Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Śāntiparva

Kapitel 337: vyāsajanmakathā Die Geburt des Vyāsa aus Nārāyaṇa und der Anfang der Schöpfung

Janamejaya fragt Vaiśaṃpāyana nach der Herkunft des Weisen Vyāsa als Teilinkarnation Nārāyaṇas. Vaiśaṃpāyana antwortet mit einer Erzählung, die bis zum Beginn der Schöpfung zurückreicht: Nārāyaṇa erzeugt Brahmā, verleiht ihm mittels der Buddhi die Fähigkeit zu erschaffen und kündigt seine eigene künftige Herabkunft zur Entlastung der von Dämonen bedrängten Erde an.

janamejaya uvāca; sāṃkhyaṃ yogaṃ pañcarātraṃ vedāraṇyakam eva ca; jñānāny etāni brahmarṣe lokeṣu pracaranti ha

Janamejaya sprach: „Sāṃkhya, Yoga, Pañcarātra und ebenso die Veda-Waldtexte – diese Wissenslehren, o Brahmarṣi, sind ja in den Welten verbreitet.“

Wort für Wort
janamejaya uvāca
Janamejaya sprach (3.Sg.Perf.)
sāṃkhyaṃ yogaṃ pañcarātraṃ
Sāṃkhya, Yoga, Pañcarātra (Akk.Sg., Aufzählung)
vedāraṇyakam eva ca
und ebenso die Veda-Waldtexte (Akk.Sg.)
jñānāni etāni
diese Wissenslehren (Nom.Pl.)
brahmarṣe
o Brahmanenweiser (Vok.Sg.)
lokeṣu pracaranti ha
sind ja in den Welten verbreitet (3.Pl.Präs. + Partikel)

kim etāny ekaniṣṭhāni pṛthaṅniṣṭhāni vā mune; prabrūhi vai mayā pṛṣṭaḥ pravṛttiṃ ca yathākramam

„Sind diese [Lehren], o Weiser, auf ein einziges Ziel gerichtet oder auf verschiedene Ziele? Sag es mir, da ich dich frage, auch ihren Verlauf der Reihe nach.“

Wort für Wort
kim etāni
sind diese (Interrogativ + Pron. Nom.Pl.)
ekaniṣṭhāni pṛthaṅniṣṭhāni vā
auf ein Ziel oder auf getrennte Ziele gerichtet (Nom.Pl., Adj.)
mune
o Weiser (Vok.Sg.)
prabrūhi vai
sag es doch (2.Sg.Imp.)
mayā pṛṣṭaḥ
von mir befragt (Instr.Sg. + Nom.Sg.Part.Perf.Pass.)
pravṛttiṃ ca yathākramam
und den Verlauf der Reihe nach (Akk.Sg. + Adv.)

vaiśaṃpāyana uvāca; jajñe bahujñaṃ param atyudāraṃ; yaṃ dvīpamadhye sutam ātmavantam; parāśarād gandhavatī maharṣiṃ; tasmai namo 'jñānatamonudāya

Vaiśaṃpāyana sprach: „Den, den Gandhavatī von Parāśara in der Mitte der Insel gebar – den Vielwissenden, höchst Edlen, Selbstbeherrschten, den großen Weisen –, ihm sei Verehrung, dem Vertreiber der Finsternis der Unwissenheit!“

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca
Vaiśaṃpāyana sprach (3.Sg.Perf.)
jajñe ... gandhavatī
Gandhavatī gebar (3.Sg.Perf.Med., transitiv)
bahujñaṃ param atyudāraṃ
den Vielwissenden, höchst Edlen (Akk.Sg., Adj.)
yaṃ dvīpamadhye sutam
den Sohn, den sie in der Mitte der Insel [gebar] (Akk.Sg.)
ātmavantam
den Selbstbeherrschten (Akk.Sg.)
parāśarād
von Parāśara (Abl.Sg.)
maharṣiṃ
den großen Weisen (Akk.Sg.)
tasmai namo 'jñānatamonudāya
ihm Verehrung, dem Vertreiber der Finsternis der Unwissenheit (Dat.Sg.)

„jajñe“ hier transitiv mit Akkusativobjekt gebraucht (=„gebar“), nicht im sonst üblichen intransitiven Sinn „wurde geboren“.

pitāmahādyaṃ pravadanti ṣaṣṭhaṃ; maharṣim ārṣeyavibhūtiyuktam; nārāyaṇasyāṃśajam ekaputraṃ; dvaipāyanaṃ vedamahānidhānam

„Man nennt ihn den Sechsten, beginnend mit dem Großvater [Brahmā], den großen Weisen, ausgestattet mit der Macht der Urweisen, den einzigen Sohn, geboren aus einem Teil Nārāyaṇas: Dvaipāyana, den großen Schatz des Veda.“

Wort für Wort
pitāmahādyaṃ ṣaṣṭhaṃ
den Sechsten, beginnend mit dem Großvater [Brahmā] (Akk.Sg.)
pravadanti
sie nennen (3.Pl.Präs.)
maharṣim ārṣeyavibhūtiyuktam
den großen Weisen, mit der Macht der Urweisen ausgestattet (Akk.Sg.)
nārāyaṇasya aṃśajam
aus einem Teil Nārāyaṇas geboren (Akk.Sg.)
ekaputraṃ
den einzigen Sohn (Akk.Sg.)
dvaipāyanaṃ vedamahānidhānam
Dvaipāyana, den großen Schatz des Veda (Akk.Sg.)

tam ādikāleṣu mahāvibhūtir; nārāyaṇo brahmamahānidhānam; sasarja putrārtham udāratejā; vyāsaṃ mahātmānam ajaḥ purāṇaḥ

„Ihn, Vyāsa, den Großherzigen, das große Schatzhaus des Brahman, erzeugte in den Urzeiten Nārāyaṇa, der von großer Macht, von edlem Glanz, der ungeborene Uralte, um eines Sohnes willen.“

Wort für Wort
tam vyāsaṃ mahātmānam
ihn, Vyāsa, den Großherzigen (Akk.Sg.)
brahmamahānidhānam
das große Schatzhaus des Brahman (Akk.Sg.)
ādikāleṣu
in den Urzeiten (Lok.Pl.)
mahāvibhūtir nārāyaṇo
Nārāyaṇa von großer Macht (Nom.Sg.)
sasarja
erzeugte (3.Sg.Perf.)
putrārtham
um eines Sohnes willen (Adv.)
udāratejā ajaḥ purāṇaḥ
von edlem Glanz, der ungeborene Uralte (Nom.Sg.)

janamejaya uvāca; tvayaiva kathitaḥ pūrvaṃ saṃbhavo dvijasattama; vasiṣṭhasya sutaḥ śaktiḥ śakteḥ putraḥ parāśaraḥ

Janamejaya sprach: „Von dir selbst wurde früher schon die Entstehung erzählt, o Bester der Zweifachgeborenen: Śakti war der Sohn Vasiṣṭhas, Parāśara der Sohn Śaktis.“

Wort für Wort
janamejaya uvāca
Janamejaya sprach
tvayaiva kathitaḥ pūrvaṃ
von dir selbst wurde früher erzählt (Instr.Sg. + Nom.Sg.Part.Perf.Pass.)
saṃbhavo
die Entstehung (Nom.Sg.)
dvijasattama
o Bester der Zweifachgeborenen (Vok.Sg.)
vasiṣṭhasya sutaḥ śaktiḥ
Śakti, der Sohn Vasiṣṭhas (Nom.Sg.)
śakteḥ putraḥ parāśaraḥ
Parāśara, der Sohn Śaktis (Nom.Sg.)

parāśarasya dāyādaḥ kṛṣṇadvaipāyano muniḥ; bhūyo nārāyaṇasutaṃ tvam evainaṃ prabhāṣase

„Der Erbe Parāśaras ist der Weise Kṛṣṇa-Dvaipāyana; wiederum aber sprichst du selbst von ihm als dem Sohn Nārāyaṇas.“

Wort für Wort
parāśarasya dāyādaḥ
der Erbe Parāśaras (Nom.Sg.)
kṛṣṇadvaipāyano muniḥ
der Weise Kṛṣṇa-Dvaipāyana (Nom.Sg.)
bhūyo
wiederum (Adv.)
nārāyaṇasutaṃ
als Sohn Nārāyaṇas (Akk.Sg., prädikativ)
tvam eva enaṃ prabhāṣase
du selbst sprichst von ihm (2.Sg.Präs.Med.)

kim ataḥ pūrvajaṃ janma vyāsasyāmitatejasaḥ; kathayasvottamamate janma nārāyaṇodbhavam

„Welche frühere Geburt gibt es also für Vyāsa von unermesslichem Glanz? Erzähle, o du von höchster Einsicht, die Geburt, die aus Nārāyaṇa hervorging.“

