Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Śāntiparva

Kapitel 289: sāṃkhyayogayor viśeṣaḥ Sāṃkhya und Yoga im Vergleich; Kraft, Übung und Weg des Yogin

Yudhiṣṭhira fragt nach dem Unterschied zwischen Sāṃkhya und Yoga; Bhīṣma erklärt, beide führten zum Ziel, unterschieden sich aber in der Lehransicht, und schildert dann die Kraft des Yoga in Gleichnissen, Sammlungsübungen, Diät und Gefahren des Weges.

yudhiṣṭhira uvāca; sāṃkhye yoge ca me tāta viśeṣaṃ vaktum arhasi; tava sarvajña sarvaṃ hi viditaṃ kurusattama

Yudhiṣṭhira sprach: „Über Sāṃkhya und Yoga, Vater, vermagst du mir den Unterschied darzulegen; denn dir, Allwissender, Bester der Kurus, ist alles bekannt.“

Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca
Yudhiṣṭhira sprach (Perf.)
sāṃkhye yoge ca me
über Sāṃkhya und Yoga, mir (Lok./Dat.)
tāta viśeṣaṃ vaktum arhasi
Vater, den Unterschied darzulegen vermagst du (Vok./Akk./Inf./2.Sg.)
tava sarvajña
dir, Allwissender (Gen./Vok.)
sarvaṃ hi viditaṃ kurusattama
denn alles ist bekannt, Bester der Kurus (Part.Pass./Vok.)

bhīṣma uvāca; sāṃkhyāḥ sāṃkhyaṃ praśaṃsanti yogā yogaṃ dvijātayaḥ; vadanti kāraṇaiḥ śraiṣṭhyaṃ svapakṣodbhāvanāya vai

Bhīṣma sprach: „Die Sāṃkhyas preisen das Sāṃkhya, die Yogins, die Zweimalgeborenen, den Yoga; um ihre eigene Seite zur Geltung zu bringen, erklären sie mit Gründen [jeweils die eigene] als die höhere.“

Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach (Perf.)
sāṃkhyāḥ sāṃkhyaṃ praśaṃsanti
die Sāṃkhyas preisen das Sāṃkhya (Nom.Pl./Akk./3.Pl.Präs.)
yogā yogaṃ dvijātayaḥ
die Yogins den Yoga, die Zweimalgeborenen (Nom.Pl./Akk./Nom.Pl.)
vadanti kāraṇaiḥ śraiṣṭhyam
sie sagen mit Gründen die Überlegenheit (3.Pl./Instr.Pl./Akk.)
svapakṣodbhāvanāya vai
um die eigene Partei hervorzuheben (Dat., Kompositum; Partikel)

anīśvaraḥ kathaṃ mucyed ity evaṃ śatrukarśana; vadanti kāraṇaiḥ śraiṣṭhyaṃ yogāḥ samyaṅ manīṣiṇaḥ

„‚Wie könnte einer, der nicht Herr [über sich] ist, befreit werden?‘ – so, Bezwinger der Feinde, erklären die Yogins, die Einsichtigen, mit Gründen die Richtigkeit [ihrer Überlegenheit].“

Wort für Wort
anīśvaraḥ kathaṃ mucyed
einer, der nicht Herr ist, wie könnte er befreit werden (Nom.Sg./Pot.Pass.)
ity evaṃ śatrukarśana
so, Bezwinger der Feinde (Vok.)
vadanti kāraṇaiḥ śraiṣṭhyam
sie sagen mit Gründen die Überlegenheit (3.Pl./Instr.Pl./Akk.)
yogāḥ samyaṅ manīṣiṇaḥ
die Yogins, recht, die Einsichtigen (Nom.Pl./Adv./Nom.Pl.)

anīśvara kann auch „ohne Gott (Īśvara)“ oder „ohne Macht“ bedeuten; die Yoga-Seite argumentiert vermutlich mit der Notwendigkeit der Selbstbeherrschung. samyaṅ ist hier adverbial zu vadanti gezogen.

vadanti kāraṇaṃ cedaṃ sāṃkhyāḥ samyag dvijātayaḥ; vijñāyeha gatīḥ sarvā virakto viṣayeṣu yaḥ

„Und auch die Sāṃkhyas, die Zweimalgeborenen, nennen zu Recht diesen Grund: Wer hier alle Daseinswege erkannt hat und von den Sinnesobjekten losgelöst ist …“

Wort für Wort
vadanti kāraṇaṃ cedaṃ
sie nennen den Grund und diesen (3.Pl./Akk.)
sāṃkhyāḥ samyag dvijātayaḥ
die Sāṃkhyas, richtig, die Zweimalgeborenen (Nom.Pl.)
vijñāyeha gatīḥ sarvāḥ
hier erkannt habend alle Wege/Daseinsziele (Abs./Akk.Pl.)
virakto viṣayeṣu yaḥ
der von den Sinnesobjekten losgelöst ist (Nom.Sg./Lok.Pl./Rel.)

ūrdhvaṃ sa dehāt suvyaktaṃ vimucyed iti nānyathā; etad āhur mahāprājñāḥ sāṃkhyaṃ vai mokṣadarśanam

„… der wird nach dem Körper [bzw. über den Körper hinaus] ganz gewiss befreit, nicht anders.“ Dies sagen die sehr Weisen: Das Sāṃkhya ist die Lehre der Befreiung.

Wort für Wort
ūrdhvaṃ sa dehāt
aufwärts/nach, er, vom Körper (Adv./Nom./Abl.)
suvyaktaṃ vimucyed
ganz gewiss würde er befreit (Adv./Pot.Pass.)
iti nānyathā
so, nicht anders (Adv.)
etad āhur mahāprājñāḥ
dies sagen die sehr Weisen (Akk./3.Pl.Perf./Nom.Pl.)
sāṃkhyaṃ vai mokṣadarśanam
das Sāṃkhya ist die Befreiungs-Lehre (Nom.Sg.n./Partikel/Nom.Sg.n.)

Der Zusammenhang der beiden Halbverse mit V. 4 (Satzfortsetzung) ist so gedeutet; ūrdhvaṃ dehāt kann „nach Ablösung vom Körper“ oder „aufwärts vom Körper her“ heißen.

svapakṣe kāraṇaṃ grāhyaṃ samarthaṃ vacanaṃ hitam; śiṣṭānāṃ hi mataṃ grāhyaṃ tvadvidhaiḥ śiṣṭasaṃmataiḥ

Für die eigene Seite ist ein Grund anzunehmen, eine tragfähige, heilsame Aussage; denn die Ansicht der Gebildeten ist anzunehmen, [und zwar] von Leuten wie dir, die von den Gebildeten anerkannt sind.

Wort für Wort
svapakṣe kāraṇaṃ grāhyam
für die eigene Seite ein Grund, anzunehmen (Lok./Nom./Gerundiv)
samarthaṃ vacanaṃ hitam
tragfähig, die Aussage, heilsam (Nom.Sg.n.)
śiṣṭānāṃ hi mataṃ grāhyam
denn der Gebildeten Ansicht ist anzunehmen (Gen.Pl./Nom./Gerundiv)
tvadvidhaiḥ śiṣṭasaṃmataiḥ
von Leuten deinesgleichen, von den Gebildeten geschätzten (Instr.Pl.)

