Kapitel 295: vidyāvidyāvivecana
Wissen und Nichtwissen, Vergängliches und Unvergängliches; das Erwachen des Fünfundzwanzigsten
Vasiṣṭha erläutert König Janaka Wissen und Nichtwissen in der Sāṃkhya-Terminologie sowie das Verhältnis von Unentfaltetem und Fünfundzwanzigstem und schließt mit dem Verhältnis von Sāṃkhya und Yoga. Der Text ist stellenweise elliptisch und vermutlich verderbt.
avidyām āhur avyaktaṃ sargapralayadharmi vai; sargapralayanirmuktaṃ vidyāṃ vai pañcaviṃśakam
Nichtwissen nennen sie das Unentfaltete, das dem Gesetz von Schöpfung und Auflösung unterliegt; Wissen aber [nennen sie] das von Schöpfung und Auflösung freie Fünfundzwanzigste.
Wort für Wort
avidyām āhur avyaktam
Nichtwissen nennen sie das Unentfaltete (Akk.; 3.Pl.Perf.)
sargapralayadharmi vai
dem Gesetz von Schöpfung und Auflösung unterworfen, fürwahr (Nom.Sg.n.)
sargapralayanirmuktaṃ
von Schöpfung und Auflösung befreit (Akk.Sg.n.; Kompositum)
vidyāṃ vai pañcaviṃśakam
Wissen [nennen sie] fürwahr das Fünfundzwanzigste (Akk.)
parasparam avidyāṃ vai tan nibodhānupūrvaśaḥ; yathoktam ṛṣibhis tāta sāṃkhyasyāsya nidarśanam
Das Nichtwissen [erkenne] im gegenseitigen Bezug – das vernimm der Reihe nach, wie es, Lieber, von den Sehern als Darlegung dieser Sāṃkhya-Lehre gesagt worden ist.
Wort für Wort
parasparam avidyāṃ vai
im gegenseitigen [Bezug] das Nichtwissen fürwahr (Adv.; Akk.)
tan nibodha anupūrvaśaḥ
das vernimm der Reihe nach (Imp.)
yathoktam ṛṣibhiḥ
wie gesagt von den Sehern (Part.Perf.Pass.; Instr.Pl.)
tāta
Lieber (Vok.)
sāṃkhyasya asya nidarśanam
dieser Sāṃkhya-Lehre Darlegung (Gen.Sg.; Nom.Sg.n.)
Der erste Halbvers ist knapp; „parasparam“ ist als „im gegenseitigen Bezug“ gedeutet.
Von allen Handlungsorganen ist das Erkenntnisorgan als Wissen überliefert; und von den Erkenntnisorganen [gilt], so haben wir gehört, ebenso das Besondere [als Wissen].
Wort für Wort
karmendriyāṇāṃ sarveṣāṃ
von allen Handlungsorganen (Gen.Pl.)
vidyā buddhīndriyaṃ smṛtam
Wissen [ist] das Erkenntnisorgan, überliefert (Nom.; Part.Perf.Pass.)
buddhīndriyāṇāṃ ca tathā
und von den Erkenntnisorganen ebenso (Gen.Pl.)
viśeṣā iti naḥ śrutam
die Besonderen, so [ist] uns gehört (Nom.Pl.; Part.Perf.Pass.)
Die Konstruktion des zweiten Halbverses ist elliptisch („vidyā“ ist zu ergänzen).
ahaṃkāras tu bhūtānāṃ pañcānāṃ nātra saṃśayaḥ; ahaṃkārasya ca tathā buddhir vidyā nareśvara
Der Ich-Macher aber [ist Wissen] gegenüber den fünf Elementen, daran ist hier kein Zweifel; und vom Ich-Macher ebenso die Erkenntniskraft, Herr der Menschen.
Wort für Wort
ahaṃkāras tu bhūtānāṃ pañcānāṃ
der Ich-Macher aber von den fünf Elementen (Nom.; Gen.Pl.)
Von der Erkenntniskraft [ist] die Urnatur, das Unentfaltete, unter den Prinzipien der höchste Herr, als Wissen zu erkennen, bester der Männer; und die höchste Ordnung ist überliefert.
