Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Śāntiparva

Kapitel 177: bhūtaviśeṣaguṇavarṇanā Die fünf Elemente, die Beseeltheit der Bäume und die Eigenschaften der Elemente

Fortsetzung der Belehrung Bhṛgus an Bharadvāja: Warum die fünf Elemente „groß“ heißen, Beweise für Sinneswahrnehmung und Leben bei Bäumen, die fünf Stoffgruppen im Körper und die Eigenschaften von Erde, Wasser, Licht, Wind und Raum.

bharadvāja uvāca; ete te dhātavaḥ pañca brahmā yān asṛjat purā; āvṛtā yair ime lokā mahābhūtābhisaṃjñitaiḥ

Bharadvāja sprach: „Das sind deine fünf Grundstoffe, die Brahmā einst erschuf, von denen diese Welten umhüllt sind, [Stoffe], die ‚die großen Wesenselemente‘ genannt werden.“

Wort für Wort
bharadvāja uvāca
Bharadvāja sprach (Perf.)
ete te dhātavaḥ pañca
diese deine fünf Grundstoffe (Nom.Pl.)
brahmā yān asṛjat purā
die Brahmā einst erschuf (Impf./Akk.Pl.)
āvṛtā yair ime lokā
von denen diese Welten umhüllt sind (Part.Pass./Instr.Pl.)
mahābhūtābhisaṃjñitaiḥ
‚große Wesenselemente‘ genannt (Instr.Pl.)

yad āsṛjat sahasrāṇi bhūtānāṃ sa mahāmatiḥ; pañcānām eva bhūtatvaṃ kathaṃ samupapadyate

„Da jener Hochweise Tausende von Wesen erschuf – wie kommt es, dass nur den fünf [Stoffen] Wesenhaftigkeit [als Element] zukommt?“

Wort für Wort
yad āsṛjat sahasrāṇi
da er Tausende erschuf (Impf./Akk.Pl.)
bhūtānāṃ sa mahāmatiḥ
von Wesen, jener Hochweise (Gen.Pl./Nom.Sg.)
pañcānām eva
nur der fünf (Gen.Pl.)
bhūtatvaṃ kathaṃ
Wesen-/Elementhaftigkeit, wie (Akk./Nom.Sg.)
samupapadyate
kommt zu, ist stimmig (3.Sg.Pass.Präs.)

bhṛgur uvāca; amitānāṃ mahāśabdo yānti bhūtāni saṃbhavam; tatas teṣāṃ mahābhūtaśabdo 'yam upapadyate

Bhṛgu sprach: „Von den unermesslichen [Dingen] gilt der große Name; die Wesen gehen [aus ihnen] in die Entstehung ein; darum trifft ihnen diese Bezeichnung ‚große Elemente‘ zu.“ [?]

Wort für Wort
bhṛgur uvāca
Bhṛgu sprach (Perf.)
amitānāṃ mahāśabdo
von den Unermesslichen der große Name (Gen.Pl./Nom.Sg.)
yānti bhūtāni saṃbhavam
die Wesen gehen in die Entstehung (3.Pl.Präs./Nom.Pl./Akk.)
tatas teṣāṃ
daher ihnen (Abl.-Adv./Gen.Pl.)
mahābhūtaśabdo 'yam
dieser Name ‚große Elemente‘ (Nom.Sg.)
upapadyate
kommt zu (3.Sg.Pass.Präs.)

Der Vers ist syntaktisch knapp; die Bezugnahme von amitānām (Gen.Pl.) ist unsicher.

ceṣṭā vayūḥ kham ākāśam ūṣmāgniḥ salilaṃ dravaḥ; pṛthivī cātra saṃghātaḥ śarīraṃ pāñcabhautikam

Bewegung ist der Wind, der Raum ist der Äther; Hitze ist das Feuer, das Fließende das Wasser; die Erde ist hierbei das Feste [Zusammengefügte]; der Körper ist aus den fünf Elementen [gebildet].

Wort für Wort
ceṣṭā vayūḥ
Bewegung [ist] Wind (Nom.Sg.)
kham ākāśam
der Raum [ist] Äther (Nom.Sg.)
ūṣmāgniḥ
Hitze [ist] Feuer (Nom.Sg.)
salilaṃ dravaḥ
Wasser [ist] das Flüssige (Nom.Sg.)
pṛthivī cātra saṃghātaḥ
und die Erde ist hier das Feste/Verdichtete (Nom.Sg.)
śarīraṃ pāñcabhautikam
der Körper ist fünfelementig (Nom.Sg.n.)

vayūḥ ist die überlieferte Form; gemeint ist vāyuḥ.

ity etaiḥ pañcabhir bhūtair yuktaṃ sthāvarajaṅgamam; śrotraṃ ghrāṇaṃ rasaḥ sparśo dṛṣṭiś cendriyasaṃjñitāḥ

Mit diesen fünf Elementen ist das Unbewegliche und das Bewegliche verbunden; Gehör, Geruchssinn, Geschmack, Berührung und Sehen werden als Sinne bezeichnet.