Zweiter Halbvers syntaktisch knapp; „von Leuten wie dir“ als Agens zu grāhyam gefasst [?].

pratyakṣahetavo yogāḥ sāṃkhyāḥ śāstraviniścayāḥ; ubhe caite mate tattve mama tāta yudhiṣṭhira

Die Yogins haben die unmittelbare Anschauung zum Beweisgrund, die Sāṃkhyas die Feststellungen der Lehrschriften; beide Auffassungen, Vater Yudhiṣṭhira, halte ich für wahr.

Wort für Wort
pratyakṣahetavo yogāḥ
die Yogins, deren Grund die Wahrnehmung ist (Nom.Pl.)
sāṃkhyāḥ śāstraviniścayāḥ
die Sāṃkhyas, deren Gewissheit auf der Lehrschrift beruht (Nom.Pl.)
ubhe caite mate tattve
und beide diese Ansichten, als wahr (Nom.Du./Lok.)
mama tāta yudhiṣṭhira
mir/nach meiner Meinung, Vater, Yudhiṣṭhira (Gen./Vok.)

ubhe caite mate jñāne nṛpate śiṣṭasaṃmate; anuṣṭhite yathāśāstraṃ nayetāṃ paramāṃ gatim

Beide Ansichten in der Erkenntnis, o König, sind von den Gebildeten anerkannt; werden sie den Lehrschriften gemäß ausgeübt, so führen beide zum höchsten Ziel.

Wort für Wort
ubhe caite mate jñāne
und beide diese Ansichten, in der Erkenntnis (Nom.Du./Lok.)
nṛpate śiṣṭasaṃmate
König, von Gebildeten anerkannt (Vok./Nom.Du.)
anuṣṭhite yathāśāstram
ausgeübt, den Lehrschriften gemäß (Part.Pass./Adv.)
nayetāṃ paramāṃ gatim
sie beide würden führen zum höchsten Ziel (Pot.Du.Med./Akk.)

tulyaṃ śaucaṃ tayor yuktaṃ dayā bhūteṣu cānagha; vratānāṃ dhāraṇaṃ tulyaṃ darśanaṃ na samaṃ tayoḥ

Gleich ist bei beiden die Reinheit, wie es sich gehört, und das Mitleid mit den Wesen, Makelloser; gleich ist das Tragen der Gelübde, doch ihre Lehransicht ist nicht dieselbe.

Wort für Wort
tulyaṃ śaucaṃ tayor yuktam
gleich die Reinheit bei beiden, passend (Nom./Gen.Du./Part.)
dayā bhūteṣu cānagha
und das Mitleid mit den Wesen, Makelloser (Nom./Lok.Pl./Vok.)
vratānāṃ dhāraṇaṃ tulyam
der Gelübde Befolgung ist gleich (Gen.Pl./Nom.)
darśanaṃ na samaṃ tayoḥ
die Anschauung ist nicht gleich bei beiden (Nom./Gen.Du.)

tayos tu darśanaṃ samyak sūkṣme bhāve prasajyate

Doch ihre Lehransicht wird recht auf einen feinen Gegenstand [bzw. Zustand] hin angewandt [?].

Wort für Wort
tayos tu darśanaṃ
doch ihrer beider Anschauung (Gen.Du./Nom.)
samyak
recht (Adv.)
sūkṣme bhāve
auf einen feinen Zustand/Gegenstand (Lok.)
prasajyate
wird angewandt/erstreckt sich (3.Sg.Pass.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers (*0745) der nur in einem Teil der Handschriften steht; prasajyate ist in der Bedeutung unsicher.

yudhiṣṭhira uvāca; yadi tulyaṃ vrataṃ śaucaṃ dayā cātra pitāmaha; tulyaṃ na darśanaṃ kasmāt tan me brūhi pitāmaha

Yudhiṣṭhira sprach: „Wenn Gelübde, Reinheit und Mitleid hierbei gleich sind, Großvater, warum ist dann die Lehre nicht gleich? Das sage mir, Großvater.“

Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca
Yudhiṣṭhira sprach (Perf.)
yadi tulyaṃ vrataṃ śaucaṃ
wenn gleich das Gelübde, die Reinheit (Nom.)
dayā cātra pitāmaha
und das Mitleid hier, Großvater (Nom./Vok.)
tulyaṃ na darśanaṃ kasmāt
gleich nicht die Lehre, warum (Abl.)
tat me brūhi pitāmaha
das sage mir, Großvater (Imp./Vok.)

bhīṣma uvāca; rāgaṃ mohaṃ tathā snehaṃ kāmaṃ krodhaṃ ca kevalam; yogāc chittvādito doṣān pañcaitān prāpnuvanti tat

Bhīṣma sprach: „Anhaftung, Verblendung, ebenso Zuneigung, Begierde und Zorn – diese fünf Fehler schneiden sie [die Yogins] durch den Yoga vollständig ab und erlangen so jenes [Ziel].“

Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach (Perf.)
rāgaṃ mohaṃ tathā snehaṃ
Anhaftung, Verblendung, ebenso Zuneigung (Akk.)
kāmaṃ krodhaṃ ca kevalam
Begierde und Zorn, ganz (Akk./Adv.)
yogāc chittvādito doṣān
durch Yoga, abgeschnitten habend, von Anfang an, die Fehler (Abl./Abs./Adv./Akk.Pl.)
pañcaitān prāpnuvanti tat
diese fünf; sie erreichen jenes (Akk./3.Pl.Präs./Akk.)

yathā cānimiṣāḥ sthūlā jālaṃ chittvā punar jalam; prāpnuvanti tathā yogās tat padaṃ vītakalmaṣāḥ

„Wie große Fische das Netz zerreißen und wieder ins Wasser gelangen, so erreichen die Yogins, von Makel befreit, jenen Zustand.“

Wort für Wort
yathā cānimiṣāḥ sthūlā
wie und Fische, große (Nom.Pl.)
jālaṃ chittvā punar jalam
das Netz zerrissen habend, wieder das Wasser (Abs./Akk.)
prāpnuvanti tathā yogāḥ
erreichen, so die Yogins (3.Pl./Nom.Pl.)
tat padaṃ vītakalmaṣāḥ
jenen Zustand, makellos (Akk./Nom.Pl.)

tathaiva vāgurāṃ chittvā balavanto yathā mṛgāḥ; prāpnuyur vimalaṃ mārgaṃ vimuktāḥ sarvabandhanaiḥ

„Ebenso wie starke Tiere die Schlinge zerreißen, so mögen die von allen Fesseln Befreiten den makellosen Weg erreichen.“

Wort für Wort
tathaiva vāgurāṃ chittvā
ebenso die Schlinge zerrissen habend (Abs./Akk.)
balavanto yathā mṛgāḥ
wie starke Tiere (Nom.Pl.)
prāpnuyur vimalaṃ mārgam
sie mögen erreichen den makellosen Weg (Pot.3.Pl./Akk.)
vimuktāḥ sarvabandhanaiḥ
befreit von allen Fesseln (Part.Pass./Instr.Pl.)

lobhajāni tathā rājan bandhanāni balānvitāḥ; chittvā yogāḥ paraṃ mārgaṃ gacchanti vimalāḥ śivam

„Ebenso, König, zerreißen die kraftvollen Yogins die aus Gier entstandenen Fesseln und gelangen, makellos, auf den höchsten, heilvollen Weg.“

