pl.)
rudrakrodhāt prayatnena sarvadevaiḥ surakṣitam
aus Rudras Zorn, mit Mühe von allen Göttern wohlbehütet (Abl./Instr./Part.Pass.)
taṃ yajñam adahac chīghraṃ bhadrakālī samantataḥ
jenes Opfer verbrannte rasch Bhadrakālī ringsum (Impf.3.Sg.)
cakāra bhairavaṃ nādaṃ sarvabhūtabhayaṃkaram
sie machte einen schrecklichen Schrei, allen Wesen Furcht bringend (Perf.3.Sg.)
chittvā śiro vai yajñasya nanāda ca mumoda ca
das Haupt des Opfers abgeschlagen habend, brüllte sie und jubelte (Abs./Perf.)
tato brahmādayo devā dakṣaś caiva prajāpatiḥ
dann die Götter mit Brahmā an der Spitze und Dakṣa, der Prajāpati
vīrabhadra uvāca; ūcuḥ prāñjalayaḥ sarve kathyatāṃ ko bhavān iti
[sie] sprachen mit gefalteten Händen alle: „Sag, wer du bist“ (Perf.3.Pl./Pass.Imp.)
nāhaṃ rudro na vā devī naiva bhoktum ihāgataḥ
nicht bin ich Rudra, nicht die Göttin, nicht bin ich zum Genießen hierher gekommen (Inf.)
devyā manyukṛtaṃ matvā kruddhaḥ sarvātmakaḥ prabhuḥ
den von der Göttin gehegten Zorn bedacht, zornig der allwesenhafte Herr
draṣṭuṃ vā naiva viprendrān naiva kautūhalena ca
auch nicht um die Besten der Brahmanen zu sehen, nicht aus Neugier (Inf./Instr.)
tava yajñavināśārthaṃ saṃprāptaṃ viddhi mām iha
zur Vernichtung deines Opfers hier eingetroffen wisse mich (Imp.2.Sg./Part.Pass.)
vīrabhadra iti khyāto rudrakopād viniḥsṛtaḥ
Vīrabhadra genannt, aus Rudras Zorn hervorgegangen (Part.Pass.)
bhadrakālīti vijñeyā devyāḥ kopād viniḥsṛtā
Bhadrakālī ist zu erkennen als aus des Göttin Zorn hervorgegangen (Gerundiv)
preṣitau devadevena yajñāntikam ihāgatau
von dem Gott der Götter entsandt, beide zum Opfer hierher gekommen (Part.Pass.Du.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Die Sprecherangabe „vīrabhadra uvāca“ steht im überlieferten Text vor den Worten der Götter; die Antwort ab „nāhaṃ rudro“ ist Vīrabhadras Rede.

śaraṇaṃ gaccha viprendra devadevam umāpatim; vaiśaṃpāyana uvāca; varaṃ krodho 'pi devasya varadānaṃ na cānyataḥ; vīrabhadravacaḥ śrutvā dakṣo dharmabhṛtāṃ varaḥ; toṣayām āsa stotreṇa praṇipatya maheśvaram; prapadye devam īśānaṃ śāśvataṃ dhruvam avyayam; mahādevaṃ mahātmānaṃ viśvasya jagataḥ patim; dakṣaprajāpater yajñe dravyais tu susamāhitaiḥ; āhūtā devatāḥ sarvā ṛṣayaś ca tapodhanāḥ; devo nāhūyate tatra viśvakarmā maheśvaraḥ; tatra kruddhā mahādevī gaṇāṃs tatra vyasarjayat; pradīpte yajñavāṭe tu vidruteṣu dvijātiṣu; tārāgaṇam anuprāpte raudre dīpte mahātmani; śūlanirbhinnahṛdayaiḥ kūjadbhiḥ paricārakaiḥ; nikhātotpāṭitair yūpair apaviddhair itas tataḥ

„Suche Zuflucht, Bester der Brahmanen, beim Gott der Götter, dem Gatten Umās!“ Vaiśaṃpāyana sprach: „Besser ist sogar der Zorn des Gottes; anderswoher gibt es keine Gabe.“ Als Dakṣa, der Beste der Dharma-Träger, Vīrabhadras Worte gehört hatte, stellte er Maheśvara mit einem Lobgesang zufrieden, indem er sich niederwarf: „Ich nehme Zuflucht zum Gott Īśāna, dem Ewigen, Festen, Unvergänglichen, zu Mahādeva, dem Hochgemuten, dem Herrn der ganzen Welt. Beim Opfer des Prajāpati Dakṣa wurden mit wohlgesammelten Opfergaben alle Gottheiten und die Seher, reich an Askese, geladen; der Gott jedoch wird dort nicht geladen, Viśvakarman, Maheśvara. Dort entsandte die erzürnte Mahādevī die Gaṇas; als die Opferstätte in Flammen stand und die Zweimalgeborenen geflohen waren, als der Grimmige, Strahlende, Hochgemute die Sterneschar erreicht hatte, mit Dienern, deren Herzen von Speeren durchbohrt waren und die schrien, mit eingerammten, ausgerissenen und hierhin und dorthin geschleuderten Opferpfosten [–]

Wort für Wort
śaraṇaṃ gaccha viprendra devadevam umāpatim
geh zur Zuflucht, Bester der Brahmanen, zum Gott der Götter, Gatten Umās (Imp./Vok./Akk.)
vaiśaṃpāyana uvāca; varaṃ krodho 'pi devasya varadānaṃ na cānyataḥ
Vaiśaṃpāyana sprach: besser sogar der Zorn des Gottes, Gabenspende nicht anderswoher (Nom.n./Abl.)
vīrabhadravacaḥ śrutvā dakṣo dharmabhṛtāṃ varaḥ
Vīrabhadras Wort gehört habend, Dakṣa, der Beste der Dharma-Träger (Abs.)
toṣayām āsa stotreṇa praṇipatya maheśvaram
stellte zufrieden mit Lobgesang, sich niederwerfend, Maheśvara (Periphr.Perf./Abs.)
prapadye devam īśānaṃ śāśvataṃ dhruvam avyayam
ich nehme Zuflucht zum Gott Īśāna, dem Ewigen, Festen, Unvergänglichen (1.Sg.Präs.Med.)
mahādevaṃ mahātmānaṃ viśvasya jagataḥ patim
Mahādeva, den Hochgemuten, den Herrn der ganzen Welt (Akk.)
dakṣaprajāpater yajñe dravyais tu susamāhitaiḥ
im Opfer des Prajāpati Dakṣa, mit wohlgesammelten Opfergaben (Lok./Instr.Pl.)
āhūtā devatāḥ sarvā ṛṣayaś ca tapodhanāḥ
geladen alle Gottheiten und die askesereichen Seher (Part.Pass.)
devo nāhūyate tatra viśvakarmā maheśvaraḥ
der Gott wird dort nicht geladen, Viśvakarman, Maheśvara (Pass.Präs.)
tatra kruddhā mahādevī gaṇāṃs tatra vyasarjayat
dort entsandte die erzürnte Mahādevī die Gaṇas (Impf.3.Sg.)
pradīpte yajñavāṭe tu vidruteṣu dvijātiṣu
als die Opferstätte in Flammen stand und die Zweimalgeborenen geflohen waren (Lok.abs.)
tārāgaṇam anuprāpte raudre dīpte mahātmani
als der Grimmige, Strahlende, Hochgemute die Sterneschar erreicht hatte (Lok.abs.)
śūlanirbhinnahṛdayaiḥ kūjadbhiḥ paricārakaiḥ
mit von Speeren durchbohrten Herzen, schreienden Dienern (Instr.Pl.)
nikhātotpāṭitair yūpair apaviddhair itas tataḥ
mit eingerammten, ausgerissenen, hierhin und dorthin geschleuderten Opferpfosten (Instr.Pl.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Der Satz (absolute Konstruktionen mit Instrumentalen) wird in der Folgeeinheit fortgesetzt; die Rede Dakṣas beginnt bei „prapadye“, die Erzählung geht ineinander über.

utpatadbhiḥ patadbhiś ca gṛdhrair āmiṣagṛddhibhiḥ; pakṣavātavinirdhūtaiḥ śivāśatanināditaiḥ; yakṣagandharvasaṃghaiś ca piśācoragarākṣasaiḥ; prāṇāpānau saṃnirudhya vaktrasthānena yatnataḥ; vicārya sarvato dṛṣṭiṃ bahudṛṣṭir amitrajit; sahasā devadeveśo agnikuṇḍāt samutthitaḥ; bibhrat sūryasahasrasya tejaḥ saṃvartakopamaḥ; smitaṃ kṛtvābravīd vākyaṃ brūhi kiṃ karavāṇi te; śrāvite ca makhādhyāye devānāṃ guruṇā tataḥ; tam uvācāñjaliṃ kṛtvā dakṣo devaṃ prajāpatiḥ; bhītaśaṅkitavitrastaḥ sabāṣpavadanekṣaṇaḥ; yadi prasanno bhagavān yadi cāhaṃ tava priyaḥ; yadi vāham anugrāhyo yadi deyo varo mama; yad dagdhaṃ bhakṣitaṃ pītam aśitaṃ yac ca nāśitam; cūrṇīkṛtāpaviddhaṃ ca yajñasaṃbhāram īhitam

[…] mit auffliegenden und niederstürzenden Geiern, fleischgierigen, mit von Flügelwind zerstobenen [Dingen], von Schakalinnengeheul erfüllt, mit Scharen von Yakṣas und Gandharven, Piśācas, Uragas und Rākṣasas [– da], Ein- und Ausatem mit Mühe am Ort des Mundes anhaltend, nachdem er ringsum den Blick hatte schweifen lassen, der Vielaugige, Feindbezwinger, erhob sich plötzlich der Herr der Götter aus der Feuergrube, den Glanz von tausend Sonnen tragend, dem Weltuntergangsfeuer gleich. Lächelnd sprach er das Wort: „Sprich, was soll ich für dich tun?“ Als dann vom Lehrer der Götter das Opferkapitel vorgetragen worden war, sprach Dakṣa, der Prajāpati, zu dem Gott mit gefalteten Händen, von Furcht, Zweifel und Schrecken ergriffen, mit tränennassem Gesicht und Augen: „Wenn der Bhagavān gnädig ist, wenn ich dir lieb bin, wenn ich der Gnade wert bin, wenn mir eine Gabe zu gewähren ist: was verbrannt, gegessen, getrunken, verzehrt oder vernichtet wurde, und was zermalmt und weggeschleudert wurde, das erwünschte Opfergerät –

Wort für Wort
utpatadbhiḥ patadbhiś ca gṛdhrair āmiṣagṛddhibhiḥ
mit auffliegenden und niederstürzenden, fleischgierigen Geiern (Instr.Pl.)
pakṣavātavinirdhūtaiḥ śivāśatanināditaiḥ
von Flügelwind zerstoben, von Schakalinnengeheul erfüllt (Instr.Pl.)
yakṣagandharvasaṃghaiś ca piśācoragarākṣasaiḥ
mit Scharen von Yakṣas und Gandharven, mit Piśācas, Uragas, Rākṣasas
prāṇāpānau saṃnirudhya vaktrasthānena yatnataḥ
Ein- und Ausatem angehalten habend, am Ort des Mundes, mit Mühe (Abs.)
vicārya sarvato dṛṣṭiṃ bahudṛṣṭir amitrajit
den Blick ringsum schweifen lassend, der Vielaugige, Feindbezwinger (Abs.)
sahasā devadeveśo agnikuṇḍāt samutthitaḥ
plötzlich der Herr der Götter aus der Feuergrube aufgestanden (Part.Pass.)
bibhrat sūryasahasrasya tejaḥ saṃvartakopamaḥ
tragend den Glanz von tausend Sonnen, dem Weltuntergangsfeuer gleich (Part.Präs.)
smitaṃ kṛtvābravīd vākyaṃ brūhi kiṃ karavāṇi te
Lächeln gemacht habend sprach er: „Sprich, was soll ich für dich tun“ (Impf./Imp./Konj.1.Sg.)
śrāvite ca makhādhyāye devānāṃ guruṇā tataḥ
als dann das Opferkapitel vom Lehrer der Götter vorgetragen war (Lok.abs.)
tam uvācāñjaliṃ kṛtvā dakṣo devaṃ prajāpatiḥ
zu ihm sprach, die Hände gefaltet, Dakṣa, der Prajāpati (Perf.3.Sg./Abs.)
bhītaśaṅkitavitrastaḥ sabāṣpavadanekṣaṇaḥ
von Furcht, Zweifel, Schrecken ergriffen, mit tränennassem Gesicht und Augen
yadi prasanno bhagavān yadi cāhaṃ tava priyaḥ
wenn der Bhagavān gnädig ist, wenn ich dir lieb bin
yadi vāham anugrāhyo yadi deyo varo mama
wenn ich der Gnade wert bin, wenn mir eine Gabe zu geben ist (Gerundiv)
yad dagdhaṃ bhakṣitaṃ pītam aśitaṃ yac ca nāśitam
was verbrannt, gegessen, getrunken, verzehrt und was vernichtet wurde (Part.Pass.)
cūrṇīkṛtāpaviddhaṃ ca yajñasaṃbhāram īhitam
zermalmt und weggeschleudert, das erwünschte Opfergerät (Part.Pass.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Der Anfang ist Fortsetzung der Instrumental-Reihe aus der vorigen Einheit (Satz mittendrin). Bezug von „prāṇāpānau saṃnirudhya …“ (Subjekt Śiva?) unsicher [?].

dīrghakālena mahatā prayatnena ca saṃcitam; tan na mithyā bhaven mahyaṃ varam etam ahaṃ vṛṇe; tathāstv ity āha bhagavān bhaganetraharo haraḥ; dharmādhyakṣo virūpākṣas tryakṣo devaḥ prajāpatiḥ; jānubhyām avanīṃ gatvā dakṣo labdhvā bhavād varam; yudhiṣṭhira uvāca; nāmnām aṣṭasahasreṇa stutavān vṛṣabhadhvajam; yair nāmadheyaiḥ stutavān dakṣo devaḥ prajāpatiḥ; bhīṣma uvāca; vaktum arhasi me tāta śrotuṃ śraddhā mamānagha; śrūyatāṃ devadevasya nāmāny adbhutakarmaṇaḥ; gūḍhavratasya guhyāni prakāśāni ca bhārata; dakṣa uvāca; namas te devadeveśa devāribalasūdana; devendrabalaviṣṭambha devadānavapūjita; sahasrākṣa virūpākṣa tryakṣa yakṣādhipa priya; sarvataḥpāṇipādānta sarvatokṣiśiromukha

das in langer Zeit und mit großer Mühe angesammelt wurde – dies soll mir nicht vergeblich sein: diese Gabe erbitte ich.“ „So sei es“, sagte der Bhagavān Hara, der Bhagas Augen raubte, der Dharma-Aufseher, der Schiefäugige, der Dreiäugige, der Gott, der Prajāpati; Dakṣa aber, auf die Knie zur Erde gesunken, hatte von Bhava die Gabe erlangt. Yudhiṣṭhira sprach: „Mit tausend Namen pries er den Stierbannerträger; mit welchen Namen pries [ihn] Dakṣa, der Gott, der Prajāpati?“ Bhīṣma sprach: „Du sollst zu mir sprechen, Kind; Verlangen zu hören habe ich, Makelloser. Höre nun die Namen des Gottes der Götter, dessen Taten wunderbar sind, dessen Gelübde verborgen ist: die geheimen und die offenbaren, Bhārata.“ Dakṣa sprach: „Verneigung dir, Gott der Götter, Herr der Götter, Vernichter des Heeres der Götterfeinde, Stütze der Kraft des Götterfürsten, von Göttern und Dānavas verehrt; Tausendäugiger, Schiefäugiger, Dreiäugiger, Herr der Yakṣas, Lieber, überall Hände und Füße und Ende habend, überall Augen, Köpfe und Gesichter habend.

