Kapitel 262: brāhmaṇadharmopadeśaḥ
Kapila belehrt Syūmaraśmi über Veda, Brahmanen-Dharma und Erkenntnis
Kapila legt dar, dass die Veden Maßstab sind, und schildert den alten vierfüßigen Dharma der Brahmanen; auf Syūmaraśmis Fragen nach dem Vorrang von Genießen, Opfern und Verzicht antwortet er mit Tugendreihen, Erkenntnis und Verzicht als Ziel.
kapila uvāca; vedāḥ pramāṇaṃ lokānāṃ na vedāḥ pṛṣṭhataḥkṛtāḥ; dve brahmaṇī veditavye śabdabrahma paraṃ ca yat; śabdabrahmaṇi niṣṇātaḥ paraṃ brahmādhigacchati
Kapila sprach: „Die Veden sind das Erkenntnismaß der Welten; die Veden sind nicht in den Rücken gestellt [d. h. missachtet] worden. Zwei Brahman sind zu erkennen: das Wort-Brahman und das, was das Höchste ist. Wer im Wort-Brahman bewandert ist, gelangt zum höchsten Brahman.“
Wort für Wort
kapila uvāca
Kapila sprach (Perf.)
vedāḥ pramāṇaṃ lokānāṃ
die Veden [sind] das Erkenntnismaß der Welten (Nom.Pl./Nom.Sg./Gen.Pl.)
na vedāḥ pṛṣṭhataḥ kṛtāḥ
die Veden sind nicht in den Rücken gestellt (Nom.Pl., Part.Pass.)
dve brahmaṇī veditavye
zwei Brahman sind zu erkennen (Nom.Du., Gerundiv)
śabdabrahma paraṃ ca yat
das Wort-Brahman und das, was das Höchste ist (Nom.Sg.n.)
śabdabrahmaṇi niṣṇātaḥ
im Wort-Brahman bewandert (Lok.Sg., Part.Pass.)
paraṃ brahma adhigacchati
erreicht das höchste Brahman (Akk.Sg., 3.Sg.Präs.)
„Wer nach Unendlichkeit durch Handeln trachtet – darüber spreche ich zu dir: [Es ist] ohne Schriftüberlieferung, ohne [bloße] Tradition, unmittelbar wahrnehmbar, die Welt als Zeugin.“
Wort für Wort
ānantyam anuyuṅkte yaḥ
wer die Unendlichkeit erstrebt/verfolgt (Akk.Sg., 3.Sg.Med.Präs., Rel.)
karmaṇā
durch Handeln (Instr.Sg.)
tad bravīmi te
das sage ich dir (1.Sg.Präs., Dat.Sg.)
nirāgamam anaitihyam
ohne Schrift, ohne Überlieferung (Bahuvrīhi, Akk./Nom.Sg.n.)
pratyakṣaṃ lokasākṣikam
unmittelbar sichtbar, die Welt zur Zeugin habend (Bahuvrīhi, Nom.Sg.n.)
dharma ity eva ye yajñān vitanvanti nirāśiṣaḥ; utpannatyāgino 'lubdhāḥ kṛpāsūyāvivarjitāḥ; dhanānām eṣa vai panthās tīrtheṣu pratipādanam
„Die, die Opfer allein als „Dharma“ ausbreiten, ohne Wunschziel, das Erworbene aufgebend, nicht gierig, frei von Rührseligkeit [?] und Missgunst: das ist der Weg der Güter – die Übergabe an [würdige] Tīrthas [Empfänger].“
Sie greifen nie zu üblen Taten, [wie sie] aus dem Handeln als Schoß [entstehen]; durch die Vorsätze des Geistes vollendet, mit geläutertem Erkennen als Entschluss.
Wort für Wort
anāśritāḥ pāpakṛtyāḥ
nicht zugreifend zu üblen Taten [?] (Nom.Pl., Akk.Pl.)
kadā cit
jemals
karmayonitaḥ
aus dem Handeln als Schoß (Ablativ-Adv.)
manaḥsaṃkalpasaṃsiddhāḥ
durch Geistesvorsätze vollendet (Nom.Pl.)
viśuddhajñānaniścayāḥ
mit geläutertem Wissen als Entschluss (Bahuvrīhi, Nom.Pl.)
