Kapitel 126: āśākārśyakathā
Die Hoffnung als das Magerste: Ṛṣabhas Erzählung von Tanu und König Vīradyumna
Bhīṣma gibt eine Geschichte weiter, die der Seher Ṛṣabha einst erzählte: der abgemagerte Seher Tanu lehrt König Vīradyumna, dass die Hoffnung das Dünnste und Unerfüllbarste ist; der König erhält seinen Sohn zurück. Am Ende steht die Mahnung an Yudhiṣṭhira, standhaft zu bleiben.
„Einst, du Tiger unter den Königen, o Herr, zog ich auf Wallfahrten zu heiligen Furten umher und gelangte zur göttlichen Einsiedelei von Nara und Nārāyaṇa,
Wort für Wort
purāhaṃ rājaśārdūla
einst [war] ich, o Tiger unter Königen (Vok.)
tīrthāny anucaran prabho
zu den heiligen Furten umherziehend, o Herr (Part.Präs./Vok.)
samāsāditavān divyam
gelangte zu dem göttlichen (Part.Perf.Akt., Akk.)
naranārāyaṇāśramam
Einsiedelei von Nara und Nārāyaṇa (Akk.Sg., Kompositum)
„Als ich jenen mageren Brahmanen sah, war ich erschrocken und sehr bedrückt; ich verneigte mich vor seinen Füßen und stand dann mit gefalteten Händen vor ihm.
Wort für Wort
dṛṣṭvāhaṃ taṃ kṛśaṃ vipram
ich, nachdem ich jenen mageren Brahmanen gesehen (Abs./Akk.)
bhītaḥ paramadurmanāḥ
erschrocken, sehr niedergeschlagen (Part./Nom.)
pādau tasyābhivādya
seine Füße begrüßend (Abs.)
atha sthitaḥ prāñjalir agrataḥ
dann stand ich mit gefalteten Händen davor (Part.Perf.)
„‚Hier werde ich jenen Sohn sehen, hier werde ich [ihn] sehen!‘ – so, o König, [sprach] der Fürst, von Hoffnung erfüllt, als er damals in diesem Walde umherzog.
Wort für Wort
iha drakṣyāmi taṃ putram
hier werde ich jenen Sohn sehen (Fut.1.Sg.)
drakṣyāmīheti pārthivaḥ
‚ich werde [ihn] hier sehen‘, [sagte] der Fürst (Fut.1.Sg./Nom.)
evam āśākṛto rājan
so, von Hoffnung erfüllt, o König (Part.Pass./Vok.)
caran vanam idaṃ purā
in diesem Wald umherziehend, einst (Part.Präs./Akk.)
„‚Schwer ist er für mich zu sehen, gewiss, der überaus Rechtschaffene; mein einziger Sohn ist im großen Wald verloren‘ – so [klagte er] damals immer wieder.
Wort für Wort
durlabhaḥ sa mayā draṣṭum
schwer erreichbar ist er für mich zu sehen (Nom./Inf.)
nūnaṃ paramadhārmikaḥ
gewiss, der höchst Rechtschaffene (Nom.)
ekaḥ putro mahāraṇye naṣṭaḥ
[mein] einziger Sohn im großen Wald verloren (Nom./Lok.)
„Als der ehrwürdige Tanu, der Vorzüglichste unter den Munis, dies gehört hatte, blieb er mit gesenktem Haupt, in Nachsinnen versunken, für einen Augenblick stehen.
Wort für Wort
etac chrutvā sa bhagavāṃs tanuḥ
dies gehört habend, jener ehrwürdige Tanu (Abs./Nom.)
munivarottamaḥ
der Höchste der besten Munis (Nom.Sg.)
avākśirā dhyānaparaḥ
mit gesenktem Kopf, dem Nachsinnen hingegeben (Nom.)
muhūrtam iva tasthivān
gleichsam einen Augenblick stand er (Part.Perf.Akt.)
„Als der König ihn in Gedanken versunken sah, sprach er, sehr bedrückt und niedergeschlagenen Herzens, die Worte leise, immer wieder gleichsam ganz leise.