Wort für Wort
buddheḥ prakṛtir avyaktaṃ
von der Erkenntniskraft die Urnatur, das Unentfaltete (Gen.; Nom.; Nom.Sg.n.)
tattvānāṃ parameśvaram
unter den Prinzipien den höchsten Herrn (Gen.Pl.; Akk.Sg.n.)
vidyā jñeyā
als Wissen zu erkennen (Nom.; Gerundiv)
naraśreṣṭha
bester der Männer (Vok.)
vidhiś ca paramaḥ smṛtaḥ
und die höchste Ordnung [ist] überliefert (Nom.; Part.Perf.Pass.)
Der Halbvers „buddheḥ … parameśvaram“ ist syntaktisch locker; Zuordnung unsicher.
Das Unentfaltete heißt Wissen, das Fünfundzwanzigste das zu Erkennende; ebenso [ist] das Unentfaltete Wissen, der Erkennende [aber] der Fünfundzwanzigste.
Wort für Wort
jñānam avyaktam ity uktaṃ
Wissen [ist] das Unentfaltete, so gesagt (Nom.Sg.n.; Part.Perf.Pass.)
jñeyaṃ vai pañcaviṃśakam
das zu Erkennende fürwahr das Fünfundzwanzigste (Gerundiv)
tathā eva jñānam avyaktaṃ
ebenso Wissen das Unentfaltete
vijñātā pañcaviṃśakaḥ
der Erkennende [ist] der Fünfundzwanzigste (Nom.Sg.m.; Nomen agentis)
vidyāvidyārthatattvena mayoktaṃ te viśeṣataḥ; akṣaraṃ ca kṣaraṃ caiva yad uktaṃ tan nibodha me
Wissen und Nichtwissen sind dir von mir nach der Wahrheit ihres Sinnes im Besonderen dargelegt; das Unvergängliche und das Vergängliche, was davon gesagt ist, das vernimm von mir.
Wort für Wort
vidyāvidyārthatattvena
nach der Wahrheit des Sinnes von Wissen und Nichtwissen (Instr.)
mayā uktaṃ te viśeṣataḥ
von mir gesagt dir im Besonderen (Instr.; Part.; Dat.; Adv.)
akṣaraṃ ca kṣaraṃ ca eva
das Unvergängliche und das Vergängliche (Akk./Nom.Sg.n.)
ubhāv etau kṣarāv uktāv ubhāv etau ca nakṣarau; kāraṇaṃ tu pravakṣyāmi yathā khyātau tu tattvataḥ
Beide diese sind als vergänglich bezeichnet, und beide diese auch als nicht vergänglich; den Grund aber werde ich sagen, wie beide der Wahrheit nach benannt werden.
Wort für Wort
ubhau etau kṣarau uktau
beide diese als vergänglich genannt (Nom.Du.m.)
ubhau etau ca na-kṣarau
und beide diese als nicht vergänglich (Nom.Du.m.)
kāraṇaṃ tu pravakṣyāmi
den Grund aber werde ich sagen (Akk.; 1.Sg.Fut.)
yathā khyātau tu tattvataḥ
wie beide bezeichnet werden der Wahrheit nach (Nom.Du.; Part.Perf.Pass.; Adv.)
sargapralayadharmitvād avyaktaṃ prāhur akṣaram; tad etad guṇasargāya vikurvāṇaṃ punaḥ punaḥ
Wegen der Eigenschaft von Schöpfung und Auflösung nennt man das Unentfaltete unvergänglich [?]; dieses [ist es], das sich zur Schöpfung der Guṇas immer wieder wandelt.
Wort für Wort
sargapralayadharmitvāt
wegen der Eigenschaft von Schöpfung und Auflösung (Abl.)
avyaktaṃ prāhur akṣaram
das Unentfaltete nennen sie unvergänglich (Akk.; 3.Pl.Perf.)
tad etad guṇasargāya
dieses [ist es] zur Schöpfung der Guṇas (Dat.)
vikurvāṇaṃ punaḥ punaḥ
sich wandelnd immer wieder (Part.Präs.Med.; Adv.)
Dass gerade die Zugehörigkeit zu Schöpfung und Auflösung das Unvergängliche begründen soll, ist auffällig; Text vermutlich verkürzt.
tadākṣaratvaṃ prakṛtir gacchate guṇasaṃjñitā; nirguṇatvaṃ ca vaideha guṇeṣu prativartanāt
dann geht die Urnatur, „Guṇa“ genannt, in den Zustand des Unvergänglichen ein; und Guṇalosigkeit [erlangt sie], Fürst der Videhas, durch das Verbleiben in den Guṇas.
