Kapitel 326: nāradaviśvarūpadarśanam
Nāradas Schau der Weltenform und die Ankündigung der Avatāras
Bhīṣma erzählt Yudhiṣṭhira, wie sich der ewige Nārāyaṇa dem Weisen Nārada in seiner vielgestaltigen Weltenform (viśvarūpa) zeigte und ihm die Lehre von Puruṣa, Prakṛti und den Guṇas sowie die Auflösung der Elemente offenbarte. Im weiteren Kapitel kündigt der Gott seine kommenden Avatāras an (Matsya, Kūrma, Varāha, Narasiṃha, Vāmana, die drei Rāmas, Kṛṣṇa, Kalki), und die Lehre wird über Generationen bis zu Bhīṣma weitergegeben.
udgiraṃś caturo vedāñ śe[? n saśe]ṣān vasudhādhipa
[Fortsetzung:] die vier Veden vollständig [mit ihren Ergänzungen (?)] hervorbringend, o Herrscher der Erde,
Wort für Wort
udgiran
hervorbringend (Part.Nom.Sg.)
caturo vedān
die vier Veden (Akk.Pl.)
śeṣān [?]
vollständig, ganz (Akk.Pl., Lesart unsicher)
vasudhādhipa
o Herrscher der Erde (Vok.Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers der kritischen Ausgabe mit unsicherer handschriftlicher Lesart (im Sanskrit als „śe[? n saśe]ṣān“ notiert); Hauptlesart „śeṣān“ (vollständig), Variante wohl „saśeṣān“ (mitsamt den Zusätzen/Aṅgas) – hier als „vollständig“ wiedergegeben, mit Unsicherheitsvermerk.
vedīṃ kamaṇḍaluṃ darbhān maṇirūpān athopalān; ajinaṃ daṇḍakāṣṭhaṃ ca jvalitaṃ ca hutāśanam; dhārayām āsa deveśo hastair yajñapatis tadā
Den Opferaltar, den Wasserkrug, Darbhagras, edelsteinartige Steine, das Fell, den Holzstab und das lodernde Opferfeuer hielt da der Göttergebieter, der Herr des Opfers, mit [seinen vielen] Händen.
Wort für Wort
vedīṃ kamaṇḍaluṃ darbhān
Opferaltar, Wasserkrug, Darbhagras (Akk.Pl./Sg.)
maṇirūpān atha upalān
und edelsteinförmige Steine (Akk.Pl.)
ajinaṃ daṇḍakāṣṭhaṃ ca
Fell und Holzstab (Akk.Sg.)
jvalitaṃ ca hutāśanam
und das lodernde Feuer (Akk.Sg.)
dhārayām āsa deveśo
hielt der Göttergebieter (3.Sg.Perf.periphr./Nom.Sg.)
hastair yajñapatis tadā
mit den Händen, der Opferherr, da (Instr.Pl./Nom.Sg./Adv.)
Ihn, den Gnädigen, verehrte Nārada, heiteren Sinnes, der beste der Brahmanen, schweigend und gesammelt geworden, den höchsten Herrn; und zu ihm, der sich mit dem Haupt verneigt hatte, sprach der unvergängliche Urgrund der Götter.
Wort für Wort
taṃ prasannaṃ
ihn, den Gnädigen (Akk.Sg.)
prasannātmā nārado dvijasattamaḥ
Nārada, heiteren Sinnes, bester der Brahmanen (Nom.Sg.)
vāgyataḥ prayato bhūtvā
schweigend und gesammelt geworden (Nom.Sg./Part.Nom./Ger.)
vavande parameśvaram
verehrte den höchsten Herrn (3.Sg.Perf./Akk.Sg.)
tam uvāca nataṃ mūrdhnā
zu ihm, der sich mit dem Haupt verneigt hatte, sprach (Akk./3.Sg.Perf./Part.Akk./Instr.)
devānām ādir avyayaḥ
der unvergängliche Urgrund der Götter (Gen.Pl./Nom.Sg.)
Diese meine vorzüglichen Verkörperungen, geboren im Hause des Dharma, o Zweifachgeborener – die sollst du stets verehren; vollbringe [dein Anliegen], so wie du gekommen bist [?].
Wort für Wort
mama etās tanavaḥ śreṣṭhāḥ
diese meine vorzüglichen Verkörperungen (Gen.Sg./Nom.Pl.)
jātā dharmagṛhe dvija
geboren im Hause des Dharma, o Zweifachgeborener (Part.Nom.Pl./Lok.Sg./Vok.)
tās tvaṃ bhajasva satatam
diese sollst du stets verehren (Akk.Pl./2.Sg.Imp.Med./Adv.)
sādhayasva yathāgatam [?]
vollbringe [dein Anliegen], wie du gekommen bist (2.Sg.Imp.Med./Adv., unsicher)
Die Wendung „sādhayasva yathāgatam“ ist idiomatisch nicht ganz eindeutig (denkbar auch als Aufforderung zur Rückkehr „geh den Weg zurück, wie du gekommen bist“); hier als Aufforderung zur Erfüllung des Anliegens gedeutet.
nārada uvāca; adya me tapaso deva yamasya niyamasya ca; sadyaḥ phalam avāptaṃ vai dṛṣṭo yad bhagavān mayā
Nārada sprach: Heute, o Gott, ist die Frucht meiner Askese, meiner Zucht und Selbstbeherrschung sogleich erlangt, da ich den Erhabenen [mit eigenen Augen] gesehen habe.
Wort für Wort
nārada uvāca
Nārada sprach (Nom./3.Sg.Perf.)
adya me tapaso deva
heute, o Gott, meiner Askese (Adv./Gen.Sg./Gen.Sg./Vok.)
yamasya niyamasya ca
und der Selbstzucht und Regel (Gen.Sg.)
sadyaḥ phalam avāptaṃ vai
ist sogleich die Frucht erlangt (Adv./Nom.Sg./Part.Nom.)
dṛṣṭo yad bhagavān mayā
da der Erhabene von mir gesehen wurde (Part.Nom./Nom.Sg./Instr.)
Dies ist für mich die vollkommene Gabe, dass ich dich, den Ewigen, gesehen habe – den Erhabenen, den Allsehenden, den Löwen, den Allgestaltigen, den großen Herrn.
Wort für Wort
vara eṣa mama atyantam
dies ist für mich die höchste Gabe (Nom.Sg./Nom./Akk.Adv.)
dṛṣṭas tvaṃ yat sanātanaḥ
dass ich dich, den Ewigen, gesehen habe (Part.Nom./Nom.Sg./Nom.)
ime hy anindriyāhārā madbhaktāś candravarcasaḥ; ekāgrāś cintayeyur māṃ naiṣāṃ vighno bhaved iti
Denn diese, meine Verehrer, die ihre Sinne nicht [durch Genuss] nähren, mondgleich an Glanz, sollen mit gesammeltem Geist an mich denken – damit ihnen kein Hindernis widerfahre.
Wort für Wort
ime hy anindriyāhārāḥ
denn diese, deren Nahrung nicht die Sinne sind (Nom.Pl.)
madbhaktāś candravarcasaḥ
meine Verehrer, mondgleich an Glanz (Nom.Pl.)
ekāgrāś cintayeyur māṃ
sollen einträchtig an mich denken (Nom.Pl./3.Pl.Opt./Akk.)
na eṣāṃ vighno bhaved iti
damit ihnen kein Hindernis widerfahre (Gen.Pl./Nom.Sg./3.Sg.Opt.)
Und diese Hochgesegneten sind vollendet, denn früher schon waren sie ausschließlich [mir] Ergebene; von Tamas und Rajas befreit, werden sie ohne Zweifel in mich eingehen.
Wort für Wort
siddhāś ca ete mahābhāgāḥ
und diese Hochgesegneten sind vollendet (Nom.Pl.)
purā hy ekāntino 'bhavan
denn früher waren sie ausschließlich Ergebene (Adv./Nom.Pl./3.Pl.Impf.)
tamorajovinirmuktā
von Tamas und Rajas befreit (Nom.Pl.)
māṃ pravekṣyanty asaṃśayam
werden ohne Zweifel in mich eingehen (Akk./3.Pl.Fut./Adv.)
na dṛśyaś cakṣuṣā yo 'sau na spṛśyaḥ sparśanena ca; na ghreyaś caiva gandhena rasena ca vivarjitaḥ
[Ich bin] jener, der mit dem Auge nicht zu sehen, durch Berührung nicht zu tasten ist, und der durch den Geruch nicht zu riechen ist und des Geschmacks entbehrt.
Wort für Wort
na dṛśyaś cakṣuṣā yo 'sau
jener, der mit dem Auge nicht zu sehen ist (Nom.Sg./Instr./Nom.)
na spṛśyaḥ sparśanena ca
und nicht durch Berührung zu berühren (Nom.Sg./Instr.)
na ghreyaś caiva gandhena
und nicht durch den Geruch zu riechen (Nom.Sg./Instr.)
Der als der Fünfundzwanzigste bekannt ist, [verschieden] von den vierundzwanzig [Sāṃkhya-]Prinzipien – der Puruṣa, handlungslos, wird „nur durch Erkenntnis erfassbar“ genannt.
Wort für Wort
dvirdvādaśebhyas tattvebhyaḥ
von den zweimal zwölf Prinzipien (Abl.Pl.)
khyāto yaḥ pañcaviṃśakaḥ
der als der Fünfundzwanzigste bekannt ist (Part.Nom./Nom.Sg./Nom.)
puruṣo niṣkriyaś caiva
der Puruṣa, handlungslos (Nom.Sg.)
jñānadṛśyaś ca kathyate
wird „nur durch Erkenntnis sichtbar“ genannt (Nom.Sg./3.Sg.Präs.Pass.)
sarvasthaḥ sarvago viśvaṃ guṇabhuṅ nirguṇo 'pi ca; bhojyo 'haṃ bhojako bhoktā paktāhaṃ jaṭhare 'nalaḥ; bhūtagrāmam imaṃ kṛtsnaṃ pṛthak karma pṛthaṅmukham; prakṛtistho 'vatiṣṭhāmi na ca tiṣṭhāmi mūrtimān; prāṇāpānapravāreṇa śarīraṃ prāpya dhiṣṭhitaḥ; aham eva hi jaṃtūnāṃ nimeṣonmeṣakṛd dvija; māṃ tu jānīhi viprarṣe puruṣaṃ sarvagaṃ prabhum
In allem weilend, überallhin gehend, das All [durchdringend], Genießer der Guṇas und doch eigenschaftslos; ich bin das Genossene, der Bewirker des Genusses, der Genießer, ich bin das verdauende Feuer im Bauch; diese ganze Wesengesamtheit, mit je gesonderter Tätigkeit und gesonderter Ausrichtung, bestehe ich, in der Urnatur weilend, und doch nehme ich keine [feste] Gestalt an; durch den Strom von Ein- und Ausatem den Körper erreichend, wohne ich [darin]; ich bin es ja, o Zweifachgeborener, der bei den Geschöpfen das Blinzeln der Augen bewirkt; erkenne mich aber, o weiser Brahmane, als den allgegenwärtigen Herrn-Puruṣa.