Wort für Wort
kim ataḥ pūrvajaṃ janma
welche frühere Geburt [gibt es] hierzu (Nom.Sg., Frage)
vyāsasya amitatejasaḥ
des Vyāsa von unermesslichem Glanz (Gen.Sg.)
kathayasva
erzähle (2.Sg.Imp.Med.)
uttamamate
o du von höchster Einsicht (Vok.Sg.)
janma nārāyaṇodbhavam
die aus Nārāyaṇa entstandene Geburt (Akk.Sg.)

vaiśaṃpāyana uvāca; vedārthān vettukāmasya dharmiṣṭhasya taponidheḥ; guror me jñānaniṣṭhasya himavatpāda āsataḥ

Vaiśaṃpāyana sprach: Meines Lehrers, der die Bedeutungen der Veden erkennen wollte, des sehr Rechtschaffenen, des Schatzes der Askese, des im Wissen Gegründeten, der am Fuße des Himavat weilte –

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca
Vaiśaṃpāyana sprach
vedārthān vettukāmasya
der die Bedeutungen der Veden erkennen wollte (Gen.Sg., Desiderativkompositum)
dharmiṣṭhasya
des sehr Rechtschaffenen (Gen.Sg.)
taponidheḥ
des Schatzes der Askese (Gen.Sg.)
guror me
meines Lehrers (Gen.Sg.)
jñānaniṣṭhasya
des im Wissen Gegründeten (Gen.Sg.)
himavatpāda āsataḥ
der am Fuße des Himavat weilte (Gen.Sg.Part.)

kṛtvā bhāratam ākhyānaṃ tapaḥśrāntasya dhīmataḥ; śuśrūṣāṃ tatparā rājan kṛtavanto vayaṃ tadā

nachdem er, der Weise, von der Askese erschöpft, die Erzählung des Bhārata verfasst hatte, leisteten wir damals, o König, ihm ergeben Dienst.

Wort für Wort
kṛtvā bhāratam ākhyānaṃ
nachdem er die Erzählung des Bhārata verfasst hatte (Absolutiv + Akk.Sg.)
tapaḥśrāntasya dhīmataḥ
des von Askese erschöpften Weisen (Gen.Sg.)
śuśrūṣāṃ tatparā
dem Dienst ergeben (Akk.Sg. / Nom.Pl.)
rājan
o König (Vok.Sg.)
kṛtavanto vayaṃ tadā
wir taten [es] damals (Nom.Pl.Part.Perf.Akt. + Pron. + Adv.)

sumantur jaiminiś caiva pailaś ca sudṛḍhavrataḥ; ahaṃ caturthaḥ śiṣyo vai śuko vyāsātmajas tathā

Sumantu und Jaimini, und Paila von sehr festem Gelübde, ich als vierter Schüler, und ebenso Śuka, der Sohn des Vyāsa.

Wort für Wort
sumantur jaiminiś caiva
Sumantu und Jaimini (Nom.Sg. + Nom.Sg.)
pailaś ca sudṛḍhavrataḥ
und Paila von sehr festem Gelübde (Nom.Sg.)
ahaṃ caturthaḥ śiṣyo vai
ich, der vierte Schüler (Nom.Sg.)
śuko vyāsātmajas tathā
und ebenso Śuka, der Sohn des Vyāsa (Nom.Sg.)

ebhiḥ parivṛto vyāsaḥ śiṣyaiḥ pañcabhir uttamaiḥ; śuśubhe himavatpāde bhūtair bhūtapatir yathā

Umgeben von diesen fünf vorzüglichen Schülern erstrahlte Vyāsa am Fuße des Himavat, wie der Herr der Geschöpfe von den Geschöpfen [umgeben].

Wort für Wort
ebhiḥ parivṛto vyāsaḥ
umgeben von diesen [war] Vyāsa (Instr.Pl. + Nom.Sg.Part.)
śiṣyaiḥ pañcabhir uttamaiḥ
von den fünf vorzüglichen Schülern (Instr.Pl.)
śuśubhe
erstrahlte (3.Sg.Perf.)
himavatpāde
am Fuße des Himavat (Lok.Sg.)
bhūtair bhūtapatir yathā
wie der Herr der Geschöpfe von den Geschöpfen [umgeben] (Instr.Pl. + Nom.Sg. + Vergleichspartikel)

vedān āvartayan sāṅgān bhāratārthāṃś ca sarvaśaḥ; tam ekamanasaṃ dāntaṃ yuktā vayam upāsmahe

Ihn, der die Veden mit ihren Zweigwissenschaften und die Bedeutungen des Bhārata ganz und gar wiederholte, den Einsgesinnten, Gezähmten, verehrten wir, [selbst] gesammelt.

Wort für Wort
vedān āvartayan sāṅgān
die Veden mit ihren Zweigwissenschaften wiederholend (Akk.Pl. + Part.Präs.)
bhāratārthāṃś ca sarvaśaḥ
und die Bedeutungen des Bhārata ganz und gar (Akk.Pl. + Adv.)
tam ekamanasaṃ dāntaṃ
ihn, den Einsgesinnten, Gezähmten (Akk.Sg.)
yuktā vayam
wir, gesammelt (Nom.Pl.)
upāsmahe
wir verehrten (1.Pl.Impf.Med.)

kathāntare 'tha kasmiṃś cit pṛṣṭo 'smābhir dvijottamaḥ; vedārthān bhāratārthāṃś ca janma nārāyaṇāt tathā

Und während einer Unterbrechung des Gesprächs wurde der Beste der Zweifachgeborenen von uns bei einer Gelegenheit gefragt nach den Bedeutungen der Veden und des Bhārata, und ebenso nach der Geburt aus Nārāyaṇa.

Wort für Wort
kathāntare 'tha kasmiṃścit
und während einer Unterbrechung des Gesprächs bei einer Gelegenheit (Lok.Sg.)
pṛṣṭo 'smābhir
wurde von uns gefragt (Nom.Sg.Part.Perf.Pass. + Instr.Pl.)
dvijottamaḥ
der Beste der Zweifachgeborenen (Nom.Sg.)
vedārthān bhāratārthāṃś ca
nach den Bedeutungen der Veden und des Bhārata (Akk.Pl.)
janma nārāyaṇāt tathā
und ebenso nach der Geburt aus Nārāyaṇa (Akk.Sg.)

sa pūrvam uktvā vedārthān bhāratārthāṃś ca tattvavit; nārāyaṇād idaṃ janma vyāhartum upacakrame

Er, der Wahrheitskenner, begann, nachdem er zuvor die Bedeutungen der Veden und des Bhārata dargelegt hatte, diese Geburt aus Nārāyaṇa zu verkünden:

Wort für Wort
sa tattvavit
er, der Wahrheitskenner (Nom.Sg.)
pūrvam uktvā
nachdem er zuerst dargelegt hatte (Absolutiv)
vedārthān bhāratārthāṃś ca
die Bedeutungen der Veden und des Bhārata (Akk.Pl.)
nārāyaṇād idaṃ janma
diese Geburt aus Nārāyaṇa (Akk.Sg.)
vyāhartum upacakrame
begann zu verkünden (Inf. + 3.Sg.Perf.Med.)

śṛṇudhvam ākhyānavaram etad ārṣeyam uttamam; ādikālodbhavaṃ viprās tapasādhigataṃ mayā

„Hört, o Brahmanen, diese vorzügliche Erzählung von den Ṛṣis, die höchste, in der Urzeit entstandene, von mir durch Askese erlangte.“

Wort für Wort
śṛṇudhvam
hört (2.Pl.Imp.Med.)
ākhyānavaram etad ārṣeyam uttamam
diese vorzügliche, höchste Erzählung von den Ṛṣis (Akk.Sg.)
ādikālodbhavaṃ
in der Urzeit entstanden (Akk.Sg.)
viprāḥ
o Brahmanen (Vok.Pl.)
tapasādhigataṃ mayā
von mir durch Askese erlangt (Akk.Sg. + Instr.Sg.)

prāpte prajāvisarge vai saptame padmasaṃbhave; nārāyaṇo mahāyogī śubhāśubhavivarjitaḥ

Als die siebte Aussendung der Geschöpfe eintrat, bei der Entstehung aus dem Lotus, [da war] Nārāyaṇa, der große Yogin, frei von Gut und Böse,

Wort für Wort
prāpte prajāvisarge vai
als die Aussendung der Geschöpfe eintrat (Lok.Sg.Abs.)
saptame padmasaṃbhave
die siebte, bei der Lotus-Entstehung (Lok.Sg.)
nārāyaṇo mahāyogī
Nārāyaṇa, der große Yogin (Nom.Sg.)
śubhāśubhavivarjitaḥ
frei von Gut und Böse (Nom.Sg.)

