Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Śāntiparva

Kapitel 256: śraddhāmāhātmyam Die Vögel und Tulādhāra: der Glaube als höchste Läuterung

Abschluss der Jājali-Tulādhāra-Belehrung: Tulādhāra lässt die auf Jājalis Haupt genisteten Vögel als Zeugen sprechen; diese verkünden den Vorrang des Glaubens (śraddhā) vor Opfer und Askese. Am Ende folgt die Rahmenerzählung (Bhīṣma zu Yudhiṣṭhira).

tulādhāra uvāca; sadbhir vā yadi vāsadbhir ayaṃ panthāḥ samāśritaḥ; pratyakṣaṃ kriyatāṃ sādhu tato jñāsyasi tad yathā

Tulādhāra sprach: „Ob von Guten oder von Schlechten – dieser Pfad ist eingeschlagen worden. Es werde [das] gut vor Augen geführt; dann wirst du erkennen, wie es sich damit verhält.“

Wort für Wort
tulādhāra uvāca
Tulādhāra sprach (Perf. 3.Sg.; Nom.)
sadbhir vā yadi vāsadbhir
ob von Guten oder von Nicht-Guten (Instr.Pl.)
ayaṃ panthāḥ samāśritaḥ
dieser Pfad ist beschritten (Nom.Sg.; PPP)
pratyakṣaṃ kriyatāṃ sādhu
vor Augen werde es geführt, gut (Adv.; Imp.Pass. 3.Sg.)
tato jñāsyasi tad yathā
dann wirst du erkennen, wie es damit ist (Fut. 2.Sg.)

ete śakuntā bahavaḥ samantād vicaranti hi; tavottamāṅge saṃbhūtāḥ śyenāś cānyāś ca jātayaḥ

„Diese vielen Vögel schweifen ja ringsum umher; auf deinem Haupt sind Falken und andere Arten entstanden.“

Wort für Wort
ete śakuntā bahavaḥ
diese vielen Vögel (Nom.Pl.)
samantād vicaranti hi
schweifen ja ringsum umher (3.Pl.Präs.)
tavottamāṅge saṃbhūtāḥ
auf deinem Haupt entstanden (Lok.; PPP Nom.Pl.)
śyenāś cānyāś ca jātayaḥ
Falken und andere Arten (Nom.Pl.)

āhvayainān mahābrahman viśamānāṃs tatas tataḥ; paśyemān hastapādeṣu śliṣṭān dehe ca sarvaśaḥ

„Rufe sie herbei, großer Brahmane, wie sie sich hierhin und dorthin niederlassen; sieh sie an Händen und Füßen und überall am Körper haften.“

Wort für Wort
āhvayainān mahābrahman
rufe diese herbei, großer Brahmane (Imp.; Akk.Pl.; Vok.)
viśamānāṃs tatas tataḥ
die sich hierhin und dorthin niederlassen (Part.Präs.Akk.Pl.)
paśyemān hastapādeṣu
sieh diese an Händen und Füßen (Imp.; Lok.Pl.)
śliṣṭān dehe ca sarvaśaḥ
haftend und am Körper überall (PPP Akk.Pl.; Lok.)

saṃbhāvayanti pitaraṃ tvayā saṃbhāvitāḥ khagāḥ; asaṃśayaṃ pitā ca tvaṃ putrān āhvaya jājale

„Die Vögel, von dir geehrt, achten [dich als] Vater; ohne Zweifel bist du [ihr] Vater – rufe die Söhne herbei, Jājali.“

Wort für Wort
saṃbhāvayanti pitaraṃ
sie achten [als] Vater (3.Pl.Präs.; Akk.)
tvayā saṃbhāvitāḥ khagāḥ
von dir geehrt, die Vögel (Instr.; PPP Nom.Pl.)
asaṃśayaṃ pitā ca tvaṃ
ohne Zweifel bist du Vater (Adv.; Nom.)
putrān āhvaya jājale
rufe die Söhne, Jājali (Akk.Pl.; Imp.; Vok.)

bhīṣma uvāca; tato jājalinā tena samāhūtāḥ patatriṇaḥ; vācam uccārayan divyāṃ dharmasya vacanāt kila

Bhīṣma sprach: Da wurden von jenem Jājali die Vögel herbeigerufen; sie ließen eine göttliche Stimme erschallen, auf das Wort des Dharma [hin], so heißt es.

Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach (Perf.)
tato jājalinā tena
da von jenem Jājali (Instr.)
samāhūtāḥ patatriṇaḥ
herbeigerufen die Vögel (PPP Nom.Pl.)
vācam uccārayan divyāṃ
sie ließen erschallen eine göttliche Stimme (Impf.3.Pl.; Akk.)
dharmasya vacanāt kila
auf Geheiß des Dharma, so heißt es (Abl.; Partikel)

ahiṃsādikṛtaṃ karma iha caiva paratra ca; spardhā nihanti vai brahman sāhatā hanti taṃ naram

„Ein auf Gewaltlosigkeit und dergleichen gegründetes Werk [gilt] hier und im Jenseits; der Wetteifer, Brahmane, vernichtet es; das zerstörte [Werk] aber vernichtet jenen Menschen [?].“

Wort für Wort
ahiṃsādikṛtaṃ karma
das auf Gewaltlosigkeit usw. beruhende Werk (Nom.Sg.n.)
iha caiva paratra ca
hier und im Jenseits (Adv.)
spardhā nihanti vai brahman
Wetteifer vernichtet fürwahr, Brahmane (Nom.f.; 3.Sg.; Vok.)
sāhatā hanti taṃ naram
sie/es, zerstört, vernichtet jenen Menschen (Nom.f.; PPP; 3.Sg.; Akk.)

Zweiter Halbvers syntaktisch dunkel (sāhatā); Lesart unsicher.

śraddhāvṛddhaṃ vāṅmanasī na yajñas trātum arhati; atra gāthā brahmagītāḥ kīrtayanti purāvidaḥ

„Was durch Glauben gemehrt ist, Rede und Geist – [dies zu] retten vermag ein Opfer nicht [?]. Hierzu singen die Kenner der Vorzeit von Brahmā gesungene Strophen.“

Wort für Wort
śraddhāvṛddhaṃ vāṅmanasī
durch Glauben gemehrt, Rede und Geist (Nom.Du.n.)
na yajñas trātum arhati
nicht vermag ein Opfer zu retten (Nom.; Inf.; 3.Sg.)
atra gāthā brahmagītāḥ
hierzu Strophen, von Brahmā/Brahman gesungen (Nom.Pl.f.)
kīrtayanti purāvidaḥ
besingen die Kenner der Vorzeit (3.Pl.; Nom.Pl.)

Erster Halbvers knapp und mehrdeutig; vgl. 22 (vāgvṛddhaṃ trāyate śraddhā).

śucer aśraddadhānasya śraddadhānasya cāśuceḥ; devāś cittam amanyanta sadṛśaṃ yajñakarmaṇi

„Den Reinen ohne Glauben und den Glaubenden, [aber] Unreinen – die Götter hielten deren Sinn für gleichwertig beim Opferwerk.“

Wort für Wort
śucer aśraddadhānasya
des Reinen, der nicht glaubt (Gen.Sg.)
śraddadhānasya cāśuceḥ
und des Glaubenden, Unreinen (Gen.Sg.)
devāś cittam amanyanta
die Götter hielten den Sinn [dafür] (Impf.Med.3.Pl.; Akk.)
sadṛśaṃ yajñakarmaṇi
gleichartig beim Opferwerk (Adj.Akk.; Lok.)

śrotriyasya kadaryasya vadānyasya ca vārdhuṣeḥ; mīmāṃsitvobhayaṃ devāḥ samam annam akalpayan

„Dem Vedakundigen, der geizig ist, und dem Freigebigen, der Wucherer ist – nachdem die Götter beides erwogen hatten, bestimmten sie [deren] Speise als gleich.“

Wort für Wort
śrotriyasya kadaryasya
des Vedakundigen, des Geizigen (Gen.Sg.)
vadānyasya ca vārdhuṣeḥ
und des Freigebigen, des Wucherers (Gen.Sg.)
mīmāṃsitvobhayaṃ devāḥ
nachdem sie beides erwogen hatten, die Götter (Abs.; Nom.Pl.)
samam annam akalpayan
die Speise gleich bestimmten sie (Adj.Akk.; Impf.3.Pl.)

vārdhuṣi: Wucherer (Bedeutung nach Kontext).