Wort für Wort
sarvasthaḥ sarvago viśvaṃ
in allem weilend, überallhin gehend, das All (Nom.Sg./Nom.Sg./Akk.)
guṇabhuṅ nirguṇo 'pi ca
Genießer der Guṇas und doch eigenschaftslos (Nom.Sg.)
bhojyo 'haṃ bhojako bhoktā
ich bin das Genossene, der Bewirker des Genusses, der Genießer (Nom.Sg./Nom.)
paktāhaṃ jaṭhare 'nalaḥ
ich bin das verdauende Feuer im Bauch (Nom./Lok./Nom.)
bhūtagrāmam imaṃ kṛtsnaṃ
diese ganze Wesengesamtheit (Akk.Sg.)
pṛthak karma pṛthaṅmukham
mit je gesonderter Tätigkeit und Ausrichtung (Akk./Adv.)
prakṛtistho 'vatiṣṭhāmi na ca tiṣṭhāmi mūrtimān
in der Urnatur weilend bestehe ich, doch nehme ich keine Gestalt an (Nom./1.Sg.Präs./1.Sg.Präs./Nom.)
prāṇāpānapravāreṇa śarīraṃ prāpya dhiṣṭhitaḥ
durch den Strom von Ein- und Ausatem den Körper erreichend, wohne ich (Instr./Akk./Ger./Part.Nom.)
aham eva hi jaṃtūnāṃ
ich bin es ja, der der Geschöpfe (Nom./Gen.Pl.)
nimeṣonmeṣakṛd dvija
Schließen und Öffnen [der Augen] bewirkt, o Zweifachgeborener (Nom.Sg./Vok.)
māṃ tu jānīhi viprarṣe
erkenne mich aber, o weiser Brahmane (Akk./2.Sg.Imp./Vok.)
puruṣaṃ sarvagaṃ prabhum
als den allgegenwärtigen Herrn-Puruṣa (Akk.Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Längere Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in Teilen der Handschriften überliefert); eine ausführliche Selbstbeschreibung des Gottes als Genießer, Genossenes und Bewirker des Genusses zugleich.
[Höre von] der Grundlage der Welt, o Götterweiser: Die Erde löst sich im Wasser auf, das Wasser löst sich im Licht[-Element] auf, das Licht löst sich in der Luft auf.
Wort für Wort
jagatpratiṣṭhā devarṣe
[höre von] der Grundlage der Welt, o Götterweiser (Akk.Sg./Vok.)
pṛthivy apsu pralīyate
die Erde löst sich im Wasser auf (Nom.Sg./Lok.Pl./3.Sg.Präs.Med.)
jyotiṣy āpaḥ pralīyante
das Wasser löst sich im Licht auf (Lok.Sg./Nom.Pl./3.Pl.Präs.Med.)
jyotir vāyau pralīyate
das Licht löst sich in der Luft auf (Nom.Sg./Lok.Sg./3.Sg.Präs.Med.)
denn die Zeit ist das höchste Element; sie löst sich im Denksinn auf.
Wort für Wort
kālo hi paramaṃ bhūtaṃ
denn die Zeit ist das höchste Element (Nom.Sg./Akk./Akk.)
manasy eṣa pralīyate
sie löst sich im Denksinn auf (Lok.Sg./Nom.Sg./3.Sg.Präs.Med.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers der kritischen Ausgabe, der die Zeit (kāla) neben den Elementen nennt.
nityaṃ hi nāsti jagati bhūtaṃ sthāvarajaṅgamam; ṛte tam ekaṃ puruṣaṃ vāsudevaṃ sanātanam; sarvabhūtātmabhūto hi vāsudevo mahābalaḥ
Denn es gibt kein ewiges Geschöpf in der Welt, ob unbeweglich oder beweglich, außer jenem einen ewigen Puruṣa Vāsudeva; denn Vāsudeva, der Gewaltige, ist zum Selbst aller Wesen geworden.
Wort für Wort
nityaṃ hi nāsti jagati bhūtaṃ
denn es gibt nichts Ewiges in der Welt an Geschöpf (Akk./3.Sg.Präs./Lok./Akk.)
sthāvarajaṅgamam
unbeweglich oder beweglich (Akk.Sg.)
ṛte tam ekaṃ puruṣaṃ
außer jenem einen Puruṣa (Präp./Akk.)
vāsudevaṃ sanātanam
dem ewigen Vāsudeva (Akk.Sg.)
sarvabhūtātmabhūto hi
denn er ist zum Selbst aller Wesen geworden (Nom.Sg.)
tadāviśati yo brahmann adṛśyo laghuvikramaḥ; utpanna eva bhavati śarīraṃ ceṣṭayan prabhuḥ
In diesen [Körper] tritt, o Brahmane, der Unsichtbare, subtil-schnell Wirkende ein; sobald [der Körper] entstanden ist, [ist] der Herr [schon da], indem er den Körper in Bewegung setzt.
Wort für Wort
tad āviśati yo brahmann
in diesen tritt ein, der, o Brahmane (Akk./3.Sg.Präs./Nom.Sg./Vok.)
adṛśyo laghuvikramaḥ
der Unsichtbare, subtil-schnell Wirkende (Nom.Sg.)
utpanna eva bhavati
sobald er/es entstanden ist (Part.Nom./3.Sg.Präs.)
śarīraṃ ceṣṭayan prabhuḥ
den Körper in Bewegung setzend, der Herr (Akk.Sg./Part.Nom./Nom.Sg.)
pṛthagbhūtāś ca te nityaṃ kṣetrajñaḥ pṛthag eva ca; sattvaṃ rajas tamaś caiva na guṇās tasya bhojakāḥ; ete pañcasu bhūteṣu śarīrastheṣu kalpitāḥ
Diese [Elemente] sind stets voneinander getrennt, und ebenso ist der Feldkenner [von ihnen] gesondert; Sattva, Rajas und Tamas – diese Erscheinungsweisen (Guṇas) sind nicht seine Genießer [haben keine Macht über ihn]; sie sind in den fünf Elementen, die im Körper wohnen, angelegt.
Wort für Wort
pṛthagbhūtāś ca te nityaṃ
und diese sind stets gesondert seiend (Nom.Pl.)
kṣetrajñaḥ pṛthag eva ca
und der Feldkenner ebenso gesondert (Nom.Sg.)
sattvaṃ rajas tamaś caiva
Sattva, Rajas und Tamas (Nom.Pl., die drei Guṇas)
na guṇās tasya bhojakāḥ
die Guṇas sind nicht seine Genießer (Nom.Pl.)
ete pañcasu bhūteṣu
diese in den fünf Elementen (Lok.Pl.)
śarīrastheṣu kalpitāḥ
die im Körper befindlichen, darin angelegt (Lok.Pl./Nom.Pl.Ptz.Perf.Pass.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).
tasmāt prasūto yaḥ kartā kāryaṃ kāraṇam eva ca; yasmāt sarvaṃ prabhavati jagat sthāvarajaṅgamam; so 'niruddhaḥ sa īśāno vyaktiḥ sā sarvakarmasu
Der aus ihm hervorgegangen ist, der Handelnde und ebenso Wirkung und Ursache, aus dem die ganze Welt, das Bewegliche und Unbewegliche, entsteht – der ist Aniruddha, er ist der Herr, er ist die Erscheinung in allen Werken.
Wort für Wort
tasmāt prasūto yaḥ
der aus ihm hervorgegangen ist (Abl.Sg./Nom.Sg.Ptz.Perf.Pass./Nom.Sg.)
kartā kāryaṃ kāraṇam eva ca
der Handelnde und Wirkung und Ursache (Nom.Sg. je)
yasmāt sarvaṃ prabhavati
aus dem alles entsteht (Abl.Sg./Nom.Sg./3.Sg.Präs.)
jagat sthāvarajaṅgamam
die Welt, das Unbewegliche und Bewegliche (Nom.Sg.)
so 'niruddhaḥ sa īśānaḥ
der ist Aniruddha, er ist der Herrschende (Nom.Sg.)
vyaktiḥ sā sarvakarmasu
sie ist die Erscheinung in allen Werken (Nom.Sg./Lok.Pl.)
yo vāsudevo bhagavān kṣetrajño nirguṇātmakaḥ; jñeyaḥ sa eva bhagavāñ jīvaḥ saṃkarṣaṇaḥ prabhuḥ
Der Vāsudeva, der Erhabene, der Feldkenner, von eigenschaftsloser Natur – er, derselbe Erhabene, ist als der Jīva, als der Herr Saṃkarṣaṇa, zu erkennen.
Wort für Wort
yo vāsudevo bhagavān
der Vāsudeva, der Erhabene (Nom.Sg.)
kṣetrajño nirguṇātmakaḥ
der Feldkenner, von eigenschaftsloser Wesensart (Nom.Sg.)
jñeyaḥ sa eva bhagavāñ
er, derselbe Erhabene, ist zu erkennen (Nom.Sg.Ger./Nom.Sg.)
saṃkarṣaṇāc ca pradyumno manobhūtaḥ sa ucyate; pradyumnād yo 'niruddhas tu so 'haṃkāro maheśvaraḥ
Und aus Saṃkarṣaṇa entsteht Pradyumna; er wird als der Geist-Gewordene bezeichnet. Und der Aniruddha, der aus Pradyumna hervorgeht, der ist der Ahaṃkāra, der große Herr.
Wort für Wort
saṃkarṣaṇāc ca pradyumno
und aus Saṃkarṣaṇa Pradyumna (Abl.Sg./Nom.Sg.)
manobhūtaḥ sa ucyate
er wird als geistgeworden bezeichnet (Nom.Sg./3.Sg.Präs.Pass.)
pradyumnād yo 'niruddhas tu
der Aniruddha aber, der aus Pradyumna entsteht (Abl.Sg./Nom.Sg.)
Aus mir entsteht alles, die Welt, das Bewegliche und Unbewegliche, das Unvergängliche und das Vergängliche, das Seiende und das Nichtseiende, o Nārada.
Wort für Wort
mattaḥ sarvaṃ saṃbhavati
aus mir entsteht alles (Abl.Sg./Nom.Sg./3.Sg.Präs.)
jagat sthāvarajaṅgamam
die Welt, das Unbewegliche und Bewegliche (Nom.Sg.)
akṣaraṃ ca kṣaraṃ caiva
das Unvergängliche und das Vergängliche (Nom.Sg.)
sac cāsac caiva nārada
das Seiende und das Nichtseiende, o Nārada (Nom.Sg./Vok.Sg.)
Eigenschaftslos, teillos, frei von Gegensatzpaaren, besitzlos [bin ich] – das sollst du nicht so verstehen, dass ich, wie man sieht, gestalthaft [wäre]; wollte ich es, könnte ich im Augenblick vergehen, ich, der Herr, der Lehrmeister der Welt.
Wort für Wort
nirguṇo niṣkalaś caiva
eigenschaftslos und teillos (Nom.Sg.)
nirdvaṃdvo niṣparigrahaḥ
frei von Gegensatzpaaren, besitzlos (Nom.Sg.)
etat tvayā na vijñeyaṃ
dies soll von dir nicht so erkannt werden (Nom.Sg./Instr.Sg./Nom.Sg.Ger.)
rūpavān iti dṛśyate
nur weil ich gestalthaft, wie man sieht (Nom.Sg./3.Sg.Präs.Pass.)
icchan muhūrtān naśyeyam
wenn ich wollte, könnte ich im Augenblick vergehen (Ptz.Präs.Nom.Sg./Akk.Sg./1.Sg.Opt.)
īśo 'haṃ jagato guruḥ
ich, der Herr, der Lehrer der Welt (Nom.Sg./Gen.Sg./Nom.Sg.)
māyā hy eṣā mayā sṛṣṭā yan māṃ paśyasi nārada; sarvabhūtaguṇair yuktaṃ naivaṃ tvaṃ jñātum arhasi; mayaitat kathitaṃ samyak tava mūrticatuṣṭayam
Dies ist ja die von mir erschaffene Māyā, wodurch du mich siehst, Nārada; als mit den Eigenschaften aller Wesen ausgestattet solltest du mich nicht so auffassen; von mir ist dir dies richtig verkündet worden: die vier Erscheinungsformen [Mūrtis].