sasṛje nābhitaḥ putraṃ brahmāṇam amitaprabham; tataḥ sa prādurabhavad athainaṃ vākyam abravīt

erzeugte er aus dem Nabel einen Sohn, Brahmā, von unermesslichem Glanz; darauf erschien dieser, und da sprach [Nārāyaṇa] zu ihm dieses Wort:

Wort für Wort
sasṛje nābhitaḥ putraṃ
erzeugte aus dem Nabel einen Sohn (3.Sg.Perf.Med. + Abl. + Akk.Sg.)
brahmāṇam amitaprabham
Brahmā, von unermesslichem Glanz (Akk.Sg.)
tataḥ sa prādurabhavad
darauf erschien er (Adv. + 3.Sg.Impf.)
athainaṃ vākyam abravīt
und da sprach er zu ihm dieses Wort (Adv. + Akk.Sg. + 3.Sg.Impf.)

mama tvaṃ nābhito jātaḥ prajāsargakaraḥ prabhuḥ; sṛja prajās tvaṃ vividhā brahman sajaḍapaṇḍitāḥ

„Du bist aus meinem Nabel geboren, ein Herr, der die Aussendung der Geschöpfe bewirkt; erschaffe du, o Brahman, die Geschöpfe mannigfaltig, Törichte wie Weise.“

Wort für Wort
mama nābhito jātaḥ
aus meinem Nabel geboren (Abl.Sg. + Nom.Sg.Part.)
tvaṃ prajāsargakaraḥ prabhuḥ
du, der Herr, Bewirker der Geschöpferschaffung (Nom.Sg.)
sṛja prajās tvaṃ vividhā
erschaffe du die vielfältigen Geschöpfe (2.Sg.Imp. + Akk.Pl.)
brahman
o Brahmā (Vok.Sg.)
sajaḍapaṇḍitāḥ
Törichte und Weise (Akk.Pl.)

sa evam ukto vimukhaś cintāvyākulamānasaḥ; praṇamya varadaṃ devam uvāca harim īśvaram

So angesprochen, verlegen, mit von Sorge verwirrtem Sinn, verneigte er sich vor dem gunstgewährenden Gott und sprach zu Hari, dem Herrn:

Wort für Wort
sa evam ukto
so von ihm angesprochen (Nom.Sg.Part.Perf.Pass.)
vimukhaś
verlegen/abgewandt (Nom.Sg.)
cintāvyākulamānasaḥ
mit von Sorge verwirrtem Sinn (Nom.Sg.)
praṇamya varadaṃ devam
nachdem er sich vor dem gunstgewährenden Gott verneigt hatte (Absolutiv + Akk.Sg.)
uvāca harim īśvaram
sprach zu Hari, dem Herrn (3.Sg.Perf. + Akk.Sg.)

kā śaktir mama deveśa prajāḥ sraṣṭuṃ namo 'stu te; aprajñāvān ahaṃ deva vidhatsva yad anantaram

„Welche Kraft habe ich, o Herr der Götter, Geschöpfe zu erschaffen? Verehrung sei dir! Ich bin ohne [die nötige] Erkenntnis, o Gott; bestimme du, was als Nächstes [zu tun ist].“

Wort für Wort
kā śaktir mama
welche Kraft habe ich (Nom.Sg., Frage)
deveśa
o Herr der Götter (Vok.Sg.)
prajāḥ sraṣṭuṃ
Geschöpfe zu erschaffen (Akk.Pl. + Inf.)
namo 'stu te
Verehrung sei dir (Nom.Sg. + 3.Sg.Imp. + Dat.Sg.)
aprajñāvān ahaṃ deva
ich bin ohne Erkenntnis, o Gott (Nom.Sg. + Vok.Sg.)
vidhatsva yad anantaram
bestimme, was als Nächstes [zu tun ist] (2.Sg.Imp.Med. + Pron.)

sa evam ukto bhagavān bhūtvāthāntarhitas tataḥ; cintayām āsa deveśo buddhiṃ buddhimatāṃ varaḥ

So angesprochen, wurde der Erhabene daraufhin unsichtbar; dann sann der Herr der Götter, der Beste der Verständigen, über die Einsicht [Buddhi] nach.

Wort für Wort
sa evam ukto bhagavān
der Erhabene, so angesprochen (Nom.Sg.Part.)
bhūtvātha antarhitas tataḥ
wurde dann daraufhin unsichtbar (Absolutiv + Nom.Sg.Part. + Adv.)
cintayām āsa
dachte nach, erwog (3.Sg.Perf., periphrastisch)
deveśo buddhimatāṃ varaḥ
der Herr der Götter, der Beste der Verständigen (Nom.Sg.)
buddhiṃ
über die Einsicht [Buddhi] (Akk.Sg.)

„bhūtvāthāntarhitaḥ“ knapp als „wurde daraufhin unsichtbar“ aufgelöst.

svarūpiṇī tato buddhir upatasthe hariṃ prabhum; yogena caināṃ niryogaḥ svayaṃ niyuyuje tadā

Daraufhin trat die Buddhi in eigener Gestalt vor Hari, den Herrn; und der Ungebundene selbst verband sie da durch Yoga [mit Brahmā].

Wort für Wort
svarūpiṇī tato buddhir
daraufhin die Buddhi in eigener Gestalt (Nom.Sg.)
upatasthe hariṃ prabhum
trat vor Hari, den Herrn (3.Sg.Impf.Med. + Akk.Sg.)
yogena caināṃ
und sie durch Yoga (Instr.Sg. + Akk.Sg.)
niryogaḥ svayaṃ
der Ungebundene selbst (Nom.Sg.)
niyuyuje tadā
verband/setzte ein da (3.Sg.Perf.Med.)

„niryogaḥ“ als Epitheton Haris (etwa „der selbst nicht mehr zu verbindende, Ungebundene“) unsicher [?].

sa tām aiśvaryayogasthāṃ buddhiṃ śaktimatīṃ satīm; uvāca vacanaṃ devo buddhiṃ vai prabhur avyayaḥ

Er, der Gott, der unwandelbare Herr, sprach zu ihr, der Buddhi, die im Yoga der Herrschermacht stand, der mächtigen, wahrhaftigen, ein Wort:

Wort für Wort
sa devo prabhur avyayaḥ
er, der Gott, der unwandelbare Herr (Nom.Sg.)
tām buddhiṃ
zu jener Buddhi (Akk.Sg.)
aiśvaryayogasthāṃ
die im Yoga der Herrschermacht stand (Akk.Sg.)
śaktimatīṃ satīm
der mächtigen, wahrhaftigen (Akk.Sg.)
uvāca vacanaṃ
sprach ein Wort (3.Sg.Perf. + Akk.Sg.)

brahmāṇaṃ praviśasveti lokasṛṣṭyarthasiddhaye; tatas tam īśvarādiṣṭā buddhiḥ kṣipraṃ viveśa sā

„Tritt ein in Brahmā“ – [so sprach er] zur Erreichung des Zwecks der Weltschöpfung; darauf trat jene Buddhi, vom Herrn beauftragt, rasch in ihn ein.

Wort für Wort
brahmāṇaṃ praviśasva iti
„Tritt in Brahmā ein!“ [so sprach er] (Akk.Sg. + 2.Sg.Imp.Med. + Zitatpartikel)
lokasṛṣṭyarthasiddhaye
zur Verwirklichung des Zwecks der Weltschöpfung (Dat.Sg.)
tatas tam īśvarādiṣṭā buddhiḥ
daraufhin jene vom Herrn beauftragte Buddhi (Nom.Sg.)
kṣipraṃ viveśa sā
trat sie rasch ein (Adv. + 3.Sg.Perf.)

athainaṃ buddhisaṃyuktaṃ punaḥ sa dadṛśe hariḥ; bhūyaś cainaṃ vacaḥ prāha sṛjemā vividhāḥ prajāḥ

Dann sah Hari ihn [Brahmā], nun mit der Buddhi verbunden, wiederum; und weiter sprach er zu ihm dieses Wort: „Erschaffe diese vielfältigen Geschöpfe.“

Wort für Wort
atha enaṃ buddhisaṃyuktaṃ
dann ihn, mit der Buddhi verbunden (Akk.Sg.)
punaḥ sa dadṛśe hariḥ
wiederum sah ihn Hari (Adv. + 3.Sg.Perf.Med. + Nom.Sg.)
bhūyaś cainaṃ vacaḥ prāha
und weiter sprach er zu ihm dieses Wort (Adv. + Akk.Sg. + 3.Sg.Perf.)
sṛja imā vividhāḥ prajāḥ
erschaffe diese vielfältigen Geschöpfe (2.Sg.Imp. + Akk.Pl.)

bāḍham ity eva kṛtvā sa yathājñāṃ śirasā hareḥ

„Gewiss, so sei es“ – so sprach er und [verneigte sich] mit dem Haupt gemäß dem Befehl Haris,

Wort für Wort
bāḍham ity eva kṛtvā
„Gewiss, so sei es!“ – so sprechend (Zitat + Absolutiv)
sa
er (Nom.Sg.)
yathājñāṃ
gemäß dem Befehl (Adv.)
śirasā
mit dem Haupt (Instr.Sg.)
hareḥ
Haris (Gen.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

tathākaroc ca dharmātmā brahmā lokapitāmahaḥ

und so handelte auch der pflichtgesinnte Brahmā, der Großvater der Welten.