Wort für Wort
ity etaiḥ pañcabhir bhūtair
so mit diesen fünf Elementen (Instr.Pl.)
yuktaṃ sthāvarajaṅgamam
verbunden [ist] das Unbewegliche und Bewegliche (Part.Pass./Nom.Sg.n.)
śrotraṃ ghrāṇaṃ
Gehör, Geruchssinn (Nom.Sg.)
rasaḥ sparśo
Geschmack, Berührung (Nom.Sg.)
dṛṣṭiś cendriyasaṃjñitāḥ
und Sehen; als Sinne benannt (Nom.Pl.)

bharadvāja uvāca; pañcabhir yadi bhūtais tu yuktāḥ sthāvarajaṅgamāḥ; sthāvarāṇāṃ na dṛśyante śarīre pañca dhātavaḥ

Bharadvāja sprach: „Wenn das Unbewegliche und das Bewegliche mit fünf Elementen verbunden ist, so sieht man bei den Unbeweglichen im Körper die fünf Stoffe nicht.“

Wort für Wort
bharadvāja uvāca
Bharadvāja sprach (Perf.)
pañcabhir yadi bhūtais tu
wenn mit fünf Elementen (Instr.Pl.)
yuktāḥ sthāvarajaṅgamāḥ
verbunden [sind] Unbewegliche und Bewegliche (Nom.Pl.)
sthāvarāṇāṃ na dṛśyante
bei den Unbeweglichen werden nicht gesehen (Gen.Pl./3.Pl.Pass.)
śarīre pañca dhātavaḥ
im Körper die fünf Stoffe (Lok.Sg./Nom.Pl.)

anūṣmaṇām aceṣṭānāṃ ghanānāṃ caiva tattvataḥ; vṛkṣāṇāṃ nopalabhyante śarīre pañca dhātavaḥ

Bei den Bäumen, die ohne Hitze, ohne Bewegung und dicht [gefügt] sind, findet man in Wahrheit im Körper die fünf Stoffe nicht.

Wort für Wort
anūṣmaṇām aceṣṭānāṃ
der Hitzelosen, Bewegungslosen (Gen.Pl.)
ghanānāṃ caiva tattvataḥ
und der Dichten, in Wahrheit (Gen.Pl./Adv.)
vṛkṣāṇāṃ nopalabhyante
bei Bäumen werden nicht wahrgenommen (Gen.Pl./3.Pl.Pass.)
śarīre pañca dhātavaḥ
im Körper die fünf Stoffe (Lok.Sg./Nom.Pl.)

na śṛṇvanti na paśyanti na gandharasavedinaḥ; na ca sparśaṃ vijānanti te kathaṃ pāñcabhautikāḥ

„Sie hören nicht, sie sehen nicht, sie erkennen weder Geruch noch Geschmack und nehmen auch die Berührung nicht wahr – wie sollen sie aus den fünf Elementen bestehen?“

Wort für Wort
na śṛṇvanti na paśyanti
sie hören nicht, sie sehen nicht (3.Pl.Präs.)
na gandharasavedinaḥ
nicht Geruch und Geschmack wahrnehmend (Nom.Pl.)
na ca sparśaṃ vijānanti
und Berührung erkennen sie nicht (Akk./3.Pl.Präs.)
te kathaṃ pāñcabhautikāḥ
wie sind sie fünfelementig (Nom.Pl.)

adravatvād anagnitvād abhaumatvād avāyutaḥ; ākāśasyāprameyatvād vṛkṣāṇāṃ nāsti bhautikam

Weil sie nicht flüssig, nicht feurig, nicht erdhaft und [nicht] windhaft sind und weil der Raum nicht messbar ist, gibt es bei Bäumen nichts Elementhaftes.

Wort für Wort
adravatvād anagnitvād
wegen Nicht-Flüssigkeit, Nicht-Feurigkeit (Abl.Sg.)
abhaumatvād avāyutaḥ
wegen Nicht-Erdhaftigkeit, wegen Windlosigkeit (Abl.Sg./Abl.)
ākāśasyāprameyatvād
weil der Raum nicht messbar ist (Gen./Abl.Sg.)
vṛkṣāṇāṃ nāsti bhautikam
bei Bäumen gibt es nichts Elementhaftes (Gen.Pl./3.Sg.Präs./Nom.n.)

avāyutaḥ (Abl. auf -taḥ) ist ungewöhnlich; sinngemäß ‚wegen Fehlens von Wind‘.

bhṛgur uvāca; ghanānām api vṛkṣāṇām ākāśo 'sti na saṃśayaḥ; teṣāṃ puṣpaphale vyaktir nityaṃ samupalabhyate

Bhṛgu sprach: „Auch bei dichten Bäumen ist Raum vorhanden, daran ist kein Zweifel; an ihren Blüten und Früchten wird [er] stets als offenbar wahrgenommen.“

Wort für Wort
bhṛgur uvāca
Bhṛgu sprach (Perf.)
ghanānām api vṛkṣāṇām
auch bei dichten Bäumen (Gen.Pl.)
ākāśo 'sti na saṃśayaḥ
Raum ist da, kein Zweifel (3.Sg.Präs./Nom.Sg.)
teṣāṃ puṣpaphale vyaktir
an ihren Blüte und Frucht [ist] Sichtbarkeit (Lok.Du.-Nom./Nom.Sg.)
nityaṃ samupalabhyate
stets wird wahrgenommen (Adv./3.Sg.Pass.)