Wort für Wort
māyā hy eṣā mayā sṛṣṭā
dies ist ja die von mir erschaffene Māyā (Nom.Sg./Instr.Sg./Nom.Sg.Ptz.Perf.Pass.)
yan māṃ paśyasi nārada
wodurch du mich siehst, Nārada (2.Sg.Präs./Vok.Sg.)
sarvabhūtaguṇair yuktaṃ
verbunden mit den Eigenschaften aller Wesen (Instr.Pl./Akk.Sg.)
naivaṃ tvaṃ jñātum arhasi
so solltest du nicht auffassen (2.Sg.Präs./Inf.)
mayaitat kathitaṃ samyak
von mir ist dies richtig verkündet worden (Instr.Sg./Nom.Sg.Ptz.Perf.Pass.)
siddhā hy ete mahābhāgā narā hy ekāntino 'bhavan; tamorajobhyāṃ nirmuktāḥ pravekṣyanti ca māṃ mune
Denn diese hochbeglückten Männer sind zu Vollendeten geworden, da sie ausschließlich [mir Ergebene] waren; befreit von Tamas und Rajas werden sie in mich eingehen, o Weiser.
Wort für Wort
siddhā hy ete mahābhāgā
vollendet sind ja diese hochbeglückten (Nom.Pl.)
narā hy ekāntino 'bhavan
Männer, da sie ausschließlich ergeben waren (Nom.Pl./Nom.Pl./3.Pl.Impf.)
tamorajobhyāṃ nirmuktāḥ
befreit von Tamas und Rajas (Abl.Du./Nom.Pl.)
pravekṣyanti ca māṃ mune
und sie werden in mich eingehen, o Weiser (3.Pl.Fut./Akk.Sg./Vok.Sg.)
ahaṃ kartā ca kāryaṃ ca kāraṇaṃ cāpi nārada; ahaṃ hi jīvasaṃjño vai mayi jīvaḥ samāhitaḥ; maivaṃ te buddhir atrābhūd dṛṣṭo jīvo mayeti ca
Ich bin der Handelnde, die Wirkung und auch die Ursache, o Nārada; ich bin es ja, der als Jīva bezeichnet wird – in mir ist der Jīva gegründet. Nicht so sei hierbei deine Auffassung, [dass du denkst]: „Ich habe den Jīva [als ein Getrenntes] gesehen.“
Wort für Wort
ahaṃ kartā ca kāryaṃ ca
ich bin der Handelnde und die Wirkung (Nom.Sg.)
kāraṇaṃ cāpi nārada
und auch die Ursache, o Nārada (Nom.Sg./Vok.Sg.)
ahaṃ hi jīvasaṃjño vai
ich bin ja der als Jīva Benannte (Nom.Sg.)
mayi jīvaḥ samāhitaḥ
in mir ist der Jīva gegründet (Lok.Sg./Nom.Sg.Ptz.Perf.Pass.)
maivaṃ te buddhir atrābhūt
nicht so sei hierbei deine Auffassung (Prohibitiv/Gen.Sg./Nom.Sg./3.Sg.Aor.)
dṛṣṭo jīvo mayeti ca
„der Jīva ist von mir gesehen worden“ (Nom.Sg.Ptz.Perf.Pass./Nom.Sg./Instr.Sg.+iti)
hiraṇyagarbho lokādiś caturvaktro niruktagaḥ; brahmā sanātano devo mama bahvarthacintakaḥ
Hiraṇyagarbha, der Anfang der Welten, der Vierantlitzige, kundig der Wortdeutung [?] – das ist Brahmā, der ewige Gott, der für mich über vielerlei Belange nachdenkt.
Wort für Wort
hiraṇyagarbho lokādiḥ
Hiraṇyagarbha, der Anfang der Welt (Nom.Sg.)
caturvaktro niruktagaḥ
der Vierantlitzige, der Wortdeutung Kundige [?] (Nom.Sg.)
brahmā sanātano devo
Brahmā, der ewige Gott (Nom.Sg.)
mama bahvarthacintakaḥ
der für mich über vielerlei Belange nachdenkt (Gen.Sg./Nom.Sg.)
niruktagaḥ ist unsicher; wörtlich etwa 'der zur Wortableitung/Etymologie Gegangene', hier als 'der Wortdeutung Kundige' wiedergegeben.
Die Askesen und die Regeln und auch die verschiedenen Gebote, ebenso die achtfache Herrschermacht, an einem Ort vereint und verkörpert – sieh dies alles.
Wort für Wort
tapāṃsi niyamāṃś caiva
die Askesen und die Regeln (Akk.Pl.)
yamān api pṛthagvidhān
auch die verschiedenartigen Gebote (Akk.Pl.)
tathāṣṭaguṇam aiśvaryam
und ebenso die achtfache Herrschermacht (Akk.Sg.)
ekasthaṃ paśya mūrtimat
sieh sie, an einem Ort vereint, verkörpert (Akk.Sg./2.Sg.Imp./Akk.Sg.)
devakāryād api mune pitṛkāryaṃ viśiṣyate; devānāṃ ca pitṝṇāṃ ca pitā hy eko 'ham āditaḥ
Sogar vor der Sorge um die Götter zeichnet sich die Sorge um die Ahnen aus, o Weiser; denn ich bin von Anbeginn der eine Vater sowohl der Götter als auch der Ahnen.
Wort für Wort
devakāryād api mune
sogar vor der Sorge um die Götter, o Weiser (Abl.Sg./Vok.Sg.)
pitṛkāryaṃ viśiṣyate
zeichnet sich die Sorge um die Ahnen aus (Nom.Sg./3.Sg.Präs.Pass.)
devānāṃ ca pitṝṇāṃ ca
der Götter und der Ahnen (Gen.Pl. je)
pitā hy eko 'ham āditaḥ
bin ich ja von Anbeginn der eine Vater (Nom.Sg./Nom.Sg./Nom.Sg./Adv.)
Ich, zum Pferdekopf geworden, trinke im Nordwest-Meer die wohl dargebrachte Opferspende [für die Götter] und die mit Hingabe verbundene Opferspeise für die Ahnen.
Wort für Wort
ahaṃ hayaśiro bhūtvā
ich, zum Pferdekopf geworden (Nom.Sg./Nom.Sg./Absolutiv)
samudre paścimottare
im nordwestlichen Meer (Lok.Sg.)
pibāmi suhutaṃ havyaṃ
trinke ich die wohldargebrachte Opferspende (1.Sg.Präs./Akk.Sg./Akk.Sg.)
kavyaṃ ca śraddhayānvitam
und die mit Hingabe verbundene Ahnenspeise (Akk.Sg./Instr.Sg.+Akk.Sg.)
matputratvaṃ ca kalpādau lokādhyakṣatvam eva ca; ahaṃkārakṛtaṃ caiva nāma paryāyavācakam
Ich gab ihm die Sohnschaft mir gegenüber am Anfang des Weltzeitalters, und ebenso die Aufsicht über die Welten, sowie einen vom Ahaṃkāra gebildeten Namen, der als sein Beiname dient.
Wort für Wort
matputratvaṃ ca kalpādau
die Sohnschaft mir gegenüber am Anfang des Weltzeitalters (Akk.Sg./Lok.Sg.)
lokādhyakṣatvam eva ca
und ebenso die Aufsicht über die Welten (Akk.Sg.)
ahaṃkārakṛtaṃ caiva nāma
und auch einen vom Ahaṃkāra gemachten Namen (Akk.Sg./Akk.Sg.)
surāsuragaṇānāṃ ca ṛṣīṇāṃ ca tapodhana; pitṝṇāṃ ca mahābhāga satataṃ saṃśitavrata; vividhānāṃ ca bhūtānāṃ tvam upāsyo bhaviṣyasi
Der Scharen der Götter und Asuras und der Ṛṣis, o Asket, und der Ahnen, o Hochbeglückter, o du mit stets strengen Gelübden, und der mannigfachen Wesen wirst du der zu Verehrende sein.
Wort für Wort
surāsuragaṇānāṃ ca ṛṣīṇāṃ ca
der Scharen der Götter und Asuras und der Ṛṣis (Gen.Pl.)
tapodhana
o Asket, Besitzer der Askese (Vok.Sg.)
pitṝṇāṃ ca mahābhāga
und der Ahnen, o Hochbeglückter (Gen.Pl./Vok.Sg.)
satataṃ saṃśitavrata
o du mit stets strengen Gelübden (Adv./Vok.Sg.)
vividhānāṃ ca bhūtānāṃ
und der mannigfachen Wesen (Gen.Pl.)
tvam upāsyo bhaviṣyasi
wirst du der zu Verehrende sein (Nom.Sg./Nom.Sg.Ger./2.Sg.Fut.)
Und ich werde, zur Erscheinung gelangt, stets bei den Angelegenheiten der Götter wirken, von dir zu unterweisen und einzusetzen, o Brahmā, wie ein Sohn.
Wort für Wort
prādurbhāvagataś cāhaṃ
und ich, zur Erscheinung gelangt (Nom.Sg. je)
surakāryeṣu nityadā
stets bei den Angelegenheiten der Götter (Lok.Pl./Adv.)
anuśāsyas tvayā brahman
von dir zu unterweisen, o Brahmā (Nom.Sg.Ger./Instr.Sg./Vok.Sg.)
niyojyaś ca suto yathā
und einzusetzen, wie ein Sohn (Nom.Sg.Ger./Nom.Sg./Adv.)
[Ich gab] diese und andere anmutige [Gunstgaben] dem Brahmā, dem von unermesslichem Glanz [Anm.: Satz unvollständig, Fortsetzung nach dem Einschub in Einheit 76].
Wort für Wort
etāṃś cānyāṃś ca rucirān
diese und andere anmutige (Akk.Pl.)
brahmaṇe 'mitatejase
dem Brahmā, dem von unermesslichem Glanz (Dat.Sg. je)
Vers 326.062 wird durch die Zusatzpassage (Einheit 75) unterbrochen; Fortsetzung und Verb in Einheit 76.
– ebenso dem Rudra, dem Manu, dem Indra, dem von unermesslichem Glanz [Anm.: weiterhin unvollständiger Satz, Fortsetzung in Einheit 76].
Wort für Wort
evaṃ rudrāya manave
ebenso dem Rudra, dem Manu (Adv./Dat.Sg. je)
indrāyāmitatejase
dem Indra, dem von unermesslichem Glanz (Dat.Sg. je)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage der kritischen Ausgabe, die den Vers 326.062 zwischen Einheit 74 und 76 unterbricht.
Nivṛtti, die Loslösung vom Handeln, gilt als das höchste Erlöschen aller Pflichten; darum soll, wer zur Loslösung gelangt ist, wandeln, an allen Gliedern zur Ruhe gekommen.
Wort für Wort
nirvāṇaṃ sarvadharmāṇāṃ
das Erlöschen aller Pflichten/Eigenschaften (Nom.Sg./Gen.Pl.)
nivṛttiḥ paramā smṛtā
die Loslösung gilt als die höchste (Nom.Sg. je/Nom.Sg.Ptz.Perf.Pass.)
tasmān nivṛttim āpannaś
darum, wer zur Loslösung gelangt ist (Adv./Akk.Sg./Nom.Sg.Ptz.Perf.)
caret sarvāṅganirvṛtaḥ
soll wandeln, an allen Gliedern beruhigt (3.Sg.Opt./Nom.Sg.)
Mich, der die Erkenntnis zur Begleiterin hat, der ewig in der Sonne weilt, nennen die Lehrer, deren Überzeugungen durch das Sāṃkhya feststehen, „Kapila“.
Wort für Wort
vidyāsahāyavantaṃ mām
mich, der die Erkenntnis als Begleiterin hat (Akk.Sg. je)
ādityasthaṃ sanātanam
der ewig in der Sonne weilt (Akk.Sg. je)
kapilaṃ prāhur ācāryāḥ
nennen 'Kapila' die Lehrer (Akk.Sg./3.Pl.Perf./Nom.Pl.)
sāṃkhyaniścitaniścayāḥ
deren Entschlüsse durch das Sāṃkhya feststehen (Nom.Pl.)