Wort für Wort
tathā akaroc ca
und so handelte er (Adv. + 3.Sg.Impf.)
dharmātmā
der Pflichtgesinnte (Nom.Sg.)
brahmā lokapitāmahaḥ
Brahmā, der Großvater der Welten (Nom.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

evam uktvā sa bhagavāṃs tatraivāntaradhīyata; prāpa caiva muhūrtena svasthānaṃ devasaṃjñitam

So gesprochen habend, verschwand der Erhabene ebendort; und er erreichte in einem Augenblick seinen eigenen, als Gott bezeichneten Ort.

Wort für Wort
evam uktvā sa bhagavāṃs
so gesprochen habend, der Erhabene (Absolutiv + Nom.Sg.)
tatraiva antaradhīyata
verschwand ebendort (3.Sg.Impf.Med.)
prāpa caiva muhūrtena
und erreichte in einem Augenblick (3.Sg.Perf. + Instr.Sg.)
svasthānaṃ devasaṃjñitam
seinen eigenen, als Gott bezeichneten Ort (Akk.Sg.)

tāṃ caiva prakṛtiṃ prāpya ekībhāvagato 'bhavat; athāsya buddhir abhavat punar anyā tadā kila

Und nachdem er jene [ursprüngliche] Natur wiedererlangt hatte, ging er in den Zustand der Einheit über; dann aber entstand ihm [Brahmā], wie es heißt, wiederum eine andere Buddhi.

Wort für Wort
tāṃ caiva prakṛtiṃ prāpya
und jene [eigene] Natur wiedererlangend (Akk.Sg. + Absolutiv)
ekībhāvagato 'bhavat
ging er in den Zustand der Einheit über (Nom.Sg.Part. + 3.Sg.Impf.)
athāsya buddhir abhavat
dann entstand ihm eine Buddhi (Gen.Sg. + Nom.Sg. + 3.Sg.Impf.)
punar anyā tadā kila
wiederum eine andere, wie es heißt, damals (Adv. + Nom.Sg. + Partikel)

Unklar bleibt, ob sich „asya“ auf Brahmā oder auf Hari bezieht; hier auf Brahmā bezogen, da im Folgenden von dessen Schöpfertätigkeit die Rede ist [?].

sṛṣṭā imāḥ prajāḥ sarvā brahmaṇā parameṣṭhinā; daityadānavagandharvarakṣogaṇasamākulāḥ; jātā hīyaṃ vasumatī bhārākrāntā tapasvinī

Erschaffen wurden alle diese Geschöpfe von Brahmā, dem Höchstthronenden, angefüllt mit Scharen von Daityas, Dānavas, Gandharvas und Rākṣasas; und so entstand diese Erde, von der Last überwältigt, leidgeprüft.

Wort für Wort
sṛṣṭā imāḥ prajāḥ sarvā
erschaffen wurden alle diese Geschöpfe (Nom.Pl.Part.Perf.Pass. + Nom.Pl.)
brahmaṇā parameṣṭhinā
von Brahmā, dem Höchstthronenden (Instr.Sg.)
daityadānavagandharvarakṣogaṇasamākulāḥ
angefüllt mit Scharen von Daityas, Dānavas, Gandharvas und Rākṣasas (Nom.Pl.)
jātā hi iyaṃ vasumatī
und so entstand diese Erde (Nom.Sg.Part. + Pron. + Nom.Sg.)
bhārākrāntā tapasvinī
von der Last überwältigt, leidgeprüft (Nom.Sg.)

bahavo balinaḥ pṛthvyāṃ daityadānavarākṣasāḥ; bhaviṣyanti tapoyuktā varān prāpsyanti cottamān

Viele mächtige Daityas, Dānavas und Rākṣasas wird es auf der Erde geben, mit Askese ausgestattet, und sie werden vorzügliche Gaben erlangen.

Wort für Wort
bahavo balinaḥ pṛthvyāṃ
viele mächtige auf der Erde (Nom.Pl. + Lok.Sg.)
daityadānavarākṣasāḥ
Daityas, Dānavas, Rākṣasas (Nom.Pl.)
bhaviṣyanti tapoyuktā
werden mit Askese ausgestattet sein (3.Pl.Fut. + Nom.Pl.)
varān prāpsyanti cottamān
und sie werden vorzügliche Gaben erlangen (Akk.Pl. + 3.Pl.Fut.)

avaśyam eva taiḥ sarvair varadānena darpitaiḥ; bādhitavyāḥ suragaṇā ṛṣayaś ca tapodhanāḥ; tatra nyāyyam idaṃ kartuṃ bhārāvataraṇaṃ mayā

Unausweichlich werden von all jenen, die durch die Gewährung von Gaben übermütig geworden sind, die Scharen der Götter und die an Askese reichen Weisen bedrängt werden; darum ist es für mich recht, dies zu tun: die Herabnahme der Last.

Wort für Wort
avaśyam eva
unausweichlich (Adv.)
taiḥ sarvair varadānena darpitaiḥ
von all jenen, die durch Gabengewährung übermütig wurden (Instr.Pl.)
bādhitavyāḥ suragaṇā
werden bedrängt werden die Götterscharen (Gerundiv Nom.Pl. + Nom.Pl.)
ṛṣayaś ca tapodhanāḥ
und die an Askese reichen Weisen (Nom.Pl.)
tatra nyāyyam idaṃ kartuṃ
darum ist es recht, dies zu tun (Adv. + Akk.Sg. + Inf.)
bhārāvataraṇaṃ mayā
die Herabnahme der Last, [durch] mich (Akk.Sg. + Instr.Sg.)

atha nānāsamudbhūtair vasudhāyāṃ yathākramam; nigraheṇa ca pāpānāṃ sādhūnāṃ pragraheṇa ca

Und dann, durch die auf mancherlei Weise entstandenen [Gestalten] auf der Erde, der Reihe nach, durch Bezähmung der Bösen und durch Förderung der Guten –

Wort für Wort
atha nānāsamudbhūtair
und dann durch die auf mancherlei Weise Entstandenen (Adv. + Instr.Pl.)
vasudhāyāṃ yathākramam
auf der Erde, der Reihe nach (Lok.Sg. + Adv.)
nigraheṇa ca pāpānāṃ
und durch Bezähmung der Bösen (Instr.Sg. + Gen.Pl.)
sādhūnāṃ pragraheṇa ca
und durch Förderung der Guten (Gen.Pl. + Instr.Sg.)

Syntaktisch unvollständiger Satz, der sich erst in der folgenden Einheit auflöst.

imāṃ tapasvinīṃ satyāṃ dhārayiṣyāmi medinīm; mayā hy eṣā hi dhriyate pātālasthena bhoginā

diese leidgeprüfte, wahrhaftige Erde werde ich [weiterhin] tragen; denn von mir wird sie getragen, als der in der Unterwelt weilenden Schlange.

Wort für Wort
imāṃ tapasvinīṃ satyāṃ
diese leidgeprüfte, wahrhaftige (Akk.Sg.)
dhārayiṣyāmi medinīm
werde ich tragen, die Erde (1.Sg.Fut. + Akk.Sg.)
mayā hy eṣā hi dhriyate
denn von mir wird sie ja getragen (Instr.Sg. + Nom.Sg. + 3.Sg.Präs.Pass.)
pātālasthena bhoginā
als die in der Unterwelt weilende Schlange (Instr.Sg.)

mayā dhṛtā dhārayati jagad dhi sacarācaram; tasmāt pṛthvyāḥ paritrāṇaṃ kariṣye saṃbhavaṃ gataḥ

Von mir getragen, trägt sie ja die Welt mit dem Beweglichen und Unbeweglichen; deshalb werde ich, zur Geburt gegangen, die Errettung der Erde bewirken.