ūṣmato glānaparṇānāṃ tvak phalaṃ puṣpam eva ca; mlāyate caiva śīte na sparśas tenātra vidyate

Durch Hitze werden die Blätter matt; Rinde, Frucht und Blüte welken, und ebenso in der Kälte; darum ist hier der Tastsinn vorhanden.

Wort für Wort
ūṣmato glānaparṇānāṃ
durch Hitze [werden] matt die Blätter (Abl./Gen.Pl.)
tvak phalaṃ puṣpam eva ca
Rinde, Frucht und Blüte (Nom.Sg.)
mlāyate caiva śīte
welkt auch in der Kälte (3.Sg.Präs./Lok.)
na sparśas tenātra vidyate
nicht Berührung? – deshalb ist hier [Tastsinn] vorhanden

Der Text ist verderbt bzw. elliptisch (na sparśas … vidyate): wörtlich ‚nicht … Berührung … ist vorhanden‘; hier sinngemäß als Begründung des Tastsinns gedeutet [?].

vāyvagnyaśaniniṣpeṣaiḥ phalapuṣpaṃ viśīryate; śrotreṇa gṛhyate śabdas tasmāc chṛṇvanti pādapāḥ

Durch Wind, Feuer und Blitzschlag zerfallen Frucht und Blüte; durch das Gehör wird der Schall erfasst; darum hören die Bäume.

Wort für Wort
vāyvagnyaśaniniṣpeṣaiḥ
durch Wind, Feuer, Blitzschlag (Instr.Pl.)
phalapuṣpaṃ viśīryate
Frucht und Blüte zerfällt (3.Sg.Pass.Präs.)
śrotreṇa gṛhyate śabdaḥ
durch das Gehör wird Schall erfasst (Instr./3.Sg.Pass./Nom.)
tasmāc chṛṇvanti pādapāḥ
darum hören die Bäume (3.Pl.Präs./Nom.Pl.)

vallī veṣṭayate vṛkṣaṃ sarvataś caiva gacchati; na hy adṛṣṭeś ca mārgo 'sti tasmāt paśyanti pādapāḥ

Die Ranke umwindet den Baum und geht überallhin; ohne Sehen gibt es keinen Weg; darum sehen die Bäume.

Wort für Wort
vallī veṣṭayate vṛkṣaṃ
die Ranke umschlingt den Baum (Nom.Sg./3.Sg.Präs.)
sarvataś caiva gacchati
und geht überallhin (Adv./3.Sg.Präs.)
na hy adṛṣṭeś ca mārgo 'sti
denn ohne Sehen gibt es keinen Weg (Abl./Nom.Sg.)
tasmāt paśyanti pādapāḥ
darum sehen die Bäume (3.Pl.Präs.)

puṇyāpuṇyais tathā gandhair dhūpaiś ca vividhair api; arogāḥ puṣpitāḥ santi tasmāj jighranti pādapāḥ

Durch gute und üble Düfte und durch mannigfache Räucherungen werden sie gesund und blühen; darum riechen die Bäume.

Wort für Wort
puṇyāpuṇyais tathā gandhair
durch gute und schlechte Düfte (Instr.Pl.)
dhūpaiś ca vividhair api
und durch vielfältige Räucherungen (Instr.Pl.)
arogāḥ puṣpitāḥ santi
sie sind gesund, erblüht (Nom.Pl./3.Pl.Präs.)
tasmāj jighranti pādapāḥ
darum riechen die Bäume (3.Pl.Präs.)

pādaiḥ salilapānaṃ ca vyādhīnām api darśanam; vyādhipratikriyatvāc ca vidyate rasanaṃ drume

Mit den Füßen [Wurzeln] trinken sie Wasser, man sieht bei ihnen auch Krankheiten und Heilung von Krankheit; darum gibt es beim Baum den Geschmackssinn.

Wort für Wort
pādaiḥ salilapānaṃ ca
und das Wassertrinken mit den Füßen (Instr.Pl./Nom.Sg.)
vyādhīnām api darśanam
auch das Sehen von Krankheiten (Gen.Pl./Nom.Sg.)
vyādhipratikriyatvāc ca
und wegen der Krankheitsheilung (Abl.Sg.)
vidyate rasanaṃ drume
es gibt Geschmack(ssinn) beim Baum (3.Sg.Pass./Nom./Lok.)

vaktreṇotpalanālena yathordhvaṃ jalam ādadet; tathā pavanasaṃyuktaḥ pādaiḥ pibati pādapaḥ

So wie man durch den Lotosstängel mit dem Mund Wasser aufwärts zieht, so trinkt der Baum, mit dem Wind verbunden, mit den Füßen.