Wort für Wort
lobhajāni tathā rājan
aus Gier geborene, ebenso, König (Akk.Pl./Vok.)
bandhanāni balānvitāḥ
Fesseln, mit Kraft versehen [die Yogins] (Akk./Nom.Pl.)
chittvā yogāḥ paraṃ mārgam
zerrissen habend, die Yogins, den höchsten Weg (Abs./Nom.Pl./Akk.)
gacchanti vimalāḥ śivam
sie gehen, makellos, heilvoll (3.Pl./Nom.Pl./Akk.)

abalāś ca mṛgā rājan vāgurāsu tathāpare; vinaśyanti na saṃdehas tadvad yogabalād ṛte

„Schwache Tiere aber, König, und andere in den Schlingen gehen zugrunde, daran ist kein Zweifel; ebenso [geht der Yogin zugrunde] ohne Yogakraft.“

Wort für Wort
abalāś ca mṛgā rājan
und schwache Tiere, König (Nom.Pl./Vok.)
vāgurāsu tathāpare
in den Schlingen, und andere (Lok.Pl./Nom.Pl.)
vinaśyanti na saṃdehaḥ
gehen zugrunde, kein Zweifel (3.Pl./Nom.)
tadvad yogabalād ṛte
ebenso ohne Yogakraft (Adv./Abl.+Präp.)

balahīnāś ca kaunteya yathā jālagatā jhaṣāḥ; antaṃ gacchanti rājendra tathā yogāḥ sudurbalāḥ

„Und wie kraftlose Fische, die ins Netz geraten sind, Sohn Kuntīs, zu ihrem Ende kommen, Herr der Könige, so [gehen] sehr schwache Yogins [zugrunde].“

Wort für Wort
balahīnāś ca kaunteya
und kraftlos, Sohn der Kuntī (Nom.Pl./Vok.)
yathā jālagatā jhaṣāḥ
wie ins Netz geratene Fische (Nom.Pl.)
antaṃ gacchanti rājendra
zum Ende gehen sie, Herr der Könige (Akk./3.Pl./Vok.)
tathā yogāḥ sudurbalāḥ
so die Yogins, sehr schwach (Nom.Pl.)

yathā ca śakunāḥ sūkṣmāḥ prāpya jālam ariṃdama; tatra saktā vipadyante mucyante ca balānvitāḥ

„Und wie kleine Vögel, wenn sie ins Netz geraten, Bezwinger der Feinde, dort festhängen und umkommen, die kraftvollen aber sich befreien –“

Wort für Wort
yathā ca śakunāḥ sūkṣmāḥ
und wie Vögel, kleine (Nom.Pl.)
prāpya jālam ariṃdama
erreicht habend das Netz, Feindebezwinger (Abs./Akk./Vok.)
tatra saktā vipadyante
dort haftend, gehen sie zugrunde (Part.Pass./3.Pl.Med.)
mucyante ca balānvitāḥ
und werden frei, kraftvoll (3.Pl.Pass./Nom.Pl.)

karmajair bandhanair baddhās tadvad yogāḥ paraṃtapa; abalā vai vinaśyanti mucyante ca balānvitāḥ

„– so sind die Yogins, Bedränger der Feinde, durch aus Taten geborene Fesseln gebunden: Die Kraftlosen gehen zugrunde, die Kraftvollen aber werden frei.“

Wort für Wort
karmajair bandhanair baddhāḥ
von tatgeborenen Fesseln gebunden (Instr.Pl./Part.Pass.Nom.Pl.)
tadvad yogāḥ paraṃtapa
ebenso die Yogins, Feindebrenner (Nom.Pl./Vok.)
abalā vai vinaśyanti
die Kraftlosen gehen ja zugrunde (Nom.Pl./3.Pl.)
mucyante ca balānvitāḥ
und die Kraftvollen werden frei (3.Pl.Pass./Nom.Pl.)

alpakaś ca yathā rājan vahniḥ śāmyati durbalaḥ; ākrānta indhanaiḥ sthūlais tadvad yogo 'balaḥ prabho

„Und wie ein kleines Feuer, König, schwach erlischt, von dicken Brennhölzern überwältigt, so, Herr, der Yoga, wenn er kraftlos ist.“

Wort für Wort
alpakaś ca yathā rājan
und wie klein, König (Nom./Vok.)
vahniḥ śāmyati durbalaḥ
das Feuer erlischt, schwach (Nom./3.Sg./Nom.)
ākrānta indhanaiḥ sthūlaiḥ
überwältigt von dicken Brennhölzern (Part.Pass./Instr.Pl.)
tadvad yogo 'balaḥ prabho
so der Yoga kraftlos, Herr (Nom./Vok.)

sa eva ca yadā rājan vahnir jātabalaḥ punaḥ; samīraṇayutaḥ kṛtsnāṃ dahet kṣipraṃ mahīm api

„Und wenn eben dieses Feuer, König, wieder Kraft gewonnen hat und vom Wind begleitet ist, so könnte es rasch die ganze Erde verbrennen.“

Wort für Wort
sa eva ca yadā rājan
und eben dieses, wenn, König (Nom./Vok.)
vahnir jātabalaḥ punaḥ
das Feuer, kraftgewonnen, wieder (Nom./Adv.)
samīraṇayutaḥ kṛtsnām
mit Wind verbunden, ganz (Nom.Sg./Akk.)
dahet kṣipraṃ mahīm api
es könnte verbrennen, schnell, sogar die Erde (Pot./Adv./Akk.)

tadvaj jātabalo yogī dīptatejā mahābalaḥ; antakāla ivādityaḥ kṛtsnaṃ saṃśoṣayej jagat

„Ebenso könnte der Yogin, der Kraft gewonnen hat, von leuchtender Glut, sehr stark, wie die Sonne zur Zeit des Weltendes die ganze Welt austrocknen.“

Wort für Wort
tadvaj jātabalo yogī
ebenso der Yogin, kraftgewonnen (Adv./Nom.)
dīptatejā mahābalaḥ
von lodernder Glut, sehr stark (Nom.)
antakāla ivādityaḥ
wie die Sonne zur Todeszeit/Weltenendzeit (Lok.-Kompositum/Nom.)
kṛtsnaṃ saṃśoṣayej jagat
ganz könnte er austrocknen die Welt (Akk./Pot.Kaus./Akk.)

durbalaś ca yathā rājan srotasā hriyate naraḥ; balahīnas tathā yogo viṣayair hriyate 'vaśaḥ

„Und wie ein schwacher Mensch von der Strömung fortgerissen wird, so wird der kraftlose Yoga, unfrei, von den Sinnesobjekten fortgerissen.“

Wort für Wort
durbalaś ca yathā rājan
und wie ein Schwacher, König (Nom./Vok.)
srotasā hriyate naraḥ
von der Strömung wird fortgerissen der Mann (Instr./3.Sg.Pass./Nom.)
balahīnas tathā yogaḥ
kraftlos, so der Yoga (Nom.)
viṣayair hriyate 'vaśaḥ
von Sinnesobjekten wird fortgerissen, unfrei (Instr.Pl./3.Sg.Pass./Nom.)

tad eva ca yathā sroto viṣṭambhayati vāraṇaḥ; tadvad yogabalaṃ labdhvā vyūhate viṣayān bahūn

„Und wie ein Elefant eben diese Strömung aufhält, so schiebt der Yoga, wenn er Yogakraft erlangt hat, viele Sinnesobjekte beiseite.“

Wort für Wort
tad eva ca yathā srotaḥ
und eben diese Strömung, wie (Akk.)
viṣṭambhayati vāraṇaḥ
hemmt der Elefant (3.Sg.Kaus./Nom.)
tadvad yogabalaṃ labdhvā
ebenso Yogakraft erlangt habend (Adv./Abs.)
vyūhate viṣayān bahūn
zerteilt/drängt zurück viele Sinnesobjekte (3.Sg.Med./Akk.Pl.)

vyūhate: „zerteilt, drängt beiseite“ ist erschlossen; das Subjekt yoga ist aus dem Vorvers ergänzt.

viśanti cāvaśāḥ pārtha yogā yogabalānvitāḥ; prajāpatīn ṛṣīn devān mahābhūtāni ceśvarāḥ

Und die machtvollen Yogins, die mit Yogakraft ausgestattet und unbezwingbar sind, Sohn Pṛthās, dringen in Prajāpatis, Seher, Götter und die großen Elemente ein.