Erste Zeile syntaktisch unsicher (anāśritāḥ pāpakṛtyāḥ).
samā hy ārjavasaṃpannāḥ saṃtuṣṭā jñānaniścayāḥ; pratyakṣadharmāḥ śucayaḥ śraddadhānāḥ parāvare
Gleichmütig, mit Geradheit ausgestattet, zufrieden, in der Erkenntnis entschlossen, mit unmittelbar erfahrbarem Dharma, rein, gläubig gegenüber Höherem und Niedrigerem [bzw. Früherem und Späterem].
Wort für Wort
samāḥ hi ārjavasaṃpannāḥ
gleichmütig, mit Geradheit begabt (Nom.Pl.)
saṃtuṣṭāḥ
zufrieden (Part.Pass., Nom.Pl.)
jñānaniścayāḥ
in der Erkenntnis entschlossen (Nom.Pl.)
pratyakṣadharmāḥ śucayaḥ
mit sichtbarem Dharma, rein (Bahuvrīhi, Nom.Pl.)
śraddadhānāḥ parāvare
gläubig/vertrauend in Bezug auf Höheres und Niederes (Part.Präs.Med., Lok.Sg.)
parāvare doppeldeutig: „Höheres und Niederes“ oder „Früheres und Späteres“.
Zuvor im Inneren geläutert, haben sie ihre Gelübde gehörig durchgeführt; sie üben den Dharma auch in Not und in unwegsamer Lage, [dabei] zusammengeschlossen.
Wort für Wort
purastāt bhāvitātmānaḥ
zuvor mit geläutertem Selbst (Adv., Bahuvrīhi, Nom.Pl.)
satyaṃ hi dharmam āsthāya durādharṣatamā matāḥ; na mātrām anurudhyante na dharmacchalam antataḥ
Auf die Wahrheit als Dharma gestützt, gelten sie als überaus unbezwingbar; sie richten sich weder nach einem [bloßen] Maß, noch [halten sie sich] am Ende an einen Scheindharma.
Wort für Wort
satyaṃ hi dharmam āsthāya
auf die Wahrheit als Dharma gestützt (Absolutiv)
durādharṣatamāḥ matāḥ
für die Unbezwingbarsten gehalten (Superl., Part.Pass., Nom.Pl.)
na mātrām anurudhyante
richten sich nicht nach einem Maß [?] (3.Pl.Präs.Med., Akk.Sg.)
na dharmacchalam antataḥ
noch am Ende nach Dharma-Trug (Akk.Sg., Adv.)
na mātrām anurudhyante: mātrā „Maß/Habe“, Sinn unsicher.
ya eva prathamaḥ kalpas tam evābhyācaran saha; asyāṃ sthitau sthitānāṃ hi prāyaścittaṃ na vidyate; durbalātmana utpannaṃ prāyaścittam iti śrutiḥ
Die erste Ordnung [kalpa], eben diese befolgten sie gemeinsam. Für die in dieser Lage Stehenden gibt es keine Buße; für den Schwachgesinnten ist Buße entstanden, so die Überlieferung.
Wort für Wort
yaḥ eva prathamaḥ kalpaḥ
die allererste Ordnung (Nom.Sg.)
tam eva abhyācaran saha
eben diese befolgten sie zusammen (Impf.-Part./3.Pl.)
asyāṃ sthitau sthitānām
für die in dieser Lage Stehenden (Lok.Sg.f., Gen.Pl.)
prāyaścittaṃ na vidyate
Buße gibt es nicht (3.Sg.Pass.Präs.)
durbalātmanaḥ utpannam
für den Schwachgesinnten entstanden (Gen.Sg., Part.Pass.)