Wort für Wort
vaktreṇotpalanālena
mit dem Mund durch den Lotosstängel (Instr.Sg.)
yathordhvaṃ jalam ādadet
wie man Wasser aufwärts zieht (Adv./Akk./3.Sg.Opt.)
tathā pavanasaṃyuktaḥ
so, mit Wind verbunden (Adv./Nom.Sg.)
pādaiḥ pibati pādapaḥ
mit Füßen trinkt der Baum (Instr.Pl./3.Sg.Präs./Nom.Sg.)

grahaṇāt sukhaduḥkhasya chinnasya ca virohaṇāt; jīvaṃ paśyāmi vṛkṣāṇām acaitanyaṃ na vidyate

Weil sie Freud und Leid aufnehmen und weil Abgeschnittenes wieder wächst, sehe ich bei den Bäumen Leben; Unbeseeltheit gibt es nicht.

Wort für Wort
grahaṇāt sukhaduḥkhasya
wegen des Aufnehmens von Freud und Leid (Abl./Gen.Sg.)
chinnasya ca virohaṇāt
und wegen des Nachwachsens des Abgeschnittenen (Gen./Abl.)
jīvaṃ paśyāmi vṛkṣāṇām
ich sehe Leben bei Bäumen (Akk./1.Sg.Präs./Gen.Pl.)
acaitanyaṃ na vidyate
Unbeseeltheit gibt es nicht (Nom./3.Sg.Pass.)

tena taj jalam ādattaṃ jarayaty agnimārutau; āhārapariṇāmāc ca sneho vṛddhiś ca jāyate

Das von ihm aufgenommene Wasser verdauen Feuer und Wind; durch die Umwandlung der Nahrung entstehen Saft [Fettigkeit] und Wachstum.

Wort für Wort
tena taj jalam ādattaṃ
von ihm jenes aufgenommene Wasser (Instr./Nom./Part.Pass.)
jarayaty agnimārutau
verdauen Feuer und Wind (3.Sg.[Du.-Subj.]/Nom.Du.)
āhārapariṇāmāc ca
und durch die Umwandlung der Nahrung (Abl.Sg.)
sneho vṛddhiś ca jāyate
Saft und Wachstum entstehen (Nom./3.Sg.Präs.)

jaṅgamānāṃ ca sarveṣāṃ śarīre pañca dhātavaḥ; pratyekaśaḥ prabhidyante yaiḥ śarīraṃ viceṣṭate

Und im Körper aller beweglichen [Wesen] sind fünf Stoffe; sie sind je einzeln gegliedert, und durch sie regt sich der Körper.

Wort für Wort
jaṅgamānāṃ ca sarveṣāṃ
und aller Beweglichen (Gen.Pl.)
śarīre pañca dhātavaḥ
im Körper fünf Stoffe (Lok./Nom.Pl.)
pratyekaśaḥ prabhidyante
einzeln sind sie gegliedert (Adv./3.Pl.Pass.)
yaiḥ śarīraṃ viceṣṭate
durch die der Körper sich regt (Instr.Pl./3.Sg.Präs.)

tvak ca māṃsaṃ tathāsthīni majjā snāyu ca pañcamam; ity etad iha saṃkhyātaṃ śarīre pṛthivīmayam

Haut, Fleisch, Knochen, Mark und als fünftes die Sehnen: dies ist hier als das Erdhafte im Körper aufgezählt.

Wort für Wort
tvak ca māṃsaṃ tathāsthīni
Haut, Fleisch, Knochen (Nom.)
majjā snāyu ca pañcamam
Mark und Sehne als fünftes (Nom.)
ity etad iha saṃkhyātam
so ist dies hier aufgezählt (Part.Pass.)
śarīre pṛthivīmayam
im Körper das aus Erde Bestehende (Lok./Nom.n.)

tejo 'gniś ca tathā krodhaś cakṣur ūṣmā tathaiva ca; agnir jarayate cāpi pañcāgneyāḥ śarīriṇaḥ

Glanz, Feuer, Zorn, das Auge und ebenso die Hitze; und das Feuer verdaut: so sind fünf [Dinge] bei den Körperträgern feurig.

Wort für Wort
tejo 'gniś ca tathā krodhaś
Glanz, Feuer und Zorn (Nom.Sg.)
cakṣur ūṣmā tathaiva ca
Auge und ebenso Hitze (Nom.Sg.)
agnir jarayate cāpi
und das Feuer verdaut auch (Nom./3.Sg.Präs.Med.)
pañcāgneyāḥ śarīriṇaḥ
fünf feurige [Dinge] bei Körperträgern (Nom.Pl./Gen.Sg.-Adj.)

Die Fünferliste ist unklar gezählt (tejas, agni, krodha, cakṣus, ūṣman); ‚agnir jarayate‘ wird als erläuternder Zusatz gelesen.

śrotraṃ ghrāṇam athāsyaṃ ca hṛdayaṃ koṣṭham eva ca; ākāśāt prāṇinām ete śarīre pañca dhātavaḥ

Gehör, Geruchssinn, Mund, Herz und Bauchraum: aus dem Raum stammen diese fünf Stoffe im Körper der Lebewesen.

Wort für Wort
śrotraṃ ghrāṇam athāsyaṃ ca
Gehör, Nase, und Mund (Nom.Sg.)
hṛdayaṃ koṣṭham eva ca
Herz und Bauchraum (Nom.Sg.)
ākāśāt prāṇinām ete
aus dem Raum bei Lebewesen diese (Abl./Gen.Pl./Nom.Pl.)
śarīre pañca dhātavaḥ
im Körper fünf Stoffe (Lok./Nom.Pl.)

