Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Śāntiparva

Kapitel 282: varṇavṛttidharmopadeśaḥ Lebensunterhalt und Pflichten der Stände, Umgang mit den Guten und rechtes Geben

Parāśaras Unterweisung über den Lebensunterhalt und das Dharma der Stände, besonders des Śūdra, sowie über den Wert der Gesellschaft der Guten und die Rangstufen des Gebens.

parāśara uvāca; vṛttiḥ sakāśād varṇebhyas tribhyo hīnasya śobhanā; prītyopanītā nirdiṣṭā dharmiṣṭhān kurute sadā

Parāśara sprach: „Ein guter Lebensunterhalt kommt für den, der geringer ist als die drei Stände, von diesen [Ständen] her; aus Zuneigung herbeigebracht und [so] zugewiesen, macht er stets zu sehr Rechtschaffenen [?].“

Wort für Wort
parāśara uvāca
Parāśara sprach (Perf.3.Sg.)
vṛttiḥ sakāśād varṇebhyas tribhyaḥ
Lebensunterhalt von den drei Ständen her (Nom.Sg.f./Abl.Pl./Zahlw.)
hīnasya śobhanā
für den Geringeren gut (Gen.Sg./Nom.Sg.f.)
prītyā upanītā nirdiṣṭā
aus Zuneigung herbeigebracht, zugewiesen (Instr.Sg./Part.Pass.Nom.Sg.f.)
dharmiṣṭhān kurute sadā
macht zu sehr Rechtschaffenen, stets (Akk.Pl.m./3.Sg.Med.Präs.)

Syntax des zweiten Halbverses unsicher: Wer die Rechtschaffensten wird (Geber oder Empfänger), ist nicht ausgedrückt.

vṛttiś cen nāsti śūdrasya pitṛpaitāmahī dhruvā; na vṛttiṃ parato mārgec chuśrūṣāṃ tu prayojayet

Wenn für den Śūdra kein sicherer, von Vater und Großvater ererbter Lebensunterhalt vorhanden ist, soll er sich den Lebensunterhalt nicht bei einem anderen suchen, sondern Dienstbarkeit ausüben.

Wort für Wort
vṛttiś cet nāsti śūdrasya
wenn Lebensunterhalt nicht vorhanden ist für den Śūdra (Nom.Sg.f./Gen.Sg.)
pitṛpaitāmahī dhruvā
vom Vater und Großvater [ererbt], sicher (Nom.Sg.f.)
na vṛttiṃ parato mārget
nicht Lebensunterhalt anderswoher suchen (Akk.Sg./Opt.3.Sg.)
śuśrūṣāṃ tu prayojayet
Dienst aber ausüben (Akk.Sg.f./Opt.Kaus.3.Sg.)

sadbhis tu saha saṃsargaḥ śobhate dharmadarśibhiḥ; nityaṃ sarvāsv avasthāsu nāsadbhir iti me matiḥ

Der Umgang mit Guten, die das Dharma sehen, ist zierend, stets in allen Lagen, nicht der mit Schlechten: so ist meine Meinung.

Wort für Wort
sadbhis tu saha saṃsargaḥ
Umgang aber mit Guten (Instr.Pl./Nom.Sg.m.)
śobhate dharmadarśibhiḥ
ziert, [mit] Dharma-Sehenden (3.Sg.Präs./Instr.Pl.)
nityaṃ sarvāsu avasthāsu
stets in allen Lagen (Adv./Lok.Pl.f.)
na asadbhiḥ iti me matiḥ
nicht [mit] Schlechten, so [ist] meine Ansicht (Instr.Pl./Nom.Sg.f.)

yathodayagirau dravyaṃ saṃnikarṣeṇa dīpyate; tathā satsaṃnikarṣeṇa hīnavarṇo 'pi dīpyate

Wie ein Ding am Aufgangsberg durch die Nähe erstrahlt, so erstrahlt auch der Niedriggeborene durch die Nähe der Guten.