Wort für Wort
tam anudhyāntam ālakṣya
jenen Nachsinnenden erblickend (Part./Abs.)
rājā paramadurmanāḥ
der König, sehr bedrückt (Nom.)
uvāca vākyaṃ dīnātmā
sprach das Wort, mutlosen Herzens (Perf.3.Sg./Akk./Nom.)
durlabhaṃ kiṃ nu viprarṣe āśāyāś caiva kiṃ bhavet; bravītu bhagavān etad yadi guhyaṃ na tan mayi
„Was ist schwer zu erlangen, o Brahmanen-Seher, und wie verhält es sich mit der Hoffnung? Der Ehrwürdige möge dies sagen, wenn es mir gegenüber nicht geheim ist.“
Wort für Wort
durlabhaṃ kiṃ nu viprarṣe
was wohl ist schwer erreichbar, o Brahmanen-Seher (Nom.n./Vok.)
āśāyāś caiva kiṃ bhavet
und was wäre von der Hoffnung [zu sagen] (Gen./Opt.3.Sg.) [?]
bravītu bhagavān etad
der Ehrwürdige möge dies sagen (Imp.3.Sg.)
yadi guhyaṃ na tan mayi
wenn dies mir gegenüber nicht geheim ist (Lok.)
āśāyāś caiva kiṃ bhavet ist knapp; nach 126.033 wohl „was ist an der Hoffnung dünn/schwer“. Übersetzung sinngemäß.
„[Anm.: Zusatzvers] Obgleich [er] mit Geringschätzung [darum ersucht wurde?], erfüllte er [es] ihm daraufhin nicht.“
Wort für Wort
avajñāpūrvakenāpi
auch mit vorangehender Missachtung (Instr.n.) [?]
na saṃpāditavāṃs tataḥ
erfüllte er [es] danach nicht (Part.Perf.Akt.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile der kritischen Ausgabe; Bezug von avajñāpūrvakena unklar.
„Nachdem er so gesprochen und jenen von der Welt verehrten Seher begrüßt hatte, setzte sich der dharmagesinnte [König] erschöpft nieder, so wie du, du Bester der Männer.
Wort für Wort
evam uktvābhivādyātha
so gesprochen und begrüßt habend (Abs.)
tam ṛṣiṃ lokapūjitam
jenen Seher, von der Welt verehrt (Akk.)
śrānto nyaṣīdad dharmātmā
erschöpft setzte sich der Rechtschaffene (Part./Impf.3.Sg.)
Der König sprach: „Ich bin der König, bekannt als Vīradyumna, in allen Himmelsrichtungen berühmt; ich bin in den Wald gekommen, um meinen verlorenen Sohn Bhūridyumna zu suchen.
Wort für Wort
rājovāca
der König sprach (Perf.)
vīradyumna iti khyāto rājāham
‚Vīradyumna‘ so genannt, bin ich König (Part.Pass.)
dikṣu viśrutaḥ
in den Himmelsrichtungen berühmt (Lok.Pl./Part.)
bhūridyumnaṃ sutaṃ naṣṭam anveṣṭum
den Sohn Bhūridyumna, den verlorenen, zu suchen (Inf.)
ekaputraḥ sa viprāgrya bāla eva ca so 'nagha; na dṛśyate vane cāsmiṃs tam anveṣṭuṃ carāmy aham
„Er ist [mein] einziger Sohn, o Bester der Brahmanen, und noch ein Kind, o Makelloser; in diesem Wald wird er nicht gesehen, und ich streife umher, um ihn zu suchen.“
Wort für Wort
ekaputraḥ sa viprāgrya
er, der einzige Sohn, o Bester der Brahmanen (Bahuvrīhi/Vok.)
bāla eva ca so 'nagha
und noch ein Kind, o Makelloser (Vok.)
na dṛśyate vane cāsmin
er wird in diesem Wald nicht gesehen (Pass.3.Sg./Lok.)
tam anveṣṭuṃ carāmy aham
ihn zu suchen, streife ich umher (Inf./1.Sg.Präs.)
sa hi tena purā vipro rājñā nātyarthamānitaḥ; āśākṛśaṃ ca rājendra tapo dīrghaṃ samāsthitaḥ
Denn dieser Brahmane war vom König früher nicht sehr geehrt worden; und, o Herr der Könige, durch Hoffnung abgezehrt, hatte er eine lange Askese auf sich genommen.