Wort für Wort
viśanti cāvaśāḥ pārtha
und sie dringen ein, unbezwingbar, Sohn Pṛthās (3.Pl./Nom.Pl./Vok.)
yogā yogabalānvitāḥ
die Yogins, mit Yogakraft versehen (Nom.Pl.)
prajāpatīn ṛṣīn devān
in Prajāpatis, Seher, Götter (Akk.Pl.)
mahābhūtāni ceśvarāḥ
und die großen Elemente, die Herren (Akk.Pl./Nom.Pl.)

na yamo nāntakaḥ kruddho na mṛtyur bhīmavikramaḥ; īśate nṛpate sarve yogasyāmitatejasaḥ

Weder Yama noch Antaka, noch der zornige Tod von furchtbarer Kraft, noch alle [anderen] vermögen etwas über den Yoga von unermesslicher Glut, König.

Wort für Wort
na yamo nāntakaḥ kruddho
nicht Yama, nicht Antaka, zornig (Nom.)
na mṛtyur bhīmavikramaḥ
nicht der Tod von furchtbarer Kraft (Nom.)
īśate nṛpate sarve
sie vermögen/herrschen, König, alle (3.Pl.Med./Vok./Nom.)
yogasyāmitatejasaḥ
über den Yoga von unermesslicher Glut (Gen.)

kruddho steht im Text nur einmal; auf Yama, Antaka und Mṛtyu zu beziehen ist eine Deutung [?].

ātmanāṃ ca sahasrāṇi bahūni bharatarṣabha; yogaḥ kuryād balaṃ prāpya taiś ca sarvair mahīṃ caret

Tausende und viele Selbste [Körper], Stier der Bharatas, kann der Yoga, wenn er Kraft erlangt hat, schaffen und mit ihnen allen die Erde durchwandern.

Wort für Wort
ātmanāṃ ca sahasrāṇi
und der Selbste, Tausende (Gen.Pl./Nom.)
bahūni bharatarṣabha
viele, Stier der Bharatas (Nom./Vok.)
yogaḥ kuryād balaṃ prāpya
der Yogin könnte schaffen, Kraft erlangt habend (Nom./Pot./Abs.)
taiś ca sarvair mahīṃ caret
und mit diesen allen die Erde durchwandern (Instr.Pl./Akk./Pot.)

prāpnuyād viṣayāṃś caiva punaś cograṃ tapaś caret; saṃkṣipec ca punaḥ pārtha sūryas tejoguṇān iva

Er könnte Sinnesobjekte erlangen und wieder strenge Askese üben und, Sohn Pṛthās, [alles] wieder zusammenziehen, wie die Sonne ihre Strahlen.

Wort für Wort
prāpnuyād viṣayāṃś caiva
er könnte erlangen, die Sinnesobjekte und auch (Pot./Akk.Pl.)
punaś cograṃ tapaś caret
und wieder strenge Askese üben (Adv./Akk./Pot.)
saṃkṣipec ca punaḥ pārtha
und zusammenziehen, wieder, Sohn Pṛthās (Pot./Vok.)
sūryas tejoguṇān iva
wie die Sonne ihre Strahlenfäden (Nom./Akk.Pl.)

tejoguṇān: „Strahlen/Lichtfäden“ nach dem Bildzusammenhang; das Objekt von saṃkṣipet ist ergänzt.

balasthasya hi yogasya bandhaneśasya pārthiva; vimokṣaprabhaviṣṇutvam upapannam asaṃśayam

Denn für den Yoga, der Kraft besitzt und Herr über die Fesseln ist, König, ist die Fähigkeit, Befreiung zu bewirken, zweifellos gegeben.

Wort für Wort
balasthasya hi yogasya
denn des in Kraft stehenden Yoga (Gen.)
bandhaneśasya pārthiva
des Herrn der Fesseln, König (Gen./Vok.)
vimokṣaprabhaviṣṇutvam
die Fähigkeit, Befreiung hervorzubringen (Nom.)
upapannam asaṃśayam
ist gegeben, zweifellos (Part.Pass./Adv.)

balāni yoge proktāni mayaitāni viśāṃ pate; nidarśanārthaṃ sūkṣmāṇi vakṣyāmi ca punas tava

Diese Kräfte im Yoga habe ich dir genannt, Herr der Menschen; zur Veranschaulichung werde ich dir dazu noch weitere, feine [Gleichnisse] sagen.

Wort für Wort
balāni yoge proktāni
die Kräfte im Yoga, genannt (Nom.Pl./Lok./Part.Pass.)
mayaitāni viśāṃ pate
von mir diese, Herr der Menschen (Instr./Nom.Pl./Vok.)
nidarśanārthaṃ sūkṣmāṇi
zur Veranschaulichung, feine (Adv./Akk.Pl.)
vakṣyāmi ca punas tava
und ich werde sagen, wieder, dir (1.Sg.Fut./Adv./Gen.)

ātmanaś ca samādhāne dhāraṇāṃ prati cābhibho; nidarśanāni sūkṣmāṇi śṛṇu me bharatarṣabha

Höre von mir, Stier der Bharatas, die feinen Gleichnisse für die Sammlung des Selbst und für die Festigung [der Konzentration], Mächtiger.

Wort für Wort
ātmanaś ca samādhāne
und für die Sammlung des Selbst (Gen./Lok.)
dhāraṇāṃ prati cābhibho
und in Bezug auf die Konzentration, Mächtiger (Akk./Präp./Vok.)
nidarśanāni sūkṣmāṇi
Gleichnisse, feine (Akk.Pl.)
śṛṇu me bharatarṣabha
höre von mir, Stier der Bharatas (Imp./Gen./Vok.)

apramatto yathā dhanvī lakṣyaṃ hanti samāhitaḥ; yuktaḥ samyak tathā yogī mokṣaṃ prāpnoty asaṃśayam

Wie ein aufmerksamer Bogenschütze, gesammelt, das Ziel trifft, so erlangt der Yogin, recht versenkt, zweifellos die Erlösung.

