Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Śāntiparva

Kapitel 51: bhīṣmastuti Bhīṣmas Lobpreis auf Kṛṣṇa und dessen Verheißung der Todesstunde

Bhīṣma huldigt Kṛṣṇa-Viṣṇu als Ursprung und Ende der Welten; Kṛṣṇa antwortet, nennt Bhīṣmas Restlebenszeit (56 Tage) und fordert ihn auf, Yudhiṣṭhira zu belehren und dessen Trauer zu vertreiben.

vaiśaṃpāyana uvāca; śrutvā tu vacanaṃ bhīṣmo vāsudevasya dhīmataḥ; kiṃ cid unnāmya vadanaṃ prāñjalir vākyam abravīt

Vaiśaṃpāyana sprach: Als Bhīṣma die Rede des weisen Vāsudeva gehört hatte, hob er das Antlitz ein wenig, faltete die Hände und sprach diese Worte.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca
Vaiśaṃpāyana sprach (Perf.3.Sg.)
śrutvā tu vacanaṃ bhīṣmaḥ
nachdem Bhīṣma die Rede gehört hatte (Abs./Akk.Sg.n./Nom.Sg.)
vāsudevasya dhīmataḥ
des weisen Vāsudeva (Gen.Sg.)
kiṃ cid unnāmya vadanam
ein wenig das Gesicht erhoben habend (Abs./Akk.Sg.n.)
prāñjaliḥ vākyam abravīt
mit gefalteten Händen sprach er die Worte (Nom.Sg./Akk.Sg./Impf.3.Sg.)

namas te bhagavan viṣṇo lokānāṃ nidhanodbhava; tvaṃ hi kartā hṛṣīkeśa saṃhartā cāparājitaḥ

„Verneigung dir, Erhabener, Viṣṇu, du Ursprung und Untergang der Welten! Du bist ja der Schöpfer, Hṛṣīkeśa, und der Vernichter, der Unbesiegte.“

Wort für Wort
namas te bhagavan viṣṇo
Verneigung dir, Erhabener, Viṣṇu (Nom./Dat./Vok.Sg.)
lokānāṃ nidhanodbhava
der du Untergang und Ursprung der Welten bist (Gen.Pl./Vok.Sg., Kompositum)
tvaṃ hi kartā hṛṣīkeśa
denn du bist der Schöpfer, Hṛṣīkeśa (Nom.Sg./Vok.Sg.)
saṃhartā ca aparājitaḥ
und der Vernichter, der Unbesiegte (Nom.Sg.)

viśvakarman namas te 'stu viśvātman viśvasaṃbhava; apavargo 'si bhūtānāṃ pañcānāṃ parataḥ sthitaḥ

„Verneigung sei dir, Weltenschöpfer, Selbst des Alls, Ursprung des Alls! Du bist die Erlösung der Wesen und stehst jenseits der fünf [Elemente].“

Wort für Wort
viśvakarman namas te astu
Weltenschöpfer, Verneigung sei dir (Vok.Sg./Imp.3.Sg.)
viśvātman viśvasaṃbhava
Selbst des Alls, Ursprung des Alls (Vok.Sg.)
apavargaḥ asi bhūtānām
du bist die Erlösung/Vollendung der Wesen (Nom.Sg./2.Sg.Präs./Gen.Pl.)
pañcānāṃ parataḥ sthitaḥ
jenseits der fünf stehend (Gen.Pl./Adv./Part.Pf.Pass. Nom.Sg.)

„die fünf“ ist nicht näher bestimmt; am ehesten die fünf Elemente.

namas te triṣu lokeṣu namas te paratas triṣu; yogeśvara namas te 'stu tvaṃ hi sarvaparāyaṇam

„Verneigung dir in den drei Welten, Verneigung dir jenseits der drei! Herr des Yoga, Verneigung sei dir; denn du bist die höchste Zuflucht aller.“