prajāpatis tān uvāca viṣamaṃ kṛtam ity uta; śraddhāpūtaṃ vadānyasya hatam aśraddhayetarat; bhojyam annaṃ vadānyasya kadaryasya na vārdhuṣeḥ

Prajāpati sprach zu ihnen: „Ungleich habt ihr es gemacht! Was vom Glauben geläutert ist, [gehört] dem Freigebigen; das andere ist durch Unglauben zerstört. Die Speise des Freigebigen ist genießbar, nicht die des Geizigen und des Wucherers.“

Wort für Wort
prajāpatis tān uvāca
Prajāpati sprach zu ihnen (Perf.; Akk.Pl.)
viṣamaṃ kṛtam ity uta
ungleich ist [es] gemacht, so [sprach er] (PPP n.; Partikel)
śraddhāpūtaṃ vadānyasya
vom Glauben geläutert [gehört] des Freigebigen (PPP; Gen.)
hatam aśraddhayetarat
zerstört durch Unglauben das andere (PPP; Instr.; Nom.n.)
bhojyam annaṃ vadānyasya
genießbar die Speise des Freigebigen (Gerundiv; Gen.)
kadaryasya na vārdhuṣeḥ
des Geizigen nicht, [noch] des Wucherers (Gen.)

aśraddadhāna evaiko devānāṃ nārhate haviḥ; tasyaivānnaṃ na bhoktavyam iti dharmavido viduḥ

„Nur der Ungläubige ist des Opfergusses der Götter nicht würdig; dessen Speise darf man nicht essen – so wissen es die Kenner des Dharma.“

Wort für Wort
aśraddadhāna evaiko
nur der Ungläubige allein (Nom.Sg.)
devānāṃ nārhate haviḥ
der Götter Opfergabe ist er nicht würdig (Gen.Pl.; 3.Sg.; Akk.)
tasyaivānnaṃ na bhoktavyam
gerade seine Speise darf nicht gegessen werden (Gen.; Gerundiv)
iti dharmavido viduḥ
so wissen die Dharmakundigen (3.Pl.Perf.)

aśraddhā paramaṃ pāpaṃ śraddhā pāpapramocanī; jahāti pāpaṃ śraddhāvān sarpo jīrṇām iva tvacam

„Unglaube ist die höchste Sünde, Glaube löst von der Sünde; der Glaubende lässt die Sünde hinter sich, wie die Schlange die alte Haut.“

Wort für Wort
aśraddhā paramaṃ pāpaṃ
Unglaube [ist] die höchste Sünde (Nom.f.; Nom.n.)
śraddhā pāpapramocanī
Glaube [ist] sündenlösend (Nom.f.)
jahāti pāpaṃ śraddhāvān
lässt die Sünde, der Glaubende (3.Sg.; Akk.; Nom.)
sarpo jīrṇām iva tvacam
wie die Schlange die alte Haut (Nom.; Akk.f.)

jyāyasī yā pavitrāṇāṃ nivṛttiḥ śraddhayā saha; nivṛttaśīladoṣo yaḥ śraddhāvān pūta eva saḥ

„Größer unter den Läuterungsmitteln ist das Ablassen [vom Bösen] zusammen mit Glauben; wer vom Fehler seines Wesens abgelassen hat und glaubt, der ist gewiss rein.“

Wort für Wort
jyāyasī yā pavitrāṇāṃ
größer, die unter den Läuterungsmitteln (Komp.f.; Gen.Pl.)
nivṛttiḥ śraddhayā saha
das Ablassen zusammen mit Glauben (Nom.f.; Instr.)
nivṛttaśīladoṣo yaḥ
wer vom Fehler des Charakters abgelassen hat (Bahuvrīhi Nom.)
śraddhāvān pūta eva saḥ
glaubend, gereinigt gewiss er (Nom.; PPP)

kiṃ tasya tapasā kāryaṃ kiṃ vṛttena kim ātmanā; śraddhāmayo 'yaṃ puruṣo yo yacchraddhaḥ sa eva saḥ

„Was soll ihm Askese, was Wandel, was das Selbst? Aus Glauben bestehend ist dieser Mensch: wie sein Glaube [ist], so ist er.“