Wort für Wort
apramatto yathā dhanvī
aufmerksam, wie ein Bogenschütze (Nom.)
lakṣyaṃ hanti samāhitaḥ
das Ziel trifft er, gesammelt (Akk./3.Sg./Part.)
yuktaḥ samyak tathā yogī
versenkt, recht, so der Yogin (Part./Adv./Nom.)
mokṣaṃ prāpnoty asaṃśayam
die Erlösung erlangt, zweifellos (Akk./3.Sg./Adv.)

snehapūrṇe yathā pātre mana ādhāya niścalam; puruṣo yatta ārohet sopānaṃ yuktamānasaḥ

Wie ein Mensch, der den Geist unbewegt auf ein mit Öl gefülltes Gefäß gerichtet hat, achtsam und mit gesammeltem Sinn die Treppe hinaufsteigt,

Wort für Wort
snehapūrṇe yathā pātre
wie bei einem mit Öl gefüllten Gefäß (Lok.)
mana ādhāya niścalam
den Geist unbewegt richtend/festmachend (Abs./Akk.)
puruṣo yatta
ein Mensch, achtsam (Nom. Sg., Part.)
ārohet sopānam
möge hinaufsteigen, die Treppe (Opt. 3.Sg./Akk.)
yuktamānasaḥ
mit gesammeltem Sinn (Bahuvrīhi, Nom.)

yuktvā tathāyam ātmānaṃ yogaḥ pārthiva niścalam; karoty amalam ātmānaṃ bhāskaropamadarśanam

So macht dieser Yoga, o König, nachdem er das Selbst gesammelt hat, das Selbst unbeweglich und makellos, der Sonne gleich im Anblick.

Wort für Wort
yuktvā tathāyam ātmānam
nachdem er gesammelt hat; so; dieser; das Selbst (Abs./Akk.)
yogaḥ pārthiva
der Yoga; o König (Nom./Vok.)
niścalam
unbeweglich (Akk. Sg. n./m.)
karoty amalam ātmānam
macht makellos das Selbst (3.Sg.Präs./Akk.)
bhāskaropamadarśanam
der Sonne gleich im Anblick (Bahuvrīhi, Akk.)

yathā ca nāvaṃ kaunteya karṇadhāraḥ samāhitaḥ; mahārṇavagatāṃ śīghraṃ nayet pārthiva pattanam

Und wie ein aufmerksamer Steuermann, Sohn der Kuntī, o König, ein auf das große Meer hinausgefahrenes Schiff rasch zum Hafen bringt,

Wort für Wort
yathā ca nāvaṃ kaunteya
und wie; das Schiff; o Sohn der Kuntī (Akk./Vok.)
karṇadhāraḥ samāhitaḥ
der Steuermann, gesammelt/aufmerksam (Nom.)
mahārṇavagatāṃ śīghram
das ins große Meer gelangte; rasch (Akk. f./Adv.)
nayet pārthiva pattanam
möge führen; o König; zum Hafen (Opt. 3.Sg./Vok./Akk.)

tadvad ātmasamādhānaṃ yuktvā yogena tattvavit; durgamaṃ sthānam āpnoti hitvā deham imaṃ nṛpa

ebenso erlangt der Wahrheitskundige, nachdem er durch Yoga die Sammlung des Selbst verwirklicht und diesen Körper verlassen hat, o König, den schwer zugänglichen Ort.

Wort für Wort
tadvad ātmasamādhānam
ebenso; die Selbstsammlung (Adv./Akk.)
yuktvā yogena tattvavit
nachdem er verwirklicht hat, durch Yoga, der Wahrheitskundige (Abs./Instr./Nom.)
durgamaṃ sthānam āpnoti
den schwer zugänglichen Ort erreicht er (Akk./3.Sg.Präs.)
hitvā deham imaṃ nṛpa
nachdem er verlassen hat, diesen Körper, o König (Abs./Akk./Vok.)

sārathiś ca yathā yuktvā sadaśvān susamāhitaḥ; deśam iṣṭaṃ nayaty āśu dhanvinaṃ puruṣarṣabha

Und wie ein Wagenlenker, der gute Rosse angeschirrt hat und sehr aufmerksam ist, den Bogenschützen rasch an den gewünschten Ort bringt, o Bester der Männer,

Wort für Wort
sārathiś ca yathā yuktvā
und wie der Wagenlenker, nachdem er angeschirrt hat (Nom./Abs.)
sadaśvān susamāhitaḥ
gute Rosse; sehr aufmerksam (Akk. Pl./Nom.)
deśam iṣṭaṃ nayaty āśu
den gewünschten Ort bringt er rasch (Akk./3.Sg.Präs./Adv.)
dhanvinaṃ puruṣarṣabha
den Bogenschützen; o Stier unter den Männern (Akk./Vok.)

tathaiva nṛpate yogī dhāraṇāsu samāhitaḥ; prāpnoty āśu paraṃ sthānaṃ lakṣaṃ mukta ivāśugaḥ

ebenso gelangt der Yogin, in den Sammlungsübungen gefestigt, o Herr der Menschen, rasch zum höchsten Ort, wie ein losgelassener Pfeil zum Ziel.

Wort für Wort
tathaiva nṛpate yogī
ebenso; o König; der Yogin (Vok./Nom.)
dhāraṇāsu samāhitaḥ
in den Konzentrationen gesammelt (Lok. Pl./Nom.)
prāpnoty āśu paraṃ sthānam
erreicht rasch den höchsten Ort (3.Sg.Präs./Akk.)
lakṣaṃ mukta ivāśugaḥ
das Ziel, wie ein abgeschossener Pfeil (Akk./Nom.)

āveśyātmani cātmānaṃ yogī tiṣṭhati yo 'calaḥ; pāpaṃ hanteva mīnānāṃ padam āpnoti so 'jaram

Der Yogin, der unbeweglich verharrt, nachdem er das Selbst im Selbst festgemacht hat, erreicht – wie ein Töter, der das Übel erschlägt [?] – den Pfad der Fische [?], er, den Unalternden.

Wort für Wort
āveśyātmani cātmānam
nachdem er versenkt hat, im Selbst, das Selbst (Abs./Lok./Akk.)
yogī tiṣṭhati yo 'calaḥ
der Yogin, der verharrt, unbeweglich (Nom./3.Sg.Präs.)
pāpaṃ hanteva
das Übel, wie ein Töter (Akk./Nom.)
mīnānāṃ padam āpnoti
der Fische Spur/Pfad erreicht er (Gen. Pl./Akk.)
so 'jaram
er, alterslos (Nom./Akk. n.)

Stelle unsicher: „hanteva mīnānām padam“ könnte auch ‚den unvergänglichen Zustand‘ (padam ajaram) meinen; „Spur der Fische“ als Bild für Unauffindbarkeit ist Vermutung.

nābhyāṃ kaṇṭhe ca śīrṣe ca hṛdi vakṣasi pārśvayoḥ; darśane sparśane cāpi ghrāṇe cāmitavikrama

Am Nabel, an der Kehle und am Kopf, im Herzen, an der Brust, an den beiden Seiten, im Sehen und im Tasten und auch in der Nase, o Mann von unermesslicher Tapferkeit,

Wort für Wort
nābhyāṃ kaṇṭhe ca śīrṣe ca
am Nabel, an der Kehle und am Kopf (Lok. Sg.)
hṛdi vakṣasi pārśvayoḥ
im Herzen, an der Brust, an den beiden Seiten (Lok./Lok. Du.)
darśane sparśane cāpi
im Sehen und im Berühren auch (Lok.)
ghrāṇe cāmitavikrama
in der Nase und; o Unermesslich-Tapferer (Lok./Vok.)

sthāneṣv eteṣu yo yogī mahāvratasamāhitaḥ; ātmanā sūkṣmam ātmānaṃ yuṅkte samyag viśāṃ pate

der Yogin, der an diesen Stellen im großen Gelübde gesammelt ist, verbindet recht das feine Selbst mit dem Selbst, o Herr der Menschen.