Wort für Wort
mayā dhṛtā
von mir getragen (Instr.Sg. + Nom.Sg.Part.)
dhārayati jagad dhi
trägt sie ja die Welt (3.Sg.Präs. + Akk.Sg.)
sacarācaram
mit dem Beweglichen und Unbeweglichen (Akk.Sg.)
tasmāt pṛthvyāḥ paritrāṇaṃ
deshalb die Rettung der Erde (Abl. + Gen.Sg. + Akk.Sg.)
kariṣye saṃbhavaṃ gataḥ
werde ich bewirken, zur Geburt gegangen (1.Sg.Fut. + Nom.Sg.Part.)

evaṃ sa cintayitvā tu bhagavān madhusūdanaḥ; rūpāṇy anekāny asṛjat prādurbhāvabhavāya saḥ

So, nachdem er dies erwogen hatte, erschuf der Erhabene, der Madhu-Vernichter, viele Gestalten, um [in ihnen] zu erscheinen.

Wort für Wort
evaṃ sa cintayitvā tu
so, nachdem er dies erwogen hatte (Adv. + Absolutiv)
bhagavān madhusūdanaḥ
der Erhabene, der Madhu-Vernichter (Nom.Sg.)
rūpāṇy anekāny asṛjat
erschuf viele Gestalten (Akk.Pl. + 3.Sg.Impf.)
prādurbhāvabhavāya saḥ
er, zum Zweck des Erscheinens (Dat.Sg. + Nom.Sg.)

vārāhaṃ nārasiṃhaṃ ca vāmanaṃ mānuṣaṃ tathā; ebhir mayā nihantavyā durvinītāḥ surārayaḥ

Die Ebergestalt und die Mannlöwengestalt, die Zwerggestalt und ebenso die Menschengestalt [nahm er an] – mit diesen sind von mir die unbotmäßigen Feinde der Götter zu erschlagen.

Wort für Wort
vārāhaṃ nārasiṃhaṃ ca
die Ebergestalt und die Mannlöwengestalt (Akk.)
vāmanaṃ mānuṣaṃ tathā
die Zwerggestalt und ebenso die Menschengestalt (Akk.)
ebhir mayā nihantavyā
mit diesen sind von mir zu erschlagen (Instr./Gerundiv)
durvinītāḥ surārayaḥ
die unbotmäßigen Feinde der Götter (Nom.Pl.)

atha bhūyo jagatsraṣṭā bhoḥśabdenānunādayan; sarasvatīm uccacāra tatra sārasvato 'bhavat

Da wandelte der Weltenschöpfer wiederum, indem er mit dem Laut ‚bhoḥ‘ ertönte, an der Sarasvatī entlang; dort entstand der Sārasvata.

Wort für Wort
atha bhūyo jagatsraṣṭā
da wiederum der Weltenschöpfer (Nom.)
bhoḥśabdenānunādayan
mit dem Laut ‚bhoḥ‘ ertönen lassend (Ppr.)
sarasvatīm uccacāra
wandelte an der Sarasvatī entlang (3.Sg.Perf.)
tatra sārasvato 'bhavat
dort entstand der Sārasvata (3.Sg.Impf.)

‚Sārasvata‘ (der ‚Sohn der Sarasvatī‘) verweist vorausdeutend auf den im nächsten Vers genannten Sohn Apāntaratamā.

apāntaratamā nāma suto vāksaṃbhavo vibhoḥ; bhūtabhavyabhaviṣyajñaḥ satyavādī dṛḍhavrataḥ

Es entstand ein Sohn namens Apāntaratamā, aus der Rede des Herrn geboren – kundig des Vergangenen, Künftigen und Gegenwärtigen, wahrredend, von festem Gelübde.

Wort für Wort
apāntaratamā nāma sutaḥ
ein Sohn namens Apāntaratamā (Nom.)
vāksaṃbhavo vibhoḥ
aus der Rede des Herrn entstanden (Nom./Gen.)
bhūtabhavyabhaviṣyajñaḥ
kundig von Vergangenem, Künftigem und Gegenwärtigem (Nom.)
satyavādī dṛḍhavrataḥ
wahrredend, von festem Gelübde (Nom.)

tam uvāca nataṃ mūrdhnā devānām ādir avyayaḥ; vedākhyāne śrutiḥ kāryā tvayā matimatāṃ vara; tasmāt kuru yathājñaptaṃ mayaitad vacanaṃ mune

Zu ihm, der das Haupt gebeugt hatte, sprach der unvergängliche Uranfang der Götter: „Bei der Verkündung des Veda musst du, Bester der Weisen, die Überlieferung bewirken; darum tue, Muni, dieses mein Wort, wie von mir befohlen.“

Wort für Wort
tam uvāca nataṃ mūrdhnā
zu ihm, der das Haupt gebeugt hatte, sprach (Akk./Instr./3.Sg.Perf.)
devānām ādir avyayaḥ
der unvergängliche Uranfang der Götter (Nom.)
vedākhyāne śrutiḥ kāryā
bei der Verkündung des Veda ist die Überlieferung zu bewirken (Lok./Nom./Gerundiv)
tvayā matimatāṃ vara
von dir, Bester der Weisen (Instr./Vok.)
tasmāt kuru yathājñaptam
darum tue, wie befohlen (Imp./Adv.)
mayaitad vacanaṃ mune
dieses mein Wort, o Muni (Instr./Akk./Vok.)

tena bhinnās tadā vedā manoḥ svāyaṃbhuve 'ntare; tatas tutoṣa bhagavān haris tenāsya karmaṇā; tapasā ca sutaptena yamena niyamena ca

Von ihm wurden damals die Veden zerteilt, in der Manvantara-Periode des Svāyambhu-Manu; darauf war der erhabene Hari zufrieden mit dieser seiner Tat, mit seiner wohl vollzogenen Askese und mit seiner Selbstbeherrschung und Regelbefolgung.

Wort für Wort
tena bhinnās tadā vedā
von ihm wurden damals die Veden geteilt (Instr./Nom.Pl./PPP)
manoḥ svāyaṃbhuve 'ntare
in der Manvantara-Periode des Svāyambhu-Manu (Gen./Lok.)
tatas tutoṣa bhagavān hariḥ
darauf war der erhabene Hari zufrieden (3.Sg.Perf.)
tenāsya karmaṇā
mit dieser seiner Tat (Instr.)
tapasā ca sutaptena
und mit wohlvollzogener Askese (Instr.)
yamena niyamena ca
und mit Selbstbeherrschung und Regelbefolgung (Instr.)

śrībhagavān uvāca; manvantareṣu putra tvam evaṃ lokapravartakaḥ; bhaviṣyasy acalo brahmann apradhṛṣyaś ca nityaśaḥ

Der erhabene Herr sprach: „In den Manvantaras, Sohn, wirst du so zum Weltenlenker; du wirst unerschütterlich sein, Brahmane, und stets unbezwingbar.

Wort für Wort
śrībhagavān uvāca
der erhabene Herr sprach
manvantareṣu putra
in den Manvantaras, Sohn (Lok.Pl./Vok.)
tvam evaṃ lokapravartakaḥ
du wirst so zum Weltenlenker (Nom.)
bhaviṣyasy acalo brahmann
wirst sein unerschütterlich, Brahmane (2.Sg.Fut./Vok.)
apradhṛṣyaś ca nityaśaḥ
und stets unbezwingbar (Nom./Adv.)

Die Rede des erhabenen Herrn setzt sich über mehrere folgende Verse fort (bis 337.052*0905); der schließende Anführungspunkt steht daher erst dort.

punas tiṣye ca saṃprāpte kuravo nāma bhāratāḥ; bhaviṣyanti mahātmāno rājānaḥ prathitā bhuvi

Wiederum, wenn die Tiṣya-Zeit angebrochen ist, werden großherzige Könige entstehen, ‚Kurus‘ genannt, die Bhāratas, auf Erden berühmt.

Wort für Wort
punas tiṣye ca saṃprāpte
wiederum, wenn die Tiṣya-Zeit erreicht ist (Lok.Abs.)
kuravo nāma bhāratāḥ
die ‚Kurus‘ genannten Bhāratas (Nom.Pl.)
bhaviṣyanti mahātmāno
werden großherzige [Könige] sein (3.Pl.Fut./Nom.)
rājānaḥ prathitā bhuvi
Könige, berühmt auf Erden (Nom.Pl./Lok.)

teṣāṃ tvattaḥ prasūtānāṃ kulabhedo bhaviṣyati; parasparavināśārthaṃ tvām ṛte dvijasattama

Unter diesen, die von dir abstammen, wird es eine Spaltung der Familie geben, zum gegenseitigen Verderben, ohne dich, o Bester der Zweifachgeborenen.