Wort für Wort
tadā akṣaratvaṃ prakṛtir
dann die Urnatur [in den Zustand] der Unvergänglichkeit (Akk.Sg.n.; Nom.Sg.f.)
gacchate guṇasaṃjñitā
geht ein, „Guṇa“ genannt (3.Sg.Präs.Med.; Nom.Sg.f.)
nirguṇatvaṃ ca vaideha
und Guṇalosigkeit, Fürst der Videhas (Akk.; Vok.)
guṇeṣu prativartanāt
wegen des Verbleibens/Zurückkehrens in den Guṇas (Lok.Pl.; Abl.)
„prativartanāt“ ist mehrdeutig (Zurückkehren/Verbleiben); Sinn des Halbverses unsicher.
tadaiṣo 'nyatvatām eti na ca miśratvam āvrajet; prakṛtyā caiva rājendra namiśro 'nyaś ca dṛśyate
Dann gelangt er in den Zustand der Andersheit und geht nicht in Vermischung ein; und von der Urnatur, Fürstenfürst, wird er als unvermischt und verschieden gesehen.
Wort für Wort
tadā eṣaḥ anyatvatām eti
dann dieser gelangt zur Andersheit (Nom.; Akk.; 3.Sg.Präs.)
na ca miśratvam āvrajet
und nicht gehe er in Vermischung ein (Akk.; 3.Sg.Opt.)
prakṛtyā ca eva rājendra
und von der Urnatur, Fürstenfürst (Instr.; Vok.)
na-miśro 'nyaś ca dṛśyate
unvermischt und verschieden wird er gesehen (Nom.; 3.Sg.Pass.)
„Wie der Fisch aus Nichtwissen die Verschiedenheit vom Wasser nicht bedenkt, so kenne auch ich aus Unwissenheit das Selbst und die Verschiedenheit [nicht].“
Wort für Wort
matsyo 'nyatvaṃ yathā ajñānād
wie der Fisch die Verschiedenheit aus Nichtwissen (Nom.; Akk.; Abl.)
udakān na abhimanyate
vom Wasser nicht bedenkt (Abl.; 3.Sg.Präs.Med.)
ātmānaṃ tadvad ajñānād
das Selbst ebenso aus Unwissenheit (Akk.; Abl.)
anyatvaṃ ca eva vedmi aham
und die Verschiedenheit weiß ich (Akk.; 1.Sg.Präs.)
Der Text hat „vedmi“ (ich weiß); nach dem Vergleich ist eine Negation zu ergänzen („[nicht]“).
ayam atra bhaved bandhur anena saha mokṣaṇam; sāmyam ekatvam āyāto yādṛśas tādṛśas tv aham
„Dieser hier möge mir hierin Verwandter sein; mit ihm [gemeinsam ist] Befreiung; zu Gleichheit, zu Einssein bin ich gelangt: wie dieser ist, so bin ich.“
Wort für Wort
ayam atra bhaved bandhur
dieser hier möge Verwandter sein (Nom.; Adv.; 3.Sg.Opt.; Nom.)
anena saha mokṣaṇam
mit diesem Befreiung (Instr.; Nom.Sg.n.)
sāmyam ekatvam āyāto
zu Gleichheit, zu Einssein gelangt (Akk.; Akk.; Part.Perf.Akt.)
yo 'ham ajñānasaṃmohād ajñayā saṃpravṛttavān; sasaṅgayāhaṃ niḥsaṅgaḥ sthitaḥ kālam imaṃ tv aham
„Ich, der ich aus Unwissens-Verblendung durch die Unwissende ins Wirken geraten bin – ich, der Anhangslose, blieb diese Zeit hindurch mit der Anhaftenden.“
Wort für Wort
yo 'ham ajñānasaṃmohād
ich, der ich aus Unwissens-Verblendung (Nom.; Abl.)
ajñayā saṃpravṛttavān
durch die Unwissende ins Wirken geraten (Instr.f.; Part.Perf.Akt.)
sasaṅgayā aham niḥsaṅgaḥ
mit der Anhaftenden ich, der Anhangslose (Instr.f.; Nom.)