Wort für Wort
sthāneṣv eteṣu yo yogī
an diesen Stellen der Yogin, der (Lok. Pl./Nom.)
mahāvratasamāhitaḥ
im großen Gelübde gesammelt (Nom.)
ātmanā sūkṣmam ātmānam
durch das Selbst das feine Selbst (Instr./Akk.)
yuṅkte samyag viśāṃ pate
verbindet er recht, o Herr der Menschen (3.Sg.Präs.Med./Adv./Vok.)

sa śīghram amalaprajñaḥ karma dagdhvā śubhāśubham; uttamaṃ yogam āsthāya yadīcchati vimucyate

Er, von reiner Einsicht, wird rasch, wenn er das Handeln, Gutes wie Schlechtes, verbrannt und den höchsten Yoga eingenommen hat, befreit, wenn er es wünscht.

Wort für Wort
sa śīghram amalaprajñaḥ
er, rasch, von makelloser Einsicht (Nom./Adv./Bahuvrīhi)
karma dagdhvā śubhāśubham
das Handeln, nachdem er verbrannt hat, gutes und schlechtes (Akk./Abs.)
uttamaṃ yogam āsthāya
den höchsten Yoga, nachdem er ihn eingenommen hat (Akk./Abs.)
yadīcchati vimucyate
wenn er wünscht, wird er befreit (3.Sg.Präs./3.Sg.Pass.)

yudhiṣṭhira uvāca; āhārān kīdṛśān kṛtvā kāni jitvā ca bhārata; yogī balam avāpnoti tad bhavān vaktum arhati

Yudhiṣṭhira sprach: Welche Nahrung zu sich nehmend und was besiegend, o Bhārata, erlangt der Yogin Kraft? Das mögest du mir sagen.

Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca
Yudhiṣṭhira sprach (Perf.)
āhārān kīdṛśān kṛtvā
Speisen, welcher Art, nachdem er gemacht hat (Akk. Pl./Abs.)
kāni jitvā ca bhārata
und was besiegt habend; o Bhārata (Akk. n. Pl./Abs./Vok.)
yogī balam avāpnoti
der Yogin erlangt Kraft (Nom./3.Sg.Präs.)
tad bhavān vaktum arhati
das darfst du sagen (Nom. Sg. ‚Ihr‘/Inf./3.Sg.)

bhīṣma uvāca; kaṇānāṃ bhakṣaṇe yuktaḥ piṇyākasya ca bhakṣaṇe; snehānāṃ varjane yukto yogī balam avāpnuyāt

Bhīṣma sprach: Wer sich auf den Verzehr von Körnern und von Ölkuchen verlegt und das Meiden von Fetten übt, der Yogin, möge Kraft erlangen.

Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach (Perf.)
kaṇānāṃ bhakṣaṇe yuktaḥ
im Verzehr von Körnern befasst (Gen. Pl./Lok./Nom.)
piṇyākasya ca bhakṣaṇe
und im Verzehr von Ölkuchen (Gen./Lok.)
snehānāṃ varjane yuktaḥ
im Meiden der Fette befasst (Gen. Pl./Lok./Nom.)
yogī balam avāpnuyāt
der Yogin möge Kraft erlangen (Nom./Opt.)

bhuñjāno yāvakaṃ rūkṣaṃ dīrghakālam ariṃdama; ekārāmo viśuddhātmā yogī balam avāpnuyāt

Wer lange Zeit trockenen Gerstenbrei isst, Bezwinger der Feinde, sich an der Einsamkeit erfreut und reinen Selbstes ist, der Yogin, möge Kraft erlangen.

Wort für Wort
bhuñjāno yāvakaṃ rūkṣam
essend, Gerstenbrei, trocken (Part. Med./Akk.)
dīrghakālam ariṃdama
lange Zeit; o Feindebezwinger (Akk./Vok.)
ekārāmo viśuddhātmā
sich einsam erfreuend, reinen Selbstes (Bahuvrīhi, Nom.)
yogī balam avāpnuyāt
der Yogin möge Kraft erlangen (Nom./Opt.)

„ekārāma“: sich allein/an einem Ort erfreuend, Deutung nicht ganz sicher.

pakṣān māsān ṛtūṃś citrān saṃcaraṃś ca guhās tathā; apaḥ pītvā payomiśrā yogī balam avāpnuyāt

Halbmonate, Monate und wechselnde Jahreszeiten hindurch und ebenso Höhlen durchwandernd, mit Milch vermischtes Wasser trinkend, möge der Yogin Kraft erlangen.

Wort für Wort
pakṣān māsān ṛtūṃś citrān
Halbmonate, Monate, Jahreszeiten, wechselnde (Akk. Pl.)
saṃcaraṃś ca guhās tathā
und umherziehend, ebenso Höhlen (Part./Akk. Pl.)
apaḥ pītvā payomiśrā
Wasser, nachdem er getrunken hat, mit Milch gemischt (Akk. Pl./Abs./Adj.)
yogī balam avāpnuyāt
der Yogin möge Kraft erlangen (Nom./Opt.)

„payomiśrā“ steht formal im Sg. neben „apaḥ“ (Pl.); als „payomiśrāḥ“ verstanden. Die Akkusative Halbmonate/Monate/Jahreszeiten sind als Zeitdauer gedeutet.

akhaṇḍam api vā māsaṃ satataṃ manujeśvara; upoṣya samyak śuddhātmā yogī balam avāpnuyāt

Oder auch einen ganzen Monat lang unablässig recht fastend, mit reinem Selbst, o Herr der Menschen, möge der Yogin Kraft erlangen.

Wort für Wort
akhaṇḍam api vā māsam
oder auch einen ungeteilten Monat (Akk. der Dauer)
satataṃ manujeśvara
unablässig, o Herr der Menschen (Adv./Vok.)
upoṣya samyak śuddhātmā
nachdem er gefastet hat, recht, reinen Selbstes (Abs./Adv./Nom.)
yogī balam avāpnuyāt
der Yogin möge Kraft erlangen (Nom./Opt.)

kāmaṃ jitvā tathā krodhaṃ śītoṣṇe varṣam eva ca; bhayaṃ nidrāṃ tathā śvāsaṃ pauruṣaṃ viṣayāṃs tathā

Wenn er Verlangen und ebenso Zorn besiegt hat, Kälte und Hitze und ebenso den Regen, Furcht, Schlaf und ebenso den Atem, Mannhaftigkeit [?] und ebenso die Sinnesobjekte,

Wort für Wort
kāmaṃ jitvā tathā krodham
Verlangen, nachdem er besiegt hat, und ebenso Zorn (Akk./Abs.)
śītoṣṇe varṣam eva ca
Kälte und Hitze, und Regen ebenfalls (Akk. Du./Akk.)
bhayaṃ nidrāṃ tathā śvāsam
Furcht, Schlaf, ebenso Atem (Akk.)
pauruṣaṃ viṣayāṃs tathā
Mannhaftigkeit, Sinnesobjekte ebenso (Akk. n./Akk. Pl.)