Wort für Wort
teṣāṃ tvattaḥ prasūtānāṃ
von diesen, die von dir abstammen (Gen.Pl.)
kulabhedo bhaviṣyati
wird eine Spaltung der Familie entstehen (Nom./3.Sg.Fut.)
parasparavināśārtham
zum gegenseitigen Verderben (Akk. Zweck)
tvām ṛte dvijasattama
ohne dich, o Bester der Zweifachgeborenen (Akk.+ṛte/Vok.)

tatrāpy anekadhā vedān bhetsyase tapasānvitaḥ; kṛṣṇe yuge ca saṃprāpte kṛṣṇavarṇo bhaviṣyasi

Auch dann wirst du, mit Askese ausgestattet, die Veden auf vielfache Weise gliedern; und wenn das dunkle Zeitalter angebrochen ist, wirst du dunkelfarbig sein.

Wort für Wort
tatrāpy anekadhā vedān
auch dann die Veden auf vielfache Weise (Akk.Pl./Adv.)
bhetsyase tapasānvitaḥ
wirst du spalten, mit Askese ausgestattet (2.Sg.Fut./Nom.)
kṛṣṇe yuge ca saṃprāpte
und wenn das dunkle Zeitalter angebrochen ist (Lok.Abs.)
kṛṣṇavarṇo bhaviṣyasi
wirst du dunkelfarbig sein (Nom./2.Sg.Fut.)

‚kṣṛṣṇavarṇaḥ‘ (dunkelfarbig) spielt vorausdeutend auf den späteren Namen ‚Kṛṣṇa Dvaipāyana‘ (Vyāsa) an.

dharmāṇāṃ vividhānāṃ ca kartā jñānakaras tathā; bhaviṣyasi tapoyukto na ca rāgād vimokṣyase

Du wirst der Urheber vielfältiger Pflichten sein und ebenso ein Schöpfer von Wissen; mit Askese ausgestattet wirst du sein, doch von Leidenschaft wirst du dich nicht lösen.

Wort für Wort
dharmāṇāṃ vividhānāṃ ca
und der vielfältigen Pflichten (Gen.Pl.)
kartā jñānakaras tathā
Urheber, ebenso Schöpfer von Wissen (Nom.)
bhaviṣyasi tapoyukto
wirst du sein, mit Askese ausgestattet (2.Sg.Fut./Nom.)
na ca rāgād vimokṣyase
und du wirst dich nicht von Leidenschaft lösen (2.Sg.Fut.Pass.)

vītarāgaś ca putras te paramātmā bhaviṣyati; maheśvaraprasādena naitad vacanam anyathā

Doch dein Sohn, leidenschaftslos, wird die höchste Seele sein; durch die Gnade des großen Herrn wird dieses Wort nicht anders sein.

Wort für Wort
vītarāgaś ca putras te
doch dein Sohn, leidenschaftslos (Nom.)
paramātmā bhaviṣyati
wird die höchste Seele sein (Nom./3.Sg.Fut.)
maheśvaraprasādena
durch die Gnade des großen Herrn (Instr.)
naitad vacanam anyathā
nicht ist dieses Wort anders (Nom./Adv.)

yaṃ mānasaṃ vai pravadanti putraṃ; pitāmahasyottamabuddhiyuktam; vasiṣṭham agryaṃ tapaso nidhānaṃ; yaś cāpi sūryaṃ vyatiricya bhāti

Den sie den ‚geistgeborenen‘ Sohn des Großvaters nennen, mit höchster Weisheit ausgestattet – Vasiṣṭha, den Ersten, den Schatz der Askese –, und der sogar die Sonne überstrahlend leuchtet –

Wort für Wort
yaṃ mānasaṃ vai pravadanti
den sie ‚geistgeboren‘ nennen (Akk./3.Pl.Präs.)
putraṃ pitāmahasyottamabuddhiyuktam
den Sohn des Großvaters, mit höchster Weisheit ausgestattet (Akk.)
vasiṣṭham agryaṃ tapaso nidhānaṃ
Vasiṣṭha, den Ersten, den Schatz der Askese (Akk.)
yaś cāpi sūryaṃ vyatiricya bhāti
und der, sogar die Sonne überragend, leuchtet (Nom./Abs./3.Sg.Präs.)

Die Beschreibung Vasiṣṭhas ist grammatisch unvollständig und setzt sich im folgenden Vers (337.048) fort.

tasyānvaye cāpi tato maharṣiḥ; parāśaro nāma mahāprabhāvaḥ; pitā sa te vedanidhir variṣṭho; mahātapā vai tapaso nivāsaḥ; kānīnagarbhaḥ pitṛkanyakāyāṃ; tasmād ṛṣes tvaṃ bhavitā ca putraḥ

Und in dessen Nachkommenschaft gab es dann einen großen Weisen namens Parāśara, von großer Macht; er, der vortrefflichste Schatz des Veda, war dein Vater, von großer Askese, wahrlich eine Wohnstatt der Askese – als unehelich empfangenes Kind in der [noch unverheirateten] Tochter [Anm.: gemeint ist Satyavatī] gezeugt: von diesem Weisen wirst du der Sohn sein.

Wort für Wort
tasyānvaye cāpi tato
und in dessen Nachkommenschaft dann (Lok./Adv.)
maharṣiḥ parāśaro nāma
ein großer Weiser namens Parāśara (Nom.)
mahāprabhāvaḥ pitā sa te
von großer Macht, er, dein Vater (Nom.)
vedanidhir variṣṭho
der vortrefflichste Schatz des Veda (Nom.)
mahātapā vai tapaso nivāsaḥ
von großer Askese, wahrlich eine Wohnstatt der Askese (Nom.)
kānīnagarbhaḥ pitṛkanyakāyāṃ
als unehelich empfangenes Kind in der [unverheirateten] Tochter (Nom./Lok.)
tasmād ṛṣes tvaṃ bhavitā ca putraḥ
von diesem Weisen wirst du der Sohn sein (Abl./2.Sg.Fut./Nom.)

‚kānīnagarbhaḥ pitṛkanyakāyām‘ spielt auf die Geburt des Vyāsa durch die unverheiratete Satyavatī und Parāśara an; wörtlich knapp, sinngemäß übersetzt.

bhūtabhavyabhaviṣyāṇāṃ chinnasarvārthasaṃśayaḥ; ye hy atikrāntakāḥ pūrvaṃ sahasrayugaparyayāḥ

Frei von jedem Zweifel über Vergangenes, Künftiges und Gegenwärtiges: jene Umläufe von tausend Zeitaltern, die vordem schon vergangen sind –

Wort für Wort
bhūtabhavyabhaviṣyāṇāṃ
von Vergangenem, Künftigem und Gegenwärtigem (Gen.Pl.)
chinnasarvārthasaṃśayaḥ
mit allen Zweifeln über jede Sache beseitigt (Nom.)
ye hy atikrāntakāḥ pūrvaṃ
die früher vergangen sind (Nom.Pl./Adv.)
sahasrayugaparyayāḥ
die Umläufe von tausend Zeitaltern (Nom.Pl.)

Der Satz setzt sich im folgenden Vers fort (Hauptverb ‚drakṣyase‘, ‚wirst du sehen‘, in 337.050).

tāṃś ca sarvān mayoddiṣṭān drakṣyase tapasānvitaḥ; punar drakṣyasi cānekasahasrayugaparyayān

Und all diese, von mir aufgezeigt, wirst du, mit Askese ausgestattet, sehen; wiederum wirst du viele tausend Umläufe von Zeitaltern sehen.

Wort für Wort
tāṃś ca sarvān mayoddiṣṭān
und all diese, von mir aufgezeigt (Akk.Pl.)
drakṣyase tapasānvitaḥ
wirst du sehen, mit Askese ausgestattet (2.Sg.Fut./Nom.)
punar drakṣyasi ca
und wiederum wirst du sehen (2.Sg.Fut.)
anekasahasrayugaparyayān
viele tausend Umläufe von Zeitaltern (Akk.Pl.)

anādinidhanaṃ loke cakrahastaṃ ca māṃ mune; anudhyānān mama mune naitad vacanam anyathā

[Auch wirst du] mich, ohne Anfang und Ende in der Welt, den Diskus in der Hand, [sehen], o Muni; durch die Versenkung in mich, Muni, wird dieses Wort nicht anders sein.

Wort für Wort
anādinidhanaṃ loke
ohne Anfang und Ende in der Welt (Akk./Lok.)
cakrahastaṃ ca māṃ mune
und mich, den Diskus in der Hand, Muni (Akk./Vok.)
anudhyānān mama mune
durch die Versenkung in mich, Muni (Abl./Gen./Vok.)
naitad vacanam anyathā
nicht ist dieses Wort anders (Nom.)

bhaviṣyati mahāsattva khyātiś cāpy atulā tava

Es wird, o Großherziger, auch dir unvergleichlicher Ruhm zuteilwerden.