Wort für Wort
dīrghakālena mahatā prayatnena ca saṃcitam
in langer Zeit und mit großer Mühe angesammelt (Part.Pass.)
tan na mithyā bhaven mahyaṃ varam etam ahaṃ vṛṇe
das soll mir nicht vergeblich sein; diese Gabe erbitte ich (Opt.3.Sg./1.Sg.Präs.)
tathāstv ity āha bhagavān bhaganetraharo haraḥ
„So sei es“, sagte der Bhagavān Hara, der Bhagas Augen raubende (Imp./Perf.)
dharmādhyakṣo virūpākṣas tryakṣo devaḥ prajāpatiḥ
der Dharma-Aufseher, Schiefäugige, Dreiäugige, Gott, Prajāpati
jānubhyām avanīṃ gatvā dakṣo labdhvā bhavād varam
auf den Knien zur Erde gegangen, Dakṣa, von Bhava die Gabe erlangt habend (Abs.)
yudhiṣṭhira uvāca; nāmnām aṣṭasahasreṇa stutavān vṛṣabhadhvajam
Yudhiṣṭhira sprach: mit achttausend [?] Namen pries er den Stierbannerträger (Instr.)
yair nāmadheyaiḥ stutavān dakṣo devaḥ prajāpatiḥ
mit welchen Namen pries [ihn] Dakṣa, der Gott, der Prajāpati (Instr.Pl.)
bhīṣma uvāca; vaktum arhasi me tāta śrotuṃ śraddhā mamānagha
Bhīṣma sprach: du darfst zu mir sprechen, Kind; zu hören ist mein Verlangen, Makelloser (Inf./Vok.)
śrūyatāṃ devadevasya nāmāny adbhutakarmaṇaḥ
gehört werden mögen die Namen des Gottes der Götter, wundertätigen (Pass.Imp.)
gūḍhavratasya guhyāni prakāśāni ca bhārata
des im Gelübde Verborgenen, die geheimen und offenbaren, Bhārata
dakṣa uvāca; namas te devadeveśa devāribalasūdana
Dakṣa sprach: Verneigung dir, Herr der Götter, Vernichter der Kraft der Götterfeinde (Vok.)
devendrabalaviṣṭambha devadānavapūjita
Stütze der Kraft des Götterfürsten, von Göttern und Dānavas verehrt (Vok.)
sahasrākṣa virūpākṣa tryakṣa yakṣādhipa priya
Tausendäugiger, Schiefäugiger, Dreiäugiger, Herr der Yakṣas, Lieber (Vok.)
sarvataḥpāṇipādānta sarvatokṣiśiromukha
überall mit Händen, Füßen und Enden, überall mit Augen, Köpfen, Gesichtern (Vok.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Yudhiṣṭhiras Frage (nāmnām aṣṭasahasreṇa) nennt „acht mal tausend“ [?]; die Sprecherangabe „bhīṣma uvāca“ vor „vaktum arhasi me tāta …“ ist im Text verschoben (die Worte passen zu Yudhiṣṭhira); wörtlich wiedergegeben. Der Satz am Anfang setzt die Rede Dakṣas aus der vorigen Einheit fort.

sarvataḥśrutimal loke sarvam āvṛtya tiṣṭhasi; śaṅkukarṇa mahākarṇa kumbhakarṇārṇavālaya; gajendrakarṇa gokarṇa pāṇikarṇa namo 'stu te; śatodara śatāvarta śatajihva śatānana; gāyanti tvāṃ gāyatriṇo arcayanty arkam arkiṇaḥ; brahmāṇaṃ tvāṃ śatakratum ūrdhvaṃ kham iva menire; mūrtau hi te mahāmūrte samudrāmbarasaṃnibha; sarvā vai devatā hy asmin gāvo goṣṭha ivāsate; bhavaccharīre paśyāmi somam agniṃ jaleśvaram; ādityam atha vai viṣṇuṃ brahmāṇaṃ ca bṛhaspatim; bhagavān kāraṇaṃ kāryaṃ kriyā karaṇam eva ca; asataś ca sataś caiva tathaiva prabhavāpyayau; namo bhavāya śarvāya rudrāya varadāya ca; paśūnāṃ pataye caiva namo 'stv andhakaghātine; trijaṭāya triśīrṣāya triśūlavarapāṇine

Überall Gehör habend in der Welt, stehst du alles umhüllend. Śaṅkukarṇa, Mahākarṇa, Kumbhakarṇa, Meeresbewohner, Gajendrakarṇa, Gokarṇa, Pāṇikarṇa, Verneigung dir! Hundertbäuchiger, Hundertwirbeliger, Hundertzüngiger, Hundertgesichtiger; dir singen die Gāyatrī-Sänger, die Preisenden preisen [dich als] das Preislied; Brahman, den Śatakratu, meinten sie dich, den Emporgerichteten, gleichsam wie den Himmelsraum. In deiner Gestalt, Großgestaltiger, dem Meer und dem Himmelsgewand gleich, sitzen alle Gottheiten wie Kühe im Kuhstall. In deinem Körper sehe ich Soma, Agni, den Herrn der Wasser, Āditya, Viṣṇu, Brahmā und Bṛhaspati. Bhagavān, Ursache und Wirkung, Handlung und Werkzeug; des Nichtseienden und des Seienden Entstehen und Vergehen. Verneigung dem Bhava, dem Śarva, dem Rudra und dem Gabenspender; dem Herrn der Tiere Verneigung, dem Andhaka-Töter; dem Dreihaarknotigen, Dreiköpfigen, mit dem herrlichen Dreizack in der Hand.

Wort für Wort
sarvataḥśrutimal loke sarvam āvṛtya tiṣṭhasi
überall Gehör habend in der Welt stehst du alles umhüllend (Abs.)
śaṅkukarṇa mahākarṇa kumbhakarṇārṇavālaya
Pflockohr, Großohr, Kruggohr, Meeresbewohner (Vok.)
gajendrakarṇa gokarṇa pāṇikarṇa namo 'stu te
Elefantenfürstenohr, Kuhohr, Handohr, Verneigung dir (Vok.)
śatodara śatāvarta śatajihva śatānana
Hundertbäuchiger, Hundertwirbeliger, Hundertzüngiger, Hundertgesichtiger (Vok.)
gāyanti tvāṃ gāyatriṇo arcayanty arkam arkiṇaḥ
dir singen die Gāyatrī-Sänger, die Preisenden verehren das Preislied (3.Pl.Präs.)
brahmāṇaṃ tvāṃ śatakratum ūrdhvaṃ kham iva menire
Brahman, den Śatakratu, dich, aufwärts wie den Himmelsraum, meinten sie (Perf.3.Pl.)
mūrtau hi te mahāmūrte samudrāmbarasaṃnibha
in deiner Gestalt, Großgestaltiger, dem Meer und Himmel gleich (Lok./Vok.)
sarvā vai devatā hy asmin gāvo goṣṭha ivāsate
alle Gottheiten sitzen in ihm wie Kühe im Kuhstall (3.Pl.Präs.Med.)
bhavaccharīre paśyāmi somam agniṃ jaleśvaram
in deinem Körper sehe ich Soma, Agni, den Herrn der Wasser
ādityam atha vai viṣṇuṃ brahmāṇaṃ ca bṛhaspatim
Āditya, Viṣṇu, Brahmā und Bṛhaspati (Akk.)
bhagavān kāraṇaṃ kāryaṃ kriyā karaṇam eva ca
Bhagavān, Ursache, Wirkung, Handlung und Werkzeug
asataś ca sataś caiva tathaiva prabhavāpyayau
des Nichtseienden und Seienden Entstehen und Vergehen (Gen./Nom.Du.)
namo bhavāya śarvāya rudrāya varadāya ca
Verneigung dem Bhava, Śarva, Rudra und Gabenspender (Dat.)
paśūnāṃ pataye caiva namo 'stv andhakaghātine
dem Herrn der Tiere, Verneigung dem Andhaka-Töter (Dat.)
trijaṭāya triśīrṣāya triśūlavarapāṇine
dem Dreihaarknotigen, Dreiköpfigen, mit herrlichem Dreizack in der Hand

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

tryambakāya trinetrāya tripuraghnāya vai namaḥ; namaś caṇḍāya muṇḍāya aṇḍāyāṇḍadharāya ca; daṇḍine samakarṇāya daṇḍimuṇḍāya vai namaḥ; namordhvadaṃṣṭrakeśāya śuklāyāvatatāya ca; vilohitāya dhūmrāya nīlagrīvāya vai namaḥ; namo 'stv apratirūpāya virūpāya śivāya ca; sūryāya sūryamālāya sūryadhvajapatākine; namaḥ pramathanāthāya vṛṣaskandhāya dhanvine; śatruṃdamāya daṇḍāya parṇacīrapaṭāya ca; namo hiraṇyagarbhāya hiraṇyakavacāya ca; hiraṇyakṛtacūḍāya hiraṇyapataye namaḥ; namaḥ stutāya stutyāya stūyamānāya vai namaḥ; sarvāya sarvabhakṣāya sarvabhūtāntarātmane; namo hotre 'tha mantrāya śukladhvajapatākine; namo nābhāya nābhyāya namaḥ kaṭakaṭāya ca

Dem Dreiäugigen, dem Dreiaugigen, dem Tripura-Töter Verneigung; Verneigung dem Grimmigen, dem Kahlgeschorenen, dem Ei, dem Eierträger; dem Stabträger, dem Gleichohrigen, dem Stab-Kahlgeschorenen Verneigung; Verneigung dem mit aufwärts gerichteten Hauern und Haaren, dem Weißen, dem Ausgedehnten; dem Rotbraunen, dem Rauchfarbenen, dem Blauhalsigen Verneigung. Verneigung dem Unvergleichlichen, dem Missgestalteten und dem Gütigen; der Sonne, dem mit Sonnenkranz, dem mit Sonnenbanner und -fahne; Verneigung dem Herrn der Pramathas, dem Stierschultrigen, dem Bogenträger; dem Feindbezwinger, dem Stab, dem mit Blätter- und Bastgewand; Verneigung dem Goldkeimigen und dem mit Goldpanzer, dem mit goldgefertigtem Schopf, dem Herrn des Goldes Verneigung; Verneigung dem Gepriesenen, dem Preiswürdigen, dem, der gepriesen wird; dem Allen, dem Allesverzehrer, dem Innenselbst aller Wesen; Verneigung dem Hotṛ, dem Mantra, dem mit der weißen Banner-Fahne; Verneigung dem Nabel, dem Nabelhaften, Verneigung dem Kaṭakaṭa.