Der Satz läuft weiter bis 289.049 (Prädikat dīpayanti). „pauruṣa“ unsicher (Mannhaftigkeit/Tatkraft/Selbstgefälligkeit).

aratiṃ durjayāṃ caiva ghorāṃ tṛṣṇāṃ ca pārthiva; sparśān sarvāṃs tathā tandrīṃ durjayāṃ nṛpasattama

ferner die schwer zu besiegende Unlust und den furchtbaren Durst, o König, und alle Berührungen sowie die schwer zu besiegende Mattigkeit, o Bester der Könige –

Wort für Wort
aratiṃ durjayāṃ caiva
Unlust, schwer besiegbar, ebenso (Akk. f.)
ghorāṃ tṛṣṇāṃ ca pārthiva
furchtbaren Durst und; o König (Akk. f./Vok.)
sparśān sarvāṃs tathā
alle Berührungen ebenso (Akk. Pl.)
tandrīṃ durjayāṃ nṛpasattama
Mattigkeit, schwer besiegbar; o Bester der Könige (Akk. f./Vok.)

dīpayanti mahātmānaḥ sūkṣmam ātmānam ātmanā; vītarāgā mahāprājñā dhyānādhyayanasaṃpadā

[so] lassen die Hochgesinnten, leidenschaftslos und sehr weise, das feine Selbst durch das Selbst aufleuchten, durch den Reichtum an Meditation und Studium.

Wort für Wort
dīpayanti mahātmānaḥ
sie lassen aufleuchten, die Hochgesinnten (3.Pl.Präs. Kaus./Nom.)
sūkṣmam ātmānam ātmanā
das feine Selbst durch das Selbst (Akk./Instr.)
vītarāgā mahāprājñā
leidenschaftslos, sehr weise (Nom. Pl.)
dhyānādhyayanasaṃpadā
durch den Reichtum an Meditation und Studium (Instr. Sg.)

durgas tv eṣa mataḥ panthā brāhmaṇānāṃ vipaścitām; na kaś cid vrajati hy asmin kṣemeṇa bharatarṣabha

Dieser Pfad aber gilt als schwer gangbar für die weisen Brahmanen; denn niemand geht ihn unversehrt, o Stier der Bharatas.

Wort für Wort
durgas tv eṣa mataḥ panthā
schwer gangbar aber dieser gilt als Pfad (Nom.)
brāhmaṇānāṃ vipaścitām
für Brahmanen, für Weise (Gen. Pl.)
na kaś cid vrajati hy asmin
niemand geht ja auf diesem (3.Sg.Präs./Lok.)
kṣemeṇa bharatarṣabha
in Sicherheit; o Stier der Bharatas (Instr./Vok.)

yathā kaś cid vanaṃ ghoraṃ bahusarpasarīsṛpam; śvabhravat toyahīnaṃ ca durgamaṃ bahukaṇṭakam

Wie [wenn] jemand einen furchtbaren Wald, voll von vielen Schlangen und Kriechtieren, gleich Abgründen wasserlos, schwer durchquerbar, sehr dornig,

Wort für Wort
yathā kaś cid vanaṃ ghoram
wie jemand einen Wald, furchtbar (Akk.)
bahusarpasarīsṛpam
mit vielen Schlangen und Kriechtieren (Bahuvrīhi)
śvabhravat toyahīnaṃ ca
wie voller Abgründe und wasserlos (Adj./Akk.)
durgamaṃ bahukaṇṭakam
schwer begehbar, sehr dornig (Akk.)

Satz setzt sich in 289.052 fort.

abhaktam aṭavīprāyaṃ dāvadagdhamahīruham; panthānaṃ taskarākīrṇaṃ kṣemeṇābhipated yuvā

ohne Verpflegung, fast bloße Wildnis, mit vom Waldbrand versengten Bäumen, und einen von Räubern wimmelnden Pfad als junger Mann unversehrt beträte [Anm.: gemeint ist: kaum jemand tut es unversehrt].

Wort für Wort
abhaktam aṭavīprāyam
ohne Verpflegung, fast Wildnis (Akk.)
dāvadagdhamahīruham
mit waldbrandverbrannten Bäumen (Akk.)
panthānaṃ taskarākīrṇam
einen Pfad, von Räubern erfüllt (Akk.)
kṣemeṇābhipated yuvā
unversehrt angehen möge, ein junger Mann (Instr./Opt./Nom.)

yogamārgaṃ tathāsādya yaḥ kaś cid bhajate dvijaḥ; kṣemeṇoparamen mārgād bahudoṣo hi sa smṛtaḥ

So auch, wenn ein Zweimalgeborener, der den Yogaweg erreicht hat und ihn übt, in [vermeintlicher] Sicherheit von dem Weg abließe [?], gilt er als sehr fehlerhaft.

Wort für Wort
yogamārgaṃ tathāsādya
den Yogaweg, so, nachdem er ihn erreicht hat (Akk./Abs.)
yaḥ kaś cid bhajate dvijaḥ
welcher Zweimalgeborene ihn übt (Nom./3.Sg.Präs.Med.)
kṣemeṇoparamen mārgāt
in Sicherheit abließe vom Weg (Instr./Opt./Abl.)
bahudoṣo hi sa smṛtaḥ
sehr fehlerhaft, denn er, gilt (Nom./Part.Pass.)

Deutung von „kṣemeṇa“ (in Sicherheit / ohne Schaden) und „uparamet“ (abließe) unsicher.

sustheyaṃ kṣuradhārāsu niśitāsu mahīpate; dhāraṇāsu tu yogasya duḥstheyam akṛtātmabhiḥ

Auf scharfen Rasiermesserschneiden lässt sich gut stehen, o Herr der Erde; auf den Konzentrationen des Yoga aber schwer für die, deren Selbst nicht geformt ist.

Wort für Wort
sustheyaṃ kṣuradhārāsu
gut zu stehen ist auf Rasiermesserschneiden (Gerundiv/Lok. Pl.)
niśitāsu mahīpate
auf geschärften; o Herr der Erde (Lok./Vok.)
dhāraṇāsu tu yogasya
auf den Konzentrationen aber des Yoga (Lok. Pl./Gen.)
duḥstheyam akṛtātmabhiḥ
schwer zu stehen für die mit ungeformtem Selbst (Gerundiv/Instr. Pl.)

vipannā dhāraṇās tāta nayanti naśubhāṃ gatim; netṛhīnā yathā nāvaḥ puruṣān arṇave nṛpa

Misslungene Konzentrationen, mein Lieber, führen zu keinem guten Ziel, wie steuerlose Schiffe die Menschen im Meer, o König.

Wort für Wort
vipannā dhāraṇās tāta
misslungene Konzentrationen; mein Lieber (Nom. Pl./Vok.)
nayanti naśubhāṃ gatim
führen zu nicht gutem Weg/Ziel (3.Pl.Präs./Akk.)
netṛhīnā yathā nāvaḥ
wie führerlose Schiffe (Nom. Pl.)
puruṣān arṇave nṛpa
Menschen im Meer; o König (Akk. Pl./Lok./Vok.)

yas tu tiṣṭhati kaunteya dhāraṇāsu yathāvidhi; maraṇaṃ janma duḥkhaṃ ca sukhaṃ ca sa vimuñcati

Wer aber, Sohn der Kuntī, in den Konzentrationen vorschriftsgemäß verharrt, der lässt Tod, Geburt, Leid und Glück hinter sich.