Wort für Wort
namas te triṣu lokeṣu
Verneigung dir in den drei Welten (Lok.Pl.)
namas te paratas triṣu
Verneigung dir jenseits der drei (Adv./Lok.Pl.)
yogeśvara namas te astu
Herr des Yoga, Verneigung sei dir (Vok.Sg./Imp.3.Sg.)
tvaṃ hi sarvaparāyaṇam
denn du bist die höchste Zuflucht aller (Nom.Sg./Nom.Sg.n., Kompositum)

matsaṃśritaṃ yad āttha tvaṃ vacaḥ puruṣasattama; tena paśyāmi te divyān bhāvān hi triṣu vartmasu

„Die auf mich bezogene Rede, die du gesprochen hast, Bester der Männer – dadurch sehe ich deine göttlichen Zustände auf den drei Wegen.“

Wort für Wort
matsaṃśritaṃ yad āttha tvam vacaḥ
die auf mich bezogene Rede, die du sprachst (Akk.Sg.n./Rel./Perf.2.Sg./Nom./Akk.Sg.n.)
puruṣasattama
Bester der Männer (Vok.Sg.)
tena paśyāmi te divyān bhāvān
dadurch sehe ich deine göttlichen Zustände (Instr.Sg./1.Sg.Präs./Akk.Pl.)
hi triṣu vartmasu
ja auf den drei Wegen (Lok.Pl.)

matsaṃśritam: „auf mich bezogen, mich betreffend“; die Deutung ist nicht ganz sicher.

tac ca paśyāmi tattvena yat te rūpaṃ sanātanam; sapta mārgā niruddhās te vāyor amitatejasaḥ

„Und ich sehe der Wahrheit gemäß deine ewige Gestalt: Die sieben Bahnen des Windes von unermesslicher Kraft sind von dir gehemmt.“

Wort für Wort
tat ca paśyāmi tattvena
und das sehe ich wahrhaft (Akk./1.Sg.Präs./Instr.Sg.)
yat te rūpaṃ sanātanam
was deine ewige Gestalt ist (Rel./Gen./Nom.Sg.n.)
sapta mārgāḥ niruddhāḥ te
sieben Bahnen sind gehemmt von dir (Nom.Pl./Part.Pass. Nom.Pl./Instr.Sg.)
vāyoḥ amitatejasaḥ
des Windes von unermesslicher Kraft (Gen.Sg.)

te im zweiten Pāda ist als Agens „von dir“ gefasst.

divaṃ te śirasā vyāptaṃ padbhyāṃ devī vasuṃdharā; diśo bhujau raviś cakṣur vīrye śakraḥ pratiṣṭhitaḥ

„Der Himmel ist von deinem Haupt erfüllt, von den Füßen die göttliche Erde, die Vasuṃdharā; die Himmelsrichtungen sind deine Arme, die Sonne dein Auge, in deiner Kraft ist Śakra gegründet.“

Wort für Wort
divaṃ te śirasā vyāptam
der Himmel ist von deinem Haupt durchdrungen (Nom.Sg./Instr.Sg./Part.Pass.)
padbhyāṃ devī vasuṃdharā
von den Füßen [durchdrungen] die göttliche Erde (Instr.Du./Nom.Sg.f.)
diśaḥ bhujau
die Himmelsrichtungen [sind deine] Arme (Nom.Pl./Nom.Du.)
raviḥ cakṣuḥ
die Sonne [ist dein] Auge (Nom.Sg.)
vīrye śakraḥ pratiṣṭhitaḥ
in [deiner] Heldenkraft ist Śakra gegründet (Lok.Sg./Nom.Sg./Part.Pass.)

atasīpuṣpasaṃkāśaṃ pītavāsasam acyutam; vapur hy anumimīmas te meghasyeva savidyutaḥ

„Der Flachsblüte gleich, gelb gekleidet, Unvergänglicher – deine Gestalt vergleichen wir mit einer Wolke samt Blitz.“

Wort für Wort
atasīpuṣpasaṃkāśam
der Flachsblüte gleichend (Akk.Sg.n.)
pītavāsasam acyutam
gelb gekleidet, unvergänglich (Akk.Sg.m.)
vapuḥ hi anumimīmas te
deine Gestalt vergleichen wir ja (Akk.Sg.n./1.Pl.Präs./Gen.)
meghasya iva savidyutaḥ
mit einer Wolke gleichsam samt Blitz (Gen.Sg./Adv./Gen.Sg.)