Wort für Wort
yathā udayagirau dravyam
wie am Aufgangsberg ein Ding (Lok.Sg./Nom.Sg.n.)
saṃnikarṣeṇa dīpyate
durch die Nähe erstrahlt (Instr.Sg./3.Sg.Pass.Präs.)
tathā satsaṃnikarṣeṇa
so durch die Nähe der Guten (Instr.Sg.)
hīnavarṇaḥ api dīpyate
auch der Niedrigstämmige erstrahlt (Nom.Sg.m.)

yādṛśena hi varṇena bhāvyate śuklam ambaram; tādṛśaṃ kurute rūpam etad evam avaihi me

Mit welcher Farbe ein weißes Gewand gefärbt wird, eben diese Gestalt nimmt es an. Verstehe das so von mir.

Wort für Wort
yādṛśena hi varṇena
mit welcher Farbe nämlich (Instr.Sg.m.)
bhāvyate śuklam ambaram
gefärbt/durchdrungen wird das weiße Gewand (3.Sg.Pass.Kaus./Nom.Sg.n.)
tādṛśaṃ kurute rūpam
solche Gestalt nimmt es an (Akk.Sg.n./3.Sg.Med.)
etat evam avaihi me
dies so verstehe von mir (Imp.2.Sg.)

tasmād guṇeṣu rajyethā mā doṣeṣu kadā cana; anityam iha martyānāṃ jīvitaṃ hi calācalam

Darum sollst du an Tugenden Gefallen finden, niemals an Fehlern; unbeständig ist hier das Leben der Sterblichen, wankend.

Wort für Wort
tasmāt guṇeṣu rajyethāḥ
darum an Tugenden sollst du Gefallen finden (Lok.Pl./Opt.2.Sg.Pass.)
mā doṣeṣu kadā cana
nicht an Fehlern jemals (Lok.Pl.)
anityam iha martyānām
unbeständig hier der Sterblichen (Nom.Sg.n./Gen.Pl.)
jīvitaṃ hi calācalam
Leben ja schwankend (Nom.Sg.n./Nom.Sg.n.)

sukhe vā yadi vā duḥkhe vartamāno vicakṣaṇaḥ; yaś cinoti śubhāny eva sa bhadrāṇīha paśyati

Ob in Glück oder in Leid lebend: der Einsichtige, der nur Heilsames anhäuft, der sieht hier Gutes.

Wort für Wort
sukhe vā yadi vā duḥkhe
in Glück oder in Leid (Lok.Sg.)
vartamānaḥ vicakṣaṇaḥ
weilend, der Kluge (Part.Präs.Med.Nom.Sg.m.)
yaḥ cinoti śubhāni eva
wer anhäuft nur Heilsames (3.Sg.Präs./Akk.Pl.n.)
sa bhadrāṇi iha paśyati
der Gutes hier sieht (Akk.Pl.n./3.Sg.Präs.)

dharmād apetaṃ yat karma yady api syān mahāphalam; na tat seveta medhāvī na tad dhitam ihocyate

Eine Handlung, die vom Dharma abweicht, auch wenn sie großen Lohn brächte, soll der Weise nicht ausüben; sie wird hier nicht als heilsam bezeichnet.

Wort für Wort
dharmāt apetaṃ yat karma
vom Dharma abgewichen, welche Handlung (Abl.Sg./Part.Nom.Sg.n.)
yadi api syāt mahāphalam
auch wenn sie sein sollte von großem Lohn (Opt.3.Sg.)
na tat seveta medhāvī
nicht sie soll ausüben der Weise (Opt.3.Sg.Med./Nom.Sg.m.)
na tat hitam iha ucyate
nicht sie heilsam hier wird genannt (Nom.Sg.n./3.Sg.Pass.)

dharmeṇa sahitaṃ yat tu bhaved alpaphalodayam; tat kāryam aviśaṅkena karmātyantasukhāvaham

Was aber mit Dharma verbunden ist, auch wenn nur geringer Lohn daraus entsteht, das ist ohne Zögern zu tun; die Handlung bringt äußerstes Glück.