Wort für Wort
bhaviṣyati mahāsattva
es wird sein, o Großherziger (3.Sg.Fut./Vok.)
khyātiś cāpy atulā
und auch unvergleichlicher Ruhm (Nom.)
tava
dein/dir (Gen.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

śanaiścaraḥ sūryaputro bhaviṣyati manur mahān; tasmin manvantare caiva saptarṣigaṇapūrvakaḥ; tvam eva bhavitā vatsa matprasādān na saṃśayaḥ

Śanaiścara, der Sohn der Sonne, wird der große Manu sein; in jener Manu-Periode wirst du selbst, an der Spitze der Schar der Sieben Weisen, durch meine Gnade sein, o Kind – kein Zweifel.

Wort für Wort
śanaiścaraḥ sūryaputro
Śanaiścara, der Sohn der Sonne (Nom.)
bhaviṣyati manur mahān
wird der große Manu sein (3.Sg.Fut./Nom.)
tasmin manvantare caiva
und in jener Manu-Periode (Lok.)
saptarṣigaṇapūrvakaḥ
an der Spitze der Schar der Sieben Weisen (Nom.)
tvam eva bhavitā vatsa
du selbst wirst sein, o Kind (Nom./2.Sg.Fut./Vok.)
matprasādān na saṃśayaḥ
durch meine Gnade, kein Zweifel (Abl./Nom.)

yat kiṃ cid vidyate loke sarvaṃ tan madviceṣṭitam; anyo hy anyaṃ cintayati svacchandaṃ vidadhāmy aham

Was auch immer in der Welt vorhanden ist, das alles ist mein Wirken; der eine denkt an den anderen, doch ich bestimme es nach eigenem Belieben.“

Wort für Wort
yat kiṃ cid vidyate loke
was auch immer in der Welt existiert (Nom./3.Sg.Präs.)
sarvaṃ tan madviceṣṭitam
das alles ist mein Wirken (Nom.)
anyo hy anyaṃ cintayati
der eine denkt an den anderen (Nom./Akk./3.Sg.Präs.)
svacchandaṃ vidadhāmy aham
ich ordne es nach eigenem Belieben (Akk./1.Sg.Präs.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Schließt die von 337.041 an fortlaufende Rede des erhabenen Herrn ab (öffnender Anführungspunkt dort).

vyāsa uvāca; evaṃ sārasvatam ṛṣim apāntaratamaṃ tadā; uktvā vacanam īśānaḥ sādhayasvety athābravīt

Vyāsa sprach: „So sprach der Herr damals dieses Wort zum Weisen Apāntaratamā, dem Sārasvata, und sagte dann: ‚Vollbringe es!‘

Wort für Wort
vyāsa uvāca
Vyāsa sprach
evaṃ sārasvatam ṛṣim
so zum Weisen Sārasvata (Akk.)
apāntaratamaṃ tadā
zu Apāntaratamā damals (Akk./Adv.)
uktvā vacanam īśānaḥ
nachdem der Herr das Wort gesprochen hatte (Abs./Akk./Nom.)
sādhayasvety athābravīt
sagte dann: ‚Vollbringe es!‘ (Imp.+iti/3.Sg.Impf.)

Vyāsas Rede setzt sich bis 337.057 fort; der schließende Anführungspunkt steht daher erst dort.

so 'haṃ tasya prasādena devasya harimedhasaḥ; apāntaratamā nāma tato jāto ''jñayā hareḥ; punaś ca jāto vikhyāto vasiṣṭhakulanandanaḥ

Ich bin es, der durch die Gnade jenes Gottes Harimedhas damals als Apāntaratamā geboren wurde, auf Befehl Haris; und wiederum wurde ich geboren, berühmt, als Freude des Vasiṣṭha-Geschlechts.

Wort für Wort
so 'haṃ tasya prasādena
ich bin es, durch die Gnade jenes (Nom./Gen./Instr.)
devasya harimedhasaḥ
des Gottes Harimedhas (Gen.)
apāntaratamā nāma tato jātaḥ
damals als Apāntaratamā geboren (Nom.)
ājñayā hareḥ
auf Befehl Haris (Instr./Gen.)
punaś ca jāto vikhyāto
und wiederum wurde ich geboren, berühmt (Nom.)
vasiṣṭhakulanandanaḥ
als Freude des Vasiṣṭha-Geschlechts (Nom.)

tad etat kathitaṃ janma mayā pūrvakam ātmanaḥ; nārāyaṇaprasādena tathā nārāyaṇāṃśajam

Dies also, meine frühere Geburt, habe ich erzählt – durch die Gnade Nārāyaṇas, sowie als Teilerscheinung Nārāyaṇas geboren.

Wort für Wort
tad etat kathitaṃ janma
dies also, die Geburt, wurde erzählt (Nom.)
mayā pūrvakam ātmanaḥ
von mir, meine frühere (Instr./Akk./Gen.)
nārāyaṇaprasādena
durch die Gnade Nārāyaṇas (Instr.)
tathā nārāyaṇāṃśajam
sowie als Nārāyaṇas Teilerscheinung geboren (Akk.)

mayā hi sumahat taptaṃ tapaḥ paramadāruṇam; purā matimatāṃ śreṣṭhāḥ parameṇa samādhinā

Von mir wurde wahrlich vordem eine sehr große, äußerst furchtbare Askese vollbracht, o ihr Besten der Weisen, mit höchster Versenkung.

Wort für Wort
mayā hi sumahat taptaṃ
von mir wurde wahrlich sehr große vollbracht (Instr./Nom./PPP)
tapaḥ paramadāruṇam
Askese, äußerst furchtbar (Nom.)
purā matimatāṃ śreṣṭhāḥ
vordem, o ihr Besten der Weisen (Adv./Vok.Pl.)
parameṇa samādhinā
mit höchster Versenkung (Instr.)

etad vaḥ kathitaṃ sarvaṃ yan māṃ pṛcchatha putrakāḥ; pūrvajanma bhaviṣyaṃ ca bhaktānāṃ snehato mayā

Dies alles ist euch erzählt worden, was ihr mich gefragt habt, meine Söhne – die frühere Geburt und die Zukunft –, aus Zuneigung zu den Gläubigen, von mir.“

Wort für Wort
etad vaḥ kathitaṃ sarvaṃ
dies alles ist euch erzählt worden (Nom.)
yan māṃ pṛcchatha putrakāḥ
was ihr mich gefragt habt, meine Söhne (Akk./2.Pl.Präs./Vok.)
pūrvajanma bhaviṣyaṃ ca
die frühere Geburt und die Zukunft (Nom./Akk.)
bhaktānāṃ snehato mayā
aus Zuneigung zu den Gläubigen, von mir (Gen./Abl./Instr.)

Schließt die von 337.053 an fortlaufende Rede Vyāsas ab.

vaiśaṃpāyana uvāca; eṣa te kathitaḥ pūrvaṃ saṃbhavo 'smadguror nṛpa; vyāsasyākliṣṭamanaso yathā pṛṣṭaḥ punaḥ śṛṇu

Vaiśaṃpāyana sprach: „Dies, o König, ist dir zuvor die Herkunft unseres Lehrers Vyāsa erzählt worden, dessen Geist unermüdlich ist – so wie er gefragt wurde. Höre nun weiter.“

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca
Vaiśaṃpāyana sprach
eṣa te kathitaḥ pūrvaṃ
dies ist dir zuvor erzählt worden (Nom.)
saṃbhavo 'smadguror nṛpa
die Herkunft unseres Lehrers, o König (Nom./Gen./Vok.)
vyāsasyākliṣṭamanaso
des Vyāsa, dessen Geist unermüdlich ist (Gen.)
yathā pṛṣṭaḥ punaḥ śṛṇu
wie er gefragt wurde – höre weiter (Nom./Imp.)

sāṃkhyaṃ yogaṃ pañcarātraṃ vedāḥ pāśupataṃ tathā; jñānāny etāni rājarṣe viddhi nānāmatāni vai

Sāṃkhya, Yoga, Pañcarātra, die Veden und ebenso das Pāśupata – wisse, o königlicher Weiser, dass diese Lehren wahrlich verschiedene Auffassungen sind.

Wort für Wort
sāṃkhyaṃ yogaṃ pañcarātraṃ
Sāṃkhya, Yoga, Pañcarātra (Akk.)
vedāḥ pāśupataṃ tathā
die Veden und ebenso das Pāśupata (Nom./Akk.)
jñānāny etāni rājarṣe
diese Lehren, o königlicher Weiser (Akk.Pl./Vok.)
viddhi nānāmatāni vai
wisse, dass sie wahrlich verschiedene Ansichten sind (Imp./Akk.Pl.)

sāṃkhyasya vaktā kapilaḥ paramarṣiḥ sa ucyate; hiraṇyagarbho yogasya vettā nānyaḥ purātanaḥ

Kapila, der höchste Weise, er, so heißt es, ist der Verkünder des Sāṃkhya; Hiraṇyagarbha ist der Kenner des Yoga, kein anderer, der Uralte.