Da solche Brahmanen einst uralt waren, Träger der Opfer, im dreifachen Wissen ergraut, rein, von gutem Wandel, ruhmvoll; Tag für Tag mit Opfern opfernd, Weise, deren Bindung wunschlos ist –
Wort für Wort
yataḥ evaṃvidhāḥ viprāḥ
da solche Brahmanen (Nom.Pl.)
purāṇāḥ yajñavāhanāḥ
uralt, Träger der Opfer (Nom.Pl.)
traividyavṛddhāḥ śucayaḥ
im dreifachen Wissen ergraut, rein (Nom.Pl.)
vṛttavantaḥ yaśasvinaḥ
von gutem Wandel, ruhmreich (Nom.Pl.)
yajantaḥ ahar ahar yajñaiḥ
Tag für Tag mit Opfern opfernd (Part.Präs., Instr.Pl.)
nirāśīrbandhanāḥ budhāḥ
Weise mit wunschloser Bindung (Bahuvrīhi, Nom.Pl.)
teṣāṃ yajñāś ca vedāś ca karmāṇi ca yathāgamam; āgamāś ca yathākālaṃ saṃkalpāś ca yathāvratam
Ihre Opfer und Veden und Werke [waren] der Überlieferung gemäß; die Überlieferungen [waren] zur rechten Zeit, und die Vorsätze dem Gelübde entsprechend.
Wort für Wort
teṣāṃ yajñāḥ ca vedāḥ ca
ihre Opfer und Veden (Gen.Pl., Nom.Pl.)
karmāṇi ca yathāgamam
und Werke gemäß der Überlieferung (Nom.Pl.n., Adv.)
Bei denen, deren Begierde und Zorn gewichen sind, die von Natur scharfen Geistes, geradlinig, stets friedvoll und in den eigenen Pflichten fest sind, war alles Unendlichkeit: so lautet unsere ewige Überlieferung.
Wort für Wort
apetakāmakrodhānām
derer, bei denen Begierde und Zorn gewichen sind (Gen.Pl.)
prakṛtyā saṃśitātmanām
von Natur geschärften Geistes (Instr.Sg., Gen.Pl.)
ṛjūnāṃ śamanityānām
der Geraden, stets Friedvollen (Gen.Pl.)
sthitānāṃ sveṣu karmasu
der in den eigenen Werken Verharrenden (Gen.Pl., Lok.Pl.)
sarvam ānantyam eva āsīt
alles war eben Unendlichkeit (3.Sg.Impf.)
iti naḥ śāśvatī śrutiḥ
so [lautet] unsere ewige Überlieferung (Nom.Sg.f.)
Diesen vierfüßigen Dharma kennen die Brahmanen als Lebensstufe; die Unendlichkeit ist der Ort des Brahman; „Brahmane“ heißt dem Namen nach eine [feste] Bestimmung [?].
Wort für Wort
dharmam etaṃ catuṣpādam
diesen vierfüßigen Dharma (Akk.Sg.)
āśramaṃ brāhmaṇāḥ viduḥ
als Lebensstufe kennen die Brahmanen (Akk.Sg., 3.Pl.Perf.)
ānantyaṃ brahmaṇaḥ sthānam
die Unendlichkeit [ist] der Ort des Brahman (Gen.Sg.)
brāhmaṇāḥ nāma niścayaḥ
„Brahmanen“ dem Namen nach eine Festlegung [?] (Nom.Pl., Nom.Sg.)
„So verbunden möge einer ein Brahmane sein; ein anderer wäre nur ein [Schein-]Brahmane. Allein das Handeln, sagt man, [bestimmt] den Menschen, sei es glückverheißend oder unheilvoll.“
Wort für Wort
evaṃ yuktaḥ brāhmaṇaḥ syāt
so verbunden möge er Brahmane sein (Part.Pass., Opt.)
anyaḥ brāhmaṇakaḥ bhavet
ein anderer wäre bloß ein „Brahmanchen“ (Nom.Sg., Opt.)
karma eva puruṣasya āha
das Handeln allein [bestimmt] den Menschen, sagt man (Gen.Sg., 3.Sg.Perf.)
śubhaṃ vā yadi vā aśubham
sei es glückverheißend oder unheilvoll (Akk./Nom.Sg.n.)
So war bei denen, deren Unreinheiten ausgereift waren, durch Unendlichkeit und durch die Überlieferung alles Unendlichkeit; so [lautet] unsere ewige Überlieferung.
Wort für Wort
evaṃ pakvakaṣāyāṇām
so bei denen mit ausgereiften Unreinheiten (Gen.Pl.)