Wort für Wort
sa hi tena purā vipro
denn dieser Brahmane früher (Nom.)
rājñā na atyartham ānitaḥ
vom König nicht übermäßig geehrt (Instr./Part. Pass.)
āśākṛśaṃ ca
und durch Hoffnung abgemagert (Akk. m., auf den Brahmanen bezogen)
rājendra
o Herr der Könige (Vok.)
tapo dīrghaṃ samāsthitaḥ
eine lange Askese auf sich genommen habend (Akk./Part. Perf. Pass. m. aktiv)
āśākṛśaṃ als Akk. sg. m. auf den Brahmanen bezogen (grammatisch ungewöhnlich, Sinn aber klar).
āśā hi puruṣaṃ bālaṃ lālāpayati tasthuṣī; tām ahaṃ vyapaneṣyāmi iti kṛtvā vyavasthitaḥ
„Die Hoffnung lässt den Menschen, den Unreifen, [immerfort] jammern, indem sie [in ihm] verharrt; sie werde ich beseitigen“ – so entschlossen blieb er standhaft.
Wort für Wort
āśā hi puruṣaṃ bālam
denn die Hoffnung den Menschen, den unreifen (Nom./Akk.)
lālāpayati tasthuṣī
lässt jammern/schwatzen (Kaus. 3.Sg.), dastehend/verharrend (Part. Perf. f.)
tām aham vyapaneṣyāmi
sie werde ich beseitigen (Fut. 1.Sg.)
iti kṛtvā vyavasthitaḥ
so gedacht habend, blieb er fest entschlossen (Abs./Part. Pass.)
rājovāca; āśāyāḥ kiṃ kṛśatvaṃ ca kiṃ ceha bhuvi durlabham; bravītu bhagavān etat tvaṃ hi dharmārthadarśivān
Der König sprach: „Was ist die Magerkeit der Hoffnung, und was ist hier auf Erden schwer zu erlangen? Der Ehrwürdige möge dies sagen, denn du erkennst Dharma und Artha.“
Wort für Wort
rājā uvāca
der König sprach (Perf.)
āśāyāḥ kiṃ kṛśatvaṃ ca
was [ist] der Hoffnung Magerkeit (Gen./Nom.)
kiṃ ca iha bhuvi durlabham
und was [ist] hier auf Erden schwer erreichbar (Lok.)
Ṛṣabha sprach: Da erinnerte sich der ehrwürdige Brahmane Tanu, dessen Körper mager war, an all dies und sprach zum König, gleichsam um [ihn] erinnern zu wollen.
Wort für Wort
ṛṣabha uvāca
Ṛṣabha sprach (Perf.)
tataḥ saṃsmṛtya tat sarvam
da sich erinnernd an all das (Abs./Akk.)
smārayiṣyann iva abravīt
gleichsam erinnern wollend, sprach er (Part. Fut. Kaus./Impf.)
rājānaṃ bhagavān vipraḥ
zum König der Ehrwürdige, der Brahmane (Akk./Nom.)
kṛśatve na samaṃ rājann āśāyā vidyate nṛpa; tasyā vai durlabhatvāt tu prārthitāḥ pārthivā mayā
„In Magerkeit, o König, gibt es nichts, das der Hoffnung gleichkommt, o Herrscher; weil sie so schwer zu erlangen ist, wurden von mir Könige angefleht.“
Wort für Wort
kṛśatve na samaṃ rājan
in der Magerkeit nicht gleich, o König (Lok./Vok.)
āśāyāḥ vidyate nṛpa
der Hoffnung gibt es [etwas], o Herrscher (Gen./Pass. 3.Sg.)
tasyāḥ vai durlabhatvāt tu
aber wegen ihrer Schwererreichbarkeit (Abl.)
prārthitāḥ pārthivāḥ mayā
angefleht wurden Könige von mir (Part. Pass. Nom. Pl./Instr.)