tvatprapannāya bhaktāya gatim iṣṭāṃ jigīṣave; yac chreyaḥ puṇḍarīkākṣa tad dhyāyasva surottama

„Für den, der bei dir Zuflucht genommen hat, dir Ergebenen, der ein ersehntes Ziel zu gewinnen strebt – was das Heil ist, Lotosäugiger, das bedenke, Bester der Götter.“

Wort für Wort
tvatprapannāya bhaktāya
für den bei dir Zuflucht Genommenen, Ergebenen (Dat.Sg.)
gatim iṣṭāṃ jigīṣave
für den, der das ersehnte Ziel gewinnen will (Akk.Sg.f./Dat.Sg.)
yat śreyaḥ puṇḍarīkākṣa
was das Heilvollere ist, Lotosäugiger (Rel./Nom.Sg.n./Vok.Sg.)
tat dhyāyasva surottama
das bedenke, Bester der Götter (Akk./Imp.Med.2.Sg./Vok.Sg.)

Der Dativ tvatprapannāya bhaktāya jigīṣave bezieht sich wohl auf den Sprecher Bhīṣma selbst (oder Yudhiṣṭhira); nicht ausdrücklich gesagt.

vāsudeva uvāca; yataḥ khalu parā bhaktir mayi te puruṣarṣabha; tato vapur mayā divyaṃ tava rājan pradarśitam

Vāsudeva sprach: „Weil du mir gegenüber, Stier unter den Männern, höchste Ergebenheit hast, darum wurde dir, König, meine göttliche Gestalt gezeigt.“

Wort für Wort
vāsudevaḥ uvāca
Vāsudeva sprach (Perf.3.Sg.)
yataḥ khalu parā bhaktiḥ
weil ja höchste Ergebenheit (Adv./Part./Nom.Sg.f.)
mayi te puruṣarṣabha
zu mir bei dir, Stier unter den Männern (Lok.Sg./Gen.Sg./Vok.Sg.)
tataḥ vapuḥ mayā divyam
darum [wurde] Gestalt von mir, die göttliche (Adv./Nom.Sg.n./Instr.Sg.)
tava rājan pradarśitam
dir, König, gezeigt (Dat./Gen.Sg./Vok.Sg./Part.Pass.)

na hy abhaktāya rājendra bhaktāyānṛjave na ca; darśayāmy aham ātmānaṃ na cādāntāya bhārata

„Denn nicht dem Unergebenen, König der Könige, und nicht dem Unaufrichtigen zeige ich mein Selbst, und nicht dem Ungezähmten, Bhārata.“

Wort für Wort
na hi abhaktāya rājendra
denn nicht dem Unergebenen, König der Könige (Dat.Sg./Vok.Sg.)
bhaktāya anṛjave na ca
dem Ergebenen [aber], nicht dem Unaufrichtigen (Dat.Sg.)
darśayāmi aham ātmānam
zeige ich mich selbst (Kaus.1.Sg.Präs./Nom./Akk.Sg.)
na ca adāntāya bhārata
und nicht dem Ungezähmten, Bhārata (Dat.Sg./Vok.Sg.)

bhavāṃs tu mama bhaktaś ca nityaṃ cārjavam āsthitaḥ; dame tapasi satye ca dāne ca nirataḥ śuciḥ

„Du aber bist mir ergeben und stets der Aufrichtigkeit zugetan, ergeben der Selbstbeherrschung, Askese, Wahrhaftigkeit und dem Geben, rein.“

Wort für Wort
bhavān tu mama bhaktaḥ ca
du aber bist mein Ergebener (Nom.Sg./Gen.Sg./Nom.Sg.)
nityaṃ ca ārjavam āsthitaḥ
und stets der Aufrichtigkeit zugetan (Adv./Akk.Sg.n./Part.Pf. Nom.Sg.)
dame tapasi satye ca
in Selbstbeherrschung, Askese und Wahrhaftigkeit (Lok.Sg.)
dāne ca nirataḥ śuciḥ
und im Geben ergeben, rein (Lok.Sg./Nom.Sg.)