śleṣmā pittam atha svedo vasā śoṇitam eva ca; ity āpaḥ pañcadhā dehe bhavanti prāṇināṃ sadā

Schleim, Galle, Schweiß, Fett und Blut: so sind die Wasser im Körper der Lebewesen stets fünffach.

Wort für Wort
śleṣmā pittam atha svedo
Schleim, Galle, dann Schweiß (Nom.Sg.)
vasā śoṇitam eva ca
Fett und Blut (Nom.Sg.)
ity āpaḥ pañcadhā dehe
so die Wasser fünffach im Körper (Nom.Pl./Adv./Lok.)
bhavanti prāṇināṃ sadā
sind bei Lebewesen stets (3.Pl.Präs./Gen.Pl./Adv.)

prāṇāt praṇīyate prāṇī vyānād vyāyacchate tathā; gacchaty apāno 'vāk caiva samāno hṛdy avasthitaḥ

Durch den Prāṇa wird das Lebewesen [voran]geführt, durch den Vyāna regt es sich; der Apāna geht abwärts, und der Samāna ist im Herzen gegründet.

Wort für Wort
prāṇāt praṇīyate prāṇī
durch Prāṇa wird das Lebewesen geführt (Abl./3.Sg.Pass./Nom.)
vyānād vyāyacchate tathā
durch Vyāna müht/regt es sich, ebenso (Abl./3.Sg.Präs.Med.)
gacchaty apāno 'vāk caiva
der Apāna geht abwärts (3.Sg.Präs./Nom./Adv.)
samāno hṛdy avasthitaḥ
der Samāna im Herzen gegründet (Nom./Lok./Part.)

udānād ucchvasiti ca pratibhedāc ca bhāṣate; ity ete vāyavaḥ pañca ceṣṭayantīha dehinam

Durch den Udāna atmet [das Wesen] auf, und durch das Aufbrechen [der Laute] spricht es; so setzen diese fünf Winde den Verkörperten hier in Bewegung.

Wort für Wort
udānād ucchvasiti ca
und durch Udāna atmet es auf (Abl./3.Sg.Präs.)
pratibhedāc ca bhāṣate
und durch Aufbrechen/Gliederung spricht es (Abl./3.Sg.Präs.Med.)
ity ete vāyavaḥ pañca
so diese fünf Winde (Nom.Pl.)
ceṣṭayantīha dehinam
setzen hier den Verkörperten in Bewegung (3.Pl.Kaus./Akk.Sg.)

pratibhedāt: Bedeutung unsicher (‚durch Durchbrechen/Artikulation‘) [?].

bhūmer gandhaguṇān vetti rasaṃ cādbhyaḥ śarīravān; jyotiḥ paśyati cakṣurbhyāṃ sparśaṃ vetti ca vāyunā

Vom Erdelement erkennt der Körperträger die Geruchseigenschaften, vom Wasser den Geschmack; das Licht sieht er mit den Augen, und die Berührung erkennt er durch den Wind.

Wort für Wort
bhūmer gandhaguṇān vetti
aus der Erde erkennt er die Geruchseigenschaften (Abl./Akk.Pl./3.Sg.Präs.)
rasaṃ cādbhyaḥ śarīravān
und Geschmack aus den Wassern, der Körperträger (Akk./Abl.Pl./Nom.)
jyotiḥ paśyati cakṣurbhyām
Licht sieht er mit beiden Augen (Akk./3.Sg./Instr.Du.)
sparśaṃ vetti ca vāyunā
und Berührung erkennt er durch den Wind (Akk./3.Sg./Instr.)

gandhaḥ sparśo raso rūpaṃ śabdaś cātra guṇāḥ smṛtāḥ

Geruch, Berührung, Geschmack, Gestalt und Schall gelten hier als [die] Eigenschaften.

Wort für Wort
gandhaḥ sparśo raso rūpaṃ
Geruch, Berührung, Geschmack, Gestalt (Nom.Sg.)
śabdaś cātra guṇāḥ smṛtāḥ
und Schall gelten hier als Eigenschaften (Nom.Pl./Part.Pass.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

śabdaṃ śṛṇoti ca tathā ākāśāt tu śarīravān; śabdaḥ sparśaś ca rūpaṃ ca raso gandhaś ca bhūguṇaḥ

Auch den Schall hört der Körperträger aus dem Raum; Schall, Berührung, Gestalt, Geschmack und Geruch sind die Eigenschaft der Erde.

Wort für Wort
śabdaṃ śṛṇoti ca tathā
und den Schall hört er ebenso (Akk./3.Sg.Präs.)
ākāśāt tu śarīravān
aus dem Raum, der Körperträger (Abl./Nom.)
śabdaḥ sparśaś ca rūpaṃ ca
Schall, Berührung und Gestalt (Nom.Sg.)
raso gandhaś ca bhūguṇaḥ
Geschmack und Geruch [sind] Eigenschaft der Erde (Nom./Nom.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

tasya gandhasya vakṣyāmi vistarābhihitān guṇān; iṣṭaś cāniṣṭagandhaś ca madhuraḥ kaṭur eva ca

Von diesem Geruch will ich die ausführlich dargelegten Eigenschaften nennen: er ist angenehm und unangenehm, süß und scharf.