Wort für Wort
tryambakāya trinetrāya tripuraghnāya vai namaḥ
dem Dreiäugigen, Dreiaugigen, Tripura-Töter Verneigung (Dat.)
namaś caṇḍāya muṇḍāya aṇḍāyāṇḍadharāya ca
Verneigung dem Grimmigen, Kahlen, Ei, Eierträger
daṇḍine samakarṇāya daṇḍimuṇḍāya vai namaḥ
dem Stabträger, Gleichohrigen, Stab-Kahlgeschorenen Verneigung
namordhvadaṃṣṭrakeśāya śuklāyāvatatāya ca
Verneigung dem mit aufwärts gerichteten Hauern und Haaren, dem Weißen, Ausgedehnten
vilohitāya dhūmrāya nīlagrīvāya vai namaḥ
dem Rotbraunen, Rauchfarbenen, Blauhalsigen Verneigung
namo 'stv apratirūpāya virūpāya śivāya ca
Verneigung dem Unvergleichlichen, Missgestalteten, Gütigen
sūryāya sūryamālāya sūryadhvajapatākine
der Sonne, dem mit Sonnenkranz, mit Sonnenbanner und -fahne
namaḥ pramathanāthāya vṛṣaskandhāya dhanvine
Verneigung dem Herrn der Pramathas, Stierschultrigen, Bogenträger
śatruṃdamāya daṇḍāya parṇacīrapaṭāya ca
dem Feindbezwinger, dem Stab, dem mit Blätter-Bastgewand
namo hiraṇyagarbhāya hiraṇyakavacāya ca
Verneigung dem Goldkeimigen und dem mit Goldpanzer
hiraṇyakṛtacūḍāya hiraṇyapataye namaḥ
dem mit goldgefertigtem Schopf, dem Herrn des Goldes Verneigung
namaḥ stutāya stutyāya stūyamānāya vai namaḥ
Verneigung dem Gepriesenen, Preiswürdigen, dem Gepriesen-werdenden
sarvāya sarvabhakṣāya sarvabhūtāntarātmane
dem Allen, dem Allesverzehrer, dem Innenselbst aller Wesen
namo hotre 'tha mantrāya śukladhvajapatākine
Verneigung dem Hotṛ, dem Mantra, dem mit weißem Banner und Fahne
namo nābhāya nābhyāya namaḥ kaṭakaṭāya ca
Verneigung dem Nabel, dem Nabelhaften, dem Kaṭakaṭa

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

namo 'stu kṛśanāsāya kṛśāṅgāya kṛśāya ca; saṃhṛṣṭāya vihṛṣṭāya namaḥ kilakilāya ca; namo 'stu śayamānāya śayitāyotthitāya ca; sthitāya dhāvamānāya muṇḍāya jaṭilāya ca; namo nartanaśīlāya mukhavāditravādine; nādyopahāralubdhāya gītavāditraśāline; namo jyeṣṭhāya śreṣṭhāya balapramathanāya ca; kālanāthāya kalyāya kṣayāyopakṣayāya ca; bhīmadundubhihāsāya bhīmavratadharāya ca; ugrāya ca namo nityaṃ namo 'stu daśabāhave; namaḥ kapālahastāya citibhasmapriyāya ca; vibhīṣaṇāya bhīṣmāya bhīmavratadharāya ca; namo vikṛtavaktrāya khaḍgajihvāya daṃṣṭriṇe; pakvāmamāṃsalubdhāya tumbīvīṇāpriyāya ca; namo vṛṣāya vṛṣyāya govṛṣāya vṛṣāya ca; kaṭaṃkaṭāya caṇḍāya namaḥ pacapacāya ca

Verneigung dem Dünnnasigen, dem Dünngliedrigen und dem Schmalen; dem Frohen, dem Hocherfreuten, Verneigung dem Kilakila; Verneigung dem Liegenden, dem Gelegenen und dem Aufgestandenen; dem Stehenden, dem Laufenden, dem Kahlgeschorenen, dem Struppigen; Verneigung dem Tanzliebenden, dem Mund-Instrument-Spieler; dem nach Klang-Gaben Gierigen, dem, der Gesang und Instrumentalmusik zu eigen hat; Verneigung dem Ältesten, dem Besten, dem Kraft-Zerschmetterer der Pramathas; dem Herrn der Zeit, dem Tüchtigen, dem Verfall und dem Schwund; dem mit furchtbarem Paukenlachen, dem Träger furchtbarer Gelübde; dem Grimmigen stets Verneigung, Verneigung dem Zehnarmigen; Verneigung dem Schädelträger in der Hand, dem Liebhaber von Scheiterhaufen-Asche; dem Furchterregenden, dem Furchtbaren, dem Träger furchtbarer Gelübde; Verneigung dem Missgesichtigen, dem mit Schwertzunge, dem Hauertragenden; dem nach gekochtem und rohem Fleisch Gierigen, dem Liebhaber von Kürbis-Laute und Vīṇā; Verneigung dem Stier, dem Stärkenden, dem Rinderstier; dem Kaṭaṃkaṭa, dem Grimmigen, Verneigung dem Pacapaca.

Wort für Wort
namo 'stu kṛśanāsāya kṛśāṅgāya kṛśāya ca
Verneigung dem Dünnnasigen, Dünngliedrigen, Schmalen
saṃhṛṣṭāya vihṛṣṭāya namaḥ kilakilāya ca
dem Frohen, Hocherfreuten, Verneigung dem Kilakila
namo 'stu śayamānāya śayitāyotthitāya ca
Verneigung dem Liegenden, Gelegenen, Aufgestandenen
sthitāya dhāvamānāya muṇḍāya jaṭilāya ca
dem Stehenden, Laufenden, Kahlen, Struppigen
namo nartanaśīlāya mukhavāditravādine
Verneigung dem Tanzliebenden, Mund-Instrument-Spieler
nādyopahāralubdhāya gītavāditraśāline
dem nach Klang-Gaben Gierigen, mit Gesang und Instrumentalmusik Ausgestatteten
namo jyeṣṭhāya śreṣṭhāya balapramathanāya ca
Verneigung dem Ältesten, Besten, Kraft-Zerschmetterer
kālanāthāya kalyāya kṣayāyopakṣayāya ca
dem Herrn der Zeit, Tüchtigen, dem Verfall und Schwund
bhīmadundubhihāsāya bhīmavratadharāya ca
dem mit furchtbarem Paukenlachen, dem Träger furchtbarer Gelübde
ugrāya ca namo nityaṃ namo 'stu daśabāhave
dem Grimmigen stets Verneigung, Verneigung dem Zehnarmigen
namaḥ kapālahastāya citibhasmapriyāya ca
Verneigung dem Schädelträger, dem Liebhaber von Scheiterhaufen-Asche
vibhīṣaṇāya bhīṣmāya bhīmavratadharāya ca
dem Furchterregenden, Furchtbaren, Träger furchtbarer Gelübde
namo vikṛtavaktrāya khaḍgajihvāya daṃṣṭriṇe
Verneigung dem Missgesichtigen, Schwertzüngigen, Hauertragenden
pakvāmamāṃsalubdhāya tumbīvīṇāpriyāya ca
dem nach gekochtem und rohem Fleisch Gierigen, Liebhaber von Kürbis-Laute und Vīṇā
namo vṛṣāya vṛṣyāya govṛṣāya vṛṣāya ca
Verneigung dem Stier, Stärkenden, Rinderstier, Vṛṣa
kaṭaṃkaṭāya caṇḍāya namaḥ pacapacāya ca
dem Kaṭaṃkaṭa, Grimmigen, Verneigung dem Pacapaca

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Namen wie Kilakila, Kaṭaṃkaṭa, Pacapaca sind lautmalend und bleiben unübersetzt; „nādyopahāralubdhāya“ unsicher [?].

namaḥ sarvavariṣṭhāya varāya varadāya ca; varamālyagandhavastrāya varātivarade namaḥ; namo raktaviraktāya bhāvanāyākṣamāline; saṃbhinnāya vibhinnāya chāyāyātapanāya ca; aghoraghorarūpāya ghoraghoratarāya ca; namaḥ śivāya śāntāya namaḥ śāntatamāya ca; ekapād bahunetrāya ekaśīrṣa namo namaḥ; namaḥ kṣudrāya lubdhāya saṃvibhāgapriyāya ca; pañcālāya sitāṅgāya namaḥ śamaśamāya ca; namaś caṇḍikaghaṇṭāya ghaṇṭāyāghaṇṭaghaṇṭine; sahasraśataghaṇṭāya ghaṇṭāmālāpriyāya ca; prāṇaghaṇṭāya gandhāya namaḥ kalakalāya ca; hūṃhūṃhūṃkārapārāya hūṃhūṃkārapriyāya ca; namaḥ śamaśame nityaṃ girivṛkṣālayāya ca; garbhamāṃsaśṛgālāya tārakāya tarāya ca; namo yajñāya yajine hutāya prahutāya ca

Verneigung dem Allerbesten, dem Vorzüglichen und dem Gabenspender; dem mit vorzüglichen Kränzen, Düften und Gewändern; dem, der die Gabenspender an Gabe übertrifft, Verneigung; Verneigung dem Rot-und-Leidenschaftslosen [?], dem Wesen, dem Rosenkranzträger; dem Zusammengebrochenen und Zerbrochenen, dem Schatten und der Sonnenglut; dem Nicht-Furchtbaren und Furchtbaren, dem Furchtbareren als Furchtbar; Verneigung dem Gütigen, dem Friedlichen und dem Friedlichsten; dem Einfüßigen, Vieläugigen, Einköpfigen Verneigung, Verneigung. Verneigung dem Geringen, dem Gierigen, dem Liebhaber des Teilens; dem Pañcāla, dem Weißgliedrigen, Verneigung dem Śamaśama; Verneigung dem Caṇḍikā-Glocke, dem Glocken-losen, dem Glockenträger; dem mit hundert- und tausend Glocken, dem Liebhaber von Glockenkränzen; dem mit Lebensodem-Glocke, dem Duft, Verneigung dem Kalakala; dem Hūṃ-Hūṃ-Rufer und Hūṃ-Hūṃ-Liebhaber; Verneigung stets dem Śamaśama, dem in Berg und Baum Wohnenden; dem, bei dem Schakale über Embryofleisch [sind] [?], dem Retter und dem Übersetzer; Verneigung dem Opfer, dem Opfernden, dem Geopferten und dem Dargebrachten.

Wort für Wort
namaḥ sarvavariṣṭhāya varāya varadāya ca
Verneigung dem Allerbesten, Vorzüglichen, Gabenspender
varamālyagandhavastrāya varātivarade namaḥ
dem mit vorzüglichen Kränzen, Düften, Gewändern; dem Übertreffer der Gabenspender Verneigung
namo raktaviraktāya bhāvanāyākṣamāline
Verneigung dem Roten und Leidenschaftslosen [?], dem Wesen, dem Rosenkranzträger
saṃbhinnāya vibhinnāya chāyāyātapanāya ca
dem Zusammengebrochenen, Zerbrochenen, dem Schatten und der Sonnenglut
aghoraghorarūpāya ghoraghoratarāya ca
dem Nicht-Furchtbaren und Furchtbaren, dem Furchtbareren als Furchtbar
namaḥ śivāya śāntāya namaḥ śāntatamāya ca
Verneigung dem Gütigen, Friedlichen, Friedlichsten
ekapād bahunetrāya ekaśīrṣa namo namaḥ
dem Einfüßigen, Vieläugigen; Einköpfiger, Verneigung, Verneigung (Vok.)
namaḥ kṣudrāya lubdhāya saṃvibhāgapriyāya ca
Verneigung dem Geringen, Gierigen, Liebhaber des Teilens
pañcālāya sitāṅgāya namaḥ śamaśamāya ca
dem Pañcāla, Weißgliedrigen, Verneigung dem Śamaśama
namaś caṇḍikaghaṇṭāya ghaṇṭāyāghaṇṭaghaṇṭine
Verneigung dem Caṇḍikā-Glocken-Träger, dem Glocke, dem Glockenlosen Glockenträger
sahasraśataghaṇṭāya ghaṇṭāmālāpriyāya ca
dem mit tausend-hundert Glocken, Liebhaber von Glockenkränzen
prāṇaghaṇṭāya gandhāya namaḥ kalakalāya ca
dem mit Lebensodem-Glocke, dem Duft, Verneigung dem Kalakala
hūṃhūṃhūṃkārapārāya hūṃhūṃkārapriyāya ca
dem, dessen Ende im Hūṃ-Laut liegt [?], dem Liebhaber des Hūṃ-Lauts
namaḥ śamaśame nityaṃ girivṛkṣālayāya ca
Verneigung dem Śamaśama stets, dem in Berg und Baum Wohnenden
garbhamāṃsaśṛgālāya tārakāya tarāya ca
dem mit Embryofleisch-Schakalen [?], dem Retter und Übersetzer
namo yajñāya yajine hutāya prahutāya ca
Verneigung dem Opfer, Opfernden, Geopferten, Dargebrachten

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Mehrere Namen (raktaviraktāya, hūṃhūṃhūṃkārapārāya, garbhamāṃsaśṛgālāya) sind sprachlich unsicher und nur tastend wiedergegeben [?].

yajñavāhāya dāntāya tapyāyātapanāya ca; namas taṭāya taṭyāya taṭānāṃ pataye namaḥ; annadāyānnapataye namas tv annabhuje tathā; namaḥ sahasraśīrṣāya sahasracaraṇāya ca; sahasrodyataśūlāya sahasranayanāya ca; namo bālārkavarṇāya bālarūpadharāya ca; bālānucaragoptrāya bālakrīḍanakāya ca; namo vṛddhāya lubdhāya kṣubdhāya kṣobhaṇāya ca; taraṅgāṅkitakeśāya muñjakeśāya vai namaḥ; namaḥ ṣaṭkarṇatuṣṭāya trikarmaniratāya ca; varṇāśramāṇāṃ vidhivat pṛthakkarmanivartine; namo ghuṣyāya ghoṣāya namaḥ kalakalāya ca; śvetapiṅgalanetrāya kṛṣṇaraktekṣaṇāya ca; prāṇabhagnāya daṇḍāya sphoṭanāya kṛśāya ca; dharmārthakāmamokṣāṇāṃ kathyāya kathanāya ca; sāṃkhyāya sāṃkhyamukhyāya sāṃkhyayogapravartine

Dem Opferfahrzeug, dem Gebändigten, dem Glühenden, der Glut Verneigung; Verneigung dem Ufer, dem Uferhaften, dem Herrn der Ufer; dem Speisespender, dem Herrn der Speise, Verneigung ebenso dem Speiseverzehrer; Verneigung dem Tausendköpfigen und dem Tausendfüßigen, dem mit erhobenem tausendfachem Speer, dem Tausendäugigen; Verneigung dem mit der Farbe der Morgensonne, dem, der Kindesgestalt trägt; dem Schützer der Kindergefolgschaft, dem Kinderspieler; Verneigung dem Alten, dem Gierigen, dem Aufgewühlten, dem Aufwühlenden; dem mit wellengezeichnetem Haar, dem mit Muñja-Gras-Haar Verneigung; Verneigung dem an sechs Ohren Befriedigten und dem an drei Werken Freudigen; dem, der die Werke der Stände und Lebensstadien vorschriftsgemäß je gesondert vollzieht; Verneigung dem Rauschenden, dem Laut, Verneigung dem Kalakala; dem mit weiß-gelben Augen, dem mit schwarz-roten Augen; dem am Lebenshauch Gebrochenen, dem Stab, dem Berstenden, dem Schmalen; dem, der von Dharma, Artha, Kāma und Mokṣa zu sprechen ist und der spricht; dem Sāṃkhya, dem Ersten der Sāṃkhya, dem Förderer von Sāṃkhya und Yoga.