Wort für Wort
kiṃ tasya tapasā kāryaṃ
was ist ihm mit Askese zu tun (Instr.; Gerundiv)
kiṃ vṛttena kim ātmanā
was mit Wandel, was mit dem Selbst (Instr.)
śraddhāmayo 'yaṃ puruṣaḥ
aus Glauben bestehend dieser Mensch (Nom.)
yo yacchraddhaḥ sa eva saḥ
wer welchen Glauben hat, der ist eben der (Nom.)

kim ātmanā: wörtlich „was mit dem Selbst?“.

iti dharmaḥ samākhyātaḥ sadbhir dharmārthadarśibhiḥ; vayaṃ jijñāsamānās tvā saṃprāptā dharmadarśanāt

„So ist der Dharma verkündet worden von den Guten, die Dharma und Nutzen schauen; wir sind zu dir gekommen, dich zu prüfen wünschend, aus dem Wunsch, den Dharma zu schauen [?].“

Wort für Wort
iti dharmaḥ samākhyātaḥ
so ist der Dharma verkündet (PPP Nom.)
sadbhir dharmārthadarśibhiḥ
von Guten, die Dharma und Nutzen schauen (Instr.Pl.)
vayaṃ jijñāsamānās tvā
wir, dich zu prüfen wünschend (Nom.Pl.; Part.Desid.; Akk.)
saṃprāptā dharmadarśanāt
gekommen aus Dharma-Schau [?] (PPP Nom.Pl.; Abl.)

dharmadarśanāt: Sinn unsicher („um den Dharma zu sehen“ / „wegen deines Dharma-Anblicks“).

spardhāṃ jahi mahāprājña tataḥ prāpsyasi yat param; śraddhāvāñ śraddadhānaś ca dharmāṃś caiveha vāṇijaḥ; svavartmani sthitaś caiva garīyān eṣa jājale

„Lass den Wetteifer fahren, Hochweiser, dann wirst du das Höchste erlangen. Glaubend und vertrauend ist der Kaufmann, und [seine] Pflichten hier [?]; und der auf seinem eigenen Weg Stehende ist der Größere, Jājali.“

Wort für Wort
spardhāṃ jahi mahāprājña
lass den Wetteifer, Hochweiser (Akk.; Imp.; Vok.)
tataḥ prāpsyasi yat param
dann wirst du erlangen, was das Höchste ist (Fut.2.Sg.; Nom.n.)
śraddhāvāñ śraddadhānaś ca
glaubend und vertrauend (Nom.Sg.)
dharmāṃś caiveha vāṇijaḥ
und die Dharmas hier des Kaufmanns [?] (Akk.Pl.; Gen.)
svavartmani sthitaś caiva
und auf dem eigenen Weg stehend (Lok.; PPP)
garīyān eṣa jājale
größer ist dieser, Jājali (Komp.; Vok.)

Zweiter Halbvers (dharmāṃś caiveha vāṇijaḥ) syntaktisch unklar, ggf. verderbt.

evaṃ bahumatārthaṃ ca tulādhāreṇa bhāṣitam; samyak caivam upālabdho dharmaś coktaḥ sanātanaḥ

So wurde von Tulādhāra ein hochgeschätzter Gegenstand ausgesprochen, und der ewige Dharma wurde richtig dargelegt [?].

Wort für Wort
evaṃ bahumatārthaṃ ca
so und ein hochgeschätzter Inhalt (Adv.; Nom.n.)
tulādhāreṇa bhāṣitam
von Tulādhāra gesprochen (Instr.; PPP)
samyak caivam upālabdho
und richtig so erfasst [?] (Adv.; PPP Nom.m.)
dharmaś coktaḥ sanātanaḥ
und der Dharma ausgesprochen, ewig (Nom.; PPP; Adj.)

upālabdha: „erfasst/vorgehalten“; Sinn nicht ganz sicher.

tasya vikhyātavīryasya śrutvā vākyāni sa dvijaḥ; tulādhārasya kaunteya śāntim evānvapadyata

Nachdem jener Zweimalgeborene die Worte des Tulādhāra von berühmter Tatkraft gehört hatte, gelangte er, Sohn der Kuntī, zur Ruhe.