Dieser Erhabene, Hiraṇyagarbha, wird in den heiligen Versen wohlgepriesen; ich, derselbe, werde in den Yoga-Lehrschriften als „das Ziel des Yoga“ bezeichnet, o Brahmane.
Wort für Wort
hiraṇyagarbho bhagavān eṣa
dieser Erhabene, Hiraṇyagarbha (Nom.Sg.)
chandasi suṣṭutaḥ
wird in den Versmaßen/Hymnen wohlgepriesen (Lok.Sg./Nom.Sg.Ptz.Perf.Pass.)
so 'haṃ yogagatir brahman
ich, derselbe, das Ziel des Yoga, o Brahmane (Nom.Sg. je/Vok.Sg.)
yogaśāstreṣu śabditaḥ
werde in den Yoga-Lehrschriften genannt (Lok.Pl./Nom.Sg.Ptz.Perf.Pass.)
eṣo 'haṃ vyaktim āgamya tiṣṭhāmi divi śāśvataḥ; tato yugasahasrānte saṃhariṣye jagat punaḥ; kṛtvātmasthāni bhūtāni sthāvarāṇi carāṇi ca
Ich, derselbe, verweile, zur Erscheinung gelangt, ewig im Himmel; dann, am Ende von tausend Weltzeitaltern, werde ich die Welt wieder vernichten, nachdem ich die Wesen, die beweglichen und unbeweglichen, in mir selbst habe ruhen lassen.
Wort für Wort
eṣo 'haṃ vyaktim āgamya
ich, derselbe, zur Erscheinung gelangt (Nom.Sg./Akk.Sg./Absolutiv)
tiṣṭhāmi divi śāśvataḥ
verweile ich ewig im Himmel (1.Sg.Präs./Lok.Sg./Nom.Sg.)
tato yugasahasrānte
dann am Ende von tausend Weltzeitaltern (Adv./Lok.Sg.)
saṃhariṣye jagat punaḥ
werde ich die Welt wieder vernichten (1.Sg.Fut./Akk.Sg./Adv.)
kṛtvātmasthāni bhūtāni
nachdem ich die Wesen in mir habe ruhen lassen (Absolutiv/Akk.Pl. je)
Allein, mit der Erkenntnis vereint, werde ich verweilen, o bester der Zweifachgeborenen; dann werde ich hier wieder die ganze Welt durch diese Erkenntnis erschaffen.
Wort für Wort
ekākī vidyayā sārdhaṃ
allein, zusammen mit der Erkenntnis (Nom.Sg./Instr.Sg./Adv.)
vihariṣye dvijottama
werde ich verweilen, o bester der Zweifachgeborenen (1.Sg.Fut./Vok.Sg.)
tato bhūyo jagat sarvaṃ
dann wieder die ganze Welt (Adv./Adv./Akk.Sg. je)
kariṣyāmīha vidyayā
werde ich hier durch die Erkenntnis erschaffen (1.Sg.Fut./Adv./Instr.Sg.)
Aus Pradyumna entstehe ich, Aniruddha; das ist, immer wieder, meine Schöpfung; und aus Aniruddha entsteht sodann Brahmā, der dort aus der ersten Lotosblüte Hervorgegangene.
Wort für Wort
pradyumnād aniruddho 'haṃ
aus Pradyumna entstehe ich, Aniruddha (Abl.Sg./Nom.Sg. je)
sargo mama punaḥ punaḥ
das ist meine Schöpfung, immer wieder (Nom.Sg./Gen.Sg./Adv.)
aniruddhāt tathā brahmā
und aus Aniruddha ebenso Brahmā (Abl.Sg./Adv./Nom.Sg.)
tatrādikamalodbhavaḥ
der dort aus der ersten Lotosblüte Entstandene (Nom.Sg.)
Aus Brahmā entstehen alle Wesen, die beweglichen und die unbeweglichen; erkenne, dass sich diese Schöpfung an den Anfängen der Weltzeitalter immer wieder vollzieht.
Wort für Wort
brahmaṇaḥ sarvabhūtāni
aus Brahmā alle Wesen (Abl.Sg./Nom.Pl.)
carāṇi sthāvarāṇi ca
die beweglichen und die unbeweglichen (Nom.Pl.)
etāṃ sṛṣṭiṃ vijānīhi
erkenne diese Schöpfung (Akk.Sg. je/2.Sg.Imp.)
kalpādiṣu punaḥ punaḥ
an den Anfängen der Weltzeitalter, immer wieder (Lok.Pl./Adv.)
So wie hier vom Himmel Aufgang und Untergang der Sonne, wenn sie vergangen sind, von der Zeit mit Macht wieder herbeigeführt werden, sie von unermesslichem Glanz – so hole ich mit Macht die Erde zum Wohl aller Wesen zurück.
Wort für Wort
yathā sūryasya gaganād
so wie der Sonne vom Himmel (Adv./Gen.Sg./Abl.Sg.)
udayāstamayāv iha naṣṭau
Aufgang und Untergang hier, die beiden vergangenen (Nom.Du./Adv./Nom.Du.)
punar balāt kāla ānayati
die Zeit mit Macht wieder herbeiführt (Adv./Abl.Sg.=Adv./Nom.Sg./3.Sg.Präs.)
amitadyutiḥ
die von unermesslichem Glanz (Nom.Sg.)
tathā balād ahaṃ pṛthvīṃ
so bringe ich mit Macht die Erde (Adv./Abl.Sg.=Adv./Nom.Sg./Akk.Sg.)
sarvabhūtahitāya vai
zum Wohl aller Wesen (Dat.Sg.)
Das Verb des zweiten Halbverses ist elliptisch aus dem ersten zu ergänzen (sinngemäß 'zurückbringen'); der Bezug von 'amitadyutiḥ' (auf kāla oder sūrya) ist nicht ganz eindeutig.
bhīṣmaḥ; nāradas tv atha papraccha bhagavantaṃ janārdanam; śrībhagavān uvāca; keṣu keṣu ca bhāveṣu draṣṭavyo 'si mayā prabho; śṛṇu nārada tattvena prādurbhāvān mahāmune; matsyaḥ kūrmo varāhaś ca nārasiṃho 'tha vāmanaḥ; rāmo rāmaś ca rāmaś ca kṛṣṇaḥ kalkī ca te daśa; pūrvaṃ mīno bhaviṣyāmi sthāpayiṣyāmy ahaṃ prajāḥ; lokān vedān dhariṣyāmi majjamānān mahārṇave; dvitīyaṃ kūrmarūpaṃ me hemakūṭanibhaṃ smṛtam; mandaraṃ dhārayiṣyāmi amṛtārthaṃ dvijottama; magnāṃ mahārṇave ghore bhārākrāntām imāṃ punaḥ
Bhīṣma sprach: Nārada aber fragte darauf den Erhabenen Janārdana. Der heilige Herr sprach [Anm.: die Sprecherfolge wirkt hier vertauscht, die Frage passt inhaltlich zu Nārada]: „In welchen und welchen Erscheinungsformen soll ich dich sehen, Herr?“ „Höre, Nārada, der Wahrheit nach von den Herabkünften, großer Weiser: Fisch, Schildkröte und Eber, dann Mann-Löwe und Zwerg, Rāma und Rāma und Rāma, Kṛṣṇa und Kalki – das sind die zehn. Zuerst werde ich zum Fisch werden; ich werde die Geschöpfe bewahren, die Welten und die Veden halten, während sie im großen Ozean versinken. Als zweite gilt meine Schildkrötengestalt, dem Berg Hemakūṭa gleich, wie überliefert. Den Berg Mandara werde ich stützen, um des Amṛta willen, bester der Zweifachgeborenen – diese Erde, die im schrecklichen großen Ozean versunken und von ihrer Last überwältigt ist, wiederum [zu retten]“ [Anm.: Satz bricht ab; die Fortsetzung mit der Eber-Gestalt folgt in der nächsten, hier nicht enthaltenen Verseinheit].
Wort für Wort
bhīṣmaḥ
Bhīṣma [sprach] (Sprecherangabe, Nom.Sg.)
nāradas tv atha papraccha
Nārada aber fragte darauf (Nom.Sg./Adv./3.Sg.Perf.)
bhagavantaṃ janārdanam
den Erhabenen Janārdana (Akk.Sg.)
śrībhagavān uvāca
der heilige Erhabene sprach (Sprecherangabe/3.Sg.Perf.)
keṣu keṣu ca bhāveṣu
in welchen und welchen Erscheinungsformen (Lok.Pl.)
draṣṭavyo 'si mayā prabho
sollst du von mir gesehen werden, Herr (Nom.Sg.Ger./2.Sg.Präs./Instr.Sg./Vok.Sg.)
śṛṇu nārada tattvena
höre, Nārada, der Wahrheit nach (2.Sg.Imp./Vok.Sg./Instr.Sg.)
prādurbhāvān mahāmune
von den Herabkünften, o großer Weiser (Akk.Pl./Vok.Sg.)
matsyaḥ kūrmo varāhaś ca
Fisch, Schildkröte und Eber (Nom.Sg. je)
nārasiṃho 'tha vāmanaḥ
Mann-Löwe und dann Zwerg (Nom.Sg. je)
rāmo rāmaś ca rāmaś ca
Rāma und Rāma und Rāma (Nom.Sg. je)
kṛṣṇaḥ kalkī ca te daśa
Kṛṣṇa und Kalki – diese zehn (Nom.Sg. je/Nom.Pl.)
pūrvaṃ mīno bhaviṣyāmi
zuerst werde ich zum Fisch werden (Adv./Nom.Sg./1.Sg.Fut.)
sthāpayiṣyāmy ahaṃ prajāḥ
ich werde die Geschöpfe bewahren (1.Sg.Fut.Kaus./Nom.Sg./Akk.Pl.)
lokān vedān dhariṣyāmi
die Welten und die Veden werde ich halten (Akk.Pl. je/1.Sg.Fut.)
majjamānān mahārṇave
die versinkenden, im großen Ozean (Akk.Pl.Ptz.Präs./Lok.Sg.)
dvitīyaṃ kūrmarūpaṃ me
meine zweite Schildkrötengestalt (Akk.Sg. je/Gen.Sg.)
hemakūṭanibhaṃ smṛtam
dem Hemakūṭa gleich, so überliefert (Akk.Sg./Nom.Sg.Ptz.Perf.Pass.)
mandaraṃ dhārayiṣyāmi
den Mandara werde ich stützen (Akk.Sg./1.Sg.Fut.)
amṛtārthaṃ dvijottama
um des Amṛta willen, bester der Zweifachgeborenen (Akk.Sg./Vok.Sg.)
magnāṃ mahārṇave ghore
die versunkene, im schrecklichen großen Ozean (Akk.Sg./Lok.Sg. je)
bhārākrāntām imāṃ punaḥ
diese, von ihrer Last überwältigte, wiederum (Akk.Sg. je/Adv.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in Teilen der Handschriften); die überlieferte Sprecherfolge (zuerst 'śrībhagavān uvāca', dann die an den Erhabenen gerichtete Frage) wirkt gestört und wird hier sinngemäß als Frage Nāradas und Antwort Kṛṣṇas gedeutet. Der Satz über die Kūrma-Gestalt bricht am Ende ab; die Fortsetzung (Bergung der Erde als Eber) folgt in der nächsten, hier nicht enthaltenen Verseinheit (326.072).
[Die Erde,] an allen Gliedern von Lebewesen überflutet, verschwunden, mit dem Ozean als Gürtel – ich werde sie zu ihrem eigenen Ort zurückbringen, indem ich die Gestalt eines Ebers angenommen habe.