Wort für Wort
yas tu tiṣṭhati kaunteya
wer aber verharrt; o Kaunteya (3.Sg.Präs./Vok.)
dhāraṇāsu yathāvidhi
in den Konzentrationen, vorschriftsgemäß (Lok./Adv.)
maraṇaṃ janma duḥkhaṃ ca
Tod, Geburt und Leid (Akk.)
sukhaṃ ca sa vimuñcati
und Glück, er lässt los (Akk./3.Sg.Präs.)

nānāśāstreṣu niṣpannaṃ yogeṣv idam udāhṛtam; paraṃ yogaṃ tu yat kṛtsnaṃ niścitaṃ tad dvijātiṣu

In vielen Lehrschriften ausgeführt, ist dies [als Lehre] von den Yogas dargelegt; was aber der höchste Yoga in seiner Gesamtheit ist, das gilt unter den Zweimalgeborenen als festgestellt.

Wort für Wort
nānāśāstreṣu niṣpannam
in vielen Lehrbüchern ausgeführt (Lok. Pl./Part.)
yogeṣv idam udāhṛtam
in den Yogas dies dargelegt (Lok. Pl./Part.)
paraṃ yogaṃ tu yat kṛtsnam
den höchsten Yoga aber, was ganz (Akk./Nom.)
niścitaṃ tad dvijātiṣu
festgestellt ist das unter den Zweimalgeborenen (Part./Lok. Pl.)

Bezug von „yogeṣu“ und „paraṃ yogam … kṛtsnam“ syntaktisch locker.

paraṃ hi tad brahma mahan mahātman; brahmāṇam īśaṃ varadaṃ ca viṣṇum; bhavaṃ ca dharmaṃ ca ṣaḍānanaṃ ca; ṣaḍ brahmaputrāṃś ca mahānubhāvān

Denn dies ist das höchste Brahman, das große, o Hochgesinnter: Brahmā, den Herrn, den Spender von Wünschen, und Viṣṇu; Bhava (Śiva) und Dharma und den Sechsgesichtigen (Skanda) und die sechs Söhne Brahmās, die mächtigen –

Wort für Wort
paraṃ hi tad brahma mahan mahātman
höchstes denn das Brahman, groß; o Hochgesinnter (Nom./Vok.)
brahmāṇam īśaṃ varadaṃ ca viṣṇum
Brahmā, den Herrn, den Wunschgewährer und Viṣṇu (Akk.)
bhavaṃ ca dharmaṃ ca ṣaḍānanaṃ ca
Bhava, Dharma und den Sechsgesichtigen (Akk.)
ṣaḍ brahmaputrāṃś ca mahānubhāvān
und sechs Brahmā-Söhne, machtvolle (Akk. Pl.)

Die Aufzählung der Akkusative reicht bis 289.061 (Prädikat viśeta).

tamaś ca kaṣṭaṃ sumahad rajaś ca; sattvaṃ ca śuddhaṃ prakṛtiṃ parāṃ ca; siddhiṃ ca devīṃ varuṇasya patnīṃ; tejaś ca kṛtsnaṃ sumahac ca dhairyam

und die leidvolle, sehr große Finsternis (Tamas) und Leidenschaft (Rajas), das reine Sein (Sattva) und die höchste Urnatur (Prakṛti), und die Vollendung, die Göttin, die Gattin Varuṇas, und den ganzen Glanz und die große Standhaftigkeit,

Wort für Wort
tamaś ca kaṣṭaṃ sumahad rajaś ca
und Finsternis, leidvoll, sehr groß, und Leidenschaft (Akk. n.)
sattvaṃ ca śuddhaṃ prakṛtiṃ parāṃ ca
und reines Sein, und höchste Urnatur (Akk.)
siddhiṃ ca devīṃ varuṇasya patnīm
und die Vollendung, die Göttin, Varuṇas Gattin (Akk. f.)
tejaś ca kṛtsnaṃ sumahac ca dhairyam
und ganzen Glanz und sehr große Standhaftigkeit (Akk. n.)

tārādhipaṃ vai vimalaṃ satāraṃ; viśvāṃś ca devān uragān pitṝṃś ca; śailāṃś ca kṛtsnān udadhīṃś ca ghorān; nadīś ca sarvāḥ savanān ghanāṃś ca

den Herrn der Sterne, den makellosen, samt den Sternen, die Viśvedevas, die Schlangen und die Väter, alle Berge und die furchtbaren Meere, alle Flüsse samt den Wäldern und die Wolken,

Wort für Wort
tārādhipaṃ vai vimalaṃ satāram
den Herrn der Sterne (Mond), den makellosen, samt Sternen (Akk.)
viśvāṃś ca devān uragān pitṝṃś ca
und alle Götter (Viśvedevas), Schlangen, Väter (Akk. Pl.)
śailāṃś ca kṛtsnān udadhīṃś ca ghorān
und alle Berge und furchtbare Meere (Akk. Pl.)
nadīś ca sarvāḥ savanān ghanāṃś ca
und alle Flüsse samt Wäldern und Wolken (Akk. Pl.)

nāgān nagān yakṣagaṇān diśaś ca; gandharvasaṃghān puruṣān striyaś ca; parasparaṃ prāpya mahān mahātmā; viśeta yogī nacirād vimuktaḥ

die Nāgas [Schlangen/Elefanten] und Berge [oder Bäume], die Scharen der Yakṣas und die Himmelsrichtungen, die Gandharva-Scharen, die Männer und Frauen – wenn der große, hochgesinnte Yogin [sie] einander [der Reihe nach] erreicht hat, dringt er [in sie] ein, bald befreit.

Wort für Wort
nāgān nagān yakṣagaṇān diśaś ca
Schlangen/Elefanten, Berge/Bäume, Yakṣa-Scharen, Himmelsrichtungen (Akk. Pl.)
gandharvasaṃghān puruṣān striyaś ca
Gandharva-Scharen, Männer und Frauen (Akk. Pl.)
parasparaṃ prāpya mahān mahātmā
einander/nacheinander erreichend, der große Hochgesinnte (Adv./Abs./Nom.)
viśeta yogī nacirād vimuktaḥ
dringe ein der Yogin, bald befreit (Opt./Nom./Abl. Adv./Part.)

Doppeldeutig: nāga (Schlange/Elefant), naga (Berg/Baum); „parasparam“ in seiner Konstruktion unklar.

kathā ca yeyaṃ nṛpate prasaktā; deve mahāvīryamatau śubheyam; yogān sa sarvān abhibhūya martyān; nārāyaṇātmā kurute mahātmā

Und diese Erzählung, o König, die hier anschließt, über den Gott von großer Kraft und Einsicht, ist heilvoll. Nachdem er alle Yogas [und] Sterblichen überwunden hat, wirkt der Hochgesinnte, dessen Wesen Nārāyaṇa ist, [Anm.: Objekt fehlt].

Wort für Wort
kathā ca yeyaṃ nṛpate prasaktā
und die Erzählung, diese, o König, anschließende (Nom./Vok./Part.)
deve mahāvīryamatau śubheyam
über den Gott von großer Kraft und Einsicht, heilvoll ist diese (Lok./Nom.)
yogān sa sarvān abhibhūya martyān
Yogas, er, alle, nachdem er überwunden hat, Sterbliche (Akk./Abs.)
nārāyaṇātmā kurute mahātmā
der Nārāyaṇa zum Wesen hat, wirkt/macht, der Hochgesinnte (Nom./3.Sg.Präs.Med.)

Text vermutlich verderbt oder unvollständig: „yogān … martyān“ passen nicht glatt zusammen, das Objekt von „kurute“ fehlt.

Dieses Kapitel in der Leseansicht