Wort für Wort
tasya gandhasya vakṣyāmi
von diesem Geruch will ich sagen (Gen.Sg./1.Sg.Fut.)
vistarābhihitān guṇān
die ausführlich genannten Eigenschaften (Akk.Pl.)
iṣṭaś cāniṣṭagandhaś ca
angenehm und unangenehm riechend (Nom.Sg.)
madhuraḥ kaṭur eva ca
süß und scharf (Nom.Sg.)

nirhārī saṃhataḥ snigdho rūkṣo viśada eva ca; evaṃ navavidho jñeyaḥ pārthivo gandhavistaraḥ

Weithin dringend, dicht [konzentriert], ölig, trocken und klar: so ist die Ausfaltung des irdischen Geruchs als neunfach zu erkennen.

Wort für Wort
nirhārī saṃhataḥ snigdho
weithin duftend, dicht, ölig (Nom.Sg.)
rūkṣo viśada eva ca
trocken und klar (Nom.Sg.)
evaṃ navavidho jñeyaḥ
so ist neunfach zu erkennen (Adv./Nom./Gerundiv)
pārthivo gandhavistaraḥ
die irdische Geruchsentfaltung (Nom.Sg.)

Aufgezählt sind nur acht Glieder (die Neunzahl ist mit dem Vorvers iṣṭa/aniṣṭa/madhura/kaṭu zu ergänzen).

śabdaḥ sparśaś ca rūpaṃ ca rasaś cāpāṃ guṇāḥ smṛtāḥ; rasajñānaṃ tu vakṣyāmi tan me nigadataḥ śṛṇu

Schall, Berührung, Gestalt und Geschmack gelten als die Eigenschaften der Wasser; die Geschmackserkenntnis will ich [nun] darlegen – höre mich sie aussprechen.

Wort für Wort
śabdaḥ sparśaś ca rūpaṃ ca
Schall, Berührung und Gestalt (Nom.Sg.)
rasaś cāpāṃ guṇāḥ smṛtāḥ
und Geschmack gelten als Eigenschaften der Wasser (Nom./Gen.Pl./Nom.Pl.)
rasajñānaṃ tu vakṣyāmi
die Geschmackserkenntnis aber will ich sagen (Akk./1.Sg.Fut.)
tan me nigadataḥ śṛṇu
das höre von mir, der es spricht (Imp./Gen.Sg.Part.)

raso bahuvidhaḥ proktaḥ sūribhiḥ prathitātmabhiḥ; madhuro lavaṇas tiktaḥ kaṣāyo 'mlaḥ kaṭus tathā; eṣa ṣaḍvidhavistāro raso vārimayaḥ smṛtaḥ

Der Geschmack wird von den Weisen, deren Selbst berühmt ist, als vielfältig bezeichnet: süß, salzig, bitter, herb, sauer und scharf; diese sechsfache Ausfaltung gilt als der wasserhafte Geschmack.

Wort für Wort
raso bahuvidhaḥ proktaḥ
der Geschmack ist vielfältig genannt (Nom./Part.Pass.)
sūribhiḥ prathitātmabhiḥ
von Weisen mit berühmtem Selbst (Instr.Pl.)
madhuro lavaṇas tiktaḥ
süß, salzig, bitter (Nom.Sg.)
kaṣāyo 'mlaḥ kaṭus tathā
herb, sauer, scharf (Nom.Sg.)
eṣa ṣaḍvidhavistāro
diese sechsfache Ausfaltung (Nom.Sg.)
raso vārimayaḥ smṛtaḥ
der Geschmack gilt als wasserhaft (Nom./Part.Pass.)

śabdaḥ sparśaś ca rūpaṃ ca triguṇaṃ jyotir ucyate; jyotiḥ paśyati rūpāṇi rūpaṃ ca bahudhā smṛtam

Schall, Berührung und Gestalt: dreieigenschaftig wird das Licht genannt; das Licht sieht die Gestalten, und die Gestalt gilt als vielfältig.

Wort für Wort
śabdaḥ sparśaś ca rūpaṃ ca
Schall, Berührung und Gestalt (Nom.Sg.)
triguṇaṃ jyotir ucyate
dreieigenschaftig wird das Licht genannt (Nom./3.Sg.Pass.)
jyotiḥ paśyati rūpāṇi
das Licht sieht Gestalten (3.Sg.Präs./Akk.Pl.)
rūpaṃ ca bahudhā smṛtam
und Gestalt gilt als vielfältig (Nom./Adv./Part.)

hrasvo dīrghas tathā sthūlaś caturasro 'ṇu vṛttavān; śuklaḥ kṛṣṇas tathā rakto nīlaḥ pīto 'ruṇas tathā; evaṃ dvādaśavistāro jyotīrūpaguṇaḥ smṛtaḥ

Kurz, lang und dick, viereckig, fein und rund; weiß, schwarz, rot, blau, gelb und rötlich: so gilt die Gestalteigenschaft des Lichts als zwölffach ausgefaltet.