Wort für Wort
tasya vikhyātavīryasya
dessen, von berühmter Kraft (Gen.Sg.)
śrutvā vākyāni sa dvijaḥ
nachdem er gehört hatte die Worte, jener Zweimalgeborene (Abs.; Akk.Pl.; Nom.)
tulādhārasya kaunteya
des Tulādhāra, Sohn der Kuntī (Gen.; Vok.)
śāntim evānvapadyata
zur Ruhe gelangte er (Akk.; Impf.Med.3.Sg.)

tato 'cireṇa kālena tulādhāraḥ sa eva ca; divaṃ gatvā mahāprājñau viharetāṃ yathāsukham; svaṃ svaṃ sthānam upāgamya svakarmaphalanirjitam

Danach, nach nicht langer Zeit, gingen Tulādhāra und jener [Jājali], die beiden Hochweisen, zum Himmel und wandelten nach Belieben, jeder zu seiner eigenen Stätte gelangt, [die] durch die Frucht des eigenen Tuns errungen [war].

Wort für Wort
tato 'cireṇa kālena
dann in nicht langer Zeit (Instr.)
tulādhāraḥ sa eva ca
Tulādhāra und eben jener (Nom.)
divaṃ gatvā mahāprājñau
zum Himmel gegangen, die beiden Hochweisen (Abs.; Nom.Du.)
viharetāṃ yathāsukham
wandelten nach Belieben (Opt.3.Du.; Adv.)
svaṃ svaṃ sthānam upāgamya
zur je eigenen Stätte gelangt (Abs.)
svakarmaphalanirjitam
durch die Frucht eigenen Tuns errungen (PPP Akk.n.)

viharetām (Optativ) hier erzählend wiedergegeben.

samānāṃ śraddadhānānāṃ saṃyatānāṃ sucetasām; kurvatāṃ yajña ity eva na yajño jātu neṣyate

„Bei Gleichgesinnten, Glaubenden, Gezügelten, Wohlgesinnten, die [es] eben als ‚Opfer‘ vollziehen, wird ein Opfer niemals nicht anerkannt [d. h. stets anerkannt].“

Wort für Wort
samānāṃ śraddadhānānāṃ
bei Gleichen, Glaubenden (Gen.Pl.)
saṃyatānāṃ sucetasām
Gezügelten, Wohlgesinnten (Gen.Pl.)
kurvatāṃ yajña ity eva
die vollziehen [es] als „Opfer“ eben (Part.Gen.Pl.)
na yajño jātu neṣyate
nicht ein Opfer wird je nicht gewünscht/anerkannt (Nom.; Adv.; Pass.3.Sg.)

Doppelte Verneinung (na … neṣyate); Sinn: kein solches Opfer wird je verworfen.

śraddhā vai sāttvikī devī sūryasya duhitā nṛpa; sāvitrī prasavitrī ca jīvaviśvāsinī tathā

„Der Glaube ist die sattvische Göttin, Tochter der Sonne, o König; [sie ist] Sāvitrī, Gebärerin und ebenso Vertrauen in die Lebewesen [?].“

Wort für Wort
śraddhā vai sāttvikī devī
der Glaube ist fürwahr die sattvische Göttin (Nom.f.)
sūryasya duhitā nṛpa
Tochter der Sonne, o König (Gen.; Nom.; Vok.)
sāvitrī prasavitrī ca
Sāvitrī und Gebärerin (Nom.f.)
jīvaviśvāsinī tathā
und Lebewesen-Vertrauen [?] (Nom.f.; Adv.)

jīvaviśvāsinī: Wiedergabe unsicher.

vāgvṛddhaṃ trāyate śraddhā manovṛddhaṃ ca bhārata; yathaupamyopadeśena kiṃ bhūyaḥ śrotum icchasi

„Was durch Rede gemehrt ist, schützt der Glaube, und was durch Geist gemehrt ist, Bhārata; [dies ist] in der Belehrung durch ein Gleichnis [gesagt] – was willst du noch mehr hören?“

Wort für Wort
vāgvṛddhaṃ trāyate śraddhā
das durch Rede Gemehrte schützt der Glaube (PPP Akk.; 3.Sg.; Nom.f.)
manovṛddhaṃ ca bhārata
und das durch Geist Gemehrte, Bhārata (Vok.)
yathaupamyopadeśena
durch Belehrung mittels Gleichnis (Instr.)
kiṃ bhūyaḥ śrotum icchasi
was willst du mehr hören (Adv.; Inf.; 2.Sg.)

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