Wort für Wort
yajñavāhāya dāntāya tapyāyātapanāya ca
dem Opferfahrzeug, Gebändigten, Glühenden, der Glut
namas taṭāya taṭyāya taṭānāṃ pataye namaḥ
Verneigung dem Ufer, Uferhaften, Herrn der Ufer
annadāyānnapataye namas tv annabhuje tathā
dem Speisespender, Speiseherrn, Verneigung ebenso dem Speiseverzehrer
namaḥ sahasraśīrṣāya sahasracaraṇāya ca
Verneigung dem Tausendköpfigen und Tausendfüßigen
sahasrodyataśūlāya sahasranayanāya ca
dem mit tausendfach erhobenem Speer, dem Tausendäugigen
namo bālārkavarṇāya bālarūpadharāya ca
Verneigung dem mit der Farbe der Morgensonne, dem Träger von Kindesgestalt
bālānucaragoptrāya bālakrīḍanakāya ca
dem Schützer des Kindergefolges, Kinderspieler
namo vṛddhāya lubdhāya kṣubdhāya kṣobhaṇāya ca
Verneigung dem Alten, Gierigen, Aufgewühlten, Aufwühlenden
taraṅgāṅkitakeśāya muñjakeśāya vai namaḥ
dem mit wellengezeichnetem Haar, dem mit Muñja-Haar Verneigung
namaḥ ṣaṭkarṇatuṣṭāya trikarmaniratāya ca
Verneigung dem an sechs Ohren Befriedigten [?], dem an drei Werken Freudigen
varṇāśramāṇāṃ vidhivat pṛthakkarmanivartine
dem, der die Werke der Stände und Lebensstadien vorschriftsgemäß gesondert vollzieht
namo ghuṣyāya ghoṣāya namaḥ kalakalāya ca
Verneigung dem Rauschenden, dem Laut, dem Kalakala
śvetapiṅgalanetrāya kṛṣṇaraktekṣaṇāya ca
dem mit weiß-gelben Augen, mit schwarz-roten Augen
prāṇabhagnāya daṇḍāya sphoṭanāya kṛśāya ca
dem am Lebenshauch Gebrochenen, dem Stab, Berstenden, Schmalen
dharmārthakāmamokṣāṇāṃ kathyāya kathanāya ca
dem von Dharma, Artha, Kāma, Mokṣa zu Sprechenden und Sprechenden
sāṃkhyāya sāṃkhyamukhyāya sāṃkhyayogapravartine
dem Sāṃkhya, dem Ersten der Sāṃkhya, dem Förderer von Sāṃkhya und Yoga

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). „ṣaṭkarṇatuṣṭāya“ und „prāṇabhagnāya“ unsicher [?].

namo rathyavirathyāya catuṣpatharathāya ca; kṛṣṇājinottarīyāya vyālayajñopavītine; īśāna vajrasaṃghāta harikeśa namo 'stu te; tryambakāmbikanāthāya vyaktāvyakta namo 'stu te; kāma kāmada kāmaghna tṛptātṛptavicāriṇe; sarva sarvada sarvaghna saṃdhyārāga namo 'stu te; mahābala mahābāho mahāsattva mahādyute; mahāmeghacayaprakhya mahākāla namo 'stu te; sthūlajīrṇāṅgajaṭile valkalājinadhāriṇe; dīptasūryāgnijaṭile valkalājinavāsase; sahasrasūryapratima taponitya namo 'stu te; unmādana śatāvarta gaṅgātoyārdramūrdhaja; candrāvarta yugāvarta meghāvarta namo 'stu te; tvam annam annabhoktā ca annado 'nnabhug eva; annasraṣṭā ca paktā ca pakvabhuk pavano 'nalaḥ

Verneigung dem im Wagen und Nicht-Wagen Befindlichen, dem mit Wagen an der Wegkreuzung; dem mit dem Fell der schwarzen Antilope als Obergewand, dem mit der Schlange als Opferschnur; Īśāna, Blitzgefüge, Harikeśa, Verneigung dir! Herr des Dreiäugigen und der Ambikā, Offenbarer und Unoffenbarer, Verneigung dir! Kāma, Kāmagewährer, Kāmatöter, in Sattheit und Ungesättigtheit Wandelnder, All, Allgewährer, Allschläger, Abendröte, Verneigung dir! Machtvoller, Langarmiger, Wesenreicher, Hochglänzender; Gleich der großen Wolkenmasse, Mahākāla, Verneigung dir! Mit grobem, altem Körper und Struppigem, Rindengewand und Fell tragend; mit leuchtender Sonnen- und Feuer-Haarpracht, mit Rindengewand und Fell bekleidet; der tausend Sonnen gleicht, stets in Askese, Verneigung dir! Verwirrer, Hundertwirbeliger, mit vom Gaṅgā-Wasser nassem Schopf; Mondwirbel, Zeitalterwirbel, Wolkenwirbel, Verneigung dir! Du bist die Speise, der Speiseverzehrer, der Speisegeber und Speiseverzehrer zugleich; Speiseerschaffer, Koch, Gekochtes-Verzehrer, Wind und Feuer.

Wort für Wort
namo rathyavirathyāya catuṣpatharathāya ca
Verneigung dem im Wagen und Nicht-Wagen, dem Vierweg-Wagen
kṛṣṇājinottarīyāya vyālayajñopavītine
dem mit schwarzem Antilopenfell als Obergewand, dem mit Schlange als Opferschnur
īśāna vajrasaṃghāta harikeśa namo 'stu te
Īśāna, Blitzgefüge, Gelbhaariger, Verneigung dir (Vok.)
tryambakāmbikanāthāya vyaktāvyakta namo 'stu te
dem Dreiäugigen, Herrn der Ambikā; Offenbarer und Unoffenbarer, Verneigung dir
kāma kāmada kāmaghna tṛptātṛptavicāriṇe
Kāma, Wunschgeber, Wunschtöter, in Gesättigtem und Ungesättigtem Wandelnder
sarva sarvada sarvaghna saṃdhyārāga namo 'stu te
All, Allgewährer, Allschläger, Abendröte, Verneigung dir
mahābala mahābāho mahāsattva mahādyute
Großmächtiger, Langarmiger, Großwesiger, Hochglänzender (Vok.)
mahāmeghacayaprakhya mahākāla namo 'stu te
der großen Wolkenmasse gleich, Mahākāla, Verneigung dir
sthūlajīrṇāṅgajaṭile valkalājinadhāriṇe
mit grobem, altem Körper, struppig, Rinde und Fell tragend
dīptasūryāgnijaṭile valkalājinavāsase
mit Haarpracht wie leuchtende Sonne und Feuer, mit Rinde und Fell bekleidet
sahasrasūryapratima taponitya namo 'stu te
tausend Sonnen gleich, stets in Askese, Verneigung dir
unmādana śatāvarta gaṅgātoyārdramūrdhaja
Verwirrer, Hundertwirbeliger, mit von Gaṅgā-Wasser nassem Haar
candrāvarta yugāvarta meghāvarta namo 'stu te
Mondwirbel, Zeitalterwirbel, Wolkenwirbel, Verneigung dir
tvam annam annabhoktā ca annado 'nnabhug eva
du bist Speise, Speiseverzehrer, Speisegeber und Speiseverzehrer
annasraṣṭā ca paktā ca pakvabhuk pavano 'nalaḥ
Speiseschöpfer, Koch, Gekochtes-Verzehrer, Wind, Feuer

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). „sthūlajīrṇāṅgajaṭile“ und „dīptasūryāgnijaṭile“ stehen im Lokativ/Vokativ-Charakter unklar; als Epitheta wiedergegeben.

jarāyujāṇḍajāś caiva svedajāś ca tathodbhijāḥ; tvam eva devadeveśa bhūtagrāmaś caturvidhaḥ; carācarasya sraṣṭā tvaṃ pratihartā tathaiva ca; tvām āhur brahmaviduṣo brahma brahmavidāṃ vara; manasaḥ paramā yoniḥ khaṃ vāyur jyotiṣāṃ nidhiḥ; ṛksāmāni tathoṃkāram āhus tvāṃ brahmavādinaḥ; hāyihāyi huvāhāyi hāvuhāyi tathāsakṛt; gāyanti tvāṃ suraśreṣṭha sāmagā brahmavādinaḥ; yajurmayo ṛṅmayaś ca tvām āhutimayas tathā; paṭhyase stutibhis tvaṃ hi vedopaniṣadāṃ gaṇaiḥ; brāhmaṇāḥ kṣatriyā vaiśyāḥ śūdrā varṇāvarāś ca ye; tvam eva meghasaṃghāś ca vidyutstanitagarjitaḥ; saṃvatsaras tvam ṛtavo māso māsārdham eva ca; yugā nimeṣāḥ kāṣṭhās tvaṃ nakṣatrāṇi grahāḥ kalāḥ

Lebendgebärende, Eiergeborene, ebenso Schweißgeborene und Sprossgeborene: du allein bist, Gott der Götter, die vierfache Wesensschar. Du bist der Schöpfer und ebenso der Vernichter des Bewegten und Unbewegten; dich nennen die Brahman-Kundigen Brahman, du Bester der Brahman-Kundigen; des Geistes höchster Ursprung, Raum, Wind, Schatzhaus der Lichter; dich nennen die Brahman-Redner Ṛk, Sāman und den Silbenlaut Oṃ. „Hāyi hāyi, huvā hāyi, hāvu hāyi“ – so immer wieder singen dir, Bester der Götter, die Sāmasänger, die Brahman-Redner. Aus Yajus bestehend, aus Ṛc bestehend und aus Opfergaben bestehend, wirst du mit Lobpreisungen der Scharen der Veden und Upaniṣaden rezitiert. Brahmanen, Kṣatriyas, Vaiśyas, Śūdras und die unter den Ständen Niedrigeren: du allein bist auch die Wolkenscharen, Blitz und Donnergrollen; du bist das Jahr, die Jahreszeiten, Monat und Halbmonat, die Zeitalter, Augenblicke, Kāṣṭhās, die Sternbilder, Planeten und Kalās.

Wort für Wort
jarāyujāṇḍajāś caiva svedajāś ca tathodbhijāḥ
lebendgebärend, eiergeboren, schweißgeboren, sprossgeboren
tvam eva devadeveśa bhūtagrāmaś caturvidhaḥ
du allein, Herr der Götter, bist die vierfache Wesensschar
carācarasya sraṣṭā tvaṃ pratihartā tathaiva ca
des Bewegten und Unbewegten Schöpfer bist du und ebenso Rückholer
tvām āhur brahmaviduṣo brahma brahmavidāṃ vara
dich nennen die Brahman-Kundigen Brahman, Bester der Brahman-Kundigen (Perf./Vok.)
manasaḥ paramā yoniḥ khaṃ vāyur jyotiṣāṃ nidhiḥ
des Geistes höchster Ursprung, Raum, Wind, Schatz der Lichter
ṛksāmāni tathoṃkāram āhus tvāṃ brahmavādinaḥ
Ṛk, Sāman und Oṃkāra nennen dich die Brahman-Redner (Perf.3.Pl.)
hāyihāyi huvāhāyi hāvuhāyi tathāsakṛt
„Hāyi hāyi, huvā hāyi, hāvu hāyi“ ebenso immer wieder (Stobha-Laute)
gāyanti tvāṃ suraśreṣṭha sāmagā brahmavādinaḥ
dir singen, Bester der Götter, die Sāmasänger, Brahman-Redner
yajurmayo ṛṅmayaś ca tvām āhutimayas tathā
aus Yajus, aus Ṛc, ebenso aus Opfergaben bestehend
paṭhyase stutibhis tvaṃ hi vedopaniṣadāṃ gaṇaiḥ
du wirst rezitiert mit Lobpreisungen der Scharen von Veden und Upaniṣaden (Pass.)
brāhmaṇāḥ kṣatriyā vaiśyāḥ śūdrā varṇāvarāś ca ye
Brahmanen, Kṣatriyas, Vaiśyas, Śūdras und die unter den Ständen Niedrigeren
tvam eva meghasaṃghāś ca vidyutstanitagarjitaḥ
du allein bist Wolkenscharen, Blitz und Donnergebrüll
saṃvatsaras tvam ṛtavo māso māsārdham eva ca
du bist Jahr, Jahreszeiten, Monat, Halbmonat
yugā nimeṣāḥ kāṣṭhās tvaṃ nakṣatrāṇi grahāḥ kalāḥ
Zeitalter, Augenblicke, Kāṣṭhās, du bist Sternbilder, Planeten, Kalās

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). „varṇāvarāś ca ye“ unsicher [?].

vṛkṣāṇāṃ kakudo 'si tvaṃ girīṇāṃ śikharāṇi ca; vyāghro mṛgāṇāṃ patatāṃ tārkṣyo 'nantaś ca bhoginām; kṣīrodo hy udadhīnāṃ ca yantrāṇāṃ dhanur eva ca; vajraḥ praharaṇānāṃ ca vratānāṃ satyam eva ca; tvam eva dveṣa icchā ca rāgo mohaḥ kṣamākṣame; vyavasāyo dhṛtir lobhaḥ kāmakrodhau jayājayau; tvaṃ gadī tvaṃ śarī cāpī khaṭvāṅgī jharjharī tathā; chettā bhettā prahartā tvaṃ netā mantā pitā mataḥ; daśalakṣaṇasaṃyukto dharmo 'rthaḥ kāma eva ca; gaṅgā samudrāḥ saritaḥ palvalāni sarāṃsi ca; latā vallyas tṛṇauṣadhyaḥ paśavo mṛgapakṣiṇaḥ; dravyakarmaguṇārambhaḥ kālapuṣpaphalapradaḥ; ādiś cāntaś ca devānāṃ gāyatry oṃkāra eva ca; harito lohito nīlaḥ kṛṣṇo raktas tathāruṇaḥ

Du bist der Höcker der Bäume und die Gipfel der Berge, der Tiger unter den Tieren, Tārkṣya unter den Vögeln, Ananta unter den Schlangen; der Milchozean unter den Meeren, der Bogen unter den Schleuderwerkzeugen; der Blitz unter den Waffen und die Wahrheit unter den Gelübden. Du allein bist Hass und Wunsch, Leidenschaft, Verblendung, Nachsicht und Unnachsicht; Entschluss, Standhaftigkeit, Gier, Begierde und Zorn, Sieg und Niederlage. Du bist Keulenträger, Pfeilträger, Bogenträger, Khaṭvāṅga-Träger und Jharjharī-Träger; du der Spalter, der Zerbrecher, der Schläger, der Führer, Denker, gilt als Vater; das mit zehn Merkmalen versehene Dharma, Artha und Kāma; Gaṅgā, Meere, Ströme, Teiche und Seen; Ranken, Schlinggewächse, Gräser und Kräuter, Tiere, Wild und Vögel; Beginn von Substanz, Handlung und Eigenschaft, Spender von Zeit, Blüte und Frucht; Anfang und Ende der Götter, Gāyatrī und Oṃkāra; grün, rot, blau, schwarz, rot und ebenso rötlich.