Im ersten Pāda bhaktaḥ ca; das Verb „bist“ ist aus dem Kontext ergänzt.

arhas tvaṃ bhīṣma māṃ draṣṭuṃ tapasā svena pārthiva; tava hy upasthitā lokā yebhyo nāvartate punaḥ

„Würdig bist du, Bhīṣma, mich zu schauen durch deine eigene Askese, Fürst; denn dir stehen die Welten bevor, von denen man nicht wieder zurückkehrt.“

Wort für Wort
arhaḥ tvaṃ bhīṣma
würdig bist du, Bhīṣma (Nom.Sg./Nom./Vok.Sg.)
māṃ draṣṭum
mich zu sehen (Akk./Inf.)
tapasā svena pārthiva
durch deine eigene Askese, Fürst (Instr.Sg./Instr.Sg.n./Vok.Sg.)
tava hi upasthitāḥ lokāḥ
denn dir stehen bevor die Welten (Gen./Part.Pass. Nom.Pl./Nom.Pl.)
yebhyaḥ na āvartate punaḥ
von denen man nicht wieder zurückkehrt (Abl.Pl. Rel./3.Sg.Präs.Med./Adv.)

pañcāśataṃ ṣaṭ ca kurupravīra; śeṣaṃ dinānāṃ tava jīvitasya; tataḥ śubhaiḥ karmaphalodayais tvaṃ; sameṣyase bhīṣma vimucya deham

„Sechsundfünfzig [Tage], Vorzüglichster der Kurus, sind der Rest der Tage deines Lebens. Danach wirst du mit den heilvollen Früchten [deiner] Werke, die aufgehen, vereint werden, Bhīṣma, wenn du den Leib abgelegt hast.“

Wort für Wort
pañcāśataṃ ṣaṭ ca
fünfzig und sechs (Nom.Sg.n./Nom.Pl.)
kurupravīra
Vorzüglichster der Kurus (Vok.Sg.)
śeṣaṃ dinānāṃ tava jīvitasya
der Rest der Tage deines Lebens (Nom.Sg.n./Gen.Pl./Gen.Sg./Gen.Sg.n.)
tataḥ śubhaiḥ karmaphalodayaiḥ tvam
danach mit heilvollen Aufgängen der Werkfrüchte du (Adv./Instr.Pl./Nom.)
sameṣyase bhīṣma vimucya deham
wirst du vereint werden, Bhīṣma, den Leib ablegend (Fut.Med.2.Sg./Vok./Abs./Akk.Sg.)

Wörtlich „fünfzig und sechs“; das Wort „Tage“ steht erst im nächsten Pāda (dinānām).

ete hi devā vasavo vimānāny; āsthāya sarve jvalitāgnikalpāḥ; antarhitās tvāṃ pratipālayanti; kāṣṭhāṃ prapadyantam udak pataṃgam

„Diese Götter, die Vasus, alle, ihre Himmelswagen bestiegen habend, den lodernden Feuern gleich, erwarten dich unsichtbar – [dich,] wie die Sonne, die nordwärts ihrem [Wende-]Ziel zustrebt.“

Wort für Wort
ete hi devāḥ vasavaḥ
diese Götter, die Vasus (Nom.Pl.)
vimānāni āsthāya sarve
die Himmelswagen bestiegen habend, alle (Akk.Pl./Abs./Nom.Pl.)
jvalitāgnikalpāḥ
lodernden Feuern gleich (Nom.Pl.)
antarhitāḥ tvāṃ pratipālayanti
unsichtbar erwarten dich (Part.Pass. Nom.Pl./Akk./3.Pl.Präs.)
kāṣṭhāṃ prapadyantam udak pataṃgam
die zum Ziel gelangende Sonne nordwärts (Akk.Sg.f./Part.Präs. Akk.Sg./Adv./Akk.Sg.) [?]