Wort für Wort
hrasvo dīrghas tathā sthūlaś
kurz, lang, dick (Nom.Sg.)
caturasro 'ṇu vṛttavān
viereckig, fein, rund (Nom.Sg.)
śuklaḥ kṛṣṇas tathā rakto
weiß, schwarz, rot (Nom.Sg.)
nīlaḥ pīto 'ruṇas tathā
blau, gelb, rötlich (Nom.Sg.)
evaṃ dvādaśavistāro
so zwölffach ausgefaltet (Nom.Sg.)
jyotīrūpaguṇaḥ smṛtaḥ
die Gestalteigenschaft des Lichts gilt (Nom./Part.)

śabdasparśau tu vijñeyau dviguṇo vāyur ucyate; vāyavyas tu guṇaḥ sparśaḥ sparśaś ca bahudhā smṛtaḥ

Schall und Berührung sind [als Eigenschaften] des Windes zu erkennen; der Wind wird zweieigenschaftig genannt; die Windeigenschaft aber ist die Berührung, und die Berührung gilt als vielfältig.

Wort für Wort
śabdasparśau tu vijñeyau
Schall und Berührung sind zu erkennen (Nom.Du./Gerundiv)
dviguṇo vāyur ucyate
zweieigenschaftig wird der Wind genannt (Nom./3.Sg.Pass.)
vāyavyas tu guṇaḥ sparśaḥ
die Windeigenschaft aber ist Berührung (Nom.Sg.)
sparśaś ca bahudhā smṛtam
und Berührung gilt als vielfältig (Nom./Adv./Part.)

kaṭhinaś cikkaṇaḥ ślakṣṇaḥ picchalo mṛdudāruṇaḥ; uṣṇaḥ śītaḥ sukho duḥkhaḥ snigdho viśada eva ca

Hart, glatt, fein [zart], klebrig, weich und rau; heiß, kalt, angenehm, leidvoll, ölig und klar.

Wort für Wort
kaṭhinaś cikkaṇaḥ ślakṣṇaḥ
hart, glatt, fein (Nom.Sg.)
picchalo mṛdudāruṇaḥ
schlüpfrig/klebrig, weich, rau (Nom.Sg.)
uṣṇaḥ śītaḥ sukho duḥkhaḥ
heiß, kalt, angenehm, leidvoll (Nom.Sg.)
snigdho viśada eva ca
ölig und klar (Nom.Sg.)

mṛdudāruṇaḥ kann auch als ein Wort (‚weich-hart‘) gelesen werden.

tathā kharo mṛduḥ ślakṣṇo laghur gurutaro 'pi ca

Ebenso rau, weich, glatt, leicht und noch schwerer.

Wort für Wort
tathā kharo mṛduḥ ślakṣṇo
ebenso rau, weich, glatt (Nom.Sg.)
laghur gurutaro 'pi ca
leicht und auch schwerer (Nom.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

evaṃ dvādaśavistāro vāyavyo guṇa ucyate

So wird die Windeigenschaft als zwölffach ausgefaltet bezeichnet.

Wort für Wort
evaṃ dvādaśavistāro
so zwölffach ausgefaltet (Adv./Nom.Sg.)
vāyavyo guṇa ucyate
die Windeigenschaft wird genannt (Nom./3.Sg.Pass.)

tatraikaguṇam ākāśaṃ śabda ity eva tat smṛtam; tasya śabdasya vakṣyāmi vistaraṃ vividhātmakam

Davon hat der Raum eine einzige Eigenschaft, die als ‚Schall‘ gilt; die vielgestaltige Ausfaltung dieses Schalls will ich [nun] darlegen.

Wort für Wort
tatraikaguṇam ākāśaṃ
dabei ist der Raum einer Eigenschaft (Nom.n.)
śabda ity eva tat smṛtam
‚Schall‘ so gilt sie (Nom./Part.Pass.)
tasya śabdasya vakṣyāmi
von diesem Schall will ich sagen (Gen./1.Sg.Fut.)
vistaraṃ vividhātmakam
die Ausfaltung, vielfältig geartet (Akk.Sg.)

śānto ghoraś ca mūḍhaś ca tān asaṃgharṣajas tathā

[Er ist] ruhig, schrecklich und verwirrend, und die aus Nicht-Reibung Entstandenen … [?]

Wort für Wort
śānto ghoraś ca mūḍhaś ca
ruhig, schrecklich und verwirrend (Nom.Sg.)
tān asaṃgharṣajas tathā
jene …, ebenso aus Nicht-Reibung Entstandener (Akk.Pl./Nom.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Verderbter oder unklarer Text (tān asaṃgharṣajas); Wiedergabe unsicher.

ṣaḍja ṛṣabhagāndhārau madhyamaḥ pañcamas tathā; dhaivataś cāpi vijñeyas tathā cāpi niṣādakaḥ

Ṣaḍja, Ṛṣabha und Gāndhāra, Madhyama und Pañcama, ebenso Dhaivata und ebenso Niṣādaka.