Wort für Wort
sāṃkhyasya vaktā kapilaḥ
der Verkünder des Sāṃkhya, Kapila (Gen./Nom.)
paramarṣiḥ sa ucyate
er, der höchste Weise, wird genannt (Nom./3.Sg.Präs.Pass.)
hiraṇyagarbho yogasya vettā
Hiraṇyagarbha, der Kenner des Yoga (Nom./Gen.)
nānyaḥ purātanaḥ
kein anderer, der Uralte (Nom.)

apāntaratamāś caiva vedācāryaḥ sa ucyate; prācīnagarbhaṃ tam ṛṣiṃ pravadantīha ke cana

Und Apāntaratamā, er wird der Lehrer des Veda genannt; jenen Weisen nennen hier manche auch ‚Prācīnagarbha‘.

Wort für Wort
apāntaratamāś caiva
und Apāntaratamā (Nom.)
vedācāryaḥ sa ucyate
er wird der Veda-Lehrer genannt (Nom./3.Sg.Präs.Pass.)
prācīnagarbhaṃ tam ṛṣiṃ
jenen Weisen [als] ‚Prācīnagarbha‘ (Akk.)
pravadantīha ke cana
manche nennen hier (3.Pl.Präs./Adv./Nom.)

umāpatir bhūtapatiḥ śrīkaṇṭho brahmaṇaḥ sutaḥ; uktavān idam avyagro jñānaṃ pāśupataṃ śivaḥ

Umās Gemahl, der Herr der Wesen, Śrīkaṇṭha, der Sohn Brahmās – Śiva hat, ungestört, dieses Wissen, das Pāśupata, verkündet.

Wort für Wort
umāpatir bhūtapatiḥ
Umās Gemahl, der Herr der Wesen (Nom.)
śrīkaṇṭho brahmaṇaḥ sutaḥ
Śrīkaṇṭha, der Sohn Brahmās (Nom./Gen.)
uktavān idam avyagro
hat dies verkündet, ungestört (Nom./Akk.)
jñānaṃ pāśupataṃ śivaḥ
das Pāśupata-Wissen, Śiva (Akk./Nom.)

pañcarātrasya kṛtsnasya vettā tu bhagavān svayam; sarveṣu ca nṛpaśreṣṭha jñāneṣv eteṣu dṛśyate

Der Erhabene selbst aber ist der Kenner des gesamten Pañcarātra; und, o Bester der Könige, in all diesen Lehren zeigt er sich.

Wort für Wort
pañcarātrasya kṛtsnasya
des gesamten Pañcarātra (Gen.)
vettā tu bhagavān svayam
ist aber der Kenner der Erhabene selbst (Nom.)
sarveṣu ca nṛpaśreṣṭha
und in allen, o Bester der Könige (Lok.Pl./Vok.)
jñāneṣv eteṣu dṛśyate
in diesen Lehren zeigt er sich (Lok.Pl./3.Sg.Präs.Pass.)

yathāgamaṃ yathājñānaṃ niṣṭhā nārāyaṇaḥ prabhuḥ; na cainam evaṃ jānanti tamobhūtā viśāṃ pate

Gemäß der Überlieferung, gemäß dem Wissen ist der Herr Nārāyaṇa das letzte Fundament; doch die von Dunkelheit Beherrschten erkennen ihn nicht so, o Herr der Menschen.

Wort für Wort
yathāgamaṃ yathājñānaṃ
gemäß der Überlieferung, gemäß dem Wissen (Adv.)
niṣṭhā nārāyaṇaḥ prabhuḥ
das letzte Fundament ist der Herr Nārāyaṇa (Nom.)
na cainam evaṃ jānanti
und sie erkennen ihn nicht so (3.Pl.Präs.)
tamobhūtā viśāṃ pate
die von Dunkelheit Beherrschten, o Herr der Menschen (Nom.Pl./Vok.)

tam eva śāstrakartāraṃ pravadanti manīṣiṇaḥ; niṣṭhāṃ nārāyaṇam ṛṣiṃ nānyo 'stīti ca vādinaḥ

Ihn allein nennen die Weisen den Urheber der Lehrschriften, den Weisen Nārāyaṇa das letzte Fundament, und sie behaupten: ‚Es gibt keinen anderen.‘

Wort für Wort
tam eva śāstrakartāraṃ
ihn allein, den Urheber der Lehrschriften (Akk.)
pravadanti manīṣiṇaḥ
nennen die Weisen (3.Pl.Präs./Nom.)
niṣṭhāṃ nārāyaṇam ṛṣiṃ
das Fundament, den Weisen Nārāyaṇa (Akk.)
nānyo 'stīti ca vādinaḥ
und die Behaupter, dass kein anderer sei (Nom./3.Sg.Präs.+iti/Nom.Pl.)

niḥsaṃśayeṣu sarveṣu nityaṃ vasati vai hariḥ; sasaṃśayān hetubalān nādhyāvasati mādhavaḥ

In allen, die frei von Zweifel sind, wohnt Hari wahrlich beständig; in denen, die voll Zweifel auf die Kraft der Beweisgründe vertrauen, weilt Mādhava nicht.

Wort für Wort
niḥsaṃśayeṣu sarveṣu
in allen, die frei von Zweifel sind (Lok.Pl.)
nityaṃ vasati vai hariḥ
wohnt wahrlich beständig Hari (Adv./3.Sg.Präs./Nom.)
sasaṃśayān hetubalān
in denen, voll Zweifel, auf die Kraft der Beweisgründe [vertrauend] (Akk.Pl.)
nādhyāvasati mādhavaḥ
weilt Mādhava nicht (3.Sg.Präs./Nom.)

pañcarātravido ye tu yathākramaparā nṛpa; ekāntabhāvopagatās te hariṃ praviśanti vai

Doch die, welche das Pañcarātra kennen und, o König, der rechten Reihenfolge ergeben sind, gelangen, nachdem sie den Zustand der ausschließlichen Hingabe erreicht haben, wahrlich in Hari ein.

Wort für Wort
pañcarātravido ye tu
doch die, die das Pañcarātra kennen (Nom.Pl.)
yathākramaparā nṛpa
der rechten Reihenfolge ergeben, o König (Nom.Pl./Vok.)
ekāntabhāvopagatās te
diese, die zum Zustand ausschließlicher Hingabe gelangt sind (Nom.Pl.)
hariṃ praviśanti vai
gehen wahrlich in Hari ein (Akk./3.Pl.Präs.)

sāṃkhyaṃ ca yogaṃ ca sanātane dve; vedāś ca sarve nikhilena rājan; sarvaiḥ samastair ṛṣibhir nirukto; nārāyaṇo viśvam idaṃ purāṇam

Sāṃkhya und Yoga, die beiden ewigen Systeme, und alle Veden gänzlich, o König – von sämtlichen Weisen zusammen wird Nārāyaṇa erklärt als dieses gesamte Weltall, der Uralte.

Wort für Wort
sāṃkhyaṃ ca yogaṃ ca sanātane dve
Sāṃkhya und Yoga, die beiden ewigen (Akk./Nom.Du.)
vedāś ca sarve nikhilena rājan
und alle Veden gänzlich, o König (Nom.Pl./Instr.Adv./Vok.)
sarvaiḥ samastair ṛṣibhir nirukto
von allen Weisen zusammen wird erklärt (Instr.Pl./Nom.PPP)
nārāyaṇo viśvam idaṃ purāṇam
Nārāyaṇa als dieses gesamte uralte Weltall (Nom./Akk.)

śubhāśubhaṃ karma samīritaṃ yat; pravartate sarvalokeṣu kiṃ cit; tasmād ṛṣes tad bhavatīti vidyād; divy antarikṣe bhuvi cāpsu cāpi

Welche gute oder schlechte Tat auch geäußert wird, was auch immer sich in allen Welten regt – man soll wissen, dass dies von jenem Weisen herstammt: im Himmel, im Luftraum, auf Erden oder auch in den Wassern.

Wort für Wort
śubhāśubhaṃ karma samīritaṃ yat
welche gute oder schlechte Tat geäußert wird (Nom./PPP)
pravartate sarvalokeṣu kiṃ cit
was auch immer sich in allen Welten regt (3.Sg.Präs./Lok.Pl./Nom.)
tasmād ṛṣes tad bhavatīti vidyād
man soll wissen, dass dies von jenem Weisen stammt (Abl./Nom./3.Sg.Präs.+iti/Opt.)
divy antarikṣe bhuvi cāpsu cāpi
im Himmel, im Luftraum, auf Erden und auch in den Wassern (Lok.)

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