Wort für Wort
dharmeṇa sahitaṃ yat tu
was aber mit Dharma verbunden (Instr.Sg./Part.Nom.Sg.n.)
bhavet alpaphalodayam
sein mag, von geringer Frucht-Entstehung (Opt.3.Sg./Kompositum Nom.Sg.n.)
tat kāryam aviśaṅkena
das ist zu tun ohne Zögern (Gerundiv/Instr.Sg.)
karma atyantasukhāvaham
die Handlung äußerstes Glück bringend (Nom.Sg.n.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

yo hṛtvā gosahasrāṇi nṛpo dadyād arakṣitā; sa śabdamātraphalabhāg rājā bhavati taskaraḥ

Ein König, der tausende Kühe raubt und sie [dann] hingibt, ohne [sie] zu schützen, hat als Frucht nur den Namen: der König wird zum Dieb.

Wort für Wort
yaḥ hṛtvā gosahasrāṇi
der, nachdem er tausende Kühe geraubt hat (Abs.)
nṛpaḥ dadyāt arakṣitā
der König geben sollte, als Nichtschützender [?] (Opt.3.Sg./Nom.Sg.m.)
sa śabdamātraphalabhāk
der hat nur Wortlaut als Frucht (Nom.Sg.m.)
rājā bhavati taskaraḥ
als König wird er ein Dieb (3.Sg.Präs.)

arakṣitā wohl Nom. von arakṣitṛ („nicht Schützer“); Lesart unsicher.

svayaṃbhūr asṛjac cāgre dhātāraṃ lokapūjitam; dhātāsṛjat putram ekaṃ prajānāṃ dhāraṇe ratam

Svayaṃbhū schuf zuerst den von der Welt verehrten Dhātṛ; Dhātṛ schuf einen einzigen Sohn, der am Tragen [und Erhalten] der Geschöpfe Freude hat.

Wort für Wort
svayaṃbhūḥ asṛjat ca agre
der Selbstentstandene schuf und zuerst (Aor.3.Sg.)
dhātāram lokapūjitam
den Dhātṛ, von der Welt verehrt (Akk.Sg.m.)
dhātā asṛjat putram ekam
Dhātṛ schuf einen Sohn, einen einzigen (Akk.Sg.m.)
prajānāṃ dhāraṇe ratam
an der Erhaltung der Geschöpfe erfreut (Gen.Pl./Lok.Sg.n./Akk.Sg.m.)

tam arcayitvā vaiśyas tu kuryād atyartham ṛddhimat; rakṣitavyaṃ tu rājanyair upayojyaṃ dvijātibhiḥ

Ihn ehrend, soll der Vaiśya überaus wohlhabend werden; er ist von den Rājanyas zu beschützen, von den Zweimalgeborenen zu nutzen.

Wort für Wort
tam arcayitvā vaiśyaḥ tu
ihn verehrend, der Vaiśya aber (Gerundium/Nom.Sg.m.)
kuryāt atyartham ṛddhimat
soll machen [sich], überaus wohlhabend (Opt.3.Sg./Adv./Akk.Sg.n.)
rakṣitavyam tu rājanyaiḥ
zu beschützen aber von den Rājanyas (Gerundiv/Instr.Pl.)
upayojyaṃ dvijātibhiḥ
zu nutzen von den Zweimalgeborenen (Gerundiv/Instr.Pl.)

kuryād atyartham ṛddhimat: wörtlich etwa „soll [es] überaus reich machen“; Objekt unklar.

ajihmair aśaṭhakrodhair havyakavyaprayoktṛbhiḥ; śūdrair nirmārjanaṃ kāryam evaṃ dharmo na naśyati

Von Śūdras, die nicht krumm [und] nicht arglistig noch zornig sind und die Opfergaben für Götter und Ahnen bereitstellen, ist die Reinigung zu leisten; so geht das Dharma nicht zugrunde.

Wort für Wort
ajihmaiḥ aśaṭhakrodhaiḥ
von Geraden, ohne Arglist und Zorn (Instr.Pl.m.)
havyakavyaprayoktṛbhiḥ
von den Bereitstellern der Götter- und Ahnenopfer (Instr.Pl.m.)
śūdraiḥ nirmārjanaṃ kāryam
von Śūdras ist die Reinigung zu leisten (Instr.Pl./Nom.Sg.n./Gerundiv)
evaṃ dharmaḥ na naśyati
so das Dharma nicht geht zugrunde (Nom.Sg.m./3.Sg.Präs.)

apranaṣṭe tato dharme bhavanti sukhitāḥ prajāḥ; sukhena tāsāṃ rājendra modante divi devatāḥ

Wenn das Dharma dann nicht zugrunde gegangen ist, werden die Geschöpfe glücklich; durch ihr Glück, König der Könige, freuen sich die Götter im Himmel.