Wort für Wort
vṛkṣāṇāṃ kakudo 'si tvaṃ girīṇāṃ śikharāṇi ca
du bist der Höcker der Bäume und die Gipfel der Berge
vyāghro mṛgāṇāṃ patatāṃ tārkṣyo 'nantaś ca bhoginām
der Tiger der Tiere, Tārkṣya der Vögel, Ananta der Schlangen
kṣīrodo hy udadhīnāṃ ca yantrāṇāṃ dhanur eva ca
der Milchozean der Meere, der Bogen der Wurfwerkzeuge
vajraḥ praharaṇānāṃ ca vratānāṃ satyam eva ca
der Blitz der Waffen und die Wahrheit der Gelübde
tvam eva dveṣa icchā ca rāgo mohaḥ kṣamākṣame
du allein bist Hass, Wunsch, Leidenschaft, Verblendung, Nachsicht und Unnachsicht
vyavasāyo dhṛtir lobhaḥ kāmakrodhau jayājayau
Entschluss, Standhaftigkeit, Gier, Begierde und Zorn, Sieg und Niederlage
tvaṃ gadī tvaṃ śarī cāpī khaṭvāṅgī jharjharī tathā
du Keulenträger, Pfeilträger, Bogenträger, Khaṭvāṅga-Träger, Jharjharī-Träger
chettā bhettā prahartā tvaṃ netā mantā pitā mataḥ
Spalter, Zerbrecher, Schläger bist du, Führer, Denker, Vater gilt du (Part.Pass.)
daśalakṣaṇasaṃyukto dharmo 'rthaḥ kāma eva ca
mit zehn Merkmalen verbunden Dharma, Artha und Kāma
gaṅgā samudrāḥ saritaḥ palvalāni sarāṃsi ca
Gaṅgā, Meere, Flüsse, Teiche und Seen
latā vallyas tṛṇauṣadhyaḥ paśavo mṛgapakṣiṇaḥ
Ranken, Schlinggewächse, Gräser, Kräuter, Tiere, Wild und Vögel
dravyakarmaguṇārambhaḥ kālapuṣpaphalapradaḥ
Beginn von Substanz, Handlung, Eigenschaft; Spender von Zeit, Blüte, Frucht
ādiś cāntaś ca devānāṃ gāyatry oṃkāra eva ca
Anfang und Ende der Götter, Gāyatrī und Oṃkāra
harito lohito nīlaḥ kṛṣṇo raktas tathāruṇaḥ
grün, rot, blau, schwarz, rot, ebenso rötlich (Nom.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

kadruś ca kapilaś caiva kapoto mecakas tathā; avarṇaś ca suvarṇaś ca varṇakāro hy anaupamaḥ; suvarṇanāmā ca tathā suvarṇapriya eva ca; tvam indraś ca yamaś caiva varuṇo dhanado 'nalaḥ; upaplavaś citrabhānuḥ svarbhānur bhānur eva ca; hotraṃ hotā ca homyaṃ ca hutaṃ caiva tathā prabhuḥ; trisauparṇaṃ tathā brahma yajuṣāṃ śatarudriyam; pavitraṃ ca pavitrāṇāṃ maṅgalānāṃ ca maṅgalam; giriko hiṇḍuko vṛkṣo jīvaḥ pudgala eva ca; prāṇaḥ sattvaṃ rajaś caiva tamaś cāpramadas tathā; prāṇo 'pānaḥ samānaś ca udāno vyāna eva ca; unmeṣaś ca nimeṣaś ca kṣutaṃ jṛmbhitam eva ca; lohitāntargatā dṛṣṭir mahāvaktro mahodaraḥ; śuciromā hariśmaśrur ūrdhvakeśaś calācalaḥ

Kadru [braunrot] und Kapila, taubengrau und dunkelblau; farblos und schönfarbig, der Farbgeber, der Unvergleichliche; „Suvarṇa“ mit Namen und der Gold-Liebhaber; du bist Indra und Yama, Varuṇa, Kubera, Agni; Upaplava, Citrabhānu, Svarbhānu und Bhānu; Opferspende und Hotṛ, Opfergabe und ebenso das Geopferte, der Herr; das Trisauparṇa, das Brahman, unter den Yajus das Śatarudriya; das Reinigende unter den Reinigenden und das Glück unter den Glücksbringern; Giriko, Hiṇḍuka, Baum, Lebewesen und Materie; Lebenshauch, Sattva, Rajas und Tamas, und die Unbeirrbarkeit; Prāṇa, Apāna, Samāna, Udāna und Vyāna; Augenaufschlag und Augenschluss, Niesen und Gähnen; ein in Rot eingehender Blick, Großmündiger, Großbäuchiger; mit reinem Haar, grünem Bart, aufwärts gerichtetem Haar, Beweglicher und Unbeweglicher.

Wort für Wort
kadruś ca kapilaś caiva kapoto mecakas tathā
Kadru, Kapila, taubengrau, dunkelblau
avarṇaś ca suvarṇaś ca varṇakāro hy anaupamaḥ
farblos, schönfarbig, Farbgeber, Unvergleichlicher
suvarṇanāmā ca tathā suvarṇapriya eva ca
„Suvarṇa“ genannt und ebenso Gold-Liebhaber
tvam indraś ca yamaś caiva varuṇo dhanado 'nalaḥ
du bist Indra, Yama, Varuṇa, Kubera, Agni
upaplavaś citrabhānuḥ svarbhānur bhānur eva ca
Upaplava, Citrabhānu, Svarbhānu, Bhānu
hotraṃ hotā ca homyaṃ ca hutaṃ caiva tathā prabhuḥ
Opferspende, Hotṛ, Opfergabe, Geopfertes, ebenso der Herr
trisauparṇaṃ tathā brahma yajuṣāṃ śatarudriyam
das Trisauparṇa, das Brahman, unter den Yajus das Śatarudriya
pavitraṃ ca pavitrāṇāṃ maṅgalānāṃ ca maṅgalam
das Reinigende der Reinigenden, das Heil der Heilsbringer
giriko hiṇḍuko vṛkṣo jīvaḥ pudgala eva ca
Giriko, Hiṇḍuka, Baum, Lebewesen, Materie
prāṇaḥ sattvaṃ rajaś caiva tamaś cāpramadas tathā
Lebenshauch, Sattva, Rajas, Tamas, und Unbeirrbarkeit
prāṇo 'pānaḥ samānaś ca udāno vyāna eva ca
Prāṇa, Apāna, Samāna, Udāna, Vyāna
unmeṣaś ca nimeṣaś ca kṣutaṃ jṛmbhitam eva ca
Augenaufschlag, Augenschluss, Niesen, Gähnen
lohitāntargatā dṛṣṭir mahāvaktro mahodaraḥ
ein in Rot eingehender Blick, Großmündiger, Großbäuchiger
śuciromā hariśmaśrur ūrdhvakeśaś calācalaḥ
mit reinem Haar, grünem Bart, aufwärts Haar, Beweglicher-Unbeweglicher

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). „giriko hiṇḍuko“ und „lohitāntargatā dṛṣṭiḥ“ unsicher [?].

gītavāditratattvajño gītavādanakapriyaḥ; matsyo jalacaro jālyo 'kalaḥ kelikalaḥ kaliḥ; akālaś cātikālaś ca duṣkālaḥ kāla eva ca; mṛtyuḥ kṣuraś ca kṛtyaś ca pakṣo 'pakṣakṣayaṃkaraḥ; meghakālo mahādaṃṣṭraḥ saṃvartakabalāhakaḥ; ghaṇṭo 'ghaṇṭo ghaṭī ghaṇṭī carucelī milīmilī; brahmakāyikam agnīnāṃ daṇḍī muṇḍas tridaṇḍadhṛk; caturyugaś caturvedaś cāturhotrapravartakaḥ; cāturāśramyanetā ca cāturvarṇyakaraś ca yaḥ; sadā cākṣapriyo dhūrto gaṇādhyakṣo gaṇādhipaḥ; raktamālyāmbaradharo giriśo girikapriyaḥ; śilpikaḥ śilpināṃ śreṣṭhaḥ sarvaśilpapravartakaḥ; bhaganetrāṅkuśaś caṇḍaḥ pūṣṇo dantavināśanaḥ; svāhā svadhā vaṣaṭkāro namaskāro namo namaḥ; gūḍhavrato guhyatapās tārakas tārakāmayaḥ

Kenner des Wesens von Gesang und Instrumentalmusik, Liebhaber von Gesang und Spiel; Fisch, Wasserwandler, Netzhafter, Akala, Kelikala, Kali; Unzeit und Übermaß-Zeit, Unheilszeit und Zeit selbst; Tod, Rasiermesser und Tat, Flügel, Vernichter der Flügellosen [?]; Meghakāla, Großhauer, Saṃvartaka-Wolke; Ghaṇṭa, Aghaṇṭa, Ghaṭī, Ghaṇṭī, Carucelī, Milīmilī; das Brahmakāyika unter den Feuern, Stabträger, Kahlgeschorener, Dreistabträger; Vierzeitalter, Vierveda, Beweger der Cāturhotra-[Opfer]; Führer der vier Lebensstadien und Schöpfer der vier Stände; stets ein Würfelliebhaber, Schelm, Aufseher der Gaṇas, Herr der Gaṇas; Träger roter Kränze und Gewänder, Giriśa, Bergliebhaber; Kunsthandwerker, Bester der Kunsthandwerker, Beweger aller Kunsthandwerke; Bhagas Augen-Stachel, Grimmiger, Zahnvernichter des Pūṣan; Svāhā, Svadhā, Vaṣaṭ-Ruf, Verneigungsruf, Namo Namaḥ; von verborgenem Gelübde, von geheimer Askese, Retter, aus Sternen bestehend.

Wort für Wort
gītavāditratattvajño gītavādanakapriyaḥ
Kenner des Wesens von Gesang und Instrumentalmusik, Liebhaber von Gesang und Spiel
matsyo jalacaro jālyo 'kalaḥ kelikalaḥ kaliḥ
Fisch, Wasserwandler, Netzhafter, Akala, Kelikala, Kali
akālaś cātikālaś ca duṣkālaḥ kāla eva ca
Unzeit, Übermaß-Zeit, Unheilszeit, Zeit selbst
mṛtyuḥ kṣuraś ca kṛtyaś ca pakṣo 'pakṣakṣayaṃkaraḥ
Tod, Rasiermesser, Tat, Flügel, Vernichter der Flügellosen [?]
meghakālo mahādaṃṣṭraḥ saṃvartakabalāhakaḥ
Meghakāla, Großhauer, Saṃvartaka-Wolke
ghaṇṭo 'ghaṇṭo ghaṭī ghaṇṭī carucelī milīmilī
Ghaṇṭa, Aghaṇṭa, Ghaṭī, Ghaṇṭī, Carucelī, Milīmilī
brahmakāyikam agnīnāṃ daṇḍī muṇḍas tridaṇḍadhṛk
das Brahmakāyika der Feuer, Stabträger, Kahler, Dreistabträger
caturyugaś caturvedaś cāturhotrapravartakaḥ
Vierzeitalter, Vierveda, Beweger des Cāturhotra
cāturāśramyanetā ca cāturvarṇyakaraś ca yaḥ
Führer der vier Lebensstadien und der, der die vier Stände schafft
sadā cākṣapriyo dhūrto gaṇādhyakṣo gaṇādhipaḥ
stets Würfelliebhaber, Schelm, Aufseher der Gaṇas, Herr der Gaṇas
raktamālyāmbaradharo giriśo girikapriyaḥ
Träger roter Kränze und Gewänder, Giriśa, Bergliebhaber
śilpikaḥ śilpināṃ śreṣṭhaḥ sarvaśilpapravartakaḥ
Kunsthandwerker, Bester der Kunsthandwerker, Beweger aller Kunsthandwerke
bhaganetrāṅkuśaś caṇḍaḥ pūṣṇo dantavināśanaḥ
Stachel für Bhagas Augen, Grimmiger, Zahnvernichter des Pūṣan
svāhā svadhā vaṣaṭkāro namaskāro namo namaḥ
Svāhā, Svadhā, Vaṣaṭ-Ruf, Verneigungsruf, Verneigung, Verneigung
gūḍhavrato guhyatapās tārakas tārakāmayaḥ
von verborgenem Gelübde, geheimer Askese, Retter, aus Sternen bestehend

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zahlreiche Namen (jālyaḥ, akalaḥ kelikalaḥ, brahmakāyikam, carucelī, milīmilī) sind unsicher und bleiben teils unübersetzt [?].