anayāhaṃ vaśībhūtaḥ kālam etaṃ na buddhavān; uccamadhyamanīcānāṃ tām ahaṃ katham āvase
„Von ihr beherrscht habe ich diese Zeit nicht [es] erkannt; sie, [die Herrin] der hohen, mittleren und niedrigen [Gestalten] – wie soll ich bei ihr weilen?“
Wort für Wort
anayā aham vaśībhūtaḥ
von dieser ich beherrscht (Instr.; Nom.)
kālam etaṃ na buddhavān
diese Zeit nicht erkannt habend (Akk.; Part.Perf.Akt.)
uccamadhyamanīcānāṃ
der Hohen, Mittleren und Niedrigen (Gen.Pl.)
tām ahaṃ katham āvase
sie – wie soll ich [bei ihr] weilen (Akk.; 1.Sg.Präs.)
Der Bezug von „uccamadhyamanīcānām“ ist unsicher; „tām āvase“ als „bei ihr wohnen“ gedeutet.
sahavāsaṃ na yāsyāmi kālam etad dhi vañcanāt; vañcito 'smy anayā yad dhi nirvikāro vikārayā
„Zusammenleben werde ich [mit ihr] nicht eingehen wegen dieser Zeit der Täuschung; getäuscht bin ich von ihr, der Veränderlichen, ich, der Unveränderliche.“
Wort für Wort
sahavāsaṃ na yāsyāmi
Zusammenleben werde ich nicht eingehen (Akk.; 1.Sg.Fut.)
kālam etad dhi vañcanāt
diese Zeit, denn wegen der Täuschung (Akk.; Abl.)
vañcito 'smi anayā
getäuscht bin ich von dieser (Part.Perf.Pass.; Instr.)
yad dhi nirvikāro vikārayā
weil ich, der Unveränderliche, von der Veränderlichen (Nom.; Instr.f.)
Der Halbvers „kālam etad dhi vañcanāt“ ist syntaktisch unsicher.
na cāyam aparādho 'syā aparādho hy ayaṃ mama; yo 'ham atrābhavaṃ saktaḥ parāṅmukham upasthitaḥ
„Und nicht ist dies ihr Vergehen, sondern dies ist mein Vergehen: dass ich hier an sie gebunden war, ihr zugewandt dastehend, [während sie] abgewandt [ist] [?].“
Wort für Wort
na ca ayam aparādho 'syāḥ
und nicht ist dies ihr Vergehen (Nom.; Gen.f.)
aparādho hi ayaṃ mama
denn dies Vergehen [ist] mein (Nom.; Gen.)
yo 'ham atra abhavaṃ saktaḥ
dass ich hier gebunden war (Nom.; Impf.; Part.Perf.Pass.)
„Dadurch bin ich, der Gestaltlose, in den vielgestaltigen Formen geblieben; und obwohl gestaltlos, bin ich, mit dem Selbst in Gestalt, von Meinheit überwältigt worden.“
Wort für Wort
tato 'smi bahurūpāsu
dadurch bin ich in den vielgestaltigen (Lok.Pl.f.)
sthito mūrtiṣu amūrtimān
geblieben in den Formen, der Gestaltlose (Part.Perf.Pass.; Lok.Pl.; Nom.)
amūrtaś ca api mūrtātmā
und obwohl gestaltlos, in Gestalt als Selbst (Nom.; Nom.)
mamatvena pradharṣitaḥ
von Meinheit überwältigt (Instr.; Part.Perf.Pass.)
„Durch das Fehlgehen der Urnatur in diesen und jenen Mutterschößen hier – was wurde durch Meinheit an mir, dem Meinlosen, bewirkt, in jenen Mutterschößen, der ich mit verlorener Besinnung im Geist weilte?“
Wort für Wort
prakṛter anayatvena
durch das Fehlgehen der Urnatur (Gen.; Instr.)
tāsu tāsu iha yoniṣu
in diesen und jenen Mutterschößen hier (Lok.Pl.f.)
nirmamasya mamatvena
dem Meinlosen durch Meinheit (Gen.; Instr.)
kiṃ kṛtaṃ tāsu tāsu ca
was ist getan in jenen und jenen (Nom.; Part.Perf.Pass.; Lok.)
yonīṣu vartamānena
in den Mutterschößen weilend (Lok.; Part.Präs.Med.Instr.)
naṣṭasaṃjñena cetasā
mit verlorener Besinnung im Geist (Instr.)
