Wehe, welch ein Leid! Wehe, welch eine Not! Wehe, welch höchste Verzagtheit, dass du, nachdem du eine übermenschliche Tat vollbracht hast, das höchste Glück [die höchste Herrschaft] aufgeben willst!
Wort für Wort
aho duḥkham aho kṛcchram
ach, Leid! ach, Not! (Interj., Nom.Sg.n.)
aho vaiklavyam uttamam
ach, höchste Verzagtheit (Nom.Sg.n.)
yat kṛtvā amānuṣaṃ karma
dass du, vollbracht habend, übermenschliche Tat (Konj., Abs., Akk.Sg.n.)
tyajethāḥ śriyam uttamām
du aufgeben würdest/willst das höchste Glück (2.Sg.Opt.Med., Akk.Sg.f.)
Nachdem du die Feinde erschlagen und die auf Grund deiner eigenen Pflicht erlangte Erde gewonnen hast, wie willst du – du, dessen Feinde erschlagen sind – aus Verstandesleichtsinn alles aufgeben?
Wort für Wort
śatrūn hatvā
die Feinde erschlagen habend (Akk.Pl., Abs.)
mahīṃ labdhvā
die Erde gewonnen habend (Akk.Sg.f., Abs.)
svadharmeṇa upapāditām
durch eigene Pflicht zugefallen (Instr.Sg., Part.Pass.Akk.f.)
hatāmitraḥ katham
du, dessen Feinde erschlagen sind; wie? (Bahuvrīhi, Nom.; Adv.)
sarvaṃ tyajethāḥ buddhilāghavāt
alles würdest du aufgeben, aus Leichtsinn des Verstandes (2.Sg.Opt.Med., Abl.Sg.)
yo hy ājijīviṣed bhaikṣyaṃ karmaṇā naiva kena cit; samārambhān bubhūṣeta hatasvastir akiṃcanaḥ; sarvalokeṣu vikhyāto na putrapaśusaṃhitaḥ
Wer nämlich von Bettelspeise leben wollte, durch keinerlei Tat, [und doch] durch Unternehmungen etwas werden wollte [?] – glücklos, besitzlos, in allen Welten berühmt, nicht mit Söhnen und Vieh verbunden –
Wort für Wort
yaḥ hi ājijīviṣet bhaikṣyam
wer nämlich leben wollte von Bettelspeise (Rel., 3.Sg.Opt.Des., Akk.Sg.n.)
karmaṇā na eva kena cit
durch Tat, in keiner Weise, durch irgendeine (Instr.Sg.n.)
samārambhān bubhūṣeta
Unternehmungen, wollte werden [?] (Akk.Pl.m., 3.Sg.Opt.Des.Med.)
hatasvastiḥ akiṃcanaḥ
glücklos, besitzlos (Bahuvrīhi, Nom.Sg.m.)
sarvalokeṣu vikhyātaḥ
in allen Welten berühmt (Lok.Pl.m., Part.Pass.)
na putrapaśusaṃhitaḥ
nicht mit Söhnen und Vieh verbunden (Nom.Sg.m.)
Syntax und Sinn der Strophe unsicher (Satz bleibt ohne Hauptsatz; bubhūṣeta evtl. „streben nach Vermögen/Wohlstand“).
kāpālīṃ nṛpa pāpiṣṭhāṃ vṛttim āsthāya jīvataḥ; saṃtyajya rājyam ṛddhaṃ te loko 'yaṃ kiṃ vadiṣyati
Wenn du, o König, die sündhafteste, schädelträgerhafte Lebensweise ergreifst und dein blühendes Reich aufgibst, während du lebst – was wird diese Welt dann sagen?
Wort für Wort
kāpālīṃ nṛpa pāpiṣṭhām
die des Schädelträgers, o König, die sündhafteste (Akk.Sg.f., Vok.)
patitaḥ śocyate rājan nirdhanaś cāpi śocyate; viśeṣaṃ nādhigacchāmi patitasyādhanasya ca
Der Gefallene wird beklagt, o König, und auch der Besitzlose wird beklagt; einen Unterschied zwischen dem Gefallenen und dem Besitzlosen finde ich nicht.
Wort für Wort
patitaḥ śocyate rājan
der Gefallene wird beklagt, o König (Nom., 3.Sg.Pass., Vok.)
nirdhanaḥ ca api śocyate
und der Besitzlose wird auch beklagt (Nom.Sg.m.)
viśeṣam na adhigacchāmi
einen Unterschied finde ich nicht (Akk.Sg.m., 1.Sg.Präs.)
patitasya adhanasya ca
zwischen dem Gefallenen und dem Besitzlosen (Gen.Sg.m.)
yasyārthās tasya mitrāṇi yasyārthās tasya bāndhavāḥ; yasyārthāḥ sa pumāṃl loke yasyārthāḥ sa ca paṇḍitaḥ
Wessen Besitz, dessen Freunde; wessen Besitz, dessen Verwandte; wessen Besitz, der ist in der Welt ein [rechter] Mann; wessen Besitz, der ist ein Gelehrter.