Wort für Wort
sattvair ākrāntasarvāṅgām
an allen Gliedern von Lebewesen überflutet (Akk.Sg.f., Instr.Pl.)
naṣṭām
die verschwundene/versunkene (Akk.Sg.f.)
sāgaramekhalām
die den Ozean als Gürtel hat (Akk.Sg.f., Bahuvrīhi)
ānayiṣyāmi
ich werde zurückbringen (1.Sg.Fut.)
svaṃ sthānam
an ihren eigenen Ort (Akk.)
vārāhaṃ rūpam āsthitaḥ
die Eberform angenommen habend (Nom.Sg.m. Perf.Part.)
Bezugswort „die Erde“ ist aus dem vorangehenden (nicht mitübersetzten) Vers ergänzt.
Hiraṇyākṣa, den an seiner Kraft übermütigen Daitya, werde ich erschlagen; und nachdem ich erneut die Gestalt des Narasiṃha [Mann-Löwe] angenommen habe, werde ich zum Wohl der Götter Hiraṇyakaśipu erschlagen, den Sohn der Diti, den Feind des Opfers.
Wort für Wort
hiraṇyākṣaṃ haniṣyāmi
ich werde Hiraṇyākṣa erschlagen (Akk./1.Sg.Fut.)
daiteyaṃ balagarvitam
den an Kraft übermütigen Daitya (Akk.)
nārasiṃhaṃ vapuḥ kṛtvā
die Gestalt des Narasiṃha angenommen habend (Ger.)
hiraṇyakaśipuṃ punaḥ
wiederum Hiraṇyakaśipu (Akk.)
surakārye haniṣyāmi
im Interesse der Götter werde ich erschlagen (Lok./1.Sg.Fut.)
trailokye 'pahṛte tena vimukhe ca śacīpatau; adityāṃ dvādaśaḥ putraḥ saṃbhaviṣyāmi kaśyapāt
Wenn die drei Welten von ihm weggenommen sind und der Gemahl der Śacī [Indra] machtlos/abgewandt ist, werde ich als der zwölfte Sohn von Kaśyapa aus Aditi entstehen.
Wort für Wort
trailokye 'pahṛte tena
als die drei Welten von ihm weggenommen sind (Lok.abs.)
vimukhe ca śacīpatau
und der Gemahl der Śacī abgewandt/ratlos ist (Lok.abs.)
Ich werde mit Flechtenhaar zur Opferstätte gehen, von den besten der Zweifachgeborenen gepriesen, und werde einen Opferlobgesang anstimmen; nachdem er das gehört hat, wird Bali erfreut sein. Auf die Frage „Was wünschst du, junger Brahmane? Sprich!“ werde ich um eine große Gabe bitten: „Man gebe mir nur das Maß von drei Schritten“, so werde ich den großen Asura bitten. Er wird es mir, mir zugetan, geben, obwohl er von seinen Ratgebern davon abgehalten wird – sobald das [Gelöbnis-]Wasser in die Hand gelangt ist, [nehme ich,] was von drei Schritten umfasst wird.
Wort für Wort
jaṭī gatvā yajñasadaḥ
mit Flechtenhaar zur Opferstätte gegangen (Nom./Ger./Akk.Pl.)
stūyamāno dvijottamaiḥ
gepriesen von den besten Zweifachgeborenen (Nom./Instr.)
yajñastavaṃ kariṣyāmi
ich werde einen Opferlobgesang anstimmen (Akk./1.Sg.Fut.)
śrutvā prīto bhaved baliḥ
nachdem er es gehört hat, wird Bali erfreut sein (Ger./3.Sg.Opt.)
kim icchasi baṭo brūhi
„Was wünschst du, junger Brahmane? Sprich!“ (2.Sg.Präs./Vok./Imp.)
ity ukto yāce mahad varam
so angesprochen, bitte ich um eine große Gabe (1.Sg.Präs.)
dīyatāṃ tripadīmātram
„man gebe das Maß von drei Schritten“ (3.Sg.Pass.Imp.)
iti yāce mahāsuram
so bitte ich den großen Asura (1.Sg.Präs./Akk.)
sa dadyān mayi saṃprītaḥ
er, mir zugetan, möge geben (3.Sg.Opt./Nom.)
pratiṣiddhaś ca mantribhiḥ
und obwohl von den Ratgebern abgehalten (Nom./Instr.Pl.)
yāvaj jalaṃ hastagatam
sobald das Wasser in die Hand gelangt ist (Nom.)
tribhir vikramaṇair vṛtam
was von drei Schritten umfasst wird (Instr.Pl./Nom.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Letzte Zeile elliptisch; der Bezug auf das mit drei Schritten umschrittene Land ist sinngemäß ergänzt.
Dann werde ich das Königreich Śakra von unermesslichem Glanz übergeben; ich werde die Götter an ihren eigenen Plätzen einsetzen, o Nārada; und ich werde Bali zu einem Bewohner der Tiefe von Pātāla machen.
Wort für Wort
tato rājyaṃ pradāsyāmi
dann werde ich das Königreich übergeben (1.Sg.Fut.)
śakrāyāmitatejase
dem Śakra von unermesslichem Glanz (Dat.)
devatāḥ sthāpayiṣyāmi
die Götter werde ich einsetzen (Akk.Pl./1.Sg.Fut.)
[Anm.: Lücke im Text] … bei der Wende des zweiundzwanzigsten Zeitzyklus; ich werde dort ein mächtiger Seher sein, der Sohn Jamadagnis, Rāma, mit Kraft der Arme ausgestattet,
Wort für Wort
****
[Textlücke im Original]
dvāviṃśad yugaparyaye
bei der Wende des zweiundzwanzigsten Zeitalters (Lok.)
bhaviṣyāmi ṛṣis tatra
werde ich dort ein Seher sein (1.Sg.Fut./Nom.)
jamadagnisuto balī
der starke Sohn Jamadagnis (Nom.)
bāhuvīryayuto rāmo
Rāma, mit der Kraft der Arme ausgestattet (Nom.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Im Original stehen an dieser Stelle zwei Lücken (****); Text nicht ergänzt.
Wegen der Verletzung, die Trita zugefügt wurde, werden Ekata und ebenso Dvita – die beiden Seher, Söhne des Prajāpati – eine Entstellung erlangen, nämlich Affengestalt.
Wort für Wort
tritopaghātād
wegen der Verletzung Tritas (Abl.)
vairūpyam
Entstellung/Missgestalt (Akk.)
ekato 'tha dvitas tathā
Ekata und ebenso Dvita (Nom.Du.)
prāpsyato vānaratvaṃ hi
werden Affennatur erlangen (3.Du.Fut./Akk.)
prajāpatisutāv ṛṣī
die beiden Seher, Söhne des Prajāpati (Nom.Du.)
Anspielung auf den Mythos von Ekata, Dvita und Trita.
tato rakṣaḥpatiṃ ghoraṃ pulastyakulapāṃsanam; haniṣye rāvaṇaṃ saṃkhye sagaṇaṃ lokakaṇṭakam
Dann werde ich im Kampf den schrecklichen Herrn der Rākṣasas erschlagen, die Schande des Geschlechts des Pulastya, Rāvaṇa, samt seinem Gefolge, den Stachel der Welt.
Wort für Wort
tato rakṣaḥpatiṃ ghoram
dann den schrecklichen Herrn der Rākṣasas (Akk.)
pulastyakulapāṃsanam
die Schande des Geschlechts des Pulastya (Akk.)
haniṣye rāvaṇaṃ saṃkhye
werde ich Rāvaṇa im Kampf erschlagen (1.Sg.Fut./Akk./Lok.)
In jenem Königreich werde ich den makellosen Vibhīṣaṇa einsetzen; alle Bewohner von Ayodhyā werde ich in die unvergängliche Welt führen; dem Vibhīṣaṇa werde ich sein Königreich der Ordnung nach übergeben.
Wort für Wort
tadrājye sthāpayiṣyāmi
in jenem Königreich werde ich einsetzen (Lok./1.Sg.Fut.)
vibhīṣaṇam akalmaṣam
den makellosen Vibhīṣaṇa (Akk.)
ayodhyāvāsinaḥ sarvān
alle Bewohner Ayodhyās (Akk.Pl.)
neṣye 'haṃ lokam avyayam
werde ich in die unvergängliche Welt führen (1.Sg.Fut./Akk.)
vibhīṣaṇāya dāsyāmi rājyam
dem Vibhīṣaṇa werde ich das Königreich geben (Dat./1.Sg.Fut./Akk.)
tasya yathākramam
ihm gemäß der Ordnung (Gen./Adv.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).
Am Übergang von Kali und Dvāpara, im achtundzwanzigsten Vier-Zeitalter-Zyklus, werde ich erneut eine Erscheinung bewirken, als Fortführer des Vṛṣṇi-Geschlechts, in Mathurā, wegen Kaṃsa, unter dem Namen Vāsudeva; als dritter [erscheine ich] eben als Rāma, der starke Sohn des Vasudeva.
Wort für Wort
kalidvāparayoḥ saṃdhāv
am Übergang von Kali und Dvāpara (Lok.Du.)
aṣṭāviṃśe caturyuge
im achtundzwanzigsten Vier-Zeitalter-Zyklus (Lok.)
prādurbhāvaṃ kariṣyāmi bhūyaḥ
ich werde erneut eine Erscheinung bewirken (Akk./1.Sg.Fut./Adv.)
vṛṣṇikulodvahaḥ
als Fortführer des Vṛṣṇi-Geschlechts (Nom.)
madhurāyāṃ kaṃsahetor
in Mathurā, wegen Kaṃsa (Lok./Abl.)
vāsudeveti nāmataḥ
unter dem Namen Vāsudeva (Nom./Adv.)
tṛtīyo rāma ity eva
als dritter eben [genannt] Rāma (Nom.)
vasudevasuto balī
der starke Sohn des Vasudeva (Nom.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). „tṛtīyo rāma“ bezieht sich vermutlich auf Balarāma als dritte Rāma-Gestalt (nach Paraśurāma und Rāma Dāśarathi).
Dort werde ich, nachdem ich sehr viele Dānavas erschlagen habe, die den Göttern ein Stachel sind, Kuśasthalī zu meinem Wohnsitz machen, die Stadt Dvārakā.
Wort für Wort
tatrāhaṃ dānavān hatvā
dort, nachdem ich die Dānavas erschlagen habe (Ger.)
subahūn devakaṇṭakān
sehr viele, die den Göttern ein Stachel sind (Akk.Pl.)
prāgjyotiṣapuraṃ ramyaṃ nānādhanasamanvitam; kuśasthalīṃ nayiṣyāmi hatvā vai dānavottamān
Die liebliche Stadt Prāgjyotiṣa, reich an mancherlei Schätzen, werde ich, nachdem ich die vorzüglichsten Dānavas erschlagen habe, mit Kuśasthalī vereinen.
Wort für Wort
prāgjyotiṣapuraṃ ramyam
die liebliche Stadt Prāgjyotiṣa (Akk.)
nānādhanasamanvitam
reich an mancherlei Schätzen (Akk.)
kuśasthalīṃ nayiṣyāmi
werde ich zu Kuśasthalī bringen/vereinen (Akk./1.Sg.Fut.)
hatvā vai dānavottamān
nachdem ich die vorzüglichsten Dānavas erschlagen habe (Ger./Akk.Pl.)
kṛkalāsabhūtaṃ ca nṛgaṃ mocayiṣye ca vai punaḥ; tataḥ pautranimittena gatvā vai śoṇitaṃ puram; bāṇasya ca puraṃ gatvā kariṣye kadanaṃ mahat
Und ich werde auch Nṛga, der zu einer Eidechse geworden war, wieder befreien; dann werde ich, um meines Enkels willen, zur Stadt Śoṇita gehen, und, zur Stadt des Bāṇa gegangen, ein großes Gemetzel anrichten.