ānantyena śrutena ca
durch Unendlichkeit und durch das Gehörte (Instr.Sg.)
sarvam ānantyam eva āsīt
alles war eben Unendlichkeit (3.Sg.Impf.)
evaṃ naḥ śāśvatī śrutiḥ
so [lautet] unsere ewige Überlieferung (Nom.Sg.f.)
sa siddhaiḥ sādhyate nityaṃ brāhmaṇair niyatātmabhiḥ; saṃtoṣamūlas tyāgātmā jñānādhiṣṭhānam ucyate
Er wird von Vollendeten, von Brahmanen mit gezügeltem Selbst, stets vollzogen; mit Zufriedenheit als Wurzel, Verzicht als Wesen, heißt er die Grundlage der Erkenntnis.
Wort für Wort
saḥ siddhaiḥ sādhyate nityam
er wird von Vollendeten stets vollzogen (Instr.Pl., 3.Sg.Pass.)
brāhmaṇaiḥ niyatātmabhiḥ
von Brahmanen mit gezügeltem Selbst (Instr.Pl.)
saṃtoṣamūlaḥ
mit Zufriedenheit als Wurzel (Bahuvrīhi, Nom.Sg.)
tyāgātmā
Verzicht als Wesen (Nom.Sg.)
jñānādhiṣṭhānam ucyate
Grundlage der Erkenntnis wird er genannt (Nom.Sg.n., 3.Sg.Pass.)
Mag einer auch immerfort dem Heil entgegengehen, der Schwache sinkt hier ermattend ab; wer den Standort des Brahman erstrebt, wird rein vom Kreislauf befreit.
Wort für Wort
gacchataḥ gacchataḥ kṣemam
für den immer weiter dem Heil Zugehenden (Gen.Sg., Part.Präs., Akk.Sg.)
durbalaḥ atra avasīdati
der Schwache sinkt hier ab (Nom.Sg., 3.Sg.Präs.)
brahmaṇaḥ padam anvicchan
den Standort des Brahman erstrebend (Akk.Sg., Part.Präs.)
saṃsārāt mucyate śuciḥ
wird vom Kreislauf befreit, rein (Abl.Sg., 3.Sg.Pass., Nom.Sg.)
syūmaraśmir uvāca; ye bhuñjate ye dadate yajante 'dhīyate ca ye; mātrābhir dharmalabdhābhir ye vā tyāgaṃ samāśritāḥ
Syūmaraśmi sprach: „Die genießen, die geben, die opfern und die studieren, und die mit rechtmäßig erworbenen Mitteln [handeln] oder zum Verzicht Zuflucht genommen haben –
Wort für Wort
syūmaraśmiḥ uvāca
Syūmaraśmi sprach (Perf.)
ye bhuñjate ye dadate
die genießen, die geben (3.Pl.Präs.)
yajante adhīyate ca ye
die opfern und die studieren (3.Pl.Präs.)
mātrābhiḥ dharmalabdhābhiḥ
mit rechtmäßig erworbenen Mitteln (Instr.Pl.)
ye vā tyāgaṃ samāśritāḥ
oder die zum Verzicht Zuflucht genommen (Akk.Sg., Part.Pass.)
kapila uvāca; parigrahāḥ śubhāḥ sarve guṇato 'bhyudayāś ca ye; na tu tyāgasukhaṃ prāptā etat tvam api paśyasi
Kapila sprach: „Alle Besitztümer sind gut, ihrer Beschaffenheit nach, und ebenso die Aufschwünge; das Glück des Verzichts aber haben sie nicht erlangt; auch du siehst dies.“
Wort für Wort
kapila uvāca
Kapila sprach (Perf.)
parigrahāḥ śubhāḥ sarve
alle Besitztümer [sind] gut (Nom.Pl.)
guṇataḥ abhyudayāḥ ca ye
der Beschaffenheit nach, und die Aufschwünge (Adv., Nom.Pl.)
na tu tyāgasukhaṃ prāptāḥ
das Glück des Verzichts aber haben sie nicht erlangt (Part.Pass.)
syūmaraśmir uvāca; bhavanto jñānaniṣṭhā vai gṛhasthāḥ karmaniścayāḥ; āśramāṇāṃ ca sarveṣāṃ niṣṭhāyām aikyam ucyate
Syūmaraśmi sprach: „Ihr seid ja in der Erkenntnis gegründet; die Hausväter haben das Handeln zum Entschluss; für das Ziel aller Lebensstufen wird Einheit ausgesagt.“
Wort für Wort
syūmaraśmiḥ uvāca
Syūmaraśmi sprach
bhavantaḥ jñānaniṣṭhāḥ vai
ihr seid in der Erkenntnis gegründet (Nom.Pl.)
gṛhasthāḥ karmaniścayāḥ
Hausväter, das Handeln zum Entschluss habend (Nom.Pl.)