Wort für Wort
apraṇaṣṭe tataḥ dharme
wenn nicht verloren dann das Dharma (Lok.abs.)
bhavanti sukhitāḥ prajāḥ
werden glücklich die Geschöpfe (3.Pl.Präs./Nom.Pl.f.)
sukhena tāsāṃ rājendra
durch das Glück von ihnen, Herr der Könige (Instr.Sg./Gen.Pl.f./Vok.)
modante divi devatāḥ
freuen sich im Himmel die Götter (3.Pl.Med./Lok.Sg./Nom.Pl.f.)

Lesart apranaṣṭe (Metrum); zu apraṇaṣṭe.

tasmād yo rakṣati nṛpaḥ sa dharmeṇābhipūjyate; adhīte cāpi yo vipro vaiśyo yaś cārjane rataḥ

Darum wird der König, der schützt, durch das Dharma geehrt; ebenso der Vipra, der studiert, der Vaiśya, der am Erwerb Freude hat,

Wort für Wort
tasmāt yaḥ rakṣati nṛpaḥ
darum, welcher König schützt (3.Sg.Präs./Nom.Sg.m.)
sa dharmeṇa abhipūjyate
der wird durch das Dharma geehrt (Instr.Sg./3.Sg.Pass.)
adhīte ca api yaḥ vipraḥ
und auch der Vipra, der studiert (3.Sg.Med.Präs.)
vaiśyaḥ yaḥ ca arjane rataḥ
der Vaiśya, der am Erwerb erfreut ist (Lok.Sg.n./Part.Nom.Sg.m.)

yaś ca śuśrūṣate śūdraḥ satataṃ niyatendriyaḥ; ato 'nyathā manuṣyendra svadharmāt parihīyate

und der Śūdra, der stets dient, mit gezügelten Sinnen; wer anders [handelt], Herr der Menschen, geht seines eigenen Dharma verlustig.

Wort für Wort
yaḥ ca śuśrūṣate śūdraḥ
und der Śūdra, der dient (3.Sg.Präs.Desid.Med./Nom.Sg.m.)
satataṃ niyatendriyaḥ
stets, mit gezügelten Sinnen (Adv./Nom.Sg.m.)
ataḥ anyathā manuṣyendra
anders als dies, Herr der Menschen (Adv./Vok.)
svadharmāt parihīyate
vom eigenen Dharma kommt er ab (Abl.Sg./3.Sg.Pass.)

prāṇasaṃtāpanirdiṣṭāḥ kākiṇyo 'pi mahāphalāḥ; nyāyenopārjitā dattāḥ kim utānyāḥ sahasraśaḥ

Selbst Kākiṇīs, die unter Lebensnot [erworben] sind, bringen großen Lohn, wenn sie rechtmäßig erworben und gegeben werden; wie viel mehr andere zu Tausenden. [?]

Wort für Wort
prāṇasaṃtāpanirdiṣṭāḥ
unter Lebensqual zugewiesen/erworben [?] (Nom.Pl.f.)
kākiṇyaḥ api mahāphalāḥ
selbst Kākiṇīs von großem Lohn (Nom.Pl.f.)
nyāyena upārjitāḥ dattāḥ
rechtmäßig erworben, gegeben (Instr.Sg./Part.Nom.Pl.f.)
kim uta anyāḥ sahasraśaḥ
wieviel mehr andere zu Tausenden (Nom.Pl.f./Adv.)

prāṇasaṃtāpa-nirdiṣṭāḥ ist unklar; Lesart unsicher.

satkṛtya tu dvijātibhyo yo dadāti narādhipa; yādṛśaṃ tādṛśaṃ nityam aśnāti phalam ūrjitam

Wer, o Herr der Menschen, den Zweimalgeborenen nach Gebühr ehrend gibt, der genießt stets eine kräftige Frucht, die der Art [seiner Gabe] entspricht.