Wort für Wort
kṛkalāsabhūtaṃ ca nṛgam
und Nṛga, der zur Eidechse geworden war (Akk.)
mocayiṣye ca vai punaḥ
werde ich wieder befreien (1.Sg.Fut.)
tataḥ pautranimittena
dann, um des Enkels willen (Instr.)
gatvā vai śoṇitaṃ puram
zur Stadt Śoṇita gegangen (Ger./Akk.)
bāṇasya ca puraṃ gatvā
und zur Stadt des Bāṇa gegangen (Gen./Akk./Ger.)
kariṣye kadanaṃ mahat
werde ich ein großes Gemetzel anrichten (1.Sg.Fut./Akk.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).
śaṃkaraṃ ca mahāsenaṃ bāṇapriyahitaiṣiṇam; parājeṣyāmy athodyuktau devalokanamaskṛtau
Und Śaṃkara [Śiva] samt Mahāsena [Skanda], die dem Freund Bāṇa wohlwollen, werde ich besiegen, wenn die beiden, vom Götterhimmel verehrt, sich [zum Kampf] anschicken.
Wort für Wort
śaṃkaraṃ ca mahāsenam
und Śaṃkara samt Mahāsena (Akk.)
bāṇapriyahitaiṣiṇam
die dem Freund Bāṇa Wohlergehen wünschen (Akk.)
parājeṣyāmy athodyuktau
werde ich besiegen, wenn die beiden sich anschicken (1.Sg.Fut./Nom.Du.)
kaṃsaṃ keśiṃ tathā krūram ariṣṭaṃ ca mahāsuram; cāṇūraṃ ca mahāvīryaṃ muṣṭikaṃ ca mahābalam; pralambaṃ dhenukaṃ caiva ariṣṭaṃ vṛṣarūpiṇam; kālīyaṃ ca vaśe kṛtvā yamunāyā mahāhrade; gokuleṣu tataḥ paścād gavārthe tu mahāgirim; saptarātraṃ dhariṣyāmi varṣamāṇe tu vāsave; apakrānte tato varṣe girimūrdhany avasthitaḥ; indreṇa saha saṃvādaṃ kariṣyāmi tadā dvija
Nachdem ich Kaṃsa, ebenso den grausamen Keśin, und den großen Asura Ariṣṭa, und Cāṇūra von großer Tapferkeit, und Muṣṭika von großer Kraft, Pralamba, und ebenso Dhenuka, den in Stiergestalt seienden Ariṣṭa, und Kāliya im großen Wasserbecken der Yamunā unter meine Gewalt gebracht habe, werde ich danach in den Kuhweiden, um der Kühe willen, den großen Berg sieben Nächte lang halten, während Vāsava [Indra] Regen niedergehen lässt; und wenn dann der Regen abgezogen ist, werde ich, auf dem Gipfel des Berges stehend, dann mit Indra ein Gespräch führen, o Zweifachgeborener.
Wort für Wort
kaṃsaṃ keśiṃ tathā krūram
Kaṃsa, und den grausamen Keśin (Akk.)
ariṣṭaṃ ca mahāsuram
und den großen Asura Ariṣṭa (Akk.)
cāṇūraṃ ca mahāvīryam
und Cāṇūra von großer Tapferkeit (Akk.)
muṣṭikaṃ ca mahābalam
und Muṣṭika von großer Kraft (Akk.)
pralambaṃ dhenukaṃ caiva
Pralamba und auch Dhenuka (Akk.)
ariṣṭaṃ vṛṣarūpiṇam
Ariṣṭa in Stiergestalt (Akk.)
kālīyaṃ ca vaśe kṛtvā
und Kāliya unter Gewalt gebracht (Akk./Ger.)
yamunāyā mahāhrade
im großen Wasserbecken der Yamunā (Gen./Lok.)
gokuleṣu tataḥ paścāt
danach in den Kuhweiden (Lok.Pl./Adv.)
gavārthe tu mahāgirim
um der Kühe willen, den großen Berg (Lok./Akk.)
saptarātraṃ dhariṣyāmi
sieben Nächte lang werde ich halten (Akk./1.Sg.Fut.)
varṣamāṇe tu vāsave
während Vāsava regnen lässt (Lok.abs.)
apakrānte tato varṣe
als dann der Regen vorüber ist (Lok.abs.)
girimūrdhany avasthitaḥ
auf dem Gipfel des Berges stehend (Lok./Nom.)
indreṇa saha saṃvādam
mit Indra ein Gespräch (Instr./Akk.)
kariṣyāmi tadā dvija
werde ich dann führen, o Zweifachgeborener (1.Sg.Fut./Vok.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Ariṣṭa wird hier zweimal genannt (als Asura und als Stierdämon) – wohl zwei Namensträger oder eine Wiederholung im Text.
yaḥ kālayavanaḥ khyāto gargatejobhisaṃvṛtaḥ; bhaviṣyati vadhas tasya matta eva dvijottama
Er, der als Kālayavana bekannt sein wird, umgeben von der Kraft Gargas, dessen Tod wird, o bester der Zweifachgeborenen, allein durch mich [bewirkt werden].
Wort für Wort
yaḥ kālayavanaḥ khyātaḥ
der als Kālayavana bekannt sein wird (Nom.)
gargatejobhisaṃvṛtaḥ
umgeben von der Kraft Gargas (Nom.)
bhaviṣyati vadhas tasya
sein Tod wird eintreten (3.Sg.Fut./Nom.)
matta eva dvijottama
eben durch mich, o bester Zweifachgeborener (Abl./Vok.)
laghvācchidya dhanaṃ sarvaṃ vāsudevaṃ ca pauṇḍrakam
Nachdem ich ihm rasch all seinen Reichtum entrissen habe – ebenso [bezwinge ich] Pauṇḍraka, [der sich] Vāsudeva [nennt].
Wort für Wort
laghvācchidya dhanaṃ sarvam
nachdem ich rasch all seinen Reichtum entrissen habe (Ger./Akk.)
vāsudevaṃ ca pauṇḍrakam
und Pauṇḍraka, [der sich] Vāsudeva [nennt] (Akk.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Elliptischer Satz; Pauṇḍraka ist ein König, der sich fälschlich Vāsudeva nannte.
jarāsaṃdhaś ca balavān sarvarājavirodhakaḥ; bhaviṣyaty asuraḥ sphīto bhūmipālo girivraje; mama buddhiparispandād vadhas tasya bhaviṣyati
Und Jarāsandha, der Mächtige, der Gegner aller Könige, wird ein gedeihender Asura sein, Herrscher in Girivraja; durch die Regung meines Verstandes wird seine Tötung geschehen.
So werden die Leute sagen: „Die beiden Seher Nara und Nārāyaṇa, die beiden Herren, verzehren, eifrig bemüht, den Kṣatriya-Stand um der Aufgabe der Welt willen.“
Wort für Wort
evaṃ lokā vadiṣyanti
so werden die Leute sagen (Nom.Pl./3.Pl.Fut.)
naranārāyaṇāv ṛṣī
die beiden Seher Nara und Nārāyaṇa (Nom.Du.)
udyuktau dahataḥ kṣatram
die beiden eifrig Bemühten verzehren den Kṣatriya-Stand (Nom.Du./3.Du.Präs./Akk.)
lokakāryārtham īśvarau
die beiden Herren, um der Aufgabe der Welt willen (Nom.Du./Adv.)
Unermessliche Taten [vollbringe ich], da ich vier Gestalten trage; und nachdem ich [dies] getan habe, werde ich in meine eigenen, von Brahmā geehrten Welten gehen.
Wort für Wort
karmāṇy aparimeyāni
unermessliche Taten (Akk.Pl.)
caturmūrtidharo hy aham
denn ich trage vier Gestalten (Nom./1.Sg.)
kṛtvā lokān gamiṣyāmi
nachdem ich [dies] getan habe, werde ich zu den Welten gehen (Ger./Akk.Pl./1.Sg.Fut.)
tataḥ kaliyugasyādau bhūtvā rājataruṃ śritaḥ; bhāṣayā māgadhenaiva dharmarājagṛhe vadan; kāṣāyavastrasaṃvīto muṇḍitaḥ śukladantavān; śuddhodanasuto buddho mohayiṣyāmi mānavān; śūdrāḥ śrāddheṣu bhojyante mayi buddhatvam āgate; bhaviṣyanti narāḥ sarve muṇḍāḥ kāṣāyasaṃvṛtāḥ; anadhyāyā bhaviṣyanti viprāś cāgnivivarjitāḥ; agnihotrāṇi sīdanti gurupūjā ca naśyati; na śṛṇvanti pituḥ putrā na snuṣā naiva mātaraḥ; na mitraṃ na kalatraṃ vā vartate hy adharottamam; evaṃ bhūtaṃ jagat sarvaṃ śrutismṛtivivarjitam; bhaviṣyati kalau nagno hy aśuddho varṇasaṃkaraḥ; teṣāṃ sakāśād dharmajñā devabrahmadviṣo narāḥ; bhaviṣyanti hy aśuddhāś ca nyāyacchalavibhāṣiṇaḥ; ye nagnadharmaśrotāras te samāḥ pāpaniścayaiḥ; tasmād ete na saṃbhāṣyā na spraṣṭavyā hitārthibhiḥ; upavāsatrayaṃ kuryāt tatsaṃsargaviśuddhaye; tataḥ kaliyugasyānte brāhmaṇo haripiṅgalaḥ; kalkir viṣṇuyaśaḥputro yājñavalkyapurohitaḥ; sahāyā brāhmaṇāḥ sarve tair ahaṃ sahitaḥ punaḥ; mlecchān utsādayiṣyāmi pāṣaṇḍāṃś caiva sarvaśaḥ; pāṣaṇḍiṣaṭkān hatvā vai tatrāntaḥpralaye tataḥ; ahaṃ paścād bhaviṣyāmi yajñeṣu nirataḥ sadā
Dann werde ich, am Beginn des Kali-Zeitalters, entstehen und mich an einen Königsbaum lehnen, in der Sprache von Magadha redend, im Hause des Dharmarāja; gehüllt in ockerfarbene Gewänder, geschoren, mit weißen Zähnen – als Buddha, der Sohn des Śuddhodana, werde ich die Menschen verblenden. Wenn in mir der Buddha-Zustand eingetreten ist, werden Śūdras bei den Totenopfern gespeist werden; alle Menschen werden geschoren und in ockerfarbene Gewänder gehüllt sein. Die vorgeschriebenen Studienpausen werden entfallen, und die Brahmanen werden das Opferfeuer aufgeben; die Feueropfer verkommen, und die Verehrung der Lehrer geht zugrunde. Die Söhne hören nicht mehr auf den Vater, noch die Schwiegertochter, noch die Mütter [auf irgendjemanden] [?]; es gibt weder Freund noch Gattin mehr, denn höchstes Unrecht herrscht. So wird die ganze Welt beschaffen sein, der Śruti und Smṛti entbehrend; im Kali-Zeitalter wird es Nacktheit, Unreinheit und Vermischung der Stände geben. Ihretwegen werden Männer, die zwar den Dharma kennen, aber Götter und Brahmanen hassen, unrein sein und mit trügerischer Scheinlogik reden. Die, welche der Lehre der „Nackten“ folgen, sind denen gleich, die auf Sünde entschlossen sind; deshalb sollen sie von denen, die ihr eigenes Heil suchen, weder angesprochen noch berührt werden. Man soll ein dreitägiges Fasten einhalten, um sich von der Berührung mit ihnen zu reinigen. Dann, am Ende des Kali-Zeitalters, [erscheint] ein Brahmane, rötlich-gelb wie Hari, Kalki, der Sohn des Viṣṇuyaśas, mit Yājñavalkya als Hauspriester; alle Brahmanen werden seine Helfer sein, und mit ihnen vereint werde ich erneut die Mlecchas und ebenso die Häretiker ganz und gar vernichten. Nachdem ich dort, in jener endzeitlichen Auflösung, die sechs Arten von Häretikern erschlagen habe, werde ich danach immerdar den Opfern zugewandt sein.