āśramāṇāṃ ca sarveṣām
und aller Lebensstufen (Gen.Pl.)
niṣṭhāyām aikyam ucyate
im Ziel wird Einheit ausgesagt (Lok.Sg., Nom.Sg.n., 3.Sg.Pass.)
kapila uvāca; śarīrapaktiḥ karmāṇi jñānaṃ tu paramā gatiḥ; pakve kaṣāye vamanai rasajñāne na tiṣṭhati
Kapila sprach: „Die Werke sind das Garwerden des Körpers, die Erkenntnis aber ist das höchste Ziel; ist die Trübung ausgereift, so bleibt man durch Ausspeiungen nicht im Geschmackswissen stehen [?].“
Wort für Wort
kapila uvāca
Kapila sprach
śarīrapaktiḥ karmāṇi
das Garwerden des Körpers [sind] die Werke (Nom.Sg.f., Nom.Pl.n.)
jñānaṃ tu paramā gatiḥ
die Erkenntnis aber [ist] das höchste Ziel (Nom.Sg.)
pakve kaṣāye
wenn die Trübung gereift ist (Lok.Abs.)
vamanaiḥ rasajñāne
durch Ausspeiungen [?] im Geschmackswissen (Instr.Pl., Lok.Sg.)
na tiṣṭhati
steht/bleibt nicht (3.Sg.Präs.)
Zweite Hälfte (vamanai rasajñāne) dunkel; Wiedergabe unsicher.
panthāno brahmaṇas tv ete etaiḥ prāpnoti yat param; tad vidvān anubudhyeta manasā karmaniścayam
„Dies sind die Wege zum Brahman; durch sie erlangt man das Höchste; dies erkennend, möge der Wissende mit dem Geist den Entschluss zum Handeln nachvollziehen.“
Wort für Wort
panthānaḥ brahmaṇaḥ tu ete
dies sind die Wege des Brahman (Nom.Pl., Gen.Sg.)
etaiḥ prāpnoti yat param
durch diese erlangt man das Höchste (Instr.Pl., 3.Sg.Präs.)
tat vidvān anubudhyeta
das möge der Wissende nachvollziehen (Nom.Sg., Opt.Med.)
manasā karmaniścayam
mit dem Geist den Entschluss zum Handeln (Instr.Sg., Akk.Sg.)
„Das Rechte, Wahre, Gewusste, zu Wissende; das Selbst von allem, das Bewegliche und das Unbewegliche; alles Glück, was heilvoll und höchstes ist: das Brahman, das Unoffenbare, der Ursprung und das Unvergängliche.“
Wort für Wort
ṛtaṃ satyaṃ viditaṃ veditavyam
das Rechte, Wahre, Gewusste, zu Wissende (Nom.Sg.n.)
sarvasya ātmā
das Selbst von allem (Gen.Sg., Nom.Sg.)
jaṅgamaṃ sthāvaraṃ ca
Bewegliches und Unbewegliches (Nom.Sg.n.)
sarvaṃ sukhaṃ yat śivam uttamaṃ ca
alles Glück, was heilvoll und höchst ist (Nom.Sg.n.)
„Glanz, Nachsicht, Ruhe, Gesundheit, Heil; ebenso der ewige, beständige Äther; durch diese Worte wird [es] mit den Augen des Verstandes erreicht: Verehrung dem Brahman, dem Brahmanen!“
Wort für Wort
tejaḥ kṣamā śāntiḥ
Glanz, Nachsicht, Ruhe (Nom.Sg.)
anāmayaṃ śubham
Gesundheit, Heil (Nom.Sg.n.)
tathāvidhaṃ vyoma sanātanaṃ dhruvam
ebenso der Äther, ewig, beständig (Nom.Sg.n.)
etaiḥ śabdaiḥ gamyate
durch diese Worte wird [es] erreicht (Instr.Pl., 3.Sg.Pass.)