„anayatvena“ (Fehlgehen, Unfug) ist gedeutet; Bezug des Satzes unsicher.
„Nichts habe ich hier mit dieser zu schaffen, deren Selbst durch den Ich-Macher gemacht ist, die mich, mein Selbst vielfach machend, wieder verbindet. Jetzt bin ich erwacht, ohne Meinheit, ohne Ich-Macher.“
Wort für Wort
na mama atra anayā kāryam
nicht [ist] mir hier mit dieser etwas zu tun (Nom.Sg.n.Gerundiv; Instr.)
ahaṃkārakṛtātmayā
mit der, deren Selbst durch den Ich-Macher gemacht ist (Instr.f.)
ātmānaṃ bahudhā kṛtvā
das Selbst vielfach machend (Akk.; Abs.)
yā iyaṃ bhūyo yunakti mām
die diese wieder mich verbindet (Nom.f.; 3.Sg.Präs.; Akk.)
„Die Meinheit, die von dieser stets durch den Ich-Macher gemacht ist – ich will mich davon abwenden, sie verlassen und beim Leidfreien Zuflucht nehmen.“
Wort für Wort
mamatvam anayā nityam
die Meinheit von dieser stets (Akk.; Instr.; Adv.)
ahaṃkārakṛtātmakam
durch Ich-Macher gemacht (Akk.Sg.n.)
apetya aham imāṃ hitvā
mich abwendend, diese verlassend (Abs.; Akk.f.)
saṃśrayiṣye nirāmayam
werde ich Zuflucht nehmen beim Leidfreien (1.Sg.Fut.; Akk.)
„Mit diesem werde ich Gleichheit erlangen, nicht mit dieser Geistlosen; passend ist für mich [Gleichheit] mit diesem, nicht Einssein mit dieser.“ So erwachte der Fünfundzwanzigste aus höchster Erkenntnis.
Wort für Wort
anena sāmyaṃ yāsyāmi
mit diesem werde ich Gleichheit erlangen (Instr.; Akk.; 1.Sg.Fut.)
na anayā aham acetasā
nicht mit dieser Geistlosen (Instr.f.)
kṣamaṃ mama sahānena
angemessen ist mir mit diesem (Nom.Sg.n.; Gen.; Instr.)
na ekatvam anayā saha
nicht Einssein mit dieser (Akk.; Instr.)
evaṃ paramasaṃbodhāt
so aus höchster Erkenntnis (Abl.)
pañcaviṃśo 'nubuddhavān
der Fünfundzwanzigste erwachte (Nom.; Part.Perf.Akt.)
Er möge die Unvergänglichkeit erlangen, das Vergängliche verlassen [habend], das Leidfreie [?]; das Unentfaltete, mit der Natur des Entfalteten, mit Guṇas und ebenso ohne Guṇas; das Guṇalose zuerst erblickend, wird er ihm gleich, Maithila.
Wort für Wort
akṣaratvaṃ niyaccheta
Unvergänglichkeit möge er erlangen/festhalten (Akk.; 3.Sg.Opt.)
tyaktvā kṣaram anāmayam
das Vergängliche verlassen habend, das Leidfreie (Abs.; Akk.)
avyaktaṃ vyaktadharmāṇaṃ
das Unentfaltete, die Natur des Entfalteten habend (Akk.Sg.n.)
saguṇaṃ nirguṇaṃ tathā
mit Guṇas, ebenso ohne Guṇas (Akk.Sg.n.)
nirguṇaṃ prathamaṃ dṛṣṭvā
das Guṇalose zuerst erblickend (Akk.; Adv.; Abs.)
tādṛg bhavati maithila
ein solcher wird er, Maithila (Nom.; 3.Sg.Präs.; Vok.)
Der Text ist syntaktisch dunkel und vermutlich verderbt; die Wiedergabe ist vorsichtig.
Dies ist dir [als] Darlegung von Unvergänglichem und Vergänglichem gesagt; von mir hier [als] wissensreich, gemäß der Darlegung nach der Überlieferung.
Wort für Wort
akṣarakṣarayor etad
von Unvergänglichem und Vergänglichem dies (Gen.Du.)