Der Text ist knapp; „tasyāḥ durlabhatvāt“ kann auch als „weil [die Erfüllung] jener [Hoffnung] schwer zu erlangen ist“ gelesen werden.
Der König sprach: „Das Magere und das Nicht-Magere habe ich, o Brahmane, auf dein Wort hin erfasst, und auch die Schwererreichbarkeit eben dieser [Hoffnung], o Zweimalgeborener, gleichsam ein Vedawort [?].“
Wort für Wort
rājā uvāca
der König sprach (Perf.)
kṛśākṛśe mayā brahman
das Magere und Nicht-Magere von mir, o Brahmane (Dual Nom./Instr./Vok.)
gṛhīte vacanāt tava
erfasst (Part. Pass. Dual) auf dein Wort hin (Abl.)
durlabhatvaṃ ca tasya eva
und die Schwererreichbarkeit eben von jener (Nom./Gen.)
vedavākyam iva dvija
gleichsam ein Vedawort, o Zweimalgeborener (Nom./Vok.)
Die Wendung „vedavākyam iva“ ist knapp und nicht sicher zu fassen.
tvattaḥ kṛśataraṃ kiṃ nu bravītu bhagavān idam; yadi guhyaṃ na te vipra loke 'smin kiṃ nu durlabham
„Was ist wohl magerer als du? Der Ehrwürdige möge dies sagen. Wenn es für dich, o Brahmane, kein Geheimnis ist: Was ist in dieser Welt denn schwer zu erlangen?“
Wort für Wort
tvattaḥ kṛśataram kiṃ nu
als du magerer, was wohl (Abl./Komp.)
bravītu bhagavān idam
möge sagen der Ehrwürdige dies (Imp. 3.Sg.)
yadi guhyaṃ na te vipra
wenn geheim nicht dir, o Brahmane (Nom./Gen./Vok.)
kṛśatanur uvāca; durlabho 'py atha vā nāsti yo 'rthī dhṛtim ivāpnuyāt; sudurlabhataras tāta yo 'rthinaṃ nāvamanyate
Kṛśatanu sprach: „Schwer zu finden ist einer – oder er ist gar nicht vorhanden –, der als Bittender gleichsam Genügsamkeit erlangte. Noch viel schwerer zu finden, mein Lieber, ist einer, der einen Bittenden nicht geringschätzt.“
Wort für Wort
kṛśatanuḥ uvāca
Kṛśatanu sprach (Perf.)
durlabhaḥ api atha vā na asti
schwer zu finden oder auch nicht vorhanden (Nom.)
yaḥ arthī dhṛtim iva āpnuyāt
der als Bittender gleichsam Zufriedenheit erlangen würde (Opt. 3.Sg.)
sudurlabhataraḥ tāta
noch viel schwerer zu finden, mein Lieber (Komp./Vok.)
yaḥ arthinam na avamanyate
der einen Bittenden nicht missachtet (Akk./Präs. 3.Sg.)
„dhṛtim“ hier als Genügsamkeit/Festigkeit gedeutet [?].
ekaputraḥ pitā putre naṣṭe vā proṣite tathā; pravṛttiṃ yo na jānāti sāśā kṛśatarī mayā
Ein Vater eines einzigen Sohnes, dessen Sohn verloren oder in die Fremde gezogen ist und der keine Nachricht erfährt: dessen Hoffnung ist magerer als ich.
Wort für Wort
ekaputraḥ pitā
der Vater eines einzigen Sohnes (Nom.)
putre naṣṭe vā proṣite tathā
wenn der Sohn verloren oder ebenso fortgezogen ist (Lok. abs.)
pravṛttiṃ yaḥ na jānāti
Nachricht, wer nicht erfährt (Akk./Präs. 3.Sg.)
sā āśā kṛśatarī mayā
diese Hoffnung [ist] magerer als ich (Nom. f./Instr.)
Bei der Niederkunft der Frauen und bei den Alten das Sich-Verschaffen von Söhnen [?]; ebenso, o Männerherr, die Hoffnung der Reichen: [sie ist] magerer als ich.