Wort für Wort
tataḥ kaliyugasyādau
dann am Beginn des Kali-Zeitalters (Adv./Gen./Lok.)
bhūtvā rājataruṃ śritaḥ
entstanden, an einen Königsbaum gelehnt (Ger./Akk./Nom.)
bhāṣayā māgadhenaiva
in der Sprache von Magadha (Instr.)
dharmarājagṛhe vadan
im Haus des Dharmarāja redend (Lok./Part.)
kāṣāyavastrasaṃvīto muṇḍitaḥ śukladantavān
in ockerfarbene Gewänder gehüllt, geschoren, mit weißen Zähnen (Nom.)
śuddhodanasuto buddho
als Buddha, der Sohn des Śuddhodana (Nom.)
mohayiṣyāmi mānavān
werde ich die Menschen täuschen (1.Sg.Fut./Akk.)
śūdrāḥ śrāddheṣu bhojyante
Śūdras werden bei den Totenopfern gespeist (Nom.Pl./Lok./3.Pl.Pass.)
mayi buddhatvam āgate
wenn in mir der Buddha-Zustand eingetreten ist (Lok.abs.)
bhaviṣyanti narāḥ sarve muṇḍāḥ kāṣāyasaṃvṛtāḥ
alle Menschen werden geschoren und in Ocker gehüllt sein (Nom.Pl./3.Pl.Fut.)
anadhyāyā bhaviṣyanti viprāś cāgnivivarjitāḥ
die Studienpausen werden entfallen, und die Brahmanen werden feuerlos sein (Nom.Pl./3.Pl.Fut.)
agnihotrāṇi sīdanti
die Feueropfer verkommen (Nom.Pl./3.Pl.Präs.)
gurupūjā ca naśyati
und die Lehrerverehrung geht zugrunde (Nom./3.Sg.Präs.)
na śṛṇvanti pituḥ putrā
die Söhne hören nicht auf den Vater (3.Pl.Präs.Neg./Gen./Nom.Pl.)
na snuṣā naiva mātaraḥ
noch die Schwiegertochter, noch die Mütter [gehorchen] (Nom.Pl.)
na mitraṃ na kalatraṃ vā
es gibt weder Freund noch Gattin (Nom.)
vartate hy adharottamam
denn höchstes Unrecht herrscht (3.Sg.Präs./Nom.)
evaṃ bhūtaṃ jagat sarvaṃ
so [wird] die ganze Welt beschaffen [sein] (Nom.)
śrutismṛtivivarjitam
der Śruti und Smṛti entbehrend (Nom.)
bhaviṣyati kalau nagno hy aśuddho varṇasaṃkaraḥ
im Kali-Zeitalter wird es Nacktheit, Unreinheit und Standesvermischung geben (3.Sg.Fut./Lok./Nom.)
teṣāṃ sakāśād dharmajñāḥ
von ihnen her, die den Dharma kennen (Gen.Pl./Abl./Nom.Pl.)
devabrahmadviṣo narāḥ
Männer, die Götter und Brahmanen hassen (Nom.Pl.)
bhaviṣyanty hy aśuddhāś ca nyāyacchalavibhāṣiṇaḥ
werden unrein sein und mit trügerischer Scheinlogik reden (3.Pl.Fut./Nom.Pl.)
ye nagnadharmaśrotāras te
die, welche die Lehre der ‚Nackten‘ hören (Nom.Pl.)
samāḥ pāpaniścayaiḥ
gleich denen, die auf Sünde entschlossen sind (Nom.Pl./Instr.Pl.)
tasmād ete na saṃbhāṣyā
deshalb sollen diese nicht angesprochen werden (Abl./Nom.Pl./Gerundiv)
na spraṣṭavyā hitārthibhiḥ
nicht berührt werden von denen, die ihr Heil suchen (Gerundiv/Instr.Pl.)
upavāsatrayaṃ kuryāt
man soll ein dreitägiges Fasten halten (Akk./3.Sg.Opt.)
tatsaṃsargaviśuddhaye
zur Reinigung von jener Berührung (Dat.)
tataḥ kaliyugasyānte
dann, am Ende des Kali-Zeitalters (Adv./Gen./Lok.)
brāhmaṇo haripiṅgalaḥ
ein Brahmane, rötlich-gelb wie Hari (Nom.)
kalkir viṣṇuyaśaḥputraḥ
Kalki, der Sohn des Viṣṇuyaśas (Nom.)
yājñavalkyapurohitaḥ
mit Yājñavalkya als Hauspriester (Nom.)
sahāyā brāhmaṇāḥ sarve
alle Brahmanen als Helfer (Nom.Pl.)
tair ahaṃ sahitaḥ punaḥ
mit ihnen vereint werde ich wieder (Instr.Pl./Nom./Adv.)
mlecchān utsādayiṣyāmi
die Mlecchas werde ich vernichten (Akk.Pl./1.Sg.Fut.)
pāṣaṇḍāṃś caiva sarvaśaḥ
und ebenso die Häretiker gänzlich (Akk.Pl./Adv.)
pāṣaṇḍiṣaṭkān hatvā vai
nachdem ich die sechs Häretiker-Arten erschlagen habe (Akk.Pl./Ger.)
tatrāntaḥpralaye tataḥ
dort, in jener inneren Auflösung, dann (Lok./Adv.)
ahaṃ paścād bhaviṣyāmi yajñeṣu nirataḥ sadā
werde ich danach immerdar den Opfern zugewandt sein (1.Sg.Fut./Lok.Pl./Nom./Adv.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Längste Zusatzpassage (star) des Abschnitts; polemisch gegen den Buddhismus und häretische Lehren. Einzelne Ausdrücke (u. a. „rājataru“, „dharmarājagṛhe“, „nagnadharmaśrotāraḥ“, die Konstruktion mit den Müttern) sind unsicher und sinngemäß wiedergegeben.
vārāho nārasiṃhaś ca vāmano rāma eva ca; rāmo dāśarathiś caiva sātvataḥ kalkir eva ca
Der Eber und der Mannlöwe, der Zwerg, ebenso Rāma, und Rāma, der Daśarathi, sowie der Sätvata [Kṛṣṇa] und ebenso Kalki.
Wort für Wort
vārāhaḥ
der Eber (Nom. Sg., Name einer Erscheinungsform)
nārasiṃhaḥ ca
und der Mannlöwe (Nom. Sg.)
vāmano rāma eva ca
der Zwerg, ebenso Rāma (Nom. Sg.)
rāmo dāśarathiḥ ca eva
und Rāma, der Daśarathi (Nom. Sg.)
sātvataḥ kalkiḥ eva ca
der Sätvata [Kṛṣṇa], ebenso Kalki (Nom. Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Fortsetzung der Aufzählung der Erscheinungsformen aus dem vorangehenden Vers (Haṃsa, Hayaśiras); Zusatzvers ohne eigenes Verb.
Als die Überlieferung des Veda verlorengegangen war und von mir zurückgeholt wurde, da wurden [die Welten] wieder mit Veda und mit Śruti versehen, einst, im Kṛtayuga.
Wort für Wort
yadā vedaśrutir naṣṭā
als die Veda-Kunde verloren war (Nom. Sg. Fem.)
mayā pratyāhṛtā tadā
von mir zurückgeholt, da (Instr. Sg./Nom. Sg. Fem. Part.)
atikrāntāḥ purāṇeṣu śrutās te yadi vā kva cit; atikrāntāś ca bahavaḥ prādurbhāvā mamottamāḥ
Vergangene [Erscheinungen] werden, wenn überhaupt, nur irgendwo in den Purāṇas erwähnt; und viele vorzügliche Manifestationen von mir sind [ebenso] entschwunden.
Wort für Wort
atikrāntāḥ purāṇeṣu
vergangene [Erscheinungen], in den Purāṇas (Nom. Pl. Part./Lok. Pl.)
śrutās te yadi vā kva cit
werden sie erwähnt, wenn überhaupt, irgendwo (Nom. Pl. Part./Adv.)
na hy etad brahmaṇā prāptam īdṛśaṃ mama darśanam; yat tvayā prāptam adyeha ekāntagatabuddhinā
Denn ein solches Erscheinen von mir, wie du es heute hier erlangt hast, mit einem Geist, der sich ganz [mir] zugewandt hat, hat nicht einmal Brahmā erlangt.
Wort für Wort
na hi etad prāptam
denn dies wurde nicht erlangt (Nom. Sg. Neutr. Part.)
brahmaṇā īdṛśaṃ mama darśanam
von Brahmā ein solches Erscheinen von mir (Instr. Sg./Akk. Sg.)
yat tvayā prāptam
das von dir erlangt wurde (Nom. Sg./Instr. Sg.)
adya iha
heute, hier (Adv.)
ekāntagatabuddhinā
von dir, dessen Geist sich ganz [mir] zugewandt hat (Instr. Sg.)
Nārada verkündete es wieder, wie es aus dem Mund Nārāyaṇas gesungen worden war, in der Wohnstatt Brahmās, o Lieber, so wie er es gesehen und so wie er es gehört hatte.
Wort für Wort
nārāyaṇamukhodgītaṃ
das aus Nārāyaṇas Mund Gesungene (Akk. Sg. Neutr.)
nārado 'śrāvayat punaḥ
Nārada verkündete es wieder (3.Sg.Impf.Kaus.)
brahmaṇaḥ sadane tāta
in der Wohnstatt Brahmās, o Lieber (Gen. Sg./Lok. Sg./Vok.)
yathā dṛṣṭaṃ yathā śrutam
so wie gesehen, so wie gehört (Adv./Nom. Sg. Neutr.)
yudhiṣṭhira uvāca; etad āścaryabhūtaṃ hi māhātmyaṃ tasya dhīmataḥ; kiṃ brahmā na vijānīte yataḥ śuśrāva nāradāt
Yudhiṣṭhira sprach: „Ist dies nicht eine wundersame Größe jenes Weisen [Nārāyaṇa], dass Brahmā es nicht [aus eigener Anschauung] kennt, da er es doch [nur] von Nārada gehört hat?“
Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca
Yudhiṣṭhira sprach (3.Sg.Perf.)
etad āścaryabhūtaṃ hi māhātmyaṃ
ist dies nicht eine wundersame Größe (Nom. Sg. Neutr.)
tasya dhīmataḥ
jenes Weisen (Gen. Sg.)
kiṃ brahmā na vijānīte
dass Brahmā es nicht kennt (3.Sg.Präs.)
yataḥ śuśrāva nāradāt
da er es von Nārada gehört hat (3.Sg.Perf./Abl. Sg.)
Am Anfang der Schöpfung ist Brahmā bekannt als der Herr, der Urheber der Geschöpfe-Schöpfung; er kennt den Vorzüglichsten der Götter, und noch mehr darüber hinaus, o König: den höchsten Geist, den Gebieter, ebenso den Ursprung seines eigenen Selbst.
Wort für Wort
sargasya ādau smṛto brahmā
am Anfang der Schöpfung wird Brahmā genannt (Gen. Sg./Lok./Nom. Sg. Part.)
prajāsargakaraḥ prabhuḥ
der Herr, der Urheber der Geschöpfe-Schöpfung (Nom. Sg.)
jānāti devapravaraṃ
er kennt den Vorzüglichsten der Götter (3.Sg.Präs./Akk. Sg.)
bhūyaś ca ato 'dhikaṃ nṛpa
und noch darüber hinaus, o König (Adv./Akk. Sg./Vok.)
paramātmānam īśānam
den höchsten Geist, den Gebieter (Akk. Sg.)