Wort für Wort
yasya arthāḥ tasya mitrāṇi
wessen Güter, dessen Freunde (Rel.Gen., Nom.Pl.n.)
yasya arthāḥ tasya bāndhavāḥ
wessen Güter, dessen Verwandte (Nom.Pl.m.)
yasya arthāḥ saḥ pumān loke
wessen Güter, der ist ein Mann in der Welt (Nom.Sg.m., Lok.)
yasya arthāḥ saḥ ca paṇḍitaḥ
wessen Güter, der ist auch ein Gelehrter (Nom.Sg.m.)
Vom Besitzlosen, der nach Gütern verlangt und sie zu erlangen sucht, ist kein Gewinn zu erzielen; durch Güter werden Güter gebunden, wie große Elefanten durch [zahme] Elefanten.
Wort für Wort
adhanena arthakāmena
vom Besitzlosen, gütersuchend (Instr.Sg.m.)
na arthaḥ śakyaḥ vivitsatā
kein Gewinn ist möglich, [von einem] Erlangenwollenden (Nom.Sg.m., Part.Des.Instr.)
arthaiḥ arthāḥ nibadhyante
durch Güter werden Güter gebunden (Instr.Pl., Nom.Pl., 3.Pl.Pass.)
gajaiḥ iva mahāgajāḥ
wie durch Elefanten große Elefanten (Instr.Pl., Nom.Pl.)
dhanāt kulaṃ prabhavati dhanād dharmaḥ pravartate; nādhanasyāsty ayaṃ loko na paraḥ puruṣottama
Aus Besitz entsteht das Geschlecht, aus Besitz geht die Pflicht hervor; für den Besitzlosen gibt es weder diese Welt noch die jenseitige, o bester der Männer.
Wort für Wort
dhanāt kulam prabhavati
aus Besitz entsteht das Geschlecht (Abl., Nom.Sg.n., 3.Sg.)
dhanāt dharmaḥ pravartate
aus Besitz geht die Pflicht hervor (3.Sg.Med.)
na adhanasya asti ayam lokaḥ
dem Besitzlosen gibt es nicht diese Welt (Gen.Sg.m., 3.Sg.)
na paraḥ puruṣottama
nicht die jenseitige, o Bester der Männer (Nom.Sg.m., Vok.)
na ced dhartavyam anyasya kathaṃ tad dharmam ārabhet; etāvān eva vedeṣu niścayaḥ kavibhiḥ kṛtaḥ
Wenn nicht von einem anderen zu nehmen wäre, wie könnte man jenes Pflichtwerk unternehmen? So weit geht die von den Weisen in den Veden getroffene Entscheidung.
Wort für Wort
na cet hartavyam anyasya
wenn nicht zu nehmen [wäre] von einem anderen (Gerundiv, Gen.Sg.m.)
katham tat dharmam ārabhet
wie könnte man jenes Pflichtwerk beginnen (3.Sg.Opt.)
etāvān eva vedeṣu
so viel eben in den Veden (Nom.Sg.m., Lok.Pl.)
niścayaḥ kavibhiḥ kṛtaḥ
Entscheidung, von den Weisen gemacht (Nom.Sg.m., Instr.Pl., Part.Pass.)
Halbvers 26a elliptisch: „tad dharmam“ evtl. das Opfer.
sa tvāṃ dravyamayo yajñaḥ saṃprāptaḥ sarvadakṣiṇaḥ; taṃ cen na yajase rājan prāptas tvaṃ devakilbiṣam
Ein Opfer, das aus Materialien besteht, mit allen Opfergaben, ist dir zugekommen; wenn du es nicht vollziehst, o König, bist du eine Schuld gegenüber den Göttern eingegangen.
Wort für Wort
sa tvām dravyamayaḥ yajñaḥ
dieses Opfer kam zu dir, aus Gütern bestehend (Nom.Sg.m., Akk.Sg.)
saṃprāptaḥ sarvadakṣiṇaḥ
zugekommen, mit allen Opfergaben (Part.Pass., Bahuvrīhi Nom.Sg.m.)
tam cet na yajase rājan
wenn du es nicht vollziehst, o König (Akk., 2.Sg.Präs.Med., Vok.)
prāptaḥ tvam devakilbiṣam
erlangt hast du eine Götterschuld (Part.Pass., Nom., Akk.Sg.n.)
Wortlaut von 36a (tvām statt tvam?) leicht hart; Sinn: dir ist das Opfer zugefallen.
Ewig ist dieser Pfad des Gedeihens, sein Ende haben wir nie vernommen; groß ist der Weg [des Sohnes] Daśarathas – o König, geh nicht den schlechten Weg!
Wort für Wort
śāśvataḥ ayam bhūtipathaḥ
ewig ist dieser Weg des Gedeihens (Nom.Sg.m.)
na asya antam anuśuśruma
sein Ende haben wir nicht gehört (Akk.Sg.m., 1.Pl.Perf.)
mahān dāśarathaḥ panthāḥ
groß der Daśaratha-Weg (Nom.Sg.m.)
mā rājan kāpatham gamaḥ
geh nicht, o König, den schlechten Weg (Prohib., Vok., Akk.Sg.m., 2.Sg.Aor.)
dāśarathaḥ panthāḥ: wohl der Weg Rāmas, des Sohnes des Daśaratha [?].