Wort für Wort
prasave ca eva nārīṇām
und bei der Niederkunft der Frauen (Lok./Gen. Pl.)
vṛddhānām putrakāritā
der Alten das Sohn-Verschaffen (Gen. Pl./Nom. f.)
tathā narendra
ebenso, o Männerherr (Vok.)
dhaninām āśā
der Reichen Hoffnung (Gen. Pl./Nom.)
kṛśatarī mayā
magerer als ich (Nom. f./Instr.)
„putrakāritā“ knapp und unsicher; als „Herbeiführen/Sich-Verschaffen von Söhnen“ gedeutet.
Die der Mädchen, die im [heiratsfähigen] Alter stehen und eine Verheiratung erhoffen, wenn sie entsprechende Geschichten hören [?]: diese Hoffnung ist magerer als ich.
Wort für Wort
pradānakāṅkṣiṇīnām ca kanyānām
und der Mädchen, die Hingabe/Verheiratung ersehnen (Gen. Pl.)
vayasi sthite
wenn das Alter da ist (Lok. abs.)
śrutvā kathāḥ tathāyuktāḥ
gehört habend entsprechend beschaffene Geschichten (Abs./Akk. Pl.)
sā āśā kṛśatarī mayā
diese Hoffnung [ist] magerer als ich (Nom. f./Instr.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers, Sinn im zweiten Halbvers unsicher (Bezug von „śrutvā kathāḥ“).
ṛṣabha uvāca; etac chrutvā tato rājan sa rājā sāvarodhanaḥ; saṃspṛśya pādau śirasā nipapāta dvijarṣabhe
Ṛṣabha sprach: Als er dies gehört hatte, o König, warf sich jener König samt seinem Frauengemach nieder, nachdem er die Füße mit dem Haupt berührt hatte, vor dem Besten der Brahmanen.
Wort für Wort
ṛṣabha uvāca
Ṛṣabha sprach (Perf.)
etat śrutvā tataḥ rājan
dies gehört habend, da, o König (Abs./Vok.)
sa rājā sāvarodhanaḥ
jener König samt Frauengemach (Nom.)
saṃspṛśya pādau śirasā
berührt habend die Füße mit dem Haupt (Abs./Akk. Du./Instr.)
nipapāta dvijarṣabhe
fiel nieder vor dem Stier/Besten der Brahmanen (Perf. 3.Sg./Lok.)
Nachdem er sich in göttlicher, wunderbar anzusehender [Gestalt] gezeigt hatte, zog er, frei von Sünde und frei von Zorn, aus der Nähe [des Königs] in den Wald.
Wort für Wort
saṃdarśayitvā ca ātmānam
und sich gezeigt habend (Abs. Kaus./Akk.)
divyam adbhutadarśanam
göttlich, wunderbar anzusehen (Akk.)
vipāpmā vigatakrodhaḥ
sündenfrei, zornfrei (Nom.)
cacāra vanam antikāt
zog in den Wald aus der Nähe (Perf. 3.Sg./Akk./Abl.)
„So sollst auch du, Sohn der Kuntī, nachdem du diese meine Rede gehört hast, standhaft sein, o König, wie der Himavat, der Höchste unter den Unbeweglichen.“
tvaṃ hi draṣṭā ca śrotā ca kṛcchreṣv arthakṛteṣv iha; śrutvā mama mahārāja na saṃtaptum ihārhasi
„Denn du bist Zuschauer und Hörer bei den hier um [ihrer] Ziele willen [entstandenen] Nöten; nachdem du meine [Worte] gehört hast, o Großkönig, darfst du dich hier nicht grämen.“
Wort für Wort
tvam hi draṣṭā ca śrotā ca
denn du [bist] Seher und Hörer (Nom.)
kṛcchreṣu arthakṛteṣu iha
in Nöten, um Ziele willen gemacht, hier (Lok. Pl.)
śrutvā mama mahārāja
gehört habend von mir, o Großkönig (Abs./Gen./Vok.)
na saṃtaptum iha arhasi
nicht dich zu grämen hier sollst du (Inf./2.Sg.)
„kṛcchreṣv arthakṛteṣu“ knapp; als „in Nöten, die um Ziele/Vorteile willen entstehen“ gedeutet [?].