Wort für Wort
satkṛtya tu dvijātibhyaḥ
ehrerbietig aber den Zweimalgeborenen (Gerundium/Dat.Pl.)
yaḥ dadāti narādhipa
wer gibt, Herr der Menschen (3.Sg.Präs./Vok.)
yādṛśaṃ tādṛśaṃ nityam
wie [die Gabe], so [die Frucht], stets (Nom./Akk.Sg.n./Adv.)
aśnāti phalam ūrjitam
isst/genießt die Frucht, kräftige (3.Sg.Präs./Akk.Sg.n.)

abhigamya dattaṃ tuṣṭyā yad dhanyam āhur abhiṣṭutam; yācitena tu yad dattaṃ tad āhur madhyamaṃ budhāḥ

Was man aus Zufriedenheit dem Herangetretenen gibt, das nennen sie segensreich und gepriesen; was aber auf Bitten gegeben wird, das nennen die Weisen mittelmäßig.

Wort für Wort
abhigamya dattaṃ tuṣṭyā
hinzugegangen gegeben, aus Zufriedenheit (Gerundium/Part.Nom.Sg.n./Instr.Sg.)
yat dhanyam āhuḥ abhiṣṭutam
was sie segensreich nennen, gepriesen (Nom.Sg.n./3.Pl.Perf.)
yācitena tu yat dattam
auf Bitten aber was gegeben (Instr.Sg./Part.)
tat āhuḥ madhyamaṃ budhāḥ
das nennen mittelmäßig die Weisen (Nom.Pl.m.)

avajñayā dīyate yat tathaivāśraddhayāpi ca; tad āhur adhamaṃ dānaṃ munayaḥ satyavādinaḥ

Was mit Verachtung gegeben wird und ebenso ohne Glauben, diese Gabe nennen die wahrhaftigen Munis die niedrigste.

Wort für Wort
avajñayā dīyate yat
mit Verachtung wird gegeben, was (Instr.Sg./3.Sg.Pass.)
tathā eva aśraddhayā api ca
und ebenso auch ohne Glauben (Instr.Sg.)
tat āhuḥ adhamaṃ dānam
das nennen die niedrigste Gabe (Nom.Sg.n.)
munayaḥ satyavādinaḥ
die Munis, Wahrheitsredner (Nom.Pl.m.)

atikrame majjamāno vividhena naraḥ sadā; tathā prayatnaṃ kurvīta yathā mucyeta saṃśayāt

Ein Mensch, der stets in vielfacher Übertretung versinkt, soll sich so bemühen, dass er aus dem Zweifel [bzw. der Gefahr] befreit werde. [?]

Wort für Wort
atikrame majjamānaḥ
in Übertretung versinkend (Lok.Sg.m./Part.Präs.Nom.Sg.m.)
vividhena naraḥ sadā
auf vielfache Weise [?], der Mensch, stets (Instr.Sg./Nom.Sg.m.)
tathā prayatnaṃ kurvīta
so Anstrengung machen soll (Adv./Akk.Sg.m./Opt.3.Sg.Med.)
yathā mucyeta saṃśayāt
damit er befreit werde vom Zweifel/von der Gefahr (Opt.3.Sg.Pass./Abl.Sg.)

Bedeutung von atikrame vividhena unsicher (etwa: Übertretung/Übermaß; vividhena adverbial oder zu atikrame).

damena śobhate vipraḥ kṣatriyo vijayena tu; dhanena vaiśyaḥ śūdras tu nityaṃ dākṣyeṇa śobhate

Durch Selbstbeherrschung glänzt der Vipra, der Kṣatriya durch Sieg, der Vaiśya durch Reichtum, der Śūdra aber stets durch Tüchtigkeit.

Wort für Wort
damena śobhate vipraḥ
durch Selbstzucht glänzt der Vipra (Instr.Sg./3.Sg.Med./Nom.Sg.m.)
kṣatriyaḥ vijayena tu
der Kṣatriya durch Sieg aber (Instr.Sg.)
dhanena vaiśyaḥ
durch Reichtum der Vaiśya (Instr.Sg.)
śūdraḥ tu nityaṃ dākṣyeṇa śobhate
der Śūdra aber stets durch Tüchtigkeit glänzt (Instr.Sg.n.)

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