ātmanaḥ prabhavaṃ tathā
ebenso den Ursprung seines Selbst (Gen. Sg./Akk. Sg.)
ṣaṭṣaṣṭir hi sahasrāṇi ṛṣīṇāṃ bhāvitātmanām; sūryasya tapato lokān nirmitā ye puraḥsarāḥ; teṣām akathayat sūryaḥ sarveṣāṃ bhāvitātmanām
Denn sechsundsechzigtausend Seher geläuterter Seele, die als Vorläufer aus den Welten des büßenden Sūrya hervorgebracht wurden [?], ihnen allen, den geläuterten Seelen, verkündete es Sūrya.
Wort für Wort
ṣaṭṣaṣṭir hi sahasrāṇi
sechsundsechzigtausend (Nom. Sg./Nom. Pl. Neutr.)
ṛṣīṇāṃ bhāvitātmanām
von Sehern geläuterter Seele (Gen. Pl.)
sūryasya tapato lokān
aus den Welten des büßenden Sūrya (Gen. Sg. Part./Akk. Pl.)
nirmitā ye puraḥsarāḥ
die als Vorläufer erschaffen wurden (Nom. Pl. Part.)
teṣām akathayat sūryaḥ
ihnen erzählte es Sūrya (Gen. Pl./3.Sg.Impf.)
sarveṣāṃ bhāvitātmanām
allen von geläuterter Seele (Gen. Pl.)
Konstruktion von 'sūryasya tapato lokān nirmitā ye puraḥsarāḥ' unsicher; hier als 'aus den Welten des büßenden Sūrya als Vorläufer hervorgebracht' gedeutet.
Durch jene hochseeligen Seher, die Sūrya folgen, o Lieber, wurden die auf dem Meru versammelten Götter mit dieser vorzüglichen [Lehre] bekannt gemacht.
Wort für Wort
sūryānugāmibhis tāta
durch die Sūrya-Gefolgsleute, o Lieber (Instr. Pl./Vok.)
ṛṣibhis tair mahātmabhiḥ
durch jene hochseeligen Seher (Instr. Pl.)
merau samāgatā devāḥ
die auf dem Meru versammelten Götter (Lok. Sg./Nom. Pl.)
śrāvitāś ca idam uttamam
wurden mit diesem Vorzüglichen bekannt gemacht (Nom. Pl. Part. Kaus./Akk. Sg.)
devānāṃ tu sakāśād vai tataḥ śrutvāsito dvijaḥ; śrāvayām āsa rājendra pitṝṇāṃ munisattamaḥ
Dann aber, nachdem er es von den Göttern gehört hatte, verkündete der zweimal geborene Asita, der beste der Weisen, es den Ahnen, o Herrscher der Könige.
Wort für Wort
devānāṃ tu sakāśād
von den Göttern aber (Gen. Pl.)
vai tataḥ śrutvā
dann, nachdem er es gehört hatte (Adv./Ger.)
asito dvijaḥ munisattamaḥ
der zweimal geborene Asita, der beste der Weisen (Nom. Sg.)
śrāvayām āsa rājendra
verkündete es, o Herrscher der Könige (3.Sg.Perf.Kaus./Vok.)
idam ākhyānam ārṣeyaṃ pāraṃparyāgataṃ nṛpa; nāvāsudevabhaktāya tvayā deyaṃ kathaṃ cana
Diese Erzählung, von den Sehern stammend, durch Überlieferung gekommen, o König, darf von dir keinesfalls einem gegeben werden, der kein Verehrer Vāsudevas ist.
Wort für Wort
idam ākhyānam ārṣeyaṃ
diese von den Sehern stammende Erzählung (Nom. Sg. Neutr.)
pāraṃparyāgataṃ nṛpa
durch Überlieferung gekommen, o König (Nom. Sg. Neutr./Vok.)
na avāsudevabhaktāya
nicht einem Nicht-Verehrer Vāsudevas (Dat. Sg.)
tvayā deyaṃ kathaṃ cana
darf von dir keinesfalls gegeben werden (Instr. Sg./Nom. Sg. Neutr. Gerundiv/Adv.)
Und wer, o König, stets diese vorzügliche Erzählung verkünden lässt — jener Mensch, immer hingebungsvoll, rein und gesammelt geworden, wird bald, o König, die ewige Welt Viṣṇus erlangen.
Wort für Wort
ākhyānam uttamaṃ ca idaṃ
und diese vorzügliche Erzählung (Akk. Sg. Neutr.)
śrāvayed yaḥ sadā nṛpa
wer stets verkünden lässt, o König (3.Sg.Opt.Kaus./Nom. Sg./Vok.)
sadā eva manujo bhaktaḥ
jener Mensch, immer hingebungsvoll (Nom. Sg.)
śucir bhūtvā samāhitaḥ
rein und gesammelt geworden (Nom. Sg./Ger.)
prāpnuyād acirād rājan
wird bald erlangen, o König (3.Sg.Opt./Adv./Vok.)
viṣṇulokaṃ sanātanam
die ewige Welt Viṣṇus (Akk. Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).
Wie einst, o König, von Göttern und Dämonen durch Quirlen der Nektar der Unsterblichkeit gewonnen wurde, so wurde einst von den Weisen hier dieser Nektar der Erzählung gewonnen.
Wort für Wort
surāsurair yathā rājan
wie von Göttern und Dämonen, o König (Instr. Pl./Vok.)
nirmathya amṛtam uddhṛtam
durch Quirlen wurde der Nektar gewonnen (Ger./Nom. Sg. Neutr. Part.)
evam etat purā vipraiḥ
so wurde dies einst von den Weisen (Adv./Instr. Pl.)
kathāmṛtam iha uddhṛtam
der Erzählungsnektar hier gewonnen (Nom. Sg. Neutr. Part.)
— jener Mensch, der den großen weißen Erdteil [Śvetadvīpa] erreicht hat und mondgleich strahlend geworden ist, geht ein in den tausendstrahligen Gott; daran ist kein Zweifel.
Wort für Wort
prāpya śvetaṃ mahādvīpaṃ
nachdem er den großen weißen Erdteil erreicht hat (Ger./Akk. Sg.)
Der Leidende würde ebenso von der Krankheit befreit, wenn er diese Erzählung von Anfang an gehört hat; der Wissensdurstige erlangt [seine] Wünsche; der Hingebungsvolle geht zum Ziel der Hingebungsvollen.
Wort für Wort
mucyed ārtas tathā rogāt
der Leidende würde ebenso von der Krankheit befreit (3.Sg.Opt.Pass./Nom. Sg./Abl. Sg.)
śrutvā imām āditaḥ kathām
nachdem er diese Erzählung von Anfang an gehört hat (Ger./Akk. Sg./Adv.)
jijñāsur labhate kāmān
der Wissensdurstige erlangt die Wünsche (Nom. Sg./3.Sg.Präs./Akk. Pl.)
bhakto bhaktagatiṃ vrajet
der Hingebungsvolle würde zum Ziel der Hingebungsvollen gehen (Nom. Sg./Akk. Sg./3.Sg.Opt.)
Vaiśaṃpāyana sprach: Als er diese vorzügliche Erzählung gehört hatte, wurden der rechtmäßige König Janamejaya und alle seine Brüder Nārāyaṇa ganz zugewandt.
Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca
Vaiśaṃpāyana sprach (3.Sg.Perf.)
śrutvā etad ākhyānavaraṃ
nachdem er diese vorzügliche Erzählung gehört hatte (Ger./Akk. Sg.)
jitaṃ bhagavatā tena puruṣeṇeti bhārata; nityaṃ japyaparā bhūtvā sarasvatīm udīrayan
„Gesiegt hat jener erhabene Puruṣa!“ — so [sprechend], o Bhārata, wurden sie stets dem Murmelgebet zugetan und stießen den heiligen [Sarasvatī-]Spruch aus.
Nachdem er stets durch die Luft zum Milchozean, dem Sitz des Nektars, gegangen war und den Herrn der Götter verehrt hatte, kehrte er wieder in seine eigene Einsiedelei zurück.
Wort für Wort
gatvā antarikṣāt satataṃ
nachdem er stets durch die Luft gegangen war (Ger./Abl. Sg./Adv.)
kṣīrodam amṛtāśayam
zum Milchozean, dem Sitz des Nektars (Akk. Sg.)
pūjayitvā ca deveśaṃ
und nachdem er den Herrn der Götter verehrt hatte (Ger./Akk. Sg.)
punar āyāt svam āśramam
kehrte er wieder in seine Einsiedelei zurück (Adv./3.Sg.Impf./Akk. Sg.)
bhīṣma uvāca; etat te sarvam ākhyātaṃ nāradoktaṃ mayeritam; pāraṃparyāgataṃ hy etat pitrā me kathitaṃ purā
Bhīṣma sprach: „Dies alles ist dir von mir verkündet worden, wie es von Nārada gesagt und von mir wiedergegeben wurde; denn dies, durch Überlieferung gekommen, wurde mir einst von meinem Vater erzählt.“
Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach (3.Sg.Perf.)
etat te sarvam ākhyātaṃ
dies alles ist dir verkündet worden (Nom. Sg. Neutr. Part.)
nāradoktaṃ mayā īritam
wie von Nārada gesagt, von mir wiedergegeben (Nom. Sg. Neutr. Part./Instr. Sg.)
pāraṃparyāgataṃ hi etat
denn dies, durch Überlieferung gekommen (Nom. Sg. Neutr.)
pitrā me kathitaṃ purā
wurde mir einst von meinem Vater erzählt (Instr. Sg./Nom. Sg. Neutr. Part./Adv.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).
Sūta sprach: „Dies alles ist euch verkündet worden, wie es von Vaiśaṃpāyana berichtet wurde — was, von Janamejaya gehört, recht und vorschriftsgemäß vollzogen wurde. Denn ihr alle habt strenge Askese vollbracht und die Gelübde eingehalten; ihr alle seid die vornehmsten Kenner des Veda, Bewohner des Naimiṣa-Waldes; ihr alle, beste der Zweimalgeborenen, seid zum großen Opferfest des Śaunaka gekommen — verehrt mit wohlvollzogenen Opfern das Selbst, den höchsten Herrn.“
Wort für Wort
sūta uvāca
Sūta sprach (3.Sg.Perf.)
etat te sarvam ākhyātaṃ vaiśaṃpāyanakīrtitam
dies alles ist euch verkündet worden, wie von Vaiśaṃpāyana berichtet (Nom. Sg. Neutr. Part.)
janamejayena yac chrutvā kṛtaṃ samyag yathāvidhi
was, von Janamejaya gehört, recht und vorschriftsgemäß vollzogen wurde (Instr. Sg./Ger./Nom. Sg. Neutr. Part./Adv.)
yūyaṃ hi taptatapasaḥ sarve
denn ihr alle habt strenge Askese vollbracht (Nom. Pl.)
ca caritavratāḥ
und die Gelübde eingehalten habt (Nom. Pl.)
sarve vedavido mukhyā naimiṣāraṇyavāsinaḥ
ihr alle, die vornehmsten Kenner des Veda, Bewohner des Naimiṣa-Waldes (Nom. Pl.)
śaunakasya mahāsatraṃ prāptāḥ sarve dvijottamāḥ
ihr alle, beste der Zweimalgeborenen, seid zum großen Opferfest des Śaunaka gekommen (Gen. Sg./Akk. Sg./Nom. Pl. Part.)
yajadhvaṃ suhutair yajñair ātmānaṃ parameśvaram
verehrt mit wohlvollzogenen Opfern das Selbst, den höchsten Herrn (2.Pl.Imp./Instr. Pl./Akk. Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).