dhātā vidhātā saṃdhātā vidhātā dhāraṇo 'dharaḥ; brahmā tapaś ca satyaṃ ca brahmacaryam athārjavam; bhūtātmā bhūtakṛd bhūto bhūtabhavyabhavodbhavaḥ; bhūr bhuvaḥ svaritaś caiva dhruvo dānto maheśvaraḥ; dīkṣito 'dīkṣitaḥ kṣānto durdānto 'dāntanāśanaḥ; candrāvarto yugāvartaḥ saṃvartaḥ saṃpravartakaḥ; kāmo bindur aṇuḥ sthūlaḥ karṇikārasrajapriyaḥ; nandīmukho bhīmamukhaḥ sumukho durmukho 'mukhaḥ; caturmukho bahumukho raṇeṣv agnimukhas tathā; hiraṇyagarbhaḥ śakunir mahoragapatir virāṭ; adharmahā mahāpārśvo daṇḍadhāro raṇapriyaḥ; gonardo gopratāraś ca govṛṣeśvaravāhanaḥ; trailokyagoptā govindo gomārgo 'mārga eva ca; śreṣṭhaḥ sthiraś ca sthāṇuś ca niṣkampaḥ kampa eva ca

Dhātṛ, Vidhātṛ, Saṃdhātṛ, Vidhātṛ, der Träger und der Nicht-Träger [?]; Brahmā, Askese und Wahrheit, Keuschheit und Aufrichtigkeit; Wesensselbst, Wesenschöpfer, Wesen, Ursprung des Gewesenen und des Künftigen; Bhūḥ, Bhuvaḥ und Svar, der Feste, der Gezähmte, Maheśvara; der Geweihte, der Ungeweihte, der Duldsame, der Ungezähmte, Vernichter der Ungezähmten; Mondwirbel, Zeitalterwirbel, Saṃvarta, Antreiber; Kāma, Punkt, Atom, der Grobe, Liebhaber von Karṇikāra-Kränzen; Nandīmukha, Bhīmamukha, Schönmundiger, Schlechtmundiger, Mundloser; Vierköpfiger, Vielmundiger, ebenso in Schlachten Feuermundiger; Goldkeimiger, Śakuni, Herr der großen Schlangen, Virāṭ; Adharma-Töter, Mahāpārśva, Stabträger, Schlachtenliebhaber; Gonarda, Rinder-Überführer, dessen Reittier der Rinderstier-Herr ist; Beschützer der drei Welten, Govinda, Gomārga und Nicht-Weg; der Beste, Feste, Pfahl, Unerschütterliche und Erschütterung.

Wort für Wort
dhātā vidhātā saṃdhātā vidhātā dhāraṇo 'dharaḥ
Dhātṛ, Vidhātṛ, Saṃdhātṛ, Vidhātṛ, Träger, Nicht-Träger [?]
brahmā tapaś ca satyaṃ ca brahmacaryam athārjavam
Brahmā, Askese, Wahrheit, Keuschheit, Aufrichtigkeit
bhūtātmā bhūtakṛd bhūto bhūtabhavyabhavodbhavaḥ
Wesensselbst, Wesenschöpfer, Wesen, Ursprung des Gewesenen und Künftigen
bhūr bhuvaḥ svaritaś caiva dhruvo dānto maheśvaraḥ
Bhūḥ, Bhuvaḥ, Svar, der Feste, Gezähmte, Maheśvara
dīkṣito 'dīkṣitaḥ kṣānto durdānto 'dāntanāśanaḥ
Geweihter, Ungeweihter, Duldsamer, Ungezähmter, Vernichter der Ungezähmten
candrāvarto yugāvartaḥ saṃvartaḥ saṃpravartakaḥ
Mondwirbel, Zeitalterwirbel, Saṃvarta, Antreiber
kāmo bindur aṇuḥ sthūlaḥ karṇikārasrajapriyaḥ
Kāma, Punkt, Atom, Grober, Liebhaber von Karṇikāra-Kränzen
nandīmukho bhīmamukhaḥ sumukho durmukho 'mukhaḥ
Nandīmukha, Bhīmamukha, Schönmund, Schlechtmund, Mundloser
caturmukho bahumukho raṇeṣv agnimukhas tathā
Vierköpfiger, Vielmundiger, in Schlachten Feuermundiger
hiraṇyagarbhaḥ śakunir mahoragapatir virāṭ
Goldkeimiger, Śakuni, Herr der großen Schlangen, Virāṭ
adharmahā mahāpārśvo daṇḍadhāro raṇapriyaḥ
Adharma-Töter, Mahāpārśva, Stabträger, Schlachtenliebhaber
gonardo gopratāraś ca govṛṣeśvaravāhanaḥ
Gonarda, Rinder-Überführer, Reittier: Rinderstier-Herr
trailokyagoptā govindo gomārgo 'mārga eva ca
Beschützer der drei Welten, Govinda, Gomārga, Nicht-Weg
śreṣṭhaḥ sthiraś ca sthāṇuś ca niṣkampaḥ kampa eva ca
Bester, Fester, Pfahl, Unerschütterlicher, Erschütterung

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Namenlisten; Deutung einzelner Namen (dhāraṇo 'dharaḥ, śakuniḥ, gomārgaḥ) unsicher [?].

durvāraṇo durviṣaho duḥsaho duratikramaḥ; durdharṣo duṣprakampaś ca durviṣo durjayo jayaḥ; śaśaḥ śaśāṅkaḥ śamanaḥ śītoṣṇakṣujjarādhidhṛk; ādhayo vyādhayaś caiva vyādhihā vyādhir eva ca; mama yajñamṛgavyādho vyādhīnām āgamo gamaḥ; śikhaṇḍī puṇḍarīkākṣaḥ puṇḍarīkavanālayaḥ; daṇḍadhāras tryambakaś ca ugradaṇḍo 'ṇḍanāśanaḥ; viṣāgnipāḥ suraśreṣṭhaḥ somapās tvaṃ marutpatiḥ; amṛtapās tvaṃ jagannātha devadeva gaṇeśvaraḥ; viṣāgnipā mṛtyupāś ca kṣīrapāḥ somapās tathā; madhuścyutānām agrapās tvam eva tuṣitājyapāḥ; hiraṇyaretāḥ puruṣas tvam eva; tvaṃ strī pumāṃs tvaṃ ca napuṃsakaṃ ca; bālo yuvā sthaviro jīrṇadaṃṣṭro; nāgendraśatrur viśvakartā vareṇyaḥ; tvaṃ viśvabāhus tejasvī viśvatomukhaś

Schwer abzuwehren, schwer zu ertragen, Duḥsaha, schwer zu überschreiten; schwer zu überwältigen, schwer zu erschüttern, Durviṣa, schwer zu besiegen, der Sieg; Hase, Mond, Beruhiger, der Träger von Kälte, Hitze, Hunger und Alter; Leiden und Krankheiten, Krankheitsvertreiber und die Krankheit selbst; der Jäger meines Opferwildes, der Ursprung und Gang der Krankheiten; Śikhaṇḍin, Lotusäugiger, Bewohner von Lotuswäldern; Stabträger, Dreiäugiger, von grimmigem Stab, Vernichter der Eier; Gift-und-Feuer-Trinker, Bester der Götter, Somatrinker, Marut-Herr; Nektartrinker bist du, Herr der Welt, Gott der Götter, Herr der Gaṇas; Gift-und-Feuer-Trinker, Todestrinker, Milchtrinker und ebenso Somatrinker; unter den mit Honig Benetzten der Erste Trinkende, du selbst, der Befriedigte, Ghee-Trinkende [?]; der Goldsamige, der Puruṣa bist du allein; du bist Frau, Mann und Neutrum; Kind, Jüngling, Greis mit altem Zahn; Feind des Elefantenfürsten, Weltschöpfer, Erwünschter; du, Allarmiger, Glanzvoller, Allgesichtiger, und

Wort für Wort
durvāraṇo durviṣaho duḥsaho duratikramaḥ
schwer abzuwehren, schwer zu ertragen, Duḥsaha, schwer zu überschreiten
durdharṣo duṣprakampaś ca durviṣo durjayo jayaḥ
unbezwingbar, schwer zu erschüttern, Durviṣa [?], schwer zu besiegen, Sieg
śaśaḥ śaśāṅkaḥ śamanaḥ śītoṣṇakṣujjarādhidhṛk
Hase, Mond, Beruhiger, Träger von Kälte, Hitze, Hunger, Alter (Bahuvrīhi)
ādhayo vyādhayaś caiva vyādhihā vyādhir eva ca
Leiden, Krankheiten, Krankheitsvertreiber, Krankheit selbst
mama yajñamṛgavyādho vyādhīnām āgamo gamaḥ
der Jäger meines Opferwildes, Ursprung und Gang der Krankheiten
śikhaṇḍī puṇḍarīkākṣaḥ puṇḍarīkavanālayaḥ
Śikhaṇḍin, Lotusäugiger, Lotuswald-Bewohner
daṇḍadhāras tryambakaś ca ugradaṇḍo 'ṇḍanāśanaḥ
Stabträger, Dreiäugiger, von grimmigem Stab, Eier-Vernichter
viṣāgnipāḥ suraśreṣṭhaḥ somapās tvaṃ marutpatiḥ
Gift-Feuer-Trinker, Bester der Götter, Somatrinker, Marut-Herr
amṛtapās tvaṃ jagannātha devadeva gaṇeśvaraḥ
Nektartrinker du, Herr der Welt, Gott der Götter, Gaṇa-Herr
viṣāgnipā mṛtyupāś ca kṣīrapāḥ somapās tathā
Gift-Feuer-Trinker, Todestrinker, Milchtrinker, ebenso Somatrinker
madhuścyutānām agrapās tvam eva tuṣitājyapāḥ
unter den Honigtriefenden Erster-Trinker du, der Befriedigte, Ghee-Trinkende [?]
hiraṇyaretāḥ puruṣas tvam eva
Goldsamiger, Puruṣa bist du allein
tvaṃ strī pumāṃs tvaṃ ca napuṃsakaṃ ca
du bist Frau, Mann und Neutrum
bālo yuvā sthaviro jīrṇadaṃṣṭro
Kind, Jüngling, Greis, mit altem Zahn
nāgendraśatrur viśvakartā vareṇyaḥ
Feind des Elefantenfürsten, Weltschöpfer, Erwünschter
tvaṃ viśvabāhus tejasvī viśvatomukhaś
du, Allarmiger, Glanzvoller, Allgesichtiger, und [Fortsetzung]

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Satz endet offen (Fortsetzung in der nächsten Einheit); „mama yajñamṛgavyādho“ (Dakṣa als Sprecher) und „tuṣitājyapāḥ“ unsicher [?].

candrādityau hṛdayaṃ ca pitāmahaḥ; sarasvatī vāgbalam uttamo 'nilaḥ; ahorātro nimeṣonmeṣakartā; na brahmā na ca govindaḥ paurāṇā ṛṣayo na te; māhātmyaṃ vedituṃ śaktā yāthātathyena te śiva; yā mūrtayaḥ susūkṣmās te na mahyaṃ yānti darśanam; trāhi māṃ satataṃ rakṣa pitā putram ivaurasam; rakṣa māṃ rakṣaṇīyo 'haṃ tavānagha namo 'stu te; bhaktānukampī bhagavān bhaktaś cāhaṃ sadā tvayi; yaḥ sahasrāṇy anekāni puṃsām āvṛtya durdṛśaḥ; tiṣṭhaty ekaḥ samudrānte sa me goptās tu nityaśaḥ; yaṃ vinidrā jitaśvāsāḥ sattvasthāḥ samadarśinaḥ; jyotiḥ paśyanti yuñjānās tasmai yogātmane namaḥ; jaṭile daṇḍine nityaṃ lambodaraśarīriṇe; kamaṇḍaluniṣaṅgāya tasmai rudrātmane namaḥ

[…] Mond und Sonne, Herz und Ahnherr; Sarasvatī, Kraft der Rede, der höchste Wind; Schöpfer von Tag und Nacht, von Augenschluss und -aufschlag; weder Brahmā noch Govinda, noch die alten Seher sind fähig, deine Größe der Wahrheit gemäß zu erkennen, Śiva. Deine überaus feinen Gestalten kommen mir nicht zur Anschauung. Schütze mich stets, behüte mich, wie ein Vater den leiblichen Sohn; behüte mich, ich bin schutzwürdig, Makelloser, Verneigung dir. Der mit Ergebenen Mitfühlende, der Bhagavān, und ich bin stets dir ergeben. Der, der viele Tausende von Menschen, schwer sichtbar, umfassend, als Einziger am Meeresrand steht, der sei stets mein Beschützer. Den die Schlaflosen, die den Atem Besiegten, im Sattva Stehenden, Gleichblickenden als Licht schauen, wenn sie sich versenken: diesem Yoga-Selbst Verneigung. Dem Struppigen, Stabträger, stets mit hängendem Bauch und Körper, dem mit Wasserkrug und Köcher, diesem Rudra-Selbst Verneigung.