Der zweite Teil (kāṣṭhāṃ prapadyantam udak pataṃgam) ist syntaktisch knapp; wörtlich „die Sonne, die nordwärts zum Ziel/zur Bahn gelangt“. Deutung unsicher.

vyāvṛttamātre bhagavaty udīcīṃ; sūrye diśaṃ kālavaśāt prapanne; gantāsi lokān puruṣapravīra; nāvartate yān upalabhya vidvān

„Sobald die erhabene Sonne sich gewendet hat und durch die Macht der Zeit in die nördliche Richtung eingetreten ist, wirst du zu den Welten gehen, Vorzüglichster der Männer, die ein Wissender, wenn er sie erlangt hat, nicht wieder verlässt.“

Wort für Wort
vyāvṛttamātre bhagavati
sobald sie sich gewendet hat, bei der erhabenen (Lok.Sg.)
sūrye diśaṃ udīcīm
wenn die Sonne die nördliche Richtung (Lok.Sg./Akk.Sg.f./Akk.Sg.f.)
kālavaśāt prapanne
durch die Macht der Zeit eingetreten ist (Abl.Sg./Part.Pf.Lok.Sg. – Abs. Lok.)
gantā asi lokān puruṣapravīra
wirst du gehen zu den Welten, Vorzüglichster der Männer (Periphr.Fut.2.Sg./Akk.Pl./Vok.Sg.)
na āvartate yān upalabhya vidvān
nicht kehrt zurück [zu denen], die er erlangt hat, der Wissende (3.Sg.Präs./Rel.Akk.Pl./Abs./Nom.Sg.)

nāvartate yān upalabhya vidvān: wörtlich „zu denen ein Wissender, nachdem er sie erlangt hat, nicht zurückkehrt“.

amuṃ ca lokaṃ tvayi bhīṣma yāte; jñānāni naṅkṣyanty akhilena vīra; ataḥ sma sarve tvayi saṃnikarṣaṃ; samāgatā dharmavivecanāya

„Und wenn du zu jener [anderen] Welt gegangen bist, Bhīṣma, wird das Wissen ganz und gar verlorengehen, Held; darum sind wir alle bei dir zusammengekommen, um das Dharma zu unterscheiden.“

Wort für Wort
amuṃ ca lokaṃ tvayi bhīṣma yāte
und wenn du, Bhīṣma, zu jener Welt gegangen bist (Akk.Sg./Lok.Sg./Vok./Part.Lok.Sg. – Abs. Lok.)
jñānāni naṅkṣyanti akhilena vīra
werden die Kenntnisse schwinden, gänzlich, Held (Nom.Pl.n./Fut.3.Pl./Instr.Sg./Vok.Sg.)
ataḥ sma sarve tvayi saṃnikarṣam
darum sind wir alle bei dir in der Nähe (Adv./1.Pl.Präs./Nom.Pl./Lok./Akk.Sg.)
samāgatāḥ dharmavivecanāya
zusammengekommen zur Unterscheidung des Dharma (Part.Pf.Pass. Nom.Pl./Dat.Sg.)

ataḥ sma: sma wird hier als smaḥ „wir sind“ gefasst.

tajjñātiśokopahataśrutāya; satyābhisaṃdhāya yudhiṣṭhirāya; prabrūhi dharmārthasamādhiyuktam; arthyaṃ vaco 'syāpanudāsya śokam

„Dem Yudhiṣṭhira, dessen Gelehrsamkeit von der Trauer um seine Verwandten getroffen ist und der an der Wahrheit festhält – sprich ihm ein nützliches, mit Dharma und Artha wohlverbundenes Wort und vertreibe seine Trauer.“

Wort für Wort
tajjñātiśokopahataśrutāya
dem, dessen Wissen von der Trauer um dessen Verwandte getroffen ist (Dat.Sg., Kompositum)
satyābhisaṃdhāya yudhiṣṭhirāya
dem an der Wahrheit Festhaltenden, Yudhiṣṭhira (Dat.Sg.)
prabrūhi dharmārthasamādhiyuktam
sprich, [ein Wort] mit Dharma und Artha wohlverbunden (Imp.2.Sg./Akk.Sg.n.)
arthyaṃ vacaḥ asya
ein nützliches Wort, ihm (Akk.Sg.n./Akk.Sg.n./Gen.Sg.)
apanudāsya śokam
vertreibe die Trauer (Imp./Gerund. [?]/Akk.Sg.)

śruta ist hier als „Gelehrsamkeit, Wissen“ gefasst; apanudāsya wird als Imperativ/Gerundium „vertreibe / indem du vertreibst“ verstanden, die Form ist ungewöhnlich.

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