Wort für Wort
ṣaḍja ṛṣabhagāndhārau
Ṣaḍja, Ṛṣabha und Gāndhāra (Nom.)
madhyamaḥ pañcamas tathā
Madhyama und Pañcama (Nom.)
dhaivataś cāpi vijñeyas
und Dhaivata ist zu erkennen (Nom./Gerundiv)
tathā cāpi niṣādakaḥ
und ebenso Niṣādaka (Nom.)

eṣa saptavidhaḥ prokto guṇa ākāśalakṣaṇaḥ; traisvaryeṇa tu sarvatra sthito 'pi paṭahādiṣu

Dies ist die siebenfache Eigenschaft, die das Kennzeichen des Raums ist; [sie ist] mit drei Tonlagen überall [vorhanden], auch bei Trommeln und dergleichen.

Wort für Wort
eṣa saptavidhaḥ prokto
dies ist als siebenfach genannt (Nom./Part.Pass.)
guṇa ākāśalakṣaṇaḥ
Eigenschaft mit dem Raum als Kennzeichen (Nom.Sg.)
traisvaryeṇa tu sarvatra
mit dreifacher Tonlage aber überall (Instr./Adv.)
sthito 'pi paṭahādiṣu
auch bei Trommeln usw. bestehend (Part./Lok.Pl.)

mṛdaṅgabherīśaṅkhānāṃ stanayitno rathasya ca; yaḥ kaś cic chrūyate śabdaḥ prāṇino 'prāṇino 'pi vā; eteṣām eva sarveṣāṃ viṣaye saṃprakīrtitaḥ; evaṃ bahuvidhākāraḥ śabda ākāśasaṃbhavaḥ

Bei Mṛdaṅga, Bherī und Muscheln, beim Donner und beim Wagen: jeder Schall, der gehört wird, von Belebtem oder Unbelebtem – im Bereich eben aller dieser ist er verkündet; so vielgestaltig ist der aus dem Raum entstandene Schall.

Wort für Wort
mṛdaṅgabherīśaṅkhānāṃ
von Mṛdaṅga, Bherī, Muscheln (Gen.Pl.)
stanayitno rathasya ca
des Donners und des Wagens (Gen.Sg.)
yaḥ kaś cic chrūyate śabdaḥ
jeder Schall, der gehört wird (Nom./3.Sg.Pass.)
prāṇino 'prāṇino 'pi vā
von Belebtem oder Unbelebtem (Gen./Abl.)
eteṣām eva sarveṣāṃ
eben aller dieser (Gen.Pl.)
viṣaye saṃprakīrtitaḥ
im Bereich verkündet (Lok./Part.Pass.)
evaṃ bahuvidhākāraḥ
so vielgestaltig (Adv./Nom.Sg.)
śabda ākāśasaṃbhavaḥ
der Schall, raumentstanden (Nom.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

ākāśajaṃ śabdam āhur ebhir vāyuguṇaiḥ saha; avyāhataiś cetayate na vetti viṣamāgataiḥ

Den Schall nennen sie raumgeboren, zusammen mit diesen Windeigenschaften; mit den unbehinderten [Eigenschaften] nimmt [das Wesen] wahr, bei den gestörten dagegen erkennt es nicht.

Wort für Wort
ākāśajaṃ śabdam āhur
raumgeboren den Schall nennen sie (Akk./3.Pl.Perf.)
ebhir vāyuguṇaiḥ saha
zusammen mit diesen Windeigenschaften (Instr.Pl.)
avyāhataiś cetayate
mit unbehinderten nimmt es wahr (Instr.Pl./3.Sg.Präs.Med.)
na vetti viṣamāgataiḥ
es erkennt nicht bei gestörten (3.Sg.Präs./Instr.Pl.)

Der Vers ist knapp; die Bezüge von avyāhataiḥ und viṣamāgataiḥ sind unsicher [?].

āpyāyante ca te nityaṃ dhātavas tais tu dhātubhiḥ; āpo 'gnir mārutaś caiva nityaṃ jāgrati dehiṣu

Und diese Stoffe werden stets durch jene Stoffe gestärkt; Wasser, Feuer und Wind sind in den Körperträgern stets wach.

Wort für Wort
āpyāyante ca te nityaṃ
und sie werden stets genährt (3.Pl.Pass.Präs.)
dhātavas tais tu dhātubhiḥ
die Stoffe durch jene Stoffe (Nom.Pl./Instr.Pl.)
āpo 'gnir mārutaś caiva
Wasser, Feuer und Wind (Nom.)
nityaṃ jāgrati dehiṣu
stets wachen sie in den Körperträgern (3.Pl.Präs./Lok.Pl.)

mūlam ete śarīrasya vyāpya prāṇān iha sthitāḥ

Sie sind die Wurzel des Körpers und bestehen hier, den Lebensatem durchdringend.

Wort für Wort
mūlam ete śarīrasya
diese [sind] die Wurzel des Körpers (Nom.Sg./Nom.Pl./Gen.)
vyāpya prāṇān iha sthitāḥ
die Lebenshauche durchdringend, hier bestehend (Abs./Akk.Pl./Part.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

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