Wort für Wort
candrādityau hṛdayaṃ ca pitāmahaḥ
Mond und Sonne, Herz, Ahnherr
sarasvatī vāgbalam uttamo 'nilaḥ
Sarasvatī, Kraft der Rede, höchster Wind
ahorātro nimeṣonmeṣakartā
Tag-und-Nacht, Schöpfer von Augenschluss und -aufschlag
na brahmā na ca govindaḥ paurāṇā ṛṣayo na te
nicht Brahmā, nicht Govinda, nicht die alten Seher
māhātmyaṃ vedituṃ śaktā yāthātathyena te śiva
deine Größe zu erkennen fähig der Wahrheit gemäß, Śiva (Inf.)
yā mūrtayaḥ susūkṣmās te na mahyaṃ yānti darśanam
deine überaus feinen Gestalten, sie kommen mir nicht zur Anschauung
trāhi māṃ satataṃ rakṣa pitā putram ivaurasam
schütze mich stets, behüte, wie ein Vater den leiblichen Sohn (Imp.)
rakṣa māṃ rakṣaṇīyo 'haṃ tavānagha namo 'stu te
behüte mich, ich bin zu behüten, Makelloser, dein, Verneigung dir
bhaktānukampī bhagavān bhaktaś cāhaṃ sadā tvayi
mitfühlend mit Ergebenen der Bhagavān; ich bin dir stets ergeben
yaḥ sahasrāṇy anekāni puṃsām āvṛtya durdṛśaḥ
der viele Tausende von Männern umfassend, schwer sichtbar
tiṣṭhaty ekaḥ samudrānte sa me goptās tu nityaśaḥ
als Einziger am Meeresende steht; der sei mein Beschützer stets
yaṃ vinidrā jitaśvāsāḥ sattvasthāḥ samadarśinaḥ
den Schlaflose, Atembesieger, im Sattva Stehende, Gleichblickende
jyotiḥ paśyanti yuñjānās tasmai yogātmane namaḥ
als Licht schauen, sich versenkend; diesem Yoga-Selbst Verneigung
jaṭile daṇḍine nityaṃ lambodaraśarīriṇe
dem Struppigen, Stabträger, stets mit hängendem Bauch und Körper
kamaṇḍaluniṣaṅgāya tasmai rudrātmane namaḥ
dem mit Wasserkrug und Köcher, diesem Rudra-Selbst Verneigung

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zeilen 1-3 setzen die Aufzählung der vorigen Einheit fort (Satz mittendrin); „yaḥ sahasrāṇy anekāni puṃsām āvṛtya“ nur ungefähr gedeutet [?].

yasya keśeṣu jīmūtā nadyaḥ sarvāṅgasaṃdhiṣu; kukṣau samudrāś catvāras tasmai toyātmane namaḥ; saṃbhakṣya sarvabhūtāni yugānte paryupasthite; yaḥ śete jalamadhyasthas taṃ prapadye 'mbuśāyinam; praviśya vadanaṃ rāhor yaḥ somaṃ pibate niśi; grasaty arkaṃ ca svarbhānur bhūtvā māṃ so 'bhirakṣatu; ye cānupatitā garbhā yathābhāgānupāsate; namas tebhyaḥ svadhā svāhā prāpnuvantu mudantu te; ye 'ṅguṣṭhamātrāḥ puruṣā dehasthāḥ sarvadehinām; rakṣantu te hi māṃ nityaṃ nityaṃ cāpyāyayantu ca; ye na rodanti dehasthā dehino rodayanti ca; harṣayanti na hṛṣyanti namas tebhyo 'stu nityaśaḥ; ye nadīṣu samudreṣu parvateṣu guhāsu ca; vṛkṣamūleṣu goṣṭheṣu kāntāragahaneṣu ca

Dem, in dessen Haaren die Regenwolken, an allen Gelenken der Glieder die Flüsse, im Bauch die vier Meere sind: diesem Wasser-Selbst Verneigung. Der, nachdem er alle Wesen verzehrt hat, wenn das Zeitalterende herannaht, inmitten der Wasser schläft, bei dem, dem Wasserschläfer, suche ich Zuflucht. Der, in Rāhus Mund eingegangen, nachts den Mond trinkt und, zum Svarbhānu geworden, die Sonne verschlingt, der möge mich schützen. Und die, die als Embryonen herabgefallen sind und je nach Anteil [Opfergaben] genießen [?], ihnen Verneigung, Svadhā, Svāhā; sie mögen erlangen und sich freuen. Die daumengroßen Puruṣas, die in den Körpern aller Körperträger weilen: sie mögen mich stets schützen und stets erquicken. Die, die im Körper weilen und nicht weinen und [andere] Körperträger weinen machen, die erfreuen und sich nicht freuen: Verneigung ihnen stets. Die in Flüssen, Meeren, Bergen und Höhlen, an Baumwurzeln, in Kuhställen, in Wildnissen und Dickichten [sind],

Wort für Wort
yasya keśeṣu jīmūtā nadyaḥ sarvāṅgasaṃdhiṣu
in dessen Haaren Wolken, an allen Gliedergelenken Flüsse (Lok.Pl.)
kukṣau samudrāś catvāras tasmai toyātmane namaḥ
im Bauch die vier Meere; diesem Wasser-Selbst Verneigung
saṃbhakṣya sarvabhūtāni yugānte paryupasthite
alle Wesen verzehrt habend, wenn das Zeitalterende herannaht (Abs./Lok.abs.)
yaḥ śete jalamadhyasthas taṃ prapadye 'mbuśāyinam
der mitten im Wasser schläft; zu ihm, dem Wasserschläfer, nehme ich Zuflucht
praviśya vadanaṃ rāhor yaḥ somaṃ pibate niśi
in Rāhus Mund eingegangen, der nachts den Soma (Mond) trinkt
grasaty arkaṃ ca svarbhānur bhūtvā māṃ so 'bhirakṣatu
und die Sonne verschlingt, Svarbhānu geworden; der schütze mich (Imp.)
ye cānupatitā garbhā yathābhāgānupāsate
und die herabgefallenen Embryonen, die je nach Anteil zugegen sind/genießen [?]
namas tebhyaḥ svadhā svāhā prāpnuvantu mudantu te
ihnen Verneigung, Svadhā, Svāhā; sie mögen erlangen, sich freuen (Imp.)
ye 'ṅguṣṭhamātrāḥ puruṣā dehasthāḥ sarvadehinām
die daumengroßen Puruṣas, in den Körpern aller Körperträger weilend
rakṣantu te hi māṃ nityaṃ nityaṃ cāpyāyayantu ca
sie mögen mich stets schützen und stets erquicken (Imp./Kaus.)
ye na rodanti dehasthā dehino rodayanti ca
die im Körper nicht weinen und die Körperträger weinen machen
harṣayanti na hṛṣyanti namas tebhyo 'stu nityaśaḥ
die erfreuen und sich nicht freuen: ihnen stets Verneigung
ye nadīṣu samudreṣu parvateṣu guhāsu ca
die in Flüssen, Meeren, Bergen und Höhlen
vṛkṣamūleṣu goṣṭheṣu kāntāragahaneṣu ca
an Baumwurzeln, in Kuhställen, in Wildnissen und Dickichten

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Satz setzt sich in der nächsten Einheit fort; „yathābhāgānupāsate“ unsicher [?].

catuṣpatheṣu rathyāsu catvareṣu taṭeṣu ca; hastyaśvarathaśālāsu jīrṇodyānālayeṣu ca; ye ca pañcasu bhūteṣu diśāsu vidiśāsu ca; candrārkayor madhyagatā ye ca candrārkaraśmiṣu; rasātalagatā ye ca ye ca tasmai paraṃ gatāḥ; namas tebhyo namas tebhyo namas tebhyo 'stu nityaśaḥ; yeṣāṃ na vidyate saṃkhyā pramāṇaṃ rūpam eva ca; asaṃkhyeyaguṇā rudrā namas tebhyo 'stu nityaśaḥ; sarvabhūtakaro yasmāt sarvabhūtapatir haraḥ; sarvabhūtāntarātmā ca tena tvaṃ na nimantritaḥ; tvam eva hījyase yasmād yajñair vividhadakṣiṇaiḥ; tvam eva kartā sarvasya tena tvaṃ na nimantritaḥ; atha vā māyayā deva sūkṣmayā tava mohitaḥ; etasmāt kāraṇād vāpi tena tvaṃ na nimantritaḥ

an Wegkreuzungen, Straßen, Plätzen und Ufern, in Elefanten-, Pferde- und Wagenhallen und in verfallenen Gärten und Behausungen; die in den fünf Elementen, in den Himmelsrichtungen und Zwischenrichtungen [sind]; die zwischen Mond und Sonne stehen und die in den Strahlen von Mond und Sonne; die in der Unterwelt sind und die darüber hinausgegangen sind: ihnen, ihnen, ihnen sei stets Verneigung! Deren Zahl, Maß und Gestalt nicht bekannt sind, die Rudras von unzählbaren Eigenschaften: ihnen sei stets Verneigung! Weil du der Schöpfer aller Wesen bist, Hara, der Herr aller Wesen und das Innenselbst aller Wesen, deshalb bist du nicht geladen; weil du allein durch Opfer mit mannigfachen Opfergaben verehrt wirst, weil du allein der Täter von allem bist, deshalb bist du nicht geladen; oder ich war, Gott, durch deine feine Māyā verblendet – aus diesem Grund also bist du nicht geladen.

Wort für Wort
catuṣpatheṣu rathyāsu catvareṣu taṭeṣu ca
an Wegkreuzungen, Straßen, Plätzen, Ufern
hastyaśvarathaśālāsu jīrṇodyānālayeṣu ca
in Elefanten-, Pferde-, Wagenhallen, in alten Gärten und Wohnstätten
ye ca pañcasu bhūteṣu diśāsu vidiśāsu ca
die in den fünf Elementen, in den Himmelsrichtungen und Zwischenrichtungen
candrārkayor madhyagatā ye ca candrārkaraśmiṣu
die zwischen Mond und Sonne Befindlichen und die in ihren Strahlen
rasātalagatā ye ca ye ca tasmai paraṃ gatāḥ
die in der Unterwelt und die darüber hinaus Gelangten
namas tebhyo namas tebhyo namas tebhyo 'stu nityaśaḥ
ihnen, ihnen, ihnen sei stets Verneigung
yeṣāṃ na vidyate saṃkhyā pramāṇaṃ rūpam eva ca
deren Zahl, Maß und Gestalt nicht bekannt ist
asaṃkhyeyaguṇā rudrā namas tebhyo 'stu nityaśaḥ
die Rudras von unzählbaren Eigenschaften: ihnen stets Verneigung
sarvabhūtakaro yasmāt sarvabhūtapatir haraḥ
weil Hara der Wesenschöpfer, der Herr aller Wesen ist
sarvabhūtāntarātmā ca tena tvaṃ na nimantritaḥ
und Innenselbst aller Wesen; darum bist du nicht geladen
tvam eva hījyase yasmād yajñair vividhadakṣiṇaiḥ
weil du allein durch Opfer mit mannigfachen Opferlohnen verehrt wirst (Pass.)
tvam eva kartā sarvasya tena tvaṃ na nimantritaḥ
du allein bist der Täter von allem, darum nicht geladen
atha vā māyayā deva sūkṣmayā tava mohitaḥ
oder durch deine feine Māyā, Gott, bin ich verblendet (Part.Pass.)
etasmāt kāraṇād vāpi tena tvaṃ na nimantritaḥ
oder aus diesem Grund, darum bist du nicht geladen

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Aufzählung „ye … “ setzt die vorige Einheit fort; „ye ca tasmai paraṃ gatāḥ“ unsicher [?].

prasīda mama bhadraṃ te tava bhāvagatasya me; tvayi me hṛdayaṃ deva tvayi buddhir manas tvayi; stutvaivaṃ sa mahādevaṃ virarāma prajāpatiḥ; bhagavān api suprītaḥ punar dakṣam abhāṣata; parituṣṭo 'smi te dakṣa stavenānena suvrata; bahunātra kim uktena matsamīpe bhaviṣyasi; aśvamedhasahasrasya vājapeyaśatasya ca; prajāpate matprasādāt phalabhāgī bhaviṣyasi; athainam abravīd vākyaṃ trailokyādhipatir bhavaḥ; āśvāsanakaraṃ vākyaṃ vākyavid vākyasaṃmitam; dakṣa dakṣa na kartavyo manyur vighnam imaṃ prati; ahaṃ yajñaharas tubhyaṃ dṛṣṭam etat purātanam; bhūyaś ca te varaṃ dadmi taṃ tvaṃ gṛhṇīṣva suvrata; prasannavadano bhūtvā tad ihaikamanāḥ śṛṇu; vedāt ṣaḍaṅgād uddhṛtya sāṃkhyayogāc ca yuktitaḥ

Sei gnädig; dir sei Heil, mir, der ich dir in [Herzens]gesinnung ergeben bin; in dir ist mein Herz, Gott, in dir der Verstand, in dir der Geist. Nachdem er so den Mahādeva gepriesen hatte, hörte der Prajāpati auf; und der Bhagavān, sehr erfreut, sprach wieder zu Dakṣa: „Zufrieden bin ich mit dir, Dakṣa, mit diesem Lobpreis, Wohlgelobter. Was braucht es hier viel zu sagen: du wirst in meiner Nähe sein. Von tausend Rossopfern und hundert Vājapeya-Opfern wirst du durch meine Gnade, Prajāpati, Fruchtteilhaber sein.“ Dann sprach zu ihm das Wort der Herr der drei Welten, Bhava, ein beruhigendes Wort, redekundig, in Maß gefasst: „Dakṣa, Dakṣa, du sollst gegen dieses Hindernis keinen Zorn hegen. Ich bin der Opferräuber; dies ist dir gezeigt worden, uralt. Und ich gebe dir wiederum eine Gabe; die nimm, Wohlgelobter; mit heiterem Gesicht höre hier einmütig zu, [die ich] aus dem Veda samt seinen sechs Gliedern, aus Sāṃkhya und Yoga durch Denken herausgezogen habe:

Wort für Wort
prasīda mama bhadraṃ te tava bhāvagatasya me
sei gnädig; mir [sei] Heil, dir, der ich in deinem Wesen/Sinn weile [?]
tvayi me hṛdayaṃ deva tvayi buddhir manas tvayi
in dir mein Herz, Gott, in dir Verstand, in dir Geist
stutvaivaṃ sa mahādevaṃ virarāma prajāpatiḥ
so Mahādeva gepriesen habend, hörte der Prajāpati auf (Abs./Perf.)
bhagavān api suprītaḥ punar dakṣam abhāṣata
der Bhagavān, sehr erfreut, sprach wieder zu Dakṣa (Impf.)
parituṣṭo 'smi te dakṣa stavenānena suvrata
zufrieden bin ich mit dir, Dakṣa, durch diesen Lobpreis, Wohlgelobter
bahunātra kim uktena matsamīpe bhaviṣyasi
was braucht es hier viel zu sagen, du wirst in meiner Nähe sein (Fut.)
aśvamedhasahasrasya vājapeyaśatasya ca
tausend Rossopfer und hundert Vājapeya-Opfer (Gen.)
prajāpate matprasādāt phalabhāgī bhaviṣyasi
Prajāpati, durch meine Gnade wirst du Fruchtteilhaber sein
athainam abravīd vākyaṃ trailokyādhipatir bhavaḥ
dann sprach zu ihm das Wort Bhava, der Herr der drei Welten
āśvāsanakaraṃ vākyaṃ vākyavid vākyasaṃmitam
beruhigendes Wort, redekundig, maßvoll
dakṣa dakṣa na kartavyo manyur vighnam imaṃ prati
Dakṣa, Dakṣa, nicht ist Zorn zu hegen gegenüber diesem Hindernis (Gerundiv)
ahaṃ yajñaharas tubhyaṃ dṛṣṭam etat purātanam
ich bin der Opferräuber; dies ist dir gezeigt, uralt
bhūyaś ca te varaṃ dadmi taṃ tvaṃ gṛhṇīṣva suvrata
und wieder gebe ich dir eine Gabe; die nimm, Wohlgelobter (1.Sg./Imp.)
prasannavadano bhūtvā tad ihaikamanāḥ śṛṇu
mit heiterem Gesicht geworden, höre dies hier einmütig (Imp.)
vedāt ṣaḍaṅgād uddhṛtya sāṃkhyayogāc ca yuktitaḥ
aus dem Veda mit sechs Gliedern, aus Sāṃkhya und Yoga durch Schlussfolgerung herausgezogen (Abs.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). „tava bhāvagatasya me“ und „yajñaharaḥ“ ([?] Opferräuber) unsicher; die Konstruktion „uddhṛtya …“ setzt sich in der nächsten Einheit fort.

tapaḥ sutaptaṃ vipulaṃ duścaraṃ devadānavaiḥ; apūrvaṃ sarvatobhadraṃ viśvatomukham avyayam; abdair daśāhasaṃyuktaṃ gūḍham aprājñaninditam; varṇāśramakṛtair dharmair viparītaṃ kva cit samam; gatāntair adhyavasitam atyāśramam idaṃ vratam; mayā pāśupataṃ dakṣa yogam utpāditaṃ purā; tasya cīrṇasya tat samyak phalaṃ bhavati puṣkalam; tac cāstu te mahābhāga tyajyatāṃ mānaso jvaraḥ; evam uktvā mahādevaḥ sapatnīko vṛṣadhvajaḥ; adarśanam anuprāpto dakṣasyāmitavikramaḥ; dakṣaproktaṃ stavam imaṃ kīrtayed yaḥ śṛṇoti vā; nāśubhaṃ prāpnuyāt kiṃ cid dīrgham āyur avāpnuyāt; yathā sarveṣu deveṣu variṣṭho bhagavāñ śivaḥ; tathā stavo variṣṭho 'yaṃ stavānāṃ brahmasaṃmitaḥ

die Askese, wohl erhitzt, umfassend, für Götter und Dānavas schwer auszuüben; unerhört, allseits heilvoll, allseitig gewandt, unvergänglich; verbunden mit Jahren und mit zehn Tagen [?], verborgen, von Unweisen getadelt; den durch Stände und Lebensstadien geschaffenen Pflichten mitunter entgegengesetzt, mitunter gleich; von den zum Ende Gelangten beschlossen, über die Lebensstadien hinausgehend, dieses Gelübde: den Pāśupata-Yoga habe ich, Dakṣa, einst hervorgebracht. Wenn er recht geübt wird, hat er reichliche Frucht. Und diese sei dein, Hochbeglückter; das geistige Fieber soll abgelegt werden.“ Nachdem er so gesprochen hatte, wurde der große Gott mit der Gattin, der Stierbannerträger, für den kraftreichen Dakṣa unsichtbar. Wer diesen von Dakṣa gesprochenen Lobpreis rezitiert oder hört, dem widerfährt nichts Unheilvolles, und er erlangt ein langes Leben. Wie unter allen Göttern der Bhagavān Śiva der Beste ist, so ist dieser Lobpreis der Beste unter den Lobpreisungen, dem Brahman gleich.

Wort für Wort
tapaḥ sutaptaṃ vipulaṃ duścaraṃ devadānavaiḥ
die wohl erhitzte, umfassende Askese, von Göttern und Dānavas schwer zu üben
apūrvaṃ sarvatobhadraṃ viśvatomukham avyayam
unerhört, allseits heilvoll, allseitig gerichtet, unvergänglich
abdair daśāhasaṃyuktaṃ gūḍham aprājñaninditam
mit Jahren und zehn Tagen verbunden [?], verborgen, von Unweisen getadelt
varṇāśramakṛtair dharmair viparītaṃ kva cit samam
zu den durch Stände und Lebensstadien geschaffenen Pflichten mitunter entgegengesetzt, mitunter gleich
gatāntair adhyavasitam atyāśramam idaṃ vratam
von zum Ende Gelangten beschlossen, dieses über die Lebensstadien hinausgehende Gelübde
mayā pāśupataṃ dakṣa yogam utpāditaṃ purā
von mir, Dakṣa, wurde der Pāśupata-Yoga einst hervorgebracht (Part.Pass.)
tasya cīrṇasya tat samyak phalaṃ bhavati puṣkalam
wenn er geübt wird, ist die Frucht recht reichlich (Part.Pass.Gen.)
tac cāstu te mahābhāga tyajyatāṃ mānaso jvaraḥ
und dies sei dein, Hochbeglückter; abzulegen ist das geistige Fieber (Imp.Pass.)
evam uktvā mahādevaḥ sapatnīko vṛṣadhvajaḥ
so gesprochen habend Mahādeva, samt Gattin, der Stierbannerträger (Abs.)
adarśanam anuprāpto dakṣasyāmitavikramaḥ
für Dakṣa unsichtbar geworden, von unermesslicher Kraft
dakṣaproktaṃ stavam imaṃ kīrtayed yaḥ śṛṇoti vā
diesen von Dakṣa gesprochenen Lobpreis, wer ihn rezitiert oder hört (Opt./3.Sg.)
nāśubhaṃ prāpnuyāt kiṃ cid dīrgham āyur avāpnuyāt
nichts Unheilvolles erlange er, langes Leben erlange er (Opt.)
yathā sarveṣu deveṣu variṣṭho bhagavāñ śivaḥ
wie unter allen Göttern der Bhagavān Śiva der Beste ist
tathā stavo variṣṭho 'yaṃ stavānāṃ brahmasaṃmitaḥ
so ist dieser Lobpreis der Beste der Lobpreisungen, dem Brahman gleich

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). „abdair daśāhasaṃyuktam“ unsicher [?].

yaśorājyasukhaiśvaryakāmārthadhanakāṅkṣibhiḥ; śrotavyo bhaktim āsthāya vidyākāmaiś ca yatnataḥ; vyādhito duḥkhito dīnaś coragrasto bhayārditaḥ; rājakāryābhiyukto vā mucyate mahato bhayāt; anenaiva tu dehena gaṇānāṃ samatāṃ vrajet; tejasā yaśasā caiva yukto bhavati nirmalaḥ; na rākṣasāḥ piśācā vā na bhūtā na vināyakāḥ; vighnaṃ kuryur gṛhe tasya yatrāyaṃ paṭhyate stavaḥ; śṛṇuyāc caiva yā nārī tadbhaktā brahmacāriṇī; pitṛpakṣe mātṛpakṣe pūjyā bhavati devavat; śṛṇuyād yaḥ stavaṃ kṛtsnaṃ kīrtayed vā samāhitaḥ; tasya sarvāṇi karmāṇi siddhiṃ gacchanty abhīkṣṇaśaḥ; manasā cintitaṃ yac ca yac ca vācānukīrtitam; sarvaṃ saṃpadyate tasya stavasyāsyānukīrtanāt

Von denen, die nach Ruhm, Herrschaft, Glück, Macht, Wunsch, Nutzen und Reichtum verlangen, soll er mit Hingabe gehört werden, und von denen, die nach Wissen verlangen, mit Sorgfalt. Ein Kranker, Leidender, Elender, von Räubern Ergriffener, von Furcht Geplagter oder im Königsdienst Verstrickter wird von großer Furcht befreit. Schon in diesem Körper mag er Gleichheit mit den Gaṇas erlangen; mit Glanz und Ruhm verbunden wird er makellos. Nicht Rākṣasas, Piśācas, Geister oder Vināyakas sollen im Haus dessen Hindernis bereiten, wo dieser Lobpreis rezitiert wird. Und die Frau, die ihn hört, ihm ergeben, keusch, wird auf der Vater- und Mutterseite wie eine Göttin verehrt. Wer den ganzen Lobpreis hört oder gesammelt vorträgt: dessen sämtliche Werke gelangen immer wieder zum Erfolg. Was im Geist gedacht und was mit Worten gepriesen wurde, alles geht ihm durch das Vortragen dieses Lobpreises in Erfüllung.

Wort für Wort
yaśorājyasukhaiśvaryakāmārthadhanakāṅkṣibhiḥ
von denen, die nach Ruhm, Herrschaft, Glück, Macht, Wunsch, Nutzen, Reichtum verlangen (Instr.Pl.)
śrotavyo bhaktim āsthāya vidyākāmaiś ca yatnataḥ
zu hören, Hingabe gefasst habend, und von Wissbegierigen mit Sorgfalt (Gerundiv)
vyādhito duḥkhito dīnaś coragrasto bhayārditaḥ
krank, leidend, elend, von Räubern ergriffen, von Furcht geplagt
rājakāryābhiyukto vā mucyate mahato bhayāt
oder in Königsdienst verstrickt, wird von großer Furcht befreit (Pass.Präs.)
anenaiva tu dehena gaṇānāṃ samatāṃ vrajet
mit eben diesem Körper mag er Gleichheit mit den Gaṇas erlangen (Opt.)
tejasā yaśasā caiva yukto bhavati nirmalaḥ
mit Glanz und Ruhm verbunden wird er makellos
na rākṣasāḥ piśācā vā na bhūtā na vināyakāḥ
nicht Rākṣasas, Piśācas, Geister, Vināyakas
vighnaṃ kuryur gṛhe tasya yatrāyaṃ paṭhyate stavaḥ
sollen Hindernis bereiten in dessen Haus, wo dieser Lobpreis rezitiert wird (Opt.)
śṛṇuyāc caiva yā nārī tadbhaktā brahmacāriṇī
und die Frau, die hört, ihm ergeben, keusch (Opt.)
pitṛpakṣe mātṛpakṣe pūjyā bhavati devavat
auf Vater- und Mutterseite wird sie verehrt wie eine Göttin (Lok./Gerundiv)
śṛṇuyād yaḥ stavaṃ kṛtsnaṃ kīrtayed vā samāhitaḥ
wer den ganzen Lobpreis hört oder gesammelt vorträgt (Opt.)
tasya sarvāṇi karmāṇi siddhiṃ gacchanty abhīkṣṇaśaḥ
dessen alle Werke gelangen immer wieder zur Vollendung
manasā cintitaṃ yac ca yac ca vācānukīrtitam
was im Geist gedacht und was mit Worten preisend genannt wurde (Part.Pass.)
sarvaṃ saṃpadyate tasya stavasyāsyānukīrtanāt
alles erfüllt sich ihm durch das Vortragen dieses Lobpreises (Abl.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

devasya ca saguhasya devyā nandīśvarasya ca; baliṃ suvihitaṃ kṛtvā damena niyamena ca; tatas tu yukto gṛhṇīyān nāmāny āśu yathākramam; īpsitāṃl labhate so 'rthān kāmān bhogāṃś ca mānavaḥ; mṛtaś ca svargam āpnoti tiryakṣu ca na jāyate; ity āha bhagavān vyāsaḥ parāśarasutaḥ prabhuḥ

Nachdem er dem Gott samt Guha [Skanda], der Göttin und Nandīśvara eine wohlbereitete Opfergabe dargebracht hat, mit Selbstbeherrschung und Regel, soll er dann gesammelt die Namen rasch der Reihe nach aufnehmen. Er, der Mensch, erlangt die ersehnten Güter, Wünsche und Genüsse; und gestorben erlangt er den Himmel und wird nicht unter Tieren geboren. So sprach der Bhagavān Vyāsa, Parāśaras Sohn, der Herr.

Wort für Wort
devasya ca saguhasya devyā nandīśvarasya ca
dem Gott samt Guha, der Göttin und Nandīśvara (Gen. als Dat.)
baliṃ suvihitaṃ kṛtvā damena niyamena ca
eine wohlbereitete Opfergabe dargebracht habend, mit Selbstzucht und Regel (Abs.)
tatas tu yukto gṛhṇīyān nāmāny āśu yathākramam
dann gesammelt möge er die Namen rasch der Reihe nach aufnehmen (Opt.)
īpsitāṃl labhate so 'rthān kāmān bhogāṃś ca mānavaḥ
erstrebte Güter, Wünsche und Genüsse erlangt er, der Mensch (3.Sg.Präs.Med.)
mṛtaś ca svargam āpnoti tiryakṣu ca na jāyate
gestorben erreicht er den Himmel und wird nicht unter Tieren geboren
ity āha bhagavān vyāsaḥ parāśarasutaḥ prabhuḥ
so sprach der Bhagavān Vyāsa, Parāśaras Sohn, der Herr (Perf.3.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). „devasya … nandīśvarasya ca“ steht im Genitiv; als Empfänger der Opfergabe gedeutet [?].

katheyaṃ kathitā puṇyā dharmyā dharmabhṛtāṃ vara; kim anyat kathayāmīha tad bhavān vaktum arhati

Diese heilige, dharmagemäße Erzählung ist erzählt worden, Bester der Dharma-Träger; was soll ich hier noch erzählen? Das möge Euer Ehren zu sagen geruhen.

Wort für Wort
katheyaṃ kathitā puṇyā dharmyā dharmabhṛtāṃ vara
diese Erzählung ist erzählt, heilig, dharmagemäß, Bester der Dharma-Träger (Part.Pass./Vok.)
kim anyat kathayāmīha
was anderes soll ich hier erzählen (1.Sg.Präs.)
tad bhavān vaktum arhati
das darf Euer Ehren sagen (Inf.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile der kritischen Ausgabe; Sprecher nicht ausdrücklich genannt.

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